Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Kein klassischer Thriller
Tiefer Fjord von Ruth Lillegraven
In einer Klinik in Oslo geschieht ein Mord.
Ein Vater, dessen Sohn gerade gestorben ist, wurde erschossen. Die Familie kommt aus Pakistan, deshalb wird Fremdenhass als Motiv vermutet.
Kurz darauf ein zweiter Mord, auch hier hat das Opfer eine Einwanderungsgeschichte.
Haavard ist der diensthabende Arzt im Krankenhaus und seine Frau Clara arbeitet im Justizministerium.
Die Ehe läuft nicht gut und wir können als Lesende nach und nach hinter die Kulissen der nach außen hin als Bilderbuchfamilie agierenden Personen schauen.
Das Buch arbeitet mit ständigen Perspektivenwechseln, mal ist Clara die Ich-Erzählerin, dann ihr Vater, dann ihr Mann, dann wieder jemand aus dem Klinikpersonal. Dadurch entwickelt sich eine besondere Dynamik - und sehr zügig kann man in die jeweiligen Abgründe der Personen blicken.
Obwohl damit relativ schnell klar ist, dass alle ihre Geheimnisse mit sich tragen - und auch welche - ist das Buch trotzdem spannend. Stück für Stück wird weiter aufgeblättert, man weiß auch schon bald, wer hinter den Morden steckt. Trotzdem ist es spannend und temporeich, allerdings eben kein klassischer Thriller oder Krimi.
Ein Roman mit großem Anteil an Spannungselementen, aber auch Politik, das Thema Kindermisshandlung, kombiniert mit norwegischer Natur.
Das Ende kam dann ziemlich plötzlich - und hat mich ganz schön überrumpelt. Das Buch hört einfach auf und lässt den Lesenden mit einem offenen Ende unbefriedigt zurück. Ich habe in anderen Rezensionen gelesen, dass es wohl Folgebände geben soll, gefunden habe ich da verlagsseitig aber nichts. Nicht schön - das hat dem Buch den fünften Stern gekostet...
Hier scheiden sich die Geister
Evie und die Macht der Tiere von Matt Haig
Das war mal wieder ein Buch, über das der Austausch mit dem Kind besonders interessant war.
Ich habe das Buch zuerst gelesen. Mir hat es ganz gut gefallen, mehr aber auch nicht. Ich hatte das Gefühl, dass ich das Grundthema inzwischen schon drölfzigmal gelesen habe und fand, dass es zu wenig "außenrum" gab.
Der Fokus lag so gut wie ausschließlich auf der besonderen Eigenschaft Evies und dem Kampf gegen einen Bösewicht. Ich hätte mir noch mehr rund um Evies Alltag und Freundschaften gewünscht. Für mich ein klassisches drei Sterne Buch, das ich auch umgehend weitergegeben hätte.
Dann kam die elfjährige Tochter, die das Buch an einem Tag ausgelesen hatte und ganz anderer Meinung ist.
Sie fand das Buch richtig spannend und konnte es gar nicht weglegen. Auch zum Grundthema war sie anderer Meinung. Klar gibt es schon viele Bücher, bei denen die Heldi:innen die Sprache der Tiere verstehen, aber hier war es doch wieder ganz anders umgesetzt. Sie mochte es total gerne, dass so viel aus der Tierperspektive zu lesen war und Evie den Tieren so zur Seite stand.
Nicht gefallen hat ihr dagegen, wie der finale Umgang mit dem Bösewicht war. Ich will hier nicht spoilern, deshalb kann ich nicht weiter darauf eingehen.
Die Altersempfehlung des Buches ist "ab neun Jahre" - das würde ich auch auf keinen Fall unterschreiten. Eher sogar etwas heraufsetzen, es ist zeitweise schon etwas grausam, deshalb wäre ich hier bei "ab zehn Jahre"
Die Illustrationen im Buch sind übrigens absolut großartig, ein echter Genuss.
Insgesamt war das Gesamturteil des Kindes: "5 Sterne, ein richtig tolles Buch!" Nachdem es ein Kinderbuch ist, zählt hier die Kindermeinung.
Spannend und dramatisch
Von hier bis zum Anfang von Chris Whitaker
Auf dem Cover ist folgendes Zitat abgedruckt: "Seit der Gesang der Flusskrebse hat mich kein Roman so bewegt und begeistert".
Tja, damit hatten sie mich, denn das Buch ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Dementsprechend hoch lag aber auch die Messlatte.
Ich nehme es gleich vorneweg: ein gutes Buch - aber der Gesang der Flusskrebse hat mich viel mehr bewegt, aufgewühlt, da kommt es für mich nicht ran.
So - jetzt aber genug im Vergleichen, nun endlich zum eigentlichen Buch.
Duchess ist dreizehn Jahre jung und lebt mit Mutter und Bruder in Armut. Selten wird sie richtig satt und auf ihr lastet die Verantwortung für die ganze Familie. Sie kümmert sich sowohl um die depressive und alkoholkranke Mutter als auch um den kleinen Bruder.
Das wird sehr eindringlich erzählt und ist furchtbar zu lesen.
Über der Familie liegt ein dunkler Schatten, Duchess Tante wurde als Kind ermordet - und das wirkt bis heute.
Dann wird der Mörder aus dem Gefängnis entlassen und die Dinge nehmen ihren Lauf...
Ein Buch über Schuld und Vergebung, eine Mischung aus Drama und Krimi, spannend und ergreifend und manchmal auch nur sehr schwer auszuhalten.
Duchess musste früh erwachsen werden, sie war mir aber trotzdem zu erwachsen dargestellt. Vielleicht muss man so sein, wenn das Leben so ist, aber sie wirkte auf mich nicht wie eine Dreizehnjährige. Trotz allem.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, spannend, dramatisch und mit einem gelungenem Abschluss - und vielleicht sind vier Sterne auch etwas ungerecht. Wenn nicht dieser Vergleich meine Erwartungshaltung so dermaßen hoch geschraubt hätte, wären es vielleicht sogar fünf geworden.
Aber im direkten Vergleich...
Interessante Grundidee, aber sehr konstruiert
Von hier bis zum Anfang von Chris Whitaker
70 Millionen Euro - Hedda hat ein wahrlich großes Erbe hinterlassen. Allerdings ist ihr Testament alles andere als gewöhnlich, sie hat verfügt, dass Ihre Familie eine Challenge bestreiten muss, drei Tage mit je neun Aufgaben und wer die meisten Punkte erreicht, bekommt das komplette Erbe.
Spannend - dachte ich.
Der Start ins Buch war dann auch vielversprechend. Nach einem undurchsichtigen ersten Kapitel (dessen Bedeutung erst ganz am Schluss klar wird) beginnt das Buch mit einem Schwenk zu einem der Söhne, der sich zu dieser Zeit in der Schweiz aufhält. Hier hat der Autor gleich eine Nähe zu Theo, so heißt der Sohn, aufbauen können. Man lernt Theo kennen - und das Buch liest sich schnell dahin.
Dann der Schwenk: alle Kinder sind im Elternhaus, die Mutter verstirbt. Und ab hier wurde es zäh. Die Figuren seltsam distanziert, ich habe keinen Draht zu ihnen gefunden. Umso eigenartiger, weil das eben eingangs gar nicht so war. Und die anfängliche Spannung, was es mit den Aufgaben auf sich hat, hat zunehmend gelitten, es hat sich immer mehr in eine arg konstruierte Splatter-Richtung bewegt.
Ich fand es auch nicht sonderlich spannend - lediglich das Ende hat mich wieder etwas mit dem Buch versöhnt. Da gab es einen wirklich guten Schwenk, den ich so nicht geahnt habe.
Aber insgesamt einfach für mich deutliche Längen und zu wenig Nähe zu den Figuren.
Kein schlechter Thriller, das nicht, aber auch keiner, den ich einer Freundin oder einem Freund empfehlen würde.
Liest sich leicht, hat mich aber nicht berührt
Die Geschichte von Kat und Easy von Susann Pásztor
Nach zwei Coming-of-Age Büchern aus Sicht männlicher Jugendlicher in diesem Jahr nun auch eines aus der weiblichen Perspektive.
Hier allerdings mit Wirkung bis in die Gegenwart, weswegen die Geschichte von Kat und Easy immer im Wechsel 1973 und jetzt erzählt wird.
Das Teenie-Leben in einer Kleinstadt mit der altersüblichen Reduzierung auf Musik, Hesse, Liebe & Sex, Heimlichkeiten und Drogenerfahrung fand ich sehr überzeugend geschildert.
Allerdings ist es für Außenstehende nicht so sonderlich spannend, da alles nunmal nur darum kreist und das hatte man ja mehr oder minder ausgeprägt „damals“ selbst und seitenlanges Lesen über hier sehr ausgeprägte Drogenexperimente fand ich doch ganz schön langweilig und mit viel zu vielen Wiederholungen behaftet.
In der Gegenwart steht dann weiterhin der Konflikt von früher zwischen den Beiden. Statt sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, arbeiten sie es über Kats Blog auf.
Das fand ich nicht schlecht und es hat zu den beiden gepasst.
Aber auch hier gilt: so wirklich interessant fand ich es nicht. Zuviel Unwichtiges, wie für die Handlung völlig bedeutungslose Feste in Griechenland haben es für mich schleppend gemacht.
Vermutlich sollte man bei dem Buch tatsächlich auch aus der Generation sein. Autonome Jugendzentren gab es zwar in meiner Jugend auch noch, aber weder zu der Musik noch zu den Drogenexperimenten konnte ich einen Bezug herstellen, das machte es nicht einfacher.
Fazit: Guter Schreibstil, aber einfach nicht mein Thema bzw. meine Generation.
Menschen und Roboter - wirklich zwei völlig getrennte Welten?
Undercover Robot - Mein erstes Jahr als Mensch von Edmonds David; Fraser Bertie
Dotty ist ein Roboter - um zu testen, ob sie wirklich überzeugend ist, soll sie ein Jahr als normale Schülerin in die Schule gehen - und darf nicht auffliegen. Nur dann ist der Fortbestand des Forschungsprojekts gesichert.
Tja - obwohl Dotty wirklich detailreich programmiert wurde - sie ist halt ein Roboter.
"Denkt" logisch, handelt entsprechend - Emotionen sind außen vor bzw. nur eingeübt, wenn sie der Programmierlogik entsprechen. Klar, dass da einiges schiefgeht.
Das ist ein hochspannendes Thema, was macht uns als Menschen aus und wie wird Künstliche Intelligenz künftig unseren Alltag und unser Leben gestalten?
Dabei ist das Buch trotz des wichtigen Themas einfach ein witziges Kinderbuch, das allerbeste Unterhaltung bietet. Es macht riesigen Spaß, es zu lesen. Die Thematik ist kein Problem - und es ist auch definitiv kein anstrengend zu lesendes Buch, sondern feinste Kinderunterhaltung mit einem sehr gelungenem Ende.
Ein Beispiel für den Humor gefällig?
"Papa ist Philosophieprofessor. Philosophen arbeiten an Problemen, die den Verstand der Menschen vor Rätsel stellen. In seiner Jugend verbrachte er zwei Jahre damit, über den Unterschied zwischen einem Becher und einer Tasse nachzudenken. Anschließend beschäftigte er sich noch drei Jahre mit der Frage, ob Becher und Tassen wirklich existieren."
Empfohlen wird das Buch ab 10 Jahren - das passt m. E. gut, allerdings ist das Sprachniveau hoch. Dotty geht nun mal auf eine Schule für Hochbegabte und ist ein Roboter - das spiegelt sich auch im Wortschatz wieder. Viele Wörter werden erklärt, aber von Wörtern wie Algorithmus oder Linguistik sollte man sich nicht abschrecken lassen.
Ob Roboter letztendlich Emotionen haben, das bleibt dahingestellt, ich habe Dotty aber auf jeden Fall in mein Herz geschlossen. Ein richtig gelungenes Buch!
Unbedingt lesen
Jeder Tag ist eine Schlacht, mein Herz von Andrew David MacDonald
Zelda ist gerade 21 geworden, mit ihrer Geburtstagsparty startet das Buch. Sie hat eine Fetale Alkoholspektrumsstörung (FASD), weil ihre Mutter während der Schwangerschaft Alkoholikerin war.
Deshalb braucht sie klare Regeln, wiederkehrende Tagesabläufe und ist geradeaus, pragmatisch und eine echte Kämpferin.
Ihre große Leidenschaft sind die Wikinger - aber während Frauen dort -vermeintlich - eher die holde Maid waren und Männer die Kämpfer, beschließt Zelda, dass sie die aktive Rolle übernimmt, für die Rolle der holden Maid wählt sie ihren Freund aus. Das fand ich bewundernswert, tatkräftig und auch sehr witzig geschrieben.
Das Buch hat mich von Beginn an fasziniert, entwickelt seine Stärke im Laufe der Geschichte aber immer mehr.
Meine Bewunderung galt Zelda, sie meistert ihr Leben und kämpft für ihre Lieben. Sie ist so quicklebendig, ich kann kaum glauben, dass sie nur eine fiktive Person ist. Der Autor hat mit ihrer Sicht der Dinge eine tiefe Verbindung zwischen mit als Lesende und Zelda geschaffen.
Sehr erfrischend fand ich auch Zeldas Tatkraft, das "erste Mal" anzugehen. Das Thema Sexualität bei Menschen mit Beeinträchtigungen habe ich literarisch auch noch nicht sehr oft wahrgenommen.
Zelda hat allerdings um sich herum lauter Menschen, die sie lieben und unterstützen und ganz vorne ist ihr Bruder Gert. Er macht nicht alles richtig und trapst von einem Schlamassel ins nächste, aber hier hat sich meine Meinung im Laufe des Buches stark geändert. Er ist für mich ein echter Held, übernimmt Verantwortung und hat eigentlich - so aus der Ferne betrachtet - kein eigenes Leben. Allerdings rückt Gert diese Einschätzung ziemlich schnell gerade, für ihn wäre ein Leben ohne Zelda unvorstellbar.
Spannend fand ich auch, dass die Rollen der Geschwister durchaus wechseln - wer sich um wen kümmert und Verantwortung übernimmt, ist keineswegs immer identisch.
Aber ich will gar nicht zu viel verraten, das Buch kann man nur schwer beschreiben, sein Zauber entfaltet sich beim Lesen.
Es ist herzerwärmend, gibt Denkanstöße, ist witzig und erweitert den klassischen Familienbegriff um den der Sippe.
Und nicht zuletzt ist es eine Liebeserklärung an Bibliotheken und Buchhandlungen!
Definitiv ein Lesehighlight im Jahr 2021 - das ich so unter dem sperrigen Titel nicht vermutet hätte.
Emil und die Detektivin
Das Karlgeheimnis von Jutta Wilke
Das Buch ist ein echter Schatz und gehört mit zu den Besten, die wir in diesem Jahr gelesen haben.
Worum geht es?
Zuallererst um Emil, Fünftklässler und leider immer noch mit seiner inzwischen etwas peinlichen Einschulungsbüchertasche unterwegs. Denn Emils Mama hat nicht viel Geld, deshalb muss sie auch immer so viel arbeiten und ist so müde.
Emil schreibt aber gerade an seinem ersten Krimi, mit dem er dann Geld verdienen will und dann wird alles besser.
Dann gibt es da noch Karl (der mit dem Geheimnis) und Finja, die Nachwuchsdetektivin, die Jungs von der Müllabfuhr und...ach, lest unbedingt selbst.
Das Buch wird aus Emils Perspektive erzählt und geht richtig ans Herz. Keine heile Welt, man muss schon ganz schön schlucken.
Vor allem ist es aber ein spannender Kinderkrimi mit richtig viel Action und jeder Menge Menschen, die das Herz am richtigen Fleck haben.
Es geht um Verlust, Freundschaft, Zusammenhalt und zeigt, dass jede*r von uns ein Alltagsheld sein kann, ob Müllmann oder Anwalt oder Friseurin. Ganz nebenbei, ohne dass es explizit Thema wird, klasse gespielt im Buch. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in einem Kinderbuch je so breit aufgestellte Berufe der Erwachsenen gefunden habe (von den Kleinkind-Wimmelbüchern mal abgesehen).
Aber wie gesagt, im Vordergrund stehen Emils Sorgen und Nöte und das Karlgeheimnis. Und das hat es unmöglich gemacht, das Buch wegzulegen, bevor es ausgelesen war.
Einstimmiges Urteil von Kind (so alt wie Emil) und Erwachsener: Fünf Sterne, aber sowas von!
nordisch spannend
Nordwestzorn von Svea Jensen
Das ist der zweite Band über die Soko St. Peter-Ording und ich habe Band eins nicht gelesen. Das ist aber überhaupt kein Problem, an keiner Stelle im Buch hatte ich das Gefühl, dass mir wichtige Informationen aus Band eins fehlen.
Kommissarin Anna Wagner ist Leiterin einer neuen Soko und kümmert sich um Cold Cases.
Sie beginnt mit einem mehr als fünfzehn Jahre alten Fall, ein neunjähriger Junge verschwand damals auf einer Klassenfahrt. Weder er noch seine Leiche wurden jemals gefunden, der Fall wurde nie aufgeklärt. Kurz nach Wiederaufnahme der Ermittlungen verschwindet einer der damaligen Tatverdächtigen - das kann kein Zufall sein...
Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist spannend, dabei aber unaufgeregt. Also keine so fiebernde Spannung, bei der man das Buch nicht weglegen kann. Ich mag beides - jedes zu seiner Zeit, hier hat das so wunderbar gepasst.
Neben dem Fall hat das Privatleben der Ermittelnden samt ihrem Umfeld einen breiten Raum. Da ist auch nicht wirklich Friede, Freude, Sonnenschein. Die menschlichen Schicksaale, die alle - Polizisten, Eltern usw. ertragen müssen, sind so geballt, dass es mir schon fast ein wenig zu viel war. Glückliche Menschen sind rar im Polizeiumfeld in St Peter-Ording! Nur die Kommissarin Anna blieb hier etwas blass - von ihrem Seelenleben erfährt man in dem Band nicht viel, lediglich eine aufreibende Scheidung scheint zu laufen, Details gibt es hier aber nicht viele.
Auch wenn das Privatleben schon sehr viel Raum eingenommen hat - es hat die Figuren sehr authentisch gemacht. Auch die unangenehmen Personen waren überzeugend geschildert, das hat mir gut gefallen.
Gute Krimiunterhaltung mit einem Hauch Meeresbrise, hat mir gut gefallen!
Schnelle und einfache Küche - nicht nur für Camper
Campingküche mit 5 Zutaten von Sonja Stötzel
Das Fünf-Zutaten-Kochbuch zeigt, wie man mit minimalen Mitteln trotzdem leckeres Essen fernab der berühmt-berüchtigten Ravioli-Dose zaubern kann.
Die Grundidee gefällt mir sehr gut - und sie ist nicht nur für die Campingküche praktisch, sondern auch für den Urlaub in der Ferienwohnung, in der meist die Küche nicht so gut ausgestattet ist (und man auch meist keine Lust auf langes Kochen hat) oder die schnelle Studentenküche.
Die Rezepte gliedern sich in
Kalte Gerichte
Kochen mit Flamme
Snacks und Süßes
Hier fand ich erstes und letzteres nicht so interessant, da braucht es m. E. nicht extra Anregungen, aber das ist natürlich Geschmacksache.
Die Rezepte mit Flamme sind alle mit einer Flamme zu bewerkstelligen, entweder kocht man sowieso alles in einem Topf oder einer Pfanne, oder man kann es nacheinander zubereiten. Also beispielsweise erst die Brühe erhitzen, umfüllen und dann im Topf den Reis für das Risotto anschwitzen und die Brühe nach und nach dazugeben.
Viele Nudelgerichte - aber es gibt auch beispielsweise auch Chili und sogar eine Idee für Flammkuchen.
Für einen Zelturlaub finde ich das Buch nicht so gut geeignet, weil man da meist keine Kühlmöglichkeit hat. Auch wenn es ab und an Tipps gibt, wie man z.B. dann Kräuterbutter ersetzt, ist das Buch schon mehr auf Campingurlaub mit dem Camper ausgerichtet.
Ich hätte mir noch etwas mehr Hauptgerichte erhofft und dafür gerne auf kalte und Nachtisch-Rezepte verzichtet, davon abgesehen gibt das Buch aber brauchbare Anregungen für die einfache Küche. Klar sind es keine Gourmet-Rezepte und sie sind auch nicht sonderlich originell - aber das liegt in der Natur der Sache. Abwechslungsreich kann man auf jeden Fall auch mit beschränkten Mitteln kochen.










