Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tweedledee:
ganz großes Kino
Bis in alle Endlichkeit von James Kestrel
Schauplatz San Francisco: Lee Crowe ist früh morgens in seiner Funktion als Privatdetektiv unterwegs, als er auf die Leiche einer jungen Frau stößt. Offensichtlich ist sie aus einem Gebäude gesprungen und auf dem Dach einer Luxuskarosse gelandet. Instinktiv schießt Crowe Fotos, um sie gewinnbringend zu verkaufen.
Als ihn die Mutter der Toten engagiert, um den vermeintlichen Selbstmord aufzuklären, wird es turbulent. Nichts ist, wie es scheint.
Wow, dieser Thriller ist für mich ein Highlight 2024, meine Erwartungen wurden übertroffen. Angefangen beim atmosphärischen, bildhaften Schreibstil, der mich an alte düstere s/w Detektivfilme erinnert, in denen sich ein Detective mit Schlapphut an die Aufklärung eines Verbrechens macht. Nur dass die Handlung in der Gegenwart spielt, aber die Atmosphäre, die Kulisse hat mich irgendwie an die 50er/60er erinnert.
Lee Crowe ist gewieft, was ein einfacher Auftrag zu sein scheint, entwickelt sich zu einer ernsten Bedrohung für ihn, die ihn in Lebensgefahr bringt. Lee kommt sympathisch rüber, er ist sehr gut charakterisiert, ebenso die anderen Figuren. Sie wirken authentisch und glaubwürdig.
Besonders gut sind die Wendungen gelungen, die die Handlung in immer neue Richtungen lenken. Es bleibt zu jedem Zeitpunkt spannend, die Geschichte legt ein hohes Tempo vor und bietet Spannung bis zum Ende.
Fazit: Ein außergewöhnlicher Thriller der es in sich hat. Ganz großes Kino!
wo ist Julia?
Nacht der Verräter von Horst Eckert
Max Bauers Frau Julia hat aus ihrer Vergangenheit immer ein Geheimnis gemacht. Für Max kein Problem, er liebt sie und die kleine Tochter. Als Julia von einer Party bei Max Familie spurlos verschwindet, nutzt Max als Polizist seine Beziehungen um seine Frau zu finden. Als Max von Kollegen zu seinen umtriebigen Brüdern befragt wird, fällt er aus allen Wolken.
Seine Familie kann doch nichts mit Drogengeschäften zu tun haben. Oder doch? Max wird genötigt, seine Familie auszuspionieren. Hat er eine andere Wahl?
Dieses Standalone von Horst Eckert hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Schreibstil: klar und präzise. Figurenzeichnung: pefekt. Tempo und Spannung: hoch. Wendungen und Überraschungen. Was will man mehr?
Max ist nicht der typische Held mit der weißen Weste, aber in seinem Dilemma glaubwürdig und trotz allem sympathisch. Dass er nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft: geschenkt.
Ich fand die Story unheimlich fesselnd, hätte am liebsten am Stück gelesen.
Der Thriller kommt diesmal ganz ohne politische Aspekte aus, was mir sehr zusagt. Schade dass keine Fortsetzung geplant ist.
Fazit: Temporeicher Thriller mit viel Spannung.
ewiges Leben?
Die Abschaffung des Todes von Andreas Eschbach
"Die Abschaffung des Todes" heißt das neueste Werk von Andreas Eschbach. Dieses Ziel haben die Gründer des Unternehmens Youvatar und suchen für die Verwirklichung ihres Projekts noch zahlungskräftige Kunden.
James Windover, seines Zeichens Herausgeber einer Online Zeitung für Milliardäre, die vorrangig Themen aus Wirtschaft, Finanzwelt oder Wissenschaft für ihre Leser sachlich aufbereitet, reist stellvertretend für seine Kundin Anahit Kevorkian zur Auftaktveranstaltung von Youvatar.
Er soll einschätzen, ob es sich für Anahit lohnt, in das Unternehmen zu investieren. James ahnt nicht, worauf er sich eingelassen hat.
In gewohnt eschbach-typischem Schreibstil wird die Geschichte aufgerollt, man lernt James kennen, der very british wirkt. Eschbach zeichnet seine Charaktere präzise und detailreich, so dass die Figuren unverwechselbar wirken. Die Backgrundinformationen zu James und seinem Privatleben lassen ihn sehr real wirken.
Die Thematik ist aktuell, viele wissenschaftliche Details zeigen, wie gut der Autor recherchiert hat. Wobei mich einige Stellen, an denen er zu sehr ins Detail geht, ermüdet haben. Eschbach beleuchtet das Thema auch philosophisch, was zwar interessant ist, aber auch das Tempo aus der Story nimmt.
Ich habe die Geschichte gespannt verfolgt und war an James Windover ganz nah dran, allerdings habe ich nicht die Spannung bekommen, die ich bei einem Thriller erwarte. Es gibt zwar Action und etwas Spannung, aber erst im letzten Drittel, für meinen Geschmack zu spät.
Fazit: Fesselndes Thema mit vielen wissenschaftlichen Details.
fesselnder Thriller mit Gänsehauteffekt
Lupus von Tibor Rode
Von Tibor Rode habe ich alle Bücher gelesen, ich schätze seinen Schreibstil und die Recherche zu den jeweiligen Themen. In seinem neuesten Werk geht es, wie der Titel schon sagt, um den Wolf. Das Cover passt perfekt dazu. Die Handlung ist in Vorpommern verortet, Hauptprotagonisten sind hier die Tierärztin Jenny Rausch und der Staatsanwalt Frederik Bach.
Jenny ist nicht nur Veterinärin, sondern auch die Wolfsbeauftragte des Kreises. Es passieren zeitgleich mehrere Dinge: Jennys Vater ist verschwunden, im Wald wird eine riesige Blutlache gefunden, direkt neben dem Auto ihres Vaters und es gibt Wolfssichtungen.
Ich fand das Thema und die Hintergrundinformationen wieder mal spannend, der Autor versteht es Fakten mit Fiktion zu verweben. Ich mag es, wenn man bei der Lektüre noch etwas lernt, diesmal geschichtliche Hintergründe und Infos über die Insel Riems. Das Tempo ist hoch, genauso die Spannung.
Fazit: Fesselnder Thriller mit Gänsehauteffekt.
cold case
Das Dickicht von Nikolas Kuhl; Stefan Sandrock
Die Leseprobe hatte mich nicht wirklich überzeugt, ich habe dem Buch trotzdem eine Chance gegeben und bin positiv überrascht. Hier ermitteln zwei ganz unterschiedliche Typen, Juha und Lux. In ihrem aktuellen Fall geht es um die Entführung eines Mädchens, diese gibt Anlass sich mit einem viele Jahre zurückliegenden und längst geschlossenen Fall wieder zu beschäftigen.
Juha war damals als Frischling bei der Aufklärung eines Entführungsfalls involviert, bei dem der vierzehnjährige Daniel Boysen in einer Kiste unter der Erde qualvoll erstickte. Der Mörder hat bequemerweise Selbstmord verübt, so dass er nicht mehr befragt werden konnte. Jetzt kommen Zweifel auf und Juha und Lux bekommen grünes Licht, erneut in dem alten Fall zu ermitteln.
Der Schreibstil lässt sich schön flüssig lesen und ist up to date, die beiden Ermittler wirken sympathisch. Der Fall ist logisch aufgebaut und in sich schlüssig. Hätte insgesamt etwas mehr Spannung vertragen können, hat mich dennoch bestens unterhalten.
Fazit: Gelungener Auftakt zu einer neuen Reihe, ich werden die Fortsetzung auf jeden Fall lesen.
fesselnder Krimi
Glutmoor von Lars Engels
Glutmoor, der zweite Teil der Reihe von Lars Engels war für mich der erste. Auch ohne Vorwissen hatte ich keine Probleme, mich in der Story zurechtzufinden. Eingestreut in die Handlung finden sich immer wieder mal Informationshäppchen, die mich neugierig auf den ersten Teil machen.
Worum geht es? Es startet mit einem Blick in die Vergangenheit: Ein Mann flüchtet aus der ehemaligen DDR durch den Todesstreifen, er schafft es knapp, während sein Freund stirbt.
In der Gegenwart ermitteln Kriminalhauptkommissar Janosch Janssen und Kriminaloberrätin Diana Quester, seine Schwiegermutter, in dem Fall einer Mehrfachtötung. Eine ganze Familie wurde mit Kopfschüssen hingerichtet, nur die erwachsene Tochter, die abwesend war, überlebt. Die Ermittlungen gehen in verschiedene Richtungen...
Ich fand die Figurenzeichnung gut, Janosch ist sympathisch, wenn auch nicht immer professionell. Für ihn ist die Ermittlung besonders schwer, da seine Frau schwanger ist und die überlebende Tochter eine enge Freundin von ihr ist. So ist er persönlich involviert und reagiert evtl. anders, als mit genügend Abstand.
Die Handlung ist fesselnd und wird zum Ende hin immer spannender, bis zum finalen Showdown.
Fazit: Hat mir sehr gut gefallen, ich werden den ersten Teil auf jeden Fall nachholen und freue mich auf eine Fortsetzung.
Sophie und Nora
Du kennst sie von Meagan Jennett
Der Thriller fällt aus dem Rahmen, denn hier ist der Killer weiblich. Sophie Braam ist Chef hinter dem Bartresen, sie mixt Cocktails und kennt sich mit den Zutaten und noch so einigem anderen bestens aus. Wissen, das ihr ihre Grandma vermittelt hat. Als Barkeeperin muss sie sich mit unfreundlichen Gästen herumschlagen.
Nervige oder sexistische Kommentare, ungeduldige Gäste, Besoffene, Grapscher. Irgendwann wird ihr alles zu viel und sie zieht ihre eigenen tödlichen Konsequenzen.
Zu allererst fällt der atmosphärische Schreibstil auf, er transportiert Stimmungen und lässt die Kulisse bildhaft auferstehen. Doch das alleine reicht leider nicht aus, mir fehlte die Spannung. Ich habe den Thriller gern gelesen, aber irgendwie ist die Story ziemlich geradlinig, vorhersehbar. Mir fehlte der Twist, irgendeine Überraschung, ein Aha-Effekt. Auch das Ende bleibt irgendwie zu offen, ich hätte mir einen ausführlichen Abschluss gewünscht.
Yokos Rache
Yoko von Bernhard Aichner
Von Bernhard Aichner habe ich die Blum-Trilogie gelesen, die für mich ein Highlight war. Auf Yoko war ich gespannt, aber die Lektüre lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Yoko ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Als sie einem Hund helfen möchte, der von zwei Männern brutalst getreten und schließlich getötet wird, ändert sich alles.
Die Männer nehmen sie mit in den Wald. Nachdem die Tortur vorbei ist, hat Yoko nur noch einen Gedanken: Rache.
Der Schreibstil ist aichner-typisch, lässt sich gut lesen. Es gibt einige brutale Szenen, das ist ok. Yoko lernt man gut kennen, aber irgendwie war sie mir trotzdem nicht so nah, als dass ich hätte mitfiebern können. Erinnert irgendwie an Blum. Die Handlung ist spannend, aber viel zu unrealistisch. Es läuft für meinen Geschmack zu glatt. Der Rachegedanke nimmt den ganzen Raum ein, Yoko trifft ihre Entscheidungen und muss mit den Folgen leben. Das Ende fand ich überraschend, das hat mir gut gefallen.
Fazit: Auch wenn es Kritikpunkte gibt, hat mich das Buch doch ganz gut unterhalten. 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.
sehr genial mit viel Spannung und Wendungen
Letzte Lügen von Karin Slaughter
Will Trent und Sara Linton verbringen ihre Flitterwochen auf einer abgelegenen Lodge in den Appalachian. Die Ridgeview Lodge verspricht ein Glamping Erlebnis inmitten der Natur, abgeschieden und nur zu Fuß zu erreichen, nur wenige Gäste, was will man mehr? Doch für die beiden sind die Flitterwochen schon nach einem Tag beendet, als ein Mord geschieht.
Will Trent trifft einen "alten Bekannten" wieder und ist voll in die Ermittlungen eingebunden. Wer ist der Mörder, was das Motiv? Schnell stellt sich heraus, dass jedes Familienmitglied des McAlpine Clans dunkle Geheimnisse hat....
Wow, hier bekommt man Thrill, Karin Slaughter zeigt einmal mehr, dass sie die Queen of Crime-Thrill ist. Nicht ist wie es scheint, es gibt Wendungen und Überraschungen bis zum bitteren Ende. Jetzt schon mein Jahreshighlight 2024.
In gewohnt flüssigem Schreibstil konnte ich tief in die Story eintauchen, durch die Karte konnte man die Wege der Personen auch gut nachvollziehen. Ich habe mitgerätselt und musste meine Theorien immer wieder begraben, neue Erkenntnisse und Wendungen lassen mich sprachlos zurück. Menschliche Abgründe tun sich auf, die teils schwere Kost sind.
Fazit: Sehr genialer Thriller, eigentlich nicht mehr zu toppen!
schwache Fortsetzung
Signum von John Ajvide Lindqvist
"Signum" ist der zweite Teil der Stormland-Trilogie, die Handlung setzt nahtlos an den ersten Teil an. Insofern sollte man logischerweise mit dem ersten Teil "Refugium" beginnen, sonst könnte man Verständnisprobleme bekommen.
Es geht weiter mit den bekannten Protagonisten Kim und Julia.
Im ersten Teil war ich ganz begeistert, wie sich Julia und Kim kennenlernen, wie sich die Beziehung der beiden verschiedenen Charaktere gestaltet. In diesem Teil war die Luft für mich raus. Julia wünscht sich eine feste Beziehung und das nimmt für meinen Geschmack viel zu viel Raum ein. Ich empfand Julia zunehmend nervig, auch mit ihrer Verbissenheit, endlich mal ein Buch zu schreiben das mehr Substanz hat.
Kim ist für mich nach wie vor der interessantere Charakter, auch wenn er in diesem Teil auf Abwegen ist und den Rächer spielt.
Die Handlung wirkt gewollt konstruiert, hatte teilweise groteske Züge, so kam für mich auch leider wenig Spannung auf. Sehr schade, denn der erste Teil war ein wirkliches Highlight. Jetzt warte ich auf den nächsten Teil und hoffe dass er es schafft, mich wieder voll mitzureißen.











