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Rezensionen von Marie aus E.:

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Herzerwärmend, ein echter Seelenschmeichler

Das geheime Leben des Albert Entwistle von Matt Cain

Albert ist Postbote und lebt sehr zurückgezogen. Er hat keinerlei Kontakte, die über die Arbeit hinausgehen und selbst dort versucht er, auf keinen Fall mehr als einen Gruß von sich zu geben.
Einzige Ausnahme: seine Katze.
Als diese stirbt und die Alberts Pensionierung näher rückt, wird ihm klar, dass er so nicht weiterleben will.

Glücklicherweise hat Albert ein Umfeld, das sich um Menschen kümmert und vielleicht gibt es für Albert ja doch ein Happy End?

Was hier unspektakulär und fast etwas langweilig klingt, ist ganz großes Lesevergnügen.
Das Buch hat einen feinen Humor und Alberts Sich-Aufmachen in die Welt der zwischenmenschlichen Begegnungen ist herzerwärmend und rührend. Alberts Geschichte ist wie ein heißer Kakao mit Marshmallows an einem kalten Wintertag, wie eine schöne Nudelsuppe bei einer dicken Erkältung - trotz einer gewissen Grund-Traurigkeit eine optimistische Geschichte, die zeigt, dass es nie zu spät ist und nach dem Lesen ein wohlig-warmes Gefühl hinterlässt.

Warum wurden es dann nicht fünf Sterne?
Um bei dem Marshmallows-Bild zu bleiben: es war etwas überdosiert. Stellenweise war die Sympathie, die Albert ständig entgegenschlug, einfach too much für mich. Überall Wohlwollen, alle Vorurteile im Kollegenkreis wurden ruckizucki überwunden, es wäre schön, wenn die Welt so wäre - aber ein kleiner Hauch Realität hätte dem Buch meines Erachtens noch gut getan.

Nichtsdestotrotz: für mich ein sehr schönes Buch, gerade, wenn man etwas Seelenschmeichelei braucht.

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Herzerwärmend, ein echter Seelenschmeichler
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Interessante Perspektive

Der Sohn des Odysseus von Annika Thor

Ein Klassiker im neuen Gewand.
Die Geschichten des Odysseus werden aus einer anderen Perspektive erzählt, nämlich aus Sicht seines Sohnes Telemachos. Erst als Kind und dann Jahre später als junger Erwachsener sieht man durch seine Augen auf die unglaublichen Geschichten seines Vaters.
Eingebettet wird diese in das Leben im Königshof, in ständiger (jahrezehntelanger!) Abwesenheit des Herrschers.

Ich fandgerade auch das damalige Alltagsleben so interessant. Die Aufweichung der klassischen Rollenteilung durch die kluge Herrschaft einer Königin, das Leben mit vielen Sklaven und die Intrigen der männlichen Bewohner Ithakas, die nach der Königsmacht greifen wollen.

Dazu eben immer wieder Rückblicke auf die Abenteuer des Odysseus.

Das alles endet mit einer überraschenden Auflösung.
Telemachos, der erfährt, was ein Krieg mit Menschen macht, sucht für sich nach einem Ausweg...

Das Buch ist für Kinder ab zehn Jahren empfohlen.
Die Altersempfehlung finde ich etwas schwierig, denn sowohl Inhalt als auch Sprache sind doch sperrig und nicht so gefällig wie die gewohnte Kinderliteratur. Das soll natürlich kein Hinderungsgrund sein, aber für die breite Masse der jungen Leser ab zehn Jahre ist das eine ungewohnte Lektüre - die bei uns beim Kind auch durchfiel.
Für Kinder, die in einem humanistischen Gymnasium sind oder generell Interesse an der griechischen Mythologie haben, ist das allerdings ein sehr empfehlenswertes Buch.

Ansonsten würde ich es tatsächlich eher für Jugendliche ab vierzehn Jahre empfehlen - oder eben für Erwachsene, die bislang noch nicht viele Berührungspunkte mit den "alten Griechen" hatten.
Denn ich fand diese Perspektive sehr gelungen. Ich habe etwas gebraucht, bis ich mit dem Schreibstil angefreundet hatte, aber wir wurden dann doch noch richtige Freunde.

Vier Sterne - es wurden keine fünf, weil das Zielgruppenkind sich eben nicht zu Hause in der Geschichte gefühlt hat.

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Temporeicher Abschluss der Reihe um Fabian Risk

Meeressarg (Ein Fabian-Risk-Krimi 6) von Stefan Ahnhem

Ich kenne nicht alle Bände um Fabian Risk, aber mit diesem Band die letzten drei.
Auch wenn man sicherlich quereinsteigen kann, nimmt man sich hier die Entwicklung, deshalb würde ich die zwei Vorgängerbände vorab empfehlen.

In diesem - wahrscheinlich finalen Band - steht Fabian Risk weniger im Vordergrund, stattdessen nehmen die Ex-Polizistin Dunja und der widerwärtige Kopenhagener Polizeichef Kim hier den meisten Raum ein, sie tragen ihren persönlichen Rachefeldzug aus.

Temporeich, spannend, brutal - sehr gute Krimiunterhaltung.

Manchmal wurde der Bogen doch zu sehr überspannt und der Plot war etwas unglaubwürdig. Bei aller Phantasie - solche Superfraukräfte, hmhmhm.
Zudem war es bei einer entscheidenden Wendung völlig vorhersehbar, das fand ich schade.

Nichtsdestotrotz habe ich mich bestens unterhalten, kleine Schwächen ja, aber für mich immer noch fünf Sterne würdig.

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Kein klassischer Spannungsroman

Der Sucher von Tana French

Bei dem Buch fällt es mir schwer, es in eine der gängigen Schubladen einzuordnen.
Es geht um das Verschwinden eines Menschen, doch ein Thriller ist es nicht.
Es geht um sich langsam aufbauende Spannung, aber für einen Spannungsroman passiert dann doch zu wenig.
Aber da ist ja völlig egal - Hauptsache, es ist ein gutes Buch.

Das kann ich für mich jedenfalls bejahen.

Also, warum geht es?
Cal Hooper hat sein altes Leben als Cop in Chicago hinter sich gelassen, die Tochter ist aus dem Haus, seine Frau hat sich von ihm getrennt.
Er sucht ein ruhiges, friedliches Rentnerdasein in Irland, sein neu gekauftes, marodes Haus renovieren, etwas angeln, laut Musik hören.

Doch sein Plan geht nicht auf. Immer wieder bekommt er Besuch von einem Kind, das schließlich eine Bitte äußert - und auf den Bauernhöfen der Nachbarschaft werden Schafe grausam getötet.

Mehr will ich gar nicht verraten.
Auf knapp 500 Seiten passiert manchmal über viele Seiten gar nichts Nennenswertes, aber wie French das irische Dorfleben schildert, das hat etwas. Auch wenn es von außen betrachtet nicht spannend ist, seitenweise über Renovierungsarbeiten oder Dorfgeschwätz zu lesen - doch, das war es. Spannend ist vielleicht das falsche Wort, aber ich bin in einen richtigen Lesesog gekommen und konnte das Buch nicht weglegen. Ich fand es keine Minute langatmig. Und natürlich passiert in dem Dorf deutlich mehr - Abgründe tun sich auf.
Vielleicht waren es gerade diese Gegensätze, die für mich die Besonderheit des Buches ausmachten.

Ich habe einige Rezensionen mit enttäuschtem Fazit gelesen, die Rezensenten waren alle große Fans der Autorin. Ich kannte sie bislang nicht - vielleicht liegt es daran? Ich bin mit keinen Erwartungen aus vorherigen Büchern an die Lektüre gegangen.

Für mich ein Buch, bei dem sich jede Seite gelohnt hat!

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Lesen ist Magie

Aribella und die Feuermaske von Anna Hoghton

"Lesen ist Magie! Es kann uns in andere Ebenen versetzen und ermöglicht uns, unsere eigene besser zu verstehen."

Was für ein schöner Satz im Buch!

Die Kinder-Fantasy-Geschichte, die in Venedig und Burano spielt, begann für mich sehr zäh. Fast hätte ich abgebrochen - im Rückblick bin ich aber froh, dass ich mich durch die ersten zähen Kapitel gekämpft habe.

Durchhaltevermögen wurde belohnt.

Geheimnisvoll, düster und spannend - das wären die Wörter, die mir sofort zu dem Buch einfallen. Einzelne Komponenten im Buch waren zwar vorhersehbar, trotzdem war es unglaublich spannend, denn wie alles letztendlich zusammenhing, das hat sich in vollem Umfang erst am Ende aufgelöst.

Empfohlen wird das Buch ab zehn Jahren. Das finde ich zu früh, ich würde es erst ab zwölf Jahren weiterempfehlen. Es ist schon nicht gerade ohne, was die Helden da durchmachen müssen und keine Regenbogen-Einhorn-Stimmung im Buch. Die Grundstimmung wird m. E. auch gut über das Cover transportiert.

Zwei Punkte sind mir besonders aufgefallen, weil sie einen Bezug zur heutigen Pandemie haben.
Venedig als Stadt der Masken und was stand da am Speisesaal "bitten höflichst, im Speisesaal auf das Tragen von Masken zu verzichten"
Verkehrte Welt gerade!
Der andere Punkt war eine Aussage zur Pest, da ging es darum, dass es vielleicht doch keine Krankheit war, sondern dass die Seelen der Lebenden von Geistern verschlungen wurden. Auch das passt gut zu heutigen Verschwörungstheorien, oder?

Mein Fazit: nach einem schleppenden Einstieg bekommt man eine spannende Fantasygeschichte geboten, die für unerschrockene Lesekinder ein großes Abenteuer ist. Noch schöner, wenn man schon mal selbst in Venedig war, dann kann man sich alles so richtig gut vorstellen.

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Viel Natur: düsterer Thriller mit passendem Titel

Waldeskälte von Martin Krüger

Eigerstal ist ein kleines Dorf in den Schweizer Alpen. Hier ist Valeria aufgewachsen, nunmehr erwachsen arbeitet sie bei Interpol und hat ihr Heimatdorf völlig verdrängt, sie ist nie mehr zurückkehrt.
Bis dann ein junges Mädchen verschwindet und Valerias Jugendfreund sie um Hilfe bittet.
Denn die Parallelen zu früher sind mehr als deutlich: schon vor 21 Jahren verschwanden damals gleich drei Mädchen und nur eines hat überlebt.

Valeria.

Dieser Thriller ist anders als meine sonstige Thriller-Lektüre.
Das kleine Bergdorf mit seiner schroffen Natur nimmt viel Raum ein. Anfangs ungewohnt, dass die Beschreibung eines Waldes so viele Seiten einnimmt, aber so spürt man beim Lesen die Beklemmung, die die Kälte, Feuchtigkeit und Dunkelheit auslöst. Das fand ich beeindruckend, dass das mit Worten so gut klappt. Auch das Knacken von Ästen in der Dunkelheit war dann ganz schön gruselig - es muss gar nicht immer so brutal zugehen.

Fast ein wenig erstaunt hat mich, dass ich den Stil auch gar nicht langweilig fand. Ich bin eher eine ungeduldige Leserin, die schnell zum Punkt geführt werden will, aber hier war die ausschweifende Naturschilderung wichtig und richtig.

Gut gefallen hat mir auch, dass ich mit nie sicher sein konnte, welcher der Charaktere nun auf der richtigen Seite steht - und die Auflösung.

Zu Valeria habe ich allerdings keinen richtigen Draht bekommen, sie ist mir nicht ans Herz gewachsen - vielleicht weil es hier nur um ihre Vergangenheit ging. Das hat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan.

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Kurz, aber fein

Eifersucht von Jo Nesbø

Vorneweg: das ist kein klassischer Nesbro, wie ich ihn lieben gelernt habe, es ist keine durchgängige Story mit hohem Spannungsbogen, sondern "sieben erstklassige Stories, ein Motiv" (so die Buchwerbung).

Bei nur 268 Seiten ist klar, dass hier die Devise lautet: fasse dich kurz.
Die Kurzgeschichten sind jeweils unterschiedlich in ihrer Länge, es gibt eine, die mehr Raum bekommt und gleich 122 Seiten beansprucht, aber auch die anderen haben mich überwiegend trotz der Kürze überzeugt.

Das ist schon ein kleine Kunst, finde ich, mit so wenigen Seiten eine spannende und interessante Handlung zu schaffen, die einen in den Bann zieht.
Das ist Nesbro für meinen Geschmack sehr gut gelungen, ich hatte auch nie das Gefühl, dass hier etwas fehlt.

Schön hieran ist, dass man das Buch auch in Häppchen genießen kann. Eine Tasse Tee und eine Geschichte als Feierabend-Einklang - man muss nicht die ganze Nacht durchsuchten, das hat schon auch etwas.

Zur forschen Behauptung "erstklassige Stories": das Prädikat würde ich nur der ersten Story verleihen, die fand ich umwerfend gut.
Die anderen schwanken etwas, wobei mir alle gut bis sehr gut gefallen haben.
Ja, teilweise war es etwas vorhersehbar - aber nichtsdestotrotz hat mir Nesbo ein großes Lesevergnügen beschert, alles etwas makaber und sehr fein.

4,5 Sterne, die ich nach etwas Überlegen auf fünf aufgerundet und nicht abgerundet habe.

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Witzig und gar nicht (so) gruselig

Freddy und Flo: Freddy und Flo gruseln sich vor gar nix! von Maria Kling

Freddy und Flo müssen umziehen - ihre Eltern haben neue Partner und sie leben beim Vater und ...Ulrike. Das ist die Neue und nein, das hätte es wirklich nicht gebraucht.

Schnell merken sie, dass ihre sonstigen Hausbewohner irgendwie anders sind.
Glücklicherweise gruseln sich Freddy und Flo vor gar nix! Flo ist mitten in der Pubertät und eh völlig abgeklärt und Freddy ist zwar erst neun, aber nimmt es schon mit ausgewachsenen Vampiren auf.

Das Aufeinandertreffen der Kinder mit den vermeintlich gruseligen Hausbewohnern ist total witzig. Wenn das Hexenmädchen beispielsweise fragt, ob Flo vielleicht eine Untode ist, weil sie so blass ist oder alle sich absurde Geschichten einfallen lassen, weshalb sie doch natürlich Menschen sind, um ihr Anders-Sein zu verschleiern. Jaja...

Anfangs kommen sie auch nicht wirklich miteinander klar, doch dann schweißt sie der Kampf gegen einen echten Bösewicht zusammen.
Urkomisch!
Meine Lieblingsfigur ist ja die völlig entrückte Blumenelfe, die immer so verpeilt ist.
Und zu gerne hätte ich die Heinzelmännchen - äh - sorry, Heinzelleute natürlich (auch sie legen Wert auf gendergerechte Sprache), die immer ungefragt aufräumen, auch bei uns in der Hausgemeinschaft.

Ein großer Spaß für Jung und Alt ab acht Jahren. Zwar mit Werwölfen, Gespenstern & Co, aber trotzdem garantiert angstfrei. Aber garantiert nicht lachtränenfrei! Ein besonderer Humor, den ich sehr mag und der auch bei der Tochter auf großes Gefallen stieß.

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Gute Unterhaltung mit spannendem Hintergrund

Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher von Beate Rygiert

Etwas Geschichtsstunde über den berühmten Ullstein-Verlag anhand von Frauenschicksalen in den berühmt-berüchtigten 20er Jahren in Berlin, das klang spannend.

Und das war es auch.
Im Wesentlichen geht es um drei Frauen:
Rosalie, eine geschiedene, unabhängige Journalistin, die von dem Generaldirektor des Verlags, Franz Ullstein, umworben wird.

Vicki Baum, ihre beste Freundin und Verlagsredakteurin im Hause Ullstein.
Lilli, das Tippfräulein (allein der Name...), die für Vicki Baum arbeitet und als einzige nicht in der Welt der Reichen und Schönen zu Hause ist.

Die Drei wachsen während der Geschichte immer mehr zusammen.

Und dann gibt es da noch die Ullstein-Brüder und weitere Männer. Machtgetrieben und eben in einer traditionellen Männerweilt verortet, entwickelt sich eine Intrige der üblen Art.

Ich fand es spannend, in die damalige Verlagswelt hineinzuschnuppern. Die Autorin hat es sehr gut geschafft, die Atmosphäre herüberzubringen. Das geschäftige Treiben, die kleinen und großen Machtspielchen, das war alles sehr bildlich (ich könnte mir das Buch auch sehr gut als Grundlage für eine Verfilmung vorstellen).
Überhaupt war das Buch sehr unterhaltsam, es hat sich locker-flockig weg lesen lassen. Die Entwicklung Lilis war mir ein wenig zu dick aufgetragen und zu unrealistisch, aber dafür ist es nun mal ein Unterhaltungsroman, insofern muss das wohl so sein.

Ich fand es nur ein wenig schade, dass am Buchende nur sehr knapp darauf eingegangen wurde, was fiktiv war und was einer realen Grundlage entsprach. Lili ist ein Geschöpf der Phantasie - einen Liebhaber gab es real als Person (mit einer sehr üblen Weiterentwicklung in der Realität). Aber war er auch real der Liebhaber?

Ich habe im Anschluss noch etwas mehr über den Verlag und die Brüder recherchiert, denn darauf macht das Buch auf jeden Fall neugierig. Die Realität ist nicht minder spannend...

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Sommerfrische in der Uckermarck und eine gar nicht mehr frische Ehe

Der Brand von Daniela Krien

Rahel und Peter haben Urlaub - aber ihr gebuchtes Urlaubsdomizil brennt ab. Stattdessen hüten sie Haus und Hof von Rahels Freundin Ruth in der Uckermark. Ruth möchte ihrem Partner nach dessen Schlaganfall während einer Reha beistehen und braucht jemanden, der in der Zwischenzeit ihre Tiere versorgt.

Nach dreißig Jahren Ehe befinden sich Rahel und Peter in einer Sackgasse, die Stimmung ist angespannt und wird noch schlechter, als sich Tochter Stella samt Kindern zum Besuch ansagt...
Aber nicht nur die Ehe und das Verhältnis zu den Kindern, sondern auch Rahels Familiengeschichte findet Einzug in die Handlung. Genauso wie die Freundschaft zu Ruth und Viktor.

Ich mag das Buch sehr. Der Schreibstil ist besonders, es ist ein eher leises Buch - alles spielt sich auf dem Hof in der Uckermark ab. Die Stimmung, das Licht, die Geräusche, all das wird mit wenigen Worten geschildert und hat mich eintauchen lassen. Ein ruhiger Alltag, ohne Luxus (aber mit viel Wein...) und wohl gerade deshalb genau die Sommerfrische, die Rahel und Peter gebraucht haben. Stück für Stück erfahren wir Lesende von Verletzungen, erleben aber auch Annäherungen.
Das klingt jetzt nicht sonderlich aufregend - aber das Buch hat für mich das gewisse Etwas.

Was nun der titelgebende Brand ist? Es kommen einige Brände im Buch vor, ein Thema, das sich wiederholt.

Passend zum Buch wird es nicht vollständig auserzählt - es ist ein Zwischenstand, eine Momentaufnahme. Was morgen ist, weiß man nicht - und was genau nun in der Vergangenheit alles geschah, auch nicht. So ist das Leben und so ist es auch (meist) gut.

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Sommerfrische in der Uckermarck und eine gar nicht mehr frische Ehe