Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Diese Reihe macht süchtig
Keeper of the Lost Cities - Das Feuer (Keeper of the Lost Cities 3) von Shannon Messenger
Welch Glück, dass die Bände der bislang achtbändigen Reihe so nah nacheinander erscheinen. Die Erinnerungen sind noch frisch und man kann annähernd nahtlos weiterlesen. Danke, arsEdition, das ist super.
In Band drei überschlagen sich die Ereignisse. Sophie ist endlich angekommen in der Elfenwelt, hat Freunde und liebevolle Adoptiveltern, doch das war es dann auch schon mit der Harmonie.
Die Elfenwelt steht unserer Menschenwelt in nichts nach, wenn es um Intrigen, Macht und Krieg geht, ganz im Gegenteil.
Sophie und ihre Freunde werden hier ganz tief mit hineingezogen und stellenweise war es wirklich hart, das alles zu lesen.
Ich fand den Band so düster und grausam wie bislang noch keinen. Gleichzeitig unfassbar spannend und auch wenn ich Teilstränge als Lesende schon erahnen konnte, war ich doch tief in die Geschichte versunken und bin kaum zum Luft holen gekommen.
Die Altersempfehlung schwankt - je nachdem, wo man nachsieht, liegt sie bei zehn oder zwölf Jahren. Ich würde Band drei noch keinem Zehnjährigen bzw. keiner Zehnjährigen zu lesen geben, ab zwölf Jahre finde ich die bessere Empfehlung.
Aber auch für Erwachsene ist das Buch faszinierend - jedenfalls für mich.
In Band drei war die Freundschaft der Kinder (hm, hier färbte wohl auch schon die Ausdrucksweise im Buch auf mich ab) besonders schön zu begleiten, er schließt (natürlich) nicht wirklich ab, so dass ich jetzt auf Band Vier hinhibbel.
Macht nachdenklich
Wenn ich wiederkomme von Marco Balzano
"Ich wollte die Geschichte einer Migrantin aus der heutigen Zeit erzählen, einer dieser Frauen, die so vielen von uns die Last der Pflege von Körper und Geist unserer Bedürftigen abnehmen und es uns ermöglichen, ein Leben nach unserem Gusto zu führen, ohne Verzicht".
So der Autor in seiner (sehr lesenswerten) Nachbetrachtung.
Damit ist eigentlich schon fast alles zum Inhalt gesagt, ein klein wenig hole ich doch noch aus.
Daniela und ihre Familie leben in Rumänien. Der Vater verliert seine Arbeit, die Familie hat Geldsorgen und so geht Daniela nach Italien, um alte Menschen zu pflegen und so eine gute Ausbildung für ihre Kinder sicherzustellen. Der Preis ist jedoch sehr groß.
Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt.
Danielas Sicht, einsam in der Fremde und mit keinerlei Beschränkung der Arbeitszeit. Genau genommen hat sie überhaupt kein Leben mehr, das sie auch nur ansatzweise selbst bestimmt führen kann.
Aber auch ihre Kinder, die größere Tochter, die sehr früh viel Verantwortung übernehmen muss und der kleine Sohn, für beide verändert sich das Leben ebenfalls entscheidend.
Diese Komplettsicht fand ich sehr wertvoll, wenn man sich etwas mehr damit auseinander setzt, werden die Ausmaße des Skandals, wie wir im mit Pflege umgehen, erst so richtig bewusst.
Ein wichtiges Thema gut umgesetzt. Einzig eines fand ich etwas schade: die Figuren haben mich emotional nicht komplett erreicht, ich habe sie eher aus der Distanz betrachtet. Ich kann nicht genau benennen, woran das lag, ihr Schicksal war ergreifend, aber doch blieben sie auf Distanz.
Insgesamt aber ein sehr lesenswertes Buch.
Abgefahren
The Stranger Times von C. K. McDonnell
Das war ja mal ein abgefahrenes Buch!
Ich hatte es mir ja anhand der Buchbeschreibung schon erhofft, es kam dann auch wirklich so, hurra.
Um was geht es?
Die Zeitung "Stranger Times" widmet sich ausschließlich Übersinnlichen und Unerklärlichen Dingen. Und genauso seltsam wie die Artikel (es sind einige abgedruckt, so, so abgefahren und sehr lustig) ist das Verlagsgebäude in einer alten, heruntergekommenen Kirche und das Zeitungsteam.
Neu in der Runde ist Hannah und mal Schwamm darüber, dass sie "versehentlich" das Haus ihres Ex angezündet hat, sie ist nach allgemeinem Verständnis die einzig "Normale" in der Runde.
Als dann in Manchester merkwürdige Dinge geschehen, da ist es dann allerdings sehr, sehr gut, dass es Hannah und ihre Kolleg*innen gibt!
Das Buch ist wirklich strange, aber natürlich auf eine positive Art.
Eine Mischung aus abgefahrenem britischen Humor, Fantasy, Thriller, äußerst unterhaltsam verpackt. Das Buch ist sehr kurzweilig, die Seiten fliegen nur so dahin.
Auch wenn man mit Fantasy eigentlich nicht viel am Hut hat, kann man das Buch lesen. Klar sind viele Fantasy-Elemente enthalten, aber durch die Mischung ist es - finde ich - genauso gut für Liebhabende von britischem Humor geeignet.
Ich mochte besonders die schrägen Charaktere. Ungewöhnlich, aber sehr liebenswürdig.
Und natürlich die schöne Gestaltung des Buches, das Auge liest ja auch mit.
Nachdem das Buch ein Reihenauftakt war, müsste es eigentlich bald weitergehen mit Band 2.
Ich freue mich schon darauf!
Spannend, zuckersüß, witzig, einfach klasse
Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann von Kerstin Gier
Der Auftakt zur neuen Fantasy-Trilogie ist Kerstin Gier sehr gut gelungen.
Neben der schönen Aufmachung (blauer Farbschnitt <3) überzeugt auch der Inhalt.
Eigentlich die klassische Geschichte:
Außenseitermädchen ist verliebt in coolen, angesagten Jungen. Urplötzlich werden sie zusammengeschweißt und tadaaa - auf einmal sind Gefühle im Spiel.
Klingt so ja alles andere als überzeugend, aber das ist hier so famos umgesetzt, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.
Es ist eine Love-Story mit ganz vielen Fantasy-Elementen und mit einem ganz eigenen Witz. Der Humor hat mir hier auch sehr gut gefallen.
Die Erzählweise - abwechselnd aus Sicht der Beiden - bringt noch zusätzlichen Schwung in die Geschichte.
Das einzige, was mich gestört hat: Matilda kommt aus einer sehr religiösen Familie und das wird hier sehr ins Lächerliche gezogen. Das hätte es nicht gebraucht.
Ansonsten: ich habe das Buch inzwischen noch dreimal als Geschenk nachgekauft, weil es mir so gut gefallen hat.
Wichtiges Thema, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugt
Survivors - Die Flucht beginnt von Boris Pfeiffer
Ein actiongeladenes Tiefsee-Abenteuer, das das Sterben der Korallenriffe und die Vernichtung des Meeres thematisiert, das klang hat mich sofort angesprochen.
Es geht auch gleich rasant und dramatisch los. Zacky wacht auf, aber um ihn herum ist es dunkel und viel zu warm und bald wird den Riffbewohnern klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.
Das Buch beschönigt nichts. Eindrucksvoll wird beschrieben, welch dramatische Auswirkungen die Vernichtung unserer Weltmeere auf dessen Bewohner*innen haben. Das ist sehr eindringlich, gleichzeitig hat es aber auf mich eben nicht den Eindruck eines Tiefsee-Abenteuers gemacht, sondern der eines Endzeit-Horror-Szenarios.
Dem ist wohl leider auch so und Happy-End-Geschichten, die Kindern die Wahrheit vorenthalten, sind auch nicht die Lösung, aber das Buch hier fand ich seltsam unrund.
Empfohlen wird es für Kinder ab zehn Jahren - und es endet dann auch einfach so, wohl, weil es ein Reihenauftakt ist.
Ich fand es einfach nur trostlos - und einzelne Charaktere sind mir auch mächtig auf die Nerven gegangen oder waren viel zu blass.
Drei Sterne, weil das Thema wichtig ist und weil es neben der generellen Hoffnungslosigkeit schon auch rasant und spannend war.
Thriller Lesevergnügen vom Feinsten
Thirteen von Steve Cavanagh
Eddie Flynn ist Strafverteidiger in New York.
Allerdings jenseits der funkelnden Top-Kanzleien, er hat ein kleines Büro, in dem er auch wohnt und schläft und seine Mandanten sind alles andere als reich und berühmt.
Umso erstaunlicher, dass eine Promi-Kanzlei ausgerechnet auf ihn zukommt und um Hilfe bei der Vertretung einer sehr prominenten Mordfalles bittet.
Doch Eddie hat so eine Prinzipien...
Von dem Autor hatte ich bislang noch nie etwas gehört, im Nachgang zu dem Buch aber mal recherchiert, weil ich so begeistert war.
Um die sympathische Person Eddie Flynn ist bereits eine Serie entstanden und Thirteen ist schon Band vier von aktuell fünf Bänden, wobei wohl nicht alle ins Deutsche übersetzt wurden.
Man merkt es beim Lesen aber nicht, es gibt keine ersichtlichen Bezüge zu Vorgängerbänden, es lässt sich völlig problemlos als Stand-Alone lesen.
Das Buch spielt im Justizumfeld, große Teile nimmt der Prozess ein.
Ich finde es ja immer wieder spannend, in das so völlig andere US-System einzutauchen.
Dazu eine intelligenten Serienkiller und ein natürlich nicht einfaches Privatleben unseres Anwaltes, das aber nur wenig Raum einnimmt.
Was mir hier besonders gut gefallen hat: es war sehr spannend, obwohl man wusste, wer der Killer war. Eingängig geschrieben kam ich sofort in einen Lesefluss. Besonders gut hat mir die Auflösung gefallen: nicht vorhersehbar, richtig schön rund.
Dazu ein Ermittler, den ich sofort sympathisch fand.
Ich hoffe sehr, dass Band fünf auch zeitnah auf Deutsch erscheint, denn das war ein richtig großes Thrillervergnügen.
Spannende Grundidee, aber etwas arg vollgepackt
Reality Show von Anne Freytag
Die Grundidee des Buches finde ich total spannend.
Es ist Weihnachten und zur Prime Time läuft auf allen Programmen eine Show, die Reality Show.
Man kann nichts anders sehen - und es ist Trash Fernsehen auf einem neuen Level.
Die Fernsehzuschauer werden zum Richter und die Angeklagten sind die Reichen und Mächtigen der Nation.
Vieles was sie tun, ist nach unserem Recht legal, die moralische Seite steht auf einem anderen Blatt und an Heilig Abend wird nun abgerechnet.
Die Angeklagten sind Geisel und unfreiwillig die Hauptdarsteller der Show - und der Fernsehzuschauer bzw. Zuschauerin bekommt die Macht und darf das Urteil sprechen.
Gruselig, sehr gruselig, das Szenario - und sehr realistisch geschildert. Zumal die Vergehen der Angeklagten Teil unserer Lebensrealität sind.
Die Fädenzieher im Hintergrund lernt man natürlich auch ausgiebig kennen, auch das fand ich interessant, da hier völlig unterschiedliche Charaktere zum Zuge kamen.
Allerdings war das Buch auch anstrengend. Es wurden unzählige Charaktere eingeführt, das hat es schwierig gemacht, den Überblick zu behalten.
Und nach den ersten Anklagen hat sich der Plot dann doch auch wiederholt - etwas langatmig und dann auch nicht mehr so spannend.
Zum Abschluss gab es nochmal eine überraschende Wendung - die mich völlig überrascht hat, die aber einem Realitätscheck nicht standhalten kann. Das war mir einfach zu unrealistisch.
3,5 Sterne, aufgerundet auf vier Sterne.
Bester Thriller des Jahres
Die falsche Zeugin von Karin Slaughter
Ich mag die Thriller der Autorin generell sehr, dieses Buch ist nun aber - finde ich - das bislang Beste, das ich von ihr gelesen habe.
Gut gefallen hat mir auch, dass es ein Stand-Alone ist, mal keine Reihe, die mit Cliffhangern oder der Notwendigkeit von Vorgängerbandwissen aufwartet.
Mit knapp 600 Seiten ist das Buch ein richtig schöner Wälzer - und jede Seite ein Lesegenuss.
Die Story um die Schwestern Callie und Leigh schont uns Lesende nicht, sie ist heftig und brutal. Beginnend in der Teeniezeit der beiden Schwestern mit schlimmer Gewalterfahrung und einem Verbrechen, prägen diese Geschehnisse die Geschwister auch als Erwachsene.
Das zu lesen ging mir sehr nahe.
Dazu ist das Buch sehr, sehr spannend, es empfiehlt sich nicht, erst am Abend zu lesen zu beginnen, denn die Nacht wird dann sehr kurz.
Ich mag auch den feinen Humor der Autorin, über Sätze wie "Leigh hatte nicht die Absicht, einem Absolventen der Juristischen Fakultät Twitter zu widersprechen" musste ich sehr lachen.
Gut gefallen hat mir auch, wie die Corona-Pandemie Einzug in die Handlung gefunden hat. Realistisch, nicht dominant für die Handlung, aber eben da. Mit aller Deutlichkeit und notwendigen Schutzmaßnahmen, die auch hier gravierende Auswirkungen auf das Familienleben der Charaktere hatten.
Es lohnt sich auch, dazu das Nachwort zu lesen, hier geht die Autorin nochmal explizit darauf ein. Sehr weise Worte, die sie da findet, wie etwa "nichts bringt unsere Menschlichkeit oder das Fehlen derselben so zum Ausdruck wie eine Krise".
Sie nennt ihren Schreibstil "sozialbewusstes Erzählen" - das trifft es m. E. sehr gut und das ist es auch, was diesen Triller für mich so besonders macht, so rund.
Nur für echte Fans
In ewiger Freundschaft von Nele Neuhaus
Ich komme mir fast etwas wie ein Alien vor, weil sich bei mir bei der allenthalben großen Begeisterung für das Buch keine Euphorie einstellte.
Es ist bereits der zehnte Fall für die Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein, für mich aber erst der zweite Band, den ich gelesen habe (oder waren es drei?).
Das Privatleben der Charaktere fand ich durchaus amüsant zum Lesen und die Figuren haben mir gefallen.
Jetzt zum aber:
Die Handlung spielt im Verlagswesen und deshalb wird sehr ausgiebig erwähnt, wer im Verlag vorher bei welchem anderen (real existierenden) Verlag gearbeitet hat. Das hatte für die Handlung überhaupt keine Bedeutung und war für mich befremdlich.
Dann gab es Anspielungen auf Literaturkritiker, die vielleicht witzig sein sollten, bei mir aber auch sehr bemüht (oder sogar als persönliche Betroffenheit der Autorin) ankamen.
Richtig genervt hat mich der ständige Querverweis auf Vorgängerbände. Nicht ab und an und als notwendige Erläuterung von Wissen aus vorausgegangen Geschehnissen für Quereinsteiger, völlig ohne Belang für die aktuelle Handlung, bei mir kam es schon fast als Selbstbeweihräucherung an.
Die Story an sich empfand ich auch schleppend, richtige Spannung hat sich bei mir nicht eingestellt.
Insofern leider nicht mein Geschmack - aber die sind ja zum Glück verschieden.
Mega spannend
Pacific Crest Trail Killer von Christian Piskulla
Hier habe ich das Cover gesehen und wusste: das Buch muss ich lesen.
Das Titelbild transportiert den Inhalt super.
Der Pacific Crest Trail ist ein Fernwanderweg und 4.300 Kilometern lang, sehr lang, aber er soll auch einer der spektakulärsten Wanderwege der Welt sein.
Leider werde ich ihn nach dem Buch niemals selbst erwandern, ich könnte kein Auge im Zelt zutun.
..
Aber Mark wandert den Weg entlang und er wird zufällig Zeuge eines Leichenfundes. Nachdem das FBI die Ermittlungen aufnimmt, will auch Mark weitere Morde verhindern.
Das Buch ist mit knapp 650 Seiten ein echter Wälzer - und mega spannend!
Der Lesende weiß immer, dass bald wieder etwas Fürchterliches geschehen wird - und doch nimmt der Thriller überraschende Wendungen und führt den Lesenden öfters in die Irre.
Genauso gut wie die Trail-Atmosphäre (fast fühlt man sich ein wenig, als ob man mitwandern würde) gefiel mit der Einblick in die amerikanischen Lebensrealitäten fernab von Reichtum und Wohlstand.
Eigentlich hat das Buch alles, was für mich eine fünf Sterne Bewertung ausmacht, wenn nicht sehr umfangreiche und detailreiche Erotikszenen viele Seiten der Handlung ausgemacht hätten.
Der Autor nimmt hierzu auch in einem Nachwort Stellung und auch wenn er recht hat, mit dem, was er dort schreibt: ich wollte einen Thriller lesen und keinen ausschweifenden Erotikroman.
Deshalb "nur" vier Sterne.











