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Rezensionen von Lilli33:

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Konnte mich nicht erreichen

Ein Fluss so rot und schwarz von Anthony Ryan

Konnte mich nicht erreichen

Inhalt:
Als der Mann erwacht, fehlen ihm jegliche Erinnerungen. Wie kam er auf dieses Boot? Wo befindet es sich? Und wer sind die anderen Menschen, die bei ihm sind? Warum hat einer von ihnen sich erschossen? Es beginnt eine ferngesteuerte Odyssee voller Gewalt und Misstrauen, deren Ziel und Zweck erst spät offenbar wird.

Meine Meinung:
Leider konnte Anthony Ryan mich mit seinem Thriller überhaupt nicht erreichen. Die Story an sich ist zwar einigermaßen interessant und spannend, aber die Umsetzung gefiel mir nicht. Es wird viel zu distanziert erzählt. Ich konnte mich mit keiner der Figuren identifizieren oder anfreunden und mich auch nicht immer gut in sie hineinversetzen. Es ist auch nicht wirklich viel Entwicklung bei den Protagonist*innen festzustellen. In der Handlung wiederholt sich das ein oder andere Detail immer wieder, was bei dürftigen 272 Seiten die Story noch karger erscheinen lässt.

Als Actionfilm könnte ich mir die Geschichte dagegen gut vorstellen. Im Roman wünsche ich mir aber mehr Tiefgang und mehr Vielschichtigkeit.

Da ich mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen musste, ich aber davon überzeugt bin, dass das Buch sicher seine Leser finden kann, schwanke ich zwischen 2 und 3 Sternen und runde daher wohlwollend auf.

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Konnte mich nicht erreichen
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Eine Agentin mit Herz und Verstand

Wie Sterben geht von Andreas Pflüger

Eine Agentin mit Herz und Verstand

Inhalt:
1983 soll auf der Glienicker Brücke ein spektakulärer Agentenaustausch stattfinden. Der KGB-Offizier Rem Kukura, der für den BND spionierte, wird von der Agentin Nina Winter sehnsüchtig erwartet. Da sie die Einzige ist, die Rem identifizieren kann, muss sie mit auf die Brücke.

Doch dann geht die Sache gnadenlos schief …

Meine Meinung:
Andreas Pflüger konnte mich schon mit seiner Trilogie um die blinde Jenny Aaron begeistern. Auch sein neues Werk, „Wie Sterben geht“, hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Pflüger versteht es, die beschriebene Atmosphäre aufleben und die Lesenden hautnah am Geschehen teilhaben zu lassen. Ganz dicht an der Seite der Protagonistin Nina Winter wird man durch eine spannende Story geführt, die bis zum Ende immer wieder kleine oder größere Überraschungen bereithält.

Nach dem spektakulären Beginn geht die Reise erst mal drei Jahre zurück in die Vergangenheit und die Geschichte wird von dort aus aufgerollt. Wie Nina zur Agentin wurde, wie sie die Bekanntschaft Rem Kukuras machte, was sie in Moskau Schönes und vor allem weniger Schönes erlebte und wie sie sich immer wieder behauptete, wird unheimlich fesselnd erzählt, entbehrt aber vor allem in den Dialogen nicht eines gewissen Humors. Nina ist eine wahnsinnig toughe und zähe Frau mit Herz und Verstand.

Wie es in der Spionagebranche nun mal so ist, weiß auch Nina nie, wem sie wirklich vertrauen kann. Das baut Spannung auf und sorgt für Überraschungen. Da kann ich auch ein Auge zudrücken, obwohl sie fast schon ein bisschen zu superwomanmäßig wirkt, wobei sie aber auch den ein oder anderen Fehler macht, also nicht ganz perfekt ist.

„Wie Sterben geht“ ist ein gut recherchierter Spionagethriller, der uns in die Zeit des kalten Krieges zurückwirft. Auch wenn der Autor sich die ein oder andere Freiheit genommen hat, was die Fakten betrifft, ist der Roman doch sehr realitätsnah und für einige unterhaltsame und lehrreiche Lesestunden gut.

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Eine Agentin mit Herz und Verstand
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Bisher mein Lieblingsband aus der Reihe

Love Will Tear Us Apart von C. K. McDonnell

Bisher mein Lieblingsband aus der Reihe

Inhalt:
Hannah Willis hat überraschend ihren Job als stellvertretende Chefredakteurin bei The Stranger Times gekündigt und zieht sich in das sektenähnliche Pinter-Institut zurück …
Vincent Banecroft lässt alles stehen und liegen, um seine Frau Charlotte zu retten, obwohl sie quasi sicher tot ist …
Und Reggie und Ox suchen nach einem Mysterium unter der Stadt …

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 3.

Band dieser Reihe. Ich denke, man sollte die Vorgänger kennen, bevor man sich daran wagt, da immer wieder Anspielungen auf Vergangenes eingestreut sind, die man sonst vielleicht nicht verstehen kann. Teilweise wird die in Band 1 und 2 begonnene Handlung hier weitergeführt.

Hatte ich bei Band 2 anfangs noch Probleme, die verschiedenen Handlungsstränge auseinander zu halten und zu sortieren, sind sie diesmal klarer geordnet und daher leichter zu lesen.

Neben den bereits bekannten Personen werden hier auch neue eingeführt, von denen mir die resolute Betty am besten gefiel. Sie wirkt mysteriös, aber unheimlich tatkräftig und nimmt sich vor allem Stellas an, die immer noch nicht so richtig weiß, wer sie eigentlich ist. Besonders gefreut habe ich mich über ein Wiedersehen mit Cogs und dem sprechenden „Hund“ Zeke. Diese beiden sind einfach der Knaller. Aber auch sonst kommt der schwarze Humor wieder mal aus allen Löchern gesprungen. Ich liebe diese verschrobenen und skurrilen Dialoge und kann die Reihe nur mit einem Dauergrinsen im Gesicht lesen.

Einige Handlungsfäden werden in diesem Band abgeschlossen, andere bleiben weiterhin offen und werden dann hoffentlich in Band 4 zu einem Ende geführt.

Die Reihe:
1. The Stranger Times
2. This Charming Man
3. Love Will Tear Us Apart
4. Relight My Fire (erscheint voraussichtlich im Januar 2024 auf Englisch)

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Bisher mein Lieblingsband aus der Reihe
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Ein eiskalter und hammerharter Krimi

Tief im Schatten von Viveca Sten

Ein eiskalter und hammerharter Krimi

Inhalt:
Die aus Stockholm stammende Hanna Ahlander hat sich mittlerweile gut in dem nordschwedischen Skiort Åre eingelebt und arbeitet super im Team mit Daniel Lindskog zusammen. Doch der Mord an dem früheren Skifahrer und allseits beliebten Johan Andersson stellt die beiden Polizisten vor eine große Herausforderung.

Vor allem Daniels Lebensgefährtin macht Druck, weil Daniel so selten zu Hause ist.

Meine Meinung:
„Tief im Schatten“ ist der 2. Band dieser Reihe, kann aber problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Aber Vorsicht: Wahrscheinlich erweckt das Buch den Wunsch, auch den Vorgänger kennen zu lernen ;-)

Mich konnte schon der 1. Band begeistern, und der 2. übertrifft diesen fast noch. Ich bin wirklich rundum zufrieden mit diesem Kriminalroman. Viveca Sten schreibt hier super spannend und atmosphärisch. Man spürt die eisige Kälte am Polarkreis bis auf die eigenen Knochen - und das bei zur Zeit 25°C.

Geht es zunächst nur um den Mordfall an Johan, müssen die Polizisten bald auch noch nach einer verschwundenen jungen Frau suchen. Das Bangen um die junge Rebecka bzw. die Suche nach Johans Mörder lassen einen angespannt Seite um Seite umblättern. Die kurzen Kapitel animieren dabei perfekt zum Weiterlesen, denn ein paar Seiten gehen immer noch, auch wenn man eigentlich gar keine Zeit mehr hat oder müde ist. Das Buch aus der Hand zu legen, fällt schwer, weil die Kapitelenden häufig mit kleinen Cliffhangern gespickt sind und man natürlich unbedingt wissen möchte, was es damit auf sich hat.

Kapitel, die die mühsame Polizeiarbeit beschreiben und Kapitel aus Sicht der jungen Rebecka, die einer sektenähnlichen freikirchlichen Gemeinschaft angehört, wechseln sich ab. So weiß man als Leser*in zwar immer etwas mehr als die Polizei, beim Rätseln um den Täter hat mir das aber auch nicht wirklich geholfen. Zu geschickt hat die Autorin falsche Fährten gelegt und mich immer wieder in die Irre geführt. Dass man einige Szenen aus Rebeckas Sicht miterlebt, macht die Sache sogar noch spannender, weil man hautnah erfährt, in welcher Gefahr sie sich befindet.

Fazit:
Viveca Sten konnte mich mit ihrem neuesten Werk wieder voll überzeugen. Es ist super spannend, atmosphärisch und ziemlich realitätsnah.

Die Reihe:
1. Kalt und still
2. Tief im Schatten

Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
TLAWEG EHCILSUÄH

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Ein berührendes und wichtiges Jugendbuch

Vom Mond aus betrachtet, spielt das alles keine Rolle von Anne Freytag

Ein berührendes und wichtiges Jugendbuch

Inhalt:
Corona-Lockdown. Die neunzehnjährige Sally hängt mit ihrer unkonventionellen Familie zu Hause fest. Die beste Freundin ist weggezogen, ihr Freund Felix hat mit Sally Schluss gemacht, und wie es jetzt nach dem Abitur weitergehen soll, steht in den Sternen.

Da zieht Leni bei ihnen ein und für Sally ändert sich alles …

Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Anne Freytag, egal ob sie für Jugendliche oder für Erwachsene geschrieben wurden. Der Schreibstil gefällt mir vor allem bei Anne Freytags Jugendbüchern immer total gut. Er ist so erfrischend, dynamisch, humorvoll, gespickt mit genialen Vergleichen und Wortspielen. So auch hier. Die Figuren wirken lebendig und lebensnah. Dadurch konnte ich ihre Handlungsweisen immer gut nachvollziehen.

Zunächst wird aus Sallys Ich-Perspektive erzählt, später kommt noch Lenis Sicht dazu. Dadurch kann man sich natürlich besonders gut in diese beiden Charaktere hineinversetzen, zumal sie auch recht sympathisch sind. Von Sallys Mutter Marianne kann man das „leider“ nicht sagen. Sie ist ziemlich krass drauf, aber auch irgendwie cool, nur eben sympathisch nicht.

Sallys Leben bestand bisher darin, anderen zu gefallen. Ihrem Freund, ihrer Mutter usw. Durch die Auseinandersetzung mit ihrer Mutter, mit Leni und ihren Geschwistern während des Lockdowns beginnt Sally sich selbst zu finden, ihren eigenen Weg zu gehen und sich durchzusetzen. Diese Entwicklung habe ich als sehr authentisch empfunden.

Besonders begeistert hat mich mal wieder Anne Freytags Gabe, uns Lesende intensiv an den Gefühlen der Protagonistinnen teilhaben zu lassen. Es gibt so manchen Dialog und manche Szene, die praktisch nur aus der Beschreibung von Blicken besteht, und mir mit aller Wucht unter die Haut ging. Das im Großen und Ganzen sehr ernste Thema wird durch etliche witzige Momente aufgelockert, sodass man das Lesen wirklich als Vergnügen bezeichnen kann.

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Realitätsnah, eindrücklich und bewegend

Die Regeln des Spiels von Colson Whitehead

Realitätsnah, eindrücklich und bewegend

„Es war ein herrlicher Junimorgen. Die Sonne schien, die Vögel sangen, die Rettungswagen heulten, und das Tageslicht, das auf die Tatorte der vergangenen Nacht fiel, ließ das Blut glitzern wie Tau in einem grünen Himmel.“ (S. 255)

Colson Whitehead entführt uns in die 1970er Jahre nach New York, genauer nach Harlem, das hauptsächlich von Afroamerikanern bevölkert wurde und wird und sich zu der Zeit durch Gewalt und Korruption hervortat.

In drei Episoden (1971, 1973, 1976) schildert er fiktive Ereignisse im Leben seiner kriminellen Protagonisten, die aber auch Freund und Familienvater sind. Mit seinem unnachahmlichen Schreibstil stellt Whitehead eine geballte Normalität, gepaart mit brutaler Gewalt und ihren Folgen dar - so typisch für Harlem in den Siebzigern. Dabei könnten sich diese Ereignisse durchaus genau so abgespielt haben.

„Die Regeln des Spiels“ ist die Fortsetzung von „Harlem Shuffle“, kann jedoch auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Viele Figuren sind aus dem Vorgängerband bekannt und für die treuen Leser*innen ist es natürlich ein gelungenes Wiedersehen, während sich Neueinsteiger wie ich mit den unzähligen Namen von (fiktiven und realen) Personen und Organisationen etwas schwertun könnten. Wer viel Zeit investieren kann, tut gut daran, das ein oder andere Stichwort zu googeln, um die Hintergründe besser zu erfassen. Ich habe die Zeit leider nicht.

Trotzdem fand ich das Buch sehr beeindruckend, wenngleich es durch die manchmal zu ausschweifende Erzählung auch hin und wieder Längen aufweist. Colson Whitehead hat diese Story aus scheinbar unendlich vielen Details gebildet, die sich wie bei einem Kaleidoskop immer wieder anders zusammensetzen, wenn man daran dreht bzw. die Sache von einer anderen Seite betrachtet. Das ist schon gut gemacht.

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Wieder recht amüsant

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Grund von Amy Achterop

Wieder recht amüsant

Inhalt:
Die Detektei auf dem Amsterdamer Hausboot Lakshmi krebst immer noch vor sich hin. Die großen Aufträge wollen einfach nicht kommen. Als die Wissenschaftlerin Tessa die Treue ihres Verlobten prüfen will, übernehmen die Detektive nur widerwillig. Doch dann wächst sich das Ganze zu einem handfesten Mordfall aus, der sie bis nach Peru bringt.

Meine Meinung:
Zu Beginn des Buches zieht es sich ein wenig. Es dauert einfach, bis der Kriminalfall richtig in Gang kommt. Doch schließlich wird es turbulent und spannend. Die Handlung ist komplex konstruiert und zudem sehr aktuell, denn es geht um die Ausbeutung des Tiefseebodens. Sehr gelungen wurde dieses Thema in den Kriminalroman integriert und für Laien verständlich kurz dargestellt.

Die Charaktere haben mir auch bei diesem 2. Band der Reihe super gefallen. Diese Truppe ist einfach ein toller Mix und sie wachsen auch immer mehr zusammen. Den 1. Band habe ich noch witziger in Erinnerung, dafür ist hier der Krimi gelungener. Wie auch immer, ich freue mich schon auf Band 3. Vorkenntnisse sind übrigens nicht unbedingt notwendig, bringen aber noch mehr Spaß. ;-)

Die Reihe:
1. Tödlicher Genuss
2. Tödlicher Grund
3. Tödlicher Stoff (ET voraussichtlich im März 2024)

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Damit ist die Reihe leider schon zu Ende

Vega 2 - Der Sturm in meinem Herzen von Marion Perko

Damit ist die Reihe leider schon zu Ende

Inhalt:
Vega wurde von Bioverse gekidnappt. Es scheint fast aussichtslos, deren Chefin Nathalie, Leos Tante, zu entkommen, ohne den Menschen, die Vega liebt, zu schaden. Doch je länger Vega in der Gewalt von Bioverse ist, umso mehr Macht über das Wetter bekommt dieser Konzern.

Doch nicht nur Bioverse profitiert von den Experimenten, die sie mit Vega anstellen. Auch Vega selbst lernt einiges über ihre Gabe dazu, die sie fortan immer gezielter einsetzen kann.

Meine Meinung:
Nach dem Cliffhanger am Ende von Band 1 geht es nun nahtlos weiter. Mir persönlich war das ein bisschen zu abrupt, da ich in der Zwischenzeit jede Menge andere Bücher gelesen habe und ich die Handlung von Vega 1 nicht mehr parat hatte. Da vieles davon jedoch eine Rolle für den Fortgang spielt, wäre mir eine kurze Erinnerung lieb gewesen.

Ansonsten fand ich dieses Buch wieder sehr gut. Klar, in Anbetracht der jugendlichen Zielgruppe ist es etwas einfach gehalten, aber man kann durchaus auch als Erwachsene viel Spaß beim Lesen haben. Erzählt wird wieder aus Vegas Perspektive und man begleitet diese sympathische Figur durchs ganze Buch. Ihre fortschreitende Entwicklung hat mir gut gefallen. Ihre Zweifel und Hoffnungen werden glaubwürdig dargestellt. Ihre Bedenken, wem sie nun noch trauen kann und wer sie hintergeht, sind absolut nachvollziehbar. Während man Vega von vornherein gut einschätzen kann, bleiben etliche andere Figuren bis kurz vor Schluss undurchsichtig. So bleibt die Geschichte spannend und interessant.

Mit dieser Dilogie ist Marion Perko eine wichtige Reihe zum Thema Klimawandel gelungen, der gerade für die anvisierte Altersklasse gut mit all seinen Facetten dargestellt wird.

Die Dilogie:
1. Vega - Der Wind in meinen Händen
2. Vega - Der Sturm in meinem Herzen

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Ein Kaleidoskop vom Leben und Sterben

Valentinstag von Richard Ford

Ein Kaleidoskop vom Leben und Sterben

Inhalt:
Nachdem er schon seine Ex-Frau und seinen damals neunjährigen Sohn Ralph zu Grabe tragen musste, ist der 74-jährige Frank Bascombe nun dabei, auch seinen zweiten Sohn, Paul, zu verlieren. Dieser leidet an einer aggressiven Form von ALS und seine verbleibende Lebenserwartung ist sehr gering.

Frank und Paul standen sich nie besonders nahe, doch angesichts des Todes versucht Frank alles, um das Ruder noch einmal herumzureißen.

Meine Meinung:
Nachdem ich alle anderen Romane um den Protagonisten Frank Bascombe gelesen habe, musste ich natürlich auch den neuesten und wie ich denke letzten aus dieser Reihe lesen. Leider konnte mich dieses Buch nicht so begeistern wie manch andere aus dieser Serie.

Frank erschien mir hier als Protagonist nicht unbedingt sympathisch, er spricht oft schlecht über und mit seinem todkranken Sohn. Das hätte nicht sein müssen. Ich konnte ja manchmal nachvollziehen, warum er es tut, aber gefallen hat es mir nicht.

Die beiden machen eine Reise mit dem Wohnmobil zum Mount Rushmore - ziemlich unsinnig im Winter und mit ALS im fortgeschrittenen Stadium im Gepäck. Aber gerade darum geht es Frank, etwas Unsinniges zu tun und das gemeinsam. Dabei philosophieren sie über Gott und die Welt und natürlich über die Vereinigten Staaten. Es wird auf ziemlich viele Personen und Orte angespielt, die einem als Nicht-US-Amerikaner nicht unbedingt viel sagen. Dankenswerterweise gibt es am Ende des Buches ein Glossar des Übersetzers. Dieser hat auch in anderer Hinsicht Großes geleistet. Manche Wortneuschöpfungen des Autors waren sicher nicht leicht zu händeln, aber Frank Heibert hat diese Aufgabe wirklich gut gemeistert.

Eigentlich gut gemacht, hat der Roman doch ein paar ziemlich zähe Längen, wenn städtische Umgebungen oder nicht relevante Personen aufs Detaillierteste beschrieben werden und einfach so gar nichts passieren will. Frank ist ein allzu genauer Beobachter, dem auch die kleinste Kleinigkeit nicht entgeht, aber hier wäre weniger einfach mehr gewesen. Zuweilen tritt der Roman ordentlich auf der Stelle und ich musste mich zum Weiterlesen geradezu zwingen.

Die Frank-Bascombe-Serie:
1. Der Sportreporter
2. Unabhängigkeitstag
3. Die Lage des Landes
4. Frank
5. Valentinstag

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Spannender Science-Thriller

Der Wald von Tibor Rode

Spannender Science-Thriller

Inhalt:
Ein Unbekannter verschickt Samenpäckchen in alle Welt. Viele Menschen sind so leichtsinnig und pflanzen diese Samen einfach ein, was ihnen schnell zum Verhängnis wird, denn die Pflanze ist gefährlich. Lebensgefährlich. Und sie lässt sich mit herkömmlichen Mitteln nicht bekämpfen.

Der Förster und Botaniker Marcus Holland soll mithelfen, dieser unbekannten Pflanze wieder Herr zu werden. Doch dabei gerät er in große Gefahr. Sein Gegenspieler scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein.

Meine Meinung:
„Der Wald“ ist ein hochaktueller Thriller, bei dem es um Naturschutz und künstliche Intelligenz geht. Vieles, was Tibor Rode in seine spannende Story eingearbeitet hat, gibt es tatsächlich schon, anderes ist für die nahe Zukunft durchaus denkbar. Insofern bietet der Roman einige Anstöße für Gedankenexperimente.

Der Schreibstil ist flüssig. Die Kapitel sind von unterschiedlicher Länge, mal nur eine Seite, mal wesentlich mehr. Dabei wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, meist aus der Sicht von Marcus Holland, aber auch aus der Sicht von zwei jungen Wissenschaftlerinnen, die in die Sache verwickelt sind. Als Leser*in weiß man so immer ein bisschen mehr als die drei Protas, da man ja alle Perspektiven kennt. Dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Die Geschichte spielt sich im August 2023 ab, nur Waverlys Teil reicht bis ins Jahr 2016 zurück. Das Datum wird dem Kapitel stets vorangestellt, sodass man sich trotz der Zeitenwechsel gut zurechtfindet.

Manche Passagen hätte man etwas straffen und auf manche Wiederholungen verzichten können, doch kleine Überraschungen und große Wendungen machen dies wieder wett.

Ich hätte mir für die Figuren noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Sie scheinen mir relativ austauschbar zu sein. Im Großen und Ganzen wurde ich aber bestens unterhalten mit einer Story, die mich zum Nachdenken bringen würde, wenn ich nicht sowieso schon auf dieser Linie wäre. ;-)

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Spannender Science-Thriller