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Rezensionen von peedee:

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Der Adventsbaum bringt Licht

Hoffnungssterne am Adventsbaum von Brigitte Liebelt

Sommer 1846: Es ist schwer, mit der Landwirtschaft eine Familie zu ernähren, insbesondere da die Kartoffelfäule die Ernte drastisch schmälerte. Die Familie musste zusätzlich zu der schweren Arbeit auf dem Hof noch Heimarbeit annehmen, so auch Anna, die gerade die Schule beendet hatte. Ihre Tante Sophie, die als Hausmutter in der Diakonissenanstalt Kaiserswerth lebt, holt Anna zu sich, um ihr eine Ausbildung zu ermöglichen.

Im Waisenhaus wird eine neue Tradition eingeführt: der Adventsbaum. Jeden Tag werden biblische Verheissungen auswendig gelernt und auf Papiersterne geschrieben. Ein Stern wird sodann an den Baum gehängt und eine Kerze angezündet. Jeden Abend ein bisschen mehr Licht…

Erster Eindruck: Das Cover mit der jungen Frau und den einfach gekleideten Kindern rund um einen mit Papiersternen geschmückten Tannenbaum gefällt mir sehr gut.

Anna fühlt sich bei ihren Eltern nicht wohl. Es ist kein Zuhause. Es war nur ein Haus, aus dem Lachen und Liebe schon längst verschwunden sind. Verschwunden ist auch Paul, ihr Liebster. Ihr Vater hat ihn fortgejagt. Das Angebot ihrer Tante Sophie kommt gerade recht, denn schlimmer kann die Situation nicht mehr werden.
Diakonissen sind angesehene Frauen. Anna ist gleich eingeschüchtert von ihnen: Wie leicht ihnen die Arbeit von der Hand geht, wie gut sie die Bibel verstehen, wie liebevoll der Umgang mit den Waisenkindern ist. Sie kann das alles nicht. Und ausgerechnet sie soll nun dafür sorgen, dass die kleinen Kinder täglich eine Verheissung auswendig lernen – vorab muss sie den Kindern jedoch die Bibelstelle stufengerecht erzählen können. Wie soll sie das schaffen?

„Sie war gar kein Stiefkind Gottes. Er hatte einen Platz für sie vorbereitet, den sie – gerade sie – ausfüllen konnte.“

Da ich bereits den biografischen Roman „Im Dienst der Hoffnung: Friederike Fliedner“ gelesen habe, waren mir die Diakonissenanstalt und ihre Gründer, Theodor und Friederike Fliedner, nicht unbekannt. Im vorliegenden Buch ist seine erste Frau bereits verstorben und seine zweite Frau Caroline hat die Leitung des Werks übernommen. Das Buch basiert auf historischen Begebenheiten und wurde mit schriftstellerischer Freiheit um Personen ergänzt. Interessant waren die Hintergründe, die am Ende erläutert wurden, wie z.B. Theodor Fliedner, die Erfindung des Adventsbaumes oder auch das Auswendiglernen von Verheissungen. Am besten gefallen hat mir, dass vom Adventsbaum mit jedem Tag ein bisschen mehr Licht erstrahlte – 3 Sterne.

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Der Adventsbaum bringt Licht
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Lässt mich etwas ratlos zurück

Großmütter von Melara Mvogdobo

Zwei Grossmütter: Die eine Frau ist in einer wohlhabenden Familie in Kamerun aufgewachsen, die andere Frau in einer armen Schweizer Bauernfamilie. Trotz unterschiedlicher Herkunft gibt es einige Parallelen: Verlust von Hoffnung, grosse Enttäuschungen, Demütigungen, Gewalt, Absprechen der Rechte. Ihre Enkelinnen versuchen, die Entscheidungen der Grossmütter zu verstehen…

Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir leider so gar nicht (zudem mag ich keine Schutzumschläge), aber dafür hat mich die Inhaltsbeschreibung umso mehr angesprochen.

Es werden zwei Geschichten abwechslungsweise erzählt, einerseits die der Frau aus dem Emmental, und andererseits die der Frau aus Kamerun. Der Part betreffend Kamerun ist in rotbrauner Schrift verfasst. Dies hat mich überrascht, denn wenn jemand farbenblind ist, ist doch die grösste Schwäche die Rot-Grün-Problematik. Aus meiner Sicht daher nicht optimal gewählt. Ich hätte lieber Namen anstatt farbige Schriften gehabt.

Das Buch mit 128 Seiten ist nur ein Büchlein und da ist es nachvollziehbar, dass die Geschichten schnell erzählt werden müssen. Ich hatte das Gefühl, durch zwei Leben „durchzurasen“, denn schliesslich bekamen wir Einblicke in zwei Leben als junge Frauen bis sie Grossmütter sind. Es sind starke Frauen, die – trotz allem – kraftvoll ihr Leben meistern. Dann war das Buch auch schon zu Ende. Mit dem Ausgang der Geschichten habe ich nicht gerechnet; ich bleibe etwas ratlos zurück, denn ich habe nicht ganz verstanden, was die Autorin mir damit sagen wollte. Ich kann nicht ins Detail gehen, ohne zu spoilern – 4 Sterne.

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Lässt mich etwas ratlos zurück
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Grossartig!

ANNA von Annina Keller

Annas Weg als Bauerntochter im Emmental, geboren im Jahr 1869, war vorbestimmt, wie für viele junge Frauen in der damaligen Zeit: Einen Mann finden, heiraten, Kinder kriegen, hart arbeiten. Anna konnte sich dies durchaus vorstellen, und zwar mit Paul, für den ihr Herz schneller schlug. Dann durchkreuzte das Leben ihre Träume, denn der Wirt der „Krone“ in Zäziwil, wo sie arbeitete, verlor seine Frau und stand allein mit den Kindern und dem Gasthaus da.

Er bat Anna, von der Küche in die Stube zu wechseln. Anna liess ihr Pflichtbewusstsein über das Herz entscheiden und wurde sodann mit 25 Jahren Ehefrau, Mutter von acht Kindern und Wirtin. Paul war zutiefst enttäuscht und verliess die Schweiz. Es kam erst Jahrzehnte später zu einem Wiedersehen…

Erster Eindruck: Auf dem Cover eine Frau in einer Berner Tracht – gefällt mir. Der Buchtitel mit einem gespiegelten „N“ ist überraschend.

Die Autorin erzählt die Geschichte von ihrer Ururgrossmutter Anna, beginnend im Jahr 1894. Anna war eine starke Frau, die sich immer darin schickte, aus dem Vorhandenen das Beste zu machen. Auch wenn es nicht zu ihren eigenen Gunsten war. Es ist aus heutiger Sicht sehr schwer vorstellbar, den Weg, den Anna eingeschlagen hat, nachzugehen. Als 25-jährige Frau einen achtfachen Vater zu heiraten und somit von jetzt auf gleich Mutter zu sein? Das nenne ich mal ins kalte Wasser springen! Mir hat schier das Herz geblutet, als sie Paul ihre Entscheidung mitteilte – mir taten beide so leid!

„Am liebsten würde er das Leben verfluchen, Fritz eine reinhauen und Anna trotz allem heiraten. Seine liebe Anna.“

Sie schickt sich in ihr neues Leben und wächst an den Herausforderungen. Das Leben mit Fritz ist gut, doch denkt sie trotzdem immer wieder mal an Paul. Es hat sie traurig gemacht, dass er die Schweiz wegen ihr verlassen hat. Aber mit dem Schicksal zu hadern, nützt auch nichts. So vergehen die Jahre. Als Fritz verstirbt, steht plötzlich Paul wieder in der „Krone“ – was will er hier? Er sieht immer noch gut aus; die Jahre im Ausland scheinen ihm nicht geschadet zu haben…

Ich habe das Buch als E-Book gelesen. Dabei hat es einen QR-Code zu einer Website, wo zig Bilder über Anna und ihre Lieben abgebildet sind. Es lohnt sich absolut, diese anzusehen, denn so werden die Protagonisten lebendiger. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und ich sah das Ganze wie eine Gotthelf-Verfilmung vor meinem inneren Auge ablaufen. Ich habe das eine oder andere Mal tief geseufzt, kurz innegehalten, den Kopf geschüttelt oder ein Tränchen unterdrückt und dann schnell weitergelesen. Ich würde wahnsinnig gerne noch viel über Annas Leben, ihre Entscheidungen, ihre Liebe und auch ihren Mut erzählen, aber ich will nicht spoilern. Daher: unbedingt lesen! Von mir gibt es 5 Sterne.

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Grossartig!
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Ein etwas anderer Adventskalender

Meine zauberhafte Weihnachtsreise von Eva-Maria Bast; Andrea Salmen

Aurelia liebt die Weihnachtszeit, aber zugleich gerät sie leicht unter Stress, da sie sehr hohe Erwartungen an sich selbst hat. Und sich oft zu viel vornimmt, um ihren Kindern und ihrem Mann eine schöne Weihnachtszeit zu bescheren. Hilfe annehmen? Auch mal Nein sagen? Das fällt Aurelia besonders schwer.

Am Vorabend des ersten Advents wird sie vom Weihnachtsmann höchstpersönlich mit einem besonderen Adventskalender überrascht: Er nimmt sie in seinem Schlitten mit und fliegt durch Zeit und Raum, um ihr die Entstehung der Weihnachtsbräuche und die wahre Bedeutung von Weihnachten zu zeigen…

Erster Eindruck: Ein hübsches weihnächtliches Cover mit einem goldenen Buchtitel – gefällt mir.

Ich mag Weihnachtsromane sehr gerne, nicht umsonst beginne ich mit dem Lesen von Weihnachtsgeschichten bereits im August (sonst reicht die Zeit nicht, alle gewünschten weihnächtlichen Bücher zu lesen!). Bei mir dürfen diese Geschichten auch mal romantischer oder kitschiger daherkommen als im restlichen Teil des Jahres. Das vorliegende Buch ist märchenhaft, denn eine Reise mit dem Weihnachtsmann durch Zeit und Raum kann ja nur ein Märchen sein, oder?

„Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens.“

In 24 Geschichten werden diverse Bräuche vorgestellt, so zum Beispiel die Entstehung des papierenen Adventskalenders, von gläsernen Christbaumkugeln, dem Aufstellen des heute bekannten Weihnachtsbaumes, Wachskerzen und später die elektronische Baumbeleuchtung. Es wird aber auch gezeigt, wie es zum Brauch des Barbarazweiges oder zum Luciafest gekommen ist. Oder woher die Elisenlebkuchen ihren Namen haben.

„Wenn wir ständig in der Zukunft leben oder in der Vergangenheit haften, verpassen wir die Gegenwart! Und damit den Zauber des Moments.“

Da das Buch sehr viele historische Fakten beinhält, empfehle ich, es auch tatsächlich an mehreren Tagen – vielleicht effektiv in 24 Tagen? – zu lesen, ansonsten diese Fakten etwas überwältigend sein können. Aurelia und der Weihnachtsmann haben mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Botschaft, sich wieder mehr auf das Innere, anstatt das Äussere zu konzentrieren und die Wichtigkeit des Lichts. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Ein etwas anderer Adventskalender
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Schön, aber zu lang

The Love Experiment von Stephanie Perkins

Ingrid ist 29 Jahre alt, Bibliothekarin in Ridgetop, und schon seit elf Jahren mit Cory zusammen. Eine Hochzeit war nie ein Thema, aber dadurch, dass Ingrids jüngere Schwester heiraten wird, kam die Frage nach ihrer gemeinsamen Zukunft auf: ebenfalls heiraten? Wie sieht es mit Kindern aus? Eigentlich wäre das ja die „normale“ Fortsetzung der Beziehung, oder? Eigentlich… Sie waren nie in anderen Beziehungen; haben sie vielleicht etwas verpasst? Das Projekt „Love Experiment“ ist geboren: Ihre Beziehung wird für einen Monat auf Eis gelegt und sie daten andere – danach wird geheiratet.

Ingrid will unbedingt Macon daten, ihren langjährigen Bibliothekarskollegen. Die Tage verstreichen und der Monat ist um. War das Experiment ein Erfolg?

Erster Eindruck: Das Cover ist von der Gestaltung her auffällig. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht. Und für mich zudem merkwürdig, wenn nicht einmal der englische Originaltitel verwendet wird.

Als ich die Inhaltsbeschreibung gelesen habe, dachte ich nur, dass das ja wohl niemals-nie-unter-keinen-Umständen gutgehen kann. Elf Jahre zusammen und nun eine kurze Pause in der Beziehung, um ein paar Dates bzw. One-Night-Stands zu erleben? Sorry, das ist völlig absurd, aber für eine Geschichte selbstverständlich unterhaltsam.
Ingrid war mir gleich sehr sympathisch, sie liebt und lebt für Bücher. Ihr Kollege Macon ist – von Berufes wegen – auch buchverrückt, sonst würde er nicht als Bibliothekar arbeiten. Während sie eher Typ Sonnenschein ist, ist er grummelig. Aber sie ergänzen sich beruflich wunderbar. Und Ingrid will, dass es auch privat zu einem wunderbaren Match kommt. Nur muss sie davon Macon überzeugen. Das wird nicht einfach. Ganz und gar nicht!

Das Buch hat 560 Seiten – aus meiner Sicht viel zu lang, obwohl es sich flüssig hat lesen lassen. Ungefähr die ersten 30 Prozent ging es um das „Love Experiment“. Und für mich war das auch gerade der Tiefpunkt. Ich dachte, wenn das so weitergehen würde, würde mich das nur zunehmend nerven und langweilen. Glücklicherweise kam dann aber die Wende – worüber ich natürlich nichts verrate. Buchliebe, Beziehungen, psychische Erkrankung, Familie, Angst, Renovierung, Neuorientierung, Freundschaft – dies sind einige der behandelten Stichworte. Für mich war es übrigens das erste Buch, in dem zünftig gegendert wurde (they, them, their oder auch Freunde*); sehr ungewohnt. Von mir gibt es 4 Sterne.

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…und trotzdem

Vom Gegenwind getragen von Darius Braun

Als Darius Braun 15 Jahre alt ist, muss ihm ein tennisballgrosser Hirntumor entfernt werden, was ihm Sprache und Bewegung raubte. Er ist jedoch ein Kämpfer und stellt sich den Herausforderungen, die vor ihm liegen, auch wenn es immer wieder Rückschläge gibt, wie zum Beispiel ein Kletterunfall zwei Jahre später.

Viele Jahre später will er seinen Traum wahrmachen und mit dem Fahrrad die Panamericana von Kanada nach Feuerland befahren. Dabei will er auf die Arbeit der Deutschen Hirntumorhilfe aufmerksam machen, Spenden sammeln und Menschen ermutigen, die Hoffnung niemals aufzugeben. Sein Motto: …und trotzdem!

Erster Eindruck: Ein sympathischer Autor blickt einen mit einem offenen, wachen Blick auf dem Cover entgegen – gefällt mir.

Der Start der Reise in Calgary ist mehr als schwierig, denn das Fahrrad ist nicht mit Darius Braun nach Kanada mitgereist! Wo ist das Fahrrad abgeblieben? Was soll er ohne das an seine Grösse von knapp zwei Metern angepasste Fahrrad tun?
Dieses Buch ist etwas für Long-Distance-Radfahrer-Enthusiasten, die gerne unbekanntes Terrain befahren und neue Länder kennenlernen. Aber es ist auch für diejenigen, die mit Radfahren nichts am Hut haben. Der Autor zeigt auf, dass Tiefpunkte auch Chancen sind. Nicht unbedingt dann, wenn man sich noch im Tief befindet, aber ein bisschen später, wenn man den Blick auf die Situation anpassen kann. Mir hat gefallen, dass er sein Leben plötzlich mit anderen Augen sah, und zwar „nicht als Abfolge von Schicksalsschlägen, sondern als Weg, der zu etwas führt.“ Aber das ist ein grosser Blickwechsel, der einem auch erst mal gelingen muss!
Die Fakten seiner Reise sind beeindruckend – sehr schön, dass es immer wieder Fotos gibt, die seinen Erfahrungsbericht ergänzen. Hier ein paar Zahlen: 509 Tage Reise, davon 274 im Sattel verbracht. 21‘000 Kilometer gestrampelt und sagenhafte 215‘000 Höhenmeter überwunden! Er kämpfte zuweilen mit Wind und Wetter, mit rücksichtslosen Autofahrern, der Gesundheit, mit Transport- oder Fahrradproblemen, aber auch mit sich selbst und seinen selbstgestellten hohen Erwartungen.

Darius Braun hat sehr viele Leute kennengelernt und viel erlebt. Ich stelle es mir schwierig vor, nach so einem Langzeit-Solo-Erlebnis nach Hause zu kommen und wieder in einen „normalen“ Alltag – wie auch immer der aussehen mag – einzusteigen, und zwar mit Menschen, die nicht das Gleiche erlebt haben. Das Motto des Autors ist „und trotzdem“, was mir sehr gefällt. Es überrascht mich daher, dass das Buch nicht auch so genannt wurde. Ich bedanke mich für die Einblicke in diese Reise und wünsche ihm alles Gute; 4 Sterne.

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…und trotzdem
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Schade, schade

Sweeter Than Pumpkin Spice von Isabelle Popp

Sadies Vater hat sie gebeten, ihn auf der Kürbisfarm zu vertreten, da er zu seinem erkrankten Bruder reiste. Da Sadie als Textilkünstlerin gerade in einem künstlerischen Tief steckte und Luftveränderung gut täte, sagt sie zu. Sie will ihrem Vater beweisen, dass sie den grössten Kürbis aller Zeiten züchten und somit den Indiana-State-Fair-Wettbewerb gewinnen kann.

Gleich nach ihrer Ankunft verwüsten Wildschweine ihr Feld! Der immer gut gelaunte Nachbar und Neu-Kürbisfarmer Josh kommt ihr zu Hilfe. Sie will diese aber nicht…

Erster Eindruck: Ein auffallendes, herbstliches Cover mit Kürbissen. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich jedoch nicht.

Ich mag Kleinstadt-Romane sehr gerne („Gilmore Girls“ oder „Virgin River“ lassen grüssen!), daher dachte ich, dass dies hier eine unterhaltsame Geschichte werden würde. Leider nicht für mich.

Josh war mir sympathisch: Er ist aus seinem vorherigen Berufsleben ausgestiegen, nachdem er ein Burnout erlitten hat. Sein neues Ziel: Kürbisfarmer zu werden. Okay, das muss man sich leisten können, die nötigen Ländereien zu kaufen. Aber Geld für das Leben 2.0 scheint genügend da zu sein – prima. Er ist rücksichtsvoll, freundlich, aber auch zutiefst verunsichert. Sadie, Sadie, Sadie… Was soll ich nur über sie sagen? Es war wirklich sehr anstrengend mit ihr (das ist jetzt noch die diplomatische Form). Sie ist mürrisch, zynisch, hat einen vulgären Umgangston. Ich habe nicht nachvollziehen können, weshalb sie sich so gibt und überall aneckt. Bei ihr ist es nicht einfach „harte Schale, weicher Kern“, denn aus meiner Sicht kommen da zig harte Schalen, bevor irgendein weicher Kern zu finden ist – ich wurde nicht warm mit ihr.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Da mich das Buch leider nicht begeistern konnte, wird es wohl vorerst das einzige Buch von ihr bleiben. Sadies vulgäre Sprache und die zu expliziten Bett-und-wo-auch-immer-Szenen haben die Geschichte negativ überlagert – 2 Sterne.

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Stricken für den Weltrekord

Sternenfunkeln im kleinen Strickladen in den Highlands von Susanne Oswald

Der kleine Strickladen, Band 7: Maighread und Joshua wünschen sich seit längerem ein Kind. Aber es klappt einfach nicht auf Anhieb. Bei einem Arztbesuch in Glasgow sieht Maighread eine frierende Obdachlose, mit der sie ins Gespräch kommt. Sie will etwas für die Obdachlosen tun und organisiert mit Chloe und Amely ein Benefiz-Stricktreffen: „Stricken gegen die Kälte“.

Zudem will sie den Weltrekord der längsten Sockenleine nach Callwell holen. Doch das Leben durchkreuzt ihre Pläne…

Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover mit einer für Winter-/Weihnachtsromane ungewohnten Farbe – mir gefällt es.

Dies ist Band 7 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (ich bin auch erst bei Band 6 „eingestiegen“, werde aber, da ich ein klitzeklein-wenig-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig bin, die anderen Bände auch noch lesen „müssen“). Es gibt ein hilfreiches Personenregister am Ende des Buches (besser wäre es jedoch zu Beginn platziert).

Die Liebe von Maighread und Joshua ist sehr gut spürbar und es ist schön zu sehen, wie die beiden miteinander umgehen. Der bisher unerfüllte Kinderwunsch belastet das Paar sehr – Joshua bricht es schier das Herz, seine Frau so leiden zu sehen. Aber ihr Arzt hat ihnen Hoffnung auf ein Kind gegeben; jetzt müssen sie sich einfach noch gedulden. Das fällt ihnen aber sehr schwer. Der Weltrekord-Versuch lenkt sie ab, denn ein solches Unterfangen nimmt grosse Ausmasse an, schliesslich ist das angepeilte Ziel, 36‘000 Sockenpaare zu sammeln! Das heisst, 72‘000 einzelne Socken! Wow. Das Programm in puncto Weltrekord steht, privat ist auch einiges im Tun, aber das Leben hält sich nicht immer an die Pläne…

Man merkt, dass nicht nur etliche der Protagonisten „strickwütig“ sind, sondern auch die Autorin selbst. Das macht beim Lesen richtig Spass. Das Zusammentreffen mit Maighread und ihren Freunden hat mir wiederum sehr gefallen (ich mag Kleinstadt-Romane sehr gerne) und ich freue mich schon auf die Fortsetzung. 4 Sterne.

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Eine märchenhafte Liebesgeschichte

Ein irischer Buchladen zum Verlieben von Liv O'Malley

Verleger Tom Artisan aus Boston kommt unerwarteterweise zu einem grossen Erbe, das aber an Bedingungen geknüpft ist: Von seinem verstorbenen Grossonkel erhält er zwei Millionen Euro, ein altes Herrenhaus und eine kleine Buchhandlung in Primrose Cove, Irland. In Irland? Jawohl! Und er erhält all dies nur dann, wenn er vier Wochen in der Buchhandlung „Fairytale Books“, die von Maeve Murphy geleitet wird, arbeitet.

Das wird ein Klacks für Tom… oder?

Erster Eindruck: Ein sehr rosafarbenes Cover, das bereits Romantik aus allen vier Ecken verströmt – passt gut.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Maeve und Tom erzählt. Dies lässt die Leser:innen mehr wissen als die Protagonisten.

Tom hat keine Lust, in ein so winzig kleines Dorf in Irland zu fahren, um dort vier Wochen in einer Buchhandlung zu arbeiten. Aber er braucht das Geld, denn sein Verlag ist in Schieflage geraten und er unterstützt ein Waisenhaus, das vor der Schliessung steht. Maeve ist mässig erfreut, dass der neue Besitzer aus Boston anreist und dann auch noch vier Wochen mit ihr zusammenarbeiten soll. Aber das wird auszuhalten sein, wenn er dann wieder abreist und alles beim Alten bleibt.

Ich mag Kleinstadtromane sehr gerne, da mir der Zusammenhalt gefällt. Die Dorfbewohner wissen immer über alles (und über jeden!) Bescheid. Sie sind zwar nicht immer einer Meinung, aber wenn es um „ihre“ Leute geht, stehen sie zusammen – sie lassen niemanden im Stich. Michael, Maeves Vater, hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte ihn mir wunderbar vorstellen, wie er sich für sein „Seesternchen“, so der Kosename seiner Tochter, einsetzt. Bei der ersten Begegnung durfte Tom ihn Michael nennen, aber als Michael sich später über Tom ärgert, war er dann wiederum „Mr Murphy“ – herrlich! Dass es zum Happy End kommt, ist schon in der Original-Inhaltsbeschreibung angekündigt, daher ist dies nicht überraschend. Es ist – in Anlehnung an den Namen der Buchhandlung – eine märchenhafte Liebesgeschichte, die ohne echte Stolpersteine auskommt. Zwischendurch kommt es zwar zu einem kleinen Intermezzo, aber auch das ist innerhalb von ein paar Seiten wieder vergessen. Das war mir etwas zu süss, daher vergebe ich 4 Sterne.

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Einfach süss

Schlaf schön, kleiner Igel (Mini-Ausgabe) von Sophie Schoenwald

Igel machen einen Winterschlaf. Für den kleinen Igel ist es der erste Winterschlaf überhaupt. Aber bevor es soweit ist, gibt es noch viel zu tun. Kannst Du ihm dabei helfen? Ein Bilderbuch für Kinder ab 2 Jahren. Mit liebevollen Illustrationen von Nadine Reitz.

Erster Eindruck: Ein wirklich süsses Cover mit dem kleinen Igel; das Buch ist durchgehend farbig illustriert.

Das Buch ist mit seinen 26 Seiten und dem kleinen Format eher ein Büchlein, aber wohl genau richtig für die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer. Es lädt die Kleinen dazu ein, mitzumachen, indem sie z.B. in einen Laubhaufen pusten sollen, worunter sich der Igel versteckt. Oder wenn der stachelige Vierbeiner sich als Kugel zusammenrollt, soll man ihn an den Füsschen kitzeln, damit er sich wieder auseinanderrollt. Und wenn der Igel müde ist und gähnt, hält man ihm die Hand vor den Mund…

Aufgrund des geringen Seitenumfangs fällt auch meine Rezension entsprechend kurz aus. Da ich die Geschichte als E-Book gelesen habe, kann ich zu der Haptik nichts sagen. Fazit: Ein hinreissendes Buch zum Vorlesen und prima als Mitbringsel geeignet – 5 Sterne.

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