Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Manfred Fürst:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Hochklassiger Justizthriller

Der nächste hochklassige Justizthriller von John Grisham DIE WÄCHTER; der englische Originaltitel THE GARDIANS, weist bereits auf das zentralen Thema des Romans hin, den Guardian Ministries, eine von Vicki Gourley gegründete Organisation, die unschuldig einsitzende Häftlinge freizubekommen - zu rehabilitieren - versucht und dem engagierten Mitarbeiter Cullen Post, ehemals Rechtsanwalt, dann von Gott zum Priester berufen.

Noch zwei Mitarbeiter im Team: François („Frankie“) Tatum, der erste Häftling, dem Cullen Post aus dem Gefängnis befreit hatte, ein unsichtbarer Spürhund und Mazy Ruffin, Leiterin der Prozessabteilung und Braintrust.

Für zwei Fälle - Duke Russell, Vergewaltiger und der Mordfall Keith Russo mit Quincy Miller - beanspruchen die Mitarbeiter von Guardian Ministries besonders. Inzwischen sitzt der 51-jährige Quincy Miller seit 22 Jahren unschuldig im Gefängnis. Ihre intensiven Recherchen sind sehr zeitaufwendig, decken Korruption und den latenten Rassismus, die Manipulationsmöglichkeiten der Polizei und Staatsanwaltschaft, gefälschte Beweise, erlogene Gutachten auf und sind zudem lebensgefährlich. John Grisham, ehemaliger Rechtsanwalt schildert authentisch das System der US-Strafverfolgung: Nicht Recht zu sprechen, sondern zu verurteilen, denn jemand, der angeklagt ist, muss auch schuldig sein.

Die schönsten und emotionalsten Zeilen je gelesen: Als Duke Russell mit Handschellen in den Gerichtssaal des Berufungsgerichts geführt wird und die Richterin das erste Urteil und damit die Verurteilung aufhebt und zu Quincy sagt: „Mr. Russell, Sie können gehen.“

Die Zutaten zum Mordfall Keith Russo mit Quincy Miller: Eine Drogengang und auch noch ein mexikanisches Drogenkartell, ein korrupter Sherif, die Ermordung eines Anwalts an seinem eigenen Schreibtisch, ein Fehlurteil und ein versuchter Auftragsmord, um eine Rehabilitierung zu verhindern - kein alltäglicher Fall.

Für die US-Richter ist jeder, der angeklagt wird, schuldig und muss ins Gefängnis, und der Gerechtigkeit wird immer Genüge getan. John Grisham seziert ein System, dem die Ungerechtigkeit immanent ist.

Grisham geht in diesem Justizthriller sehr ins Detail des US-Rechtssystems, das muss man aushalten, nichtsdestoweniger wird hohe Spannung erzeugt; nicht unbedingt eine literarische Hochleistung, doch ein sehr routiniert geschriebener Pageturner und bestsellerverdächtig.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fürst
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Von Nachtschwärmern, Kuckuckskindern und leidenschaftlichen Sängern

Das wilde Leben der Vögel von Walter A. Sontag

Von Nachtschwärmern, Kuckuckskindern und leidenschaftlichen Sängern

Persönlichkeiten mit ausgeprägten Eigenheiten gibt es keineswegs nur unter Menschen und anderen Säugetieren, sondern auch im Vogelreich. Der in Wien lebende und in aller Welt forschende Ornithologe Walter A. Sontag berichtet in diesem leidenschaftlichen Buch über die erstaunlichsten Vogelbeobachtungen und spektakulärsten Vogelexperimente und zeigt, wie viel Individualität sich in jedem Vogel entdecken lässt.

Vögel leben in polaren Eiswüsten genauso wie in üppigen Tropenwäldern, auf fernsten Inseln und in unseren urbanen Ballungsräumen. Ihrer Formenfülle entspricht eine ebenso spektakuläre Vielfalt von Lebens- und Verhaltensweisen. Doch damit nicht genug: Ein Vogelleben ist höchst individuell und steckt häufig voller Überraschungen. Unter Blaumeisen etwa finden sich Langschläfer genauso wie Frühaufsteher oder Nachteulen. In Afrika lassen sich Bienenfresser von Trappvögeln herumkutschieren; die langbeinigen Laufvögel dienen ihnen als Aussichtswarte und mobile Startplätze für Jagdausflüge. Und Heckenbraunellen leben mitten in unseren Gärten in einer Beziehungsvielfalt, die mit jeder modernen Gesellschaft mithalten kann.

Durch das Wuchern der urbanen Umwelt stehen aber auch die intelligentesten Vögel neuen Herausforderungen gegenüber. Wie bewältigen sie die vom Menschen verursachten Veränderungen? Wie gelingt es manchen Arten, manchen Individuen, und warum scheitern andere? Und wie reagiert der Mensch auf das Auftreten der Vogelkreatur in seiner Umgebung, oder wie sollte er reagieren? (C.H.BECK Literatur Sachbuch Wissenschaft)

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fürst
Von Nachtschwärmern, Kuckuckskindern und leidenschaftlichen Sängern
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Grenzen von Gut und Böse verschwimmen

Tod im Februar von Alan Parks

Nach »Blutiger Januar« ist »Tod im Februar« Alan Parks zweiter Roman um den jungen Detective Harry McCoy.

10 Tage im Februar 1973 in Glasgow, eine Orgie aus Blut und Gewalt, aber nicht nur.

Bereits nach zwei Seiten wird klar, warum »Tod im Februar« bei HEYNE HARDCORE erschienen ist – HARDCORE KRIMINALROMAN.

Der junge 22jährige Charlie Jackson, Linksfuß bei Celtic Glasgow wird getötet und in seine Brust wird „BYE BYE“ geritzt, dass das Blut in hohem Bogen in die Pfütze klatscht; und als das noch nicht genug wäre, hat ihm der Täter sein bestes Stück abgeschnitten und in den Mund gesteckt, abgesehen vom Schuss ins Auge, der den Hinterteil seines Schädels wegsprengte. Prost und Mahlzeit. McCoy übergibt sich, hat gerade zwei Dosen Pale Ale intus und einen halben Joint. Der Umgangston zwischen den Polizisten untereinander und ihren Klienten ist obszön und vulgär, zwischen Anwalt und seinen Klienten um es vornehm auszudrücken „ungesittet“. Hardboiled Roman. Kalt und nass im winterlichen Glasow, pervers die Akteure, schroff die Dialoge und ungeschönt die Realität.

Murray, McCoy und Wattie auf der einen Seite, die Unterwelt von Glasgow auf der anderen mit Hauptdarsteller Stevie Cooper. Bei McCoy weiß man das nicht so genau.

Wer die Morde begangen hat steht fest, nur finden muss ihn die Polizei. Dabei werden Stevie und Harry von ihrer Vergangenheit im Kinderheim gejagt. Zu guter Letzt dreht sich der Plot in eine unerwartete Richtung. Nicht unbedingt befriedigend, aber das ist ein Wesensmerkmal von HARDCORE KRIMINALROMANen.

Grenzen von Gut und Böse verschwimmen, geradlinig und spannend erzählt, mit einem Schuss Noir, das dem Leser die Überlegung abringt, ob das wirklich das Genre ist, das er bevorzugen soll oder will.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fürst
Grenzen von Gut und Böse verschwimmen
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Der Sensenmann, der vor einem Sarg mit einer Frau tanzt

Letzter Tanz von Jeffery Deaver

Nach dem „The Bone Collector“ (1997), deutsche Version „Der Knochenjäger“ (2000) nun der zweite Thriller aus der Rhyme/Sachs-Reihe „Letzter Tanz“. Viel phantasieanregender ist der englische Originaltitel „The Coffin Dancer“, jemand, der vor dem Sarg tanzt. Der Serienmörder oder besser der Berufskiller hat nämlich ein Tattoo am Oberarm: Der Sensenmann, der vor einem Sarg mit einer Frau tanzt.

Ein Learjet 34A explodiert beim Landeanflug. Dabei kommt ein Zeuge ums Leben, den der New Yorker Staatsanwalt für den Prozess gegen Hansen, Drogenschmuggler … brauchte; getötet von einem Auftragskiller.

Lincoln Rhyme analysiert ein paar Sandkörner mit einem Durchmesser von 0,05 mm. Der genialste Forensiker des Landes, in seiner Art atemberaubend wie einschüchternd, ist nach einem Arbeitsunfall C4 querschnittsgelähmt.

Doch der nicht unbekannte Auftragskiller mit seinem außergewöhnlichen Tattoo ist mit einem Mordauftrag in der Stadt: Der „Totentänzer“, der „Coffin Danzer“. Rhyme muss in fangen – aus ganz persönlichen Motiven. Die Jagd nach ihm beginnt; mit Amelia Sachs, seiner „Lieblingstatortspurensicherin.“

Zwei Erzählstränge wechseln sich ab: Die Suche nach dem Mörder und der Mörder selbst in seinen phantastischen Selbstgesprächen. Aus Stephans Killerhandbuch: „Du infiltrierst die Umgebung deines Opfers. Evaluierst die Hindernisse für den Mord und die mögliche Abwehr. Du delegierst den Job, jedermanns Aufmerksamkeit vom Opfer abzulenken – lässt es so aussehen, als ob du aus einer anderen Richtung angreifst und in der Zwischenzeit hast du dich von hinten an das Opfer herangeschlichen. Dann isolierst und eliminierst du es.“ Wie man sieht, killen kann ganz schön anstrengend sein. Das Match lautet Stephen Kall (Killer) gegen Lincoln Rhyme (Forensiker).

An Spannung kaum zu überbieten: Die Schilderung des Flugs eines Learjets mit einer Bombe mit Höhenzünder an Bord; wie überlebt Pilotin und Copilot die Landung, wenn das Flugzeug nicht unter 1500 Meter sinken darf, um nicht zu explodieren?

Als sich der Leser auf der Zielgeraden bereits mit einer glatten Lösung - was den Täter betrifft - abzufinden schein, müssen diese Überlegungen verworfen werden, der Plot dreht komplett und die finale Auflösung ist genauso überraschend wie genial. Was bei Jeffery Deaver eigentlich zu erwarten war.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fürst
Der Sensenmann, der vor einem Sarg mit einer Frau tanzt
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Tod im Teer und andere Rache auslösende Dramen

Der Kreis aller Sünden von Torkil Damhaug

Tödliches Spiel
„Kriminalromane sind das abscheulichste unter allen literarischen Genres. Sie zeigen Menschen von ihrer schlimmsten Seite“, scherzte Torkil Damhaug , als er für Der Kreis aller Sünden (Übersetzung Knut Krüger) zum zweiten Mal mit dem Riverton-Preis, Rivertonprisen, dem renommiertesten Krimi-Preis Norwegens ausgezeichnet wurde.

In diesem Roman sind vier Teenager: Ann, Victor, Helene und Nicolai mit sich, Freunden, Schule und Eltern beschäftigt. Etwas, das sie besser nicht ausprobiert hätten, ist, ihren Klassenkameraden Morten Nitter, genannt der Streuner in den Keller der stillgelegten Fabrik in Hammerdal unten am Fluss einzusperren, wo bereits vor 38 Jahren ein tödlicher Unfall geschehen ist. Mortens Vater Frank Nitter, ein verurteilter Mörder, ist aus der psychiatrischen Anstalt als „geheilt“ entlassen. Immer noch ein gefährlicher Psychopath? Kurz darauf werden zwei Jungen der vier Jugendlichen tot aufgefunden, eine dritte, Ann ist verschwunden. Nur noch Helene, die hübscheste von allen ist übrig; die Trägerin des Lichts wie Frank Nitter, Sammler des Lichts, sinniert.
Was auf diesen knapp 600 Seiten folgt ist kein gewöhnlicher Krimi nach einer Standartrezeptur, sondern ein hintergründiger hochspannender Psychothriller. Er verlangt vom Leser Durchhaltevermögen und ein Einlassen auf ein ungewöhnliches Plotkonzept. Im Mittelpunkt stehen die vier Teenager, solange sie am Leben sind und deren Familien, die ineinander in der Vergangenheit schicksalhaft verbinden sind. Das Innerste wird nach außen gestülpt und die Person kann sich selbst als Alter Ego aus einem Paralleluniversum betrachten: ANN.
Die kriminalistische Arbeit ist sehr an den Rand gedrängt, vielmehr steht der Vater von Ann, Kommissar Bjørn Lindbekk mit der unautorisierten Suche nach seiner Tochter, den Konflikten mit seinen Kollegen und Vorgesetzten, seiner Exfrau May-Britt und seiner neuen Frau Siren im Mittelpunkt.
Der Plot ist komplex, bedient mehrere Ebenen gleichzeitig mit einem Geflecht aus raffiniert aufgebauten Puzzleteilen, doch nicht alle Löcher im Puzzle werden gefüllt. Spannung bis zum außergewöhnlichen Ende - nicht unbedingt vorhersehbar.
Schlusswort von Bjørn Lindbekk: “Mein kleiner Ort Hammerdal, im friedlichsten Land der Welt.“ Ist dem so? Oder, „wenn man es überdachte, dann wäre es die größte Klappsmühle in Norwegen.“

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fürst
Tod im Teer und andere Rache auslösende Dramen
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Eine Gründerzeitvilla hat viel zu erzählen

Die Villa von Hans Joachim Schädlich

Im Prolog wird Die Villa beschrieben, wie es sich eignete als Untertitel für ein Video einer Immobilienagentur: Eine Gründerzeitvilla. Sie könnte die Geschichte der Familie Kramer von 1931 bis 1950 erzählen. Im Epilog ihr Ende 2007. Beispielhaft für vieles was den Unrechtsstaat DDR überlebt hat und danach plattgemacht wurde.

Das Familienoberhaupt Hans Kramer muss wegen eines Herzklappenfehlers nicht zur Wehrmacht des NS-Unrechtsstaates. Er stirbt jung 1940, die folgenden 10 Jahre ist Elisabeth Kramer das Familienoberhaupt mit vier Kindern.

Der autobiografische Hintergrund scheint offensichtlich, der Roman ist von einer Nüchternheit und besonderen Intimität, die ob der Ereignisse erschaudern lässt.

Jedes einzelne Kapitel eignet sich für eine Zeitzeugenaustellung als Bildunterschrift.

Sofort kommen Erinnerungen an die Film-Trilogie von Regisseur und Autor Edgar Reitz HEIMAT.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fürst
Eine Gründerzeitvilla hat viel zu erzählen
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Unni Lindell zu Recht Norwegens Krimikönigin.

Im Wald wirst du schweigen von Unni Lindell

Nach 10 Cato Isaksen-Krimis der zweite aus der Marian Dahle-Reihe, aber Unni Lindell kann sich von Cato, dem Vorgesetzten von Kommissarin Marian Dahle nicht trennen.

„Das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann“

Unni Lindell ist Norwegens Krimikönigin, was sie mit Im Wald wirst du schweigen (Übersetzung: Andreas Brunstermann und Gabriele Haefs) aufs Neue beweist.

Für diesen Roman wurde sie zum zweiten Mal mit dem begehrten Riverton-Preis ausgezeichnet.

„Dass jemand uns bei allem, was wir tun, beobachtet, ist so ungefähr das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann“, sagt Lindell und umreißt damit das Thema ihres Kriminalromans. Ein Zelt steht in einem Wald an einer Stelle, wo vor fünf Jahren ein Mord geschehen ist, und genau dort lässt ein Mann eine Drohne fliegen. Dabei entdeckt er eine junge Frau. Die Ermittlerin Marian Dahle ist nach einem Unfall mit einer schweren Brandverletzung wieder im Dienst und soll den in diesem Zelt geschehenen Mord aufklären. Damit wird Dahle in Ermittlungen hineingezogen, die sie nicht mehr kontrollieren kann und nahe an einen Zusammenbruch bringt.

Der Originaltitel Dronen – also Drohnen, trifft den Krimi viel besser, spielen sie doch eine zentrale Rolle, verkaufstechnisch hatte der Verlag eine andere Wahl getroffen. Der Drohnenmann mit Savant-Syndrom, Spezialist für Nachverfolgungen von Sendung bei der Post lebt in versteckten Räumen einer aufgelassenen Militärstation im Wald, überwacht mit seiner Drohne die Gegend und spioniert sein Opfer aus. Gleich zu Beginn ist somit der Mörder bekannt. Aber wer hat an der gleichen Stelle vor fünf Jahren eine junge Frau ermordet. Ein Cold Case für Marian Dahle, wenn sie denn im Vollbesitz ihrer kriminalistischen Fähigkeiten und ohne psychische Probleme wäre. Da der Leser den Täter, auch den zweiten kennt, nimmt die Entwicklung des Lebens von Marian und die Auseinandersetzung mit ihrer engsten Umgebung sehr viel Platz ein. Die übergroße Empathie für die psychisch gestörte Agnes, der Tochter des Ermordeten, bringt Marian an die Grenzen der Belastbarkeit. Ist ihr vermisster Hund Birka tot? Hat die Beziehung mit Heine eine Zukunft?

Ihre Zusammenarbeit mit Cato hat eine emotionsfrei und sachliche Ebene erreicht, die wohltut: Keine Gehässigkeiten, kein Zynismus und keine Beleidigungen, fast im Stil eines Sachbuches.

Nicht die Mordtaten stehen im Mittelpunkt, sondern das Aufspüren der Täter und die Anstrengungen derer, unentdeckt zu bleiben. Das ist die besondere Qualität dieses Krimis und unterscheidet ihn im besonderen Maße von vielen anderen.

Mehrere Erzählstränge werden ineinander verwoben: Militäreinsätze in Afghanistan, Drohnentechnik, psychische Auffälligkeiten, Entomologie und die Liebe bilden ein überaus lesenswertes literarisches Geflecht. Ausgezeichneter Schreibstil und perfekte Übersetzung.

Unni Lindell zu Recht Norwegens Krimikönigin.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fürst
Unni Lindell zu Recht Norwegens Krimikönigin.
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Roman mit beachtlicher literarischer Qualität

Todesmörder von Gunnar Staalesen

Varg Veum, zuerst im Jugendamt, dann Privatermittler, wird als Person mit viel Empathie für seinen Klienten Janni, den späteren Jan Egil und als akribischer Ermittler beschrieben, der, wie sollte es für einen Norweger anders sein, dem Hochprozentigen und Frauen nicht abgeneigt ist, ohne dass der Roman ins Sentimentale und Rührselige abzudriftet.

Nicht nur damit schafft der Roman eine beachtliche literarische Qualität. Alle Beziehungen von Veum mit seinem Umfeld, seinen Mitarbeiterinnen im Jugendamt und im Besonderen mit dem Anwalt Jens Langeland sind wohltuend friktionsfrei, mal abgesehen den frostigen Kontakten zur örtlichen Polizei.

Beim Lesen muss man acht geben auf die verschiedenen Zeitebenen und den zum Teil verwandtschaftlich verbundenen Akteuren bei Mord, Todschlag, Alkoholschmuggel und Drogenkonsum. Für Nichtskandinavier sind die unzähligen geografischen Originalnamen eine echte Herausforderung.

Die etwas eigenwillige Übersetzung stört den Lesefluss nicht, die Spannung reißt bis zum Schluss nicht ab. Erst im letzten Viertel kommt sowas wie eine Ahnung auf, wer der Mörder sein könnte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fürst
Roman mit beachtlicher literarischer Qualität
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Randnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Sie haben Geruchhalluzination, Zimt oder Scheiße?

Carbon von Christian Mähr

Schachtelhalme und Riesenfarne wachsen bis zu zwanzig Meter hohen Bäumen - carbonarisch. Das CARBON endete vor 300 Millionen Jahren, es kehrt zurück! Mit Riesen1000füßler. Abschneiden ist unmöglich, die Pflanzen wehren sich mit Pheromonen, die auf die Psyche der Menschen einwirken. Sie haben Geruchhalluzination, Zimt oder Scheiße?
Proleten, die überall die Spritzer ihres Wortdurchfalls hinterließen, ein Gegrunze eher als menschliche Rede.

Imbezille Prominente.
Floriani ist von seiner Frau verlassen worden. Es ist sehr tröstlich für uns, dass die Frequenz seiner Weinkrämpfe abgenommen hat. Tröstet sich mit Bürgermeisters Frau. Pettenkoffer, Frau Sommerring, die einen Meter siebzig große Zwergin, Wurzelsepp, das Manuskript und sein Freund Oskar Klein, alles ein einziges Durcheinander.
Mit Oskar Klein, dem Privatdetektiv assoziiere ist sofort seinen berühmten österreichischen Namenvetter: Musiker des Oldtime und Mainstream Jazz. Er spielte Trompete und Gitarre, aber auch Banjo, Klarinette und Mundharmonika.
Es entstehen neue Anomalie-Zonen, irgendwo. Es gibt kein rein imaginäres und kein rein reelles Sein. Selber denken oder spekulieren. Die Natronlok gab es wirklich.
Für Wanderer zwischen den Welten, von der realen über die mythische zur mystischen.
Hellgrüner Buchdeckel, dunkelgrünes Lesebändchen – passt.
Besuchen Sie das Palmenhaus Schönbrunn in Wien. Unter anderem sind im Palmenhaus eine rund 23 Meter hohe Palme und im Frühjahr/Sommer auch die größte Seerose der Welt (mit einem Blattdurchmesser von 1,20 Metern) zu sehen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fürst
Sie haben Geruchhalluzination, Zimt oder Scheiße?
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

666 Seiten sind zu lesen, Leseausdauer ist erforderlich, aber es lohnt sich. 666 – wenn das keine symbolträchtige Zahl ist.

Der Verräter von Ingar Johnsrud

Nach „Der Hirte“ und „Der Bote“ ist „Der Verräter“ der letzte Band in der Trilogie rund um die Osloer Ermittler Fredrik Beier und Kafa Iqbal. Einstieg in den dritten Band ist ohne Probleme.
Es schmiert jemand das Wort „Verräter“ auf den Tesla eines stellvertretenden Direktors Henry Falck, als sich dieser mit Beata Wagner, einer „grauen Maus“ aus dem Finanzministerium auf den Weg in einen Nachtclub begibt.

Doch zuerst in eine Waschanlage, denn nicht hasst Falck mehr als ein schmutziges Auto. Dieser Umweg sollte jedoch tödlich enden: In der Waschanlage wird ihm in den Unterleib geschossen und Beatas Hirn auf der Frontscheibe verteilt. So beginnen skandinavische Thriller. Polizeihauptkommissar Fredrik Beier vom Dezernat für Gewaltverbrechen wusste, dass es eine Medizin gegen sein Leiden gab: Im Glas und auf zwei Beinen.
Für den Leser offenbaren sich mehrere Aktionsfelder: Eine - nicht gar so - christliche Sekte, politische Ränkespiele zwischen den Koalitionsparteien, illegale Waffengeschäfte, ein ausgewachsener Politskandal, eine geheime „Organisation“ und Geheimnisse, die in der Vergangenheit Fredrik Beiers und seiner Mitarbeiterin Kafa Iqbal liegen.
Wem kann Fredrik trauen? Welchen Kollegen und Vorgesetzten? Welche Geheimnisse haben die anderen, was wird verschwiegen und wo ist die Grenze zwischen Lüge und Wahrheit?
„Erinnerungen ähneln Samenkörnern. Wenn sie Nahrung bekommen beginnen sie zu sprießen. Fredriks Erinnerungen beginnen zu sprießen.“
Alle losen Enden werden am Ende zu einem Ganzen verknüpft, das es in sich hat.
666 Seiten sind zu lesen, Leseausdauer ist erforderlich, aber es lohnt sich. 666 – wenn das keine symbolträchtige Zahl ist.
Der Epilog passt dazu: „Das Böse ist immer und überall.“

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fürst
666 Seiten sind zu lesen, Leseausdauer ist erforderlich, aber es lohnt sich. 666 – wenn das keine symbolträchtige Zahl ist.