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Rezensionen von Lilli33:

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Konnte mich erst gegen Ende fesseln

Das Geheimnis von Zimmer 622 von Dicker Joël

Konnte mich erst gegen Ende fesseln

Inhalt:
Im Urlaub in einem Luxushotel in den Schweizer Bergen lernt der Schriftsteller Joël seine Zimmernachbarin Scarlett kennen. Gemeinsam wundern sie sich über die seltsame Nummerierung. Zwischen den Zimmern 621 und 623 befindet sich nicht etwa die Nummer 622, sondern 621a.

Sie gehen dem auf den Grund und stoßen auf einen ungeklärten Mord, der sich hier vor Jahren im Zusammenhang mit einem großen Schweizer Bankhaus ereignet hat.

Meine Meinung:
Joël Dicker ist ein toller Schriftsteller - eigentlich. Mit „Das Geheimnis von Zimmer 622“ konnte er mich aber leider nicht begeistern. Die ersten zwei Drittel ziehen sich wie Kaugummi. Präzise und bis ins kleinste Detail seziert er die Ereignisse in der Vergangenheit, wobei er wild zwischen verschiedenen Zeitebenen und Orten hin und her springt. Ich empfand dies als sehr anstrengend zu lesen, zumal sich lange Zeit überhaupt kein Weiterkommen abzeichnet.

Es ist ein Hin und Her in Liebesbeziehungen, ein Hin und Her in beruflichen Dingen, ein Hin und Her in der Familie. Kaum ist man in die eine Richtung unterwegs, kommt wieder etwas dazwischen und es geht wieder andersherum. Intrigen, Eifersucht und Neid sind die Antriebsfedern der handelnden Personen. Dabei wirken diese allerdings nicht sehr glaubwürdig. Einiges ist hier an den Haaren herbeigezogen.

Joël Dicker hat diesen Roman wohl auch als Hommage an seinen verstorbenen Verleger geschrieben, der immer wieder erwähnt wird. Sich selbst hat der Autor auch hineingeschrieben. Hier stieß mir unangenehm auf, dass die Leute ihn immer nur „der Schriftsteller“ nennen, also ob es nur einen einzigen Schriftsteller gäbe. Vielleicht war es ja ganz anders gedacht, aber für mich hatte das einen Beigeschmack von Überheblichkeit.

Schließlich hatte ich mich durch etwa zwei Drittel des Romans durchgekämpft und wurde endlich belohnt. Nach und nach werden die ganzen Verwicklungen aufgedröselt und gezeigt, wie alle Handlungsfetzen wie Zahnräder ineinandergreifen. Manche Person offenbart nun ihr wahres Ich und kann dadurch überraschen. Dieser Teil hat mich wirklich gefesselt und ich habe ihn sehr gerne gelesen. Ein wenig hat er mich auch mit dem zähen Anfang versöhnt.

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Konnte mich erst gegen Ende fesseln
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Ein echter Pageturner

VANITAS - Rot wie Feuer von Poznanski Ursula

Ein echter Pageturner

Inhalt:
Carolin Bauer ist wieder in Frankfurt, wo sie damals Fürchterliches mit dem Karpin-Clan erlebt hat. Nachdem die Karpins erfahren haben, dass ihr Tod nur vorgetäuscht war, bleibt Carolin nichts anderes übrig, als in die Offensive zu gehen und von der Gejagten zur Jägerin zu werden.

Sie hat einen Plan, wie sie ihren verhassten Widersacher Andrei Karpin vernichten kann …

Meine Meinung:
Nach dem Cliffhanger am Ende des 2. Bandes konnte ich es kaum erwarten, Band 3 von „Vanitas“ in den Händen zu halten. Anders als in den beiden Vorgängerbänden gibt es hier keinen eigenständigen Kriminalfall, der gelöst werden müsste. Die ganze Story beruht nur auf Carolins Abrechnung mit den Karpins. Konnte man die ersten zwei Bände auch jeweils einzeln lesen, sollte man für den dritten aber besser Vorkenntnisse haben, weil sonst vieles im Unklaren bleibt, was für die Handlung wichtig ist.

Von der ersten Seite an hat mich dieser Thriller gepackt. Während Band 1 und 2 eher gemächlich verliefen, geht es im finalen Band rasant zur Sache. Die Autorin gönnt weder der Protagonistin noch den Leser*innen eine Verschnaufpause. Es geht sehr spannend los und Ursula Poznanski schafft es auch, diese Spannung bis zum Schluss hoch zu halten. Carolin erzählt in der Ich-Form und in der Gegenwart. Dadurch bekommt man das Gefühl, alles gerade im Moment selbst zu erleben, und das treibt den Adrenalinspiegel hoch. Denn die junge Frau schlittert von einer brenzligen Situation in die nächste - wie es halt so ist, wenn man sich mit verschiedenen mafiösen Clans einlässt. Zwar hat sie einen ausgeklügelten Plan, wie sie ihre Feinde zur Strecke bringen kann, doch vieles lässt sich einfach nicht vorhersehen und so funkt ihr ständig jemand dazwischen. Das ist auch für die Leserschaft überraschend und gibt der Handlung immer wieder neue Wendungen. Langweilig wird es hier wirklich nicht!

Wer es gerne brutal und blutig mag, ist hier genau richtig. Manche Beschreibungen können empfindlichen Personen heftig auf den Magen schlagen. Zuweilen ist das schon ziemlich unappetitlich zu lesen.

Auch wenn ich gerne noch mehr von Carolin Bauer lesen würde, bin ich damit zufrieden, dass das Ende nun erreicht ist. Es ist ein befriedigender Abschluss einer langen Jagd, auch wenn es etwas anders kommt, als man erwartet.

Die Trilogie:
Vanitas 01. Schwarz wie Erde
Vanitas 02. Grau wie Asche
Vanitas 03. Rot wie Feuer

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Ein echter Pageturner
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Aktuelles Thema spannend umgesetzt

Fair Play von Kerstin Gulden

Aktuelles Thema spannend umgesetzt

Inhalt:
Vier Schüler*innen eines Gymnasiums nehmen an einem Wettbewerb des Berliner Senats zum Thema Klimakrise teil, Kera, Elodie, Leonard und Max. Sie entwickeln eine App für die Schüler*innen ihrer Schule, die den ökologischen Fußabdruck jedes Einzelnen abbildet - für alle Teilnehmer sichtbar.

Schon bald spaltet sich die Schule in zwei Lager, Fair Player (nach der App, die Fair Play heißt) und Foul Player, die sich weigern, sich von einer App ihr Handeln vorschreiben zu lassen. Schon bald kommt es zu ersten Schummeleien, um besser dazustehen, andererseits zu Mobbing und Schlimmerem.

Meine Meinung:
Die Klimakrise ist ein sehr aktuelles und äußerst wichtiges Thema, über das sich gerade auch Jugendliche Gedanken machen sollten und auch machen. Ich finde es gut, dass es in diesem Jugendbuch aufgegriffen wird. Auch wie die Autorin es in ihre Story eingebaut hat, halte ich für sehr gelungen. Sie zeigt, dass mit Fanatismus nichts gewonnen ist, dass jeder mithelfen muss, die endgültige Klimakatastrophe abzuwenden oder zumindest aufzuhalten, und dass auch Jugendliche in dieser Sache durchaus verschiedene Möglichkeiten haben, für die Sache einzutreten.

Daneben haben unsere jugendlichen Helden und Antihelden auch ganz normale Teenagerprobleme wie Liebeskummer, schlechte Schulnoten, familiäre und finanzielle Probleme oder Einsamkeit.

Erzählt wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive der vier Protas. Sie stellen total unterschiedliche Charaktere dar. Hier ist sicher für alle Lesenden eine Identifikationsfigur dabei. Durch die verschiedenen Sichtweisen wirkt das Geschehen sehr vielschichtig und bunt. Immer wieder gibt es überraschende Wendungen, sodass es keinesfalls langweilig wird.

Ein kleines Manko ist für mich, dass die Programmierung der hoch komplexen App unglaubwürdig einfach vonstatten ging. Davon abgesehen, konnte mich Kerstin Gulden aber von der ersten Seite an packen. Teilweise liest sich das Buch so spannend wie ein (Polit-) Thriller.

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Aktuelles Thema spannend umgesetzt
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Wer bin ich?

Ypsilons Rache von Lou Bihl


Wer bin ich?

Inhalt:
Professor Dr. Kristian Starck, Mitte fünfzig, Pathologe, geschieden, aber immer noch freundschaftlich verbunden mit seiner Ex-Frau und seinen erwachsenen Töchtern, nimmt sich eine Auszeit. In einem Sabbatjahr will er eine Reise machen, ein Buch schreiben und vor allem sich darüber klarwerden, was er weiterhin mit seinem Leben anfangen will.

Kris fühlt sich in seinem männlichen Körper nicht zu Hause. Ob er aber ganz als Frau leben will und kann, weiß er auch nicht.

Zu Beginn des Sabbatjahrs erhalten Kris’ Pläne erst mal einen Dämpfer, als bei einem Routinecheck Prostatakrebs diagnostiziert wird. Nun gilt es, sich für eine Therapieform zu entscheiden. Naiv wie ich bin, dachte ich, kein Problem, als Frau braucht Kris doch eh keine Prostata, also Radikal-OP, und gut ist es. Weit gefehlt! Offensichtlich ist es schwer, bei einer geschlechtsangleichenden OP ohne die Prostata auszukommen. Und so bedroht ausgerechnet ein Körperteil, das Kris für sich als unpassend empfindet, sein Leben.

Meine Meinung:
Glücklicherweise findet das Thema Transidentität bzw. Diversität allgemein immer häufiger Eingang in die Literatur. „Ypsilons Rache“ bereichert die Palette der diesbezüglichen Werke ungemein. Denn anders als in anderen Romanen, die ich zu diesem Thema bereits gelesen habe, ist sich Kris nicht ganz sicher, wie viel Frau in ihm steckt. So wird während des ganzen Romans auch das Pronomen „er“ verwendet, wenn Kris in männlichem Outfit unterwegs ist, und nur wenn er als Frau erscheint, heißt es „sie“. Das sind jedoch eher wenige Ereignisse, da kaum jemand über Kris’ „Transtendenzen“ Bescheid weiß. Auf seiner Reise quer durch Deutschland besucht er verschiedene Menschen, Familienmitglieder und alte Freunde, mit der Absicht, sich endlich zu outen.

Da Kris als Ich-Erzähler auftritt, werden seine Gedanken, seine Hoffnungen, Zweifel und Ängste auf direktem Weg zur Leserschaft transportiert. Es fällt leicht, sie nachzuvollziehen und zu verstehen. Kris ist ein überwiegend sympathischer Mensch, den man gerne auf seiner Reise zu seinem neuen Ich begleitet. Er überlegt, ob er den Weg der Geschlechtsangleichung gehen muss und ob sie für ihn unbedingt vollständig sein muss, um ein zufriedenes Leben führen zu können.

So unterschiedlich wie Kris’ Gedanken und Empfindungen sind auch die Reaktionen auf sein Coming-out. Dies alles wird sehr realistisch dargestellt.

Lou Bihl erzählt Kris’ Geschichte auf interessante Weise. Sie lässt die Leser*innen Anteil nehmen an einem fremden Leben und berührt einen im Innersten. Lediglich die Wortwahl konnte mich nicht begeistern. Zwar mochte ich den subtilen Humor und die (Selbst-) Ironie in Kris’ Worten, aber insgesamt war mir die Sprache etwas zu gestelzt. Ich habe nichts gegen Fremdwörter, aber bitte in Maßen. Ich liebe auch originelle Wortneuschöpfungen, aber nicht um jeden Preis. Hier war mir das definitiv zu viel und manchmal auch unpassend. Aber das ist mein persönliches Empfinden und sollte niemanden von der Lektüre abhalten, denn dieser Roman ist auf jeden Fall lesenswert.

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Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

Lockvogel von Theresa Prammer

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

Inhalt:
Toni ist Schauspielschülerin am Konservatorium in Wien. Dummerweise ist ihr geliebter Felix mit ihrem gesamten Ersparten und dem wertvollen Schmuck ihrer Großmutter abgehauen, was sie in die Bredouille bringt. Sie beauftragt den Detektiv Edgar Brehm, Felix und das Geld aufzuspüren.

Da sie ihn nicht bezahlen kann, arbeitet sie für ihn. Die Frau eines bekannten Filmregisseurs hat Hinweise, dass ihr Mann vor Jahren eine junge Schauspielerin sexuell belästigt hat. Als wäre das nicht schon genug, wurde nach einer Party auf dem Grundstück des Regisseurs auch noch ein Drehbuchautor ermordet.

Meine Meinung:
Zunächst hörte sich diese Story für mich sehr interessant und spannend an. Es ging auch sehr gut los. Ich las die Leseprobe und wollte direkt weiterlesen. Leider flacht der Spannungsbogen dann aber recht schnell ab. Über weite Strecken rücken sämtliche Verbrechen in den Hintergrund. Dafür werden die Protas detailliert aufgebaut. Die Figuren erwachen vor dem inneren Auge direkt zum Leben, so plastisch sind sie beschrieben. Zum Teil wirken sie aber auch recht unrealistisch. So werden zum Beispiel ständig Brehms Herzattacken thematisiert. Der Mann hat andauernd Beschwerden und kann kaum einen Schritt laufen und arbeitet trotzdem als Detektiv? In den wenigen Tagen, an denen die Geschichte spielt, müssen die Rettungssanitäter mehr als ein Mal anrücken und er landet im Krankenhaus. Inzwischen schmeißt seine frisch gebackene Assistentin Toni den Laden alleine. Mir fiel es öfter schwer, Handlungsweisen der Figuren nachzuvollziehen. Manches erschien mir einfach nicht logisch.

Nachdem der anfangs ziemlich mürrische Detektiv erst mal etwas aufgetaut ist, wuchsen mir beide Protas schnell ans Herz. Sie sind wirklich liebenswürdige und ganz besondere Menschen. Zusammen ergeben sie ein tolles Ermittler-Duo, bei dem es allerdings ziemlich chaotisch zugeht. Da man die Charaktere nun gut kennt, könnte Theresa Prammer in einem eventuellen weiteren Band schneller zur Sache kommen und sich mehr auf den Kriminalfall konzentrieren, und zwar am besten nur einen einzigen Kriminalfall, nicht wie hier gleich drei. Da hat sie in meinen Augen zu viel gewollt und dabei etwas Tiefe vermissen lassen. #metoo wird nur am Rand gestreift - wie auch die vielen anderen Themen, die der Autorin wohl ein Anliegen sind. Schade, da hätte man noch viel mehr draus machen können. Nett zu lesen und unterhaltsam war es aber auch so.

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Leider nur mittelprächtig

Keine weiteren Fragen von David Nicholls


Leider nur mittelprächtig

Inhalt:
Brian wollte schon immer etwas aus seinem Leben machen, obwohl oder vielleicht gerade, weil er aus kleinen Verhältnissen kommt. Im Gegensatz zu seinen zwei besten Kumpels geht er zum Studieren an die Uni. Hier ist er ein sozialer Außenseiter, bemüht sich aber nach Kräften, Anschluss zu finden.

Mit einem Platz im Universitätsteam für das Fernseh-Quiz „The Challenge“ geht einer seiner Träume in Erfüllung. Dass er sich in seine Teamkolleign, die schöne Alice, verliebt, macht das Leben für ihn allerdings nicht leichter.

Meine Meinung:
Was sich in der Buchbeschreibung nach aufregender erster großer Liebe und Erwachsenwerden anhörte, entpuppte sich leider als mittelmäßig interessante Story. Es gibt viele gute und interessante Ansätze bezüglich zum Beispiel Freundschaft, Familie, Gesellschaftskritik oder Toleranz. Doch wird alles nur recht oberflächlich angerissen. Als oberflächlich erweist sich auch der Protagonist Brian. Geblendet durch Alice’ Schönheit, benimmt er sich wie ein notge.ler Hammel. Und leider entwickelt er sich auch überhaupt nicht weiter, lernt nichts dazu. Insofern hat mich vor allem der Epilog enttäuscht.

Erzählt wird aus Brians Perspektive. So gelang es mir auch gut, viele seiner Gedanken und Wünsche zu verstehen. Doch wie er handelt, konnte ich tatsächlich oft nicht nachvollziehen. Viele der Situationen, in die er stolpert, sind einfach zum Fremdschämen. Etliche Sympathiepunkte, die ich ihm anfangs noch zugestand, verspielte er bis zum Ende leider grandios.

Was diesen Roman für mich noch einigermaßen rettete, ist David Nicholls Schreibstil, der eine gehörige Portion britischen Humor enthält und einfach immer Spaß macht. Es gibt allerdings auch einige Längen, auf die ich gerne verzichtet hätte. Insgesamt konnte mich daher David Nicholls’ Debütroman leider nur mäßig begeistern.

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Leider nur mittelprächtig
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Atmosphärischer Kriminalroman

Mordsand von Fölck Romy

Atmosphärischer Kriminalroman

Inhalt:
Frida Paulsen und Bjarne Haverkamp von der Kripo Itzehoe bekommen es mit einem Cold Case zu tun. Auf der Elbinsel Bargsand wurde ein jahrzehntealtes Skelett mit gefesselten Händen im Schlick eingegraben gefunden. Kurz darauf wird auf einer anderen Insel die Leiche eines Hamburger Bauunternehmers entdeckt, auf die gleiche Weise gefesselt wie das Skelett von Bargsand.

Hängen die beiden Fälle zusammen oder gibt es hier einen Nachahmer?

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 4. Teil der Reihe um die Itzehoer Kommissare Bjarne Haverkamp und Frida Paulsen. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Daher kann man dieses Buch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Auch das Wichtigste zu den bereits bekannten Akteuren wird noch einmal wiederholt. Allerdings nimmt auch das Privatleben der Ermittler in dieser Reihe einen großen Raum ein. Da macht es natürlich mehr Spaß, wenn man dies von Anfang an verfolgt. Ich finde die beiden Protagonisten samt ihrem Familienanhang sehr sympathisch und freue mich immer, darüber zu lesen. Das gibt dem Ganzen die besondere Atmosphäre. Dazu kommen die gewohnten liebevollen Landschaftsbeschreibungen, die einen gedanklich direkt in die Elbmarsch versetzen.

Der Kriminalfall ist ganz schön verzwickt und wenig vorhersehbar. Durch bedrückende Einschübe, die etwa dreißig Jahre in der Vergangenheit im Jugendwerkhof Torgau in der DDR spielen, ergibt sich zwar bald eine Richtung, in die uns das Buch führt. Doch die letztendlichen Zusammenhänge hat Romy Fölck zunächst gut verschleiert.

Als Leser*in begleitet man die Ermittler bei den ziemlich authentisch erscheinenden, mühsamen Ermittlungen. Spannung ist durchgehend vorhanden, wenn auch nicht auf allerhöchstem Niveau, aber das muss bei einem KriminalROMAN ja auch nicht unbedingt sein. Einige extrem spannende Szenen gibt es aber durchaus auch.

Einige Kleinigkeiten kamen mir nicht sehr glaubwürdig vor. Diese schmälern das Leseerlebnis aber nur marginal. Im Großen und Ganzen liegt hier ein solide aufgebauter und ausgearbeiteter Krimi mit tiefgründigen Charakteren vor, der jetzt schon meine Vorfreude auf den nächsten Band angefacht hat.

Die Reihe:
1. Totenweg
2. Bluthaus
3. Sterbekammer
4. Mordsand

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Atmosphärischer Kriminalroman
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Nora Linde in Nöten

Das Grab in den Schären von Viveca Sten

Nora Linde in Nöten

Inhalt:
Bei Bauarbeiten auf der bislang unbewohnten Schäreninsel Telegrafholmen werden Teile eines Skeletts gefunden, das hier vergraben war. Polizeikommissar Thomas Andreasson und sein Partner Aram ermitteln in den Fällen der seit Jahren vermissten siebzehnjährigen Astrid und der fünfunddreißigjährigen Siri.

Wurde eine von ihnen auf Telegrafholmen verscharrt?

Die Staatsanwältin Nora Linde, Thomas’ beste Freundin, ist nach ihrem tragischen letzten Fall schon seit Monaten krankgeschrieben. Nachts plagen sie Albträume, tagsüber gibt sie sich dem Alkohol hin. Als sie erfährt, dass möglicherweise Astrids Skelett gefunden wurde, ermittelt sie auf eigene Faust, denn sie hatte das Mädchen gekannt. Doch damit ruft sie nicht nur bei Thomas Ärger hervor, sondern auch die Aufmerksamkeit des Täters auf sich …

Meine Meinung:
Dies ist der 10. Fall für Thomas Andreasson. Das Lesen macht bestimmt mehr Spaß, wenn man zumindest einige der Vorgängerbände kennt, um die Beziehung der verschiedenen Personen zueinander besser nachvollziehen zu können. Für den Kriminalfall ist es aber nicht notwendig.

Wie immer hat Viveca Sten einen spannenden Roman kreiert. Er wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dabei wird die Erzählung in der Gegenwart immer wieder durch Einschübe aus Astrids und aus Siris Sicht in der Vergangenheit unterbrochen. Scheibchenweise erfährt man so, was damals passiert ist. Und auch wenn man dadurch als Leser*in etwas mehr weiß als die Polizisten, wirkt der Fall keineswegs klarer. Die Story ist voller Wendungen und Überraschungen und fesselt dadurch ungemein.

Trotzdem war das Lesevergnügen für mich nicht ganz ungetrübt. Zum einen gefiel es mir nicht, dass Nora Linde dermaßen im Vordergrund steht und zweitens, dass hier ein psychisches Problem das andere jagt. Sowohl Nora als auch Thomas haben Probleme mit ihren Partnern, Nora steigert sich in ihre Ängste und Panikattacken. Auch fast sämtliche anderen Ehen oder Partnerschaften werden negativ beschrieben. Dies alles nimmt für meinen Geschmack zu viel Raum ein und ist recht deprimierend zu lesen. Daher wünsche ich mir, dass Nora sich endlich wieder erholt und im 11. Fall wieder psychisch fit ist.

Die Fälle von Thomas Andreasson:
1. Tödlicher Mittsommer
2. Tod im Schärengarten
3. Die Toten von Sandhamn
4 .Mörderische Schärennächte
5. Beim ersten Schärenlicht
6. Tod in stiller Nacht
7. Tödliche Nachbarschaft
8. Mörderisches Ufer
9. Flucht in die Schären
10. Das Grab in den Schären

ACHTUNG TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
GNUGITLAWEGREV

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Nora Linde in Nöten
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Hoch spannend und klasse aufgebaut

Rattenkönig von Pascal Engman


Hoch spannend und klasse aufgebaut

Inhalt:
Die Ex-Freundin eines Gewalttäters wird ermordet. Er hatte ihr mit dem Tod gedroht. Doch ist er wirklich der Täter? Als eine weitere junge Frau ermordet wird, beginnt die Stockholmer Kommissarin Vanessa Frank, nach Verbindungen zu suchen.

Meine Meinung:
Mit „Rattenkönig“ ist Pascal Engman eine grandiose Fortsetzung der Reihe um die charismatische Stockholmer Ermittlerin Vanessa Frank gelungen.

Dies ist von der ersten bis zur letzten Seite eine atemberaubende Story, die sich aus vielen verschiedenen Handlungssträngen zusammengesetzt. Diese greifen wie ein Schweizer Uhrwerk perfekt ineinander und ergeben eine runde Geschichte.

Relativ kurze Kapitel, oft mit Cliffhanger am Ende, erzeugen jede Menge Spannung. Perspektivwechsel sorgen für Abwechslung. Hier kommt garantiert keine Langeweile auf! Besonders gut gefiel mir, dass nicht nur aus Sicht der Ermittlerin erzählt wird, sondern auch eine junge Journalistin maßgeblich an der Aufklärung der Verbrechen beteiligt ist. Auch der sympathische ehemalige Elitesoldat Nicolas Paredes ist wieder mit von der Partie.

Trotz kurzer Einschübe aus der Sicht des Täters ist dieser für die Leser*innen lange Zeit nicht zu identifizieren. Genauso wenig natürlich für die Polizei. Und als es dann endlich „klick“ macht, ist es schon fast zu spät … Es kommt zu einem rasanten Showdown.

Mir hat schon der 1. Band, „Feuerland“ gut gefallen, aber mit „Rattenkönig“ legt Pascal Engman die Latte noch ein gutes Stück höher. Ich war restlos begeistert. Das Buch kann übrigens auch gut ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Die bisherigen Bände der Vanessa-Frank-Reihe:
1. Feuerland
2. Rattenkönig

ACHTUNG TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
GNUGITLAWEGREV DIZIUS

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Gefühlschaos pur

Dark Elements 5 - Goldene Wut von Jennifer L. Armentrout


Gefühlschaos pur

Inhalt:
Nach Mishas Verrat ist nun Zayne der Beschützer der Trueborn Trinity. Die beiden sollen den Boten aufspüren, der die Stadt unsicher macht und Wächter und Dämonen tötet. Doch dummerweise weiß niemand, wer oder was der Bote eigentlich ist. Somit gestaltet sich die Suche nach ihm sehr schwierig.

Auch das verbotene Gefühlschaos zwischen Trin und Zayne trägt nich gerade zur Klärung der Situation bei.

Meine Meinung:
Dies ist der 5. Band der Dark Elements-Reihe. Er schließt nahtlos an den 4. an. Vorkenntnisse sind
unbedingt vonnöten, denn auf vieles wird hier nicht noch einmal näher eingegangen, sondern es wird einfach vorausgesetzt.

Anfangs zog sich das Buch ziemlich in die Länge. Es passiert recht wenig. Allerdings knistert es allmählich zwischen Trinity und Zayne, was beide eigentlich nicht wollen, da eine Beziehung zwischen Trueborn und Beschützer tabu ist. Doch gegen Gefühle kann man halt nichts machen. Dummerweise ist Trinity auch tierisch eifersüchtig, was mir ziemlich auf die Nerven ging. Auch die ständige Erwähnung und das Jammern über ihre Augenerkrankung hatte ich irgendwann wirklich satt. Schließlich bin ich ja nicht ganz blöd, ich kann mir das schon über ein paar Seiten hinweg merken, ohne dass es dauernd gesagt werden muss. Aber schließlich fand ich die Liebesgeschichte doch ganz süß.

Am meisten haben mir aber die Interaktionen mit Roth, Cayman und Layla gefallen. Die Dämonen sind so herrlich erfrischend frech. Das macht richtig Spaß. Auch die Sprüche, die der Geist Peanut absondert, sind zum Schmunzeln.

Nach und nach kommt dann Bewegung in die Suche nach dem Boten. Es wird immer spannender und unsere Helden geraten zuweilen in arge Bedrängnis. Hier kann man wunderbar mitfiebern und gebannt verfolgen, was passiert. Der Showdown mit dem Boten am Schluss hat mich dann wirklich überrascht. Mit allem hätte ich gerechnet, aber nicht damit. Und doch wirkt es logisch.

Natürlich endet auch dieser Band wieder mit einem fiesen Cliffhanger, der einem die Zeit bis zum Erscheinen des nächsten Bandes lang werden lässt.

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