Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
sehr süßes Bilderbuch
Der kleine rote Panda und die Achtsamkeit von Aljoscha Long; Ronald Schweppe
Auch Erwachsene werden hier eingeladen, sich Zeit zu nehmen. Für die kleinen Dinge des Alltags.
Der kleine rote Panda Ming geht auf Streifzug durch den Wald. Hier gibt es einiges zu sehen und entdecken. Was er erlebt, zeigen sehr hübsche und detailreiche Bilder, die sehr liebevoll gezeichnet sind.
Jede Doppelseite hat ein abgeschlossenes Kapitel, z.B. zum Thema Morgendämmerung, Der Geschmack des Waldes oder Atmen mit Kurma. Am Ende der Doppelseite wird man eingeladen, selbst mitzumachen und bewusst zu atmen oder durchzuschnaufen.
Die Zeichnungen sind sehr liebevoll und kindgerecht. Der kleine Panda trifft viele Waldtiere und so lernen Kinder ganz nebenbei auch noch, welche Tiere im Wald leben und welche Eigenschaften sie besitzen.
Ein wunderschönes Bilderbuch zum Innehalten, zum Entdecken, zum Mit-Erleben, Erzählen und Staunen.
konnte mich nicht sehr fesseln
Der Pakt der Verräter von Ellin Carsta
Der 13. Band aus der Falkenbach-Reihe spielt mitten im 2. Weltkrieg. Die Familien Lehmann und Falkenbach planen, Hitler zu stürzen. Dabei müssen sie sehr perfide und vorsichtig vorgehen. Als sie die Nachricht des Todes eines Familienmitglieds ereilt, sind sie am Boden zerstört. Doch die beiden Familien kämpfen weiter.
Leider ein etwas schwächerer Teil der Reihe. Mochte ich bisher immer die persönlichen Intrigen und Familienbande sehr gerne, kam ich in diesem Band nicht so auf meine Kosten. Der Großteil der Handlung dreht sich um den Krieg und wie die Familien planen, Widerstand zu leisten. Doch leider geht nichts in die Tiefe. Alles wird nur angedeutet. Es sei ein „Katz- und Maus-Spiel“. Ja, aber dann möchte ich doch auch gerne wissen, WIE die Charaktere das machen und was sie sich ausgedacht haben, welche Fallen sie aufbauen. Das ging leider sehr unter.
Mir haben auch einige wichtige Personen aus den Vorgängerbänden gefehlt. Die Handlung deckt nur ein paar Wochen ab und ich hatte gehofft, dass am Ende des Buches auch der Krieg zu Ende ist. Sonst werde ich wohl den nächsten Band eher überspringen und darauf hoffen, dass nach Kriegsende wieder mehr Persönliches in die Handlung mit hineinspielt.
Fazit: Ich mag die Saga sehr gerne, aber dieser Teil konnte mich leider nicht begeistern.
Ein Garant für tolle Lesestunden
Das Signal von Ursula Poznanski
Als Viola nach einem Unfall ein Bein verliert und ans Haus gefesselt ist, wird sie misstrauisch, weil sie sich eingesperrt und bevormundet fühlt. In ihrer Not besorgt sie sich Tracker und verfolgt fortan jeden Schritt ihres Mannes und anderer Leute. Denn so ganz ohne Schuld ist Viola dann auch nicht.
Viel mehr kann man vom Inhalt nicht verraten, ohne zu spoilern. Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Zwar habe ich mich teilweise auch über die Art der Pflegerin aufgeregt, aber das tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Viola ist ein starker Charakter. Wenn auch etwas unnahbar. Keiner der Charaktere geht in die Tiefe, mit Ausnahme Bennos, den mochte ich sehr gerne. Auch Romys Art fand ich sehr gut entwickelt.
Die Handlung beginnt spannend und bleibt es bis zum Ende. Zwar mögen manche Handlungsweisen etwas überzogen und konstruiert wirken, aber hey, was macht das schon? Das Buch entwickelt eine Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann und ich konnte es kaum aus der Hand legen.
Leider muss man ja noch ein wenig arbeiten und so habe ich doch zwei Nachmittage für das Buch gebraucht. Aber das hat ja auch den Vorteil, dass ich länger etwas davon hatte.
Die Idee mit den Trackern fand ich sehr gut gelungen und dadurch, dass Viola allen ein eigenes Bild gibt, konnte ich auch immer gut nachvollziehen, wen sie jetzt meint. Mit der Zeit werden das nämlich einige und man muss schon etwas darauf achten, dass man nicht durcheinanderkommt.
Fazit: Ob Psychothriller, Who-done-it oder Jugendromane, Poznanski weiß, was dem Leser gefällt.
super
Die Farm der Mädchen von Hans Rosenfeldt
„Kein Hinweis darauf, wer sie war oder woher sie kam“
Die Farm der Mädchen ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Hans Rosenfeldt. Zusammen mit Michael Hjorth hat er die Erfolgsreihe um Sebastian Bergmann geschrieben. Was er jetzt alleine vorlegt hat allen Respekt verdient. Von der ersten Seite an war ich in der Handlung gefangen und konnte das Buch kaum zur Seite legen.
Im Mittelpunkt stehen Tatjana und Dadana, zwei schwangere Mütter, die zu Beginn des Buches hilflos und gejagt durch einen Wald irren.
Nach einem schweren Trauma gerade wieder in den Polizeidienst zurückgekehrt ist Hannah Wester – und die bekommt es gleich mit dem Fall ihres Lebens zu tun. Dabei hat sie doch noch massiv private Probleme.
Ja, es passiert viel in diesem Buch, aber man hat nie das Gefühl, sich dabei zu verlieren. Rosenfelds Erzählweise ist flüssig und auf den Punkt und auch wenn manche Dinge etwas weit hergeholt scheinen schadet das dem allgemeinen Ganzen der Handlung in keiner Weise.
Sehr erschreckend ist die Handlung rund um die Frauen und die organisierte Kriminalität und Rosenfeld hat die Probleme und Befindlichkeiten der Frauen sehr gut beschrieben. Nicht nur einmal kann man beim Lesen Gänsehaut bekommen. Zu anschaulich sind die Szenen erzählt und zu erschütternd die Vorstellung.
Viele Rückblenden machen neugierig auf die Vergangenheit und werden nur teilweise aufgelöst. Das Ende ist abgeschlossen, deutet aber durch gewisse Signale gleich Hinweise auf den nächsten Band an.
Fazit: Tolle Charaktere, eine spannende Handlung und eine erschütternde Story machen das Buch überaus lesenswert.
Pirohl 6
Bornholmer Spur von Katharina Peters
Mit Bornholmer Spur gelingt Katharina Peters erneut ein spannender Krimi, der im Norden Deutschlands und im Süden Dänemarks spielt. Die Handlung überzeugt durch einen komplexen Fall, der der Ermittlerin, Sarah Pirol, so einiges abverlangt. Ein lange zurückliegender Mord an mehreren Personen und ein schrecklicher Verdacht sorgen für Spannung.
Im Mittelpunkt steht die Ermittlungsarbeit, die Sarah und ihr Team ganz schön fordern. Denn die Beteiligten schweigen, lügen und versuchen alle, ihre Haut zu retten. Durch unerwartete Hilfe gelingt endlich ein Durchbruch. Aber dann gerät Sarah selbst in Gefahr und sie weiß noch nicht, dass sich ihr komplettes Leben dadurch ändern wird.
Peters überzeugt wieder durch ihren flüssigen und mitreißenden Sprachstil und ihre authentisch wirkenden Personen und einer Handlung, die es in sich hat und einiges Wendungen bietet, mit denen man nicht gerechnet hätte.
Fazit: Bornholmer Spur ist ein kurzweiliger und fesselnder Krimi, der allerdings durch viele Charaktere anfangs etwas schwierig zu lesen ist.
Podcast-Ermittlungen
Hörst du den Schrei? von Jørn Lier Horst; Jan-Erik Fjell
Matilde hört zufällig den Podcast von Markus Heger über das Verschwinden der kleinen Leah. Dass das 15 Jahre her ist, stört sie nicht. Sie ist neugierig und beginnt, auf eigene Faust nachzuforschen. Als Matilde verschwindet, sieht sich Markus dazu gezwungen, dem Rätsel auf die Sprünge zu kommen.
Er bekommt dazu etwas unkonventionelle Hilfe.
Tolle Charaktere und eine solide aufgebaute Handlung zeichnen diesen Krimi aus. Kurze Kapitel und viel wörtliche Rede sorgen für ein kurzweiliges Lesevergnügen und ich habe das Buch an einem Stück durchgesuchtet. Das Ende ist sehr überraschend, was mir sehr gut gefallen hat.
Dadurch, dass Heger an vielen Stellen seinen Podcast einspricht, wird die Handlung sehr transparent und anschaulich und ich war beim Lesen quasi live dabei. Auch die Ausflüge in die Vergangenheit bringen ein wenig Licht ins Dunkle der Handlung.
„Hörst du den Schrei“ ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe, die ich gerne weiterverfolgen werde.
Fazit: Wenn zwei megaerfolgreiche Schriftsteller sich zusammentun, um ein gemeinsames Werk zu schaffen, dann kann das ja nur großartig werden.
Wow
Grenzfall - Ihr Grab in den Fluten von Anna Schneider
Seit Beginn an bin ich ein Fan der Grenzfall-Reihe und wurde auch bei diesem neuen Fall nicht enttäuscht.
Ein großes Unwetter über den Deutschen Alpen sorgt für Panik. Und nicht nur bei den von der Überflutung Betroffenen. Dann findet Alexa einen Toten, der nicht dem Unwetter geschuldet ist. Und tritt eine Lawine an Ereignissen los.
Gleichzeitig wird auf der österreichischen Alpenseite Bernhard Krammer zu einem Fall gerufen, bei dem ein Geschwisterpaar vermisst wird. Und er sorgt sich um Alexa…
Bereits zum 6. Mal ermitteln Krammer und Jahn parallel, bzw. gemeinsam. Der Band ist, wie alle Bände dieser Reihe, in sich abgeschlossen. Mehr Spaß macht es, wegen der Familienzusammenhänge, aber, wenn man die Vorgängerbände auch kennt.
Anna Schneider baut ihren neuen Band nach bewährtem Muster auf: Die Erzählung wechselt zwischen beiden Ermittlern ab und einige Kapitel in kursiver Schrift lassen den Leser noch tiefer in die Vorgeschichte eintauchen. Diese Vorgehensweise erhöht die Spannung noch zusätzlich. Zusätzlich sorgt Schneiders flüssige und anschauliche Schreibweise dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
In „Ihr Grab in den Fluten“ verarbeitet Schneider die Flutkatastrophe im Ahrtal vor einigen Jahren. Ihr Roman ist fiktiv, enthält dennoch prägende Erlebnisse. Zudem hat mich ein weiteres Element zutiefst schockiert. Schneiders neuer Fall ist nichts für schwache Nerven.
Fazit: wieder ein 5-Sterne-Buch und ich freue mich auf den nächsten Fall, der bereits fürs Frühjahr 2027 angekündigt ist.
Mehr Geduld
Oxen. Interregnum von Jens Henrik Jensen
„Mehr Geduld“
Mit diesem kleinen Zitat beginne ich meine Rezension zu Oxen – Interregnum. Geduld braucht es aber in diesem Band auf keinen Fall. Denn die Handlung startet dramatisch, bleibt dramatisch und endet dramatisch. Und spannend.
Die Story beginnt mit dem Mord an einem Politiker und fast zeitgleich werden zwei IT-Studenten ermordet.
Diese beiden Stränge laufen parallel ab und sorgen durch den Wechsel zusätzlich für Spannung. Irgendwann laufen diese beiden Stränge zusammen und führen unweigerlich zum Showdown.
Jensens Charaktere sind wieder überaus klug gezeichnet. Hier sticht vor allem Dajana Djovic hervor – die hat mir persönlich sehr gut gefallen. Und auch Oxens persönlichen Kampf fand ich mehr als klasse gemacht. Mossmann, Franck und Oxen sind einfach ein unschlagbares Team. Und das müssen sie auch sein, wenn sie die Neubildung des Danehofs verhindern wollen. Schwierig nur, wenn einem ein scheinbar übermächtiger Gegner gegenübersteht. Und gerade das macht die Spannung und die Dramatik der Handlung aus. Auch wenn die Handlung teilweise auf der Stelle trat und minimale Längen hatte, konnte sie mich voll überzeugen und mitreißen.
115 Kapitel, fast 600 Seiten und ein Schreibstil, der das Wort „Hut ab“ mehr als verdient.
Fazit: Interregnum ist ein Buch, das man nicht zur Seite legen kann. Mit jeder Seite hofft man, bald das Ende zu erreichen, um zu erfahren, wie es ausgeht, ist aber dennoch mit jeder Seite traurig, dass das Buch bald endet.
Kein Ackerman wie gewohnt
Im Labyrinth der Furcht von Ethan Cross
Der Band beginnt direkt im Anschluss an den Vorgänger „Im Labyrinth der Rache“ und man sollte diesen gelesen haben, damit man die Zusammenhänge versteht.
Ackerman und seine Familie befinden sich in den Händen des Hüters. Gleichzeitig verfolgt Nadja Shirazi ein Täter-Duo, das sich „Der Präparator“ nennt.
So weit, so gut. Und eigentlich bietet dieses Szenario viel Raum für einen tollen, aufregenden Krimi. Den ich leider nicht fand. Ich mag Ackerman und seine Schläue, die ging hier aber völlig unter. Die Handlung driftete in weiten Teilen zu dem – für mich unwichtigen – Teil mit Willard und Leon ab. Zudem sorgte das Geschwafel des Hüters für zusätzliche Gähn-Faktoren.
Dabei startete das Buch durchaus spannend und ich war gespannt, wie sich Ackerman wohl aus dieser Situation befreien kann. Denn hey, das hier ist Ackerman, der sich überall herauswindet. Und das passende Werkzeug hatte er ja auch schon bald im Mund. Was sich dann aber abspielte konnte mich nicht überzeugen.
Dabei ist Cross‘ Schreibstil wie gewohnt mitreißend und locker. Er kombiniert tolle Ideen mit spannenden Momenten und in zwei getrennten Büchern (die Konservatoren als eigenständiges Buch) hätte es auch für mich wunderbar funktioniert.
Fazit: Für mich ist dieser Teil ein Übergangsteil zum dritten Band, den man nicht gebraucht hätte.
tolle Dystopie
To Cage a Wild Bird von Brooke Fast
Endlich mal wieder eine gute Dystopie lesen – und ich wurde bei „To cage a wild bird“ fündig.
Tolle Charaktere, eine rasante Handlung und eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Diese Dinge machen den Debutroman der Autorin aus. Bereits auf den ersten Seiten ist man gefangen und mag das Buch nicht aus der Hand legen.
Kleinere Logikfehler (wie können sich die Charaktere immer so unbeobachtet im Gefängnis aufhalten? – und wie schafft es jemand, gewisse Gegenstände in selbiges zu bringen?) stören nicht weiter beim Genuss der Lektüre. Ich habe mich sehr wohlgefühlt und fiebere jetzt dem zweiten Band entgegen.
Fazit: eine tolle Handlung, sehr gut geschrieben. Weiter so!











