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Rezensionen von peedee:

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Natalies göttliche Mission

Yesteryear von Caro Claire Burke

Natalie Heller Mills ist eine gute Christin, eine liebevolle Ehefrau, Mutter von sechs Kindern, die sie zu Hause unterrichtet. Mit ihrem Mann bewirtschaftet sie eine idyllische Farm – alles scheint ihr mühelos zu gelingen. Dies ist zumindest das Bild, das sie auf Social Media vermittelt, wo ihr Millionen Menschen folgen.

Die helfenden Hände im Hintergrund sollen bleiben, wie sie sind, nämlich unsichtbar. Eines Tages wacht sie auf und muss das echte Leben einer Pioniersfrau leben, das sie immer nur vorgetäuscht hat…

Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir nicht wirklich (ich bin kein Fan von Schutzumschlägen), aber das umlaufende Bild auf dem Hardcover ist sehr schön – schade, dass nicht dieses Bild das Cover ist.

Das Buch spielt auf verschiedenen Ebenen, was durchaus etwas Konzentration benötigte, da man ein paar Seiten in der Gegenwart war, dann wieder zurück in der Vergangenheit.

Wow, Natalie konnte mitnichten Sympathiepunkte bei mir sammeln. Gegen aussen die perfekte Fassade, aber innen – was wir Leser:innen natürlich vermittelt bekamen – ist sie bösartig. Aus ihrer Sicht ist ihr Ehemann wohl der dümmste Mann auf Erden. Und ihre Kinder kann sie ebenfalls nicht leiden. Ihre Mutter geht ihr auf die Nerven, und ihre Schwester mit deren Nichtsnutz von Ehemann sowieso. Und von den Schwiegereltern wollen wir gar nicht erst anfangen. Oha! Aber: Auf Social Media sieht man nur wunderbare Fotos ihrer Familie, es werden Koch- und Backrezepte ins richtige Licht gestellt (und selbstverständlich gibt es auch die nötigen Merchandise-Produkte zu kaufen), alles mühelos, alles easy. Die „wütenden Weiber“, die sich im Netz abfällig zu ihren Posts, Reels und Stories äussern, sind im tiefsten Innern einfach neidisch. Recht so – meint Natalie.

„Manchmal wurde mir fast schlecht, wenn ich darüber nachdachte, wie perfekt mein Leben war und wie gut mir alles gelang.“

Dies ist wieder einmal eine Rezension, die mir nicht leicht fällt. Aber nicht, weil mir das Buch nicht gefallen hätte, nein, ganz im Gegenteil: Ich fand es ein aussergewöhnliches Buch und möchte in meiner Rezension auch die richtigen Worte finden ohne zu spoilern. Und das ist das Schwierige. Die Tradwives wurden in letzter Zeit vermehrt in den Medien thematisiert. Wenn eine Frau als Tradwife („traditional housewife“) die traditionelle Rollenverteilung für ihre Familie als richtig ansieht, ist das ihre Sache, aber das sich dem Manne Unterordnen, ist für mich nicht stimmig. Ebenso wenig dieses „Theater“, das Inszenieren einer Perfektion, einer romantisierten Idylle.

„Eine Frau hatte drei Aufgaben. Eine gute Mutter zu sein, eine gute Ehefrau zu sein und das Haus sauber zu halten. Ach, und immer schön lächeln!“

Als sich Natalie plötzlich effektiv in der Rolle einer Pioniersfrau von 1800 befindet, merkt sie, wie wenig glamourös diese Zeit ohne all ihre Helfer – Mensch oder Maschinen – in Wirklichkeit war. Ich war sehr gespannt, wie diese Verschiebung in die Vergangenheit am Schluss aufgelöst werden würde und konnte fast nicht schnell genug lesen. Und? Die Auflösung war mehr als gelungen, bravo! 5 wohlverdiente Sterne – dieses Drama gehört auf jeden Fall zu meinen Highlights des Jahres 2026.

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Natalies göttliche Mission
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Aufgerundete 3 Sterne

Die dunkle Seite der Schokolade von Dina Casparis

Serafine Montalin wird als interne Ermittlerin im Schokoladenkonzern „CacaoBest“ eingestellt. Als Lebensmittelchemikerin und Juristin mit Doktortitel bringt sie das richtige Rüstzeug mit. Ihr heimliches Ziel ist, den vermeintlichen Unfalltod ihres Vaters aufzuklären. Bei ihren Ermittlungen, auch in Bezug auf den Übernahmekampf um die Schokoladenfabrik „Chocolat Grison“, stösst sie auf düstere Kapitel der Vergangenheit…

Erster Eindruck: Das Cover, das wie eine Schokoladentafel gestaltet ist, gefällt mir sehr gut, ebenso der Buchtitel.

Serafine nimmt also einen Job als interne Ermittlerin an, scheint aber in erster Linie nur ihrem persönlichen Ziel, der Aufklärung des vermeintlichen Unfalltodes ihres Vaters, nachzugehen. Hat sie gedacht, sie müsste nur mal eben ein bisschen in den Archiven stöbern und ein paar Mitarbeitende befragen, und dann wüsste sie, was wirklich vor fünfzehn Jahren passiert ist? Tja, schön wärs. Der neue Job hat so seine Tücken, denn die Geschäftsführerin von „CacaoBest“ sagt nicht deutlich, was sie erwartet. Aber sie will es auf jeden Fall sofort erledigt haben. Geht klar! Und selbstverständlich sollte sich Serafine an den Dresscode halten, von dem sie jedoch meilenweit entfernt ist. Sie wird nicht von Seiten der Rechtsabteilung unterstützt: Die Chefin des Rechtsdienstes opponiert zuerst, doch dann macht sie plötzlich einen auf neue beste Freundin? Als Serafine wegen der geplanten Übernahme der „Chocolat Grison“ nach Chur reisen muss, werden viele Emotionen und Erinnerungen an die Vergangenheit aufgewühlt...

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch war für mich deutlich mehr eine Familiengeschichte als ein Krimi, d.h. mir hat die Spannung gefehlt. Es war auch nicht Cozy Crime, dafür fehlte mir der Humor. Die Geschichte zeigte interessante Details über die Schokoladenproduktion oder die Rohstoffbeschaffung, was sicherlich eine grosse Recherchearbeit bedingte. Die familiären und beruflichen Verbindungen der Montalins mit den von Vilans waren komplex, für mich mit der Zeit zu viel, zu erschlagend. Am besten hat mir Salomé, Serafines Mutter, gefallen. Von mir gibt es aufgerundete 3 Sterne.

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Aufgerundete 3 Sterne
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Märchenhaft

Cordina's Royal Family 1. Eine königliche Affäre von Nora Roberts

Cordina's Royal Family, Band 1: Prinzessin Gabriella „Brie“ de Cordina wurde entführt, konnte sich aber selbst befreien. Nun leidet sie unter Gedächtnisverlust. Ihrem Vater, Fürst Armand, ist bewusst, dass sie nach wie vor in Gefahr schwebt, denn die Entführer wurden noch nicht gefasst. Wenn sich Brie wieder erinnert, wird es brenzlig.

Der Fürst engagiert den ehemaligen Geheimagenten Reeve MacGee, der für ihre Sicherheit sorgen soll…

Erster Eindruck: Ein zum Buchtitel passendes Cover – gefällt mir.

Dies ist Band 1 der Reihe; das englische Original erschien 1986.

Ein Alptraum: Die Prinzessin wurde entführt! Glücklicherweise konnte sie entkommen, aber sie erinnert sich nicht, erkennt nicht einmal ihren Vater oder ihre beiden Brüder. Die Ärzte meinen, es ist nur eine Frage der Zeit. Eine sehr schwierige Zeit für alle. Der Fürst ist nicht nur Vater, sondern auch der Regent von Cordina. Und dabei muss er dafür sorgen, dass der Gedächtnisverlust nicht ans Licht kommt. Er engagiert Reeve MacGee, den Sohn eines langjährigen Freundes, zu Bries Sicherheit. Er hat auch einen Plan.
Der Gedächtnisverlust ist schlimm: Nicht zu wissen, wer man selbst ist oder nicht weiss, wo man aufgewachsen ist. Oder wer der Mann ist, der ihr sagt, dass er ihr Vater sei. Geduld ist nicht Bries Ding – wer kann es ihr verübeln? Sie ist zudem wenig erfreut, dass Reeve nun andauernd an ihrer Seite zu sein hat. Sie mag ihn nämlich nicht. Oder vielleicht doch ein bisschen. Ein bisschen zu sehr…

Das Buch ist vor vierzig Jahren geschrieben worden; diese Zeitspanne musste ich im Hinterkopf behalten, da sich der Schreibstil von Nora Roberts bestimmt verändert hat. Des Weiteren musste ich mir bewusst sein, dass es ein Märchen ist und die zuweilen etwas schwülstigen Formulierungen (und das Machogehabe einiger Männer) einfach so hinnehmen. Es hat mich überrascht, dass gegen aussen wenig passierte, um die Entführer zu finden (erst spät erfährt man mehr darüber, was im Hintergrund lief); das ist schade. Der Aufenthalt im fiktiven Cordina hat mir gut gefallen – 3 Sterne.

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Märchenhaft
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Spannender Showdown

Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott

Kalifornien, 1966. Margo, Beverly und Elsie sind Freundinnen. Sehr unterschiedliche Freundinnen ohne offensichtliche Gemeinsamkeiten. Bis auf diese Parallelität: Ihre Ehemänner wurden alle als Serienmörder überführt! Nun stehen sie in der Öffentlichkeit und werden täglich aufs Neue verurteilt: Wie kann eine Ehefrau nicht erkannt haben, was ihr Mann machte? Oder steckte sie mit ihm unter einer Decke? Jahre später werden mehrere Frauen brutal ermordet und die Freundinnen setzen alles daran, den Täter dingfest zu machen.

Doch wie fängt man einen Serienmörder, wenn man nicht einmal den eigenen Ehemann als solchen erkannt hatte?

Erster Eindruck: Ein neugierig machender Buchtitel, ein dazu passendes Cover – gefällt mir.

Drei absolut unterschiedliche Frauen freunden sich an, der gemeinsame Nenner lautet „Serienmörder-Ehemann“:
- Margos wesentlich älterer Mann Stephen, ein erfolgreicher Politiker, aber auch ein Serienmörder.
- Beverlys Mann Henry, gegen aussen ein liebevoller Vater und Ehemann, aber auch ein Serienmörder.
- Elsies Mann Albert, ein Lehrer, aber auch ein Serienmörder.
Margo, Bev und Elsie wissen nur zu genau, wie die anderen sich fühlen. Diese Blicke von fremden Leuten, diese Verurteilung, die Abscheu, der Vorwurf, dass sie die Taten hätten verhindern müssen. Ihre Männer haben nicht nur das Leben zahlreicher Frauen ausgelöscht, sondern auch dasjenige ihrer eigenen Ehefrauen für immer verändert.
Als die erste tote Frau gefunden wird, ist das Interesse der drei Frauen gleich geweckt. Sie wollen weitere Morde verhindern. Doch wie können sie das? Dies ist schliesslich der Job der Polizei. Es ist kein Versuch einer vergeblichen Wiedergutmachung, denn sie tragen keine Schuld an den Taten ihrer Männer. Sie wollen anderen Familien Leid ersparen.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Bei den Ermittlungen musste ich immer wieder daran denken, dass die Geschichte Mitte der 1960er Jahre spielt, wo wir noch weit von Smartphones oder Internet entfernt waren. Das waren ermittlungstechnisch ganz andere Anforderungen… Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, aber die Frauen blieben für mich etwas blass. Der Autorin ist es gelungen, unterschiedliche Fährten zu legen. Ich hatte über längere Strecken einen Verdacht, der sich jedoch nicht erhärtete. Ein spannender Showdown – gut gemacht! Von mir gibt es 4 Sterne.

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Spannender Showdown
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Schnell vorbereitet

Meine Lieblingsrezepte: Expressbacken von Dr. Oetker Verlag

Expressbacken – wenig Aufwand, viel Genuss. Dr. Oetker verspricht unkomplizierte, alltagstaugliche und gelingsichere Rezepte, die in maximal 30 Minuten zubereitet sind.

Erster Eindruck: Ein kleines handliches Buchformat, durchgängig farbig, viele schöne Fotos – gefällt mir sehr gut.

Ausprobiert
- Streuselecken, S.

36: Einfach, schnell, nur mit den Streuseln hatte ich etwas Mühe. Die Butter ist sehr gut spürbar (kein Wunder, denn die Ecken bestehen gefühlt nur aus Butter *grins*). Die Ecken sind eher trocken, haben uns dennoch gemundet (aber ich bin eh kein Streusel-Fan).
- Mango-Maracuja-Muffins, S. 60: Hier gab es bei mir die Alternative, nämlich Ananas (anstatt Mango), d.h. ich hatte sodann Ananas-Muffins. Die Muffins sind ziemlich „blond“, also hell gebacken, obwohl sie durch sind. Ich habe auf Pistazien verzichtet und stattdessen noch kleine Ananasstücke auf die Muffins verteilt. Sehr saftig, Ananas kommt gut durch, wirklich gelungen.
- Polenta-Orangen-Kuchen, S. 44: Bei mir wurde es ein Polenta-Orangen-Cake. Ich habe dieses Rezept ausgewählt, da es Polenta enthält. Ich war sehr gespannt, wie das schmeckt, denn Polenta in seiner „üblichen“ Form (gekocht bzw. als Schnitten gebraten) gehört nicht zu meinen Lieblingsspeisen. Der Kuchen war nach 52 Minuten durch (Stäbchenprobe). Mit der Joghurtcreme hat es mir sehr gut geschmeckt (ohne diese wäre der Kuchen etwas trocken). Ich habe gedacht, dass die Joghurtcreme etwas fester würde, da sie kaltgestellt werden musste. Aber nein. Von der Polenta selbst ist nicht viel zu spüren, einzig die Konsistenz deutet wohl am ehesten auf den Maisgriess hin.
- Nuss-Nougat-Hörnchen, S. 54: Es war mir schon bewusst, dass dies keine hohe Backkunst ist, aber ich hatte Lust auf eine grosse Portion Schokolade. Bei mir waren die Hörnchen 15 Minuten (anstatt 13) im Ofen. Zur Verzierung werden 250 g Kuchenglasur angegeben. Das war für mich viel zu viel. Ich habe eine Tüte Kuvertüre von 125 g geschmolzen, und davon max. die Hälfte, also ca. 60 g verwendet. Ich glaube, die Hörnchen hätte man vollständig mit Schokolade überziehen können, um diese Menge effektiv aufbrauchen zu können. Lecker, definitiv eine schnelle Nummer, aber auch sehr gehaltvoll.

Fazit
- Die Beschreibung der Rezepte ist gut nachvollziehbar, die Zutatenliste überschaubar. Die angegebenen Tipps sind hilfreich, z.B. alternative Zutaten oder eine Erweiterung des Rezepts.
- Der Titel „Expressbacken“ beziehungsweise die Original-Inhaltsbeschreibung suggerieren, dass das Backwerk in 30 Minuten fertig ist, denn es steht „Lieblingsrezepte(n), die alle in maximal 30 Minuten zubereitet sind“. Aber keines dieser Rezepte ist effektiv in 30 Minuten fixfertig, nur die Zubereitung ist maximal 30 Minuten, danach kommt die Backzeit, die bis 60 Minuten dauern kann.

Von mir gibt es 4 Sterne.

(Leider lassen sich keine Fotos anhängen.)

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Schnell vorbereitet
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Ein klarer Fall von „nichts ist klar“

Gärten, Gift und kalte Rache von Klaudia Blasl

Pauline und Berta, Band 3: Oberdistelbrunn hat sich mehr Biodiversität und sanfter Tourismus auf die Flagge geschrieben. Die Umsetzung ist jedoch alles andere als einfach, denn Veränderungen missfallen vielen. Erst recht, wenn ein Experte von auswärts kommt und ihnen erklären will, wie etwas zu machen ist.

Nach dem Fund eines Hundeskeletts ist die Aufregung gross, kurz darauf wird ein Mann vergiftet aufgefunden. Er bleibt nicht der Einzige. Pauline und Berta, Hobbygärtnerinnen mit Miss-Marple-Gen, wollen dem Täter auf die Spur kommen, bevor es weitere Opfer gibt…

Erster Eindruck: Ein aussergewöhnliches Cover, ein witziger Titel – gefällt mir.

Dies ist Band 3 der Reihe, für mich jedoch die erste Begegnung mit Pauline und Berta.

Paulines Mann macht ihr Sorgen, denn er kommt aus der Reha und verhält sich merkwürdig. Der ehemalige Couch Potato hat plötzlich sportliche Ambitionen! Da steckt bestimmt eine andere Frau dahinter! Paulines Nachbarin und Freundin Berta hat mir gut gefallen – ich konnte sie mir optisch sehr gut vorstellen.
Der Fund des Hundeskeletts bringt etwas in Gang, das ganz Oberdistelbrunn in Angst und Schrecken versetzt. Und selbstverständlich den Kommissar – Entschuldigung, selbstverständlich Hauptkommissar – wütend macht (er hat eine sehr kurze Zündschnur, das heisst, es braucht nicht viel, damit er sich in Rage redet). „Ist in diesem verdammten Kaff eine kollektive Gehirnlähmung ausgebrochen? Oder steht selbstständig denken hier schon auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tätigkeiten?“ Er war eine sehr grosse Herausforderung für meine Geduld. So ein unsympathischer, vorverurteilender Typ, das glaube ich ja nicht! Aber er scheint es mit Pauline & Co. wohl seit Band 1 nicht leicht gehabt zu haben. Aber trotzdem!

„Morde sind schon eine spannende Sache, solange es einen nicht selbst trifft.“

Dies war für mich das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Der Schreibstil war sehr blumig (logisch!), ziemlich überschwänglich (insbesondere auf die Länge hinaus), mit kreativen Vergleichen (z.B. „asthmatische Nilpferde mit Pollenallergie im Stepptanz“). Das Schwarzhumorige hat mir sehr gut gefallen; die Kenntnisse über Pflanzen und deren Wirkungen waren beeindruckend, erst recht für jemanden, der nicht gerne in der Erde buddelt oder sich täglich mit Kulturpflanzenbegleitgrün (schöne Umschreibung für Unkraut) und Nützlingen/Schädlingen beschäftigt. Eine überraschende Auflösung – 3 Sterne.

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Ein klarer Fall von „nichts ist klar“
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Auch Papa muss keine Angst haben

Papafant - Angst im Dunkeln? Ich doch nicht! von Nicola Anker

Ein Elefant ist gross, stark und hat vor nichts und niemandem Angst. Zudem ist er nämlich Papa: Papafant. Seine Kinder Rüsselchen und Tröt haben Angst im Dunkeln. Papafant erklärt ihnen, dass sie sich nicht fürchten müssen. Dafür zeigt er ihnen auch Tricks, wie sie die Angst vertreiben können.

Aber im Dunkeln sind Geräusche manchmal doch komisch und so hat plötzlich sogar der stärkste Elefant mal Angst… Für Kinder ab 3 J.; illustriert von Patrick Fix.

Erster Eindruck: Ein süsses Cover mit Papafant und seinen Kindern.

Die Familie von Papafant lebt in einem Baumhaus – wow! Ich habe nicht gewusst, dass Elefanten in Baumhäusern leben können! Und die hat als Ausgang sogar eine Rutsche, die sich um den Baumstamm windet. In einem Teil des Baumhauses sieht man Mamafant, die noch im Büro arbeitet (moderne Elefanten!) und im Badezimmer sieht man Papafant, der sich mit den Kindern fürs Bett vorbereitet. Und dazu gibt es noch ganz viele bunte Details, die zum Weiterspinnen eigener Geschichten verleiten. Die vollflächigen Illustrationen sind wunderbar und der Textanteil pro Doppelseite ist für die noch sehr junge Zielgruppe absolut passend.

„Ein bisschen Angst darf wohl jeder haben – sogar Papafant!“

Das Buch ist aus meiner Sicht mehr als gelungen: Es zeigt auf, dass die Kinder sich im Dunkeln nicht fürchten müssen, zeigt aber, dass auch ein Erwachsener – sogar der Papa! – mal Angst haben kann, und dass das in Ordnung ist. Wenn das Licht wieder angeht, sieht man, dass es bloss Schatten waren, die Angst machten. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne.

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Auch Papa muss keine Angst haben
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Komplexe Beziehungen

Das Geheimnis unseres Sommers von Sarah Morgan

Milly und Nicole waren seit frühester Kindheit die besten Freundinnen. Sie haben wunderbare Urlaube im Resort Forest Nest verbracht, das seinerzeit von Millys Mutter Connie geleitet wurde. Nun führt Milly die Geschäfte, ist geschieden und zieht Teenager Zoe alleine gross. Nicole ist nach LA gezogen und eine berühmte Schauspielerin geworden.

Seit 18 Monaten, dem Zeitpunkt ihrer Trennung von Richard, hat Milly nichts mehr von Nicole gehört. Aber trotzdem ist sie für sie da, als sie um Hilfe bittet. Aber kann Milly Nicole verzeihen, dass sie sie geghostet hat, als sie sie am meisten gebraucht hätte?

Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover, das Urlaubsgefühle vermittelt – gefällt mir sehr gut.

Die Geschichte wird aus den Blickwinkeln von mehreren Frauen erzählt, was einerseits lebendig wirkt und andererseits die Leser:innen mehr wissen lässt als die Einzelperson: Milly, Mutter Connie, Grossmutter Peggy, Tochter Zoe sowie Nicole.

Auf den ersten Blick scheint der „Fall“ glasklar zu sein: Nicole ist eine erfolgreiche Schauspielerin, ergo sie hat alles erreicht und ist glücklich. Nun ja, wenn das nur so einfach wäre. Sie ist wohl berühmt, aber sie hat dadurch auch ihre Privatsphäre verloren. Dank Social Media geht alles sofort viral und Nicole merkt, wie einsam sie in Wirklichkeit ist. Die neuesten Entwicklungen in ihrem Privatleben haben für haufenweise negative Presse, selbstverständlich einzig zu ihren Lasten, gesorgt. Sie wendet sich an Milly, obwohl sie es ihr nicht verdenken würde, wenn sie ihr nicht helfen würde. Das Wiedersehen von Milly und Nicole ist unterkühlt – Milly ist verletzt von Nicoles Verhalten. Sie versteht nicht, was seinerzeit passiert ist und warum sie alle Kontaktversuche abgeblockt hat. Und was ist jetzt passiert, dass sie um ihre Hilfe bittet? Ist ihre Freundschaft zu retten?

„Ich bin nicht genug, hatte sie gedacht. Ich werde nie genug sein.“

Es war eine sehr ruhige Geschichte, die aufzeigt, wie komplex Beziehungen sind, egal, ob es sich um romantische, freundschaftliche, familiäre oder berufliche Beziehungen handelt. Ich sage immer, dass Menschen unwahrscheinlich interessant, aber auch unwahrscheinlich kompliziert sein können. Eins eint so viele Menschen: Das Gefühl, nicht zu genügen – da spielt es keine Rolle, ob jemand bekannt oder unbekannt ist. Ich habe mich mit Millys Familie sehr wohlgefühlt und es ist schade, dass ich sie nun schon wieder verlassen muss. Am besten gefallen hat mir Nanna Peg, Millys Grossmutter. Sie scheut sich nicht, deutliche Worte zu sprechen, und schiebt dabei, wenn es eben gerade erforderlich ist, gerne ihr Alter vor – herrlich! Von mir gibt es 4 Sterne.

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Komplexe Beziehungen
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Unterhaltsam

39 Grad Mord von Jenny Lund Madsen

Hannah Krause-Bendix, Band 2: Jeder Autor träumt davon, dass das eigene Werk erfolgreich ist. So natürlich auch Hannah Krause-Bendix. Wenn es nur nicht ausgerechnet der vermaledeite Krimi wäre, den sie geschrieben hat. Warum nicht einer ihrer geliebten Romane? Sie soll Band 2 schreiben und wird dafür von ihrem Lektor nach Sizilien geschickt.

Hannah hat jedoch gar kein Interesse, einen zweiten Krimi zu schreiben. Ihre Unlust ertränkt sie im Alkohol. Kurz nach ihrer Ankunft in Italien liegt eine Leiche in der Küche. Stoff für einen Krimi? Nein, denn Hannah steht als Verdächtige im Zentrum der Ermittlungen…

Erster Eindruck: Buchtitel und -cover gefallen mir sehr gut.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Ich habe jenen zwar vor ein paar Jahren gelesen, was mir jedoch gar nicht mehr präsent war.

Der Einstieg in die Geschichte war gelungen: Hannah ist verpflichtet, ihr Buch bei möglichst vielen Gelegenheiten zu promoten, so auch bei einer TV-Sendung. Leider ist der Moderator aus Hannahs Sicht einfach zu dumm: „Kann man da nicht glatt sagen, Sie sind der Erbprinz der Dummheit?“ Sie verlässt das Studio – herrlich! Der Lektor schickt Hannah also ins Schreib-Exil nach Sizilien. Nicht schlecht, oder? Aber Hannah hat nicht nur eine Schreibblockade in Sachen Krimi, nein, sie hat auch Liebeskummer, denn ihre Geliebte Margrét ist nach wie vor verheiratet und so können sie nicht offiziell zusammen sein. Kurz nach ihrer Ankunft in Italien steckt sie schon mittendrin in einem realen Mordfall, denn in dem Haus, in dem sie übernachtet hatte, wurde die Hausherrin tot aufgefunden und deren Mann ist verschwunden! Was ist passiert? Für die Polizei ist schnell klar, dass der flüchtige Ehemann wohl der Schuldige sein wird, behält aber auch Hannah im Visier. Hannah muss den wahren Täter finden…

Hannah hat übrigens einen klitzekleinen Hang zur Übertreibung: „Gerade hatte sich alles um viertausend Prozent verschlechtert.“ Okay, wenn’s weiter nichts ist… Es kommt auch zu einem Wiedersehen mit ihrem „Hassobjekt“ Jørn Jensen, dem erfolgreichen Krimischreiber. Es gab immer wieder prekäre Situationen, in die sich Hannah selbst hineinmanövriert hatte. Die Geschichte war in erster Linie unterhaltsam (und zudem alkohollastig), aber wenig spannend – knappe 4 Sterne.

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Unterhaltsam
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Sehr informativ und unterhaltsam

Patriarchen von Alex Capus

Die Namen Lindt, Bally, Le Coultre, Maggi, Hoffmann-La Roche, Nestlé und deren Firmen sind vielen bekannt. Aber wer steckt eigentlich hinter diesen Namen? Wie begann die Geschichte der Unternehmen? Waren die Firmen gleich auf Erfolgskurs oder mussten sie lange für den Erfolg kämpfen? Alex Capus erzählt von zehn erfolgreichen Erfindern und Firmengründern.

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover – die massive Bergwelt ist beeindruckend genug.

Wie einleitend erwähnt, hat Alex Capus zehn Männer ausgewählt – ja, es sind ausschliesslich Männer, denn zu jener Zeit war das Unternehmertum doch vorwiegend in Männerhand. Der Autor hat Informationen zusammengetragen, die den Werdegang illustrieren und zudem auch gut unterhalten. Am Ende des jeweiligen Porträts gibt es eine Historie über die Familie bzw. die Firma. Hier kleine Einblicke in zwei Geschichten:
- Wer kennt die berühmte Schokolade von Lindt und Sprüngli nicht? Aber wie es dazu kam, dass diese zwei Herren zusammenkamen, war mir nicht bekannt. Über deren Verbindung schreibt Capus unter anderem: „Mit Lindt und Sprüngli waren die grösstmöglichen Gegensätze eine Verbindung eingegangen – der eine ein aristokratischer, dünkelhafter Schöngeist, der andere ein nüchterner, von zwinglianischem Arbeitsethos durchdrungener Kaufmann, dessen Familie sich mit eisernem Fleiss aus bescheidensten Verhältnissen hochgearbeitet hatte.“ Sehr interessant. Die Zusammenarbeit war schon vor über hundert Jahren nicht einfach. Lindt und Sprüngli begannen 1905 einen Rechtsstreit, der erst 1927 endete!
- Ein sehr amüsantes Detail führte zur Gründung der später weltbekannten Firma Bally: Carl Franz Bally reiste im Jahr 1850 nach Paris und wollte seiner Frau ein Paar Stiefel nach Hause bringen. Da ihm die Schuhgrösse nicht bekannt war, brachte er gleich ein Dutzend Paare mit!

Den porträtierten Herren war eines gemein: Es war nicht immer ein einfacher, gradliniger Weg. Es brauchte zuweilen sehr viel Durchhaltewillen oder nach vernichtenden Rückschlägen Mut zum Neustart; dafür zolle ich ihnen Respekt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen – 5 Sterne.

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