Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Future-Technologie kombiniert mit alter Magie
The Rainshadow Orphans von Naomi Ishiguro
Willkommen in Rainshadow City, der Hauptstadt des Rainshadow-Archipels. Aus der einstigen Insel der Holzwirtschaft und Fischerei erwuchs dank besonderer Mineralvorkommen ein technologischer Spitzenreiter, der Seinesgleichen sucht. Und die Kaiserin plant bereits den nächsten technologischen Meilenstein in der Geschichte des Fortschritts.
Flüchtlinge sind übrigens unerwünscht.
Gemeinsam mit der Autorin Naomi Ishiguro begleitet man eine handvoll junger Leute verschiedener Herkunft für zwei Tage auf dieser Insel. Und diese kurze Zeit hat es in sich. Die 17-jährige Toshiko und ihre beiden älteren Ziehgeschwister haben sich aus dem Armenviertel, in welches Flüchtlinge abgeschoben werden, illegal in die Stadt durchgekämpft und versuchen gerade, in das Palastgelände der Kaiserin vorzudringen. Immer im Hinterkopf, den einstigen Mörder ihrer Adoptivmutter aufzuspüren, ein Mitglied der Lucky Crows, der rein zufällig beim heutigen Palastfest vor Ort ist. Durch einen Zufall kann Toshiko ihm eine Perle entwenden, ohne zu ahnen, welche Geschehnisse sie damit in Gang setzt. Ebenfalls auf dem Fest anwesend ist Haru, der 10-jährige Sohn der Kaiserin, der in Kürze eine ungewöhnliche Begabung an sich bemerken wird. Zuletzt kommt Theo hinzu, ein Flüchtling, der von der Anführerin der mächtigen Lucky Crows einen ganz besonderen Auftrag bekommen wird.
Haru spürte die Aufmerksamkeit des Drachen auf sich ruhen wie ein Lichtkegel, der aus dem Himmel herabfiel. (Zitat)
Der Roman ist der erste Teil einer angekündigten Trilogie. Auf angenehm kreative Weise verknüpft die Autorin Zukunftstechnologien mit alter Magie, lässt Bots und Drachen mitspielen und die Gefolge zweier mächtiger Herrscherinnen gegeneinander antreten. Das Magiesystem ist hierbei leicht verständlich.
Generell lässt sich die Autorin Zeit, ihre Geschichte zu erzählen. Perspektivenwechsel sorgen für ausreichend Vielfalt, einige inhaltliche Wiederholungen hätten m.E. nicht sein müssen. Ebenso ist das Verhalten der Teenager Toshiko und Theo manchmal etwas blauäugig oder unüberlegt, was nicht immer zum Charakter passt. Die beginnende Romanze zwischen den beiden nimmt sehr wenig Raum ein, ebenfalls hat die Autorin hier auf gängige Klischees verzichtet. Als positiv empfand ich zudem, wie aktuelle Gesellschaftsthemen in die Handlung eingebaut wurden wie der Missbrauch von Zukunftstechnologien, soziales Ungleichgewicht, Machtmissbrauch oder Kriminalität. Das Ende kommt ebenfalls ohne großen Cliffhanger aus, es wirkt eher wie der erste abgeschlossene Teil einer längeren Erzählung. Im optisch wunderschön gestalteten Buch befindet sich zudem eine reichverzierte Karte der Insel.
Leg dich nicht mit Monas Mehlkreationen an!
Mehl, Magie und Machenschaften von T. Kingfisher
Dies ist eines dieser Bücher, bei denen ich mich mehrfach beim Lesen gefragt habe: Wie kommt man auf solche ausgefallenen Ideen? Und damit meine ich nicht nur Monas Brotmagie, durch welche sie Lebkuchenmänner tanzen lassen kann (einer von denen wird übrigens ein nicht zu unterschätzender Sidekick, wie das Cover bereits erahnen lässt).
Das absolut schrägste befindet sich im Keller der Backstube ihrer Tante: Sauerteigansatz Bob. Lasst euch überraschen, der hat nichts mit diesem harmlosen Hermann (viele kennen ihn bestimmt) zu tun, den einige bei sich wohnen haben und arglos durchfüttern.
Der Aufhänger der Story ist schnell erzählt: Mona findet frühmorgens im Verkaufsraum der Bäckerei eine Leiche. Und nein, die war gestern abend noch nicht da. Daraufhin überschlagen sich die Ereignisse, Magiebegabte verschwinden oder werden gejagt, und Mona bleibt irgendwann nicht anderes übrig, als ebenfalls unterzutauchen. Mit einem neuen Verbündeten startet sie in ein unvorhergesehenes Abenteuer und entdeckt dabei neue Einsatzmöglichkeiten ihrer Magie. Zudem müsste mal jemand das Herzogtum retten, das wegen einen Verschwörung sonst dem Feind in die brutalen Hände fallen könnte. Hatte ich übrigens bereits Bob erwähnt?
Die ganze Story ist so herrlich schräg, witzig und voller Einfallsreichtum. Lediglich die Endkampf-Szene war mir persönlich doch etwas zu umfangreich, was andere weniger stören mag. Auch kommt Kingfishers Mehl-Abenteuer nicht ganz an ihre bisherigen Bücher heran, was auch daran liegen könnte, dass Mona mit ihren 14 Jahren noch recht jung ist und ich manchmal das Gefühl hatte, in einem Teenie-Abenteuer mit Teenie-Logik gelandet zu sein.
Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird
Die Housesitterin - Ein Traum von einem Job. Oder? von Emily Rudolf
Cecilia ist eine Housesitterin: Sie bewohnt Häuser, deren Besitzer eine Weile nicht da sind, kümmert sich um alles, schreckt dadurch Einbrecher ab und bereitet die Häuser für die Wiederkehr der Besitzer vor. Aktuell bewohnt sie im Wechsel verschiedene Villen und Ferienhäuser der reichen Familie Waldner, deren Sohn Johannes ein Auge auf die schöne Frau geworfen hat.
Doch dies ist ein Thriller, kein Romantikroman. Entsprechend verfolgt Cecilia ihre eigenen, perfiden Pläne. Und die haben mit einem Ereignis in ihrer Vergangenheit zu tun, welches in Verbindung zu den Waldners steht. In weiteren Rollen: Cecilias Clique, die sich in Kürze auf den Weg zu ihr macht.
Geschickt baut die Autorin die Handlung auf, serviert häppchenweise Details zu den jeweiligen Charakteren, welche sich nach und nach zu einem bewegenden Gesamtbild zusammenfügen. Parallel erfährt man Schrittweise von den Plänen einiger weiterer Personen. Dadurch ergeben sich Wendungen und Erkenntnisse, die den Spannungsbogen immer wieder nach oben ziehen. Ich muss sagen, einige Charaktere und deren Beweggründe, welche mit der Zeit aufgedeckt wurden, waren schon ziemlich grenzwertig, dennoch glaubwürdig. Insgesamt hatte die Spannung für mich einige Durchhänger, die durch bereits erwähnte Twists wieder nach oben gerissen wurden. Der Aufbau selbst ist solide und gut durchdacht, vor Cecilias Plänen ziehe ich den imaginären Hut.
Arme Protagonistin glänzt inmitten reicher Schnösel
The Jewel Secrets (1). Um dieses Spiel zu gewinnen, musst du dich in deinen größten Feind verlieben von Jana Hoch
Das Buch ist der erste Teil einer Dilogie und einfach genial gemacht. Darcy erhält unerwartet die Einladung zu einem Erbschafts-Spiel auf der Insel einer kürzlich verstorbenen Künstlerin, bei welchem es unter anderem um ein besonderes Kunstwerk geht. Eingeladen sind sämtliche junge Nachfahren zweier Familien, eine wohlhabender als die andere.
Die Einladung an Darcy muss ein Versehen sein und dennoch ergreift sie die Chance, aus ihrem bisherigen Leben und vor einem toxischen Typen zu fliehen. Mit nichts als den Sachen an ihrem Leib findet sie sich inmitten einer Gruppe jugendlicher Schnösel wieder, die ihr nicht die geringe Chance einräumen. Doch bei dem Spiel ums Erbe hat Darcy einen unschlagbaren Vorteil: ihr Kunstwissen. Wäre da noch die Klausel, dass das Rennen nur von einem Paar gelöst werden darf. Eine Wahl wäre Dorian, denn der ist ihr aus gewissen Gründen noch etwas schuldig.
An dem Buch habe ich einfach alles geliebt. Schon die Vorstellung von Darcy gleich zu Beginn war eine gelungene Idee der Autorin. Diese rätselhafte Schnitzeljagd auf der Insel ist ziemlich anspruchsvoll gestaltet und die Dynamik zwischen Darcy und Dorian sowie den weiteren Charakteren rund um die beiden ist nicht nur äusserst unterhaltsam, sondern gewisse Ereignisse sorgen dafür, dass niemandem zu trauen ist. Nicht zu verachten ist natürlich das Knistern zwischen Darcy und Dorian, dass wiederholt durch sein undurchschaubares Verhalten getrübt wird.
Bei diesem Buch ist wirklich jede Seite ein Lese-Genuss und ich freue mich bereits auf den zweiten Teil.
Perfider Mordfall an Eliteschule
A Lesson in Murder von Celine Leonora
Dieser Jugendthriller konnte mich positiv überraschen. Die Protagonistin Astoria bringt neben ihrer Cleverness eine angenehme Reife mit sich. Diese Stärken kommen ihr zugute, als sie plötzlich für den Mord an einer Schülerin beschuldigt wird, welchen sie nicht begangen hat. Irgendwer hat ihr da was untergeschoben, nur warum? Gemeinsam mit zwei Mitschülern bildet sich allmählich ein Ermittlertrio, mit welchem ich so zunächst nicht gerechnet hätte.
Dass ihre Gefühle zwischen all der Aufregung Achterbahn fahren und sie plötzlich zwei potentielle Love Interests hat passt perfekt zum Setting.
Spannend fand ich auch die Aufteilung dieser Eliteschule: Wer das Glück, Geld oder die Beziehungen hat, auf die St. Moriarty gehen zu können, wird schwerpunktmäßg in den Häusern Moriarty (Kriminologie und Recht), Holmes (Politik) oder Watson (Naturwissenschaften) unterrichtet. Dadurch können die Jugendlichen sich manchmal durch ihr spezielles Wissen ergänzen.
Das Buch lädt alle zum Miträtseln ein, die Spaß daran haben, sich selbst Gedanken zum Fall zu machen. Der Romance-Part schmiegt sich geschickt in die Handlung, ohne zuviel Raum einzunehmen. Und der Fall selbst ist ebenfalls gelungen. Von mir wohlverdiente 4,5/5 Sterne.
Kindisch, zäh und unlogisch
The Baby Dragon Café von A. T. Qureshi
Bei diesem Buch kann ich die positiven Bewertungen nicht nachvollziehen. Wo fange ich an?
Im Grunde genommen liest sich das Buch wie der Traum eines kleinen Kindes ohne Lebenserfahrung, das sich die Erwachsenenwelt vorstellt und dabei viele Punkte schlichtweg nicht beachtet sowie vieles unangenehm romantisiert darstellt.
Ich fange mal bei Protagonistin Saphira an, die sich den Traum eines Drachenbaby-Cafés erfüllt hat. Also ein Café, in welches Drachenbesitzer ihre Drachen-Babies im Hundegröße mitbringen können. Ja, auch Baby-Drachen speien Feuer, oftmals unkontrolliert. Zudem tollen sie gern wild herum. Doch anstatt das Café auch nur ansatzweise drachenkompatibel zu gestalten mit feuerfester und robuster Einrichtung geht ihre fragile Inneneinrichtung regelmäßig zu Bruch oder in Flammen auf, was weder die Versicherung noch die Drachenbesitzer zahlen. Muss ich dazu was sagen?
Dann verhält sich Saphira den kleinen Drachen gegenüber so, wie kleine Kinder mit ihrem Plüschhund umgehen: Als würden die Drachen jedes Wort verstehen, werden diese Tiere komplett vermenschlicht. Da schauen Drachen plötzlich mit menschlichem Gesichtsausdruck in der Schnauze (also sowas wie schmollend etc.) und hören von ihr Kommentare wie brav oder böse. (Ja, man kann beim Lesen die Augen verdrehen).
Und als wenn das nicht genug wäre, schreibt ihr die Autorin einen Love Interest namens Aiden an die Seite, der allein scheinbar nicht sozialfähig wäre. Anstatt sich um seinen kleinen Drachen Sparky zu kümmern stellt er sich so dämlich dabei an, dass Saphira dessen Erziehung mit Freude übernimmt (schon hat er eine Aufgabe weniger am Hals, ich sag nur: Strategische Inkompetenz). Und besonders gruselig war eine Szene noch während der Vor-Dating-Phase, in der Aiden allen Ernstes eifersüchtige Besitzansprüche gegenüber Saphira stellt, als diese sich mit einem langjährigen Freund unterhält. Als Saphira dieses toxische Verhalten als romantischen Liebesbeweis wertete, wurde mit richtiggehend übel.
Diese Kinderlogik samt Romantisieren falschen Verhaltens zieht sich dann durch den gesamten Roman, der stellenweise sehr zäh voranschreitet. Entsprechend entäuscht bin ich von dem Buch und kann nur 1,5/5 Sterne vergeben.
Der Abschlussband hat es nochmal so richtig in sich
Schule der Meisterdiebe 5: Die letzte Prüfung von J. J. Arcanjo
Das letzte Schuljahr in Crookhaven bricht an für Gabriel und seine Bande. Die Schule der Meisterdiebe fordert die Jugendlichen nicht nur mit neuem Unterricht und Wettbewerben heraus, sondern mit DER Prüfung überhaupt: Einen Einbruch in Crookhaven selbst. Etwas, was nebst Gabriels Eltern bisher nur einer Person gelungen ist.
Ein großes Thema ist zudem, endlich Gabriels Eltern hinter Gitter zu bringen. Die Anführer der Namenlosen haben es weiterhin auf Gabriels Zieh-Oma und dessen Gefährten abgesehen, die offiziell tot, in Wirklichkeit jedoch gut versteckt sind. Auch so ein Geheimnis, welches Gabriel mit sich herumträgt. Doch Gabriels Eltern sind ihnen leider dicht auf der Spur, was Gabriel die Konzentration auf das Schuljahr erheblich erschwert. Jetzt liegt es an seinen Freunden, auch mal für Gabriel da zu sein und alle Anforderungen gemeinsam zu schaffen.
Der Spannungslevel ist auf allen Ebenen hoch: Unterricht, Sorgen, Freundschaft, Familie, Prüfungsplanung sowie die Überlegung, Gabriels Eltern auszutricksen. Der Autor hat diesmal erneut tief in die Trickkiste gegriffen und bietet einiges an Überraschungen. Und obwohl die Bande im fünften Schuljahr und somit älter geworden ist, ist das Buch weiterhin sehr gut für Kinder ab 10 Jahre lesbar.
Wer die ersten vier Bände bereits geliebt hat wird das Finale feiern. Allen anderen kann ich die Reihe um Gabriel und seine Bande uneingeschränkt ans Herz legen.
Unterhaltsamer Jugendthriller mit mehreren Perspektiven
Beth is dead von Katie Bernet
Ich gebe zu, bei diesem Buch hat mich nicht nur die Beschreibung angezogen, sondern auch die Optik: Ein Thriller mit Todesfall, der in knallpink gestaltet ist mit Elementen, die an einen Regency-Roman erinnern!? Wobei sich Letzteres durch die Anlehnung an den Roman Little Women ziemlich schnell erklärte.
Trotzdem: Meine Neugier war entfacht und nach einem ersten Anlesen lief mein Sherlock-Modus auf Hochtouren.
Worum es geht sagt bereits der Titel: Beth ist tot. Beth ist eine von vier Schwestern, über die deren Vater einen Roman geschrieben hat, in welchem er ihr Leben detailliert offenlegt. Leider mit Klarnamen, ohne sie vorher gefragt zu haben, wodurch sie zu unerwünschtem Ruhm gelangten, der seine eigene Dynamik entwickelte. Und das Internet kann grausam sein. Jedenfalls wird Beth nach einer Silvesternacht tot im Park aufgefunden. Die sich widersprechenden Aussagen der Schwestern, die in ihren jeweiligen Kapiteln ihre eigene Perspektive darstellen, lassen bei jeder einzelnen ein mögliches Motiv erkennen. Doch auch Beth kommt zu Wort, da einige Kapitel in der Vergangenheit spielen. Auf diese Weise kommen mit der Zeit weitere Verdächtige hinzu, bis zum Schluss das Gesamtbild sichtbar wird.
So unterschiedlich die Charaktere der Schwestern sind, sind auch die möglichen Motive, welche sich im Laufe des Romans ergeben. Thematisiert werden zudem einige Fehlverhalten verschiedener Männer den Schwestern gegenüber, wodurch das Buch auch auf anderer Ebene eine gewisse Relevanz erhält. In Kombination mit weiteren Coming-of-Age Themen verschiebt sich die Zielgruppe des Romans dadurch m. E. stark Richtung Jugendliche und junge Erwachsene. Ebenso erfährt der Spannungsbogen durch die vielen Perspektiven und Rückblicke einige Hänger, ohne das Buch wirklich langweilig zu machen. In meinen Augen ein unterhaltsamer Jugend-Thriller, dessen Richtungsverlauf zu Beginn nicht erkennbar ist.
Emotionsgeladene Botanical Horror-Romance
Hazelthorn von CG Drews
Ihr wollt mal was anderes lesen? Ein Buch mit regelrechter Sogwirkung? Mit mysteriösen Charakteren, einem geheimnisvollen Anwesen voller verwilderter Pflanzen und einem Hauch Boys-Love? Ein Buch, das euch emotional auf mehreren Ebenen mitreißt wie ein nicht zu stoppender Erdrutsch? Dann herzlich willkommen auf Hazelthorn Manor.
In diesem Anwesen ist Evander eingesperrt, solange er denken kann. Unter Drogen gesetzt vom Hausdiener, hat er nur gelegentlichen Kontakt zu seinem Vormund, dem alten Byron. In seinen Träumen trifft er sich mit Laurie, Byrons Enkel, zu dem er sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt. Und noch andere Fantasien begleiten Evander, die er nicht zu deuten weiß.
Dynamik kommt ins Spiel, als Evander plötzlich sein Zimmer verlassen kann. Von hier an nimmt die Handlung gewaltig an Fahrt auf: Verschiedene Personen kreuzen sein Leben, seine Fantasien verändern sich und er nimmt Kontakt zu Laurie auf. Alles Situationen, mit welchen Evander erstmal emotional zurechtkommen muss. Doch das gewaltige Geheimnis des Anwesens Hazelthorn, welches sich im Laufe des Romans offenbart, ist nichts, womit Evander je gerechnet hat. Und der Weg dahin, jedes weitere freigelegte Detail, ist so genial geschrieben und mit latentem Grauen durchsetzt, dass ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Das Buch punktet defintiv auf mehreren Ebenen. Allein Evander als Perspektive ist aussergewöhnlich, da seine Sicht der Dinge komplett anders ist als gewohnt. Seine Wahrnehmung und seine Versuche, die Wahrheit herauszufinden, schlagen ungewohnte Pfade ein, landen in Sackgassen und schlagen sich durch Dornenranken, wenn es sein muss. Ebenfalls ist seine Beziehung zu Laurie schwer zu beschreiben, so eine Mischung aus Anziehung und überbordender Gewaltfantasie. Macht euch selbst ein Bild, zum Schluss ergibt alles einen Sinn, doch der Weg dahin ist nervenzerreißend.
Schräge Geisterjagd mit Frenemy und Bad-Boy
The Girls Ghostbusting Agency - Kooky Spooky Love von Josie Silver
Diesmal hält ein Schloss mit von den Menschen arg angenervten Geistern Melody Bittersweet ebenso auf Trab wie Frenemy Leo (ihr Ex) sowie der hotte Pseudo-Bad Guy und Journalist Fletch.
Der Auftrag: Die neuen Besitzer eines alten Schlosses wollen dies kommerziell nutzen. Dafür sollen bitte die darin spukenden Geister schnellstmöglich vertrieben werden, Geld spielt keine Rolle.
Bereits im ersten Band hat mir die Dynamik innerhalb der Girls Ghostbusting Agency sehr gefallen, diesmal können Melody, Marina und Azubi Art samt vierbeinigem Sidekick Lestat nochmal so richtig auftrumpfen. Natürlich will auch Melodys Ex-Freund Leo sich den Auftrag nicht entgehen lassen, der gemeinsam mit seinen dreisten Assistentinnen nicht unbedingt alles einfacher macht. Und was wäre die Story ohne Reporter Fletch, der diese ganze Geistergeschichte für ausgemachten Schwindel hält und trotzdem weiterhin versucht, bei Mel zu landen?
Die Geister und ihr Schicksal gestalten sich als ziemlich tricky Fall, da sie zu einer früheren Artistengruppe gehören, welche in dem Schloss Station gemacht hat. Warum sie dort als Geister festsitzen und wie sich das Ganze lösen lässt sorgt für interessante Spannung sowie einige Reibereien zwischen Mel und Leo. Doch auch Leo und Fletch konnten diesmal für so einige Überraschungen sorgen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Band 2 toppt den ersten Band definitiv, dass es diesmal sofort mit dem Auftrag im Schloss losgeht. Und es bleibt bis zum Schluss unterhaltsam.











