Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Eigentlich ein reines ETF-Empfehlungsbuch, gut zur Erstorientierung
Das einzige Buch, das Du über Finanzen lesen solltest von Thomas Kehl; Mona Linke
Das Buch beginnt ganz von vorne, erklärt, warum man ein Spar-Ziel braucht und stellt verschiedene Anlageformen vor.
Es bedient sich des kumpelhaften „Du“, was mich ein wenig stört, da es hier um ein wichtiges Thema geht, da möchte ich seriös angesprochen werden. Kleinlich, mag sein.
Andererseits ist für mich der ganz große Pluspunkt, dass das Buch es schafft, komplizierte Dinge ganz einfach zu erklären.
Es gibt keine wichtigtuerischen, mit Fremdwörtern und Fachsprache überhäuften Schachtelsätze – nein, es liest sich erfrischend, einfach und klar. Hohe Kunst, wie ich finde.
Auch ernste Aspekte werden angesprochen – und zwar in einem Stil, der mir richtig gut gefällt.
Ein Beispiel (es geht um grüne Geldanlagen): „Nur handelt es sich dabei nicht immer um lupenreine Öko-Pioniere, sondern mitunter um Streubomben-Hersteller, Casino-Betreiber oder Ölgiganten, die…“.
Insofern bin ich etwas zwiegespalten, ob der Stil in einem distanzierten „Sie“ auch so gut geworden wäre?
Das Buch steigt wie gesagt am Anfang ein.
Manches fand ich ungenau, etwa das Beispiel für ein Haushaltsbuch. Hier wurden Ausgabenkategorien wie Miete, Supermarkt-Einkäufe u. ä. aufgegliedert und dann quervermischt mit „Bargeld abgehoben“ – fand ich seltsam, denn ob Cash oder unbar ist ja völlig unerheblich, die Ausgaben müssen in ihr Cluster.
Auch die Abwägung, ob Miete oder Eigentum rentabler sind, fand ich sehr, sehr vereinfacht. Man kommt hier zum Schluss, dass wohl überwiegend Miete bei gleichzeitiger Anlage des dann freien Kapitals lukrativer ist – zugrunde gelegt wurde ein 30-jähriger Zeithorizont bis zur Abzahlung der Immobilie. Die dann folgende miet-und tilgungsfreie Zeit (besonders im Alter, wenn die Einkünfte sinken), wurde bei der Betrachtung völlig außen vor gelassen. Auch sonst fand ich die Rechnung nicht plausibel.
Man muss den Autoren aber zugute halten, dass sie schon auf eine stark vereinfachte Rechnung hingewiesen haben.
Es läuft alles auf Vermögensaufbau via ETFs hinaus – das ist die einzig empfohlene Anlageform in dem Buch bzgl. Rendite.
Wie geschrieben, war mir da beispielsweise die Immobilie als Anlageform zu schnell abgebügelt.
Wenn man sich aber für ETFs interessiert, dann ist das Buch zum Einstieg wirklich super.
Ich habe mich damit bislang noch nicht groß beschäftigt und ganz viel Neues erfahren.
Sei es, nach welchen Kriterien man einen passenden ETF suchen kann, wie man die kryptischen Bezeichnungen liest und ganz praktische Hilfestellungen, wie etwa eine Depoteröffnung.
Es gibt Hinweise zur steuerlichen Behandlung und es wird auf alternative ETFs eingegangen.
Gerade den Abschnitt fand ich besonders spannend, die Bandbreite ist riesig. Nachhaltig kann auch hier vieles bedeuten, von offensichtlichem Ausschluss bestimmter Firmen bis zu strengen Regeln, dass auch die Beteiligung an Waffenunternehmen zum Ausschluss führt. Auch Aktienkäufe, die religiösen Werte und Regeln beachten, gibt es. Das war sehr spannend – auch der Hinweis auf die Konsequenz für die Wertanlage.
Wichtig und richtig fand ich auch, dass neben der rein rationalen Renditeentscheidung auch weiche Faktoren wie Sicherheitsgefühl u. ä. Berücksichtigung fanden.
Insgesamt fand ich das Buch erstaunlich kurzweilig und aufschlussreich.
Von oben genannten kleinen Kritikpunkten abgesehen, empfehle ich das Buch weiter, wenn man sich bislang noch nicht tiefer mit der Materie beschäftigt hat und Interesse an ETFs hat.
Unterhaltsamer und müheloser habe ich jedenfalls noch nie Finanzwissen vermittelt bekommen.
Humorvoll, aber auch etwas zäh
Einatmen, ausrasten von Georgie Hall
Eliza ist fünfzig und mitten in den Wechseljahren, die bei ihr auch mit voller Wucht zuschlagen.
Ihr Traum von einer großen Karriere als Schauspielerin hat sich nicht erfüllt, stattdessen liest sie erotische Hörbücher ein. Momentan ist das auch die einzige Begegnung in Sachen Erotik, dann auch ihre Ehe läuft gerade nicht so gut.
Dazu eine Teenagertochter, an der Eliza den Alterungsprozess ihres Körpers umso deutlicher vor Augen geführt bekommt...und das Unsichtbarwerden von mittelalten Frauen in der Gesellschaft.
Puh! Gar nicht lustig.
Die Autorin schildert das allerdings sehr humorvoll und so begleiten wir Eliza bei ihrem atemlosen Alltag voll von Fettnäpfchen, Wutanfällen und Verzweiflung. Denn Eliza gibt nicht kampflos auf, mein, das kann es nicht gewesen sein!
Ich bin hin- und hergerissen, wie ich das Buch nun final einschätze.
Einerseits mag ich das Thema - und den humorvollen Umgang damit. Wenn man selbst in dieser Altersgruppe ist, dann kann man sich da wiederfinden.
Auch die Charaktere sind super - so bunt und vielschichtig. Von der Akademikerfamilie zum bodenständigen Schreiner, Teenie-Probleme, Autismus, Geschwisterbeziehungen, älter werdende Eltern, eine schöne Bandbreite.
Der bereits angesprochene Humor hat sich bei mir allerdings relativ bald abgenutzt. Es gab einige Szenen und Textstellen, die ich sehr witzig fand (köstlich zum Beispiel die Aussagen zum Geschlecht der Nomen, insbesondere der deutschen Nomen).
Aber auf Dauer hat mich das nicht überzeugt.
Ich fand das Buch hat sich insgesamt leider ziemlich gezogen. 448 Seiten lang nur kreisend um die o.g. Thematik war mir zu wenig, ich fand das Buch irgendwann dann langweilig.
Der Funke ist bei mir nicht übergesprungen.
Es wird unheimlich: die Magic Elements reisen in ein Gruselschloss
Magic Elements (Band 2) von Patricia Schröder
Endlich gibt es die Fortsetzung, wir konnten es kaum erwarten.
Emma, Alina, Leonie und Kim wissen nun um ihre Zauberkräfte.
Es geht gleich wieder magisch los, geheimnisvolle Stimmen im Badezimmer. Wie schaurig! Oder ist das vielleicht gar keine Magie, sondern…?
Emmas Mutter ist auch wieder voll in ihrem Element, das zwar nichts mit Magie, sondern mit Erfindergeist und Tüftelei zu tun hat und ihre Familie ist ihr aktuelles Experimentierfeld.
Das sorgt für viele Lacher (und Empörungsrufe!) zwischendurch.
Überhaupt benimmt sich Emmas Familie recht sonderbar und wir haben wüste Vermutungen angestellt, warum.
Dann trudelt eine Einladung nach Schottland ein und auf Schloss Scary Castle sollen die magischen Fähigkeiten trainiert werden. Juchuuuh! Aber tja, das Schloss heißt Scary (deutsch: unheimlich) Castle und der Name ist Programm. Ab hier überschlagen sich die Ereignisse und puh, das war richtig, richtig spannend und schon auch ganz schön gruselig. Ob die magischen Elemente dieses Abenteuer meistern? Das verraten wir natürlich nicht.
Wie lieben diese Reihe und Band 2, weil
a) man so schön miträtseln kann. Wer steckt hinter den dunklen Elementen? Wir witterten überall Gefahr! Und wer ist noch Mitglied bei den Guten im Erwachsenenteam? Und überhaupt, wie hängt alles zusammen?
b) es immer spannender wird, aber genau in der richtigen Dosis. So spannend, dass wir das Buch nicht weglegen können, aber nicht so düster, dass wir nachts Albträume bekommen.
c) wir uns kringelig lachen können über die Erfindungen von Emmas Mutter
d) wir die vier Mädels der Magic Elements so ins Herz geschlossen haben
e) es so viele nette Details gibt, von den Schlumpel-Homeoffice-Klamotten bis zu den originellen Schimpfwörtern
f) es zwar eine Reihe ist, aber das Einzelbuch nicht mit einem ganz und gar bösen Cliffhanger endet (wie mittlerweile leider oft üblich, das können wir gar nicht leiden). Klar ist noch nicht alles aufgelöst, es geht ja zum Glück noch weiter, aber das Buch hat schon in sich einen guten Teilabschluss.
Und natürlich
g) das Buch von unserer Lieblingsautorin ist!
Wir freuen uns schon auf hoffentlich noch viele weitere Bände mit den Magic Elements.
Alkoholfrei und raffiniert - nur Supermarktsirup, dafür voller Genuss
Alkoholfreie Drinks von Eva Derndorfer; Elisabeth Fischer
Ich war sehr gespannt auf das Buch. Wir mixen gerne Cocktails und mit Kindern darf natürlich kein Alkohol rein. Aber braucht man da wirklich ein Buch? Es gibt ja unzählige Rezepte im Internet?
Einfache Antwort: ja, unbedingt, wenn man etwas anderes als die üblichen Saft/bunter Sirup-Variationen möchte.
Das Buch arbeitet mit Kräutern, Obst, Tee, Früchten - und man macht sich beispielsweise sein Ginger Ale selbst! Keine Bange, das ist weder aufwändig noch schwierig.
Besonders fasziniert hat mich die breite Rezeptauswahl, unter der ich viele Überraschungen gefunden habe. Es sind eben nicht nur die Varianten der bekannten alkoholischen Drinks, sondern auch Drinks wie Quitten"likör" mit Piment, Aprikosen-Lassi mit Rosenwasser oder ein Maiwipfelcaipirinha. Letzerer mit jungen Fichten- oder Tannentrieben - und sollte das zu exotisch sein, dann gibt es Alternativempfehlung.
Und Moscow Mule, Caipi und Aperol gibt es natürlich auch, falls man aber nur die überall bekannten und erhältlichen Cocktails sucht, wird man evtl. enttäuscht sein.
Schön auch, dass es immer eine Glasempfehlung gibt und oft auch Snackempfehlungen.
Das Buchlayout gefällt mir ebenfalls, schön klar und übersichtlich, Fotos gehen über die ganze Seite. Es gibt aber nicht zu jedem Getränk ein Foto, das ist mein einziger Mini-Klagepunkt.
Mein Fazit: die Drink sind tausendmal hochwertiger als die bisherigen alkoholhaltigen Cocktails - und allein das Aussuchen des nächsten Rezeptes macht uns total viel Spaß. Definit kein Regalsteher, sondern ein Lieblingsbuch, das immer wieder verwendet wird.
Spannend wie immer, zum Ende hin aber abflachend
Violas Versteck von Marc Raabe
Endlich geht es weiter mit Tom Babylon, hier also Band vier der Serie.
Tom hat im Keller seines Elternhauses ein Foto seiner Schwester - als Erwachsene - gefunden. Zumindest glaubt er das.
Dann stirbt Toms Vater und die Ereignisse überschlagen sich.
Hochspannend wie gewohnt, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Und doch habe ich leichte Ermüdungserscheinungen beim Lesen bemerkt.
Toms ständige innerliche Zwiesprache mit Vi begann mir immer immer mehr auf die Nerven zu gehen und auch sonst habe ich den Eindruck, dass die Story nun auserzählt ist, auch wenn es evtl. noch weitere Bände geben wird.
Dazu war es anstrengend, der Handlung zu folgen, weil es ständige zeitliche Sprünge gab. Es gibt sehr viele Rücksprünge - aber nicht in die ferne Vergangenheit, was beim Einordnen ja kein Problem wäre, sondern eher im Tage oder Wochen-Bereich.
Dazu viel kursiv geschriebenes - fand ich alles mühsam.
Das klingt jetzt sehr negativ - aber trotz allem ist es ein völlig fesselnder, spannender Thriller, bei dem man nie so genau weiß, wer nun auf welcher Seite welches Spiel spielt. Dazu die vertrauten Charaktere aus den Vorgängerbänden - insgesamt auf jeden Fall lesenswert.
Den Stern Abzug zur ruhmreichen fünf Sterne Bewertung hat der Abschluss von Band vier gebracht. Da haben wir nun vier Bände atemlos die Geschehnisse verfolgt - und dann ein für mich enttäuschendes Ende. Die ganze Zeit Turbospeed und dann ein Ende mit angezogener Handbremse. Ich kann es nicht näher ausführen, da ich sonst übel spoilern würde. Dazu gab es dann auch Stränge im Buch, die für mich völlig unplausibel waren, für die Handlung aber elementar.
Trotzdem: gute Unterhaltung mit o.g. Einschränkungen.
Grimms Möhrchen: macht nudelsuppenwarmes Gefühl im Bauch
Grimm und Möhrchen – Ein Zesel zieht ein von Stephanie Schneider
Grimm ist Buchhändler und ein total Netter. Wenn er nicht gerade in seiner Bücherkiste Bücher verkauft, schreibt er heimlich Gedichte und Geschichten. Nur einsam ist er schon ein klein wenig.
Bis eines Tages Möhrchen zu ihm zieht, ein entzückender kleiner Zesel.
Ab dem Tag ist jeder Tag ein kleines Abenteuer und einsam ist Grimm nun gar nicht mehr.
Ich liebe das Buch! Es hat so das ganz besondere Etwas, man liest und es wird ganz wohlig und warm im Bauch, ganz genauso wie es mit der Buchstabensuppe aus dem Buch in Zeselchens Bauch wird.
Man erlebt mit den Beiden die Jahreszeiten und kindgerechte Abenteuer. Der kleine Zesel hat immer tausend Ideen, in denen sich Kinder sofort wiederfinden. Die Kartons an der Straße sollen Müll sein? Niemals! Das ist doch eine Rakete! So sieht es Möhrchen und begeistert auch Grimm jeden Tag aufs Neue.
Dazu gibt es Wortspiele - das macht großen Spaß und lädt dazu ein, sich auch neue Wörter auszudenken oder über alte, etwas vergessene Wörter wie Kokolores, Anstandswauwau oder Hackepeter zu philosophieren.
Und erst die Illustrationen! Es gibt viel zu entdecken und sie passen perfekt zum Buch. Das etwas chaotische, aber so gemütliche Haus, der kleine Zesel, ach, einfach wunderschön. Zudem habe ich keinen Fehler gefunden, wenn beispielsweise im Text gelbe Blumen vor dem Zaun erwähnt waren, dann waren sie auch auf dem Bild gelb, perfekt.
Und das I-Tüpfelchen, das mich vollends zum Dahinschmelzen gebracht hat:
Im Buch schenkt der Zesel dem Buchhändler ein Buch (Grimms Möhrchen) und das hat "ein schwarzes und ein weißes Lesebändchen, fast wie zwei kleine Zeselschwänze". Und ratet mal, was unser Buch auch hat? So, so schön.
Das Buch wird für Kinder ab fünf Jahren empfohlen und es ist prima zum Vorlesen geeignet. Die Kapitellängen sind genau richtig, nicht zu kurz, damit man richtig schön eintauchen kann, aber auch nicht elends lang. Dazu die gelungenen Illustrationen - das werden richtig schöne Vorlesestunden.
Aber auch für Grundschüler ist es zum eigenständigen Lesen gut geeignet, schön großer Zeilenabstand und viele Bilder.
So, jetzt höre ich auf zu schwärmen und koche einen Topf Buchstabensuppe.
Simply wonderful
Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar Mord ist Potts' Hobby von Robert Thorogood
Cosy crimes, die in England spielen und bei denen "ältere Herrschaften" zum Detektiv mutieren, haben gerade wohl Konjunktur.
Das finde ich gewagt, denn die gute, alte Miss Marple ist da als Überfigur einfach unerreichbar.
Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und Judith Potts, unsere Protagonistin hier, hat mein Herz tatsächlich gewonnen!
Sie ist schon auch schrullig, aber keine Miss Marple-Kopie.
Mrs. Potts lebt in einem feudalen Herrenhaus, das allerdings nur von außen so herrschaftlich wirkt.
Innendrin sind leichte Messie-Züge nicht zu verleugnen. Und auch sonst entspricht Judith Potts so gar nicht meiner Vorstellung einer älteren englischen Dame.
Sie mag Scotch, trägt ungewöhnliche Badekleidung und findet das Alleine-Leben ganz vortrefflich. Ihr Leben ist recht geruhsam.
Bis sie Zeugin eines Mordes wird! Da die Polizei untätig ist, nimmt sie kurzentschlossen die Ermittlungen selbst in die Hand...
Das Buch überzeugt nicht durch seinen spannenden Kriminalfall.
Der plätschert so vor sich hin. Erstaunlicherweise machte mir das aber rein gar nichts aus, denn die drei Frauen, die den Fall wuppen, sind so schön schräg und liebenswürdig geschildert, dass das Lesen einfach nur Freude gemacht hat.
Dazu die einladende britische Umgebung, hach, auch wenn ich Scotch nicht mag, eine Fruchtbonbondose mit Bonbons, die in Puderzucker aufbewahrt werden, werde ich mir für den hoffentlich bald folgenden nächsten Band der neuen Krimireihe auf jeden Fall bereit legen. Warum? Dazu muss man das Buch lesen...
Volle Punktzahl für den Marlow Murder Club!
Ballett - wunderschön und knüppelhart
Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar Mord ist Potts' Hobby von Robert Thorogood
April hat mit Ballett nichts am Hut, bis sie eine Wette verliert und ihre beste Freundin zu einer Stunde begleiten muss. Dort ist es dann um sie geschehen, es ist Liebe auf den ersten Blick, April will unbedingt auch tanzen.
Mir hat gerade der Start total gut gefallen, April, die beste Freundin und neue Freundschaften.
Harte Übung und so viel Freude am Tanzen. Das kam so überzeugend herüber - ich habe nie Ballett getanzt, aber ich konnte das Gefühl spüren.
Dann wollte April mehr und ein Vortanzen bei der berühmten Royal Ballet School in London steht auf der Tagesordnung. Und hier wurde es für mich dann leider zu unrealistisch. April tanzt noch nicht lange und auch wenn man bestimmt Talent braucht, um es weit zu bringen, es ist doch genauso jahrelang harte Arbeit notwendig. Hier hat sich der Plot für mich zu weit fern der Realität entwickelt, das ging mir alles viel zu schnell und hat bei mir auch einen Stern Abzug in der Rezension gebracht
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen, die Mühen und Intrigen, aber auch die große Freude und das Glück, das wurde so schön beschrieben.
Schön fand ich auch, dass nicht nur ein Weg, der ins Profi-Ballett-Geschäft, beschrieben wird, sondern dass die Freunde ganz unterschiedlich für sich entscheiden und ihr Glück in verschiedenen Lebensentwürfen finden.
Dazu Freundschaft, aber auch Missgunst, das volle Programm eben.
Nicht nur für Tänzerinnen und Tänzer ein schönes Buch!
Witzig und tiefgründig
Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße von Maxim Leo
Michael Hartung, im Buch meist nur Hartung genannt, ist nicht gerade auf der Überholspur des Lebens. Als Videothekbesitzer sind die Jahre mit guten Geschäften längst vorbei und auch sonst fällt mir zu ihm das Wort lethargisch ein.
Bis eines Tages im Herbst 2019 eine Journalist eine Geschichte auskramt: Hartung hat einst einen Bahnzug in den Westen umgeleitet und zu einer Massenflucht verholfen.
Zumindest steht es so in den alten Akten.
Darüber schreibt der Journalist, geringfügig (ähem...) ausgeschmückt und diese Story bekommt dann eine unerwartete Eigendynamik.
Maxim Leo beschreibt das sehr witzig, das Buch liest sich dadurch weg wie nichts. Gleichzeitig hat die Handlung aber einen Tiefgang, den ich so nicht erwartet habe. Gedanken über Geschichtsschreibung, herabwürdigender Umgang mit Bürgerrechtlern und wie man zum Spielball verschiedenster Interessen werden kann.
Ein Ausschnitt aus einem Stück Zeitgeschichte humorvoll aufbereitet - aber mit durchaus nachdenklichen Momenten.
Stil und Inhalt hat mir gut gefallen, ich fand es lediglich etwas zu lang. Das Buch hat 304 Seiten, ist jetzt also kein dicker Wälzer, aber eine leichte Straffung hätte ihm aus meiner Sicht noch gut getan.
Ansonsten großes Lesevergnügen.
Zäher Auftakt, aber dann wird es richtig spannend
Insel der Sturmpferde 1: Eine Freundschaft aus Wind und Magie von Hierteis Eva
Nilla lebt auf der Insel Manolis. Dort hat jeder Mensch bereits seit Geburt ein Seelenpferd. Nicht einfach ein Pferd (wobei – ist nicht jedes Pferd ein Seelenpferd?), nein, es gibt eine ganz tiefe und besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier.
Es wird nicht klar, in welcher Zeit die Geschichte spielt, die Inselbewohner leben sehr einfach.
Es macht den Eindruck, dass es in einer längst vergangene Zeit spielt.
Den Anfang fand ich zäh. Sehr zäh sogar, das Buch hat mich auch ein wenig gelangweilt. Allerdings wird hier durchhalten belohnt, denn ungefähr ab der Mitte hat es auf einmal eine Sogkraft, die mich richtig in die Geschichte gesaugt hat.
Es ist ein schönes Kinder-Fantasy-Buch mit ganz viel Pferdeliebe und Freundschaft – und natürlich gibt es auch einen Fiesling und einige große Rätseln sowie magische Momente.
Pferde sollte man schon mögen, denn sie nehmen einen wichtigen Part ein. Dazu muss man auch ein paar gruselige und spannende Momente aushalten können, die Altersempfehlung von „ab neun Jahren“ teile ich.
Die Einteilung in die Mädchen-Schublade hätte es nicht gebraucht: „Die perfekte Pferde Fantasy Reihe für Mädchen ab neun Jahre“ schließt Jungs aus. Auch wenn Pferdebücher bestimmt deutlich mehr von Mädchen gelesen werden, ist das m. E. ein Buch für alle Pferdefans . Zwei Mädchen sind die Hauptdarstellerinnen, das schon, aber es gibt einen besten Freund und auch überhaupt keinen „Zickenalarm“ oder Rosa-Glitzer-Alarm.
Es ist Band eins eines Reihenauftakts und deshalb bleiben natürlich einige Fragen offen. Es ist aber kein so übler Cliffhanger am Buchende, der einen quasi fassungslos zurücklässt (hatte ich jetzt schon mehrmals und finde ich insgesamt, aber gerade bei Kinderbüchern ein „No Go“), es gibt eine Etappenauflösung und naja, man muss natürlich weiterlesen. Gut finde ich, dass der Abstand zum zweiten Band relativ kurz ist, so bleibt man schön im Lesefluss. Als Stand-Alone kann man es aber eigentlich nicht lesen.
Fazit: der für mich zäher Auftakt hat den einen Stern Abzug gebracht, insgesamt fand ich das Buch aber sehr spannend und die magischen Elemente auch sehr gelungen.
Ich werde die Reihe weiterverfolgen.
Das Kind fand den lahmen Start übrigens nicht so tragisch, „es wurde dann ja noch richtig spannend“. Die Kinder-Bewertung liegt bei 4,5 Sternen. Im Mittel sind es dann die vier Sterne geworden.










