Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tweedledee:
saisonale Rezepte
Das Lebensfreude-Kochbuch von GRÄFE UND UNZER Verlag
Ich liebe es, mich durch Kochbücher zu kochen, das Lebensfreude-Kochbuch ist mir sofort durch sein schönes Cover aufgefallen. Hell, bunt, auf den ersten Blick ansprechend. Zudem gefällt mir die Idee, die Rezepte nach Jahreszeiten zu sortieren und saisonale Lebensmittel zu verwenden.
Genauso ist das Buch auch aufgebaut.
Nach einem Vorwort der Autorinnen beginnt der Rezeptteil mit "Loslegen im Frühling", gefolgt von "Das Leben genießen im Sommer", "Loslassen im Herbst" und "Zur Ruhe kommen im Winter". Bevor die einzelnen Rezepte beginnen, werden die jeweiligen Obst- und Gemüsesorten in einem kurzen Steckbrief vorgestellt.
Die Rezepte sind klar strukturiert mit Angaben der Personenzahl, Zubereitungszeit und Kalorien. Die einzelnen Schritte sind verständlich und die ansprechenden Fotos laden zum nachkochen ein.
Perfekt für die Jahreszeit werde ich das Sekt-Holunderblüten-Sorbet ausprobieren und freue mich schon auf den Winter, um das Grünkohl-Cashew-Korma nachzukochen.
Fazit: Ein absolut gelungenes Kochbuch mit einem stimmigen Konzept.
solider Thriller
Mörderfinder - Stimme der Angst von Arno Strobel
"Mörderfinder - Stimme der Angst" ist der vierte Teil der Reihe. Ich bin in die Reihe mit diesem Teil eingestiegen und hatte keinerlei Anlaufschwierigkeiten oder das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt, da der Autor die wichtigsten Fakten aus der Vergangenheit in die Handlung integriert.
Max Bischoff ist auf der Beerdigung seines Mentors, als er unter den Trauergästen eine Frau sieht, die der Zwilling seiner verstorbenen großen Liebe Jennifer Sommer sein könnte.
Noch immer plagen Max Schuldgefühle, dass er Jennifer vor fünf Jahren nicht retten konnte. Kurzentschlossen spricht er die Frau auf die Ähnlichkeit zu Jennifer an, doch die beiden sind nicht verwandt. Sein Gefühl sagt ihm, dass die Unbekannte Probleme hat, sie wirkt traurig. Bei Max wird durch die Begegnung die Vergangenheit wieder lebendig, er hatte sich geschworen, dass nie wieder jemand wegen ihm leiden muss. Dann verschwindet die Frau, die Max liebt und sein Ex-Kollege wird angegriffen...
Ich habe mich von dem Thriller super unterhalten gefühlt, er bietet jede Menge Spannung und einen fesselnden Plot. Auch wenn einiges wenig realistisch erscheint und schwer vorstellbar ist. Von den Figuren hat mir Dr. Marvin Wagner am besten gefallen, ein ungewöhnlicher Typ, der schon durch seine Wortwahl auffällt. Er ist clever und gewitzt, neben ihm wirkt Max blass und schwerfällig. Entschuldigend kann man sagen, dass Max durch seine Gefühle vermutlich nicht klar sehen kann.
Fazit: Thriller mit gutem Unterhaltungswert, ich werde die Fortsetzung definitiv lesen.
feine Stoffe
Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Stoff von Amy Achterop
Es geht weiter mit den sympathischen und außergewöhnlichen Hausboot-Detektiven. Schon der erste Teil hatte mir gut gut gefallen, weil die Charaktere einzigartig sind. Schrullig und in jeder Hinsicht ungewöhnliche Hobbydetektive. In diesem Teil wird Arie am frühen Morgen Zeuge, wie ein Mann vor einen Müllwagen läuft, angefahren wird und stirbt.
Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus, doch die Tochter des Unfallopfers vermutet Mord und engagiert die Detektive. Diese decken nach und nach unglaubliche Machenschaften auf.
"Die Hausboot-Detektei: Tödlicher Stoff" ist wirklich ein Wohlfühlkrimi. Er punktet vor allem mit den liebevoll detailliert gezeichneten Figuren und den tierischen Mitbewohnern. Figuren, die mir inzwischen ans Herz gewachsen sind. Der Fall ist verzwickt und nimmt eine ganz andere Wendung als erwartet. Es geht in die Welt der Mode mit interessanten Details zu feinen Stoffen, die ein Vermögen kosten. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht eines Detektivs erzählt, das bring Abwechslung. Noch etwas mehr Spannung, dann hätte der Krimi 5 Sterne verdient. Mir hat die Lektüre Spaß gemacht, ich freue mich schon auf den nächsten Teil.
konnte meine Erwartungen nicht erfüllen
Die Verlierer von Petra Hammesfahr
Ich habe von Frau Hammesfahr schon einige Bücher gelesen, war auf ihr neuestes Werk gespannt, da sich der Plot spannend anhörte. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Es geht um die Ermittlerin Rita Voss, die im Fall einer verschwundenen Frau ermittelt. Wie sich herausstellt gab es in der Vergangenheit vergleichbare Fälle, die Ermittlungen laufen aber nicht recht an, es dauert bis Rita Voss endlich eine heiße Spur hat.
Für mich war das Buch eher enttäuschend, angefangen bei der Figur der Rita Voss, die für mich unnahbar blieb, mit der ich nicht warm geworden bin. Sie wirkt kühl, zeigt wenig Emotionen. Ganz anders Carli, ein anderer Handlungsstrang, der in der Vergangenheit beginnt. Carli hat Tiefe, mit ihm konnte ich mitfühlen, war an seinem Schicksal ganz nah dran.
Der Schreibstil ist anspruchsvoll, ich habe allerdings die Dialoge vermisst. Viele Gespräche werden nur indirekt wiedergegeben aus Sicht von Rita Voss. Dialoge beleben die Handlung und lockern sie auf, das blieb hier leider aus.
Der Plot hat eigentlich die beste Voraussetzung zu einem spannenden Krimi. Viele verschiedene Personen und Stränge machen die Handlung unübersichtlich, die Spannung verpufft. Ich empfand die Handlung teils langatmig, um nicht zu sagen langweilig.
Fazit: Schade, das Buch konnte mich leider nicht überzeugen.
großartiges Debüt
Das Schweigen des Wassers von Susanne Tägder
"Das Schweigen des Wassers" war für mich eine großartige Entdeckung! Susanne Tägder schreibt meisterhaft, sie zeichnet mit Worten Szenen, mit einer Leichtigkeit, die doch anspruchsvoll ist. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, in die Jahre nach dem Fall der Mauer.
Hauptkommissar Groth kehrt ins Mecklenburgische Wechtershagen zurück, den Ort, an dem er aufgewachsen ist.
Die Jahre dazwischen hat er in Hamburg verbracht, bis zu seinem beruflichen Fehltritt und dem Unfalltod seiner Tochter. Ein Neuanfang musste her.
Als aus dem örtlichen See die Leiche des Bootsverleihers Siegmar Eck geborgen wird, ergeben die Untersuchungen kein Fremdverschulden, Eck ist bei einem tragischen Unfall um Leben gekommen. Wenige Tage vor seinem Tod hatte Eck mit Groth gesprochen, ihm erklärt dass er verfolgt wird. So kommen Groth große Zweifel an einem Unfalltod, er ermittelt weiter und die Spuren führen ihn Jahre zurück, zu einem Mordfall, der nie gelöst wurde.
Ich bin beeindruckt vom Plot, der Figurenzeichnung und der leicht melancholischen Stimmung, die sich durch die ganze Geschichte zieht. Tragische Gestalten, die vor dem inneren Auge lebendig werden, dazu das Retrofeeling in einer Zeit, in der es noch keine Handys gab und das Leben etwas geruhsamer als heute ablief. Der Krimi war für mich ganz großes Kino, mit Überraschungen bis zum Schluss. Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung!
der Nachtläufer
Der Nachtläufer von Karin Fossum
Schauplatz Norwegen. In einer Kleinstadt dringt ein Unbekannter mit leuchtendem Gesicht nachts in fremde Häuser ein, stellt sich neben das Bett eines schlafenden Menschen und bedroht ihn mit einer Waffe. Die Bewohner kommen mit dem Schrecken davon, doch was passiert beim nächsten mal? Kommissar Eddie Feber ermittelt, aber so richtig kommen die Ermittlungen nicht in Schwung.
Wer ist der mysteriöse Nachtläufer und wieso hinterlässt er jedes mal einen Zettel mit einer Nummer?
Parallel wird die Geschichte von Meidel Jonsson erzählt, dessen Großvater gerade gestorben ist. Er hatte eine verkorkste Kindheit, der Vater im Knast, die Mutter in Therapie, einzig sein Großvater war seine Bezugsperson. Meidel weiß nicht, wie es weitergehen soll, in wenigen Tagen wird sein gewalttätiger Vater aus dem Knast entlassen...
Was eigentlich ganz fesselnd anfängt, verliert leider zunehmend an Drive. Angefangen bei den Figuren: ich bin mit keiner wirklich warm geworden, einzig Eddie Feber kommt noch ganz gut weg. Ich fand es sympathisch, wie er seine vielen Kinder und seine Frau mit in die Ermittlungen einbindet. Er selbst bleibt trotz seines Backgrounds zu blass, genauso wie die anderen Figuren.
Meidl Jonsson steht eigentlich im Mittelpunkt, über ihn erfährt man am meisten. Ganz großes Manko: Meidel ist angeblich 18 Jahre alt, doch dazu passt weder seine Denkweise noch seine Ausdrucksweise, er wirkt auf mich wie ein Mann weit über 50. Das passt einfach nicht und hat mich sehr gestört.
Die Taten des Nachtläufers sind nicht wirklich nachzuvollziehen. Müssen sie bei einem gestörten Täter wohl auch nicht, aber ich hätte mir doch gewünscht zu erfahren, wieso er so agiert. Insgesamt blieb der Krimi weit unter meinen Erwartungen. Zu wenig Emotionen, zu wenig Spannung, zu konfus, zu wenig nachvollziehbar. Und auch der Twist am Ende konnte die Story nicht retten.
Schade, hier hätte ich deutlich mehr erwartet.
geniale Fortsetzung
Die Dämmerung von Marc Raabe
"Der Morgen" von Marc Raabe war ein starker Auftakt, aber "Die Dämmerung" toppt diesen noch. Fall Nummer zwei für Ermittler Art Meyer und seine Kollegin Nele Tschaikowski und nicht minder rätselhaft als der erste. Zwei Frauenleichen werden aufgefunden, bizarr inszeniert. Nackt an einen Baum gebunden mit einem Hirschgeweih über dem Kopf, beide sind prominente Frauen.
Die Ermittlungen laufen an, in den Fokus der Ermittler geraten Umweltaktivisten.
Art Meyer und Nele Tschaikowski lernt man bei ihrem ersten Fall schon sehr gut kennen, hier gewinnen sie noch mehr an Tiefe. Beides sind starke Persönlichkeiten die mir sehr sympathisch sind und inzwischen zu einem guten Team geworden sind. Neben den beiden spielen auch andere bereits Bekannte Figuren eine Rolle und Art ist in diesen Fall ganz persönlich involviert.
Der Schreibstil ist gewohnt locker, liest sich wunderbar flüssig und bietet jede Menge Spannung, Action und Wendungen, mit denen man nicht rechnet. Der Plot ist dicht und gut aufgebaut, parallel zur Geschichte in der Gegenwart gibt es einen Strang, der weit in der Vergangenheit spielt und eine tragische Geschichte offenbart.
Fazit: Fesselnde und spannende Fortsetzung mit einem interessanten Ermittlerpaar. Jetzt schon ein Highlight 2024, ich freue mich auf die Fortsetzung.
gelungenes Debüt mit Spannung und Twists
Die Auszeit von Emily Rudolf
Der Debütthriller von Emily Rudolf entführt uns in die Welt der Influencer zu Viktoria Kaplan, die kurz davor steht, ihren einmillionsten Follower zu bekommen. Viktoria ist das Vorbild ihrer Follower, sie ist schön, extravagant und führt ein Leben, von dem viele träumen.
Zusammen mit ihrem Freund, ihrem Bruder und drei weiteren engen Freunden wollen sie in einem abgeschiedenen Retreat in den Alpen feiern.
Alles gratis, der Betreiber erwartet dafür Content um sein noch junges Retreat bekannter zu machen. Doch der schöne Schein trügt, die Clique wirkt nach außen hin perfekt und harmonisch, doch ein jeder hat seine gut gehüteten Geheimnisse und die Auszeit verläuft so ganz anders als erwartet...
Ich war von dem Debüt positiv überrascht, was zum einen am zeitgemäßen Schreibstil liegt, zum anderen am gelungenen Aufbau der Story. Die Handlung rollt sich abwechselnd aus einer anderen Sichtweise aus, es gibt einen Countdown zur Tat, was für zusätzlichen Drive sorgt. Ein Mord passiert und so gut wie jeder hat ein Motiv: Neid, Eifersucht, Hass, Rache. Doch wer ist der Mörder? Das bleibt tatsächlich bis zum Ende offen, man kann miträtseln und eigene Theorien aufstellen.
Es gibt jede Menge Wendungen und Twists, so dass die Story nicht vorhersehbar ist. Nebenbei wird deutlich, wie oberflächlich und teils gefährlich die Welt der Influencer und ihrer Follower sein kann. Follower, die süchtig nach Content ihres Influencers sind und sich eine Beziehung erträumen, die nicht existiert. Eigentlich ein Augenöffner!
Fazit: Gelungenes Debüt mit jeder Menge Spannung und Twists.
der geheimnisvolle Mr. Smith
Wer zuerst lügt von Ashley Elston
Evie Porter arbeitet für den geheimnisvollen Mr. Smith, der ihr telefonisch Aufträge erteilt. Sie schlüpft in verschiedene Identitäten, wird von Mr. Smith mit den nötigen Papieren, Informationen und einem Background ausgestattet, so dass sie ihre Rolle perfekt spielen kann. Mal soll sie Dinge auffinden, entwenden, oder Geheimnisse aufdecken.
Die Aufträge sind sehr unterschiedlich. Ihr derzeitiger Auftrag ist vage gehalten: Kontakt zu einem Mann namens Ryan herstellen und ihn ausspionieren. Inzwischen sind Monate vergangen, Evie ist Ryans Freundin und wohnt bei ihm in seiner alten Südstaaten-Villa. Als eines Tages eine Frau auftaucht, die sich als Lucca Marino vorstellt, schrillen bei Evie die Alarmglocken. Denn Lucca Marino ist ihr Geburtsname, den nur wenige kennen. Wer ist die Frau und wieso benutzt sie Evies richtigen Namen?
Das Zitat "Wer zuerst lügt ist ein rasanter Thriller mit hohem Spaß-Faktor" trifft perfekt zu, ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß beim lesen eines Thrillers.
In einem lockeren und zeitgemäßen Schreibstil wird die Geschichte aus Evies Sicht erzählt. Durch Rückblicke erfährt man Evies eigene Geschichte und Details zu einigen ihrer vorigen Aufträge. Es wird klar wie Evie tickt, sie ist eine wirklich sympathische Figur mit der ich mitgefiebert habe.
Die Handlung ist spannend, temporeich und bietet viele Twists und Wendungen.
Fazit: Rasanter Thriller mit Spaß-Faktor.
Oxens Pilgerreise
Oxen. Pilgrim von Jens Henrik Jensen
Der sechste Band der Oxen-Reihe setzt fast nahtlos an den vorigen Teil an. Nach den schrecklichen Ereignissen, die während Oxens Martyrium in den Kellergewölben geschahen, braucht er eine Auszeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Oxen geht auf Pilgerreise, wandert und gesundet wieder.
Axel Mossmann engagiert Margrethe Franck, die gerade vom Dienst suspendiert ist.
Die Ablenkung kommt ihr gerade recht. Sie soll bei der Aufdeckung von Schwarzgeldern aus einer Steueroase helfen, doch dann nimmt der Fall eine ganz andere Wendung.
Sally Finnsen ist immer noch auf der Suche nach dem Mörder ihres Bruders. Gerade als sie sich entscheidet, die Suche abzubrechen, gibt es neue Informationen.
Die Oxen-Reihe ist für mich eine der besten Reihen, wenn es um politische Thriller geht. Ich habe spät angefangen und die Bücher in einem Rutsch gelesen, ein intensives Leseerlebnis.
In verschiedenen Handlungsebenen rollt sich die Story zu einem fesselnden und komplexen Plot auf, der immer wieder neue Wendungen bietet. Mossmann beweist wieder einmal, dass er ein Meister im täuschen und strippenziehen ist. Die Figurenzeichnung ist perfekt, inzwischen wirken die Akteure fast wie alte Bekannte.
Ich habe das Buch in kürzester Zeit ausgelesen, es bietet Hochspannung und ich konnte tief in die Handlung eintauchen.
Fazit: Eigentlich nicht mehr zu toppen, ein genialer Politthriller.











