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Rezensionen von Ryria:

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Verborgen im Schnee

Eisnebel von Kate Alice Marshall

Zum ersten Mal die Familie des Verlobten treffen ist ja generell aufregend, aber wenn diese dazu noch extrem reich ist und das Treffen im abgelegenen Familienanwesen über zwei Wochen hinweg stattfindet - keine leichte Situation für Theo.
Während sie noch versucht, die Familienmitglieder von sich zu überzeugen, holt sie plötzlich mehr und mehr ihre Vergangenheit ein.

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Zunächst ist der Schreibstil nicht außergewöhnlich, aber dafür doch sehr gut und flüssig zu lesen. Schnell hat man viele Kapitel weggelesen, die dazu auch eine angenehme Länge haben.
Die Atmosphäre wird ebenfalls passend getroffen, auch wenn hier schon alleine das Setting (abgelegenes Anwesen im Wald und Tiefschnee) viel zu beiträgt. In diesem Sinne ist es eine tolle Lektüre für kalte Wintertage.
Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, von Anfang an kommen immer mehr Fragen über Theos Vergangenheit hinzu, hierbei kann man gut miträtseln. Manche Antworten bekommt man schon in kleinen Häppchen zwischendurch, vieles wird erst am Ende aufgelöst.
Dies fand ich grundsätzlich gut, jedoch hatte die Geschichte doch auch einige Längen im Mittelteil, wo man vielleicht etwas hätte kürzen können.
Ebenso empfand ich manches als etwas sehr konstruiert.
Die Anzahl der Charaktere war aus meiner Sicht genau richtig, man konnte leicht den Überblick behalten, nur ein wenig mehr Tiefe in der Charakterisierung wäre manchmal nicht schlecht gewesen.
Insgesamt ein durchaus unterhaltsames und spannendes Buch, wenn auch mit kleinen Schwächen.

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Verborgen im Schnee
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Das Meer gibt, das Meer nimmt

Sommer auf Perigo Island von Perry Chafe

Pierce ist erst 9, als sein Vater nicht vom Fischen zurückkehrt, jegliche Suche bleibt erfolglos. Als drei Jahre später seine Freundin Anna ebenfalls spurlos verschwindet, versucht er zusammen mit drei Freunden die Wahrheit herauszufinden.
Dieser Roman ist nicht lang, aber beinhaltet doch so viel: Zunächst entführt er uns nach Neufundland ins Jahr 1991, genauer gesagt auf die fiktive Insel Perigo Island.

Wie lebten die Menschen damals auf einer solchen Insel? Wir lernen verschiedene Jobs rund um die Fischerei kennen, begegnen allerlei besonderen Tieren und der Meeresbiologie und schauen zu, wie Kinder dort aufwachsen.
Die gut recherchierten Einblicke sind hierbei keinesfalls trocken oder langweilig, sondern fügen sich schön in die Handlung ein und ergänzen die Atmosphäre, die generell toll gelungen ist.
Man kann das Salz in der Luft fast schmecken, die Fische riechen und das Meer rauschen hören - und mittendrin die Kinderbande.

Hierzu gehören Pierce, seine zwei Freunde Bennie und Thomas sowie Bennies Cousine Emily, die in den Sommerferien zu Besuch dort ist.
Pierce ist ebenfalls der Erzähler der Geschichte und es wirkt alles erstaunlich authentisch. Immer wieder hatte ich den Gedanken, dass die Kinder gut getroffen sind - man fühlte sich in die eigene Kindheit zurückversetzt, die Dialoge, Gefühle und Handlungen wirkten realistisch. In manchen Momenten denken sie viel zu viel nach, in anderen dafür so gar nicht.
Hinzu kommen zahlreiche Gefühle, die erst mal verarbeitet werden wollen: Die ersten romantischen Gefühle, Eifersucht, Trauer, (Verlust-)Ängste, Misstrauen, Vorurteile...
Zwischendurch hatte ich auch den Gedanken, dass sich der Roman auch als Jugendbuch gut machen könnte, aber natürlich kann ich ihn auch allen Erwachsenen absolut empfehlen. Eine schöne, eher unaufgeregte Geschichte, mit leisen Tönen, einer tollen Atmosphäre und authentischen Schilderungen.

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Das Meer gibt, das Meer nimmt
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Leben in Erinnerungen

Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso

Eine Bibliothek der Erinnerungen und zwei Mädchen, die zu unterschiedlichen Zeiten dort zu Zeithütern werden. Diese entscheiden, welche Erinnerungen im Gedächtnis der Menschheit bestehen bleiben, eine ebenso faszinierende wie gefährliche Fähigkeit. Was folgt ist ein schöner Mix aus Ausflügen in vergangene Epochen, viel Fantasie und Emotionen, Politik und Spionage und zuletzt auch ein wenig Liebe.

Für mich lag die Stärke dieses Buches hauptsächlich in seiner Grundidee sowie der geschaffenen Atmosphäre. Es wird alles eher ruhig erzählt ohne "klassische" Spannung, mit einem leicht poetischen Schreibstil. Man kann gut in diese Welt der Erinnerungen und Bücher eintauchen, verliert dabei aber auch nie den Bezug zu der Realität und den uns bekannten historischen Ereignissen.
Dies führt jedoch auch dazu, dass manche Passagen dann doch etwas langsam erscheinen, dies hat mich jedoch nicht übermäßig gestört.

Das Grundkonzept war schön umgesetzt, allerdings war nicht immer alles sehr eindeutig, besonders hinsichtlich der magischen Elemente. Dies war vor allem zu Beginn des Buches manchmal noch etwas verwirrend und beim Lesen ging es mehr um die hervorgerufene Stimmung als um das komplette Verstehen.
Dafür hat die Geschichte gut zum Nachdenken angeregt, man konnte immer wieder mal innehalten und die Worte auf sich wirken lassen.
Eine schöne und interessante Geschichte, der jedoch noch das gewisse Etwas fehlt.

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Leben in Erinnerungen
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Durch Illusionen verborgen

Heir of Illusion von Madeline Taylor

Ivy ist eine talentierte Assassine und verfügt dazu noch über ganz besondere Illusionsmagie - und doch kann sie dem König nicht entkommen. Schuld daran ist ein Halsring, den niemand außer dem König entfernen kann. Ein gestohlenes Schwert verspricht Erlösung, doch auch Seelenfänger Thorne sucht danach.

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Zunächst muss ich die Gestaltung des Buches loben: Der Farbschnitt passt gut zum (ansonsten eher generischen) Cover, dazu gibt es eine farbige Karte sowie einige hübsche Illustrationen. Ein Personenregister wäre besonders am Anfang jedoch noch ganz nützlich gewesen, da man doch so einige Charaktere kennenlernt.

Die Welt und ihre verschiedenen Systeme fand ich von Anfang an echt interessant und spannend: Es gibt Götter, Göttererben, verschiedene Inseln mit unterschiedlicher Magie, dabei noch Unterarten der Magie, verzauberte Gegenstände... noch mehr Infos hierzu wären toll gewesen, hätten eventuell aber auch zu viel verraten, daher bekommen wir hierzu vermutlich im nächsten Band noch tiefere Einblicke.
Von Beginn an kann man auch gut miträtseln, es gibt viele offene Fragen und dann ist doch alles anders, als man denkt. Ich wurde schon lange nicht mehr von einem Buch so in die Irre geführt und überrascht, inklusive fiesem Cliffhanger.

In diesem ersten Band werden die Grundsteine für die folgende Handlung gelegt: Man lernt die Charaktere und die Welt kennen, lüftet schon einige Geheimnisse und trotzdem wird es nicht langweilig. Sehr spannende Szenen wechseln sich mit eher ruhigeren Momenten ab, Charaktere und ihre Beziehungen werden gleichzeitig mit der Handlung weiterentwickelt.
Ivy als Protagonistin mochte ich sehr, sie lässt sich nicht unterkriegen, hat aber auch ihre schwachen Momente, was zu schönen Interaktionen mit Thorne führt. Die Wortgefechte zwischen den Beiden waren immer amüsant zu lesen und man merkte richtig, dass da die Chemie stimmt.
Aber auch die Beziehungen zu den Nebencharakteren kamen nicht zu kurz, einige davon sind mir schon ein wenig ans Herz gewachsen.
Ein toller erster Band, ich kann die Fortsetzung kaum erwarten!

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Durch Illusionen verborgen
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Vertraue niemandem

Das Signal von Ursula Poznanski

Als großer Poznanski-Fan war ich echt gespannt, welches Thema sie diesmal als Grundlage für ihren Thriller gewählt hat und diesmal haben wir gleich zwei Schwerpunkte: Winzige GPS-Tracker und das Leben, nachdem man ein Bein verloren hat.
Viola lebt zusammen mit ihrem Ehemann Adam das nach außen hin perfekte Leben, beide beruflich erfolgreich, attraktiv und im Auge der Öffentlichkeit.

Dass Viola bei einem Unfall dann jedoch ihr Bein verliert und keinerlei Erinnerung mehr an den Vorfall hat, ruiniert dieses perfekte Bild dann allerdings doch ein wenig, auch wenn Adam sich viel Mühe zu geben scheint. Doch kann sie ihm wirklich noch trauen? Moderne GPS-Tracker könnten die Antwort liefern...

Der Schreibstil ist genauso gut wie immer, man fliegt quasi durch die Seiten. In scheinbar "normale" Abschnitte mischen sich gut gestreute kleine Hinweise, die man jedoch zuerst nicht wirklich zuordnen kann. Von Anfang an stellt man sich viele Fragen und die Neugier treibt einen immer dazu, doch einfach noch ein Kapitel zu lesen, typisch für Poznanski-Bücher.
Etwas schade fand ich hier jedoch, dass man mit ein wenig Fachwissen recht schnell erraten kann, worum es eigentlich geht, einiges ist doch etwas vorhersehbar. Die große Überraschung am Ende bleibt dadurch aus, trotzdem war es ganz spannend zu lesen, wenn auch mit vereinzelten Abschnitten, die sich ein wenig gezogen haben.
So tragen ständige Wiederholungen über die Schwierigkeiten mit einem Bein oder das Verfolgen der Mitmenschen über die Tracker zwar zur Grundstimmung und Violas mentalem Zustand gut bei, für den Leser ist es nach einer Weile jedoch nicht mehr sooo spannend.

Die Atmosphäre wird aber gut getroffen, man wird selbst beim Lesen misstrauisch und leidet mit. Eine überschaubare Anzahl Charaktere sorgt dafür, dass man leicht den Überblick behält und schnell eigene Verdächtigungen anstellen kann.
Auch fand ich es wieder toll, wie die Grundthemen eingearbeitet wurden, man erfährt viel über die Tracker und das Leben mit einem Bein. Dies wirkte auf mich auch gut recherchiert und somit zusätzlich informativ.
Aus meiner Sicht nicht ihr bestes Werk, aber trotzdem wie gewohnt gute Spannung!

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Vertraue niemandem
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Die Freiheit im Himmel

Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider

Dieses Jahr ist Noahs Sommer nicht geprägt von ausgelassenen Spielen am Bach, bunten Kleidern und süßen Erfrischungen, sondern von Verboten, Angst und Unterdrückung.
Ähnlich wie damals im Irak wird auch hier eine streng religiöse totalitäre Herrschaft ausgerufen, das Kalifat. Aus dem Nichts ist plötzlich alles anders: Frauen dürfen nur noch ihre Augen zeigen, alles Westliche wie Handys, Zigaretten oder Fernsehen ist verboten, wer sich widersetzt hat schlimme Konsequenzen zu befürchten.

Wir begleiten Noah in dieser Zeit des Wandels und erleben das Geschehen dadurch aus den Augen eines 14-jährigen Jungens - er kann nicht komplett begreifen, was passiert, aber versteht gleichzeitig auch viel mehr, als manche ihm zutrauen. Er wandelt zwischen Gehorsam und kleinen Rebellionen, ohne die Tragweite seiner Handlungen richtig abschätzen zu können.

Die Schilderungen waren bedrückend, besondern wenn man bedenkt, dass dies von wahren Geschehnissen inspiriert wurde und es theoretisch auch immer wieder passieren kann.
Gleichzeitig hat Noahs Perspektive dafür gesorgt, dass es trotzdem noch irgendwie leicht zu lesen war. Hierbei möchte ich auch besonders den Schreibstil loben, kurze Kapitel und die leicht poetische Sprache haben den Roman zu einem echten Erlebnis gemacht.

Ebenfalls sehr gut gelungen ist die Verknüpfung von Familie und Gesellschaft. Wir bewegen uns viel auf der zwischenmenschlichen Ebene, während wir gleichzeitig auch die Welt außerhalb der Familie betrachten. Man lernt Menschen kennen, die sich gegen das Kalifat auflehnen, andere die es vollkommen unterstützen und schließlich diejenigen, die sich der Gehirnwäsche beugen.
Dazu erfährt man natürlich auch viel über die Taubenzucht und das Leben der Tauben, die durchgängig eine schöne Metapher darstellen.
Ein toller und wichtiger Roman, der ernste Themen wundervoll vermittelt.

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Die Freiheit im Himmel
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Authentische Charaktere in leicht märchenhafter Geschichte

Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross

Hazel zieht zusammen mit ihrer Familie vor ihrem letzten Schuljahr nach Riverburg, wo ihr Vater einen besseren Job bekommen hat und die Familie sich ihren Traum vom eigenen kleinen Haus erfüllen will. Blöd nur, dass Hazels Schuljahr alles andere als traumhaft beginnt: Der Direktor eröffnet ihr, dass sie die diesjährige Auserwählte ist, die eine sexuelle Beziehung mit ihm eingehen "darf".

Hazel hat verständlicherweise so gar keine Lust darauf, sagt Nein und so kommt der Stein ins Rollen...

Zunächst sollte erwähnt werden, dass ich dieses Buch nicht als super realistische Erzählung des doch so wichtigen Themas aufgefasst habe, sondern vielmehr als Geschichte, die Betroffenen Mut macht. So ist der Anfang durchaus sehr erschreckend und erinnert leider sehr an das, was bei ähnlichen Fällen in der Gesellschaft passiert. Mittelteil und Ende hingegen werden zunehmend märchenhafter, was im ersten Moment vielleicht etwas befremdlich wirken kann und sich als leichter Stilbruch darstellt. Die Autorin hat generell so einiges im Buch auf die Spitze getrieben, wodurch aber auch wiederum gut deutlich gemacht wird, wie sehr kleine Situationen eskalieren können.

Ich hatte öfters das Gefühl, dass meine Kritikpunkte an der Handlung und dem Schreibstil der Autorin durchaus bewusst waren, sie dies aber gezielt ignoriert hat als Stilmittel, um das Buch zu formen.
Hierzu gehörten das bereits erwähnte leicht übertriebene Geschehen, das teilweise Ignorieren des Grundsatzes "Show, don't tell" und die Fülle an Themen. Statt sich auf Hazel zu fokussieren, werden mehr und mehr Problematiken wie Cancel Culture oder Antisemitismus eingebracht, jedoch oft nur oberflächlich und man fragt sich, ob das jetzt noch sein musste.

Sehr gelungen waren dafür zweifelsohne die Charaktere bzw. die vier Familienmitglieder, aus deren Perspektiven wir die Geschichte verfolgen können. Ihre Gefühle, Handlungen und Reaktionen haben auf mich sehr authentisch gewirkt und man konnte recht gut mitfühlen. Dies gelingt auch vereinzelt bei Nebenfiguren, jedoch bleiben diese generell eher blass. Auch dem Direktor wird keine große Bühne gegeben, was mich überrascht hat, aber wiederum gut zum Ton des Buches passt. Das Wenige, was man von ihm mitkriegt, ist dafür nur leider auch erschreckend realistisch.
Insgesamt eine gut zu lesende Erzählung über ein wichtiges Thema mit kleineren Schwächen.

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Authentische Charaktere in leicht märchenhafter Geschichte
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Schmerzende Worte

Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber

Emma ist 30, hat eine Tochter im Grundschulalter, liebende Eltern, eine tolle beste Freundin und einen Mann, der sie ermorden wird.
Dieses Buch tut mit jeder Seite weh und doch ist es so unheimlich wichtig und wundervoll geschrieben.
Emmas Geschichte wird aus vielen Perspektiven erzählt, wir verfolgen ihre eigenen Gedanken vor ihrem Tod, aber auch das Leben danach von ihrer besten Freundin, ihrer Tochter und ihren Eltern.

Dazwischen gibt es auch Textabschnitte, die alles nochmal realer wirken lassen, wie ein Sektionsgutachten oder das Transkript des Notrufs, als Maja ihre tote Mutter findet.

Immer wieder habe ich beim Lesen einen Kloß im Hals bekommen, manchmal auch Tränen in die Augen, viele Sätze habe ich mehrmals gelesen oder eine Weile auf mich wirken lassen. Die Charaktere und ihre Gefühle und Gedanken wirken so authenthisch, dass man sich viel zu gut in sie hineinversetzen kann. Die Freundschaft zwischen den Frauen hat mich (trotz Unterschieden) so an meine beste Freundin erinnert, dass ich teilweise auch um Emma mitgetrauert habe und mich gefragt habe, was ich machen würde, wenn meine Freundin so plötzlich stirbt.
Der Schreibstil hat etwas ganz Besonderes, manche Sätze sind ewig lang, aber wirken dennoch nicht übertrieben oder kompliziert, sondern erinnern an einen menschlichen Gedankenfluss.
Dazu werden auch Themen des "Was wäre wenn" oder Paralleluniversen durchdacht, was passend zur Thematik der Trauer war.
Femizide sind leider ein immer noch sehr aktuelles Problem in unserer Gesellschaft, daher finde ich es umso wichtiger, dass darauf aufmerksam gemacht wird und jeder in der Weise hilft, wie es ihm möglich ist. Die Autorin trägt mit diesem Buch ihren Teil dazu bei, nun ist es an uns, auf unsere Lieben und auch auf uns selbst achtzugeben.
Absolute Leseempfehlung alleine für das Thema, aber auch Stil und Inhalt konnten mich sehr überzeugen!

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Schmerzende Worte
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Gelungene Atmosphäre passend zu Dark Academia

Blackspell von Celine Leonora

Jeden Sommer verbringt Eden bei ihrem Vater in seinem etwas heruntergekommenen Anwesen im Wald. Auch mit 18 kehrt sie dorthin zurück, jedoch aus einem eher traurigen Grund: Ihr Vater ist verstorben, sie soll der Testamentsverkündung beiwohnen. Dort wird ihr ein großes Erbe in Aussicht gestellt, jedoch geknüpft an die Bedingung, dass sie ihren Schulabschluss an der nahe gelegenen Wyndhouse Academy absolviert.

Dort erwarten sie Magie, Geheimnisse und Gefahren...

Schon von der ersten Seite an fiel mir die wunderbare, düstere Atmosphäre auf. Man konnte richtig gut eintauchen in die Welt der Academy und dem Wald drumherum, die Beschreibungen haben alles schön verbildlicht, ohne überladen zu wirken. Hierbei lässt die Autorin sich auch Zeit, man lernt in Ruhe alles kennen und wird nicht überfordert. Teilweise führte das zu minimalen Längen, überwiegend im Mittelteil, aber ohne dass es mich übermäßig gestört hätte.
Generell habe ich den Schreibstil als angenehm und sehr flüssig empfunden, ich bin quasi durch die Seiten geflogen.
Auch das Dark Academia Setting wurde gut getroffen, an einigen Stellen hat es mich auch öfters mal an Wednesday erinnert, Fans der Serie kommen hier durchaus auf ihre Kosten.
Passend dazu gibt es mysteriöse Morde mit Überraschungen und natürlich auch etwas Magie.
Ebenfalls positiv erwähnen sollte man auch die Gestaltung des Buches, von Farbschnitt, Playlist, Landkarten und hübschen Illustrationen ist alles vorhanden.
Für den nächsten Band wünsche ich mir jedoch, dass wir noch mehr von den Nebencharakteren erfahren, diese sind mir ein wenig zu kurz gekommen - generell bin ich aber schon sehr gespannt!

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Gelungene Atmosphäre passend zu Dark Academia
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Coole Idee, schwieriger Schreibstil

The Blackgate Invitation von Sarah Henning

Ruby und Wren sind Schwestern und erhalten ein verführerisches Angebot: Einen Abend lang auf einer privaten Feier die Enkeltöchter von Mrs Blackgate spielen und dafür 4000 Dollar kassieren. Klingt zu gut um wahr zu sein? Ist es auch, denn der Haken wird schnell klar: Die Gastgeberin wird ermordet und sperrt sie auf dem Anwesen ein, wo sie nun Rätsel lösen müssen.

Noch dazu sind alle anderen Gäste und Familienmitglieder Hexen...

Super interessante Idee, die Kombi aus Magie, Rätseln, Krimi und ein bisschen Romance hat mir echt gut gefallen. Auch die wechselnden Perspektiven zwischen Ruby und Auden waren gut gewählt, generell waren die Beziehungen der Charaktere untereinander ein Pluspunkt des Buches. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht komplett überzeugen, hier hätte ich mir noch etwas mehr Gefühle gewünscht.
Den Einstieg in die Geschichte empfand ich als doch etwas sehr verwirrend: Es gibt viele Charaktere/Familien auf einmal, dazu noch die magischen Elemente. Hier habe ich eine Weile gebraucht, bis ich dann doch mal durchgeblickt habe.
Erschwert wurde dies zusätzlich auch von dem Schreibstil, mit dem ich mich leider so gar nicht anfreunden konnte. Ich weiß nicht, ob es teilweise der Übersetzung geschuldet ist, aber ich fand viele Sätze und Beschreibungen einfach so unnötig kompliziert: Verschachtelungen, künstlich aufgebauschte Beschreibungen, unnatürlich wirkende Dialoge.
Ich musste manche Sätze mehrmals lesen, weil ich immer wieder ins Stocken geraten bin, auch weil gefühlt zwanghaft hochtrabende Formulierungen verwendet wurden. Der Schreibstil hat meinen Geschmack leider gar nicht getroffen und nicht zum Genre gepasst, wodurch es teilweise etwas zäh für mich wurde.

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Coole Idee, schwieriger Schreibstil