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Rezensionen von Ryria:

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Gefangen im Leben

Die Dinner Party von Viola Van de Sandt

Franca führt ein angenehmes Leben: Ihr Verlobter ist vermögend, sie planen ihre Hochzeit, sie muss nicht arbeiten gehen, nur für ein paar Gäste der Dinner Party kochen. Doch unter dem schönen Schein brodelt so einiges und ihr schickes Anwesen entpuppt sich mehr und mehr als goldener Käfig...
Dieses Buch ist alles andere als einfach.

Zwischendurch musste ich es immer wieder mal weglegen und das Ende auch erstmal eine Weile sacken lassen.
Dabei ist der Schreibstil teilweise schon fast wie ein Sog, besonders wenn sich die Geschehnisse immer weiter zuspitzen. Zwischendurch gab es für mich jedoch auch vereinzelt mal kleinere Abschnitte, die sich etwas gezogen haben.

Insgesamt ist die Geschichte aber sehr atmosphärisch und geht mit jeder Seite mehr unter die Haut. Die Beschreibungen des Geschehens wirken überwiegend schon fast alltäglich, aber trotzdem hat man die ganze Zeit so ein unangenehmes Gefühl, das Grauen versteckt sich zwischen den Zeilen, ähnlich wie in einem ruhigen Horrorfilm.
Die Autorin schafft es wunderbar, Francas mentale Verfassung durch kleinste Dinge vertieft darzustellen, von Beschreibungen der Küchengeräte hin zu teilweise fast verstörenden Szenen.
Berührende Gedanken und Situationen wechseln sich ab mit unangenehmen Schilderungen, immer besteht viel Raum für eigene Interpretationen.

Wirklich sympathisch war mir dabei keiner der Charaktere so wirklich, nur mit Franca habe ich später doch etwas mitgelitten. Die Charakterisierungen waren jedoch durchaus authentisch und man konnte sich die Personen alle sehr gut vorstellen.
Jeder trägt sein eigenes Päckchen mit sich rum, jeder spielt eine Rolle, und es ist erschreckend und befreiend zugleich zu lesen, wie sich das im Laufe des Abends immer weiter auflöst.
Manche kleineren Überraschungen fand ich gut gelungen, ein größerer Plottwist hat mich sehr überrascht, jedoch im Nachhinein irgendwie nicht so ganz überzeugen können.
Ein Buch voller wichtiger Themen, das einen nachdenklich und ein wenig aufgewühlt zurücklässt.

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Gefangen im Leben
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Eine Liebe für immer

Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell

Eve leidet schon ihr ganzes Leben unter gewaltigen Schuldgefühlen. Als sie von der Magie des White Octopus Hotels hört, die eine zweite Chance verspricht, zögert sie daher nicht lange und bricht in die Schweiz auf - und landet in der Vergangenheit in dem wohl faszinierendsten Hotel aller Zeiten.
Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich emotional so mitgenommen hat.

Hier liegt die Magie nicht nur in den wundersamen Gegenständen im Hotel, sondern auf jeder Buchseite und die Worte dieser Rezension können ihm nicht gerecht werden.

Zunächst zum Aufbau: Die Geschichte folgt überwiegend Eves Perspektive, springt zwischendurch aber auch mal zu Max, sodass wir von beiden Hauptcharakteren einen gelungenen Einblick erhalten. Dazu spielt das Geschehen in den unterschiedlichsten Zeiten, aber ich fand es nicht allzu schwer, den Überblick zu behalten.
Es hat großen Spaß gemacht, die einzelnen Puzzleteile und Hinweise zusammenzusetzen, um die Zeitreise und Zusammenhänge zu verstehen - und in dem Moment, in dem man es versteht, trifft die Geschichte wirklich mit Wucht alle Emotionen.
Die Zeitreise von Eve beginnt dabei erst nach einem längeren Einleitungsteil, was ich aber gut so fand, da man sie und ihr Leben so erst richtig kennenlernen kann, bevor man sich in die Hotelwelt stürzt.

Das Hotel war dabei wunderbar fantasievoll, mit vielen skurrilen Details und allerlei Merkwürdigkeiten. Jeder Raum wurde toll beschrieben, man fühlt sich selbst wie mitten drin im Hotelleben.
Auch Eve und Max haben mir richtig gut gefallen, sowohl ihre Interaktionen und langsame Liebesgeschichte, als auch ihre Charakterentwicklung und Hintergründe.
Themen wie Schuld, Trauma, Krieg, Vergebung und komplizierte (Familien-)Beziehungen wurden glaubhaft dargestellt und man konnte gut mitfühlen und teilweise auch mitleiden.
Ich liebe Zeitreisegeschichten, daher konnte mich dieses Buch echt mitreißen - Highlight des bisherigen Jahres!

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Eine Liebe für immer
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Spannender Themenmix

We Who Will Die von Stacia Stark

Den Beginn der Geschichte hat man in ähnlicher Form vermutlich schon oft gelesen: Bruder oder Schwester der Protagonistin sind in tödlicher Gefahr, daher opfert sie sich selbst oder geht einen gefährlichen Handel ein, um ihn/sie zu retten.
Protagonistin Arvelle landet hier in einem Wettbewerb voller brutaler Arenakämpfe, die sie gewinnen muss, um anschließend den grausamen Imperator töten zu können.

Irgendwie an ihrer Seite: Zwei Vampire, mit ihren ganz eigenen Motiven und Geheimnissen.

Hier wird das Rad nicht neu erfunden, viele der Tropes und Handlungselemente sind wohlbekannt, allerdings fand ich den Mix dann doch ganz interessant: Ein Setting wie in Gladiator mit Kolosseumskämpfen, aber dazu noch Vampire - und Magie!
Das Magiesystem hat mir hierbei überraschend gut gefallen, es wird immer wieder kurz erklärt bzw. weiter ausgebaut, ohne dabei zu kompliziert zu werden.
Passend dazu gibt es auch noch Götter, Religion und Fantasiekreaturen wie Zentauren und Greife.
Die Kämpfe und Prüfungen waren auch ganz spannend, kamen aber etwas unerwartet und teilweise plötzlich.

Den Schreibstil allgemein fand ich sehr angenehm, was auch seinen Teil dazu beigetragen hat, dass ich das Buch teilweise kaum aus der Hand legen konnte. Man fliegt durch die Seiten und kann dabei herrlich in diese Welt abtauchen und mitfiebern.
Arvelle als Protagonistin war mir ebenfalls sympathisch, sie kämpft nicht nur stark gegen die Herausforderungen der Gegenwart, sondern auch gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit.
Dagegen hätte ich mir jedoch ein wenig mehr Tiefe bei einigen Nebencharakteren gewünscht, die interessant wirkten. Generell gab es zeitweise sehr viele Namen und einige davon konnte ich mir absolut nicht merken, hier wäre eine Übersicht nicht schlecht gewesen.
Wer gerne Romantasy liest, wird hier auf jeden Fall auch auf seine Kosten kommen, auch wenn manches etwas bekannt wirkt.

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Spannender Themenmix
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Ein lustiges Theaterstück auf den Bühnen der Welt

Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson

Dieser Roman hat mich tatsächlich sehr positiv überrascht. Während ich den Stil zu Beginn noch eher ungewöhnlich fand, hat sich meine Lesefreude mit jeder Seite mehr und mehr gesteigert.
Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Doppelagent Dieter, Dichter Jakob sowie ihrer Bekannten Francesca.

Ihre gemeinsame Reise beginnt in Rom und führt sie bis nach Kasachstan, sodass man so einige tolle Schauplätze kennenlernt.
Diese werden toll beschrieben, nicht zu ausführlich, aber so, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann und sich mitten drin im Geschehen fühlt. Ich hatte öfters auch das Gefühl, der Autor war bereits persönlich an den Orten und konnte sie daher so passend beschreiben.
Auch der damalige Zeitgeist wird gekonnt eingefangen, während man auch noch einiges über diese Zeit lernen kann - eine Geschichtsstunde, die super unterhält statt zu langweilen!

Dies wird vor allem durch den Humor des Buches gewährleistet. Während dieser natürlich wie immer Geschmackssache ist, fand ich ihn überraschend großartig. Extrem skurrile Szenen und Charaktere, dazu immer wieder gelungene Wortwitze, fast wie in einem Comedy-Theaterstück. Immer wieder dachte ich beim Lesen "wir kommt man auf so eine Idee" und musste wirklich schmunzeln.
Auch die Charaktere sind wirklich einmalig und mir schon auch irgendwie ans Herz gewachsen, so verrückt sie auch sind.
Dazu kann man auch ganz gut mitspekulieren und eigene Theorien über sie aufstellen.
Nur hier liegt auch mein großer Kritikpunkt: Am Ende bleiben leider sehr viele Fragen offen. Anscheinend ist eine Fortsetzung geplant, jedoch hätte ich mir ein etwas runderes Ende für dieses Buch gewünscht, zumindest die Beantwortung einiger Kernfragen. Von daher muss ich leider einen Stern abziehen, auch wenn der Rest der Geschichte echt wirklich Spaß gemacht hat und sehr zu empfehlen ist!

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Ein lustiges Theaterstück auf den Bühnen der Welt
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Das Spiel des Todes

Ruf der Leere von Daniel Alvarenga

Sieben Menschen Anfang 20, ein Partywochenende in einer einsamen Waldhütte, was soll schon schiefgehen? Blöd nur, dass alle ihre ganz eigenen Geheimnisse mitbringen, die nicht immer nur harmlos sind - und dann taucht auch noch ein seltsamer alter Mann auf...
Dieses Buch ist mal wieder ein typisches Opfer seines Klappentextes.

Das was man anhand dessen erwartet, spielt in Wirklichkeit nur eine geringe Rolle und kommt auch erst in der zweiten Hälfte überhaupt vor. Für Psychothriller-Fans kann dies daher durchaus verwirrend sein.
Wenn man sich daran jedoch nicht stört, erwartet einen eine spannende Geschichte über menschliche Abgründe, Moral und Ethik, Manipulation sowie die Beziehungen und Gefühle der jungen Charaktere.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven der Partygäste, jedoch gehen wir auch immer wieder mal in die Vergangenheit zurück und erkunden das letzte halbe Jahr, um so zu verstehen, was die Hintergründe für alles sind.
Dies mag verwirrend klingen, ist allerdings doch recht einfach zu folgen, da Zeitangaben am Kapitelanfang vorhanden sind.
Manche Charaktere sind allerdings doch etwas sehr kurz dabei gekommen, sie waren mehr Beiwerk und hatten kaum Tiefe bzw. hat sich diese auf einen einzigen Aspekt beschränkt, der relevant für die Handlung war. Felix hingegen war ein aus meiner Sicht sehr interessanter Charakter und stand auch ziemlich im Fokus. Ich mochte ihn nicht wirklich, aber das war im Grunde auch nicht das Ziel das Geschichte.
Wenn man sich nicht zu sehr auf den Klappentext versteift und stattdessen anhand immer neuer Puzzlestücke die Geschichte und Gefühle einiger Charaktere zusammensetzen möchte, dann kann ich dieses Buch durchaus empfehlen.

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Das Spiel des Todes
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So geht Charakterentwicklung!

Prinzessin der tausend Diebe - Chosen von Thea Hong

Ohne große Umschweife knüpft das Buch an den ersten Band an und wirft uns in eine ziemlich düstere Situation:
Sora wurde getötet, unheimliche Monster überrennen die Städte, die Welt steht am Abgrund.
Jia wird zur Protagonistin der Geschichte und sieht nur noch eine Lösung: Eine Zeitreise in die Vergangenheit, um die Ursache der Monster zu finden und auszulöschen.

Doch wird sie ihren Plan dort auch umsetzen können?

Inhaltlich ist dies zwar eine Fortsetzung, jedoch könnte man es denk ich auch gut einzeln lesen, da diesmal ja Jia im Zentrum der Handlung steht. Für das volle Erlebnis empfehle ich aber trotzdem mit Band 1 zu beginnen, einfach um Jias Charakterentwicklung noch besser verfolgen zu können. Diese ist nämlich außerordentlich gut gelungen - von der ehemaligen Gegenspielerin wandelt sie sich zur Antiheldin und schließlich irgendwie sogar zu einer richtigen Heldin. Dies findet in einem angemessenen Tempo und schleichend statt, als Leser*in kann man wunderbar verfolgen, wie sich durch besondere Begegnungen und Erlebnisse ihre Ansichten und Denkweisen ändern, wie sie mehr Gefühle zulässt und langsam zu sich selbst findet.
Ihre Gefühlswelt konnte auch mich emotional echt packen, ich habe mitgefiebert und auch ein paar Tränchen vergossen.
Dazu ist sie auch einfach ein echt cooler Charakter, sie ist quasi der Inbegriff von "Badass" - was es umso schöner macht zu beobachten, wie ihr Herz erweicht wird.

Doch nicht nur Jia konnte mich als Charakter überzeugen, auch die Nebencharaktere und der Mann an ihrer Seite waren toll geschrieben und haben mein Herz erobert. Man hat hier immer wieder Found Family Vibes gespürt, sie alle hatten ihre Eigenarten, aber waren authentisch geschrieben und hatten einen wunderbaren Zusammenhalt.
Ich war richtig traurig, als die Geschichte vorbei war und hätte noch viele Kapitel mehr über diese Gruppe und die Liebesbeziehung lesen können.
Auch das Tempo war sehr angenehm, im ersten Band konnte ich manchmal nicht so gut folgen, das Problem hatte ich hier diesmal gar nicht - also falls euch Band 1 nicht so komplett zugesagt habt, gebt diesem Buch auf jeden Fall eine Chance!
Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf die Logik hinter der Zeitreise bzw. einige Fragen, die nicht so ganz beantwortet wurden.
Ich mag konkrete Antworten generell lieber als offene Fragen, daher fand ich es etwas schade, jedoch auch passend zum koreanischen Stil.
Aus emotionaler Sicht bin ich echt begeistert, daher kann ich es verschmerzen, jedoch könnte es etwas unbefriedigend sein, wenn man für alles logische Erklärungen möchte.
Insgesamt ein toller Abschluss der Dilogie, der mir sogar noch besser gefallen hat als der Vorgänger!

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So geht Charakterentwicklung!
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Geschichtsstunde mit Schwächen

Alma von Federica Manzon

In den Siebzigern wächst Alma in Triest auf, zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen, mit einem Vater, der selten da ist, und dem Jungen Vili, der zu ihrer ersten großen Liebe wird.
Als ihr Vater stirbt und das Erbe verteilt werden soll, kehrt sie viele Jahre später dorthin zurück und die Erinnerungen nehmen ihren Lauf.

Bei diesem Buch hatte ich leider komplett andere Erwartungen und ein falsches Bild, ausgelöst durch Cover, Klappentext und Zitate.
Statt einer sommerlichen Erzählung über Triest und Almas Familiengeschichte standen hier immer wieder historische und politische Ereignisse und Schilderungen im Vordergrund.
Die Konflikte und der Krieg rund um Jugoslawien waren zugegebenermaßen ein komplett neues Thema für mich, ich war jedoch interessiert und durchaus lernwillig. Ungünstig war nur, dass der Roman irgendwie gefühlt ein gewisses Vorwissen fast voraussetzt, um der Handlung optimal folgen zu können. Ist man jedoch ahnungslos, versteht man so manchen Textabschnitt nicht in seiner Gänze.
Hilfsmittel wie ein Glossar, eine Karte oder ein Zeitstrahl sind leider ebenfalls nicht vorhanden, sodass ich selbst im Internet nebenbei recherchieren musste, um die Handlung besser einordnen und die Hintergründe verstehen zu können.

Auch der Schreibstil war nicht immer leicht zu lesen, so manchen Satz musste ich doppelt lesen, aber gleichzeitig mochte ich ihn auch irgendwie. Es war mehr ein Erlebnis, mit schönen Beschreibungen, anstatt eines schnell zu lesenden Textes.
Es ist auf jeden Fall kein Roman, den man mal nebenbei lesen kann, man muss sich konzentriert auf die Zeilen einlassen.
Ständige Zeitsprünge und ein fehlender roter Faden verstärken dies nur noch mehr.
Die Handlung rund um Alma fand ich interessant, allerdings konnte ich bis zum Schluss keine wirkliche Beziehung zu den Charakteren aufbauen, sie blieben (bedingt durch den Schreibstil?) doch recht distanziert, sodass ich auch nicht groß mitgefühlt habe.
Ein durchaus interessantes und künstlerisches Buch, auch wenn es meinen persönlichen Geschmack jetzt nicht so sehr getroffen hat.

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Geschichtsstunde mit Schwächen
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Aktuelles und wichtiges Thema spannend verpackt

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt? von Nick Brooks

Was für uns meistens weit entfernt ist, ist für viele Menschen z.B. in den USA leider trauriger Alltag: (Polizei-)Gewalt und ständiger Rassismus.
In diesem Buch begleiten wir einige Schwarze Jugendliche, die in eine schlimme Situation hineingeraten: Während Monique auf einer Black Lives Matter Demonstration friedlich ihre Meinung kundgibt, nutzt ihr großer Bruder Jason die Gelegenheit zum Plündern.

Eher unfreiwillig mit dabei ist auch Cooper, der heimlich für Monique schwärmt. Als Jason kurz darauf wegen Mord verhaftet wird, liegt es an Cooper und Mo, den wahren Täter zu finden.

Besonders beeindruckt hat mich an der Geschichte die Authentizität: Der Autor ist selbst Schwarz und hat die Gedanken und Ängste der Menschen eindrucksvoll beschrieben. Es ist eine Sache, von der Situation mit genügend Abstand in den Nachrichten zu hören, aber eine ganz andere, die Gedanken eines Schwarzen Jungen zu lesen, der Angst hat, dass ein Polizist ihn wegen einer falschen Bewegung einfach erschießt.
Ein gesellschaftlich relevantes Thema wird einem hier in unterhaltsamer Form nähergebracht, denn gleichzeitig ist es auch ein spannender Jugendthriller. Man kann toll miträtseln, wer denn jetzt der wahre Mörder ist, mit vielen falschen Fährten und Überraschungen.
Auch ein bisschen Romance ist vorhanden, jedoch im angemessenen Maße und passend zu einem Jugendbuch.

Der Schreibstil ist recht schnörkellos und angenehm zu lesen, die Sprache hat sich für mich auch recht authentisch jugendlich angehört.
Cooper und Monique erzählen abwechselnd aus ihren Perspektiven, beide waren mir überwiegend sympathisch, sie erschienen reflektiert für ihr Alter, aber gleichzeitig auch noch unüberlegt in ihren Entscheidungen manchmal.
Das Erzähltempo war ebenfalls schön hoch, nur das Ende ging mir leider doch etwas zu schnell bzw. hätte ich mir dort noch etwas mehr gewünscht.

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Gelungene Fortsetzung

Die Rätsel meines Großvaters von Masateru Konishi

Masateru Konishi nimmt uns wieder mit nach Japan und es gibt ein Wiedersehen mit all den Charakteren, die einem schon im ersten Teil ans Herz gewachsen sind.
So ist der Aufbau auch wieder sehr vertraut: Aus einer Alltagssituation entwickelt sich ein Rätsel, über das man anschließend selbst zusammen mit den Protagonisten nachdenken kann.

In einem Gespräch mit Kaedes Großvater werden zuletzt mögliche Auflösungen besprochen und diskutiert.
Währenddessen gibt es immer wieder schöne Einblicke in die japanische Kultur und das Leben der Charaktere.

Eigenarten der Sprache sowie japanische Begriffe werden dabei oft im Original belassen und nicht übersetzt, was ich sehr mochte. Mit entsprechendem Vorwissen lassen sich so weiterhin kulturelle Feinheiten gut herauslesen, trotzdem sollte es auch für Neulinge überwiegend gut verständlich sein.
Nichtsdestotrotz wären vielleicht manchmal kurze Anmerkungen toll gewesen, wie beispielsweise bei der Weihnachtsthematik (Heiligabend in Japan ist quasi wie bei uns Valentinstag).

Durch ebensolche Szenen und Details wird hier auch das Love Triangle weiter vertieft, was ich sehr mochte. Die Liebesgeschichte drängt sich nicht in den Vordergrund, aber ist doch im genau richtigen Maße immer noch vorhanden.
Gleiches gilt auch für die Demenzthematik, auch hier hat man wieder interessante Einblicke erhalten.
Generell knüpft das Buch gut an den Vorgängerband an, die Charaktere werden nochmal kurz vorgestellt und vorherige Fälle entweder erwähnt oder zusammengefasst, in genau dem richtigen Maße, um die Erinnerung wieder aufzufrischen.
Aufgrund der episodenartigen Form ist es vermutlich auch möglich, mit diesem Buch zu starten, jedoch würde ich die Lektüre von Band 1 trotzdem empfehlen, da es sich so wie ein Wiedersehen mit alten Freunden und eine Rückkehr nach Japan anfühlt.

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Momentaufnahmen eines Sommers

Schwarzer September von Sandro Veronesi

Schwarzer September ist vermutlich ein Opfer seines doch eher misslungenen Klappentextes: Dort wird zwar von dem Sommerurlaub des zwölfjährigen Gigio und seiner Strandfreundin Astel berichtet, aber gleichzeitig auch schon verraten, dass später ein Mord passieren wird.
Meine Erwartungen waren dementsprechend, dass wir vielleicht eine kurze Einführung bekommen, es danach schnell an den Strand geht und kurz darauf der Mord geschieht, der dann im Zentrum der Handlung steht - dem war jedoch nicht so, stattdessen wird es zwar immer wieder angedeutet, um Spannung aufzubauen, allerdings ja auch wiederum schon im Klappentext verraten.

Man muss daher mit anderen Erwartungen in dieses Buch starten: 50 Jahre später erzählt Gigio von seiner Kindheit und diesem Sommer, der Schreibstil ist daher zwischendurch erwachsen, aber der Sicht eines Jungen nachempfunden.
Auch berichtet er von sich selbst, dass er autistische Züge hat, was in Kombination mit seinem Alter zu vielen Endlossätzen führt, die quasi wie aufgeschriebene, sprunghafte Gedanken wirken und dabei auf alle möglichen Details fixiert sind.

Dieser Schreibstil ist wirklich Geschmackssache, einerseits wird die damalige Zeit und Italien durch die unzähligen Details sehr zum Leben erweckt und man kann sich alles super vorstellen, andererseits führt es doch auch manchmal zu einigen Längen. Für das Kind war es vermutlich extrem spannend, wer welchen Sportwettkampf gewonnen hat, für den heutigen (jüngeren) Leser ist es jedoch eher oft uninteressant. Nichtsdestotrotz hatte dieser Stil auch seinen ganz eigenen Charme, der mir doch überwiegend gut gefallen hat.
Wer eine spannende Erzählung über einen Kriminalfall erwartet, sollte vermutlich eher zu einem anderen Buch greifen. Für alle, die einfach ein wenig in das damalige Italien eintauchen und einem Jungen beim langsam erwachsen werden zuschauen möchten, ist dieses Buch aber durchaus zu empfehlen.

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Momentaufnahmen eines Sommers