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Rezensionen von peedee:

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Sehr guter Reiheneinstieg

Strictly Business von Carrie Elks

Salinger Brothers, Band 1: Ava Quinn ist mit Leib und Seele Cheflektorin in einem kleinen Kinderbuchverlag in Charleston. Als sie nach ihrem Urlaub zurück ins Büro kommt, wird sie von Neuigkeiten überrumpelt: Der langjährige Vertragsleiter wurde kurzerhand in den Vorruhestand geschickt. Sein Nachfolger ist Myles Salinger.

Ausgerechnet Myles! Ava hat mit dem New Yorker Cheflektor des Medienkonzerns, der ihren Verlag aufkaufen will, schon zu tun gehabt. Es waren keine angenehmen Begegnungen. Nun kommandiert er alle herum, insbesondere Ava. Sie hat im Urlaub ihre Lebensplanung überdacht und einen Entschluss gefasst, der jedoch durch die aktuellen Entwicklungen in Gefahr zu sein scheint…

Erster Eindruck: Das Cover hebt sich von anderen Büchern ab, was ich sehr gut finde, auch wenn es mir farbtechnisch nicht so entspricht. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Ava sich im Urlaub entspannt und sich endlich zu einem Entscheid durchgerungen hat: Sie will ein Baby. Sie hat zwar keinen Vater dazu, aber eine Kinderwunschklinik kann da Abhilfe schaffen. Sie hat einen Termin vereinbart. Aber die Entwicklung im Büro bringt alles ins Wanken: Ist ihr Job in Gefahr? Was sollte sie tun, falls sie gefeuert würde? Alleinerziehend und ohne Job? Ihre Freundinnen Sophie und Lauren stehen ihr immer zur Seite. Es ist wunderbar, solche Freundinnen zu haben, die einen schon jahrelang begleiten.
Myles ist nicht begeistert, in Charleston vorübergehend die Leitung zu übernehmen. Er und Ava sind eigentlich gleichgestellt und trotzdem hat er nun das Sagen. Ava ist aber nicht jemand, der einfach so alles hinnimmt. Nein, sie kämpft für ihren Job und ihre Kolleg:innen. Die hitzigen Gespräche lassen seinen Blutdruck steigen, denn Ava gefällt ihm. Sogar sehr. Aber das darf nicht sein… Sagt wer?

Ich bin ein klein-wenig-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig und freue mich daher immer, wenn ich auf neue, gute Unterhaltung versprechende Reihen stosse. Das „Strickmuster“ bei solchen Reihen ist zwar bekannt, aber es ist stets interessant, zu sehen, wie sich die Beziehung entwickelt. Mir haben Ava und Myles sehr gut gefallen – ich finde es toll, dass die beiden nicht in ihren Zwanzigern sind, sondern Ende Dreissig/Anfang Vierzig. Die Familie von Myles hat mich begeistert und ich freue mich auf weitere Geschichten rund um die Salinger Brothers – 4 Sterne.

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Sehr guter Reiheneinstieg
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Grosse Schwermut

Maja & Natascha von Elyse Durham

Leningrad, 1958. Maja und Natascha sind Zwillingsschwestern, deren Mutter Elisaweta kurz nach der Geburt gestorben war. Ihr Vater ist unbekannt. Wie einst ihre Mutter und auch ihre Patentante leben sie für das Ballett. Sie wissen, nur der Tanz auf höchstem Niveau kann ihnen ihre Träume erfüllen: mit der Kirow-Kompanie um die Welt reisen.

Das neuste Gesetz erlaubt nur einer Person pro Familie, das Land zu verlassen. Die Schwestern sind plötzlich Konkurrentinnen – vergessen ist die jahrelang verspürte Nähe. Wer ist die Bessere? Wie weit sind sie bereit zu gehen?

Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir sehr gut (auch wenn ich keine Schutzumschläge mag).

Nach dem Prolog von 1941, in dem die Zwillinge geboren wurden, begann die Geschichte im Jahr 1958. Maja und Natascha sind an der Waganowa, der renommierten Ballettschule. Das Ziel ist allen bewusst: nach dem Abschluss in die Kirow-Kompanie zu kommen. Dafür vergiessen die Schwestern und ihre Kolleg:innen viel Blut, Schweiss und Tränen. Doch für sie scheint es in ihrem Land der einzige Weg, etwas erreichen zu können. Es ist zwar ihre Heimat, aber der Staat setzt so viele Grenzen, dass nur der Traum an ein besseres Leben – im Ausland – sie durchhalten lässt.

„Ohne Natascha zu sein, war für sie, als fehlte ihr ein Lungenflügel – und wer könnte so leben?“ (Maja)

„Ich bin müde. Müde von alldem. Müde, mich um dich zu kümmern. Müde, für dich zu sorgen, deine Gefühle zu schützen.“ (Natascha)

Ich bin weder Kennerin des Balletts noch ein Fan davon. Aber ich bekomme immer sehr gern lesetechnische Einblicke in mir unbekannte Welten, hier eben das Ballett. Es ist beeindruckend, mit welcher Leidenschaft die Eleven ihren Traum verfolgen – sie leben für das Ballett; Unfälle können jederzeit ihre Träume platzen lassen. Zwischen den einzelnen Abschnitten gab es grössere Zeitsprünge, in denen Dinge passiert sind, die mich interessiert hätten. Mir hat der Debütroman gut gefallen, wenn auch die ganze Zeit ein grosser Schwermut vorlag, der meine Lesefreude trübte. Das Ballett hat den Frauen einiges gegeben, aber noch viel mehr genommen. Es hat mich traurig gemacht, wozu die Schwestern fähig waren. Eine Tragödie für die Schwestern, aber auch für Katuscha, deren Patentante. Ihre Rolle kam für mich zu kurz. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Grosse Schwermut
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Die Königin des Pop

Beyoncé. 100 Seiten von André Boße

Beyoncé Giselle Knowles ist 1981 zur Welt gekommen. Als Beyoncé wird sie später eine grossartige Karriere machen, zuerst als Teil der Girlgroup „Destinys Child“, aber insbesondere als Solokünstlerin. Ihr Erfolg ist bis heute ungebrochen. Sie ist ein Star mit einem riesigen Imperium und entsprechend vielen Mitarbeitenden und Fans um sich.

Der „BeyHive“ (Wortspiel Beyoncé und Bienenstock) brummt. Der Autor beleuchtet auf 100 Seiten ihr Leben als Künstlerin, Unternehmerin, Ehefrau und Mutter. Und Verfechterin des Feminismus‘.

Erster Eindruck: Das Cover passt gut zu den anderen der Reihe „100 Seiten“.

Bin ich ein Beyoncé-Fan? Nein, denn ansonsten hätte ich wohl nicht zu einem solchen Büchlein gegriffen (ausser um die Fan-Literatur zu komplettieren). Ich mag ihre Musik, habe aber keine ihrer Alben zu Hause. Zu diesem Buch gibt es eine Extra-Playlist, was ich eine wunderbare Idee finde. Es ist jedoch ein (kostenloses) Spotify-Konto erforderlich, um darauf zugreifen zu können. Ich habe daher ein bisschen Musik auf Youtube angehört.

Beyoncé ist eine wandelbare Frau; sie erfindet sich und ihre Musik immer wieder neu: mal mehr Soul und R ‚n‘ B, Pop, dann mal Richtung Country – warum nicht? Wer setzt hier Grenzen? Sie wagt etwas – es kann gelingen, muss aber nicht zwangsläufig. „Manchmal verliert man. Du bist nie zu gut, zu gross oder zu smart, um nicht zu verlieren. Es passiert.“ Sie ruht sich auch nicht auf ihren Lorbeeren aus: „Wenn ich ein Ziel erreicht habe, muss ich mir schnell ein neues stecken. Die Leute haben das Beste von mir noch gar nicht gesehen. Ich selbst übrigens auch nicht.“ Diese Aussage gefällt mir.

Feminismus, das Leben als schwarze Frau, Afrokultur und Unternehmertum sind einige der behandelten Stichworte. Dies war für mich das dritte Buch aus der Reihe „100 Seiten“, nach denen über Martin Luther King und Rainer Maria Rilke – ein buntes Potpourri. Die Reihe gefällt mir, da sie einen guten Überblick über die Person (bzw. das gewählte Thema) und zudem weiterführende Literaturtipps gibt. Mir hat das Büchlein sehr gefallen; von mir gibt es 4 Sterne.

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Die Königin des Pop
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Beten nur mit Garantie?

Was bleibt, wenn Gott schweigt von Nicola Vollkommer

Was tun, wenn Gebete nicht erhört werden? Wenn Gott Nein sagt? Aber weshalb erhört Gott manche Gebete und andere nicht? Ist der/die Betende es nicht wert? Soll er/sie sich deshalb von Gott abwenden, da das Gebet nichts „gebracht“ hat? Nicola Vollkommer zitiert Beispiele aus der Bibel und zeigt auf, was nach Gottes Nein geschah.

Erster Eindruck: Das Cover entspricht leider nicht meinem Geschmack (aber es kommt ja eh auf die inneren Werte an!).

Es heisst immer, Gott ist gut. Aber wieso gibt es z.B. Kriege, unheilbare Krankheiten, zerbrechende Beziehungen? Hier zwei eindrückliche Zitate von Hiob: „Das Gute nehmen wir von Gott an, da sollten wir das Böse nicht auch annehmen?“ Und: „Egal, was geschieht, Gott hat recht, Gott lenkt, Gott hat das letzte Wort.“ Solche Aussagen beeindrucken mich sehr. Auch wenn in der heutigen Zeit todkranke Menschen oder jene, die etliche Verluste in ihrem Leben erleiden mussten, so etwas sagen.

Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht: Wie hätte ich an seiner/ihrer Stelle reagiert? Wäre ich so geduldig gewesen? Hätte ich weiterhin vertraut, auch bei einem wiederholten Nein? Wenn alles im Leben gut läuft, ist es einfach, zu glauben. Doch wenn es Krisen gibt, zeigt sich, wie stark der Glaube ist. Schon lange heisst es „höher, schneller, weiter“, d.h. wenn etwas nicht in kurzer Zeit zum Ziel führt, sollte man die Bemühungen intensivieren oder es aufgeben. Soll dies heissen, wenn ein Gebet nicht in einem Ja resultiert, ist das Beten „unnütz“? Muss ich einfach doppelt so intensiv beten? Es gibt keine „Frömmigkeit mit Rendite“. Ein schönes Bild: Ein gläubiger Mensch steht am Bankschalter und zahlt ein, z.B. 10 Gebete für ein Ja von Gott. Tja, so funktioniert es eben nicht.

Für mich war dies das dritte Buch der Autorin, nach „Am Rande der gefrorenen Welt“ sowie „Menschen, die die Welt bewegen“, welche mir beide ausgezeichnet gefallen haben. Das vorliegende Buch hat sich nicht mal eben so „runterlesen“ lassen, denn schliesslich ist es kein Roman. Die Erfahrungen aus der Bibel, bei denen Nein gesagt wurde, machen den Grossteil des Buches aus. Dabei gibt es auch Bezüge zur aktuellen Zeit, wobei ich mir gewünscht hätte, dass diese zahlreicher wären. Vielen Dank für dieses Buch und die Denkanstösse – 3 Sterne.

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Gut gebellt, Tarek!

Supernase Tarek von Frank Baumann

Der Airedale Terrier Tarek wusste nicht, dass aus ihm einmal ein Polizeihund werden würde. Hier „erzählt“ er von seiner Ausbildung und den spannenden Einsätzen, unterstützt von seinem Erziehungsberechtigten, dem Feldweibel Fabio „Gandi“ Gandolfi vom Diensthunde-Kompetenz-Zentrum Zürich. Der Autor, Frank Baumann, lässt weitere Diensthunde und Personen am anderen Ende deren Hundeleine zu Wort kommen.

Und erzählt von seinen persönlichen Erfahrungen mit Hunden.

Erster Eindruck: Ein süsser Hund auf dem Cover, ein witziger Buchtitel – sehr gut!

Ich habe zu diesem Buch gegriffen, da ich die Idee, einen Polizeihund zu „interviewen“ und diesen aus seiner Warte „erzählen“ zu lassen, klasse fand. Ich war sehr gespannt. Es war interessant, über die Auswahl der Hunderassen für den Polizeidienst zu lesen. Die Hunde werden ab Welpenalter z.B. für das Suchen von Drogen ausgebildet, für das Mantrailing (Personensuche), für Geld oder für Datenträger. Bei der ersten grossen Prüfung zeigt sich, ob der Hund wirklich für den Polizeidienst geeignet ist. Wenn einer z.B. Angst hat, über unbekannte Flächen zu laufen, wird es leider nicht schaffen. Oder wenn er sich zu sehr ablenken lässt (von anderen Menschen, Tieren, Situationen). Oder zu schreckhaft ist.

„Bleib flauschig.“ (Tarek)

Die Liebe der Hundeführer zu ihrem Tier ist sehr gut spürbar, denn obwohl der Hund Teil ihrer Arbeit ist, ist er zugleich auch Teil der Familie. Es war auch gut zu sehen, mit welcher Leidenschaft die Hundeführer ihre Arbeit ausführen (und die Vierbeiner natürlich auch!). Hundeführer kommen nach einem Arbeitstag übrigens öfters mit etlichen Hämatomen am Körper nach Hause. Wieso? Wenn sie für die Trainings als Schutzdiensthelfer den „Franzosen“ anziehen, d.h. den dick gepolsterten Anzug, und so den bösen Mann markieren und sich beissen lassen. Ups…

Was wusste ich vor dieser Lektüre über die Arbeit eines Hundeführers und dessen Hund? Nichts. Natürlich nichts. Das Buch hat mir daher interessante Einblicke in den Polizeihund-Alltag gegeben und mich zudem auch noch ausgezeichnet unterhalten. Ich fand es schön, dass auch ein paar Fotos abgebildet waren; diese machen einen solchen Bericht immer sehr viel persönlicher. Also: gut gebellt, Tarek! 5 Sterne.

[Eine Randbemerkung zum E-Book: Ich habe das Buck als E-Book gelesen und festgestellt, dass diese Namen der Dialogpartner nicht gut lesbar sind, denn sie lassen sich – auch beim Vergrössern der allgemeinen Schriftgrösse – nicht besser darstellen.]

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Gut gebellt, Tarek!
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Ein sehr schweres Thema

Grappas Treibjagd von Gabriella Wollenhaupt

Grappa, Band 2: Eine schöne Party endet in einer Tragödie. Laura Gutweil, Psychologin und beste Freundin von Maria Grappa, wurde umgebracht! Als Journalistin und Freundin ist sie es Laura schuldig, den Täter zu finden. Aufgrund Lauras Arbeit mit sexuell missbrauchten Mädchen stösst Maria auf einen geheimnisvollen „Onkel Herbert“, der Lolitas mag.

Ein Kinderschänder in Bierstadt?

Erster Eindruck: Das Cover entspricht gestalterisch so gar nicht meinem Geschmack.

Meine Buchausgabe ist von 2013, doch die Erstveröffentlichung des Buches war nochmals 20 Jahre früher. Dies nur als Hintergrundinformation, da noch von D-Mark die Rede ist oder ein Telefax eingesetzt wird. Einleitend gibt es ein Personenregister, was ich immer als hilfreich erachte.

Dies ist Band 2 einer Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Da ich erst vor wenigen Tagen Band 1 gelesen habe, war ich noch ganz in dieser Welt drin.

Maria Grappa arbeitet neu beim Bierstädter Tagblatt, nachdem das Lokalradio, wo sie vorher beschäftigt war, aufgelöst wurde. Zusammen mit Peter Jansen, ihrem Chef, feilt sie an ihren Reportagen. Ihr neuster „Fall“ ist sehr persönlich, denn die ermordete Laura war ihre beste Freundin. Und sie war sogar auf der Party dabei und hat nichts bemerkt! Sie beginnt zu recherchieren.
Mir gefällt Maria Grappa: Sie meint selbst, dass die Journalisten doch alle Zyniker seien und ihnen nichts heilig sei, bis die Story im Kasten bzw. in der Zeitung sei. Sie schämte sich. „Mindestens 30 Sekunden lang“. Oh, diese „heftige Phase der Selbsterkenntnis“ dauerte nicht sehr lange. Es war sehr amüsant, als sie sich im Kinderheim als Doktorandin vorstellte und auf die Frage der Leiterin, wer denn ihr Doktorvater sei und wo ihre Forschungsziele lägen, sie wild drauflos parlierte: „Ich hatte mich noch nie so geschwollen reden gehört und verstand kein Wort von meinem Geplapper.“ Nun ja, dann wird es wohl schwierig…

Kindsmissbrauch, Pädophilie, Spielsucht und unerwiderte Liebe sind einige der behandelten Stichworte.

Der erste Band war unterhaltsam und die ermittlerischen Fähigkeiten gingen eher auf das Konto von „Kommissar Zufall“. Der zweite Band hingegen war sehr ernsthaft mit deutlich mehr Spannung. Pädophilie ist ein sehr schwieriges Thema, das von der Autorin aus meiner Sicht jedoch gut verarbeitet wurde. Ein interessanter Showdown – 5 Sterne.

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Ein sehr schweres Thema
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Auch Pinguine müssen arbeiten

Wo Pinguine arbeiten von Barbara Drobny

Wenn Pinguine erwachsen sind, müssen sie arbeiten, genauso wie auch kleine Mädchen und kleine Jungs später einmal einen Beruf ergreifen werden. Die Autorin zeigt die Pinguine in 27 verschiedenen Berufen, die sie alle mit grosser Begeisterung ausüben. Viele Pinguine, viele Geschichten und viele Bananen.

Bananen? Ja, es sind über 80 Bananen versteckt! Ein witziges Wimmelbuch für Kinder ab 4 Jahren.

Die Autorin lässt die Pinguine an unterschiedlichsten Orten arbeiten, wie z.B. in einem Büro, in der Kita, im Museum, in einer Disco, in einem Bus, im Kino, am Strand, im Botanischen Garten, in einer Backstube oder auf dem Tennisplatz.
Auf jeder Seite gibt es viele Pinguine, die z.B. in einer Arztpraxis darauf warten, dass sie drankommen oder die in einem Museum die vielen Bilder betrachten. Kleiner Fun-Fact für Erwachsene: Im Museum ist die Banane Kunst und klebt mit einem Tape an der Wand. Wer erinnert sich nicht an diese absurde (sorry!) Kunst?

Es gibt sehr wenig Text, so dass viel Raum für eigene Geschichten bleibt. Das Wimmelbuch ist wirklich ausgesprochen detailreich und kann zuweilen fast ein bisschen zu viel sein. Eine grosse Erholung ist daher die Doppelseite mit Pelle, der als Eisfischer arbeitet – viel Eis, ein Pinguin, eine Banane (klar!), zwei Sätze Text. Das wars.

Ein sehr schönes Buch, das von mir 4 Sterne erhält.

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Auch Pinguine müssen arbeiten
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Ein unterhaltsamer Reiheneinstieg

Grappas Versuchung von Gabriella Wollenhaupt

Grappa, Band 1: Die Bierstädter Journalistin Maria Grappa ist mit Leib und Seele Verfechterin der Wahrheit. Diese präsentiert sie auch schnörkellos im Lokalradio, sehr zum Missfallen ihres Chefs. Anstatt brav über irgendwelche Nichtigkeiten des Ortes zu berichten, recherchiert sie den ungeklärten Todesfall von Richie Mansfeld, der als Gigolo gearbeitet hat.

Dabei lernt sie den Gastronomen Michael Muradt kennen und teilt nicht nur den Tisch, sondern auch bald das Bett mit ihm. Doch sagt er ihr die Wahrheit?

Erster Eindruck: Das Cover entspricht gestalterisch so gar nicht meinem Geschmack.

Meine Buchausgabe ist von 2013, doch die Erstveröffentlichung des Buches war nochmals 20 Jahre früher. Dies nur als Hintergrundinformation, da noch von D-Mark die Rede ist. Einleitend gibt es ein Personenregister, was ich immer als hilfreich erachte.

Der Einstieg in die Geschichte war ziemlich brutal – also nix mit cozy crime. Die bildliche Vorstellung des Gelesenen… da schüttelt es mich jetzt noch.

Maria Grappa ist bissig, definitiv nicht auf den Mund gefallen – was für eine Journalistin eh ungünstig wäre –, stets an der Wahrheit interessiert, und liebenswert. Michael Muradt macht bei Maria einen blendenden Eindruck: Sie ist völlig hin und weg von ihm! Der Mann sieht gut aus, weiss sich zu benehmen, ist erfolgreich, hat einen charmanten Sprachfehler, und er will sie. Sehr gut! Er kann ihr sicherlich bei ihren Ermittlungen helfen. Oder doch nicht? Sie neigt übrigens ganz und gar nicht zur Eifersucht – überhaupt nicht. Sie „brannte vor Eifersucht“! Ihre Tendenz zur Melodramatik war sehr amüsant.

Politik, Prostitution, Erpressung, Mord und Totschlag sind einige der behandelten Stichworte im fiktiven Bierstadt.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. War der Krimi spannend? Nicht wirklich. Glänzte die Hauptdarstellerin durch ihr ermittlerisches Geschick? Oh nein. Sie verglich ihr Handeln zuweilen mit den Ermittlerinnen aus TV-Krimiserien, merkte aber selbst, dass es da sehr grosse Unterschiede gab. Aber war die Geschichte denn unterhaltsam? Und ob! Von mir gibt es 4 Sterne und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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Aussergewöhnliche Situationen erfordern aussergewöhnliche Massnahmen

Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett

Oxford, Mississippi, 1933: Die Weltwirtschaftskrise ist in vollem Gange. Die unverheiratete Birdie Calhoun kommt aus dem Delta nach Oxford, um ihre Schwester Frances, die in wohlhabendere Kreise eingeheiratet hat, um Geld zu bitten. Frances will ihren Mann Rory fragen. Aber nicht sofort. Im Waisenhaus, wo sie als Freiwillige aushilft – und sodann auch Birdie – lebt die elfjährige Meg.

Ihre Mutter wollte nur etwas einkaufen gehen und kam einfach nicht wieder. Die Leiterin bereitet Meg die Hölle auf Erden. Bei Frances stürzt ihr bisheriges Leben wie ein Kartenhaus ein – war alles eine Lüge? Birdie lernt Charlie kennen, eine Frau, die viel durchgemacht hat und bereit ist, alles zu geben, um ihr Ziel zu erreichen…

Erster Eindruck: Das Buch ist mit seinen 848 Seiten schon ein ziemliches „Monster“ – so dünne und vollgeschriebene Seiten… das gibt richtig viel zu lesen. Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir (obwohl ich kein Fan von Schutzumschlägen bin).

Als ich die Tafel über die Aufnahmeregeln im Waisenhaus las, habe ich mich schon das erste Mal mächtig aufgeregt. DAS geht ja gar nicht! Nun ja, es waren eben andere Zeiten im Jahr 1933, das musste ich im Hinterkopf behalten. Die Leiterin des Waisenhauses, Mrs Garnett Pittman, ist eine Heuchlerin. Die Zustände hinter den ach so ehrenwerten Mauern des Waisenhauses sind erbärmlich. Leider gab es schon immer zu viele Menschen, die ihre Machtposition gnadenlos ausüben, um sich überlegen zu fühlen oder ihre Neigungen zu befriedigen. Meg ist eine aufgeweckte Elfjährige, deren Mutter wegging und einfach nicht zurückkehrte. Die Leiterin des Waisenhauses vergällt ihr das Leben. Es sind wirklich unzumutbare Zustände! Birdie ist 24 Jahre und wohnt – als immer noch unverheiratete Frau! – mit ihrer Mutter und Grossmutter zusammen. Als sie in die Stadt fährt, um die Familie ihrer Schwester um Geld zu bitten, fällt ihr das gar nicht leicht. Aber wovon sollen sie auch leben? Birdie ist eine sehr starke Frau. Es hat mich begeistert, wie sie im Waisenhaus auf Geheiss ihrer Schwester die Bücher auf Vordermann bringt und der Leiterin die Stirn bietet. Und sich mit Meg anfreundet – ein Lichtblick für beide. Ich habe mich lange Zeit gefragt, wer denn nun Charlie sein könnte. Da ich nicht spoilern will, sage ich hierzu nichts.

Wie weit kann oder muss man als Frau gehen, um zu überleben? Weshalb war es für viele Frauen früher so schwer? Und ist es zuweilen auch heute noch?

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Der Einstieg ins Buch fiel mir nicht so leicht, aber ich kann gar nicht genau sagen, woran es lag. Die ersten 200 Seiten haben sich ziemlich gezogen, aber danach habe ich deutlich mehr Freude an der Lektüre bekommen. Meine Favoriten des Buches waren Birdie, eine taffe, mutige Frau, die anpackte, wo es nötig war, und Mrs Tartt, Frances‘ Schwiegermutter, die so gar nicht dem Bild der „Hexe“ entsprach, wie von Frances angetönt. Der Ausgang der Geschichte hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen, aber auch hierzu will ich nichts verraten. Für diesen lesetechnischen Ausflug ins Jahr 1933 vergebe ich 4 Sterne.

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Grossartig

Mani Matter von Wilfried Meichtry

Mani Matter, „dr Bärner Giu”, Jurist, Liedermacher, Schreibender, Philosoph, ist in der Schweiz sehr bekannt, denn viele Menschen sind mit seinen berndeutschen Liedern aufgewachsen, haben diese in der Schule gesungen. Leider ist Mani Matter im Jahr 1972 mit nur 36 Jahren bei einem Autounfall tödlich verunglückt.

Zum 90. Geburtstag wurde seine Biografie erweitert und erstmals als Taschenbuch herausgegeben. Mit vielen Auszügen aus Briefen, Tagebucheinträgen und Stimmen seiner Wegbegleiter.

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit einem Foto des Porträtierten – gefällt mir gut.

Ich gehöre auch zu denen, die Mani Matters Lieder seit frühster Kindheit kennen. Als ich geboren wurde bzw. ihn und seine Musik wahrgenommen habe, war er bereits verstorben. Was haben seine Lieder an sich, dass sie noch heute populär sind? Für mich als Bernerin natürlich sicherlich die Texte auf Berndeutsch, dann die Pointiertheit, mit der er Alltäglichkeiten und Nichtigkeiten festgehalten hat, und die eingängigen, einfachen Melodien. Begleitend zur Lektüre habe ich mir wieder einmal ein paar seiner Lieder zu Gemüte geführt, wie z.B.: „Hemmige“, „I han es Zündhölzli azündt“, „Ds Lotti schilet“, „Dr Ferdinand isch gstorbe“, „Dr Eskimo“, „E Löl, e blöde Siech, e Glünggi un e Sürmel“ oder „Dr Alpeflug“. Ich war überrascht, wie viel vom Text ich noch auswendig wusste!

Ich war sehr gespannt auf Mani Matters Biografie, denn ich wusste zwar ein paar Eckdaten, aber so viel war das dann doch nicht. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass seine Mutter aus den Niederlanden stammte, sie zu Hause Französisch gesprochen haben, und sein Vater Jurist war. Mir war auch nicht bewusst, dass seine Mutter so früh verstorben ist. Oder wie er überhaupt zum Vornamen „Mani“ gekommen ist, denn schliesslich hiess er von Geburt her Hans Peter.

Mani Matter schien mir ein sehr intelligenter Mann zu sein, der stets auf der Suche war. Wonach er gesucht hat, ist wohl nicht einmal ihm selbst bewusst gewesen (dieses Gefühl des Suchens kenne ich nur zu gut). Er war sehr belesen, vielseitig interessiert (Kunst in seinen vielen Formen wie Malerei, Gesang, Gedichte, philosophische Fragen) und engagiert. Manchmal wohl ein bisschen zu aktiv, zu rastlos. Er hatte eine sehr zurückhaltende Art – er war kein Showman –, melancholisch, bescheiden.

Ein grossartiges Buch über Mani Matter, der leider viel zu früh verstarb und seine Frau und drei kleine Kinder hinterliess. Es ist berührend, dass ein Mann so viele Jahre nach seinem Tod nach wie vor so bekannt und ist und seine Lieder immer noch gerne gespielt und gesungen werden. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Grossartig