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Rezensionen von peedee:

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Magie, Liebe und Angst

Die Donovans 1. Die gefährliche Verlockung von Nora Roberts

Die Donovans, Band 1: Der erfolgreiche Drehbuchautor Nash Kirkland glaubt nicht an Magie. Nichtsdestotrotz will er für das nächste Projekt eine – aus seiner Sicht selbsternannte – Hexe, Morgana Donovan, interviewen. Sie willigt ein, sofern er bereit ist, sie und ihre Fähigkeiten zu respektieren.

Als sie ihm ihre Künste demonstriert, hält er diese für verblüffende, äusserst gutgemachte Tricks. Sie spüren die gegenseitige Anziehungskraft, aber auch Angst. Können sie einander vertrauen?

Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover – aufgrund der Farbgebung und der Kerzen vermittelt es eine romantische Stimmung.

Dies ist Band 1 der Reihe um die Donovans. Im vorliegenden Band ist Morgana Donovan die weibliche Hauptperson. Morgana, Sebastian und Anastasia sind die Donovan-Cousins – ihre Väter sind Drillinge, die wiederum Drillingsschwestern geheiratet haben und sodann je ein Kind bekommen haben. Verwirrend? Und ob. Das Band der Cousins ist sehr eng. Jede/r der drei hat eigene Fähigkeiten, die ihnen mitunter auch im Weg stehen.

Morgana betreibt den Laden „Wicca“, wo sie den Kunden Kristalle und Kräuter näherbringt. Nash hat sehr viel Fantasie – nicht umsonst ist er erfolgreich mit seinen Filmprojekten. Aber er ist bodenständig, glaubt nicht an Übersinnliches. Er ist sehr überrascht, als er Morgana sieht: jung, attraktiv, offenbar erfolgreich. Sie hat weder eine Hakennase mit Warze noch reitet sie auf einem Besen.
Die Anziehungskraft ist von Beginn an spürbar, aber beide wollen ihr vorerst nicht stattgeben. Die Szenen, wo über Liebe geschrieben wurde, waren sehr schwülstig („von ihren Lippen trinken“, „ihr Körper war ein Festbankett aus schlanken Kurven“). Hier merkt man vielleicht auch, dass das Original auf Englisch bereits 1992, also vor über 30 Jahren, erschienen ist.

Das Buch war mit seinen 244 Seiten schnell ausgelesen. Der Ausgang der Geschichte war wenig überraschend, aber der Weg dorthin ist immer wieder neu. Ich bin nicht so ein Fantasy-Fan, aber wenn ich mich erstmals auf das Magische, Übernatürliche eingelassen habe, bin ich dann voll mit dabei. Es war nett für zwischendurch und ich bin gespannt auf die nächsten Bände – 3 Sterne.

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Magie, Liebe und Angst
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Ein absolutes Highlight!

Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall

England, 1955. Als Siebzehnjährige verliebt sich Beth in Gabriel. Doch es trennen sie Welten: er aus dem Herrenhaus, sie aus einfachen Verhältnissen. Nach einem Sommer voller Leidenschaft endet ihre Beziehung abrupt – das Glück ist zerbrochen. Dreizehn Jahre später wohnt Beth mit ihrem Mann Frank auf der an das Herrenhaus angrenzenden Farm.

Zusammen mit Franks Familie kümmert sie sich um Haus und Hof. Gabriel kehrt mit seinem kleinen Sohn Leo ins Dorf zurück und reisst alte Wunden auf: Beth hat ihren Sohn verloren, seinerzeit in Leos Alter. Sie spürt zudem, dass ihre Gefühle für Gabriel nach wie vor da sind und mit aller Macht beachtet werden wollen. Sie fällt eine Entscheidung und tragische Dinge nehmen ihren Lauf…

Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir (obwohl ich keine Schutzumschläge mag); die Person, die unten über die Felder läuft habe ich erst etwa beim dritten Hinsehen entdeckt.

Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen von 1955 – 1975 erzählt; der Wechsel ist jeweils gut angegeben. Gabriel wächst in einem Herrenhaus mit Eltern, die sich nicht gross kümmern, auf; Beth hingegen in einem einfachen, aber liebevollen Zuhause mit einem Lehrer-Elternpaar und einer Schwester. Die Startbedingungen für eine Beziehung sind da suboptimal. Doch die Liebe siegt – vorerst… Nach einem wunderbaren aber zu kurzen Sommer scheint alles bereits zu Ende zu sein. Keiner der beiden weiss um die Missverständnisse bzw. um die Zwietracht, die gesät wurde.
Den Leser:innen ist von vornherein bewusst, dass das Wiederaufeinandertreffen von Gabriel und Beth etwas ins Rollen bringt, was nicht mehr zu stoppen sein wird. Das Treffen steht unter einem ungünstigen Stern, denn Leos Hund ist ausgebüxt und greift die frischgeborenen Lämmer von Frank an. Leos Hund wird vor dessen Augen getötet – ein Trauma! Frank und Jimmy, dessen Bruder, sind nicht gut auf Gabriel zu sprechen, da sie selbstverständlich die Vorgeschichte kennen.

Es wird immer mal zwischendurch erwähnt, dass jemand getötet wurde und jemandem eine Gerichtsverhandlung bevorsteht. Es ist der Autorin jedoch ausgezeichnet gelungen, sehr lange im Dunkeln zu lassen, um welche Personen es geht. Und die Auflösung hat mich sehr überrascht – und noch mehr berührt! Um nicht zu spoilern, kann ich leider nicht weiter ins Detail gehen. Ein sehr intensiver Roman um Liebe und Schuld, der die 5 Sterne mehr als verdient hat!

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Ein absolutes Highlight!
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Einfach schön

Backstage von Röbi Koller

Röbi Koller, Journalist, Autor, TV- und Radiomoderator, hat in der Deutschschweiz einen hohen Bekanntheitsgrad, moderiert er doch u.a. seit achtzehn Jahren die beliebte Samstagsabendshow „Happy Day“. Da er diese Moderation nun an einen Kollegen abgibt, will er in Erinnerungen schwelgen und die Leser:innen auch hinter die Kulissen der TV-Show blicken lassen.

Erster Eindruck: Das Cover zeigt den sympathischen Autor – gefällt mir.

Röbi Koller ist mir – und vielen anderen Fernsehzuschauer:innen – sehr sympathisch (auf Berndeutsch würde man sagen „är isch e Gmögige“). Ich mag auch seine Bücher; bisher habe ich „Umwege – Von Höhenflügen, Abstechern und Sackgassen“ sowie „Dr. Nils Jent – Ein Leben am Limit“ gelesen.

Um was geht es in der Show „Happy Day”? In dieser Show, die fünfmal jährlich live gesendet wird, werden Herzenswünsche erfüllt: Da gibt es u.a. Familienzusammenführungen, für die das Team (es ist ja keine Röbi-Koller-One-Man-Show) nicht selten ans andere Ende der Welt reist; aussergewöhnliche Wünsche wie z.B. mit einem LKW nach Hamburg fahren; einen speziellen Schachtdeckel (zufälligerweise ebenfalls aus Hamburg) zu erhalten; den Schweizer Eiskunstläufer Stéphane Lambiel treffen. Also Dinge, die nicht mal eben im nächsten Supermarkt eingekauft werden können. Die Show zeigt wahre Geschichten, kommt auf 40 Prozent Marktanteil und wird von 500‘000 bis 750‘000 Menschen gesehen – das muss man zuerst mal erreichen, oder? Dazu gibt es Showacts und – eines meiner Highlights – die Umbaurubrik, wo das Team über zwei Wochen ein Zuhause herrichtet für eine Familie, die aus persönlichen Gründen nicht in der Lage war, dies selbst zu stemmen. In dieser Show darf man keine Angst vor Emotionen haben.

Den Blick hinter die Kulissen fand ich sehr interessant, sei es von den Anfängen von „Happy Day“ oder auch von nicht realisierten Überraschungen (da die „Zielperson“ vehement abgewehrt hat, ins Fernsehen zu kommen). Da hat auch die vorgängige minutiöse Planung nichts geholfen! Vielen Dank für diese Einblicke; von mir gibt es 5 Sterne.

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Einfach schön
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Ein Auf und Ab

Sonnwendmord von Fanny Svoboda

Horvath, Band 2: Die Sonnwendfeier führt dazu, dass das ganze Wachauer Dorf auf den Beinen ist. Doch dabei wird die Leiche der Arzthelferin Christel Hulatsch im Feuer entdeckt! Krimiautor Horvaths Ehrgeiz, diesen Fall zu lösen, ist geweckt. Jemand hat jedoch etwas gegen seine Ermittlungen, wie er wiederholt zu spüren bekommt.

Horvath und seine Freundin Mimi übernehmen den Arzthelferinnen-Job, bis Dr. Freilich einen Ersatz bekommt. Ganz im Zentrum des Geschehens lässt sich prima ermitteln…

Erster Eindruck: Ein farbenfrohes, dynamisches Cover – gefällt mir ausgezeichnet!

Dies ist Band 2 einer Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Da es bei mir noch nicht lange her ist, seit ich Band 1 gelesen habe, waren mir die Protagonisten noch bestens bekannt. Hach, diese Truppe ist mehr als illuster: Der mittlerweile erfolgreiche Schriftsteller Horvath und seine esoterische Freundin Mimi, die Pachamama feiert und gerne Schulmedizin-Bashing betreibt. Maria, Horvaths Ex-Schwägerin, ist neu mit Guru Shaman, der sich mit Mimi selbstständig gemacht hat, verbandelt. Dieses Mal muss Horvath körperlich viel einstecken, aber auch seelisch erlebt er schwierige Zeiten, da er immer wieder an der Liebe seiner Mimi zweifelt. Ist er gut genug für sie? Ist er zu alt für sie? Horvath und Mimi sind so gegensätzlich, dass es für mich ein Wunder ist, dass diese zusammengefunden haben. Nun gut, das ist sicherlich für eine Krimödie wichtig, aber in echt würde mich Mimi wohl in den Wahnsinn treiben.

Der folgende Dialog von Horvath und seiner Liebsten hat mir gefallen: „Es gibt nur zwei Dinge, die nach Rauch schmecken dürfen: eine Marlboro und ein Stück Speck. / Speck verursacht Tierleid, Hase. / Aber Tofu verursacht mir Leid.“ Dem gibt es wohl nichts hinzuzufügen, oder?

Mobbing, Rache, Leben auf dem Dorf – dies sind einige der behandelten Stichworte. Durch die Dialektausdrücke fand ich mich erneut gut in der Region eingebettet. Die Spannung glich für mich jedoch den Gezeiten: Ebbe, dann wieder Flut. Mich konnte dieser Band leider nicht im gleichen Masse begeistern wie der vorherige – 3 Sterne.

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Ein Auf und Ab
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Ausschliesslich für die Arbeit leben?

Nordseefunkeln von Tanja Janz

Arbeiten, arbeiten, arbeiten. So heisst es lange Zeit für die Berliner TV-Moderatorin Lucia. Sie könnte sonst einen wichtigen Job in der Promiwelt verpassen. Dann wird sie von einem Schwächeanfall ausgebremst und zu einer Auszeit gezwungen. Auf einem Wohnungstauschportal lernt sie Felke aus St. Peter-Ording kennen und tauscht mit ihr das Zuhause.

Sie hofft auf Ruhe und Erholung. Und erhält so viel mehr, auch von Felkes Oma, die unten im Haus wohnt, und von Wilko, dem attraktiven Nachbarn mit den abenteuerlustigen Rotbunten Husumer Schweinen…

Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover, das mich gleich in Urlaubsstimmung versetzt.

Als Rettungsschwimmerin ist Felke eigentlich täglich am Wasser. Eigentlich. Denn sie war längere Zeit arbeitsunfähig, kämpfte mit Panikattacken, nachdem ein Mädchen ertrunken ist. Sie braucht eine Auszeit von St. Peter-Ording. Als TV-Moderatorin ist Lucia gewohnt, vor der Kamera zu agieren. Aber dass ausgerechnet ihr Zusammenbruch gefilmt und ins Netz gestellt wurde, macht ihr schwer zu schaffen. Sie muss für kurze Zeit weg von ihrem gewohnten Umfeld, obwohl sie Angst hat, ihren Job zu verlieren, wenn sie nicht arbeitet.
Über ein Wohnungstauschportal finden die beiden Frauen zueinander und zu ihrem neuen Zuhause auf Zeit: Für Felke somit vier Wochen Berlin, für Lucia vier Wochen St. Peter-Ording mit der Bitte, ein Auge auf Felkes Oma und die Havaneser-Hündin Tiffi zu haben.

Mir hat gefallen, wie die Frauen Felke und Lucia sich gleich gut verstanden haben und die Wohnungen tauschten. Sie blieben die ganze Tauschzeit in Kontakt und haben sich so besser kennengelernt. Aber in echt dauerte es noch ein wenig, bis sie sich zum ersten Mal gegenüberstanden. Für mich wäre so ein Wohnungstausch gar nichts. Es heisst doch „My home is my castle” – das möchte ich keinen fremden Leuten überlassen. Aber es ist schön, dass andere so etwas machen. Das Buch hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen, aber es gab für mich zu wenig Ecken und Kanten (bzw. diese wurden zu schnell glattgeschliffen). Ich fand es sehr schön, dass Lucia gleich so guten Anschluss in SPO gefunden hat, zudem haben mir die Oma und Tiffi sehr gefallen. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Schöne Inputs für Pausen in der digitalen Welt

Ich bin dann mal da von Christina Schöffler

Die immer mehr digitalisierte Welt erlaubt es einem (fast) nicht, sich dem zu widersetzen, ist man doch beruflich – und zuweilen auch in hohem Masse im privaten Umfeld – auf Computer, Internet, Whatsapp, Mails und sonstige digitale Komponenten angewiesen. Christina Schöffler erzählt in diesem Buch, welche Auswirkungen dies auf sie und ihren Alltag hat.

Sie will aufzeigen, wie sie es schafft, sich kleine analoge Lücken zu suchen (und das Smartphone auf die Reservebank verweist). Dies gelingt ihr mal besser, mal weniger gut…

Erster Eindruck: Ein Cover, das Ruhe ausstrahlt und ausserhalb der digitalen Welt stattfindet – gefällt mir sehr gut, ebenso der Buchtitel.

„Damit ich das richtig verstehe (Warum dieses Buch? – Eine Einleitung)“ hat mich amüsiert. Ja, das mag man sich fragen, was genau dieses Buch eigentlich soll. Aber die immer schneller werdende Welt scheint schier danach zu schreien, sich mal kleine Auszeiten vom Digital-Karussell zu nehmen.

Fühle ich mich durch dieses Buch angesprochen? Absolut. Ich bin grosser Fan der digitalen Möglichkeiten, die wir heutzutage haben und nutze diese auch gerne. Mit ChatGPT und KI habe ich hingegen noch so gut wie keine Erfahrungen. Greife ich zig Mal am Tag zum Smartphone, um mal noch kurz dieses und jenes nachzuschlagen? Leider auch ja. Daher wollte ich schauen, wie die Autorin dies alles managt. Im Internet, sprich in Social Media, könnte sie „Stunden – nein Tage!“ verbringen und sich im Vergleichen mit anderen selbst verlieren. Das kenne ich (ist eine „Dauerbaustelle“ bei mir). Und sie fühlt sich manchmal vom Leben überfordert. Wem geht das nicht so?

Folgende zwei Zitate haben mir besonders gefallen:
- „Die Stimme, die mir sagt, dass ich Gottes geliebtes Kind bin und dass sein Wohlgefallen auf meinem Leben ruht. Ich muss nichts tun oder leisten, um diese Liebe zu entfachen.“ (Christina Schöffler)
- „Gedanken wollen oft, wie Kinder und Hunde, dass du mit ihnen im Freien spazieren gehst.“ (Christian Morgenstern)

Hach, es war für mich, wie wenn wir Kaffee trinkend zusammen sässen und plauderten. Nun gut, es war eher ein einseitiges „Gespräch“. Mir hat das Buch sehr gefallen, ebenso ihr Humor. Es hat mir wohl keine bahnbrechenden Neuigkeiten gebracht – was ich aber auch nicht erwartet habe –, aber viele Inputs geliefert. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Schöne Inputs für Pausen in der digitalen Welt
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Ein Roadtrip zum Glück

Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein von Nicole Jäger

Nicole Jäger ist Comedian, Autorin, Podcasterin. Es ist zudem nicht zu übersehen, dass sie dick ist (wie sie selbst sagt). Da hilft auch keine komplett schwarze oder längsgestreifte Kleidung. Das Gewicht ist das Erste, was die anderen Menschen an ihr wahrnehmen, kommentieren und abschätzend werten.

Dies ist zumindest ihr Gefühl an schlechten Tagen. Mit diesem Buch will sie aufzeigen, dass jede/r ein Recht darauf hat, glücklich zu sein – unabhängig von Aussehen, Status, Vermögen, etc. Sie versuchte, ihr Glück bzw. sich selbst auf einem Roadtrip ans Meer wiederzufinden.

Erster Eindruck: Ein schönes Cover, ein motivierender Buchtitel – gefällt mir.

Dies ist mein zweites Buch der Autorin nach „Die Fettlöserin“, was mir seinerzeit sehr gut gefallen hat. Das Buch „Nicht direkt perfekt“ liegt noch auf meinem SUB. Nun also „Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein“:

Nicole ist mir sehr sympathisch. „Ich liebe Planung, weil sie mir das Gefühl von Sicherheit gibt. Sicherheit ist toll, weil Sicherheit mit Schutz gleichzusetzen ist.“ Ach ja, das kenne ich. Ich lebe (und bleibe) auch gerne in meiner Komfortzone, denn da kenne ich mich aus. Alleine einen Roadtrip ans Meer zu machen, wäre nichts für mich. Einfach so losfahren, ohne Planung, ohne gar nichts? Aber lesetechnisch bin ich gerne dabei.
Als Comedian und Autorin, wo man öffentlich auftreten muss, ist man „automatisch“ eine extrovertierte Person, oder? Falsch. Nicole meint dazu, dass sie in ihrem Job zwar offen ist, aber abseits der Bühne sehr introvertiert. Und mit vielen Alltagssituationen zu kämpfen hat. Hätte man das gedacht? Natürlich nicht, denn schliesslich kann man den Menschen nur vor die Stirn gucken, und nicht dahinter.
Es ist verrückt, dass es Menschen gibt, die Nicole verbal angreifen, sei es in den Kommentaren in Social Media, oder einfach auf der Strasse! Na, einige Menschen werden sich sagen, dass es ja IHRE Entscheidung ist, sich der Öffentlichkeit auszusetzen. Das stimmt wohl, aber es ist absolut respekt- und niveaulos, sich so zu äussern. Als Nicole solche Situationen schildert, ist mir fast die Hutschnur hochgegangen! Ich hätte diesen Hatern am liebsten so was von zurückgepfeffert! Aber nein, Nicole macht das einzig Richtige und kontert nicht mit bösen Worten. Bravo!

Wer es kennt, mit Selbstzweifeln zu kämpfen, wird sich in diesem Buch wiederholt angesprochen fühlen. Wer zudem noch mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat, erst recht. Und wer noch Nicoles Humor mag – Bingo! Von mir gibt es 5 Sterne.

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Ein Roadtrip zum Glück
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Sehr emotional

His Heart von Claire Kingsley

Brooke kann kaum glauben, dass sie – nach einer sehr schwierigen Kindheit – auch einmal auf der Glücksseite des Lebens steht, als sie und Liam ein Paar wurden. Doch dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu. Sebastian ist seit vielen Jahren Ringer, und zwar sehr erfolgreich. Beim letzten Kampf um die Staatsmeisterschaft gewinnt er zwar den Titel, verliert aber fast sein Leben.

Jahre später treffen Brooke und Sebastian aufeinander. Beide haben viel Schmerz erlebt und spüren gleich eine tiefe Verbindung. Aber Brooke scheint zu sehr in ihrer Trauer versunken – kann Sebastian ihr helfen? Oder gehen sie gemeinsam unter?

Erster Eindruck: Das Cover ist von den Farben her auffällig, ist aber nicht so mein Geschmack. Aktuell scheint es zudem in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.

Die Geschichte wird abwechselnd von Brooke und Sebastian erzählt.

Brooke hat mir sehr leid getan, und ich hätte das Kind, das sie einmal war, gerne in den Arm genommen und ihr geholfen, ein besseres Leben zu haben. Aufzuwachsen bei einer süchtigen Mutter, die immer wieder wechselnde Männer mit nach Hause bringt, alle paar Monate den Job und somit auch die Wohnung verliert, was wiederum einen Umzug zur Folge hatte, war nicht einfach für Brooke. In der Schule zudem stets eine Aussenseiterin, da sich die anderen schon lange kannten. Mit Liam, der im Nachbarshaus wohnte, ändert sich jedoch ihr Leben. Es hat mir sehr gefallen, wie Liams Familie – Eltern Harper sowie Schwester Olivia – Brooke in ihrem Kreis aufgenommen hat.
Sebastians Zukunft scheint klar: Sportlich als Ringer weiter Erfolge feiern, die Uni absolvieren, später dann einmal das Autohaus seines Vaters übernehmen. Soweit alles klar. Als Sebastian nach seinem letzten Kampf gegen Charlie, seinen stärksten Konkurrenten, zusammenbricht, ändert sich nicht nur sein eigenes Leben drastisch. Unerwartet, aber sehr schön fand ich, dass Charlie zu seinem besten Freund wird.
Über das Zusammentreffen von Brooke und Sebastian kann ich so gut wie nichts sagen, denn ich würde unnötig spoilern.

Dies war mein zweites Buch der Autorin – nach „A Very Grumpy Christmas“, was mir ausgezeichnet gefallen hat –, daher war ich sehr gespannt, wie das vorliegende Werk wohl sein würde. Und? Hach… so viele Emotionen! Es geht um Verluste, Depressionen, Ängste, Hoffnungen, aber auch um Liebe und Freundschaft. Das Buch hat sich trotz der 448 Seiten im Nu ausgelesen und ich musste die Protagonisten mit leiser Wehmut wieder ziehen lassen. Von mir gibt es 5 Sterne. Ich freue mich auf das nächste Buch!

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Sehr emotional
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Ein Neuanfang auf Amrum?

Der Duft von Kuchen und Meer von Anne Barns

Maren kann sich als alleinerziehende Mutter einer sechsjährigen Tochter keine grossen Sprünge leisten. Als ihre Oma Undine ihr ein Haus auf Amrum schenken will, ist sie völlig überwältigt: Sie wusste nicht, dass ihre Oma auf Amrum aufgewachsen ist und dort ein Haus besitzt. Warum hat sie nie über ihre Vergangenheit gesprochen? Und warum will sie nicht zurück? Maren und Leni reisen nach Amrum und sind überwältigt von der Freundlichkeit ihrer neugewonnenen Verwandten.

Doch nicht alle sind ihnen wohlgesinnt – Omas Bruder Ocke macht ihnen klar, dass sie dort nicht erwünscht seien. Maren will unbedingt herausfinden, was damals passiert ist. Kann die Insel für sie persönlich ein Neuanfang werden?

Erster Eindruck: Das Cover mit den gold-metallic glänzenden Elementen gefällt mir sehr gut.

Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt: 1946, 1956, 1970, Gegenwart. Der Wechsel in die Vergangenheit ist gut angegeben.

Als Oma Undine Maren eröffnet, dass sie ihr ihr Haus auf Amrum schenken möchte, ist das eine gewaltige Sache, denn es ist nicht „Ich-habe-Dir-da-was-Kleines“, sondern ein Riesengeschenk. Und vor allem: so unerwartet! Maren wird in jenem Moment bewusst, dass sie eigentlich nichts über Omas Vergangenheit weiss, noch nicht mal ihren Mädchennamen kennt. Doch Undine will nicht viel darüber erzählen, meint nur, dass sie nicht mehr zurückkönne. Maren müsse jedoch nach Amrum fahren, um dort über das Schicksal des Hauses zu entscheiden.
Als Konditorin liebt Maren schon von Berufes wegen das Backen. Sie freut sich, als sie im Schuppen des Hauses den alten Backtisch ihrer Urgrossmutter findet! Ihr Herz quillt fast über vor Freude – diese Freude ist auch dringend nötig, denn sie hat vor vier Jahren ihren Lebenspartner, Lenis Vater, verloren. Sie hat das Gefühl, auf Amrum zu heilen.

Leni war süss, keine Frage, hat sich aber immer deutlich älter als sechs Jahre angehört. Die Passagen auf Öömrang, dem Amrumer Friesisch, fand ich sehr gelungen, auch wenn ich diese meistens nur mit der nachgelieferten Übersetzung vollständig verstand. Das Buch war schnell ausgelesen, bot nicht wirklich Überraschendes, da das meiste doch sehr vorhersehbar war. Aber manchmal ist das für mich auch genau das Richtige. 4 Sterne.

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3 Sterne für das Debüt

Middletide - Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch

Mit grossen Hoffnungen hat Elijah vor Jahren seine Heimat und seine Jugendliebe Nakita verlassen, um in San Francisco seinen Traum – ein erfolgreicher Schriftsteller zu sein – zu verwirklichen. Nach fünfzehn Jahren kehrt er nach Point Orchards im Puget Sound zurück, da sein Vater verstorben ist.

Er ersehnt und fürchtet zugleich das Wiedersehen mit Nakita. Gibt es noch eine Chance für sie beide? Eine grausame Entdeckung scheint sein Leben zu zerstören – Elijah muss für seine Unschuld kämpfen…

Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir sehr gut (obwohl ich keine Schutzumschläge mag).

Die Autorin erzählt einleitend, dass Nakita zu der für dieses Buch erfundenen First Nation der Squalomah gehört, die im Sacred Mountain Reservat lebt. Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt: 1973/77, 1988, 1994.

1994: Zwei Fischer entdecken die Leiche einer Frau, aufgehängt an einem Baum! Wer hat dies getan? Ein Selbstmord scheint aus technischer Sicht so gut wie ausgeschlossen. Jim, der Polizist, der kurz vor der Rente ist, muss nun einen Mordfall aufklären. Hilfssheriff Jeremy, ein Jungspund, will ihm erklären, wie ein Polizist heutzutage arbeitet.
1988: Elijah ist zurück. Seine Karriere hat nie richtig Fahrt aufgenommen und sein einziges Buch „Middledtide“ wurde so gut wie gar nicht verkauft. Eine vernichtende Rezension hat Elijah seinerzeit aus dem Konzept gebracht. Doch was erwartet er von seiner alten Heimat? Er kann nicht wissen, dass „Middletide“ noch eine grosse Rolle in seinem Leben spielen wird…

„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich wahrscheinlich auch denken, dass ich es war.“ Das ist bitter, wirklich bitter! Die Hoffnungslosigkeit war gut spürbar.

Liebe, verpasste Chancen, Träume, Verluste, Rache, Krimi – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Das Vor und Zurück fand ich bei dieser Geschichte nicht so gelungen. Ich bin es durchaus gewohnt, mit wechselnden Zeitebenen umzugehen, aber hier machte es mir Mühe – eine chronologische Erzählung wäre passender gewesen. Die Hauptfiguren Elijah und Nakita blieben für mich passiv, wechselhaft, nicht greifbar. Die indigene Abstammung von Nakita war für die Geschichte nicht wirklich von Relevanz. Einfach mal ein etwas anderes Setting. Von mir gibt es für dieses Debüt 3 Sterne.

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3 Sterne für das Debüt