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Rezensionen von begine:
Vergangenheit und Gegenwart
Unter dem Strand von Turid Müller
Von dem Roman, Unter dem Strand, von Turid Müller, bin ich etwas zwiegespalten.
Einesteils geht es um das Versenken der Cap Arcona, mit vielen KZ Überlebender an Bord. Dabei starben am 3. Mai 1945.
Da kamen 3500 Häftlinge ums Leben und das kurz vor
Schluss des Krieges. Viele Waren im KZ Neuengamme ansässig.
Die Autorin hat den Juden Leon seit 1941 hineingeschrieben. Gut im Anfang war er mir nicht so sympathisch, aber langsam wurde es besser.
Die NS Zeit ist für mich immer schwer zu lesen.
Abwechselnd gab es dann die Geschichte mit der Journalistin Cay, die war auch nicht so ein Sympathieträger.
Sie hatte für ihr Alter etwas seltsame Allüren. Sie findet eine tote Frau und gibt die Story gleich an die Zeitung. Sie versuch dann aber doch nach den Hintergründen zu fragen.
Die Autorin hat die beiden Teile gut abgegrenzt. In der Überschnitt wurde immer die Zeit und der Name Leon oder Cay eingeblendet. Das machte alles gut übersichtlich.
Ich war am Ende doch ganz zufrieden mit dieser Lektüre.
Was verbirgt Hana
Madame Lazare von Tadhg Mac Dhonnagáin
Der irische Schriftsteller Tadhg Mac Dhonnagáin schreibt den Roman, Madame Lazare, eine bewegende Geschichte.
Raffiniert lässt er verschiedene Personen erzählen und wechselt schnell zwischen den Jahren.
Besonders intensiv schildert er das Leben auf einer Insel an der irischen Atlantikküste.
Da erleben wir einen Vater und seine Tochter die die Geschichte in Gedichten, aus dem Gedächtnis immer weiter geben.
Dann geht es nach Paris ins 21. Jahrhundert. Die Großeltern ziehen ihre Enkeltochter Levana auf. Die Mutter starb jung und sie wollte, das Levana im jüdischen Glauben aufwächst. Die Großmutter hütet ein Geheimnis.
Als Hana immer mehr vergisst, fängt sie plötzlich in einer fremden Sprache an zu reden.
Levana gibt nicht auf und forscht , wo Hana herkommt.
Das hat der Autor gut umgesetzt und richtig spannend werden lassen.
So hatte der Roman einen Sog und ich ich gebe eine gute Leseempfehlung.
Indische Geschichte
Die Einsamkeit von Sonia und Sunny von Kiran Desai
Die indische Schriftstellerin Kiran Desai hat fast 20 Jahre an dem Roman,Die Einsamkeit von Sonia und Sunny, geschrieben. Mit seinen
752 Seiten ist es ein ganz schön dicker Brocken. In einem Interview sagt sie, das sie schon einiges gestrichen hat. In der Mitte gibt es ein paar Längen, das ist aber relativ zu sehen.
Es ist eine literarische Liebesgeschichte, die teils in den USA und Indien spielt.
Die Protagonisten Sonia und Sunnynsind gut gestaltet. Sie haben beide so einige Macken. Als Sonia bei einem Maler in New York lebt und sich so unterbuttern lässt, konnte ich sie nicht verstehen.
Sunny stammt aus einer kriminellen Familie, die Mutter meint sie wären etwas Besseres. Sie ist allerdings besonders, manchmal muss man über sie lächeln.
Im Gro0en und Ganzen ist es eine lesenswerte Lektüre.
Berührend
Fäden des Glücks von Marit Warncke
Den Roman, Fäden des Glück von der Näh – Queen Marit Warncke. Ich habe mir den Roman ausgesucht, weil eine Nähmaschine auf dem Cover ist.
Carla hat in einer Kleinstadt in der ehemaligen DDR von ihrem Vater ein Gut geerbt.Bis vor dreizehn Jahren machte die Familie jedes Jahr Urlaub auf dem Gut.
Sie hatte sich in den Nachbarsohn Rasmus verliebt.
Aber dann kam es zu einem Krach und die Mutter führ mit ihr holter die Polter zurück.Jetzt kommt sie zurück, weil sie das Anwesen renovieren und verkaufen will.
Rasmus kommt ihr wieder Nahe und hilft ihr das Haus zu erhalten.
Dann findet sie ein Tagebuch der früheren Besitzerin von 1943.
Die Autorin hat diese Geschichte nett geschrieben.
Gut, Rasmus Entscheidungen konnte ich nicht immer folgen.
Aber sie hat gut geschildert, wie Carla das Haus retten will.
Am Ende gibt es dann noch eine Nähanleitung.
Radschas LEBEN
Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter) von Rabih Alameddine
Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen
(und seiner Mutter) ist eine ziemlich durchgeknallte Geschichte von Rabih Alameddine.
Mit diesem Roman hat er den National Book Award for Fiction 2025 gewonnen.
Der Roman lässt uns den libanesischen Bürgerkrieg in witzigem Stil erleben.
Radscha und seine Eltern lebte in Beirut.
Nachdem er als jugendlicher entführt wurde , geht es dann nur noch um Radscha und seine Mutter.
Der Autor versteht es gut uns Leser in seinen Bann zu ziehen.
Gut manchmal ist mir die Sprache etwas zu flapsig.
Aber sonst war es eine interessante Geschichte aus dem Libanon.
Drei Leben
Die Namen von Florence Knapp
Die Namen, heißt der Debütroman von Florence Knapp.
Das Cover des Buches zeigt drei Schatten, das passt besonders gut zu dieser Geschichte.
1987 meldet Cora ihren Sohn beim Amt an. Ihre Tochter schlägt Bär vor, sie findet Julian gut, aber der Vater will, das der Junge seinen Namen Gordon bekommt.
So beginnt dieser Roman über brutale häusliche Gewalt.
Die Autorin lässt für jeden der drei Namen eine neue Familiengeschichte beginnen. Abwechselnd werden die Zeiten erzählt.
Ich glaube jetzt nicht, das Namen die Schicksale enden können. Gott sei Dank, sonst wäre die Namenswahl nicht zu bewältigen.
Allerdings ist es interessant wie sich das Leben entwickeln kann.
Ich kann ja nie so richtig verstehen, wie Frauen die ewigen Schläge und Demütigungen aushalten können.
Diese Geschichte ist da schwer zu ertragen. Aber die verschiedenen Namen, machen doch Hoffnung.
Ich hoffe, das niemand das alles erleben muss.
Der Roman ist aber trotz allem, sehr gut gestaltet und dadurch sehr lesenswert.
Paulas Leben
Wie die Hasen von Anna Silber
Anna Silber hat einen guten einfühlsamen Schreibstil.
Ihr Roman, Wie die Hasen, hat den Titel, weil 1945, die Gefangenen des Konzentrationslager Mauthausen, wie Hasen gejagt wurden.
Auf dem Reisingerhof wurde ein russischer Flüchtling bersteckt.
Siebzig Jahre später lernen wir die heutigen Bewohner kennen.
Paula ist siebenundachtzig Jahre alt, Sie gedenken immer noch an die Opfer, Paula hält jedes Jahr eine Rede, gegen das Vergessen.
Gerade Sie erkrankt an Alzheimer Demenz. Die Autorin schildert gekonnt die Aussetzer Paulas und sie immer wieder in die vierziger Jahre abdriftet. Für die Familie wird es eine unlösbare Geschichte.
Der Roman ist authentisch und fesselnd
Ein Buch, das erinnert.
Familie
Die Schwestern von Colm Tóibín
Der irländische Schriftsteller Colm Tóibin hat einen flüssigen einfühlsamen Schreibstil.
Die Schwestern, wurden von ihrer verwitwen Mutter nach Argentinien verpflanzt.
Warum der Autor eine Mutter mit drei Kindern n und ohne Geld von Catalanien nach Argentinien versetzt, kann ich nicht so nachvollziehen.
Die Schwestern entwickeln sich sehr verschieden.
Als die Drei fünfzig Jahre später von einer Tante in der alten Heimat ein Haus erben, fahren sie gemeinsam hin und da kommen sie sich wieder nahe.
Der Autor hat die Atmosphäre und die Charaktere interessant beschrieben. Das alles lässt er die jüngste Tochter Montse erzählen. Ihre Leben und ihre Gedanken bekommen wir so am besten mit. Da konnte er mich mit dieser Geschichte gut fesseln.
Einfach gut
Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher
Birgit Birnbacher schreibt vielschichtig und intensiv.
In ihrem Roman, Sie wollen uns erzählen, gibt es viele Krisen. Das Hauptthema ist ADHS.
Sie beschreibt ihre Personen so feinfühlig und Lebensnah, das ich glaube, ich kenne die Personen.
Hier geht es um den neunjährigen Oz, der an ADHS leidet.
Er hat einen Brief seiner Lehrerin dabei und hofft irgendwas passiert, das seine Mutter kein Zeit für ihn hat.
Dann ist seine Mutter Ann und wirklich total aufgeregt. Sie hat gerade erfahren das die seine Großmutter verschwunden ist.
Also machen sie sich gleich auf den Weg, um sie zu finden.
Jetzt kommt noch dazu, das die Großmutter immer vergesslicher wird. Sie wartet immer wieder an der Haltestelle. Außerdem such sie Haus, in dem sie früher mal wohnte.
Dann lässt die Autorin noch ein Unwetter mit gesperrten Straßen erleben.
Da lässt sich Oz doch einiges einfallen, der Großmutter zu helfen.
Der Roman ist wieder einmalig liebevoll gestaltet.
Ein Leseerlebnis
Die Liste der Lebenden von Stefan Kutzenberger
Der Schriftsteller Stefan Kutzenberger entführt uns in seinem Buch, Liste der Lebenden, in den Atlantik.
Er schreibt über echte Personen, denen er ein tolle Geschichte zuteilt.
Es geht ins Jahr 1858.
Da ist Hans Christian Andersen, der tolle Märchen erfand. Er ist mit Henriette Wulff befreundet.
Die reist von Stockholm nach Amerika. Das Schiffsunglück des Dampfers Austria war tatsächlich im September 1858. Das Schiff brennt. Henriette rettet sich auf eine Tür und denkt sich Briefe an Hans Christian aus. Das ist an vielen Stellen witzig zu lesen.
Zuhause erhält Hans Christian Andersen Listen der Geretteten. Die Namen will er erst gar nicht lesen, er will das Henriette überlebt hat.
Das alles hat der Autor besonders gut zu Papier gebracht. Teils hat er gut recherchiert und dann das besondere Etwas dazu gedichtet. So wird es ein spannendes fesselndes Leseerlebnis.











