Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Dominierendes Privatleben
Tödliches Verderben von Karin Slaughter
Von marie aus e
Ich bin großer Karin Slaughter Fan und freue mich sehr, dass es eine neue Reihe gibt.
Das hier ist Band 2 um Sheriff Emmy Clifton, der im County von North Falls spielt. Einer Kleinstadt, jeder kennt jeden.
Emmys Sohn ist ebenfalls bei der Polizei und Schwester Jude, die gerade zu Besuch ist, unterstützt als ehemalige FBI-Agentin.
Wobei? Bei der Aufklärung eines Mordes an einer Polizistin, mit der Emmy befreundet war. Denn schnell wird klar: North Fall ist keine beschauliche, friedliche Kleinstadt, hier wohnen viele Verbrecher. Unheimlich viele Verbrecher!
Für Slaughters Verhältnisse war das ein nicht ganz so spannender Thriller, für mich war das Privatleben rund um Emmy der spannendere Teil. Die Fall-Aufklärung hingegen zog sich ganz schön.
Dafür mag ich die sperrigen Charaktere, sowohl Emmy als auch Jude und das Kleinstadtleben mit allen Tücken. Wer das private Drumherum aber nicht mag, wird mit dem Buch wahrscheinlich keine Freude haben.
Es gibt keine vorangestellte Triggerwarnung, ich hoffe, ich spoiler nicht - wer es nicht wissen will, bitte hier nicht weiterlesen!
Das Buch behandelt häusliche Gewalt in einem Haushalt, in dem auch Kinder leben, das war heftig.
Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen, wohl dosiert spitzt ab und an wieder Slaughters Humor durch wie etwa
„Du kannst nur tun, was du tun kannst“. Emmy musste an sich halten, um nichts zu sagen. Sie hatte das Gefühl, sich mit einem Glückskeks zu unterhalten.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht mit Emmy und Jude. 4,5 Sterne, aufgerundet auf 5.
Nicht gar so brutal
Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson
Ich glaube, ich habe meine neue Thriller-Reihe gefunden.
Das hier ist nämlich der Auftakt zu einer neuen Serie und ich werde auf jeden Fall weiterlesen.
Es geht um Helga und Bjarki, erstere ist neu bei der Polizei in Island und darf bzw. muss gleich ihre erste Mordermittlung leiten.
Eine junge Frau wurde tot in einem Reitstall gefunden.
Und dabei bleibt es nicht, ein Serienmörder treibt sein Unwesen.
Da Island nur um die 400.000 Einwohner hat und bis zu dem Fall auch nur einen Serienmörder in der jüngeren Geschichte, ist die Mordkommission auch nicht sehr üppig ausgestattet.
Doch Helga kann auf Bjarki setzen, eigentlich Verkehrspolizist, jetzt aber zur Unterstützung mit an Bord.
Mit hat der Auftakt richtig gut gefallen. Für skandinavische Verhältnisse ist er nicht allzu brutal (aber nicht falsch verstehen, Cosy ist auch hier nichts), die Ermittelnden leben zwar nicht in Bilderbuchfamilien, sind aber nicht völlig kaputte Typen und die Island-Atmosphäre ist einfach schön.
Ein wenig doof, das jetzt zu schreiben, wenn man Island-Krimis mag, aber halt angenehm beim Lesen: die Namen der Charaktere lesen sich für deutsche Lesegewohnheiten einfach. Helga ist völlig unproblematisch, bei andern Island-Büchern sind die Namen für mich sehr herausfordernd.
Insgesamt für mich genau die richtige Dosis aus Spannung, Island-Vibes und Charakteren, die ich weiter begleiten möchte.
Schon der Titel impliziert meine Sternevergabe
FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister
Noch fünf Minuten, bis der Zug in den Londoner Bahnhof einfährt.
Fünf Personen warten neben unzähligen anderen auf die Zugeinfahrt, wir werden sie in den folgenden Kapiteln näher kennen lernen. Was wir aber jetzt schon wissen: einer oder eine der Fünf wird bald sterben.
Das Buch war anders als erwartet, es spielt nämlich immer nur kurz zu Beginn der Kapitel am Bahnsteig, ansonsten beleuchtet jedes Kapitel das Leben einer der fünf Personen.
Und das hat es in sich. Sympathieträger sind sie nicht, die Fünf.
Das Buch ist kein Sonnenschein- heile Welt Buch und anfangs schön gespickt mit bösem schwarzen Humor. Das mag ich ja sehr. Ein Beispiel gefällig? „…und die Einladung zur Beerdigung ihrer Schwiegertochter fühlte sich wie ein Schritt in die richtige Richtung an. Für sie alle. Vor allem für ihre Schwiegertochter.“.
Das verliert sich dann im Buchfortschritt, da gibt es dann immer weniger zu lachen.
Nichtsdesotrotz hat mich das Buch gefesselt und ich habe es in kürzester Zeit ausgelesen. Es spielt mit Erwartungen und hat großartig beschriebene Nebencharaktere.
Was mir sauer aufgestoßen ist: die Autorin spricht uns Lesende gegen Ende eine eigene Haltung zum Buch und den Charakteren ab und meint zu wissen, was wir vom Fortgang erwartet haben. Das kann ich nicht leiden.
Auch das Nachwort fand ich eher naja.
Der letzte Abschnitt hat es mir tatsächlich etwas verleidet.
Trotzdem: der Schreibstil war erfrischend und ich konnte das Buch nur schwer weglegen. Außerdem war es mal etwas ganz was anderes. Alles in allem wurden es nach einer Nacht darüber schlafen dann doch noch fünf Sterne.
Redundant
Halbwach von Sophia Como
Es geht um Zoe, Schriftstellerin mit einem Bestseller und unter Wiederholungsdruck.
Dumm nur, dass das ausgerechnet im Genre Lovestory ist, denn damit hat Zoe so gar nichts am Hut.
Unverbindlich Spaß haben ja, aber bloß keine feste Beziehung.
Als sie Mael kennenlernt, scheint er das perfekte Match zu sein.
Auch er will nichts Festes, perfekt. Oder doch nicht?
Anfangs hat mir das Buch richtig gut gefallen. Zoe ist mir sofort sympathisch gewesen und ihre Einstellung erfrischend anders. Ihr Freundeskreis hingegen blieb seltsam blass.
Mit der Zeit fand ich das Buch dann allerdings ermüdend, die immerwährende Abfolge von Party und unverbindlichem Dating, naja.
Außerdem hat das Buch eine ganz andere Richtung genommen. Familiäre Verletzungen und einen gewandelten Blick auf Beziehungen bestimmten dann den weiteren Verlauf.
Das fand ich schade, denn letztlich war Zoe doch nicht die Frau, die ich anfangs kennengelernt habe und die es in der Literatur wohl eher nicht gibt.
Die familiären Hintergründe haben mich leider auch nicht interessiert, das war mir viel zu breit ausgeführt.
Mein Fazit: guter Schreibstil, Handlungsverlauf war nicht meins.
Freundschaft und Kapitalismuskritik
Mädchen allein zu zweit von Daniela Dröscher
Grace und Issa sind allerbeste Freundinnen, die sich alles anvertrauen. Sie eint außerdem, dass ihre Mütter alleinerziehend sind und dass sie in eine „Reichen-Schule“ gehen, während sie in prekären finanziellen Verhältnissen leben müssen.
Den Mädchen wird einiges zugemutet.
Issa hat eine kleine Schwester, die irgendwann das Sprechen eingestellt hat, so dass sich ihre Mutter nur noch um die kleine Schwester sorgt.
Issa muss die Rolle der Erwachsenen übernehmen, auch weil die Mutter finanziell nichts geregelt bekommt.
Grace (mit vollen Namen Grazyna, das feiere ich ja ein wenig, dass auch mal andere Namen aus anderen Ländern verwendet wurden) leidet an ihren großen Brüsten und hat Schmerzen.
Es geht um ungerechte Mittelverteilung, Leben mit ständigen Geldsorgen, körperlichen Veränderungen einhergehend mit massivem Änderungswunsch, erste Liebe, Enttäuschung über erwachsene Vertrauenspersonen und noch mehr.
Ich fand es sehr authentisch im Bezug auf die Freundschaft und die Familiensituation geschrieben und habe sowohl mit Issa als auch mit Grace mitgelitten.
Gegen Ende hin war es für mich etwas darüber, hier hätte es entweder mehr Seiten gebraucht (192 ist nicht die Welt) oder noch besser einen Nebenstrang komplett weglassen, der meines Erachtens völlig überflüssig war.
Außerdem fand ich das Verhalten von den meisten Erwachsen im Buch grässlich. Vom netten, aber völlig verantwortungslosen Vater über eine abgedrehte Helicopter-Mom der ganz besonderen fürchterlichen Ausprägung bis zum Lehrer, der eine Enttäuschung ist, war alles dabei.
Insgesamt fand ich Hörbuch und Buch trotz angesprochener Kritikpunkte aber gut, weil es das Teenieleben mit vielen Sorgen so nahbar gemacht hat.
Der Schreibstil ist klar und verständlich und schön aufgelockert mit Einschüben.
Die Thematik mal anders, ja, fand ich gut.
Ich habe das Buch in zwei Versionen genossen.
Zuerst habe ich mir das Hörbuch angehört, das mit knapp fünf Stunde ungekürzt von Birte Schnöink eingelesen wurde. Die Sprecherin mochte ich, sie hat sehr authentisch das Leben der zwei Freundinnen transportiert.
Dann habe ich noch das Buch dazu gelesen. Hier ist mir die Papierqualität aufgefallen. Es ist ein ganz glattes, handschmeichelndes Papier.
Berührendes Lesehighlight
All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer
Bei dem Buch hat mich die Leseprobe so dermaßen gefesselt, dass ich es unbedingt lesen wollte. Man steigt sofort ein in das Leben von Juna, siebzehn Jahre mit Kunstbegabung und ihre jüngeren Schwester Martha, die immer zurückstecken muss.
Warum? Weil Juna an einer seltenen Krankheit leidet und schlecht hört und immer mehr von ihrer Sehkraft verliert.
Alle Sorgen des Vaters fließen in die Diagnose Junas.
Und dann ist da auch noch der Tod der Mutter, die bei der Geburt Marthas starb, was Juna ihrer Schwester auch noch vorwirft.
Dazwischen gibt es ganz viel Teenie-Leben mit besonderen Freundschaften, erster Liebe und der typischen Schwarz-Weiß-Schubladen-Einordnung, die man als Heranwachsender nun mal hat. Und die hier auch nicht ganz von der Hand zu weißen ist angesichts der drohenden Erblindung Junas.
Trotzdem ist das kein niederschmetterndes Buch, es steckt voller Lebenslust und die Familie schafft es, die Nuancen zwischen schwarz und weiß zu finden.
Ich mochte den Schreibstil sehr, der mir die Gefühle der zwei Schwestern so gut vermittelt hat. Ich konnte ein wenig hineinsehen in die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die eine solche Diagnose bringt, wenn man doch einfach nur wie alle seine Talente leben möchte. Und auch, welch Auswirkungen das auf Geschwisterkinder hat.
Dazu noch die vielen schönen Freundschaften und Zufallsbegegnungen, die Kraft und Mut geben.
Ein wunderschönes Buch!
Toxische Familie
Geschwister von Moa Herngren
Drei Geschwister - alle längst Erwachsene - feiern den Geburtstag der Mutter in ihrem Elternhaus. Der Vater ist vor nicht allzu langer Zeit verstorben und die seit der Kindheit bestehenden Muster sind so verfahren wie nie.
Da ist Andrea, das mittlere Kind der drei Geschwister und aus ihrer Sicht wird der erste Part im Buch erzählt.
Sie ist definitiv ein Papa-Kind und liebte ihren Vater sehr. In die enge Beziehung zwischen ihrer Mutter und der ältesten Schwester kam sie jedoch nie wirklich hinein.
Andrea kümmert sich um alles, während ihre Geschwister sie eher lethargisch machen lassen. Alles bleibt an Andrea hängen, obwohl sie es es gerade mit Job und ihrer Tochter ohnehin schon sehr schwer hat.
Ich konnte mich gut in Andreas latente Wut darüber einfühlen - und ihre Macherinnen-Art wurde sehr schön beschrieben.
Im zweiten Abschnitt geht es um Ulrika, das älteste Kind. Und es war sehr interessant, was es mit mir beim Lesen machte, als ich ihre Perspektive auf die innerfamiliären Beziehungsgeflechte einnehmen konnte.
Ulrike steht der Mutter besonders nahe - und hat im Leben schon einiges mitgemacht. Zudem kämpft sie alleinerziehend immer ums finanzielle Überleben.
Der jüngste Sproß ist Rasmus, der innerhalb der Familie und auch im Buch am wenigsten Aufmerksamkeit bekommt und mir in der Gesamtschau so leid getan hat.
Die Kindheit der drei Geschwister ist von einem ständig abwesenden Vater und einer Mutter, die all ihre Aufmerksamkeit auf Mann und Hunde richtete, geprägt. Aber nicht nur das, die toxische Ehe und was sie ihren Kindern zugemutet haben, prägt die Drei bis heute und so steuert alles auf eine gewaltig Explosion hin.
Ich fand das Buch herausragend - die Schilderung aus den drei unterschiedlichen Perspektiven zeigt, wie wenig man sich auf eine einzelne Sicht verlassen kann.
Ich fand alle drei Geschwister so realistisch beschrieben, genauso wie die Dynamik, die durch Zurücksetzungen einen immer übleren Verlauf bekommt.
Als Einzelkind wird man wahrscheinlich die Geschwisterdynamiken nur schwer nachvollziehen können, aber mit Geschwistern bestimmt. Wer wird mehr geliebt? Wer bekommt wie viel Aufmerksamkeit? Und wie wird Materielles aufgeteilt?
All das ist auch Thema - und so viel sei schon mal vorweggenommen, die Eltern hier im Buch haben sich nicht mit Ruhm bekleckert.
Unbedingt lesen!
Leider zäh
Unerwünschte Töchter von Miriam Carbe
s geht um Margarethe, Marianne, Monika und Miriam. Vier Frauen, vier Generationen, vier mal der identische Anfangsbuchstabe beim Vornamen.
Eigentlich im Bildungsbürgertum zu Hause, doch sozial abgestiegen und wirtschaftlich am Kämpfen.
Es ist einerseits richtig spannend.
Die zeitgeschichtlichen Aspekte aus Sicht der Frauen, die mir so leid getan haben, war, weil ihr Leben so hart war.
Andererseits aber voll von Rassismus und Antisemitismus, sicherlich einzuordnen in der jeweiligen Epoche, nichtsdestotrotz schwierig auszuhalten beim Lesen. Sympathisch waren mir die Frauen überwiegend leider auch nicht.
Dazu kommt, dass es sich für mich leider sehr gezogen hat. Es gibt unzählige winzige Details, die für die jeweilige Stimmung und Epoche wichtig waren, denn nur so kann man hineintauchen und sich einfühlen.
Aber leider hattest das auch zeitweise sehr langweilig gemacht.
Ich musste mich leider schon etwas durchquälen.
Episch und epochal – ein Meisterwerk wie angekündigt - für mich leider nicht unbedingt.
Leichte Sommerlektüre im positiven Sinn
Au revoir und tschüss von Gudrun Lochte
Was für ein wunderschönes Buch - rein optisch.
Ein größeres Format, das sehr gut in der Hand liegt, ein Cover, das Sommerfrische vermittelt, ein zarter Farbschnitt, Page Overlay, Lesebändchen, eine Papierqualität, die man gerne in die Hand nimmt und ein sehr angenehmer Zeilenabstand und Schriftgröße, wenn man nicht mehr so die Adleraugen hat.
Für den Standard-Hardcover-Preis bekommt man hier ein sehr hochwertig gestaltetes Buch, ich mag das sehr.
Es ist mein zweites Buch aus dem vani-Verlag und ich auch wenn es natürlich primär um den Inhalt eines Buches geht, gibt mir eine hochwertige Ausstattung tatsächlich etwas, für mich ist es ein echter Mehrwert.
Aber nun zum Inhalt:
Caro steckt in einer festgefahrenen Ehe, die Kinder sind groß und brauchen sie nicht mehr und sie spürt, dass sie nach jahrzehntelangem Zurückstecken für Mann und Kinder nun endlich für Ihre Wünsche einstehen muss.
Sie träumt schon lange von einem Sprachkurs in Frankreich - bei ihrem Mann stößt der Wunsch auf völliges Unverständnis. Aber Caro zieht es durch und bucht einen Sprachkurs in Südfrankreich, in dem charmanten Örtchen Uzès. Dort kann sie endlich einmal machen, was sie möchte - und tut das auch.
Das Buch ist ein echtes Sommerbuch. Man fühlt sich fast selbst in Südfrankreich.
Es ist jetzt literarisch nicht anspruchsvoll und auch kein Buch, das mir lange im Gedächtnis bleibt oder mich groß beschäftigt.
Es ist aber auch keine flache Geschichte ohne Anspruch.
Caro ist reflektiert und ich konnte ihre Gedanken und ihr Tun nachvollziehen.
Das ist mir auch bei leichten Geschichten wichtig.
Ein schönes Urlaubsbuch, das für eine Reise in den Süden oder auf Balkonien richtig gut passt.
Von der Unmöglichkeit, sein eigenes Spülbecken benutzen zu können
Eine Maus namens Merlin von Simon Van Booy
Als Coverkäuferin musste ich das Buch einfach haben, die Maus im Pantoffel ist einfach zu niedlich. Aber der Klappentext klang natürlich auch gut.
Es geht um Helen. Sie ist 83 Jahre und hat sechzig Jahre mit Mann und Sohn in Australien gelebt. Nun sind beide tot und Helen ist zurück nach Großbritannien gezogen.
Sie lebt alleine und einsam in ihrem Häuschen und hat keinerlei Außenkontakt. Detailliert wird ihr Tagesablauf in den alltäglichen Details geschildert. Das wirkt nur auf den ersten Blick langweilig, ist es aber (für mich) gar nicht gewesen, es hat Helens tagtägliches Einerlei so gut transportiert. Das Highlight war die Fernsehsendung des Tages, unterbrochen von Essenszubereitung (naja, meistens Fertiggerichte oder Toast) und einmal in der Woche gönnt sie sich beim Einkaufen ein Törtchen.
Bis eines Tages Merlin, die Maus in ihr Leben tritt. Zufällig und anfangs auch sehr lästig.
Helen muss ihre selbstgewählte Einsamkeit verlassen und im Örtchen nach Mäusebeseitigungsmöglichkeiten fragen.
Noch mitten in der Planumsetzung schafft die Maus aber das Unmögliche: Helen gewöhnt sich an sie und Merlin wird auf einmal ganz wichtig für Helen.
Auch wenn Helen ihr Spülbecken nicht mehr verwenden kann, weil dort jetzt eine Maus wohnt (die Szenen mochte ich sehr, als Helen immer ins Bad ging, um Wasser zu holen, das hat für mich alles so gut vorstellbar gemacht) - über Merlin knüpft Helen zunehmend auch Bekanntschaften in die Außenwelt.
Als ein einschneidendes Ereignis passiert, lernt man Helen von einer ganz anderen Seite kennen.
Das Buch ist eines der leisen Töne. Es geht um Einsamkeit, nicht nur der von Helen, aber natürlich ist diese im Fokus. Um die Bedeutung von (Haus)Tieren gerade dann, wenn man niemanden hat. Und wie wichtig Freundschaft ist - und nicht zu vergessen ein Ausweis für die örtliche Bibliothek.
Ein schönes Buch, auch wenn mir das I-Tüpfelchen zur kompletten Begeisterung gefehlt hat.
Gute vier Sterne ist mein Fazit.











