Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tweedledee:
viel Spannung und Gänsehautmomente
Hope's End von Riley Sager
Hope's End, ein altes, baufälliges Herrenhaus, gelegen in Maine, direkt an der Steilküste des Meeres, war 1929 Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. Drei Menschen wurden brutal ermordet: Lenoras Eltern und ihre Schwester. Obwohl Lenora als einzige Überlebende nie angeklagt wurde, ging die Öffentlichkeit davon aus, dass sie die Morde verübt hat.
Fünfzig Jahre später tritt die junge Pflegerin Kit ihre Stelle in Hope's End an, als Pflegerin von Lenora, die seit den damaligen Vorkommnissen an den Rollstuhl gefesselt ist. Lenora kann nur mit Hilfe ihrer Schreibmaschine kommunizieren und gibt der neugierigen Kit nach und nach Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit preis.
Die Mischung aus Thriller und atmosphärischem Gruselroman hat mich total gefesselt. Allein schon die Kulisse des alten Herrenhauses, dessen Terrasse nur mit einem halbhohen Geländer zur Meeresseite gesichert ist, das sich mit den Jahren immer mehr neigt und dessen Böden so schief sind, dass sich Kit wie auf einem Schiff vorkommt, ist grandios. Blutflecken auf einigen Böden zeugen von den Bluttaten, die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Diese Atmosphäre ist greifbar, gruselig und nostalgisch.
Die wenigen Protagonisten sind perfekt skizziert, genauso wie die Beziehung zwischen Kit und Lenora, die sich im Lauf der Zeit entwickelt. Die Handlung wird ergänzt durch Lenoras Erzählungen, eine Art Beichte, die sie mühsam auf der Schreibmaschine tippt. Ein jeder in diesem Haus scheint seine Geheimnisse zu haben. Doch was ist wahr, was Lüge?
Ich hatte einen Verdacht und war damit fast auf der richtigen Fährte, doch der Autor bringt noch Twists, mit denen ich nie gerechnet hätte.
Fazit: Ziemlich genialer Plot mit viel Spannung und Gänsehautmomenten, vor einer atmosphärischen Kulisse. Kann ich nur empfehlen.
pure Magie
Threads of Power von V. E. Schwab
Im roten London plant eine mysteriöse Gruppe, die sich die "Hand" nennt, ein Attentat auf den König. Lila Bard macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Gruppe.
Tes kann die Fäden der Magie nicht nur sehen, mit ihrer seltenen Gabe kann sie die Fäden sowohl reparieren als auch neu verknüpfen.
Im weißen London lebt die junge Kosika, die noch nicht ahnt, dass sich ihr Leben bald drastisch verändern wird.
Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen, zuletzt die Vicious-Reihe und "das unsichtbare Leben der Addie LaRue". Jedes mal war ich begeistert. So auch diesmal, "Threads of Power - Die feinen Fäden der Magie" hat mich richtiggehend geflasht. Und das obwohl ich die Weltenwanderer-Trilogie noch nicht gelesen habe. Das werde ich aber schleunigst nachholen. So waren die Figuren und auch die vier Londons für mich komplett neu.
Was mich bei V.E. Schwab am meisten beeindruckt ist ihr wunderbar detaillierter, manchmal poetisch anmutender Schreibstil. Vor meinem inneren Auge erwacht die Szenerie zum Leben, die Handlung läuft wie ein Film ab. Allein das Lesen macht so viel Spaß, so dass ich mir für die Lektüre Zeit genommen habe, nicht wie so oft durch ein Buch gerauscht bin. Im Gegenteil, ich habe es hinausgezögert, um möglichst lange in diese phantastische Welt eintauchen zu können.
Die Figurenzeichnung ist grandios, so liebevoll und detailliert. Jeder Charakter wirkt authentisch und ist unverwechselbar. Ich konnte mit allen Charakteren mit fiebern, jeder hat seine starken Seiten. Am meisten war ich an Lila und Tes dran, die so unterschiedlich sind. Wobei Tes mein Favorit ist, sie ist mir mit ihrer kleinen Eule richtig ans Herz gewachsen.
Ich fand die Handlung fesselnd und spannend, vor allem im letzten Drittel nimmt die Spannung rasant zu. Das Ende lässt auf eine ebenso spannende Fortsetzung hoffen.
Fazit: Grandioses Fantasy-Abenteuer, die pure Magie. Ich kann das Buch jedem Fantasy-Fan wärmstens empfehlen, würde mir wünschen, dass es davon eine Verfilmung gibt.
Erinnerungen
Memoria von Zoë Beck
"Memoria" spielt in der nahen Zukunft, das Cover passt zur Handlung in diesem heißen Sommer, in dem es so viele Brände gibt.
Worum geht es? Harriets Traum, Konzertpianistin zu werden, wurde durch eine Operation an ihrer Hand zunichte gemacht. Dabei schien ihr eine große Karriere vorausbestimmt, schon als 6-jährige gab das talentierte Mädchen öffentlich Konzerte.
Doch die Operation, bei der ihr Ringfinger gefühllos blieb und der Unfalltod ihrer Mutter machten alles zunichte. Jetzt schlägt sie sich mit einem Türsteherjob in einem Edelkaufhaus durchs Leben, lebt am Existenzminimum.
Als sie während eines Brandes das Leben einer Frau rettet und mit deren Auto zum Krankenhaus fährt wird ihr klar. dass mit ihren Erinnerungen etwas nicht stimmt. Sie konnte das Auto problemlos bedienen, obwohl sie nie einen Führerschein gemacht hat. Zudem wird sie von Alpträumen geplagt. Sind es wirklich Alpträume oder verschüttete Erinnerungen? Harriet macht sich auf die Suche nach Antworten.
Ich habe von der Autorin schon einige Bücher gelesen, ich mag ihren Schreibstil und die Figurenzeichnung. Genauso die dystopischen Elemente, die sich auch in diesem Buch finden. Die Handlung ist spannend, fesselnd, auch wenn von Anfang an ziemlich klar ist, dass Harriet ein Teil ihrer Erinnerungen fehlt. Es gibt einige kleinere Wendungen, aber eine wirklich große Überraschung nicht. Verdiente 4 Sterne.
Intrigen
Die gute Schwester von Sarah Bonner
"Die gute Schwester", der englische Originaltitel "The perfect twin" passt hier viel besser und ist aussagekräftiger.
Im Fokus der Story steht Megan, deren Ehe mit Chris nicht wirklich gut läuft. Schon kurz nach der Heirat hat Chris sein wahres Gesicht gezeigt, die Ehe besteht nur aus Kontrolle und eigentlich würde Megan am liebsten verschwinden.
Wenn ihre Angst vor Chris nicht zu groß wäre.
Ein Foto auf Chris Handy stachelt ihre Wut auf ihre Zwillingsschwester Leah an, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt hat. Schon in der Kindheit hat Leah jede Gelegenheit genutzt, um Megan zu schaden. Genug ist genug und Megan stattet Leah einen Besuch ab, der mit Leahs Tod endet.
Was für ein genialer Thriller! Die Story wird zuerst aus Megans Sicht erzählt, in der Ich-Perspektive. Man lernt sie kennen, fühlt mit ihr mit und erfährt, was für ein mieser Typ Chris ist. Erfährt von Megans Plan. Megan war mir schnell sympathisch, sie ist klug und empathisch.
Als im nächsten Teil die Geschichte aus der Sicht von Chris erzählt wird, dachte ich nur "what?". Ich war total geschockt, die Wendung ist sensationell. Weiter geht es mit der Sicht von Leah und später eines Anwalts.
Ich bin begeistert, wie wendungsreich die Story ist, war total gefesselt und habe mitgefiebert. Intrigen, ein fesselndes Katz-und-Maus-Spiel mit immer wieder neuen Überraschungen. Meine Erwartungen wurden definitiv übertroffen. Ich kann den Thriller wärmstens empfehlen.
Endzeit-Thriller
Ein Fluss so rot und schwarz von Anthony Ryan
Anthony Ryan hat in seinem neuesten Werk "Ein Fluss so rot und schwarz" ein düsteres Alptraumszenario geschaffen.
Stell dir vor, du erwachst aus dem Schlaf und findest dich auf einem Schiff wieder. Mit Menschen, die du noch nie zuvor gesehen hast, die du nicht kennst. Das Schlimmste aber: Du weißt nicht, wer du bist.
Kennst weder deinen Namen, deine Vergangenheit, noch weißt du wie du auf das Schiff gekommen bist oder was dein Ziel ist. Du bist wie ein leeres, unbeschriebenes Blatt. Auf deinen Arm ist ein Name tätowiert: Huxley.
Wie Huxley geht es den übrigen Personen auf dem Schiff, keiner weiß wer er ist. Nur eines wird klar: sie haben eine Mission.
Das Schiff steuert durch dichten undurchdringlichen Nebel, ist ferngesteuert, keine Möglichkeit, den Kurs zu beeinflussen. Irgendwann zeigt sich, dass das Schiff auf London zusteuert. Ein menschenleeres, ausgestorbenes London. Nur von Ferne hört man merkwürdige Schreie.....
Ich war von der ersten Seite an gefesselt von dieser postapokalyptischen Geschichte. Die Vorstellung einer solchen Welt ist verstörend und beunruhigend. Ich hatte beim lesen Kopfkino und die Szenerie bildlich vor Augen.
Die Idee ist nicht wirklich neu, aber gut umgesetzt, ein bildhafter Schreibstil und eine dichte, düstere Atmosphäre. Einziges Manko für mich ist die Figurenzeichnung, die aufgrund des Gedächtnisverlusts der Protagonisten eher spärlich ausfällt. Ich hätte mir gewünscht, einige zumindest besser kennenzulernen.
Insgesamt läuft die Handlung wie in einem Actionfilm ab, ist temporeich und spannend. Genau mein Geschmack.
komplexer Krimi
Glutspur von Katrine Engberg
Hannah Leons Bruder hat vor einigen Monaten Selbstmord verübt, als er auf Freigang aus dem Gefängnis war, sie und ihr Vater sind immer noch geschockt. Da sie dringend Geld benötigen, vermieten sie die Einliegerwohnung an Liv Jensen, die früher Polizistin war und jetzt als Privatdetektivin arbeitet.
Liv wird von einem ehemaligen Kollegen gebeten, in dem Mordfall an einem Journalisten zu ermitteln, der immer noch nicht geklärt ist.
Dann geschieht ein neuer Mord. Die Museumsangestellte Marianne wird ermordet aufgefunden, ihr ehemaliger Lover Nima gerät als potentieller Täter ins Visier der Polizei. Während Liv Recherchen anstellt wird klar, dass es zwischen den Taten Verbindungen gibt....
Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich bin begeistert. Ein eingängiger, flüssig zu lesender Schreibstil lässt die Seiten nur so dahin fliegen. Die Charaktere sind detailliert angelegt, man erhält zu allen Protagonisten Hintergrundinfo und kann so ihre Gefühle und Handlungen sehr gut verstehen. Sie wirken plastisch, realistisch und sind mehr oder weniger sympathisch. Liv hat mir als Hauptcharakter gut gefallen, ich konnte ihr bei den Ermittlungen über die Schulter schauen und hatte das Gefühl, mitten in der Story zu sein.
Fazit: Kann ich nur empfehlen, eine dichte, fesselnde Handlung und tolle Protagonisten.
packender zweiter Fall
Tief im Schatten von Viveca Sten
Hanna Ahlanders zweiter Fall geht unter die Haut: Hanna und ihre Kollegen müssen den Mord an einem ehemaligen Ski-Olympioniken aufzuklären. Johan Andersson ist nach einem Unfall vor vielen Jahren, der ihn die Ski-Karriere kostete, als Klempner unterwegs. Er ist für seine Freundlichkeit und gute Laune bekannt und allseits beliebt.
Umso unverständlicher ist der brutale Mord, die Suche nach einem Mordmotiv und dem Täter gestaltet sich schwierig.
Schon der erste Fall für Hanna war überzeugend, aber der zweite toppt das noch. Die Geschichte wird in zwei verschiedenen Strängen erzählt. Zum einen verfolgen wir die Ermittlungen in der Gegenwart, zum anderen erfahren wir etwas über eine Frau, die Ihr Leben in der Gemeinschaft einer Freikirche verbringt. Dieser Strang hat mich sprachlos gemacht, er geht sehr nah.
Der Schreibstil ist wie gewohnt locker, die winterliche Atmosphäre perfekt eingefangen.
An den Figuren war ich hautnah dran, sie gewinnen an Tiefe, auch weil ihr Privatleben miteinbezogen wird.
Die Spannung ist bei diesem Krimi immer präsent, ich konnte miträtseln und habe mich gefragt, was hier wirklich vorgeht. Für mich war das Buch ein Pageturner, auf die Fortsetzung freue ich mich schon jetzt.
atmosphärischer Island-Krimi
Verlogen von Eva Björg Ægisdóttir
Schauplatz Island: In einer Höhle wird eine Frauenleiche durch Zufall entdeckt. Bald steht fest, dass es sich um die seit einigen Monaten vermisste Marianna handelt. Nachdem die Polizei nach ihrem Verschwinden aufgrund eines hinterlassenen Briefes von Selbstmord ausging, wurde die Suche nach ihr irgendwann eingestellt.
Der Zustand der Leiche lässt keinen Zweifel daran, dass Marianna ermordet wurde und so beginnen die Ermittlungen von neuem. Elma und Sævar sind die ermittelnden Kommissare, sie versuchen alles um den Fall aufzuklären.
"Verlogen" war für mich das erste Buch der Autorin, das Cover ist gelungen und man sieht auf den ersten Blick, dass es sich um einen nordischen Krimi handelt. Die Autorin fängt die Atmosphäre gekonnt ein, Land und Leute werden beim lesen lebendig.
Neben der Haupthandlung in der Gegenwart gibt es den Strang einer jungen Frau, der in der Vergangenheit spielt. Diesen Strang fand ich besonders fesselnd, zumal er so geschickt angelegt ist, dass man als Leser auf der falschen Fährte ist. Ich war sehr überrascht, als sich anbahnte, wer die junge Frau ist.
Die Figurenzeichnung war in Ordnung, könnte aber noch detaillierter sein. Was ich vermisst habe war Spannung, denn die Handlung ist zwar fesselnd und interessant, hat aber auch einige Längen im Mittelteil.
Insgesamt hat mich der Krimi gut unterhalten, ich vergebe 3 Sterne
fesselnd
Der Trip - Du hast dich frei gefühlt. Bis er dich fand. von Arno Strobel
Zwei Jahre ist es her, dass Evelyn Janckes Bruder Fabian zusammen mit seiner Frau von einem Wohnmobil-Trip nicht mehr nach Hause gekommen ist. Seinen Zielort hat er nie erreicht, nach einer Autopanne in Frankreich verliert sich jede Spur von ihm. Evelyn stand ihrem Bruder sehr nahe, seit seinem Verschwinden ist die forensische Psychologin wie gelähmt und quält sich durch die Tage.
Das ändert sich, als ein Serienkiller in Norddeutschland auf Campingplätzen brutal mordet und die Polizei sie um ihre Hilfe bittet. Der Schock: das Phantombild, das nach der Beschreibung des einzigen Zeugen erstellt wird, sieht Fabian zum Verwechseln ähnlich. Für Evelyn ist klar, dass sie Fabian unbedingt finden muss. Mit Hilfe ihres Kollegen Tillmann begibt sie sich auf eine gefährliche Suche...
Der Thriller hat mich gut unterhalten, er ist flüssig zu lesen und absolut spannend. Evelyns Zerrissenheit kommt glaubhaft rüber, sie weiß nicht wem oder was sie glauben soll und schwankt immer wieder in ihrer Meinung, ob der Mörder tatsächlich ihr Bruder sein könnte oder nicht. Auch wenn die Taten des Serienkillers grausam sind, werden sie nicht allzu deutlich beschrieben. Ich konnte miträtseln und habe je nach Wendung auch geschwankt, ob Fabian der Mörder ist oder nicht. Spannende Thrillerkost.
fesselnder Auftakt
Schwarzvogel von Frida Skybäck
Die Kommissarin Fredrika Storm wird nach einem missglückten Einsatz in Stockholm nach Lund versetzt, in die Region in der sie aufgewachsen ist. Kaum angekommen, hat sie mit ihren neuen Kollegen den ersten Fall. Es ist Winter, das Eis auf den Seen trägt noch nicht. Tragisch für eine junge Frau, die panisch auf das Eis läuft, einbricht und ertrinkt.
Fredrikas Großmutter hat den Unfall beobachtet und ist die einzige Zeugin. Für Fredrika stellt sich die Frage, ob es sich wirklich nur um einen tragischen Unfall handelt, oder ob ein Verbrechen dahinter steckt.
Mir hat Fredrikas erster Fall richtig gut gefallen, Fredrika und ihr Kollege Henry Calment sind interessante Figuren. Beide sind sympathisch, so dass ich mit ihnen mitfiebern konnte. Spannend auch, wie die Autorin Fredrikas Familie in den Fall einbindet. Welches Geheimnis steckt hinter dem Verschwinden von Fredrikas Mutter, als sie noch ein Kind war? So ist der Plot dicht gewebt und man wird mit so mancher Wendung überrascht.
Fazit: Fesselnder Auftakt einer neuen Reihe, ich freue mich schon auf die Fortsetzung.











