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Rezensionen von peedee:

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Disziplin ist alles

Kampfgeist von Marie Lang

Manche Teenager wollen Lehrer oder Tierärztin werden, Marie jedoch Weltmeisterin im Kickboxen! Marie Lang erzählt von ihren Anfängen im Kampfsport und wie es ihr bis an die Spitze gelang. War der Weg einfach? Nein, bestimmt nicht. Mit eiserner Disziplin geht sie ihrem Sport nach und trotz aller Erfolge wird sie von Unsicherheit und Ängsten geplagt.

Ohne Support ihres Freundes und ihrer Familie hätte sie es nicht geschafft. Aufgeschrieben mit Unterstützung von Maximilian Reich.

Erster Eindruck: Eine taffe junge Frau auf dem Cover in einer Kampfpose – gefällt mir.

Warum habe ich zu diesem Buch gegriffen? Ich hatte bisher keine Berührungspunkte mit Kickboxen oder Kampfsport jeglicher Art. Aber ich interessiere mich für Menschen und ihre Geschichten. Daher war ich sehr auf das vorliegende Buch gespannt.

Es hat mich amüsiert, als sie vom ersten Training erzählte, denn sie meinte, dass sie fix und fertig war und am nächsten Morgen mit dem schlimmsten Muskelkater ihres Lebens aufwachte. Sie konnte nicht mal schmerzfrei die Zähne putzen oder die Haare zu einem Pferdeschwanz zu binden. „Aber hey: Ich fand es grossartig!“
Im Buch gibt es immer wieder Abschnitte mit „Lesson learned“, wo z.B. erklärt wird, dass man sich nicht mit anderen vergleichen sollte. Es hat mich im ersten Moment überrascht, dass das für sie ein Thema war. Aber zugleich war es auch nichts als logisch, denn Marie ist einfach ein Mensch mit Stärken (das zeigen die zig Weltmeistertitel), aber eben auch Schwächen. Und sie sich da zuweilen auch klein macht.
Sie erwähnt die Redewendung „Die Magie geschieht ausserhalb der Komfortzone“: Das kann ich mir gut vorstellen, aber das Kickboxen ist nicht einfach nur weit ausserhalb meiner Komfortzone – es ist sozusagen bereits in einer anderen Galaxie! Wenn ich lese, wie die Wettkampfvorbereitungen in puncto Essen und Trinken sind, wird mir schier ganz anders: nur gedünstetes Hühnchen mit Brokkoli und nur eine gewisse Menge Wasser nach einem Training… So etwas ist nur mit eiserner Disziplin durchzustehen – und das hat Marie!

„Nach fünf Runden konnten sie ihre Schläge immer noch mit einer Härte abfeuern, als würde man eine Bratpfanne ins Gesicht gezimmert kriegen, während ich bloss noch in der Lage war, Wattepads zu schmeissen.“

Auch wenn sie mehrfache Weltmeisterin geworden ist, war sie nicht frei von Selbstzweifeln. Und sie war auch nicht einfach plötzlich glücklich oder fühlte sich völlig anders, als sie die Titel einheimste. Denn der Stress, das Sich-Beweisen-Müssen, nahm zu. Vielen Dank für die Einblicke in ihr Leben und in eine für mich völlig fremde Sportart – 4 Sterne.

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Disziplin ist alles
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Es läuft selten alles nach Plan

Winterzauber in der kleinen Stofftierklinik von Molly Blum

Ruby hat Stress: bei der Arbeit bei einem angesagten Londoner Modelabel, dessen Atelier von einer zweiten Cruella-de-Vil geleitet wird. Und mit ihrem Freund, der sich in erster Linie für sich selbst interessiert. Und auch in zweiter und dritter Linie. Als ihre Granny Jubilee sie bittet, in ihrer Stofftierklinik auszuhelfen, zögert Ruby nicht lange und fährt nach Cornwall.

Sie kommt zur Ruhe und beginnt, die Dinge um sie mit anderen Augen zu sehen. Dylan, dem sie bei einem Spaziergang begegnet, trägt auch dazu bei…

Erster Eindruck: Ein ziemlich üppiges Cover, aber bei Weihnachtsgeschichten darf es bei mir auch etwas kitschig-romantisch-übertrieben sein.

Der Anruf von Granny hat Ruby beunruhigt, denn wenn sie um Hilfe bittet, ist schon einiges im Argen: Ihr Mitarbeiter hat die „Cuddle Clinic“ Knall auf Fall verlassen; nun steht Weihnachten bevor und somit sehr viel Arbeit. Jubilee (toller Name!) will keine Kinder enttäuschen. Ruby muss ihr helfen – keine Frage! Ihre Atelierleitung, die eh nie lobende Worte für ihre Arbeit findet, feuert sie! Nun denn, dann soll es halt so sein. Von Seiten ihres Freundes kommt kein Support. Wieder nicht. Wann ist er eigentlich für sie da?
Ruby fand ich sehr sympathisch; ihr Freund hingegen konnte keine Punkte bei mir sammeln. Ich wurde jedoch zum Fan von Jubilee: ein warmherziger, liebevoller Mensch. Aber auch Bertha, ihre beste Freundin und seit ein paar Jahren auch WG-Partnerin, mochte ich sofort: Sie ist eher der Typ „raue Schale, weicher Kern“. Schön, wenn eine Freundschaft Jahrzehnte dauert und die beiden Frauen, nachdem sie ihre Männer verloren hatten, zusammenzogen. Die Stimmung in der Kleinstadt hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die zwei älteren Herren, die sich für die vorgenannten Freundinnen interessieren. Und da wäre ja noch Dylan, der Rubys Weg mehrfach kreuzt. Er hält sich unfreiwilligerweise in Cornwall auf und trägt viel Wut in sich…

Die Geschichte um Weihnachten, Familie, Liebe, Freundschaft und Kreativität hat sich flüssig lesen lassen und erhält von mir 5 Sterne.

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Es läuft selten alles nach Plan
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Wie immer sehr unterhaltsam

Petronella Apfelmus - Hexenschuss und Zaubernuss (Band 13) von Sabine Städing

Petronella Apfelmus, Band 13: Vor dem Müllerhaus hält ein Bus voller Kryptozoologen – Krypto… wie bitte? Es sind Forscher, die im Haspelwald nach magischen Wesen suchen wollen. Oha! Das gefällt den Waldbewohnern aber gar nicht. Und ausgerechnet jetzt muss Petronella Apfelmus, die Apfelhexe, verreisen.

Lucius, die Apfelmännchen und die Kuchenbrand-Zwillinge halten die Stellung. Als den Forschern wertvolle Gegenstände gestohlen werden, fällt der Verdacht ausgerechnet auf Herrn Kuchenbrand! Wunderbar illustriert von SaBine Büchner.

Erster Eindruck: Ein detailreich gestalteter Einband, im Innern viele schwarz-weisse Zeichnungen – sehr schön!

Dies ist Band 13 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Aber einmal Petronella-Fan, immer Petronella-Fan!

Als ich das Wort „Kryptozoologen“ zum ersten Mal gelesen habe, war mir nicht auf Anhieb klar, was diese Menschen genau erforschen: Krypto = verborgen; Zoologie = Tierkunde. Okay, aber das scheint mir ein bisschen schwierig für die noch junge Zielgruppe. Forscher, die magische Wesen suchen, wäre aus meiner Sicht ausreichend (und zugleich verständlicher) gewesen.
Petronella muss kurzerhand zu ihrer Grossmutter Roberta in den Schwarzwald reisen: Die Grossmutter hat einen Hexenschuss (!) und benötigt dringend eine Salbe, denn nicht alles lässt sich mit Zauberspruch heilen. Ich fand die Kosenamen der Grossmutter für Petronella süss: Apfelbäckchen und Apfelwürmchen.
Zu Hause spitzt sich die Situation zu: Lucius versucht, die Kristallkugel in Gang zu bringen, um Petronella anzurufen, aber schafft es trotz ihrer Anleitung nicht. Und ihre Grossmutter hat leider kein Telefon! Hexobine Höckerbein muss helfen…

Wie immer war die Geschichte viel zu schnell ausgelesen – 5 Sterne.

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Wie immer sehr unterhaltsam
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Immer wieder vertrauen

Weihnachtstrubel im kleinen Buchcafé an der Isar von Emilia Thomas

Das kleine Buchcafé, Band 3: Für Antonia ist es immer noch ein bisschen unwirklich, dass sie nun das Buchcafé von Lotte im Kapuzinerviertel in München übernehmen wird. Es war ein Riesenschritt, in die bayerische Metropole zu kommen und sich mit einem Geschäft selbstständig zu machen. Sie versucht stets, nirgendwo anzuecken, und ja nicht aufzufallen, aber als Unternehmerin wird sich dies ändern müssen.

Nebenan ist eine Riesenbaustelle, die entsprechend Lärm und Unruhe generiert; eine Brauerei soll dort eröffnen. Als der Lärm überhandnimmt, muss Antonia mit dem Inhaber sprechen: Florian, ein gestresster junger Mann, der ihr überraschenderweise bekannt vorkommt…

Erster Eindruck: Das Cover finde ich sehr schön; es passt gut zum Buchtitel.

Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden.

Lotte fällt es nicht leicht, ihr Buchcafé abzugeben, das sie über viele Jahre gehegt und gepflegt hat. Aber sie weiss, dass es an der Zeit ist, denn mit mittlerweile achtzig Jahren macht ihr die Arthrose doch mehr zu schaffen, als sie zugeben will. Sie weiss, dass das Buchcafé in fähige Hände kommt. Antonia hätte nie gedacht, dass sie einst in München ein Geschäft übernehmen würde. Ausgerechnet sie. In München! Aber der Start ist gut geglückt, denn sie konnte in eine 2er-WG einziehen und wurde gleich in den Freundeskreis ihrer Mitbewohnerin aufgenommen. Sie war ihr ganzes Leben lang immer sehr unsicher, was sicherlich auf die schwierigen Erfahrungen in der Schulzeit zurückzuführen sind. Der Jungbrauer Florian steckt viel Elan in die Eröffnung seiner Brauerei, die er mit einem Kollegen zusammen betreiben wird. Es ist alles hektisch und der Tag bräuchte doppelt so viele Stunden. Als Antonia bei ihm vorstellig wird, um sich zu beschweren, meint er, sie von irgendwoher zu kennen. Aber sie verneint…

Es hat mir leidgetan, dass sie während der Schulzeit mehrere Jahre Opfer von Mobbing war. Kein Kind sollte so etwas erleben müssen! Kein Wunder, dass sie Probleme damit hat, anderen Menschen zu vertrauen, nicht zuletzt auch wegen des Seitensprungs ihres Ex-Freundes. Sie scheint nun in München aufzublühen. Das Kapuzinerviertel wurde sehr lebhaft geschildert – schade, dass dieses nur fiktiv ist. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Eine Geschichte mit Zimt-Zucker

Der fünfte Advent von Blanca Imboden

Doris führt in dritter Generation einen kleinen Souvenirladen in Luzern. Ihr Vater ist trotz seiner fünfundachtzig Jahre immer noch mit im Laden. Doris bietet etwas Spezielles an: ein selbstgezeichnetes Porträt auf einer Christbaumkugel! Mit wenigen Strichen fängt sie das Wesen des Gegenübers ein und macht so den Käufer glücklich.

Zugleich wird der Christbaumkugelvorrat ein bisschen kleiner – ihr Vater hat einst bei einer Bestellung zehn Paletten anstatt Packungen geordert! Es kommt zu einem unerwarteten Klassentreffen mit ehemaligen Mitstudierenden aus einem Englischkurs in London vor vierzig Jahren. Das Treffen bringt unerwartete Gefühle ans Licht. Das schönste Weihnachtsgeschenk gibt es erst am fünften Advent…

Erster Eindruck: Das Cover mit einem Ausschnitt von Luzern auf (oder in) der Christbaumkugel gefällt mir sehr gut. Der Titel ist ungewöhnlich und erregt dadurch Aufmerksamkeit.

Die Geschichte hatte noch nicht mal begonnen und ich war schon innerlich berührt, nämlich durch die Widmung – schluck…

Doris hatte nie vor, den Souvenirladen zu übernehmen. Aber als sie mit zwanzig Jahren schwanger wurde, der werdende Vater jedoch kein Interesse am Nachwuchs zeigte, blieb sie in Luzern und arbeitete im Geschäft. Und die Jahre vergingen. Leider hat sie kein gutes Verhältnis zu ihrer Tochter; den fünfjährigen Enkel hat sie noch nie gesehen. Das schmerzt sehr. Sie wünscht sich nichts weiter als eine liebevolle Beziehung zu ihrer Tochter.
Eine der ehemaligen Kursteilnehmer aus London hat sich gemeldet und kurzerhand ein Klassentreffen in Luzern organisiert. Doris freut sich zwar, aber zugleich hat sie auch Angst davor. Haben alle anderen ihre Träume verwirklicht? Ist sie die Einzige, die allein ist? Es ist ihr durchaus bewusst, dass sie sich nicht mit anderen vergleichen sollte, denn jeder Lebensweg ist nun mal anders. Das kenne ich von mir nur allzu gut. Wenn ich mich mit anderen vergleiche, ziehe ich immer den Kürzeren. Dabei weiss ich nichts über die anderen, ausser dass sich einige besser „verkaufen“ können als ich. Aber an dieser Dauerbaustelle bin ich dran.

Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Das Kreieren des fünften Advents fand ich witzig und den Ausgang der Geschichte gelungen. Von mir gibt es 4 Sterne mit einer tüchtigen Portion Zimt-Zucker!

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Eine Geschichte mit Zimt-Zucker
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Karlchen entzündet ein Lichtlein

Karlchen hilft dem Weihnachtsmann, ob er will oder nicht (3) von Lisa-Marie Dickreiter; Andreas Götz

Karlchen, Band 3: Karlchen glaubt nicht mehr an den Weihnachtsmann! Wie ist das möglich? Egal, was Karlchen glaubt zu wissen, sie will, dass ihr kleiner Bruder Johann weiterhin an den Weihnachtsmann glaubt. Die Mama verkündet, dass in diesem Jahr Weihnachten ein bisschen anders wird: kleiner und feiner.

So ein Käse! Gibt’s dann etwa keine Geschenke? Karlchen will Mama helfen und den Adventskalender befüllen. Und sie will auch Weihnachten schön machen. Nicht kleiner, sondern noch viel grösser und schöner. Und ein Weihnachtswichtel muss ihr helfen. Wer ist ihr Weihnachtswichtel wider Willen? Opa! Ein Vorlesebuch ab 5 Jahren. Mit Illustrationen von Barbara Scholz.

Erster Eindruck: Ein detailreiches, farbiges Cover, bei dem es schon etliche Dinge zu entdecken gibt – gefällt mir sehr gut. Ebenso der Untertitel „ob er will, oder nicht“. Tja, lieber Weihnachtsmann, hier wird Dir einfach geholfen! Basta!

Dies ist Band 3 einer Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden; für mich war es die erste Begegnung mit Karlchen (das erklärt dann auch schon, warum ich nicht wusste, dass Karlchen ein Mädchen ist und eigentlich Karla heisst!).

Karlchens Mama will in diesem Jahr unbedingt den „goldenen Tannenbaum“ gewinnen; das ist der erste Preis im Weihnachtsmenüwettbewerb. Bisher wurde sie immer Zweite und hat schon zig silberne Tannenbäume zu Hause. Aber eben den Goldenen nicht! Für Karlchen sonnenklar, dass sie nun den Weihnachtsmann spielen wird, da es schliesslich ihre Idee war, und ihr Opa als Weihnachtswichtel helfen soll. Logisch! Aber dann meint sie, doch eher das Christkind zu sein. Und als Christkind bestimmt sie, dass sie auch der Weihnachtsmann ist. Okay. Karlchen weiss nicht, dass auf sie eine noch viel grössere Aufgabe wartet…

Für mich war es die erste Begegnung mit Karlchens Familie, aber ich habe alle gleich ins Herz geschlossen und konnte sie mir leibhaftig vorstellen. Auf jeder Doppelseite hat es farbige Zeichnungen, die die Geschichte wunderbar ergänzen. Ein bezauberndes Buch (das ich aufgrund der zum Teil langen Kapitel und der Weihnachtsmann-gibt-es-nicht-Thematik erst ab 6/7 Jahren empfehlen würde) – 5 Sterne!

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Friede, Freude… Pustekuchen!

Immer muss man selber feiern von Ellen Berg

Neles favorisierte Zeit im Jahr ist gekommen: die Weihnachtszeit. Sie liebt Weihnachten, ist aber aufgrund der vielen Verpflichtungen in dieser Zeit auch sehr angespannt. Dieses Jahr kommt noch etwas Neues dazu: Nele und ihre beiden Kinder leben nun mit Nick zusammen – einem waschechten Grinch! Warum nur haben sie vorher nie über die Weihnachtszeit gesprochen und darüber, was man sich für diese Zeit erhofft? Als ihre teuren Geschenke für die Kinder verloren gehen, spielt Nele mit ihren Freundinnen Detektiv.

Bei der Beziehungskrise kann jedoch nur noch ein Wunder helfen!

Erster Eindruck: Das Cover ist wie gewohnt detailreich und witzig – gefällt mir sehr gut. Witzig ist auch, dass als Kapitelüberschriften Weihnachtslieder gewählt wurden.

Ui, ui, ui, das wird wohl nix mit „Stille Nacht, heilige Nacht“! Nele ist völlig gestresst, aber in erster Linie von Nick, ihrem eigentlichen Traummann, der sich aber als Weihnachtshasser herausstellt! Die Stimmung ist angespannt – diplomatisch gesagt –, ach was, nennen wir es, wie es ist: sie ist unterirdisch! Neles Vorstellung von ihrer traditionellen Weihnachtsfeier wird durch Nicks Ankündigung, seine Eltern zum Sauerbraten bei sich einzuladen, torpediert. Nicks Mutter Gabriele ist ein Schwiegermonster de luxe: Sie schiebt Nele alle Schuld in die Schuhe bei der Beziehungskrise, denn an ihrem Liebling könne es ja nicht liegen – sie habe Nick zu einem prächtigen Menschen erzogen. Danke, alles klar!
Nele begegnet dem Genderwahn: Nikolaus ist passé, neu sollte es Nikolausin oder Nikomensch heissen. Auch der Schneemann, adieu! Stattdessen Schneemensch. Nicht nur das Gendern macht den Alltag schwierig, auch rund ums Essen tummeln sich Fettnäpfchen, denn die Schnitzeljagd sollte aus Rücksicht auf vegan lebende Menschen in Tofujagd umbenannt werden. Hach, das hat mich amüsiert, zugleich habe ich aber auch die Augen verdreht, denn wenn man heute den Mund aufmacht und etwas sagt, ist es sicherlich schon falsch. Schwierig…

Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und hat mir gut gefallen – 3 Sterne.

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Wer sagt die Wahrheit?

Sie sagt. Er sagt. von Ferdinand von Schirach

Wenn eine prominente Frau öffentlich verkündet, das Opfer einer Vergewaltigung geworden zu sein, schlägt dies hohe Wellen. Katharina Schlüter, erfolgreiche TV-Moderatorin, behauptet, von ihrem ehemaligen Geliebten missbraucht worden zu sein. Er bestreitet dies vehement. In der Gerichtsverhandlung steht Aussage gegen Aussage.

Wer hat Recht?

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover, das im gleichen Stil auch seine anderen Bücher schmückt – gefällt mir.

Wenn aus einem „Schäferstündchen“ zu zweit plötzlich ein Missbrauchsfall wird, der in der Presse ausgeschlachtet wird: Jede und jeder weiss etwas dazu zu berichten. Doch effektiv wissen nur die beiden, was in jener Nacht passiert ist…
Wurde sie wirklich vergewaltigt? Oder will sie sich einfach an ihm rächen und hängt ihm die Vergewaltigung an? Weshalb? Sagt sie die Wahrheit? Und warum äussert er sich nicht dazu? Weil es stimmt? Oder weil es unter seinem Niveau ist, auf falsche Anschuldigungen zu antworten? Wie reagieren die Ehepartner der beiden darauf?

Für mich war es das erste Buch des Autors, wird aber bestimmt nicht das letzte gewesen sein. Diese Erzählung wurde für den ZDF mit grossem Staraufgebot verfilmt; ich kenne diese nicht, habe nun aber Lust darauf bekommen. Die Geschichte war aufgrund der geringen Seitenzahl ziemlich schnell ausgelesen. Ich hatte das Gefühl, mit im Gerichtssaal zu sitzen und der Verhandlung beizuwohnen: Ich hörte die eine Aussage und dachte „ja, das stimmt, das könnte so gewesen sein“ und dann hörte ich die Gegenpartei und dachte wiederum „ja, auch das könnte genau so gewesen sein“. Ich schwankte somit bis zuletzt, denn es gab immer wieder ein Für und Wider den Angeklagten. Der Ausgang der Geschichte war überraschend – mehr verrate ich aber nicht! Von mir gibt es 5 Sterne.

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E gfröiti Sach!

säg säuber von Irene Graf

Irene Graf erzählt „e Hampfele bärndütschi Gschichte“, was so viel heisst, wie eine Handvoll berndeutsche Geschichten. Es werden die Kühe vom benachbarten Bauernhof thematisiert, das Einkaufen, das Nichtstun, neue Bekanntschaften, Weihnachten – einfach von allem ein bisschen. Komm, nimm einen Kaffee und setz Dich zu uns her! Und dann: „säg säuber!“

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit einem Kaffee und einem Herzen – gefällt mir.

Ich liebe berndeutsche Geschichten, denn ich liebe „meinen“ Dialekt: Berndeutsch. Wie bei wahrscheinlich den meisten Mundarten gibt es jedoch nicht nur DIE eine richtige Ausdrucksweise, sondern je nach Wohnort gibt es unterschiedliche Färbungen: Ein Seeländer, ein Emmentaler, ein Stadtberner oder ein Oberländer sprechen nicht alles identisch aus. Und das macht das Ganze doch auch so schön.
Das Lesen in Mundart versetzt mich immer ein wenig in ein volkstümliches Theaterstück. Jene handeln zwar meist in früheren Zeiten, aber das vorliegende Buch ist aus der heutigen Zeit.

Hier zwei Beispiele:
- „D Töibi trybt ihm dr Schweiss us. Mit hochrotem Gring stürmt er uf d Gass use. D Türe het sech no nid vom Chlupf erholt. Si chlemmt, so wi ds Glöggli chlemmt.“
- „Es isch vilech numen es Hüüchli vomne Wimpereschlag, wosi di lengscht vertrouti Umgäbig dür syni Ouge gseht. U ihre umen einisch bewusst wird, wi schöns hie eigentlech isch.“

Für mich war es das erste Buch der Autorin, aber ich habe nun bereits den Vorgängerband „säg o nüt“ ins Auge gefasst und freue mich darauf. Es waren sehr schöne Lesestunden; durch die einzelnen kleinen Geschichten lässt sich das Buch sehr gut in Etappen lesen. Sehr viele Passagen haben mich zum Schmunzeln oder auch zum Nachdenken gebracht. Zum Abschluss sage ich vielen Dank, „es isch me aus e gfröiti Sach gsi!“ 5 Sterne.

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E gfröiti Sach!
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Viele bekannte Weisheiten

Drei Tage im Schnee von Ina Bhatter

Hannah lebt und arbeitet in einer Grossstadt. Sie lebt für die Arbeit und hetzt von einem Termin zum nächsten. An ihre Träume oder an sich selbst hat sie schon lange nicht mehr gedacht. Ein verlängertes Wochenende in einem kleinen Holzhaus am See soll ihr helfen, sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu besinnen.

Als ein Kind vor ihrem Haus auftaucht und dort spielt, freunden sie sich an. Sophie zeigt ihr die längst vergessene Kindersicht und Hannah beginnt, sich an ihre eigene Kindheit zu erinnern. Und beleuchtet ihr Erwachsenenleben neu.

Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlage gefällt mir sehr gut, obwohl ich keine Schutzumschläge mag. Was ich aber sehr schön finde, ist, dass die Person mit den Fussspuren auf dem Leineneinband in Gold abgebildet ist.

Hannah macht ein verlängertes Wochenende. Sie scheint kurz vor einem Burnout zu stehen und ich frage mich, ob da ein verlängertes Wochenende in der Einsamkeit Sinn macht. Aber ja, mehr lag zeitlich nicht drin, denn am Montag muss sie wieder zur Arbeit.
Das Zusammensein von Hannah und Sophie finde ich grundsätzlich natürlich schön, aber ich würde als Erwachsene nicht einfach wiederholt ein fremdes Kind zu mir ins Haus einladen. Ich würde zuerst Kontakt mit den Eltern aufnehmen und dann fragen, ob das Kind – vielleicht auch zuerst mit einem Elternteil – zu mir zu Besuch kommen kann. Es heisst doch so schön „Kindermund tut Wahrheit kund“: Kinder sagen unverfälscht die Wahrheit, die beim Empfänger zuweilen auch schmerzt, da eine Wunde getroffen wurde. Aber es bringt einen dazu, über das Gesagte zu reflektieren.

Es fällt mir nicht ganz leicht, das Buch zu bewerten, denn ich will nicht spoilern und kann daher ich auch nicht im Detail damit rausrücken, wie ich die Geschichte bzw. insbesondere den Ausgang finde. Daher nur so viel: Das Buch ist mit seinen 176 Seiten im Nu gelesen, beinhält viele bekannte Weisheiten und hat mich zum Nachdenken gebracht. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Viele bekannte Weisheiten