Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tweedledee:
dunkle Geheimnisse
Dunkler Abgrund von Ruth Lillegraven
Ich habe Teil eins "Tiefer Fjord" der Trilogie gelesen und war auf die Fortsetzung gespannt. Sie toppt den ersten Teil noch.
Clara Lofthus hat ihren Ehemann bei einem tragischen Unfall verloren. Als jetzt Alleinerziehende von zwei Jungs muss sie ihre Arbeit in der Politik und ihr Privatleben unter einen Hut bringen, was nicht einfach ist.
Überraschend wird sie zur neuen Justizministerin Norwegens ernannt, was ihre häusliche Situation weiter verschärft. Zu wenig Zeit, neue Aufgaben, ein voll gepackter Terminkalender. Doch Clara will es allen beweisen, sie verzichtet auf Personenschutz, einzig ihren Fahrer muss sie akzeptieren. Eines Tages sind ihre Kinder verschwunden, entführt!
Die Fortsetzung setzt nahtlos an Band eins an, es versteht sich von selbst, dass man die Reihe von Anfang an lesen sollte.
Die Autorin bleibt ihrem Stil treu, auch hier haben wir wechselnde Perspektiven, die für Drive sorgen. Auf der Suche nach ihren Jungs hat Clara Unterstützung von ihrem Fahrer Stian, da die Polizei nicht eingebunden werden darf.
Ich fand die Handlung wahnsinnig spannend, habe das Buch in kürzester Zeit gelesen. Man erhält weitere Einblicke in Claras Vergangenheit, kann nachvollziehen, wieso sie so wurde, wie sie ist.
Dunkle Geheimnisse, ein Wettlauf gegen die Zeit und einige heftige Überraschungen. Teilweise wirklich starker Tobak.
Fazit: Das Prädikat Pageturner trifft hier voll zu. Kann ich nur empfehlen.
kostbare Zeit
Hast du Zeit? von Andreas Winkelmann
Von Andreas Winkelmann habe ich schon einige Bücher gelesen, zuletzt "Nicht ein Wort zu viel". Auf sein neuestes war ich schon ziemlich gespannt, zumal das Thema Zeit spannend zu werden versprach.
Ein Killer holt sich nach und nach seine Opfer, wer wird der nächste sein? Was ist sein Motiv und kann er rechtzeitig gestoppt werden?
Aus verschiedenen Perspektiven rollt sich die Geschichte auf, ich fand es diesmal gar nicht so einfach, den einzelnen Strängen zu folgen.
Was vielleicht an der Vielzahl der Figuren und den schnellen Wechseln lag. So ein wirklicher Lesefluss wollte sich nicht einstellen, auch wenn es von Anfang an spannend los ging.
Die Charaktere sind ganz gut beschrieben, aber wirklich nah war ich keinem von ihnen. Ich fand es fesselnd, die Geschichte zu verfolgen, die einfügten Abschnitte aus Sicht des Täters lassen einen Blick in seine gestörte Psyche zu.
Letztlich fand ich den Thriller zwar gut, aber so mitgerissen wie die vorigen Bücher des Autors hat er mich leider nicht. 3 Sterne.
das Plastikzeitalter
Partikel von Wolf Harlander
Von Wolf Harlander habe ich bisher alle Thriller gelesen, mir gefällt dass er immer aktuelle Themen aufgreift, so auch diesmal. Mikroplastik, eine Bedrohung für die Umwelt, Mensch und Tier.
Als vor der marokkanischen Küste ein Frachtschiff, das mit illegalem Plastikmüll beladen ist, sinkt, droht eine Umweltkatastrophe gigantischen Ausmaßes.
Ein Teppich aus Mikroplastik bedeckt die Küsten Marokkos und die der umliegender Länder, der Tourismus leidet. Nelson Carius und Diana Winkels vom BND untersuchen den Fall.
Doch die Haupthandlung dreht sich um die Journalistin Melissa, deren zweijährige Nichte durch Mikroplastik unheilbar erkrankt ist. Da Melissa schon einige Artikel zum Thema Mikroplastik veröffentlicht hat, erweckt sie das Interesse des amerikanischen Startups Cyaclean, das eine Methode entwickelt, Mikroplastik mittels Algen aufzulösen. Sie bekommt die Chance für ein Interview mit dem Gründer. Zwei Stränge, die wie erwartet irgendwann zusammenlaufen.
Das Buch fängt dramatisch an, man lernt die Protagonisten nach und nach kennen und erfährt wichtige Fakten zum Thema Mikroplastik. Ich war von Anfang an gefesselt und habe die Handlung gespannt verfolgt. Die Figuren sind interessant, ich konnte mit Melissa mitfühlen. Bis zur Mitte hätte die Story von mir 5 Sterne bekommen, leider flach die Spannung merklich ab, die Handlung dümpelt vor sich hin. Was ich schon bei den vorigen Büchern bemängelt hatte, gilt auch für "Partikel": Eine Straffung um 100 Seiten, weniger ausufernde Dialoge und ich hätte die Geschichte verschlungen. So musste ich mich zwingen, zu Ende zu lesen. Zudem rückt das Thema Mikroplastik im Verlauf in den Hintergrund.
Gut fand ich das Wiedersehen mit Nelson Carius und Diana Winkels, den schon bekannten Charakteren. Nelson versucht immer noch den Tod seiner Eltern aufzuklären.
Fazit: 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4 für einen Thriller mit aktueller Thematik.
KI im OP
Der 1. Patient von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
Für Dr. Sasha Müller, Chefärztin der Chirurgie des Klinikums Spreehöhe ist die OP Routine. Ein Eingriff, den sie schon viele Male erfolgreich durchgeführt hat. Doch diesmal gelingt die OP nicht, der Patient stirbt auf dem OP Tisch. Die Klinikleitung handelt umgehend, es wird von einem Behndlungsfehler ausgegangen.
Dr. Müller und ihr gesamtes Team werden vom Dienst suspendiert, die Ermittlungen laufen an und Rocco Eberhardt vertritt Sasha Müller, denn die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung. Doch ganz so einfach ist der Fall nicht gelagert, denn ein KI-System unterstützte Dr. Müller bei der OP.
Bis auf den letzten Fall habe ich alle Teile der Reihe Eberhardt & Jarmer gelesen, dieser hier ist für mich bisher der beste. Nicht nur aufgrund der aktuellen KI-Thematik, wobei mich diese besonders interessiert hatte. Der Plot ist gut aufgebaut, die Fakten zum Thema KI in der Medizin informativ. Man merkt, dass hier viel Fachwissen einfließt.
Ich fand die Szenen vor Gericht absolut fesselnd, wie Rocco seine Verteidigungsstrategie aufbaut und kalkuliert. Doch auch er ist nicht auf alles vorbereitet und es gibt einige Überraschungen. Ein Glück dass Rocco Experten aus den verschiedensten Bereichen kennt, die ihm bei den Ermittlungen helfen. Die Auflösung hat es in sich.
Fazit: Fesselnder Fall um KI in der Medizin, der mit viel Fachwissen und einem überraschenden Plot punktet. Bisher der beste Fall für das Team Eberhardt & Jarmer.
kein Bullerbü
Das Baumhaus von Vera Buck
Schauplatz Schweden. Als Henrik, seine Frau Nora und ihr kleiner Sohn Fynn im schwedischen Ferienhaus von Henriks verstorbenem Großvater ankommen, scheinen sie am Ziel angelangt. Der Traum von einem temporären Neuanfang, inmitten der Natur, auf einer Lichtung von Wald umgeben. Ein Traum wird wahr. Wenn da nicht nur das ungute Gefühl, beobachtet zu werden, wäre.
Als Fynn beim Spiel im Wald spurlos verschwindet, fängt der Alptraum an.
Parallel dazu findet Rosa die skelettierten Überreste eines Kindes vergraben im Wald. Gibt es Parallelen zu Fynns Verschwinden?
Ein zeitgemäßer flüssiger Schreibstil macht den Einstieg in die Geschichte leicht. Allerdings dauert es etwas, bis die Story an Fahrt gewinnt und die Spannung steigt. Aber ab dann entwickelt sich eine Sogwirkung und die Spannung lässt nicht mehr nach. Die gruselige, düstere, teils bedrohliche Atmosphäre dieses geheimnisvollen Waldes bringt die Autorin perfekt rüber. Die Handlung ist teils verstörend und nichts für schwache Nerven. Es gibt jede Menge Überraschungen und Twists bis zum finalen Ende.
Die Figurenzeichnung ist gut, am faszinierendsten fand ich die Figur von Rosa, sie ist der eigentliche Star der Geschichte.
Fazit: Ungewöhnlicher Thriller mit Gänsehautfaktor.
die perfekte Clique
Wenn sie lügt von Linus Geschke
Von Linus Geschke habe ich einige Bücher gelesen, auf "Wenn sie lügt" war ich deswegen sehr gespannt. Es geht um ein Geheimnis, das ca. 20 Jahre zurückliegt. Um eine Clique, die damals perfekt schien: Norah, Goran und die anderen haben zusammengehalten und hatten eine tolle Zeit. Doch dann geschah ein Doppelmord, der die Clique trennte.
Jetzt ist Goran wieder zurück in seiner alten Heimat, da Norah anonyme Drohbriefe erhält.
Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und kommt mit einer guten Handvoll Charakteren aus, die man sehr gut kennenlernt. Sie sind perfekt gezeichnet, haben Tiefe und Facetten. Goran kommt trotz seines zwielichtigen Jobs sehr sympathisch rüber. Figuren, mit denen man mitfiebern und mitleiden kann. Die Sicht des geheimnisvollen "Er" bleibt bis zum Schluss im Dunkeln.
Linus Geschke hat eine dichte Story gewoben, tolle Charaktere geschaffen, trotzdem hat mich die Geschichte nicht komplett überzeugt. Für einen Thriller war es für mich zu viel Lovestory und Beziehungs-"Kram", zu wenig Thrill trotz einiger spannender Momente. Nichts desto trotz war das Buch fesselnd, 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.
schaut nach oben
Krähentage von Benjamin Cors
"Krähentage" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe aus der Feder von Benjamin Cors, und dieser Thriller hat es in sich. Für mich jetzt schon ein Jahreshighlight 2024.
Schauplatz Norddeutschland: In der Siedlung "hinter dem Wald" wurde eine junge Frau in ihrer Wohnung überfallen und brutalst misshandelt, sie ist das mittlerweile dritte Opfer des Täters.
Ein Fall für die neue Einheit, der Jakob Krogh und Mila Weiss angehören. Parallel zu diesem Fall gilt es eine Reihe makaberer Morde aufzuklären. Menschen, die durch die Attacke von Krähen getötet wurden. Der Täter hinterließ jeweils eine Botschaft "schaut nach oben". Werden sie den Täter finden, bevor er wieder mordet?
Hier passt einfach alles. Angefangen bei dem genialen Schreibstil, bei dem ich das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein. Weiter mit dem neuen Ermittlerteam, das aus ganz unterschiedlichen Typen besteht. Jakob Krogh, der nach einer längeren Auszeit wieder im Dienst ist, Mila, die ein Geheimnis hat. Zum Team gehören noch Lucy, der Finne, Ludger Palm und Frauke. Sie müssen sich als Team erst mal formieren, doch die Zusammenarbeit scheint zu klappen.
Der Fall hat eine morbide Faszination, die armen Krähen, von einem gestörten Täter missbraucht. Die Story ist von Anfang an fesselnd und super spannend, die Spannungskurve flacht nicht mal zum Ende hin ab. Jakob Kroghs Geheimnis war die Überraschung schlechthin, damit hätte ich nie gerechnet.
Fazit: Ich bin froh diesen Thriller entdeckt zu haben, einer der besten Thriller die ich dieses Jahr gelesen habe. Ich freue mich auf den nächsten Teil.
Kraken
Die Stimme der Kraken von Ray Nayler
Zugegeben, ich habe einen Öko-Thriller erwartet, bekommen habe ich eher einen philosophischen Science Fiction Roman, der nachdenklich macht. Das Buch ist nicht einfach zu lesen, man muss sich konzentrieren, ich konnte immer nur wenige Seiten lesen, um das Gelesene auch verarbeiten zu können.
Wir verfolgen verschiedene Erzählperspektiven, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, und die erst gegen Ende der Handlung zusammenlaufen.
Im Mittelpunkt steht die Wissenschaftlerin Dr. Ha Nguyen, die in Con Dao ankommt, einer unter Naturschutz gestellten Insel bei Vietnam. Überraschend für sie ist die Begegnung mit dem weltweit einzigen Androiden Evrim, der ebenfalls auf der Insel ist, sozusagen im Exil unter Aufsicht. Für den Schutz sorgt die weibliche "Kampfmaschine", Altantsetseg. Sie trägt unzählige Narben aus vielen Kämpfen und schützt die Insel gegen unbefugte Eindringlinge. Denn in den überfischten Meeren finden die Sklavenschiffe kaum noch Fang, was sie zu Con Dao treibt. Auf einem dieser Sklavenschiffe befindet sich Eiko. Er erzählt seine Geschichte.
Ich fand die Informationen zu Kraken im Allgemeinen total faszinierend, so dass ich einiges recherchiert habe. Oktopusse sehe ich jetzt mit anderen Augen, finde die Vorstellung von Lebewesen, die der menschlichen Intelligenz fast ebenbürtig sind, spannend. Schwierigkeiten hatte ich eher, mich in diese KI-lastige zukünftige Welt einzufinden, die düstere, dystopische Züge aufweist. Das Buch macht sehr nachdenklich, die zentrale Frage ist: Was ist Bewusstsein? Zu erwähnen ist noch der brillante Schreibstil des Autors, der seinesgleichen sucht.
Fazit: Man muss sich auf das Thema einlassen, dann wird man mit einer außergewöhnlich tiefgründigen Geschichte belohnt.
saisonale Rezepte
Das Lebensfreude-Kochbuch von GRÄFE UND UNZER Verlag
Ich liebe es, mich durch Kochbücher zu kochen, das Lebensfreude-Kochbuch ist mir sofort durch sein schönes Cover aufgefallen. Hell, bunt, auf den ersten Blick ansprechend. Zudem gefällt mir die Idee, die Rezepte nach Jahreszeiten zu sortieren und saisonale Lebensmittel zu verwenden.
Genauso ist das Buch auch aufgebaut.
Nach einem Vorwort der Autorinnen beginnt der Rezeptteil mit "Loslegen im Frühling", gefolgt von "Das Leben genießen im Sommer", "Loslassen im Herbst" und "Zur Ruhe kommen im Winter". Bevor die einzelnen Rezepte beginnen, werden die jeweiligen Obst- und Gemüsesorten in einem kurzen Steckbrief vorgestellt.
Die Rezepte sind klar strukturiert mit Angaben der Personenzahl, Zubereitungszeit und Kalorien. Die einzelnen Schritte sind verständlich und die ansprechenden Fotos laden zum nachkochen ein.
Perfekt für die Jahreszeit werde ich das Sekt-Holunderblüten-Sorbet ausprobieren und freue mich schon auf den Winter, um das Grünkohl-Cashew-Korma nachzukochen.
Fazit: Ein absolut gelungenes Kochbuch mit einem stimmigen Konzept.
solider Thriller
Mörderfinder - Stimme der Angst von Arno Strobel
"Mörderfinder - Stimme der Angst" ist der vierte Teil der Reihe. Ich bin in die Reihe mit diesem Teil eingestiegen und hatte keinerlei Anlaufschwierigkeiten oder das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt, da der Autor die wichtigsten Fakten aus der Vergangenheit in die Handlung integriert.
Max Bischoff ist auf der Beerdigung seines Mentors, als er unter den Trauergästen eine Frau sieht, die der Zwilling seiner verstorbenen großen Liebe Jennifer Sommer sein könnte.
Noch immer plagen Max Schuldgefühle, dass er Jennifer vor fünf Jahren nicht retten konnte. Kurzentschlossen spricht er die Frau auf die Ähnlichkeit zu Jennifer an, doch die beiden sind nicht verwandt. Sein Gefühl sagt ihm, dass die Unbekannte Probleme hat, sie wirkt traurig. Bei Max wird durch die Begegnung die Vergangenheit wieder lebendig, er hatte sich geschworen, dass nie wieder jemand wegen ihm leiden muss. Dann verschwindet die Frau, die Max liebt und sein Ex-Kollege wird angegriffen...
Ich habe mich von dem Thriller super unterhalten gefühlt, er bietet jede Menge Spannung und einen fesselnden Plot. Auch wenn einiges wenig realistisch erscheint und schwer vorstellbar ist. Von den Figuren hat mir Dr. Marvin Wagner am besten gefallen, ein ungewöhnlicher Typ, der schon durch seine Wortwahl auffällt. Er ist clever und gewitzt, neben ihm wirkt Max blass und schwerfällig. Entschuldigend kann man sagen, dass Max durch seine Gefühle vermutlich nicht klar sehen kann.
Fazit: Thriller mit gutem Unterhaltungswert, ich werde die Fortsetzung definitiv lesen.











