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Rezensionen von Harakiri:

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Gelungene Fortsetzung

Zeiten des Lichts - Schicksalstage an der Elbe von Wolf Serno

Nach dem Verlust ihrer Tochter will Ebba unbedingt wieder ein Kind haben. Doch ihr Mann sträubt sich dagegen, was zu Zwistigkeiten in der Ehe führt. Ebba beschließt, ihren Vater zu besuchen und Arndt nimmt eine Stelle in Schottland an. So hoffen die beiden, ihre Ehe retten zu können. Gleichzeitig müssen sie sich noch einer Intrige erwehren.

Das Buch ist die Fortsetzung des Romans „Begegnungen am Meer“ und ich war sofort wieder in der Handlung drin. Die liebenswerten Charaktere wieder zu treffen, fand ich sehr schön. Man kann das Buch auch unabhängig vom ersten Band lesen, da die wichtigsten Geschehnisse in der Handlung wiederaufgenommen werden.
Jede Menge Potential also für ein schönes Lesevergnügen.
Nicht so gelungen fand ich allerdings, dass die Handlung aus vielen Briefen besteht, die beinahe wortgetreu wiederholen, was vorher in der Handlung geschehen ist. Diese Wiederholungen dämpfen ein wenig die Lesefreude.
Ansonsten gibt es nichts zu beanstanden. Die Handlung hat alles, was ein gelungener Roman braucht: Liebe, Streit, Intrigen, Freude, Spannung.
Fazit: eine gelungene Fortsetzung mit sehr liebevoll gezeichneten Charakteren und ein paar Antagonisten, die die Würze liefern.

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Gelungene Fortsetzung
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Schwarzer Humor, aber etwas zäh

Wir jagen Schatten von Richard Osman

Richard Osman ist zurück – und mit Wir jagen Schatten schickt er sein ungewöhnliches Ermittlertrio erneut auf Verbrecherjagd. Nach Wir finden Mörder ist dies der zweite Band der Reihe rund um Steve Wheeler, seine Schwiegertochter Amy und die erfolgreiche Thrillerautorin Rosie d’Antonio. Und eines kann man gleich vorwegnehmen: Wer Osmans Mischung aus Krimi, britischem Humor und liebenswert-skurrilen Figuren mag, dürfte auch mit diesem Fall seine Freude haben.

Rosie, Steve und Amy langweilen sich. Seit dem Auflösen des letzten Mordfalls nur noch entlaufene Katzen. Dafür haben sie ihre „Wir finden Mörder“-Detektei nicht gegründet. Nach einem TV-Interview endlich die erlösende Nachricht: ein Leibwächter wurde erschossen. Die Jagd nach dem Täter jagt die Detektive um die halbe Welt. Doch irgendetwas scheint faul zu sein.
Mit viel britischem Humor und in gewohnt flüssiger Schreibweise präsentiert Osman seinen neuen Krimi. Der mich nicht so begeistern konnte wie der vorherige oder seine „Donnerstags-Mordclub“-Reihe. Irgendwie plätschert die Handlung so vor sich hin, ohne richtig von der Stelle zu kommen. Begeistert hat mich aber wieder die Herangehensweise des Detektiv-Trios und die Wendungen, die sich Osman ausgedacht hat.
Auch die Auflösung hat mir gefallen. Alles war schlüssig, überraschend und vor allem nicht das Ergebnis eines hektisch aus dem Hut gezogenen „Ach übrigens, DER war’s!“. Und das verdient Anerkennung.
Fazit: Richard Osman gelingt erneut eine Mischung aus klassischem Kriminalfall und Cosy Crime. Besonders das ungewöhnliche Ermittlertrio sorgt dafür, dass man die drei gerne auf ihrer Reise begleitet. Wer Krimis mit skurrilen Charakteren und einer guten Portion Fernweh mag, sollte sich diesen Fall nicht entgehen lassen.

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Schwarzer Humor, aber etwas zäh
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mitreißend

Hildur - Das Tal der Schuld von Satu Rämö

In den Westfjorden wird eine weibliche Leiche entdeckt. Unfall oder Mord? Der Leser weiß mehr, aber Hildur und ihr Team beginnen unwissend mit ihren Ermittlungen und müssen bald tief in die Vergangenheit eintauchen.
Ich liebe die Bücher über Hildur. Sie sind so herrlich aus dem Leben gegriffen und zeigen das wahre Island.

Die Geschichte ist spannend und reißt einen von der ersten Seite an mit. Gegen Ende fand ich es aber ein wenig langatmig. Besonders faszinierend fand ich auch den Teil mit Tinna. Hildur weiß ja nun, was mit ihren Schwestern passiert ist, aber das Verschwinden von Hulda beschäftigt Tinna noch immer. So wechselt die Handlung also zwischen aktuellem Mordfall und der Vergangenheit. Ein wenig musste die Gegenwart dann aber doch drunter leiden.
Ich finde es sinnvoll, die Vorgängerbände zu lesen, damit man versteht, worum es in der Vergangenheit geht. Besonders gut hat mir wieder der strickende Polizist Jakob gefallen. Der ist einfach so natürlich und frisch dargestellt.
Der aktuelle Fall von Hildur führt weit in die Vergangenheit und tief in die Sagengeschichte Islands und der Schreibstil ist wieder sehr mitreißend. Auch die Fälle im Fall, die quasi nebenher gelöst werden müssen, haben mich tief berührt. Besonders der Strang mit Dijsa, hier braucht es einen starken Magen und ich hatte richtig Gänsehaut.
Fazit: ein spannender Krimi mit einer besonderen Atmosphäre und einigen Wendungen. Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn man Krimis mag, bei denen neben dem eigentlichen Fall auch die Figuren und ihre Vergangenheit eine größere Rolle spielen.

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mitreißend
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Für mich persönlich etwas zu zäh

Alles wird Asche von Nele Neuhaus

Zwei tote Männer, an den Füßen aufgehängt, weitere Morde passieren und Pia und ihre Kollegen sind dem Täter immer einen Schritt hinterher.
Erst als der Serienmörder erneut zuschlägt, kommen Oliver und Pia ihm näher. Aber der hat noch einiges geplant - und Pia hat auch privat einiges zu verkraften.

Was passiert, wenn eine KI Morde plant? Diese Frage klingt unterschwellig in Nele Neuhaus neuem Krimi mit.
Die Idee hinter den Taten finde ich toll, aber für mich zog sich die Handlung dieses Mal sehr in die Länge. Meiner Meinung nach hätte man die Handlung straffen können. Der Anfang mit den Flugstunden brachte die Handlung nicht voran, zwischendrin wurde vieles zu oft wiederholt und auch die Handlung mit Geraldine wurde zu sehr aufgebauscht und dann fallen lassen.
Das Ende mit dem Windrad fand ich dann auch too much.
Dennoch ist das Buch wieder sehr gut und anschaulich geschrieben. Neuhaus` Schreibstil ist mitreißend und man fiebert mit den Charakteren mit.
Das Buch ist recht komplex aufgebaut, was die Familienmitglieder betrifft. Hier ist der Stammbaum am Beginn des Buches sehr hilfreich.

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Für mich persönlich etwas zu zäh
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Der Lockvogel

Silberküste von Alexander Oetker

Silberküste von Alexander Oetker ist ein atmosphärischer Krimi mit Lokalkolorit und viel französischem Flair. Der Kriminalroman lebt nicht nur von dem Fall, der es zugegeben ganz schön in sich hat, er lebt vor allem von der tollen Atmosphäre. Alles im Roman atmet Französische Lebensart.
Luc Verlain wird zu einem Mordfall gerufen: die Krankenschwester eines kleinen Dorfes wird überfahren und im Wald versteckt.

Doch durch ihren Tod kommen die Kommissare noch einem anderen Phänomen auf die Schliche: die Todesfälle in der Gegend sind exorbitant hoch. Haben die beiden Fälle miteinander zu tun?
Das Buch lebt jetzt nicht von riesiger Spannung. Es lebt von der Ermittlungsarbeit der Polizei und der tollen Umgebung. Wer rasante Action erwartet, ist bei Luc Verlain falsch. Dennoch, oder gerade deshalb, liest sich der Krimi sehr gut und weiß zu begeistern.
Das Buch ist in sich abgeschlossen, es macht aber Sinn, die Vorgängerbände zu lesen. Vor allem den 9. Band „Strandgut“, weil in „Silberküste“ die Verhandlung eines Kollegen von Luc aufgegriffen wird, der am Ende des letzten Bandes seine Schusswaffe gebraucht hat.
Fazit: Ein toller Kriminalroman, der eher ruhigere Töne anschlägt, was aber in keiner Weise langweilt.

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Der Lockvogel
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Anton Brekkes schwierigster Fall

Düsterstunde von Jan-Erik Fjell

Anton Brekkes schwierigster Fall.
In einem Oldtimer-Auto werden Knochen einer Hand gefunden. Kurz darauf stirbt eine Frau. Hängen die Fälle zusammen? Für Brekke ist klar: er will den Fall lösen, koste es, was es wolle.
Und das darf man gern wörtlich nehmen. Brekkes Ermittlungen führen ihn nach Las Vegas, ins Spielerparadies.

Denn dort scheint der Fall seinen Anfang genommen zu haben.
Das Buch spielt auf zwei Ebenen und ich konnte mir lange nicht vorstellen, wie die beiden Stränge zusammenhängen. Erst spät führen diese beiden Ebenen zusammen.
Fjells Schreibweise ist wie gewohnt flüssig und detailreich. Und das ist mein einziger negativer Punkt: manchmal zu detailreich. Für mich zieht sich das Buch in der Mitte ziemlich. Und die Szene im Casino am Schluss hätte ich auch nicht gebraucht.
Ansonsten fand ich den Fall wieder toll erdacht und ausgearbeitet und vor allem der Strang in Las Vegas hat mir sehr gut gefallen. Langsam baut sich die Handlung auf und Schritt für Schritt erfährt man die Hintergründe, was ich sehr gut gelöst fand.
Fazit: Eine Mischung aus Ermittlungsarbeit, Geheimnissen und menschlichen Abgründen, die teilweise etwas langatmig ist, insgesamt aber zu überzeugen weiß.

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Schuldig oder nicht?

Blutwinter von Jan-Erik Fjell

Anton Brekke Degradierung ist aufgehoben und er darf wieder bei der Kripo ermitteln. Ein vor 8 Jahren verschwundener Mann taucht tot in der Nordsee auf. Für den damaligen Mord sitzt aber Oscar Fiva im Gefängnis. Nach seiner Freilassung überstürzen sich die Ereignisse.
Unschuldig oder nicht? Fjell schafft es, mit wenigen Worten ein Szenario zu entwickeln und dann wieder zu widerlegen, dass mir beim Lesen Zweifel kamen.

War er es? Oder doch nicht? Und genau das macht den Spirit des Buches aus. Die Story an sich ist eher zahm und zieht sich. Zu viele Drogengeschäfte und die Aufklärung tritt auf der Stelle, weil alle mauern.
Fjells Schreibweise ist gewohnt flüssig und anschaulich. Sein Protagonist hat wieder die Nase vorn und seine Taktik rettet den Fall. Hier bewundere ich immer den Autor, wie er es schafft, scheinbar ausweglose Situationen so darzustellen und aufzulösen, dass alles stimmig endet. Überhaupt ist Brekke als Charakter überaus gelungen. Er ist kein aalglatter Ermittler, nein, er hat Ecken und Kanten und gerade das macht ihn sympathisch.
Der Fall spielt wieder auf mehreren Zeitebenen und die verschiedenen Perspektiven sorgen dafür, dass sich der Fall Stück um Stück verändert. Nichts ist, wie es scheint und keiner weiß, wem man vertrauen kann. Diese Erzählweise gewährleistet, dass man Seite um Seite umschlägt und bis zum Ende gebannt an den Seiten klebt.
Fazit: Blutwinter ist ein etwas ruhigerer Nordic-Noir-Krimi, der durch einen Ermittler punktet, der nicht 08/15 ist.

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Anton Brekke

Racheglut von Jan-Erik Fjell

Nach einer beruflichen Verfehlung wird Brekke zurück in den Streifendienst versetzt. Das ist alles andere als das, was ihm gefällt. Und so nutzt er die Gelegenheit, nach einem Mord an einer Frau, sein Können und Wissen erneut unter Beweis zu stellen und so zurück zur Kripo zu kommen. Und der Fall ist alles andere als einfach.

Hier ist Brekke gefragt wie nie.
Gleich vorweg: ich habe das Buch an einem Nachmittag durchgesuchtet. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Schon der Prolog, der eine Szene aus dem späteren Buch vorwegnimmt, hatte es in sich. Der Spannungsbogen ging von der ersten bis zur letzten Seite und Fjell versteht es meisterhaft, falsche Spuren zu legen.
Durch kurze Kapitel und häufige Szenenwechsel jagt ein Cliffhanger den nächsten. Allerdings muss man etwas aufpassen, dass man mit den Zeiten und Geschichten nicht durcheinanderkommt.
Der Thriller ist der dritte Band der Brekke-Reihe und spielt in Kalifornien. Besonders gelungen fand ich den Teil, der auf Alcatraz spielt. Das alte düstere Gemäuer ist von sich aus schon ein Garant für Spannung.
Fjells Thriller erschienen nicht in der Reihenfolge, in der sie nummeriert sind und so fand ich es interessant, einen etwas älteren Thriller zu lesen, der zeitlich vor den neuen Bänden liegt.
Fazit: wieder ein gelungener skandinavischer Thriller, der blendend unterhält. Fjell zu lesen ist wie in einem ICE zu sitzen – ohne Notbremse.

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Anton Brekke
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Stand-Alone

Haustausch von Stefan Ahnhem

Haustausch von Stefan Ahnhem ist ein Stand-Alone, kein Teil der Fabian Risk-Reihe.
Aber absolut lesenswert und atemberaubend.
Zwei Paare tauschen ihre Häuser: Carl und Helene Wester fliegen in die USA, Adam und Scarlett nach Schweden. Gleich bei der Ankunft erwartet beide Paare eine Überraschung und der Urlaub wird zur Zerreißprobe.

Mit seinem neuen Thriller legt der Autor eine Story vor, die zeigt, wie ein harmloses Ereignis zu einem Albtraum werden kann. Besonders gut gefällt mir die düstere Atmosphäre und dass jeder der Charaktere ein Geheimnis zu haben scheint. Dadurch bleibt die Handlung bis kurz vor dem Ende unvorhersehbar.
Ahnhems Schreibstil ist wie gewohnt mitreißend und lässt sich flüssig lesen. Die Kapitel wechseln sich in den Charakteren ab, was für tolle Cliffhanger sorgt. Außerdem sorgen die Wendungen dafür, dass man immer wissen möchte, wie es denn weitergeht, und vor allem, wie sich alles auflösen wird. Wer ist gut und wer ist böse? Diese Frage beschäftigte mich das ganze Buch.
Teilweise wirken die Szenen ein wenig konstruiert und unglaubwürdig, aber das gehört zu einem Thriller manchmal eben dazu.
Fazit: Das Buch ist ein spannender Psychothriller, das sehr gut zu unterhalten weiß.

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Hat mir sehr gut gefallen

Blut für Blut von Anna Schneider

Anna Schneider ist bekannt für ihre Grenzfall-Reihe. In Blut für Blut versucht sie sich an etwas Neuem. Und ich würde sagen: Versuch geglückt.
Im Mittelpunkt steht Sophie, die nach einer toxischen Beziehung versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Als Fotografin erhält sie einen ungewöhnlichen Auftrag bei einer wohlhabenden Familie – doch irgendetwas stimmt hier nicht und bald wird Sophie klar: ihre Vergangenheit hat sie eingeholt.

Die Handlung wechselt auf verschiedenen Ebenen und bietet kurze Kapitel, was für einen regelrechten Pageturner sorgt. Zudem gibt es Kapitel in kursiver Schrift, die sehr rätselhaft klingen.
Besonders gut gefallen hat mir die düstere und beklemmende Atmosphäre. Von Anfang an ist klar, dass etwas nicht stimmt, und durch die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen kommen nach und nach neue Puzzleteile ans Licht. Dadurch lädt die Geschichte immer wieder zum Miträtseln und Spekulieren ein.
Die Handlung startet eher gemächlich und die Spannung steigert sich langsam bis zu einem Höhepunkt ab dem Einbruch in Sophies Laden. Spätestens hier konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Schneider baut zusätzlich noch eine Wendung ein, die man zwar vermuten könnte, mit der man aber dann doch eigentlich nicht rechnet.
Fazit: Anna Schneider kann auch Psychothriller.

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Hat mir sehr gut gefallen