Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
ein unschlagbares Paar
Mord ist die beste Beseitigung von Volker Klüpfel
Das unfreiwillige Ermittlerpaar stolpert wieder in ein neues Abenteuer.
Wer kennt sie noch von früher? Die Reiserufe im Radio: genau so einen hören Tommi und Svetlana und im selben Moment fährt das gesuchte Auto an ihnen vorbei. Nichts wie hinterher – doch Tommis altes Wohnmobil kann mit dem Audi nicht mithalten.
An einer Raststätte finden sie allerdings das gesuchte Auto wieder, doch die Insassin ist verschwunden. Klarer Fall: Wir kümmern uns drum. Und was dann passiert – lest selbst, es lohnt sich!
Ich habe mich schon sehr auf dieses Buch gefreut, mochte ich doch im ersten Band die Charaktere schon sehr gerne. Seien es die Protagonisten oder die Nebendarsteller (die auch jede Menge Leben ins Buch bringen), das Wiedersehen machte sehr viel Spaß.
Die Schreibweise ist sehr humorvoll und durch viel wörtliche Rede liest sich das Buch sehr flott und mit viel Schmunzeln. Tommi und Svetlana zusammen sind einfach unschlagbar und liefern sich manches Wortgefecht.
Nebenher widmet sich Tommi noch seiner Schriftstellerkarriere, was manchmal etwas viel ist, aber durchaus ebenso amüsant. Btw: ich würde das Zwillingssterne-Romantasy-Buch auch lesen.
Am Ende wird es nochmal so richtig spannend und einen Vorgeschmack auf einen Band 3 gibt es auch. Auf den freue ich mich dann jetzt schon.
Fazit: wer humorvolle Krimis mag, ist bei Klüpfel, Tommi und Svetlana genau richtig.
Pageturner
39 Grad von Quentin Peck
Eigentlich denkt man bei dem Buchtitel eher an einen Umweltthriller. Doch weit gefehlt. Was Quentin Beck hier abliefert ist Krimi vom Feinsten.
Ein irrer Killer tötet scheinbar wahllos Frauen. Kommissar Lukas Johannsen und Profilerin Berit Pernstein folgen seiner Spur. Doch der Mörder ist ihnen immer einen Schritt voraus.
Den entscheidenden Schritt. Am heißesten Tag des Jahres dann, kommt es zum Showdown.
Da man beim Morden hautnah dabei sein darf, sorgt das Buch für den einen oder anderen Schockmoment. Aber auch für schöne Momente, z.B. als Berit sich Timo annähert. Insgesamt ist das Buch wirklich spannend geschrieben. Von der ersten Seite an klebt man an den Zeilen und kann das Buch kaum weglegen.
Durch Rückblenden erfährt man als Leser etwas mehr aus der Vergangenheit und auch die hat es in sich.
Aber das Ende nehme ich dem Autor persönlich übel, wenn es auch realistischer ist, als wenn er es anders gelöst hätte.
Fazit der letzte Fall für Lukas Johannsen, aber ich bin gespannt, mit was uns der Autor als nächstes überrascht.
vielversprechender Anfang
King Sorrow I von Joe Hill
Arthur ist ein ganz normaler Student. Er arbeitet in der Studienbibliothek, hat einen netten Freundeskreis und alles könnte gut sein. Wenn nicht seine Mutter im Gefängnis wäre, was ihn angreifbar für Erpressung macht: er soll wertvolle Bücher aus der Bibliothek stehlen, damit der Mutter nichts passiert.
Die Erpresser werden immer fieser und so sieht Arthur keinen anderen Ausweg, als einen Drachen hervorzubeschwören, der ihm aus der Klemme hilft. Doch, wie schon im Zauberlehrling, „die Geister, die ich rief“ – und Arthur und seine Freunde stecken wieder in Schwierigkeiten.
Puh, ein Buch zu lesen, das fast 600 Seiten hat, ist anfangs immer eine Herausforderung. Bei Hill allerdings wird es auf keiner Seite langweilig und so liest man ein ums andere Kapitel, bis die 600 Seiten viel zu früh durch sind. Hill erzählt manchmal etwas ausschweifend, was aber dafür sorgt, dass seine Romane sehr anschaulich sind. Auch seine Charaktere sind sympathisch und agieren menschlich.
Nach 200 Seiten scheint die Erzählung scheinbar schon auserzählt. Aber Hill wäre nicht Hill, wenn er da nicht noch eine Wendung in Petto hätte, die für weitere Spannung sorgt. Der unterschwellige Horror sorgt zusätzlich für spannende Momente. Die Erzählweise ist fließend und fesselnd, mit einem leichten Hang zum Übernatürlichen, ohne dass es zu kitschig oder zu offensichtlich wird. Die Mischung aus Realität und Fantasie wird geschickt verwoben, nur beim ersten Mal Rückblick war ich etwas ratlos und dachte an einen Druckfehler. Doch diese Art des Rückblicks wird von Hill öfters genutzt und bald hatte ich mich daran gewöhnt.
King Sorrow wird bereits im Juli mit dem zweiten Band fortgesetzt, auf den ich mich schon sehr freue.
Fazit: Die Kombination aus vielschichtigen Charakteren, einer spannenden Handlung und einer ständigen dunklen Bedrohung im Hintergrund macht King Sorrow 1 zu einem Buch, das man so schnell nicht aus der Hand legt.
gelungener Serienstart
Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt von Mattias Edvardsson
Ein neuer Serienstart des Autors der Erfolgsbücher „Die Wahrheit“ und „Die Lüge“
Gunni ist Streifenpolizistin, wird aber zu einem Mordfall hinzugezogen und darf sich beweisen. Ihre Vorgesetzten halten große Stücke auf sie und sie will unbedingt den Mörder des kleinen Robin finden. Verdächtige gibt es viele in dem kleinen Ort in Schonen, doch bald erhärtet sich ein böser Verdacht.
5 Jahre später passiert ein ähnlicher Mord – und Gunni ist nicht sicher, ob sie damals den richtigen Täter erwischt hat.
Die neue Serie startet verheißungsvoll. Ein wenig verliert sich die Handlung aber in Gunnis Privatleben. Das ja per se nicht uninteressant ist, aber der Ermittlung ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt. Die Kapitel sind recht kurz gehalten und wechseln zwischen den Charakteren ab, was dazu verleitet, immer noch ein Kapitel mehr lesen zu wollen.
Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt: 1989 und 1994 – hier hat sich mir die Frage aufgedrängt, ob das Buch nicht vielleicht schon ein älteres Buch des Autors ist, das jetzt auf die Erfolge der anderen Bücher aufsetzt. Es ist nicht ganz so spannend wie die Vorgängerbände, aber dennoch rasant zu lesen. Und irgendwie auch witzig, mit welchen Mitteln man damals hat ermitteln müssen. Computer waren gerade erst so auf dem Markt und Handys noch weit und breit nicht in Sicht.
Edvardsson bleibt seinem Stil treu: ruhig, präzise und psychologisch dicht, mit Fokus auf den Protagonisten und Nebendarstellern. Statt auf schnelle Action setzt der Autor auf Spannung durch Atmosphäre und Charakterentwicklung. Die schwedische Provinz wird dabei nicht nur Kulisse, sondern ein zentraler Bestandteil der Geschichte – düster, eng und von Geheimnissen durchzogen, was sehr gut zur Handlung passt und die Vorstellungskraft des Lesers anspricht.
Besonders gelungen ist die Darstellung der Ermittlungsarbeit: realistisch, oft zäh und sich wiederholend, aber genau dadurch authentisch. Der Fall entfaltet sich nur langsam und fordert Geduld – belohnt diese jedoch mit einer stetig wachsenden Spannung, die das Ende aber etwas überhastet erscheinen lässt.
Fazit: Ein vielversprechender Start, der neugierig auf die weiteren Fälle von Gunni Hilding macht, vor allem wegen des Cliffhangers am Ende.
4 Schwestern und ein Todefall
Beth is dead von Katie Bernet
4 Schwestern und ein Todesfall. Am Neujahrsmorgen wird Beth tot gefunden – und eine fieberhafte Jagd nach dem Täter beginnt.
Der Autorin gelingt es wunderbar, den Leser mitzureißen. Durch kurze Kapitel und eine lebendige, teilweise fast poetische, Schreibweise, macht das Lesen einfach Spaß. Ich musste nur immer aufpassen, dass ich die Schwestern richtig zusammenbekomme und wer jetzt erzählt.
Die Kapitel wechseln nämlich zwischen den Schwestern in Gegenwart und Vergangenheit. Durch die Kapitel von früher erfährt man die Hintergründe und sie lösen einige Geheimnisse auf.
Die Schwestern sind total unterschiedlich und das macht mit einen Reiz des Buches aus. Ein weiterer Pluspunkt ist es, wie gut es der Autorin gelingt, falsche Fährten zu legen und so dem Leser quasi die Karotte vor die Nase zu halten, um bis zum Schluss mitzutraben. Ich muss zugeben, ich kam nicht auf den Täter.
Fazit: Ein mitreißendes Buch, eine tolle Idee einen Klassiker neu zu beleben und eine tolle Schreibweise zeichnen diesen Krimi aus.
von der ersten Seite an fesselnd
Ostseehölle von Eva Almstädt
Bei einer Kirchenführung wird eine Leiche gefunden. Pia und ihr Team beginnen zu ermitteln, werden aber bald von dem Fall abgezogen. Zum Glück gibt es noch einen Altfall zu lösen, der wohl auch mit dem aktuellen Mord zu tun hat.
Ich mag Pia vom ersten Band an. Die Krimis sind nie blutig oder brutal, aber immer fesselnd.
Und auch Pias Privatleben hat einiges zu bieten und lohnt sich, zu verfolgen. Ostseehölle ist in sich abgeschlossen, aber es ist schöner, wenn man die Vorgänger kennt.
Almstädts lebendige Schreibweise zieht wieder von der ersten Seite an ihren Bann. Bereits der Prolog vermag zu fesseln und die folgenden Kapitel verleiten immer wieder dazu, noch eins lesen zu wollen. Wie immer bei Korittki weiß man, dass die offensichtlichen Verdächtigen meist nicht die wahren Täter sind, sondern die, die nur kurz erwähnt und eingeführt werden. Was aber, wenn sie ihren Kurs einmal ändert? Und so fiebert man von der ersten bis zur letzten Seite mit dem Team mit.
Pias Privatleben kam mir dieses Mal etwas zu kurz und tatsächlich fand ich den Streit am Anfang etwas konstruiert.
Am Ende laufen alle Fäden schlüssig zusammen und alles wird aufgeklärt und sorgt für den AHA-Moment.
Fazit: Wieder gelingt es Eva Almstädt einen Krimi abzuliefern, der es in sich hat und der von der ersten Seite an überzeugt.
Tolles Autorenduo
Doppelspiel von Arne Dahl; Jonas Moström
Ein sehr rasanter Krimi, in der Tom Borg fälschlicherweise des Mordes bezichtigt wird. Er flüchtet, um seine Unschuld selbst beweisen zu können. Ein klassischer Wrong-Man-Krimi also im Stile Hitchcocks.
Dahl und Moström im Duo – das kann nur gut werden. Beide Schriftsteller beweisen immer wieder aufs Neue, wie gut sie schreiben können und auch in ihrem ersten gemeinsamen Werk schreiben sie einen Pageturner.
Vor allem die Szenen, in denen Borg der Polizei nur wenig voraus ist, diese ihm dicht auf den Fersen ist und vor allem die Tatsache, dass private Zusammenhänge stattfinden, macht dieses Buch zu etwas erfrischend Neuem. Die Dynamik aus Flucht und eigener Spurensuche hält den Spannungsbogen konstant hoch.
Die Handlung spielt in nur wenigen Tagen, dennoch kam es mir beim Lesen vor, als würde ich die Protagonisten länger begleiten. Denn die Flucht und die Verfolgung machen atemlos. Tom verzweifelt immer mehr und bald nähern sich die letzten Zeilen des Buches – die konnten mich dann nicht soo sehr überzeugen. Immerhin bieten sie Raum für einen zweiten Teil, den ich sehr gerne lesen werde.
Fazit: ein Autoren-Duo, das zu überzeugen weiß. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Hat sie oder hat sie nicht?
Das Vermächtnis von John Grisham
Simon Latch ist Anwalt in Virgina. Immer ist das Geld knapp und so wittert er seine Chance, als er das Testament der Witwe Barnett aufsetzen darf. Doch nichts ist wie es scheint und auf einmal steht er als Angeklagter vor Gericht. Wird es ihm gelingen, seine Unschuld zu beweisen?
Grisham ist ja immer ein Garant für verschachtelte Gerichtskrimis.
Der Krimi startet relativ gemächlich – aber nicht minder interessant – mit der Einführung der Charaktere und dem Verfassen des Testaments. Erste Fragen tauchen auf, als die Handlung Fahrt aufnimmt. Und spätestens als Simon verhaftet wird, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Charaktere sind wie immer lebendig gezeichnet, man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen. Simons Spielsucht, seine Eheprobleme und die Sorgen mit der Anwaltskanzlei – alles wirkt sehr gut durchdacht und ausgearbeitet.
Wie immer versteht es Grisham meisterhaft Spannung mit menschlichen Konflikten zu verbinden. Während Simon versucht, den Wert des Nachlasses zu schätzen und zu seinem Vorteil zu nutzen, wird er tief in einen Sumpf aus Intrigen gezogen. Klar könnte man jetzt sagen, was für ein doofer Zufall mit dem Täter oder dass gerade jetzt eine nützliche Jugendfreundin wiederauftaucht, aber das sind kleine Negativpunkte, die für mich keinen großen Kritikpunkt darstellen.
Besonders interessant ist es auch wieder, wie der Autor die Atmosphäre des kleinen – fiktiven – Städtchens Baxton einfängt.
Fazit: Grisham weiß einfach, was er schreibt. Und wie er seine Leser fesselt. Er konstruiert einen scheinbar aussichtslosen Fall und bringt diesen vor Gericht. Und beschert dem Leser somit viele spannende Lesestunden
Ein Wow-Buch
Blutregen von Thomas Enger; Jørn Lier Horst
Ein Heckenschütze verübt mehrere Attentate in Oslo. Die Opfer sind immer wahllos ausgesucht, so dass kein Zusammenhang gefunden werden kann. Doch Emma Ramm und Alexander Blix vermuten, dass der Täter so nur sein wahres Motiv verschleiern will. Doch wie kommt man so jemandem auf die Spur?
Genau dem nachzugehen fand ich extrem spannend.
Die beiden Privatdetektive haben wirklich keine Spur und tun sich anfangs sehr schwer. Der Schütze ist ihnen immer den wesentlichen Schritt voraus. Und Enger und Lier-Horst verstehen es meisterlich, dem Leser (und den Ermittlern) Hoffnung zu machen, dass sie den Täter doch schon fast geschnappt haben.
Doch jede Spur führt erneut ins Nichts. Ich fand das sehr genial gelöst und durch die kurzen Kapitel entsteht ein Wahnsinnstempo, das sich noch dadurch steigert, dass die Kapitel in wechselnder Reihenfolge erzählt werden. So führt ein Cliffhanger zum nächsten.
Besonders angespannt war ich beim Lesen durch die persönliche Komponente, die durch Emmas Privatleben entsteht.
Fazit: ein mehr als rasanter Thriller, der mit den Nerven der Leser spielt.
Ein Wiedersehen mit Boisen und Nyborg
Nordlicht - Das fremde Gesicht von Anette Hinrichs
Ein Toter wird gefunden: mit Gaffertape erstickt, in seinem Mund ein Foto. Erst beim dritten Toten wittern sie Kommissare eine Spur, der sie nachgehen können.
Der Krimi entwickelt eine große Sogwirkung. Einmal begonnen, kann man das Buch kaum zur Seite legen. Die Autorin streut geschickt Hinweise in ihre Erzählung, die aber nur winzige Puzzleteile sind und erst am Ende ein komplettes Bild ergeben.
So ist man immer versucht, noch weiter zu lesen, damit man endlich den Mörder weiß. Kurze Einschübe aus der Vergangenheit machen die Erzählung noch lebendiger.
Die beiden Kommissare sind ein starkes Ermittlerteam, das viele Sympathien erregt. Rasmus ist weiterhin auf der Suche nach dem Dealer, der seinen Sohn Anton auf dem Gewissen hat und stellenweise etwas abgelenkt, was aber nur für zusätzliche Spannung sorgt.
Am Anfang war es etwas schwierig, weil viele neue Personen eingeführt wurden, die so gar nicht zusammenpassten. Aber nach und nach fanden die Stränge alle passend zueinander.
Ich verfolge die Reihe vom ersten Band an und wurde noch nie enttäuscht.
Fazit: eine klare und strukturiere Schreibweise, tolle Charaktere und eine geheimnisvolle Handlung zeichnen dieses Buch aus.











