Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Zum ersten Mal von Poznanski enttäuscht
Oracle von Ursula Poznanski
Zum ersten Mal von Poznanski enttäuscht
Inhalt:
Julian litt jahrelang unter Trugwahrnehmungen. Nebel, Schattenbalken und wabernde Wolken bedeckten teilweise die Körper seiner Mitmenschen und machten ihm Angst. In der Schule galt er deswegen als Freak und wurde gemobbt. Seit er in Therapie ist und entsprechende Medikamente bekommt, sind die „Marker“, wie er die Wahrnehmungen nennt, verschwunden und er kann endlich ein normales Leben führen.
Doch als er nach Jahren seine Schulkameraden wieder trifft, erfährt er etwas Schockierendes: Diejenigen, bei denen er damals Marker gesehen hatte, wurden genau an den entsprechenden Stellen verletzt. Zufall? Oder sind die Marker eine Art Vision? Julian beschließt, dies herauszufinden.
Meine Meinung:
Der Roman wird vom Verlag als Thriller angepriesen - und damit war meine Enttäuschung vorprogrammiert, denn von Thrill fand ich keine Spur. Kein Nervenkitzel, keine atemberaubende Spannung, nur ein nicht uninteressanter Plot. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass endlich etwas Großes passiert, aber da kam einfach nichts. Nur ganz am Schluss kommt so etwas wie leichte Spannung auf. Die ist dann aber auch ganz schnell wieder vorbei und das Buch endet, ohne dass wichtige Fragen beantwortet würden. Mystery halt, da muss man nichts erklären. ;-)
Gut gefallen hat mir der Schreibstil und die Charakterisierung der Personen. Ich konnte mir sowohl die Hauptfiguren als auch die Nebenfiguren bildlich vorstellen und auch gut auseinanderhalten, weil jede Person etwas Besonderes ist. Ein klein wenig öd fand ich nur den Protagonisten Julian, der über weite Strecken mit sich und seinen Zweifeln hadert, bis er dann mal in die Puschen kommt und agiert. Dann aber wächst er über sich hinaus, wie sich das für einen richtigen Helden gehört.
Bisher konnte Ursula Poznanski mich mit jedem ihrer Bücher - egal ob für Jugendliche oder Erwachsene - begeistern, doch dieses Mal konnte sie mich leider nicht erreichen.
Klasse Romeo-und-Julia-Adaption
The Romeo & Juliet Society, Band 1 - Rosenfluch von Sabine Schoder
Klasse Romeo-und-Julia-Adaption
Inhalt:
Als Joy an eine ganz besondere Akademie in Verona entführt wird, wird ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. Sie soll eine Nachfahrin von Julia Capulet sein, der berühmten Julia von Shakespeare. Und die Capulets liegen immer noch mit den Montagues im Widerstreit.
Beide Familien stehen unter einem gemeinsamen Fluch. Alle siebzehn Jahre muss sich ein Liebespaar aus beiden Familien opfern, damit die anderen am Leben bleiben.
Meine Meinung:
Sabine Schoder konnte mich schon mit einigen ihrer Bücher begeistern. Auch mit dem Auftaktband zu dieser Trilogie ist ihr das locker gelungen. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite total gefesselt und wurde absolut gut unterhalten.
Die Geschichte von Romeo und Julia wird von Sabine Schoder klasse abgewandelt und erfrischend erzählt. Ich konnte mich leicht in die Ich-Erzählerin Joy hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken gut nachvollziehen. Neben dem Fluch und Intrigen gibt es natürlich auch eine Liebesgeschichte - bei dieser Vorlage geht das ja gar nicht anders. Diese entwickelt sich ganz allmählich und wirkt dadurch sehr glaubhaft. Romantische Momente wechseln sich mit actiongeladenen und humorvollen ab. Das ist eine tolle Mischung.
Die drei Protagonist*innen Joy, Rhyme und Cut waren mir sofort sympathisch. Auch wenn sich Rhyme Capulet und Cut Montague als die Fürsten ihrer jeweiligen Häuser bekämpfen, spürt man doch, dass sie mal Freunde waren und eigentlich auch immer noch sind. Aber die Kabbeleien zwischen den beiden sind einfach großartig. Ich habe mich köstlich amüsiert.
Am liebsten würde ich gleich weiterlesen, denn das Buch endet an einer ziemlich spannenden Stelle. Zum Glück dauert es bis zur Veröffentlichung von Band 2 nur etwa ein halbes Jahr. Ich warte auf jeden Fall sehnsüchtig darauf.
Die Trilogie:
1. Rosenfluch
2. Schlangenkuss (erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2024)
3. Diamantentod (erscheint voraussichtlich im Herbst 2024)
Mehr Science-Fiction
Kommissar Jennerwein darf nicht sterben von Jörg Maurer
Mehr Science-Fiction als Krimi
Inhalt:
Kommissar Hubertus Jennerwein soll sich im Sport- und Wellnesshotel Relax vom mühsamen Alltag erholen. Doch natürlich läuft ihm auch dort ein Fall über den Weg und der Kommissar kann nicht aus seiner Haut: Er macht sich auf die Suche nach dem verschollenen Mitarbeiter einer weltweit operierenden Firma und dringt dabei in die Welt der künstlichen Intelligenz vor.
Von anderer Seite, nämlich von zwölf von Jennerwein verhafteten Verbrechern bzw. deren Angehörigen, wird unterdessen ein Auftragskiller angeheuert, der Jennerwein, der schon so vielen potenziell tödlichen Gefahren entkommen ist, endgültig den Garaus machen soll.
Meine Meinung:
Ich habe diese Reihe wirklich geliebt und jeden Band gelesen. Bis zum vorletzten, Bei Föhn brummt selbst dem Tod der Schädel , konnten sie mich auch immer prächtig unterhalten. Kommissar Jennerwein darf nicht sterben ist nun der 2. Band in Folge, der mir einfach zu abstrus und zu langweilig war.
Der Handlungsstrang mit dem Auftragskiller war dabei noch ganz winzig, wenn auch eher auf Kindergartenniveau, doch leider nahm er nur wenig Raum ein. Das Hauptaugenmerk des Autors liegt auf dem Fall des verschwundenen Mitarbeiters Rossi, bei dem Jennerwein sich mit einem koreanischen Vertreter der Firma abgeben muss und ansonsten sehr viel mit Robotern, Taxis und anderem Gerät zu tun hat. Und wenn der gute Herr Lim sich noch einmal mehr schraubenartig verbeugt oder irgendwo hingeschraubt hätte, hätte ich einen Schreikrampf bekommen.
Theoretisch lässt sich dieses Buch ohne Vorkenntnisse lesen. Es wird allerdings auf die vorherigen Bände immer wieder Bezug genommen. Deren anschließende Lektüre dürfte dadurch verdorben sein. Also besser vorne mit dem Lesen beginnen, die früheren Bände sind eh viel besser.
Der übliche Wortwitz Jörg Maurers ist durchaus auch in diesem Buch zu finden, doch aufgrund der öden Handlung kam er nicht bei mir an.
Dieses Buch ist der 15. Band der Reihe, ein kleines Jubiläum, und es fällt entsprechend aus der Reihe. Soweit ich weiß, ist keiner der vorherigen Bände als Hardcover erschienen, und alle hatten ein atmosphärisches Alpen-Cover. Schon dadurch lässt sich eine neue Richtung erkennen. Ich bin allerdings nicht gewillt, weiter in diese Richtung mitzugehen.
Die Reihe:
1. Föhnlage
2. Hochsaison
3. Niedertracht
4. Oberwasser
5. Unterholz
6. Felsenfest
7. Der Tod greift nicht daneben
8. Schwindelfrei ist nur der Tod
9. Im Grab schaust du nacht oben
10. Am Abgrund lässt man gern den Vortritt
11. Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt
12. Am Tatort bleibt man ungern liegen
13. Den letzten Gang serviert der Tod
14. Bei Föhn brummt selbst dem Tod der Schädel
15. Kommissar Jennerwein darf nicht sterben
Recht spannend, aber nicht ganz rund
Der Trip - Du hast dich frei gefühlt. Bis er dich fand. von Arno Strobel
Recht spannend, aber nicht ganz rund
Inhalt:
Vor zwei Jahren verschwanden Fabian Jancke und seine Frau Isabel spurlos nach einem Wildunfall mit dem Wohnmobil bei Dijon in Frankreich. Seitdem findet Fabians Schwester, die forensische Psychologin Evelyn Jancke, keine Ruhe mehr. Zusammen mit ihrem Ex-Freund Gerhard Tillmann, einem Polizisten, arbeitet sie an dem Fall des sogenannten Campers.
Ein Mann, der auf verschiedenen Campingplätzen in Norddeutschland bereits mehrere Menschen ermordet hat. Als die Polizei mit Hilfe eines Zeugen ein Phantombild anfertigt, meint Evelyn in dem Täter ihren Bruder zu erkennen. Sie will ihn finden, bevor die Polizei es tut …
Meine Meinung:
Zu Beginn des Buchs war ich vollauf begeistert. Der Prolog aus Sicht eines entführten Kindes sowie das 1. Kapitel, in dem wir Fabians Unfall und die nächsten Folgen hautnah und eindringlich mit erleben, haben mich enorm gepackt. Doch als dann Evelyn und Gerhard auf den Plan traten, ließ mein Enthusiasmus etwas nach. Das Verhalten dieser beiden war für mich oft nicht sofort nachzuvollziehen. Ihre Intention wird dann oftmals erst später erklärt. Das störte mich beim Lesen aber schon ein wenig. Es machte auch die beiden Protas nicht unbedingt sympathisch.
Insgesamt empfand ich den Psychothriller zwar schon als spannend, aber auch als etwas konstruiert und irgendwie ein klein wenig hölzern. Die Einschübe aus Täterperspektive bringen viele Erklärungen und erhöhen durch die beschriebenen neuerlichen Mordpläne auch die Spannung. Am Ende ist das Wichtigste aufgeklärt und alle Fragen mehr oder weniger beantwortet. Unter anderem auch, wann ein neuer Mörderfinder-Band erscheint ;-)
Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
HCUARBSSIMSEDNIK
Akribische Polizeiarbeit
Wisting und die Tote am Wegesrand von Jørn Lier Horst
Akribische Polizeiarbeit
Inhalt:
Der norwegische Kommissar William Wisting wird von der jungen Australierin Michelle kontaktiert. Deren Freundin Ruby war in Spanien ermordet worden, der Mörder noch nicht gefunden. Michelle hat im Internet ein Forum eingerichtet, wo zahlreiche Menschen aus aller Welt auf die ein oder andere Art versuchen, etwas zur Lösung des Falles beizutragen.
Nun ist ein Mitglied des Forum, die Norwegerin Astria, verschwunden, kurz nachdem sie gepostet hatte, dass sie eine Spur verfolgt. Zunächst will Wisting das nicht so ernst nehmen, doch bald bleibt ihm gar keine andere Wahl …
Meine Meinung:
Durch die Reihe „Wistings Cold Cases“ bin ich auf diesen Autor gestoßen, der sich zu einem meiner liebsten entwickelt hat. Die Cold Cases sind alle lesenswert, und genauso ist es auch mit dem Auftaktband dieser neuen Reihe „Wistings schwierigste Fälle“.
Atemberaubende Action sucht man hier vergebens. Wie gewohnt besticht Jørn Lier Horst durch eine unaufgeregte Erzählweise, mit der man die Lesenden aber genauso stark fesseln kann. Detailliert wird die Polizeiarbeit beschrieben, ja, man verfolgt fast schon minutiös Wistings Schritte und die seiner Kollegin Maren Dokken. Dadurch wirkt es beinahe, als wäre man selbst an den Ermittlungen beteiligt. Die Perspektiven von ausgewählten Forumsmitgliedern ergänzen die Handlung um Wisting sehr gelungen.
Man kann als Leser*in gut miträtseln, wie alles zusammenhängt und wer letzten Endes der Täter war. Falsche Fährten erschweren den Weg zur Lösung, aber es soll ja auch nicht zu einfach sein.
Am Ende klärt sich alles auf, logisch und ohne offene Fragen. Ich war mal wieder begeistert!
Romy Fölck konnte mich wieder begeistern
Düstergrab von Romy Fölck
Romy Fölck konnte mich wieder begeistern
Inhalt:
Ein aufmerksamer Totengräber bemerkt, dass sich jemand an einem frischen Grab zu schaffen gemacht hat. Vorsichtshalber lässt die Polizei das Grab noch einmal öffnen und findet außer dem Verstorbenen noch die Leiche eines seltsam gekleideten Mädchens.
Schnell wird die Verbindung zu einem Cold Case hergestellt. Als dann noch Frida Paulsens Partner angeschossen wird und ausfällt, holt man auch Bjarne Haverkorn wieder ins Boot der Ermittlungen …
Meine Meinung:
Dies ist bereits der 6. Band der Reihe um die Itzehoer Kriminalkommissare Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Insofern könnte man das Buch auch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Aber das Privatleben, die Entwicklung der Figuren spielt doch eine enorme Rolle, sodass es schöner ist, diese von Anfang an zu verfolgen. Ich freue mich immer wieder, lieb gewonnene Charaktere wieder zu treffen und sie wieder ein Stück ihres Wegs begleiten zu dürfen.
Es wird hier zwar schon viel Privates thematisiert, aber die Krimihandlung nimmt doch den weitaus größeren Teil ein. Der Fall der Mädchenleiche ist durchaus interessant, aber noch viel spannender fand ich die Handlung um den Mordanschlag auf Leonard Bootz. Hier gibt es zunächst überhaupt keine Anhaltspunkte, wer dahinterstecken könnte und dann plötzlich zu viele. Wie alles zusammenhängt, erfährt man aber erst ganz am Schluss. Bis dahin bleibt die Spannung auf hohem Niveau.
Mit ihrem locker-dynamischen Schreibstil und den sympathischen Hauptfiguren kurbelt Romy Fölck immer wieder zuverlässig mein Kopfkino an. Ich fühle mich direkt in den Norden versetzt und vergesse beim Lesen alles um mich herum. Das ist Entspannung pur und ein angenehmes Leseerlebnis.
Die Reihe:
1. Totenweg
2. Bluthaus
3. Sterbekammer
4. Mordsand
5. Nebelopfer
6. Düstergrab
Netter Versuch
Ingenium von Danielle Trussoni
Netter Versuch
Inhalt:
Mike Brink hat durch einen Sportunfall eine Inselbegabung erworben. Besonders der Zugang zu Zahlen, Mustern und Rätseln jeglicher Art fällt ihm leicht. Als eine Gefängnispsychologin ihn bittet, sich mit einer ihrer Patientinnen zu treffen, die ihren Freund ermordet haben soll, wird Mike neugierig, denn es geht um ein uraltes Rätsel.
Bald schon wird ihm klar, dass sowohl er als auch die Gefangene Jess in großer Gefahr schweben.
Meine Meinung:
Ich liebe Rätsel, ich liebe Thriller und die Leseprobe zu diesem Buch konnte mich auch begeistern. Gute Voraussetzungen für ein spannendes Lesevergnügen. Doch leider kam es anders. Das ganze Buch konnte bei Weitem nicht halten, was die Leseprobe versprach. Die Story rund um eine Verschwörung und ein mystisches Rätsel erinnert ein bisschen an die Thriller von Dan Brown, bietet aber leider nicht deren Spannungsverlauf. Immer wenn es gerade spannend wird, kommen über zig Seiten Erläuterungen über zuvor Geschehenes in einem Tagebuch und in einem Brief, also „tell, don’t show“. Das fand ich ziemlich öde und bremste mich beim Lesen aus.
Auch blieben die Figuren ziemlich oberflächlich. Ich las zwar einiges über sie, erfuhr es aber nicht in meinem Inneren. Nicht einmal mit der Hauptfigur Mike konnte ich mich einigermaßen identifizieren, obwohl ich einiges mit ihm gemeinsam habe. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Jess konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Sie ist einfach da. Punkt.
Die Idee für das Buch finde ich nach wie vor ziemlich klasse. Die Rätsel haben mir auch gut gefallen und ich habe ein bisschen mitgeknobelt. Sprachlich ist der Roman auch voll in Ordnung, er lässt sich flüssig lesen, ist weder zu simpel noch zu kompliziert.
Fazit:
Interessante Story, stellenweise spannend, aber der große Wurf ist es nicht.
Wahr oder nicht wahr?
Scheißglitzertage von Antonia Michaelis
Wahr oder nicht wahr?
Inhalt:
Sommer 2022 auf Usedom. Der siebzehnjährige Finnley träumt davon, zusammen mit seinen Freunden Neil und Leif die Insel zu verlassen und die Welt zu sehen. Dann steht plötzlich Ulja vor ihm. Ulja ist aus der Ukraine vor dem Krieg geflüchtet. Und Finnley ist schockverliebt.
Doch die geheimnisvolle Ulja kommt und geht, wie es ihr passt und verwirrt Finnley nur noch mehr. Auch der Krieg scheint Usedom zu erreichen, überall Militär, Sirenen, tote Soldaten und leere Supermärkte. Während die einen ihr Land verteidigen wollen, wittern die anderen eine Verschwörung. Doch welchen Nachrichten kann man wirklich trauen?
Meine Meinung:
Wieder einmal ist es Antonia Michaelis gelungen, ein tolles Jugendbuch zu schreiben. Ja, es ist fast schon ein Thriller, denn es geht um Leben und Tod. Was anfangs noch wie eine Jugendromanze wirken mag, entpuppt sich bald als viel mehr. Es werden viele wichtige aktuelle Themen aufgegriffen, über die man einfach Bescheid wissen sollte. Man kann hier wirklich einiges dazulernen und bekommt außerdem eine klasse Story zu lesen, in deren Verlauf es nicht immer einfach ist, zu entscheiden, was wohl wahr ist und was fake. Dabei steigt die Spannung nach und nach langsam an. In den letzten Kapiteln geht es dann Schlag auf Schlag und man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Mit den Hauptfiguren konnte ich mich sofort gut anfreunden. Sie sind besonders, jede/r auf seine/ihre Art. Besonders intensiv lernt man natürlich den Ich-Erzähler Finnley kennen, der sich im Verlauf des Buches unheimlich weiterentwickelt und am Ende richtig erwachsen wirkt.
Antonia Michaelis’ Schreibstil ist auch bei diesem Buch wieder wie gewohnt mit Wortneuschöpfungen, bildhaften Beschreibungen und einigen Prisen Witz gespickt, durch die kindliche Sprache von Finnleys kleinen Geschwistern und vor allem Uljas gebrochenem Deutsch aber etwas holprig zu lesen.
Im Vergleich zu den meisten anderen Büchern der Autorin empfand ich „Scheißglitzertage“ als etwas weichgespült. Es fehlen die schockierenden, verstörenden oder hoch emotionalen Szenen, die ich sonst so gerne mag. Trotzdem wünsche ich dem Roman ganz viele Leser, weil er einfach unheimlich wichtige Themen gut bearbeitet und jeder sich darüber Gedanken machen sollte.
Spannender Krimi mit kleinem Manko
Im Sturm von Pernilla Ericson
Spannender Krimi mit kleinem Manko
Inhalt:
In der nordschwedischen Gemeinde Skageby wird ein alter Mann ermordet. Die örtliche Polizei kommt mit den Ermittlungen nicht weiter. Daher werden die Polizistinnen Lilly Hed und Liv Kaspi aus Nynäshamn zur Unterstützung in den Norden geschickt. Kaum angekommen, bricht ein übler Sturm über das Dorf herein und schneidet es komplett von der Außenwelt ab: kein Strom, keine Heizung, kein Mobilfunknetz, die Straßen sind durch umgestürzte Bäume und Überschwemmungen unpassierbar.
Doch die beiden Polizistinnen lassen sich nicht unterkriegen und tun, was ihnen unter diesen Umständen möglich ist. Doch das Morden geht weiter …
Meine Meinung:
Mit dem Sturm thematisiert Pernilla Ericson schon gleich wieder den Klimawandel - wie schon im ersten Band der Reihe. Sie zeigt auf, welche Folgen auf Schweden und uns alle zukommen werden. Das wirkt sehr glaubwürdig und beängstigend.
Auch der Kriminalfall ist beängstigend, denn offensichtlich hat es jemand auf ältere, alleinstehende Männer abgesehen. Lange Zeit treten die Ermittlungen auf der Stelle, was ich aber nicht als schlimm empfand. Immerhin gibt es noch zwei spannende Nebenhandlungen im Leben der beiden Ermittlerinnen, die immer wieder eingeflochten werden. Diese Abwechslung hat mir gut gefallen.
Was nun die Mordfälle in Skageby betrifft, war mir als passionierter Krimileserin schon früh klar, welches Motiv dahintersteckt. Das allein könnte ich noch verkraften, doch finde ich eine für die Auflösung des Falles wichtige Sache nicht glaubwürdig. Da ich bis dahin aber ein sehr spannendes Buch zu lesen bekam, gebe ich gerne noch 4 Sterne.
Die Vier-Elemente-Krimireihe:
1. Im Feuer
2. Im Sturm
3. In der Erde (erscheint voraussichtlich im Juli 2024)
4. ???
Kein Geheimnis bleibt für immer geheim
Nebelblau von Tove Alsterdal
Kein Geheimnis bleibt für immer geheim
Inhalt:
Taucher finden die Leiche eines Mannes in der Nähe eines Schiffswracks. Schnell wird deutlich, dass der Mann nicht mit dem Schiff untergegangen ist, sondern später erschossen wurde. Eira Sjödin ermittelt und wird mehr in den Fall hineingezogen, als ihr lieb ist.
Meine Meinung:
Mit „Nebelblau“ endet die Trilogie um die schwedische Polizistin Eira Sjödin. Der aktuelle Fall ist in sich abgeschlossen, die Rahmenhandlung wird jedoch weitergeführt. Daher kann man das Buch durchaus auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände lesen. Besser ist es aber, die Trilogie komplett und in der richtigen Reihenfolge zu lesen, zumal hier Spoiler zu den Vorgängern enthalten sind.
Den Kriminalfall empfand ich als nicht ganz so spannend wie die vorherigen, zumal das aufzuklärende Verbrechen schon so lange her ist, dass es verjährt ist und daher kein Täter zur Rechenschaft gezogen werden kann, sofern er überhaupt noch zu finden ist. Dafür waren die Einblicke in die Vergangenheit sehr interessant.
Eira Sjödin wirkte auf mich wieder sehr sympathisch und menschlich. Ich könnte mir aber vorstellen, dass manche*n Leser*in die wiederholte Thematisierung ihres körperlichen und seelischen Befindens langweilt. Mich hat dies überhaupt nicht gestört, zumal es die Person sehr authentisch erscheinen lässt.
Fazit:
„Nebelblau“ ist zwar nicht mein Lieblingsband aus dieser Reihe, hat mir aber doch ein paar unterhaltsame Lesestunden beschwert.
Die Eira-Sjödin-Trilogie:
1. Sturmrot
2. Erdschwarz
3. Nebelblau











