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Rezensionen von Lilli33:

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Ein eiskalter und hammerharter Krimi

Tief im Schatten von Viveca Sten

Ein eiskalter und hammerharter Krimi

Inhalt:
Die aus Stockholm stammende Hanna Ahlander hat sich mittlerweile gut in dem nordschwedischen Skiort Åre eingelebt und arbeitet super im Team mit Daniel Lindskog zusammen. Doch der Mord an dem früheren Skifahrer und allseits beliebten Johan Andersson stellt die beiden Polizisten vor eine große Herausforderung.

Vor allem Daniels Lebensgefährtin macht Druck, weil Daniel so selten zu Hause ist.

Meine Meinung:
„Tief im Schatten“ ist der 2. Band dieser Reihe, kann aber problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Aber Vorsicht: Wahrscheinlich erweckt das Buch den Wunsch, auch den Vorgänger kennen zu lernen ;-)

Mich konnte schon der 1. Band begeistern, und der 2. übertrifft diesen fast noch. Ich bin wirklich rundum zufrieden mit diesem Kriminalroman. Viveca Sten schreibt hier super spannend und atmosphärisch. Man spürt die eisige Kälte am Polarkreis bis auf die eigenen Knochen - und das bei zur Zeit 25°C.

Geht es zunächst nur um den Mordfall an Johan, müssen die Polizisten bald auch noch nach einer verschwundenen jungen Frau suchen. Das Bangen um die junge Rebecka bzw. die Suche nach Johans Mörder lassen einen angespannt Seite um Seite umblättern. Die kurzen Kapitel animieren dabei perfekt zum Weiterlesen, denn ein paar Seiten gehen immer noch, auch wenn man eigentlich gar keine Zeit mehr hat oder müde ist. Das Buch aus der Hand zu legen, fällt schwer, weil die Kapitelenden häufig mit kleinen Cliffhangern gespickt sind und man natürlich unbedingt wissen möchte, was es damit auf sich hat.

Kapitel, die die mühsame Polizeiarbeit beschreiben und Kapitel aus Sicht der jungen Rebecka, die einer sektenähnlichen freikirchlichen Gemeinschaft angehört, wechseln sich ab. So weiß man als Leser*in zwar immer etwas mehr als die Polizei, beim Rätseln um den Täter hat mir das aber auch nicht wirklich geholfen. Zu geschickt hat die Autorin falsche Fährten gelegt und mich immer wieder in die Irre geführt. Dass man einige Szenen aus Rebeckas Sicht miterlebt, macht die Sache sogar noch spannender, weil man hautnah erfährt, in welcher Gefahr sie sich befindet.

Fazit:
Viveca Sten konnte mich mit ihrem neuesten Werk wieder voll überzeugen. Es ist super spannend, atmosphärisch und ziemlich realitätsnah.

Die Reihe:
1. Kalt und still
2. Tief im Schatten

Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
TLAWEG EHCILSUÄH

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Ein eiskalter und hammerharter Krimi
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Ein berührendes und wichtiges Jugendbuch

Vom Mond aus betrachtet, spielt das alles keine Rolle von Anne Freytag

Ein berührendes und wichtiges Jugendbuch

Inhalt:
Corona-Lockdown. Die neunzehnjährige Sally hängt mit ihrer unkonventionellen Familie zu Hause fest. Die beste Freundin ist weggezogen, ihr Freund Felix hat mit Sally Schluss gemacht, und wie es jetzt nach dem Abitur weitergehen soll, steht in den Sternen.

Da zieht Leni bei ihnen ein und für Sally ändert sich alles …

Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Anne Freytag, egal ob sie für Jugendliche oder für Erwachsene geschrieben wurden. Der Schreibstil gefällt mir vor allem bei Anne Freytags Jugendbüchern immer total gut. Er ist so erfrischend, dynamisch, humorvoll, gespickt mit genialen Vergleichen und Wortspielen. So auch hier. Die Figuren wirken lebendig und lebensnah. Dadurch konnte ich ihre Handlungsweisen immer gut nachvollziehen.

Zunächst wird aus Sallys Ich-Perspektive erzählt, später kommt noch Lenis Sicht dazu. Dadurch kann man sich natürlich besonders gut in diese beiden Charaktere hineinversetzen, zumal sie auch recht sympathisch sind. Von Sallys Mutter Marianne kann man das „leider“ nicht sagen. Sie ist ziemlich krass drauf, aber auch irgendwie cool, nur eben sympathisch nicht.

Sallys Leben bestand bisher darin, anderen zu gefallen. Ihrem Freund, ihrer Mutter usw. Durch die Auseinandersetzung mit ihrer Mutter, mit Leni und ihren Geschwistern während des Lockdowns beginnt Sally sich selbst zu finden, ihren eigenen Weg zu gehen und sich durchzusetzen. Diese Entwicklung habe ich als sehr authentisch empfunden.

Besonders begeistert hat mich mal wieder Anne Freytags Gabe, uns Lesende intensiv an den Gefühlen der Protagonistinnen teilhaben zu lassen. Es gibt so manchen Dialog und manche Szene, die praktisch nur aus der Beschreibung von Blicken besteht, und mir mit aller Wucht unter die Haut ging. Das im Großen und Ganzen sehr ernste Thema wird durch etliche witzige Momente aufgelockert, sodass man das Lesen wirklich als Vergnügen bezeichnen kann.

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Realitätsnah, eindrücklich und bewegend

Die Regeln des Spiels von Colson Whitehead

Realitätsnah, eindrücklich und bewegend

„Es war ein herrlicher Junimorgen. Die Sonne schien, die Vögel sangen, die Rettungswagen heulten, und das Tageslicht, das auf die Tatorte der vergangenen Nacht fiel, ließ das Blut glitzern wie Tau in einem grünen Himmel.“ (S. 255)

Colson Whitehead entführt uns in die 1970er Jahre nach New York, genauer nach Harlem, das hauptsächlich von Afroamerikanern bevölkert wurde und wird und sich zu der Zeit durch Gewalt und Korruption hervortat.

In drei Episoden (1971, 1973, 1976) schildert er fiktive Ereignisse im Leben seiner kriminellen Protagonisten, die aber auch Freund und Familienvater sind. Mit seinem unnachahmlichen Schreibstil stellt Whitehead eine geballte Normalität, gepaart mit brutaler Gewalt und ihren Folgen dar - so typisch für Harlem in den Siebzigern. Dabei könnten sich diese Ereignisse durchaus genau so abgespielt haben.

„Die Regeln des Spiels“ ist die Fortsetzung von „Harlem Shuffle“, kann jedoch auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Viele Figuren sind aus dem Vorgängerband bekannt und für die treuen Leser*innen ist es natürlich ein gelungenes Wiedersehen, während sich Neueinsteiger wie ich mit den unzähligen Namen von (fiktiven und realen) Personen und Organisationen etwas schwertun könnten. Wer viel Zeit investieren kann, tut gut daran, das ein oder andere Stichwort zu googeln, um die Hintergründe besser zu erfassen. Ich habe die Zeit leider nicht.

Trotzdem fand ich das Buch sehr beeindruckend, wenngleich es durch die manchmal zu ausschweifende Erzählung auch hin und wieder Längen aufweist. Colson Whitehead hat diese Story aus scheinbar unendlich vielen Details gebildet, die sich wie bei einem Kaleidoskop immer wieder anders zusammensetzen, wenn man daran dreht bzw. die Sache von einer anderen Seite betrachtet. Das ist schon gut gemacht.

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Wieder recht amüsant

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Grund von Amy Achterop

Wieder recht amüsant

Inhalt:
Die Detektei auf dem Amsterdamer Hausboot Lakshmi krebst immer noch vor sich hin. Die großen Aufträge wollen einfach nicht kommen. Als die Wissenschaftlerin Tessa die Treue ihres Verlobten prüfen will, übernehmen die Detektive nur widerwillig. Doch dann wächst sich das Ganze zu einem handfesten Mordfall aus, der sie bis nach Peru bringt.

Meine Meinung:
Zu Beginn des Buches zieht es sich ein wenig. Es dauert einfach, bis der Kriminalfall richtig in Gang kommt. Doch schließlich wird es turbulent und spannend. Die Handlung ist komplex konstruiert und zudem sehr aktuell, denn es geht um die Ausbeutung des Tiefseebodens. Sehr gelungen wurde dieses Thema in den Kriminalroman integriert und für Laien verständlich kurz dargestellt.

Die Charaktere haben mir auch bei diesem 2. Band der Reihe super gefallen. Diese Truppe ist einfach ein toller Mix und sie wachsen auch immer mehr zusammen. Den 1. Band habe ich noch witziger in Erinnerung, dafür ist hier der Krimi gelungener. Wie auch immer, ich freue mich schon auf Band 3. Vorkenntnisse sind übrigens nicht unbedingt notwendig, bringen aber noch mehr Spaß. ;-)

Die Reihe:
1. Tödlicher Genuss
2. Tödlicher Grund
3. Tödlicher Stoff (ET voraussichtlich im März 2024)

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Damit ist die Reihe leider schon zu Ende

Vega 2 - Der Sturm in meinem Herzen von Marion Perko

Damit ist die Reihe leider schon zu Ende

Inhalt:
Vega wurde von Bioverse gekidnappt. Es scheint fast aussichtslos, deren Chefin Nathalie, Leos Tante, zu entkommen, ohne den Menschen, die Vega liebt, zu schaden. Doch je länger Vega in der Gewalt von Bioverse ist, umso mehr Macht über das Wetter bekommt dieser Konzern.

Doch nicht nur Bioverse profitiert von den Experimenten, die sie mit Vega anstellen. Auch Vega selbst lernt einiges über ihre Gabe dazu, die sie fortan immer gezielter einsetzen kann.

Meine Meinung:
Nach dem Cliffhanger am Ende von Band 1 geht es nun nahtlos weiter. Mir persönlich war das ein bisschen zu abrupt, da ich in der Zwischenzeit jede Menge andere Bücher gelesen habe und ich die Handlung von Vega 1 nicht mehr parat hatte. Da vieles davon jedoch eine Rolle für den Fortgang spielt, wäre mir eine kurze Erinnerung lieb gewesen.

Ansonsten fand ich dieses Buch wieder sehr gut. Klar, in Anbetracht der jugendlichen Zielgruppe ist es etwas einfach gehalten, aber man kann durchaus auch als Erwachsene viel Spaß beim Lesen haben. Erzählt wird wieder aus Vegas Perspektive und man begleitet diese sympathische Figur durchs ganze Buch. Ihre fortschreitende Entwicklung hat mir gut gefallen. Ihre Zweifel und Hoffnungen werden glaubwürdig dargestellt. Ihre Bedenken, wem sie nun noch trauen kann und wer sie hintergeht, sind absolut nachvollziehbar. Während man Vega von vornherein gut einschätzen kann, bleiben etliche andere Figuren bis kurz vor Schluss undurchsichtig. So bleibt die Geschichte spannend und interessant.

Mit dieser Dilogie ist Marion Perko eine wichtige Reihe zum Thema Klimawandel gelungen, der gerade für die anvisierte Altersklasse gut mit all seinen Facetten dargestellt wird.

Die Dilogie:
1. Vega - Der Wind in meinen Händen
2. Vega - Der Sturm in meinem Herzen

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Ein Kaleidoskop vom Leben und Sterben

Valentinstag von Richard Ford

Ein Kaleidoskop vom Leben und Sterben

Inhalt:
Nachdem er schon seine Ex-Frau und seinen damals neunjährigen Sohn Ralph zu Grabe tragen musste, ist der 74-jährige Frank Bascombe nun dabei, auch seinen zweiten Sohn, Paul, zu verlieren. Dieser leidet an einer aggressiven Form von ALS und seine verbleibende Lebenserwartung ist sehr gering.

Frank und Paul standen sich nie besonders nahe, doch angesichts des Todes versucht Frank alles, um das Ruder noch einmal herumzureißen.

Meine Meinung:
Nachdem ich alle anderen Romane um den Protagonisten Frank Bascombe gelesen habe, musste ich natürlich auch den neuesten und wie ich denke letzten aus dieser Reihe lesen. Leider konnte mich dieses Buch nicht so begeistern wie manch andere aus dieser Serie.

Frank erschien mir hier als Protagonist nicht unbedingt sympathisch, er spricht oft schlecht über und mit seinem todkranken Sohn. Das hätte nicht sein müssen. Ich konnte ja manchmal nachvollziehen, warum er es tut, aber gefallen hat es mir nicht.

Die beiden machen eine Reise mit dem Wohnmobil zum Mount Rushmore - ziemlich unsinnig im Winter und mit ALS im fortgeschrittenen Stadium im Gepäck. Aber gerade darum geht es Frank, etwas Unsinniges zu tun und das gemeinsam. Dabei philosophieren sie über Gott und die Welt und natürlich über die Vereinigten Staaten. Es wird auf ziemlich viele Personen und Orte angespielt, die einem als Nicht-US-Amerikaner nicht unbedingt viel sagen. Dankenswerterweise gibt es am Ende des Buches ein Glossar des Übersetzers. Dieser hat auch in anderer Hinsicht Großes geleistet. Manche Wortneuschöpfungen des Autors waren sicher nicht leicht zu händeln, aber Frank Heibert hat diese Aufgabe wirklich gut gemeistert.

Eigentlich gut gemacht, hat der Roman doch ein paar ziemlich zähe Längen, wenn städtische Umgebungen oder nicht relevante Personen aufs Detaillierteste beschrieben werden und einfach so gar nichts passieren will. Frank ist ein allzu genauer Beobachter, dem auch die kleinste Kleinigkeit nicht entgeht, aber hier wäre weniger einfach mehr gewesen. Zuweilen tritt der Roman ordentlich auf der Stelle und ich musste mich zum Weiterlesen geradezu zwingen.

Die Frank-Bascombe-Serie:
1. Der Sportreporter
2. Unabhängigkeitstag
3. Die Lage des Landes
4. Frank
5. Valentinstag

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Spannender Science-Thriller

Der Wald von Tibor Rode

Spannender Science-Thriller

Inhalt:
Ein Unbekannter verschickt Samenpäckchen in alle Welt. Viele Menschen sind so leichtsinnig und pflanzen diese Samen einfach ein, was ihnen schnell zum Verhängnis wird, denn die Pflanze ist gefährlich. Lebensgefährlich. Und sie lässt sich mit herkömmlichen Mitteln nicht bekämpfen.

Der Förster und Botaniker Marcus Holland soll mithelfen, dieser unbekannten Pflanze wieder Herr zu werden. Doch dabei gerät er in große Gefahr. Sein Gegenspieler scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein.

Meine Meinung:
„Der Wald“ ist ein hochaktueller Thriller, bei dem es um Naturschutz und künstliche Intelligenz geht. Vieles, was Tibor Rode in seine spannende Story eingearbeitet hat, gibt es tatsächlich schon, anderes ist für die nahe Zukunft durchaus denkbar. Insofern bietet der Roman einige Anstöße für Gedankenexperimente.

Der Schreibstil ist flüssig. Die Kapitel sind von unterschiedlicher Länge, mal nur eine Seite, mal wesentlich mehr. Dabei wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, meist aus der Sicht von Marcus Holland, aber auch aus der Sicht von zwei jungen Wissenschaftlerinnen, die in die Sache verwickelt sind. Als Leser*in weiß man so immer ein bisschen mehr als die drei Protas, da man ja alle Perspektiven kennt. Dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Die Geschichte spielt sich im August 2023 ab, nur Waverlys Teil reicht bis ins Jahr 2016 zurück. Das Datum wird dem Kapitel stets vorangestellt, sodass man sich trotz der Zeitenwechsel gut zurechtfindet.

Manche Passagen hätte man etwas straffen und auf manche Wiederholungen verzichten können, doch kleine Überraschungen und große Wendungen machen dies wieder wett.

Ich hätte mir für die Figuren noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Sie scheinen mir relativ austauschbar zu sein. Im Großen und Ganzen wurde ich aber bestens unterhalten mit einer Story, die mich zum Nachdenken bringen würde, wenn ich nicht sowieso schon auf dieser Linie wäre. ;-)

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Spannender Science-Thriller
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Zum ersten Mal von Poznanski enttäuscht

Oracle von Ursula Poznanski

Zum ersten Mal von Poznanski enttäuscht

Inhalt:
Julian litt jahrelang unter Trugwahrnehmungen. Nebel, Schattenbalken und wabernde Wolken bedeckten teilweise die Körper seiner Mitmenschen und machten ihm Angst. In der Schule galt er deswegen als Freak und wurde gemobbt. Seit er in Therapie ist und entsprechende Medikamente bekommt, sind die „Marker“, wie er die Wahrnehmungen nennt, verschwunden und er kann endlich ein normales Leben führen.

Doch als er nach Jahren seine Schulkameraden wieder trifft, erfährt er etwas Schockierendes: Diejenigen, bei denen er damals Marker gesehen hatte, wurden genau an den entsprechenden Stellen verletzt. Zufall? Oder sind die Marker eine Art Vision? Julian beschließt, dies herauszufinden.

Meine Meinung:
Der Roman wird vom Verlag als Thriller angepriesen - und damit war meine Enttäuschung vorprogrammiert, denn von Thrill fand ich keine Spur. Kein Nervenkitzel, keine atemberaubende Spannung, nur ein nicht uninteressanter Plot. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass endlich etwas Großes passiert, aber da kam einfach nichts. Nur ganz am Schluss kommt so etwas wie leichte Spannung auf. Die ist dann aber auch ganz schnell wieder vorbei und das Buch endet, ohne dass wichtige Fragen beantwortet würden. Mystery halt, da muss man nichts erklären. ;-)

Gut gefallen hat mir der Schreibstil und die Charakterisierung der Personen. Ich konnte mir sowohl die Hauptfiguren als auch die Nebenfiguren bildlich vorstellen und auch gut auseinanderhalten, weil jede Person etwas Besonderes ist. Ein klein wenig öd fand ich nur den Protagonisten Julian, der über weite Strecken mit sich und seinen Zweifeln hadert, bis er dann mal in die Puschen kommt und agiert. Dann aber wächst er über sich hinaus, wie sich das für einen richtigen Helden gehört.

Bisher konnte Ursula Poznanski mich mit jedem ihrer Bücher - egal ob für Jugendliche oder Erwachsene - begeistern, doch dieses Mal konnte sie mich leider nicht erreichen.

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Klasse Romeo-und-Julia-Adaption

The Romeo & Juliet Society, Band 1 - Rosenfluch von Sabine Schoder

Klasse Romeo-und-Julia-Adaption

Inhalt:
Als Joy an eine ganz besondere Akademie in Verona entführt wird, wird ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. Sie soll eine Nachfahrin von Julia Capulet sein, der berühmten Julia von Shakespeare. Und die Capulets liegen immer noch mit den Montagues im Widerstreit.

Beide Familien stehen unter einem gemeinsamen Fluch. Alle siebzehn Jahre muss sich ein Liebespaar aus beiden Familien opfern, damit die anderen am Leben bleiben.

Meine Meinung:
Sabine Schoder konnte mich schon mit einigen ihrer Bücher begeistern. Auch mit dem Auftaktband zu dieser Trilogie ist ihr das locker gelungen. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite total gefesselt und wurde absolut gut unterhalten.

Die Geschichte von Romeo und Julia wird von Sabine Schoder klasse abgewandelt und erfrischend erzählt. Ich konnte mich leicht in die Ich-Erzählerin Joy hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken gut nachvollziehen. Neben dem Fluch und Intrigen gibt es natürlich auch eine Liebesgeschichte - bei dieser Vorlage geht das ja gar nicht anders. Diese entwickelt sich ganz allmählich und wirkt dadurch sehr glaubhaft. Romantische Momente wechseln sich mit actiongeladenen und humorvollen ab. Das ist eine tolle Mischung.

Die drei Protagonist*innen Joy, Rhyme und Cut waren mir sofort sympathisch. Auch wenn sich Rhyme Capulet und Cut Montague als die Fürsten ihrer jeweiligen Häuser bekämpfen, spürt man doch, dass sie mal Freunde waren und eigentlich auch immer noch sind. Aber die Kabbeleien zwischen den beiden sind einfach großartig. Ich habe mich köstlich amüsiert.

Am liebsten würde ich gleich weiterlesen, denn das Buch endet an einer ziemlich spannenden Stelle. Zum Glück dauert es bis zur Veröffentlichung von Band 2 nur etwa ein halbes Jahr. Ich warte auf jeden Fall sehnsüchtig darauf.

Die Trilogie:
1. Rosenfluch
2. Schlangenkuss (erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2024)
3. Diamantentod (erscheint voraussichtlich im Herbst 2024)

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Mehr Science-Fiction

Kommissar Jennerwein darf nicht sterben von Jörg Maurer

Mehr Science-Fiction als Krimi

Inhalt:
Kommissar Hubertus Jennerwein soll sich im Sport- und Wellnesshotel Relax vom mühsamen Alltag erholen. Doch natürlich läuft ihm auch dort ein Fall über den Weg und der Kommissar kann nicht aus seiner Haut: Er macht sich auf die Suche nach dem verschollenen Mitarbeiter einer weltweit operierenden Firma und dringt dabei in die Welt der künstlichen Intelligenz vor.

Von anderer Seite, nämlich von zwölf von Jennerwein verhafteten Verbrechern bzw. deren Angehörigen, wird unterdessen ein Auftragskiller angeheuert, der Jennerwein, der schon so vielen potenziell tödlichen Gefahren entkommen ist, endgültig den Garaus machen soll.

Meine Meinung:
Ich habe diese Reihe wirklich geliebt und jeden Band gelesen. Bis zum vorletzten, Bei Föhn brummt selbst dem Tod der Schädel , konnten sie mich auch immer prächtig unterhalten. Kommissar Jennerwein darf nicht sterben ist nun der 2. Band in Folge, der mir einfach zu abstrus und zu langweilig war.

Der Handlungsstrang mit dem Auftragskiller war dabei noch ganz winzig, wenn auch eher auf Kindergartenniveau, doch leider nahm er nur wenig Raum ein. Das Hauptaugenmerk des Autors liegt auf dem Fall des verschwundenen Mitarbeiters Rossi, bei dem Jennerwein sich mit einem koreanischen Vertreter der Firma abgeben muss und ansonsten sehr viel mit Robotern, Taxis und anderem Gerät zu tun hat. Und wenn der gute Herr Lim sich noch einmal mehr schraubenartig verbeugt oder irgendwo hingeschraubt hätte, hätte ich einen Schreikrampf bekommen.

Theoretisch lässt sich dieses Buch ohne Vorkenntnisse lesen. Es wird allerdings auf die vorherigen Bände immer wieder Bezug genommen. Deren anschließende Lektüre dürfte dadurch verdorben sein. Also besser vorne mit dem Lesen beginnen, die früheren Bände sind eh viel besser.

Der übliche Wortwitz Jörg Maurers ist durchaus auch in diesem Buch zu finden, doch aufgrund der öden Handlung kam er nicht bei mir an.

Dieses Buch ist der 15. Band der Reihe, ein kleines Jubiläum, und es fällt entsprechend aus der Reihe. Soweit ich weiß, ist keiner der vorherigen Bände als Hardcover erschienen, und alle hatten ein atmosphärisches Alpen-Cover. Schon dadurch lässt sich eine neue Richtung erkennen. Ich bin allerdings nicht gewillt, weiter in diese Richtung mitzugehen.

Die Reihe:
1. Föhnlage
2. Hochsaison
3. Niedertracht
4. Oberwasser
5. Unterholz
6. Felsenfest
7. Der Tod greift nicht daneben
8. Schwindelfrei ist nur der Tod
9. Im Grab schaust du nacht oben
10. Am Abgrund lässt man gern den Vortritt
11. Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt
12. Am Tatort bleibt man ungern liegen
13. Den letzten Gang serviert der Tod
14. Bei Föhn brummt selbst dem Tod der Schädel
15. Kommissar Jennerwein darf nicht sterben

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