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Rezensionen von peedee:
Mit Mut gegen die Einsamkeit
Solo von Verena Steiner
Verena Steiner hat ihren Mann durch einen Unfall am Berg verloren. Nach zweieinhalb Jahren wollte sie etwas gegen die innere Leere unternehmen und ihre Lebensfreude zurückgewinnen. Sie musste herausfinden, wie sie aus der Einsamkeit herauskommt und wieder ein glückliches Leben führen kann – auch ohne ihren Partner.
Als Autorin ist sie das Recherchieren gewohnt, daher fiel ihr dies bei ihrem wohl persönlichsten Buch nicht schwer. Sie regt zum Handeln an: Jeder Tag kann genutzt werden, um an Mutprojekten zu arbeiten und die Komfortzone zu verlassen.
Erster Eindruck: Ein zurückhaltendes, bewegtes Cover – zusammen mit dem schlichten Buchtitel sehr passend.
Als ich den Untertitel „Alleinsein als Chance“ gelesen habe, dachte ich nur „ach ja, wie das?“ Einleitend schreibt die Autorin, dass das Buch alle „Solisten“, so nennt sie die Menschen, die allein sind, anspricht. Unabhängig des Alters, des Zivilstandes oder der Dauer des Sololebens. Okay, da fühle ich mich angesprochen.
Als partner-, kinder- und haustierlose Frau höre ich immer wieder mal Sprüche wie „Du hast es gut, Du kannst dieses und jenes machen, ohne auf andere Rücksicht nehmen zu müssen.“ Das wird zwar nur so dahingesagt, aber manchmal trifft mich dies. Es stimmt, dass ich allein etwas entscheiden kann. Ich kann es aber nicht nur, sondern ich MUSS. Mir fehlt der Austausch bzw. das gemeinsame Erleben in einer Partnerschaft oder Familie. Jede Lebenssituation hat zwei Seiten und es ist einfach, die Situation des Gegenüber zu bewerten, ohne zu wissen, wie es demjenigen geht.
Mir war bisher nicht bewusst, dass Einsamkeit in emotionale, soziale und existenzielle Einsamkeit unterteilt werden kann. Auf Details verzichte ich hier. Die Autorin gibt Tipps, wie man der Einsamkeit entkommen kann bzw. wie die innere Leere wieder gefüllt wird. Witzig fand ich dabei den Ausdruck, dass glückliche Allzeitsingles „nicht alle Eier in einem Korb“ haben, d.h. sie pflegen mehrere Beziehungen, unternehmen unterschiedliche Dinge, um ihr emotionales Gleichgewicht zu halten. Man soll kleinere und grössere Mutprojekte angehen, wie z.B. allein in ein Restaurant oder in ein Konzert gehen, einen Bastelkurs besuchen, einem Verein beitreten oder sich einer Reisegruppe anschliessen. Und nicht vergessen, immer wieder das Gespräch mit fremden Menschen suchen. Für mich ist es nicht schwierig, allein essen oder in ein Konzert zu gehen und banale Gespräche zu führen. Aber mir fällt es schwer, z.B. einem Verein beizutreten, denn „alle“ anderen kennen sich und ich bin „die Neue“, wohlwissend, dass das jedem zu Beginn so geht. Eine Reisegruppe wäre nichts für mich.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Es waren interessante Tipps dabei, was man der eigenen Trägheit entgegenhalten kann. Für diese Inputs bedanke ich mich – 4 Sterne.
Land und Leute, Bier und Liebe
Das kleine Zuhause in Prag von Julie Caplin
Romantic Escapes, Band 12: Anna hat die einmalige Gelegenheit, an einer mehrmonatigen Fortbildung in Sachen Bierbrauerei teilzunehmen, am Schopfe gepackt und ist nach Prag gereist. Sie freut sich, endlich ihr eigenes Bier zu entwickeln, denn genau das durfte sie in der familiengeführten Brauerei zu Hause bisher nicht.
Sie bezieht ihr Zimmer in einer wunderbaren Dachwohnung. Als ihr Mitbewohner ankommt, trifft sie beinahe der Schlag: Es ist Leo! Leo, ihr Ex-Mann! Den Mann, den sie seinerzeit verlassen hatte, bevor er sie verlassen konnte. Wie soll das nun gehen?
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir gut (passt prima zu den anderen Bänden), aber es erstaunt mich, dass nicht ein Bier abgebildet ist, da es doch um Bierbrauen geht.
Dies ist Band 12 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden.
Die Überraschung – wobei, es eher einem Schock gleichkam – war riesig: Leo ist Annas WG-Partner für die nächsten Monate! Und warum interessiert sich dieser plötzlich für das Bierbrauen? Das Wiedersehen war merkwürdig, denn Annas Freund Steve war auch dabei. Und das Pikante: Sie hat Steve nie gesagt, dass sie schon einmal für ein paar Monate verheiratet war! Schwierig, schwierig. Leo ist Mr Sunshine: Wo er auftaucht, geht gleich die Sonne auf. Er kommt leicht mit Leuten ins Gespräch. Anna hingegen hadert immer damit, ob sie wohl gut genug ist und erwartet eher das Negative. Doch jetzt hat sie nur ein Ziel vor Augen: den Wettbewerb zu gewinnen und eine Brauerei-Ausstattung mit nach Hause nehmen zu können…
Mir haben die „Adoptivnachbarn“ und neuen Freunde Michaela und Jan sehr gefallen. Sie waren unwahrscheinlich herzlich und sind den beiden Briten mit Rat und Tat zur Seite gestanden, ihnen Sehenswürdigkeiten gezeigt, Restaurants empfohlen, sie mit ihren Freunden bekannt gemacht… einfach toll! So ist die Ankunft in einem fremden Land ganz anders. Die Einblicke in das Leben in der tschechischen Hauptstadt haben mich begeistert und ich hatte das Gefühl, mit dabei zu sein (und nicht nur darüber zu lesen).
Die Geschichte über zweite Chancen war ziemlich vorhersehbar, was mich aber bei dieser Reihe weder überrascht noch stört. Mir hat sie sehr gut gefallen und meinem Romantikerherzen ebenso – 4 Sterne.
Spannungsreich
Solothurn hüllt sich in Schweigen von Christof Gasser
Dominik Dornach, Band 6: Informanten der Polizei leben gefährlich, insbesondere wenn sie in Verbindung mit einem kriminellen deutscharabischen Familienclan stehen, der sich in Solothurn breit macht. Leider sind dem Clan die Machenschaften nicht so einfach zu beweisen. Eine Informantin stirbt wenige Stunden, nachdem sie nicht zu einem vereinbarten Treffen gekommen ist.
Am nächsten Tag wird ein toter Mann aufgefunden. Die einzige Verbindung scheint der Familienclan zu sein. Dominik Dornach und sein Team nehmen die Ermittlungen auf; Dornach weiss noch nicht, dass seine Vergangenheit eine grosse Rolle spielt…
Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover mit dem Nebel, der sich über das Darunterliegende legt – gefällt mir.
Dies ist Band 6 einer Reihe; er kann ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Für mich war es ein Wiedersehen mit Altbekannten. Es ist für mich immer etwas merkwürdig, Geschichten über Solothurn zu lesen, da ich viel dort bin (selbstverständlich ist mir bekannt, dass die vorliegende Geschichte Fiktion ist, ansonsten wäre mir das „Pflaster“ viel zu heiss).
Eine Studentin, die in Solothurn wohnt, ist Informantin der Polizei. Üblicherweise ist sie pünktlich zu den Treffen gekommen, dieses Mal jedoch nicht. Sie wird schwerverletzt aufgefunden, verstirbt sodann. Die Wohnung ist verwüstet. Ein Einbruch, der ausgeartet ist? Eher nicht, da Geld herumliegt. Wer könnte es auf sie abgesehen haben? Die Ermittlungen kaum aufgenommen, wird am nächsten Tag ein weiterer Leichenfund vermeldet, dieses Mal ein Mann. Dominik Dornach und sein Team stehen vor einem grossen Rätsel. Aber sie sind ein eingespieltes Team, mit Ausnahme der neuen Staatsanwältin, die Dominik nicht leiden kann. Dies ist ein weiteres Rätsel für ihn. An dieser Beziehung muss er arbeiten, aber aktuell gilt es, die beiden Todesfälle aufzuklären.
Wie schon beim letzten Buch war auch das vorliegende sehr komplex. Wirklich ausnehmend komplex. Ich habe aufgehört, mir die ganzen Protagonisten und deren Verbindungen aufzuschreiben. Ich hatte bereits im letzten Band meinen zunehmenden Unmut mit Pia, Dominiks Tochter, bekundet: Sie ist erwachsen, alleinerziehende Mutter des kleinen Mirio, verhält sich aber zuweilen, als wäre sie ein Teenager, der keine Verantwortung hat und nur impulsiv handelt. Sie mischte wiederum zünftig mit, was die Story zwar unterhaltsamer aber auch zugleich unrealistischer machte. Sie meint, sie wisse besser als langjährige Polizisten, wie ein Fall zu lösen ist und voilà: Gefahr! Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, war spannend, aber für meinen Geschmack (und für die Ambassadorenstadt Solothurn) ein bisschen zu viel. Von mir gibt es 4 Sterne.
Traurig, aber auch schön
Ein Weihnachtsmarkt der zauberhaften Wünsche von Julia Wolkenstein
Karolina „Karo“ ist ein Zahlenmensch und bekennender Weihnachtsmuffel. Sie flüchtet seit Jahren vor dem Weihnachtsfest zu ihrer Cousine nach Italien. Dieses Mal jedoch nicht, denn Frieda, ihre beste Freundin, ist verstorben und Luise, deren geliebte Oma, ist mit ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt ganz allein.
Karo will Luise helfen, denn sie hat ihrer Ersatzoma sehr viel zu verdanken. Auf dem Weihnachtsmarkt gefällt es ihr zu ihrer Verwunderung zunehmend gut, wenn da nicht Jasper wäre, der ihrer Freundin einst das Herz gebrochen hat. Leider kann sie ihm aber auch nicht wirklich böse sein, da gewisse Gefühle erwacht sind…
Erster Eindruck: Das Cover zeigt einen Weihnachtsmarkt mit Beleuchtung und Schnee – sehr schön.
Dies war für mich das zweite Buch der Autorin nach „Weihnachtswunder im Hotel Mistelzweig“. Mir hat jenes Buch ausgezeichnet gefallen und daher war ich sehr gespannt auf das neue Buch (hier kommt es übrigens auch zu einem kurzen Verweis auf das Hotel Mistelzweig).
Hui, der Einstieg war heftig: Ein Todesfall und die Verwirrtheit von Luise. Ich dachte mir, dass das wirklich ein sehr trauriger Weihnachtsroman sein würde. Aber so ist das Leben – es nimmt nicht Rücksicht auf den Kalender. Es tat mir weh, dass Luise sich plötzlich nicht mehr erinnerte, dass Frieda verstorben war. Aber im nächsten Moment war wieder alles klar. Für Karo eine grosse Herausforderung, denn einerseits leidet sie selbst unter dem Verlust der besten Freundin, andererseits war Luise seit ihrer Kindheit ihre Ersatzoma, bei der sie viel Liebe erfahren durfte. Karo hat Urlaub und kann Luise helfen, aber was ist danach? Jasper freut sich sehr, dass Karo da ist. Er liebt die Weihnachtszeit und hat mit Karo gewettet, dass er sie auch noch zum Weihnachtsfan machen kann. Wette angenommen!
Sehr berührend war für mich der Umgang von Konrad mit Luise, in die er seit Jahrzehnten verliebt ist. Hier gab es wirklich sehr, sehr emotionale Momente… schluck… Wunderbar gefallen haben mir die Freunde, die Karo gleich in ihrem Kreis aufgenommen haben. Von mir gibt es für diesen traurigen, aber dennoch sehr schönen und auch nachdenklich machenden Weihnachtsroman 5 Sterne.
Ein Weihnachtswunder in Starwood
Schneeflockenfunkeln von Veronika Weiß
Lynn hat gekündigt und reist zu ihrer Tante Rebecca nach Starwood, wo sie ihr im Laden aushelfen will. Dabei hofft sie, die Vergangenheit endlich hinter sich lassen zu können. Beim Aussuchen des Weihnachtsbaumes trifft sie auf Miles, dessen Familie die Weihnachtsbaumfarm besitzt. Er lässt ihr Herz schneller schlagen; wenn er in ihrer Nähe ist, fühlt sie sich geborgen.
Er hat Verständnis, wenn sie nicht über ihre jüngsten Erlebnisse sprechen kann, denn auch er konnte lange nicht über seine Vergangenheit reden. Als Lynn beginnt, wieder an das Gute im Leben zu glauben, wirft ein unerwarteter Besuch sie aus der Bahn…
Erster Eindruck: Ein eher zurückhaltendes Cover, das hoffentlich glitzert (ich habe das E-Book gelesen, daher ist dies nicht ersichtlich) – gefällt mir.
Lynn kam all die Jahre immer wieder gerne nach Starwood, wo ihre Mutter aufgewachsen ist und Rebecca, deren Schwester, nach wie vor lebt. Sie hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Tante, die sie und ihre Entscheidungen immer vorbehaltlos akzeptiert, wohingegen ihre Eltern meinen, es immer besser als Lynn zu wissen. Hm…
Als Lynn für Rebecca einen Baum auswählen soll, musste ich schmunzeln, denn sie sollte unbedingt einen kaufen, der nicht perfekt ist. Also einen Baum mit Charakter. Als ich vor vielen Jahren noch Weihnachtsbäume gekauft habe, war es mir auch wichtig, einen etwas schrägen Baum zu kaufen, denn dieser musste auch geliebt werden!
Als Miles feststellt, dass Lynn gar keinen Adventskalender hat, kennt er sie erst wenige Tage. Dennoch kann er das so nicht stehen lassen: Er schenkt ihr etwas zum 1. Dezember, wovon weitere 23 gleiche Artikel (in unterschiedlicher Ausführung) bis zum 24. Dezember folgen – das mag romantisch sein, aber preislich übertrieben und auch unrealistisch. Aber ein Weihnachtsroman darf romantisch-kitschig-übertrieben sein. In diesem Buch geht es nicht nur um Romantik, sondern auch um Panik, alte Verletzungen und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Und um ein Weihnachtswunder!
Ich mag Kleinstadtromane wie „Gilmore Girls“ oder „Virgin River“ sehr gerne, denn mir gefällt der Zusammenhalt der Menschen. Auch wenn alle ihre Ecken und Kanten haben und stets über alles im Bilde sind, stehen sie füreinander ein. Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Autorin ist Mitte zwanzig und ihre Protagonisten sind im ähnlichen Alter. Sie hat eine junge Sprache: Fangirlen, Ghosten, Fandoms, creepy, Crush. Und offensichtlich eine grosse Leidenschaft für Taylor Swift; sie und ihre Songs werden zigfach erwähnt – für mich ein bisschen zu viel; 4 Sterne.
Ich liebe Santa Claus & Co.
Schneeflöckchen, Weißpfötchen von Petra Schier
Oh, oh, oh, statt ho, ho, ho! Santa Claus ist gestresst: Vor einem Jahr wurde auf den letzten Drücker ein grosser Weihnachtswunsch an ihn übermittelt, den er aufgrund eines Systemabsturzes erst jetzt entdeckt. Ein unerfüllter Weihnachtswunsch – das darf nicht sein! Xander, Fotograf und Reiseblogger, wünscht sich, dass seine beste Freundin Ellie seine Gefühle, die über eine Freundschaft hinausgehen, erwidert.
Santas Ziehen von Fäden im Hintergrund scheint zu funktionieren, nun ja, bis Patrice, ein attraktiver Anwalt, auftaucht. Santa schickt die weisse Schäferhündin Amara zu Ellie, damit sie und Xander sich gemeinsam um sie kümmern…
Erster Eindruck: Ein wie gewohnt schönes und weihnächtliches Cover – gefällt mir! Der Buchtitel ist fast ein bisschen ein Zungenbrecher.
Ich freue mich immer sehr auf das Wiedersehen mit Santa & Co., insbesondere gefällt mir, dass Santa technisch nicht etwa hinter dem Nordpol steckt, sondern up to date ist. Für das Funktionieren der Technik sind zwar seine Elfen zuständig, denn Santa ist mit seinen Gedanken zuweilen ganz woanders. Ich liebe die Frau von Santa – sie sorgt mit ihrem Charme und frischgebackenen Keksen dafür, dass alle trotz vorweihnächtlicher Hektik gutgelaunt bleiben.
Ellie und ihre Freunde Jelena, Arian und Xander sind ein verschworenes Kleeblatt. Da Xander viele Jahre beruflich unterwegs war, wurde aus dem vierblättrigen ein dreiblättriges Kleeblatt. Nun ist Xander aber wieder da. Und er will bleiben! Die erste Begegnung mit der weissen Schäferhündin Amara ist für Ellie ein Schock, denn sie hat grosse Angst vor Hunden, seit sie als Kind von einem gebissen wurde. Aber der desolate Zustand der Hündin berührt sie und drängt die Angst ein bisschen in den Hintergrund. Xander weiss nicht, wie er Ellie am besten seine Gefühle vermitteln kann, zudem hat er Angst, ihre Freundschaft zu verlieren. Also wartet er. Aber Patrice wartet nicht…
Die Geschichte hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen, war märchenhaft-romantisch-kitschig. Weihnachtszeit, Santa & Co., Liebe, Freundschaft und ein Hund, dessen Sprache wir verstehen – was will man mehr? Ach ja, nicht vergessen: Petra Schier schreibt Bücher für Erwachsene, daher gibt es zuweilen auch ein paar „heisse“ Szenen. Von mir gibt es 4 Sterne.
Liebe heisst Vertrauen
Winterträume im Château von Vivien Gilland
Das Château, Band 2: Anna hat vor kurzem den Posten der PR-Managerin im Château Romantique in Zermatt übernommen. Sie ist noch in der Probezeit. Als Gerüchte umgehen, dass ein Hoteltester bei ihnen logieren wird, ist die Anspannung gross, schliesslich will man sich im besten Lichte zeigen. Zwei Männer, Finn und Julian, reisen alleine an; einer der beiden könnte der Hoteltester sein.
Sie fühlt sich zu beiden hingezogen, doch sie muss professionell bleiben. Dieses Vorhaben wird von ihren Gefühlen stark torpediert…
Erster Eindruck: Das Cover ist das gleiche wie für Band 1, nur in einer anderen Farbgebung. Es gefällt mir gut, hat jedoch wenig von einem Château.
Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Es gibt ein umfangreiches Personenregister (ist hilfreich, aufgrund der Anzahl Namen zugleich etwas einschüchternd).
Anna hat ihren neuen Posten mit angeschlagenem Selbstbewusstsein angetreten, denn ihre letzte Anstellung endete unschön; sie war mit ihrem früheren Chef liiert. Dessen Vater, der Leiter der Hotelkette, wollte dafür sorgen, dass sie keinen Job mehr in der Hotellerie finden würde. Es läuft sehr gut für Anna, die neue Aufgabe bereitet ihr viel Freude. Als sie jedoch von dem Hoteltester hört, schrillen bei ihr alle Alarmglocken. Wer ist der Hoteltester? Ist es Finn? Oder Julian? Oder ist es jemand ganz anderes? Alles muss perfekt sein. Doch dann grätschen sich Gefühle in ihr Vorhaben… Aus meiner Sicht erliegt Anna ihren Gefühlen zu früh; sie hätte deutlich länger die professionelle Haltung bewahren müssen. Aber für die Geschichte wäre das natürlich unpassend gewesen. Es gibt einige „heisse“ Szenen, die für mich nicht in dieser Ausführlichkeit hätten präsentiert werden müssen.
Die beiden Hoteliers, Hannes und Rosie, sind wirklich Gastgeber mit Herzblut. Und es ist berührend, dass sie sich nach so vielen gemeinsamen Jahren (und der gemeinsamen Arbeit!) noch so lieben und den Partner immer wieder mit kleinen romantischen Gesten überraschen.
Die Geschichte hat sich flüssig lesen lassen und der Überall-liegt-Liebe-in-der-Luft-Ausgang hat das Romantikerherz erfreut – 4 Sterne.
Das wichtige Gleichgewicht
Organisch von Giulia Enders
Unser Körper ist ein komplexes Gebilde – das ist wohl jedem bewusst. In jedem Moment unseres Lebens laufen tausende Prozesse ab, um das Funktionieren unseres Körpers aufrechtzuerhalten. Dies alles ohne unser aktives Zutun. Einfach automatisch. Doch wenn einmal etwas aus dem Lot gerät und wir krank werden, gerät die Gesundheit in unseren Fokus.
Nur selten kann ein einzelnes Organ isoliert behandelt werden, um wieder zu gesunden. Es spielen viele Faktoren hinein, was für die Mediziner:innen die Sache nicht einfacher macht und bedingt den Blick über den Gartenzaun des eigenen medizinischen Fachbereichs hinaus.
Erster Eindruck: Ein auffälliges Cover, wenige Illustrationen – vielleicht für mich zu wenige?
Das vorliegende Buch ist ein Sachbuch für interessierte Laien. Ich habe vor zehn Jahren ihr erstes Buch über den Darm gelesen und fand es ausgezeichnet. Daher war ich sehr gespannt auf das neue Buch der Autorin, die sich auch mehr als zehn Jahre weiterentwickelt hat. Das Buch beleuchtet die Gebiete Lunge, Immunsystem, Haut, Muskeln, Gehirn. Einleitend ist jeweils eine persönliche Geschichte aufgeführt, die durch eine farbige Zeichnung von Jill Enders, der Schwester der Autorin, ergänzt wird. Diese persönlichen Geschichten haben mir sehr gut gefallen.
„Überall in unserem Körper geht es um ein Gleichgewicht und um die Frage, wie wir es halten.“
Mir hat das Buch gut gefallen, aber für mich war das Layout zu sehr Fliesstext; ich hätte mir deutlich mehr Illustrationen, Grafiken, o.ä. gewünscht, die den Text aufgelockert hätten. Es waren interessante und auch humorvolle Einblicke in das komplexe System dabei. Die Autorin erklärt z.B., welche Funktion die sichtbaren Nasenhaare haben (sie „fangen gröbere Flusen ab, indem sie einfach im Weg herumhängen“) und was ihre „Kollegen“, die sogenannten Zellhärchen, tagein tagaus tun („mit winzigen Muskeln holen sie 850-mal pro Sekunde aus und fegen die Luft“) – wow, welch‘ Action! Dazu gesellen sich selbstverständlich zig weitere „Parteien“, um Schmutz von der Nase fernzuhalten. Ein für mich sehr interessantes Thema war das Anti-Aging. Dazu schreibt sie nämlich, dass die Hautalterung im Gesicht etwa zu 80 Prozent der Sonne zuzuschreiben ist! Und dass wir uns zu wenig mit Sonnenschutz eincremen bzw. eine viel zu kleine Produktmenge verwenden (tja, da fühle ich mich wirklich ertappt!). Vielen Dank – 3 Sterne.
Das ganze Jahr Weihnachten
How My Neighbor Stole Christmas von Meghan Quinn
Cole Black lebt in Kringletown, wo das ganze Jahr Weihnachten ist. Wie bitte? Ja, Kringletown ist besessen von Lichterketten, Weihnachtsliedern und allem, was mit Weihnachten zu tun hat. Cole zieht sich – insbesondere zur effektiven Weihnachtszeit – lieber zurück. Als Storee Taylor nebenan bei deren Grosstante einzieht, ist es mit seiner Ruhe vorbei, denn sie meldet sich für den Weihnachtskringle-Wettbewerb an.
Ausgerechnet sie! Cole muss handeln – er meldet sich selbst an und will den Sieg für sich verbuchen, koste es, was es wolle…
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.
Cole und Storee kennen sich von früher. Nach zehn Jahren taucht sie plötzlich wieder in Kringletown auf. Was will sie hier? Sie zickt ihn schon mal zünftig an und er springt auch gleich darauf an. Oha, ziemlich explosiv – weit entfernt von vorweihnächtlicher Stimmung!
Jedes Kapitel fängt mit einem Gedicht an, das von einem Erzähler ist, der zuweilen auch mit Cole „diskutiert“. Diese Stellen hätte ich nicht gebraucht.
Ich mag die Weihnachtszeit, nicht umsonst lese ich ja auch schon im August die ersten Weihnachtsromane. Aber wenn ich mir vorstelle, dass in meinem Ort das ganze Jahr Weihnachtsstimmung herrscht, führt das bei mir zu Fluchtreaktionen. Das wäre mir definitiv zu viel. Aber für die Story in einer Kleinstadt ist das natürlich sehr witzig. Ich mag Kleinstadt-Geschichten sehr gerne („Gilmore Girls“ oder „Virgin River“ lassen grüssen!).
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Bewertung fällt mir nicht so leicht, aber das Buch hat mich auch verwirrt:
Die erste Hälfte des Buches ist es eine schräge Weihnachtsgeschichte, bei der Storee und Cole sich um den Sieg des Weihnachtskringle-Wettbewerbs streiten. Das war zu Beginn witzig, dann zunehmend nervend, da die Protagonisten ja schliesslich nicht mehr zehn Jahre alt waren, sondern erwachsen. Sollte man meinen. Gerade als es aus meiner Sicht wirklich drüber war, kam ein Wendepunkt mit einem sehr berührenden Moment. Schön.
Da die beiden sich mittlerweile näher kommen – was nicht überraschend war – folgten „heisse“ Szenen, für mich passend zu einem Erotikroman, aber viel zu viel für eine locker-witzig-romantische Weihnachtsgeschichte.
Am allerbesten gefallen hat mir Atlas „Max“, der beste Freund von Cole. Es ist ein wunderbares Geschenk, eine solche Freundschaft zu haben. 3 Sterne – dank Max.
Toller Einstieg
Obsession Falls von Claire Kingsley
Die Haven Brothers, Band 1: Audrey Young hat ihren Job verloren, da die Firma Mitarbeiter abbauen musste. Nie hätte sie erwartet, wieder nach Tilikum zurückzukehren, denn es fühlt sich für sie wie ein Versagen an. Die Rechnungen wollen bezahlt werden, daher ist der neue Job bei der Lokalzeitung Tilikum Tribune dennoch willkommen.
Josiah Haven arbeitet beim Nachbarhaus: Ein attraktiver, sehr schweigsamer Holzfäller-Typ, den sie als äusserst kommunikative Frau unwiderstehlich findet. Doch für Liebe hat sie keine Zeit, denn sie hat ein Problem: Sie hat das Gefühl, beobachtet zu werden, was sich bestätigt, als ein totes Eichhörnchen vor der Tür mit einer Botschaft liegt…
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut; aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich jedoch nicht.
Es hat mir sehr gefallen, über den grummeligen Josiah und die immer optimistische Audrey zu lesen. Ich musste wirklich über Josiah schmunzeln, als er immer wieder für sich – beinahe mantramässig – wiederholte “Sie war nicht mein Problem“. Nur um dann festzustellen, dass sie es eben doch war. Herrlich! Und dann Audrey: Ist es nicht süss, wenn sie sich mehr um die Eichhörnchen sorgte als um ihre eigene Sicherheit? Es muss schlimm sein, wenn jemand gestalkt wird. Dummerweise ist der Stalker den anderen immer um zwei, drei Schritte voraus! Wer hat es auf Audrey abgesehen? Und vor allem: weshalb? Josiah hat gleich einen Verdacht, nämlich den Ex-Freund von Audrey. Sie haben sich vor zig Jahren getrennt, woraufhin er kurz danach geheiratet hat. Audrey kann sich nicht vorstellen, weshalb er etwas gegen sie haben sollte. Aber sie sieht auch immer nur das Gute in den anderen…
Mir hat die Familie Haven, inklusiv der verkupplungswütigen Tante Louise, sehr gefallen. Und Max, Audreys Hund, war natürlich Zucker! Ganz und gar kein Wachhund, denn er sieht in allen Menschen nur potenzielle Spiel- und Kuschelpartner. Auch das Kleinstadtfeeling hat mir sehr gefallen.
Familie, Angst, Stalking, Optimismus, Pessimismus, Neuanfang, Liebe – dies sind einige der behandelten Stichworte des Beginns der Reihe um die Haven Brothers. Da ich ja nur ein klein-wenig-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig bin, ist mir natürlich klar, dass ich die anderen Bände auch werde lesen „müssen“. Und dazu kommt noch die Reihe um die Bailey Brothers, die ich auch noch lesen „muss“. Spass beiseite, ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt, vergebe sehr gerne 5 Sterne und freue mich auf weitere Lektüre.











