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Rezensionen von Ryria:

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Götter- und Familienbeziehungen

House of the Beast von Michelle Wong

Alma ist das uneheliche Kind eines Mitglieds der Adelsfamilie Avera. Diese dient einem der vier Götter, dem Dread Beast, bekannt für Kampf und Tod. Passend dazu besteht ihre Willkommensfeier in ihrem neuen Zuhause auch daraus, dass ihr erstmal der Arm abgetrennt wird als Opfer für ihren neuen Gott - sie wird zur Erbin der Familie im Austausch für Medizin für ihre schwer kranke Mutter.

Doch auch hier wird ihr Leben alles andere als leicht werden...

Die Gestaltung des Buches ist richtig schön, Farbschnitt, Karten und viele kleine Illustrationen neben dem Text (die Autorin ist Künstlerin) ergänzen das Leseerlebnis. Auch die Welt fand ich richtig interessant, verschiedene Götter, Religionen, Rituale, Machtkämpfe und Einblicke in das Leben der Reichen und Armen. Leider hätte ich mir in dieser Hinsicht noch mehr Details und Einblicke gewünscht, manches kam ein wenig zu kurz, auch weil man sehr an Almas Perspektive gebunden war.
Aber auch hier hat man schon gut merken können, dass ihre Welt recht erbarmunglos und dunkel ist. Die dadurch erzeugte Atmosphäre ist gut bei mir angekommen und hat zur Handlung gepasst.

Alma als Protagonistin war in Ordnung, man hat ihre Gefühle durchaus nachvollziehen können, jedoch konnte ich nicht so wirklich eine Verbindung zu ihr aufbauen. Ich mochte aber, dass von Anfang an auch dargestellt wurde, dass sie alles andere als perfekt ist.
Das Tempo der Geschichte war mir ein wenig zu wechselhaft, so geht es stark los, lässt im Mittelteil dann wieder nach und wird ein wenig zäh, um dann am Ende nochmal loszulegen. Insgesamt eine interessante und düstere Fantasygeschichte, die mit verändertem Fokus noch besser hätte sein können.

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Götter- und Familienbeziehungen
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Der Mensch hinter dem Mythos

Medea von Rosie Hewlett

Griechische Mythen und Göttergeschichten sind wohlbekannt, man weiß was passiert und wie die Erzählung endet. Doch was treibt die Charaktere an, welche Gefühle leiten ihre Handlungen? In diesem Buch wird Medea eine Stimme gegeben und aus ihrer Perspektive erleben wir ihren Mythos nach. Wir erhalten einen kurzen Einblick in ihre Kindheit und knüpfen anschließend an die bekannten Geschichten rund um das Goldene Vlies und Jason an.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch sprachlich wurde es richtig schön erzählt. Immer wieder gab es Sätze mit großer Wortkraft, aber auch gelungene Beschreibungen, die mich in diese Sagenwelt versetzt haben. Hierzu wurde die griechische Mythologie nicht nur im Rahmen des Medea Mythos verwendet, sondern gezielt benutzt, um die Welt lebendig zu machen. Andere Götter, Figuren oder Sagen werden nebenbei erwähnt, sodass Medeas Geschichte nicht frei im Raum steht, sondern sich perfekt in das große Ganze einfügt. Dadurch konnte man Beziehungen besser verstehen und als Leser auch noch das ein oder andere dazulernen.
Was mir auch gut gefallen hat: Medeas Magie wird anhand diverser Beispiele toll erklärt, sie kann nicht einfach so zaubern, sondern es beruht auf einem System, das sie erst beherrschen lernen muss.

Medea selbst wird von der mythischen Figur zu einem Menschen mit Gefühlen. Ihre Entwicklung lässt sich gut verfolgen, ihre Entscheidungen werden nachvollziehbarer. Teilweise hätte ich mir hier bei manchen Entwicklungen jedoch noch etwas mehr Tiefe gewünscht, generell ist es aber durchaus gelungen. Eine schöne Art, die alten Geschichten neu zu erleben!

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Der Mensch hinter dem Mythos
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Entfachtes Feuer

Firewatch von Colin Hadler

Robins bester Freund Aaron ist verschwunden, die einzige Spur führt zu Kian, der zusammen mit Aaron in einem weitläufigen Nationalpark die Firewatch übernommen hat.
Hat er ihn dort ermordet? Um dies herauszufinden beschließt Robin, sich in die Höhle des Löwen (und damit in Kians Arme) zu begeben.

..
In kurzen Kapiteln, wechselnden Perspektiven und Heute/Damals Zeitebenen wird die Geschichte so spannend erzählt, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen konnte und am Stück durchgelesen habe.
Während Robin in der Gegenwart ermittelt, erleben wir hautnah die letzten Wochen und Stunden vor Aarons Verschwinden mit, was geschickt aufgebaut wurde.

Hierbei baut sich das Grauen langsam aber sicher auf, immer wieder gibt es Hinweise darauf, dass etwas so ganz und gar nicht stimmt - doch was eigentlich passiert ist, bleibt bis zum Schluss unklar.
Es kommen mehr und mehr Fragen hinzu, als Leser wird man auf falsche Fährten geführt ohne es zu merken, dazu gibt es gute unerwartete Plottwists.
Manches war rückblickend vielleicht nicht komplett überzeugend, jedoch war ich insgesamt mit der Auflösung und dem Weg dorthin zufrieden.
Lediglich das Ende hätte noch 1-2 Kapitel meiner Meinung nach vertragen können, um alles besser abzurunden.

Die Charaktere fand ich auch sehr authentisch, vor allem da sich die Geschichte auf nicht zu viele Personen beschränkt und man diese daher umso besser kennenlernen kann. Im Fokus stehen natürlich Robin, Kian und Aaron, die alle ihre ganz eigenen Fehler und Stärken haben. Ihre Emotionen und Gedanken sind menschlich und man kann gut mitfühlen. Vor allem die aufkeimenden Gefühle für den "Feind" sind hier schön dargestellt und auch als Leser wächst einem Kian immer mehr ans Herz.
Das Experiment Thriller + Romance ist durchaus geglückt!

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Entfachtes Feuer
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Was ist wirklich geschehen?

The Business Trip von Jessie Garcia

Zwei Frauen nehmen den selben Flug, wenige Tage später kommt langsam der Verdacht auf, dass sie vielleicht entführt wurden. Doch was ist wirklich passiert und wo sind sie jetzt?
Die Geschichte ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, zuerst lernt man beide Frauen kennen, danach ihr privates und berufliches Umfeld, während man zum Schluss der Wahrheit auf die Spur kommt.

Dies wird in kurzen Kapiteln aus sehr vielen Perspektiven erzählt - gefühlt jeder Nebencharakter bekommt seine eigenen Abschnitte. Während dies zuerst eigentlich ganz interessant war, fand ich es irgendwann eher etwas nervig. Ich hätte lieber die Hälfte der Charaktere als Erzähler gehabt und diese dafür besser kennengelernt - ehrlich gesagt konnte ich mir weder merken, was Nebenfigur Nr. 8 für Kinder hat, noch hat es mich dann interessiert.
Man erlebt die Handlung so zwar aus vielen Perspektiven, dafür halt mit deutlichen Abstrichen bei der Charaktertiefe.
Dazu kommt noch, dass ich manche Perspektiven, besonders die männlichen, auch teilweise nicht gut geschrieben und sehr klischeehaft fand. Viele waren sehr unsympathisch, sollten sie auch sein, aber nicht auf so eine übertriebene karikaturhafte Art.

Positiv fand ich jedoch die Aufteilung des Thrillers und dass die Spannung doch ganz gut gehalten wurde. Ich habe das Buch quasi am Stück weggelesen, besonders die erste Hälfte baut schön Spannung auf. Die zweite Hälfte hingegen habe ich als schwächer empfunden, auch die Auflösung war teilweise etwas vorhersehbar und konstruiert.
Insgesamt hat mich das Buch durchaus gut unterhalten, hätte jedoch mit weniger Perspektiven und stärkeren Charakteren mehr überzeugen können.

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Was ist wirklich geschehen?
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Berührender Bücherzauber

Das Jahr voller Bücher und Wunder von Libby Page

Das Konzept dieser Geschichte ist keineswegs neuartig: Tillys verstorbener Mann hat vor seinem Tod Nachrichten an sie vorbereitet, die ihr über ein Jahr hinweg helfen sollen, zurück ins Leben zu finden. Das Besondere diesmal ist jedoch, dass diese Nachrichten mit Büchern verbunden sind.
Die Magie der Bücher durchzieht die ganze Geschichte: So finden sich zu jedem Monatsanfang Buchempfehlungen, in der Handlung selbst wird von Büchern aller Art berichtet und wir suchen Orte auf, die jede Leseratte wohl liebt, wie Büchereien, Buchhandlungen oder gemütliche Leseplätze auf der ganzen Welt.

Eine Liebeserklärung an das Lesen, aber auch an den verstorbenen Mann.

Obwohl ihre Liebesgeschichte zu Beginn des Buches leider wirklich nur noch Geschichte ist, wirkt sie doch auch unheimlich lebendig. In Rückblenden erleben wir die besonderen und alltäglichen Momente mit, in der Gegenwart fühlt es sich manchmal so an, als wäre Joe noch da.
Immer wieder haben mich Momente emotional mitgenommen und berührt, die Beschreibung von Tillys Trauer und dem Weg zurück wirkte recht authentisch auf mich.
Traurige Stellen wechseln sich mit humorvollen Passagen ab, was eine schöne Mischung war.
Insgesamt ein tolles Wohlfühlbuch, das einen aber auch mal zum Weinen bringen kann.

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Die Welt eines Internats

The Academy von Elin Hilderbrand; Shelby Cunningham

Die Autorinnen entführen uns in The Academy in ein Internat - pünktlich zum Beginn des Schuljahres empfangen wir mit der Schulleiterin die Schüler aus ihren Sommerferien zurück. Der Tod einer Schülerin im letzten Schuljahr wirft dabei noch immer seinen Schatten auf das Internat, während der überraschende zweite Platz im Schulranking ein unerwarteter Lichtblick zu sein scheint.

Das Buch hat mich schon nach den ersten paar Seiten wieder in Gossip Girl Nostalgie schwelgen lassen - und passend dazu gibt es im späteren Verlauf auch noch eine App, die so allerlei Geheimnisse ausplaudert.

Im Einband befinden sich eine Karte der Tiffin Academy sowie eine Personenübersicht, die doch ganz nützlich ist. Gerade am Anfang wird man doch etwas erschlagen von den ganzen neuen Charakteren. Diese werden zwar kurz vorgestellt, jedoch dauert es doch eine Weile, bis man zu jedem mehr oder weniger eine Beziehung aufbauen kann, auch bleibt manches in der Hinsicht etwas oberflächlich.
Andererseits mochte ich es aber auch, viele Perspektiven zu erleben, so wirkte das Internatsleben direkt etwas authentischer und teilweise auch ein bisschen wie eine Serie.
Dazu hat auch die Unterteilung beigetragen, wir erleben das Schuljahr chronologisch nach Monaten unterteilt mit und erfahren neben der Handlung mehr über die Charaktere. Ich konnte mir die Academy im Wechsel der Jahreszeiten und im Schulalltag gut vorstellen und hab ähnlich wie bei Gossip Girl mitgefiebert. Ebenfalls positiv: Man lernt nicht nur die Schüler kennen, sondern auch die Erwachsenen wie das Schulpersonal und die Lehrer - was schön repräsentiert, dass hier Mutter und Tochter zusammen das Buch geschrieben haben.

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Ackerman ohne das gewisse Etwas

Im Labyrinth der Furcht von Ethan Cross

Der Einstieg in die Geschichte gelingt gut, wir knüpfen quasi nahtlos an das Ende der vorherigen Teils an. Ackerman und seine Familie befinden sich in der Gefangenschaft des Hüters und müssen dort diverse Spielchen und ellenlange Monologe über sich ergehen lassen, während Ackermans Partnerin Nadia versucht, ihn zu finden und zu befreien.

Wichtige Teile der vorherigen Geschichte werden nochmal kurz umrissen, sodass man sich schnell wieder an alles erinnert und auch als Neuling die Charaktere kennenlernt, trotzdem würde ich empfehlen, zuerst den direkten Vorgängerband zu lesen.
Das Lesetempo ist dank kurzer Kapitel und wechselnder Perspektiven durchgängig schön hoch, man verfolgt mehrere Handlungsstränge zugleich und jeder davon macht auch neugierig darauf, was als Nächstes dort passieren wird.

Das Problem an der Sache ist jedoch, dass diese anfängliche Neugier leider schnell verfliegt. Nach einem spannenden Start folgt ein doch eher zäher Mittelteil - man liest trotzdem noch schnell, aber mit schwindendem Interesse. Hierfür sind direkt mehrere Faktoren aus meiner Sicht verantwortlich gewesen: Der Serienmörder dieses Buches wird stark eingeführt und verliert mit jedem Kapitel an Glaubwürdigkeit dank seltsamer Entscheidungen, Drama und zu viel Gerede. Ähnliches gilt auch für den Hüter, statt eines starken Gegenspielers für Ackerman bekommen wir hier erstmal nur einen Bösewicht, der sich gerne selber reden hört. Auch Ackerman selbst scheint irgendwie weit weg von seinen üblichen Glanzleistungen zu sein und lässt seinen typischen Charakter und Witz etwas vermissen. Die Handlung hat gefühlt auf der Stelle getreten, nur Nadias Perspektive konnte mich größtenteils gut mitnehmen.

Schade fand ich auch, dass man nicht wirklich miträtseln konnte, ein Großteil der aufgeworfenen Fragen wird innerhalb weniger Kapitel auch schon wieder aufgeklärt.
Insgesamt hat mich das Buch dennoch ganz gut unterhalten und war auch teilweise mal recht spannend, aber irgendwie fehlte der Charme und es wurde einiges an Potential verschenkt. Man könnte dieses Buch vermutlich auch überspringen und würde trotzdem ohne Probleme den nächsten Band lesen können. Für (angehende) Nadia-Fans gibt es aber dafür ein paar coole Szenen, nachdem sie im vorherigen Teil ja eher keine Rolle gespielt hat.

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Gnadenlose Welt

Vesselless - Mein verräterisches Herz von Cortney L. Winn

Nizzara ist eine Prinzessin, doch statt aus Tanzstunden oder gemütlichen Nachmittagstees besteht ihr Tag aus erbarmungslosem Kampftraining, Rettungsaktionen der unterdrückten Untertanen und Gesprächen mit Geistern.
Einer dieser Geister ist der ermordete frühere König, der seine ganz eigenen Ziele verfolgt und Nizzara gefährlich werden könnte - oder doch sie ihm?
Die Gestaltung der deutschen Ausgabe wartet mit einer nützlichen Landkarte sowie Stammbäumen der Königsfamilien auf, was doch sehr hilfreich war.

Eher nutzlos war hingegen das Glossar, hier fehlte wirklich so einiges an Infos (um Spoiler zu vermeiden?).

Allgemein gab es nämlich wirklich viel, das man ins Glossar hätte schreiben können: Die Geschichte entführt den Leser in eine komplett neue Welt mit mehreren Königreichen, Dimensionen, Spezies, Magiesystemen, Geistern...
Gerade am Anfang ist dies teilweise doch sehr verwirrend und auch später gibt es immer noch Momente, in denen man nicht alles perfekt versteht, auch wenn es hier dann eher daran liegt, dass man die Geheimnisse der Welt so entdeckt.
Generell mochte ich die verschiedenen (Magie-)Systeme und Kulturen sehr, die Idee wirkte auf mich erfrischend und gut durchdacht.
Auch der Mix der verschiedenen Themen bot viel Abwechslung: Es gab Action und Turnierkämpfe, romantische Szenen, Freundschaften, Politik und familiäre Beziehungen.
Dabei ist der Großteil doch sehr düster und auch vor viel Gewalt und heiklen Beschreibungen wird nicht zurückgeschreckt - macht die Erzählung irgendwie authentisch, ist aber auch nichts für zarte Gemüter.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen Nizzara und Dagen, sodass man beide Charaktere gut kennenlernen und verstehen kann. Auch ermöglicht dies mehrere Handlungsstränge und -orte, besonders wenn beide getrennt voneinander agieren. Nizzaras Perspektive fand ich etwas gelungener, jedoch ließ sich beides gut lesen - auch wenn nicht "viel" passiert ist, wollte ich doch immer weiterlesen und mehr über diese Welt erfahren.
Manche Nebencharaktere sind vielleicht ein wenig zu kurz gekommen, aber hier bin ich einfach mal auf die Fortsetzung gespannt.

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Rückkehr der Dystopien

To Cage a Wild Bird von Brooke Fast

To Cage a Wild Bird ist eine schöne Rückkehr zu den modernen Dystopien wie Tribute von Panem und ein gelungener Vorbote für das Revival dieses Genres.
Wir begleiten Raven, die als Kopfgeldjägerin im ärmeren Wohnviertel den Lebensunterhalt für sich und ihren jüngeren Bruder verdient. Als dieser jedoch verhaftet wird, folgt sie ihm in das berüchtigte Gefängnis, in dem die Reichen dieser Welt gegen Bezahlung Jagd auf die Insassen machen dürfen.

Das Setting ist jetzt nichts bahnbrechend Neues, auch findet man regelmäßig kleine Elemente aus diversen Dystopien wieder. Davon abgesehen konnte mich das Gefängnis als Handlungsort doch durchaus überzeugen. Verschiedene Details, Systeme und Personal des Gefängnisses wurden gut ausgearbeitet, ohne dabei jedoch den Leser mit zu vielen Informationen zu erschlagen. Man kommt recht ahnungslos mit Raven dort an und findet sich nach und nach besser zurecht, was ich ansprechend fand.
Dafür ist mir die Welt außerhalb des Gefängnisses jedoch etwas zu kurz geraten. Es gibt immer wieder mal kleine Informationshappen über die Geschichte und aktuelle Politik, allerdings nicht in dem Umfang, dass man sich irgendwie involviert fühlt. Hierbei hoffe ich auf den nächsten Band, der dies hoffentlich stärker in den Fokus nimmt.

Die Geschichte war eigentlich durchweg spannend, hatte zwischendurch allerdings auch manchmal Passagen, die mir gefühlt zu schnell oder teilweise auch zu langsam gingen.
Dies hatte auch Auswirkungen auf die Charaktere: In manchen Situationen hätte ich mir mehr Tiefe und eine authentischere Gefühlsbeschreibung gewünscht. Im Laufe der Geschichte wurde es besser, ist bei den Nebencharakteren jedoch immer noch etwas kurz geraten, weshalb ich zu ihnen auch eher nur eine oberflächliche Bindung aufbauen konnte. Auch hier sehe ich allerdings Potential für die Fortsetzung, vor allem wenn man diese Charaktere jetzt schon etwas besser kennt.
Insgesamt eine spannende Einführung in eine interessante dystopische Welt, die aber auch noch gut Luft nach oben für Band 2 lässt.

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Neue Art der Magie

The Second Death of Locke von V. L. Bovalino

Grey und Kier verbindet ein besonderes Band: Kier ist ein Magier, der für seine Magie jedoch Grey als Quelle benötigt.
Dieses eher ungewöhnliche Magiesystem hat direkt meine Aufmerksamkeit geweckt: Statt sich nur wie oft üblich auf die Entwicklung der magischen Kräfte einer einzelnen Person zu konzentrieren spielt hier die Verbindung zwischen zwei Charakteren und ihre Gefühle füreinander eine große Rolle.

Am Anfang war diese neue Welt und ihre Magie noch ein klein wenig verwirrend, nach einer Weile konnte ich jedoch gut den Überblick behalten. Hierfür waren die Karte sowie kleine Textpassagen aus Briefen, Büchern etc. am Kapitelbeginn auch hilfreich, diese haben ebenso gut zum Worldbuilding beigetragen.
Generell habe ich die Atmosphäre als sehr gelungen wahrgenommen, die düstere Stimmung wurde gut eingefangen und mit Themen wie Krieg und Intrigen verstärkt. Auch der Schreibstil trägt hier gut zu bei - die Geschichte war angenehm zu lesen und trotzdem auch voller ernster Momente.
Ebenso positiv fand ich die Beziehung zwischen Grey und Kier und die Entwicklung ihrer Liebe. Diese lässt sich Zeit, überzeugt mit ruhigen Passagen und fügt sich gut in den Rest der Geschichte ein.
Insgesamt eine spannende Fantasy-Erzählung mit gelungener Atmosphäre und einer interessanten neuen Idee für Magie.

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Neue Art der Magie