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Rezensionen von begine:
Deutsch Türken
Ein Ort, der bleibt von Sandra Lüpkes
Ein Ort, der bleibt, ist ein Roman aus der Feder von Sandras Lüpkes.
Der Roman ist in zwei Zeitebenen geteilt, einmal in der Zeit ab 1933 und dann in der heutigen Zeit.
Die Peronen aus der alten Zeit haben fast alle gelebt.
Die heutige Zeit hat die Autorin frei erfunden.
Ich hatte bis jetzt noch nicht gewusst, das Atatürk verfolgte Personen nach Istanbul kommen lies, um junge Türken zu unterrichten.
Alfred Heilbronn war Botaniker in Münster. In Istanbul gründete er einen Garten mit alten Pflanzen, den er mit seinen Studenten bearbeitete. Wenn irgendwo eine seltene Pflanze entdeckt wurde, wurde sie gerettet und in den Garten gesetzt. Allerdings hatte Alfred Heilbronn auch viele Samen mitgebracht und versucht sie zu integrieren.
Die Emigranten konnten sich aber nicht sicher fühlen, denn es lebten auch viele Nazis in der Türkei.
Heute ist Inken als Assistentin nach Istanbul geflogen. Sie sollen untersuchen, ob der vergessene Garten abgerissen und bebaut werden kann.
Die Konflikte von der einen und der anderen Zeit sind brillant gelöst.
Die Autorin hat mit diesem Roman wieder ein beeindruckendes Werk geschaffen.
Mysteriös
Räume zum Verschwinden von Stuart Nadler
Räume zum Verschwinden, ist ein mythischer Roman von Stuart Nadler. Nach dem Klappentext hatte ich mir etwas anderes versprochen.
Es ist eine jüdische Familiengeschichte, die bis heute spielt.
Man erfährt von den Gretel und Verlusten. Das wird für alle zu einem Trauma. Ich dachte immer, das solche Erlebnisse schwer zu überleben ist.
Stuart Nadler lässt die Personen besonders eindrucksvoll erzählen.
Man weiß nur manchmal nicht, ob die Personen realistisch sind, oder Geister. Das ist etwas schwierig.
Der Autor schreibt das alles mit Gefühl.
Der Roman ist auf jeden Fall lesenswert und ich möchte ihn gerne weiter empfehlen.
Humorvoll
Mirabellentage von Martina Bogdahn
Martina Bogdahn hat es wieder geschafft, mit Mirabellentage, einen wunderschönen Wohlfehlroman geschrieben. Schon mit Mühlensommer konnte sie mich wieder begeistern.
Diese Geschichte ist in Blumnfeld angelegt.
Der Pfarrer Josef stirbt plötzlich und unerwartet. Sein Haushälterin Anna ist sehr traurig.
Josef kannte sie schon aus ihrer Kindheit.
Am Tag der Beerdigung kommt der neue Pfarrer. Er ist ein junger Mann, der von einer Hallig stammt.
Er spricht nur platt, das kann ich nicht glauben. In der Schule und während des Studiums hat er garantiert Hochdeutsch gelernt. Gut, das ist für die Geschichte eben ziemlich witzig.
Um den letzten Wunsch Josefs zu erfüllen, muss sie an die Nordsee fahren. Sie hat seit über dreißig Jahren den Führerschein, ist aber nie gefahren. Da sucht sie ihren alten Fahrlehrer, der ihr Fahrstunden geben soll.
Das Ganze ist humorvoll geschrieben, so wird das ein schönes Lesevergnügen.
Familie Lieber
Bis die Bären tanzen von Michael Hugentobler
Bis die Bären tanzen, ist ein Familienroman des Schweizer Schriftsteller Michael Hugentobler.
Er beschreibt eine Familie, die 1914 die Schweizer Staatsangehörigkeit beantragt. Es gibt vier Kinder. Von jedem gibt es eine Lebensgeschichte.
Isabell zieht mit ihrem Mann nach Brasilien. Nach seinem Tod zieht sie nach Tasmanien.
Annabel wohnt auch in Tasmanien.
Jacob ist Kunstturner. Da er sonst keine Arbeit findet, arbeitet er in einem Zirkus.
Elfriede heiratet einen Schweitzer, der es versteht, mit seiner Erfindung Geld zu scheffeln.
Am Schluss ist Friede mit Zweiundneunzig Jahren gestorben.
Eigentlich wollte sie noch nach Tasmanien fahren, weil Bell ihre Jugendliebe Baron heiratet.
Das übernimmt jetzt ihr Sohn.
Das hat der Autor ganz gut gestaltet.
Nach anfänglichen Problemen, kam ich dann gut in die Geschichte hinein.
Ich kann dem Roman eine gute Leseempfehlung geben.
Freundschaft
Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher
Der Roman, Der Sommer, der uns blieb, von der Schriftstellerin Greta Herrlicher ist in einem wunderbaren Ton geschrieben.
Er besticht durch die wechselnden Perspektiven.
In der Schulzeit sind Britta, Pia und Martin befreundet. Britta ist die Schüchterne und wohlbehütete. Pia ist die Wilde, die auf Geschwister aufpassen soll, die Mutter ist Alleinerziehende.
Martin hat mit acht Jahren den Vater verlioen, seine Mutter bestimmt sein Leben.
In der Jugend gibt e ein paar Eifersüchteleien.
Dann verschwindet Pia und für die anderen geht es auch getrennt weiter.
Nach zwanzig Jahren erscheint Pia wieder, sie ist todkrank und hat eine Überraschung parat.
Auch Britta kommt wieder, weil ihr Vater dement wird und nicht mehr alleine Leben kann.
Martin ist nie weg gewesen, er leitet gemeinsam mit der Mutter eine Firma.
Die Autorin hat den Dreien besondere Charakter verpasst.
Dann lässt sie das Ganze, zwar traurig, aber mit Hoffnung enden.
Grandios
Unter Wasser von Tara Menon
Unter Wasser, ist ein wunderbarer Roman von Tara Menon.
Es ist ihr damit ein brillantes Werk gelungen.
Erst lässt sie uns an der Kindheit von Marissa und Ariel teilnehmen.
Die beiden wachsen in Thailand auf und sind unzertrennlich.
Die tollen Beschreibungen der Fische, des Wassers und den Erlebnissen der Beiden sind eindrucksvoll.
Später wechselt die Perspektive viel von 2004 und 2012 hin und her.
2004 ist der Tsunami in Thailand, den Ariel nicht überlebt. Wir erfahren von den sonderbaren Verhalten von Tieren, als ein Elefant mit einem Kind auf dem Rücken einfach ausreißt. Man hört keine Vögel.
Erschreckend ist das Sortieren der Leichen, erschütternd.
2012 lebt Marissa in New York. Sie leidet immer noch unter dem Verlust der Freundin. Sie hat fürchterliche Alpträume.
In New York ist ein Unwetter angesagt, die Menschen sollen das Haus nicht verlassen. Marissa ist da sehr unvorsichtig.
Die Autorin konnte mich mit diesem Roman total überzeugen.
Einfach ein grandioses Stück.
Leben im Iran
In den Flügeln das Licht von Aidin Halimi
In den Flügeln das Licht, ist ein besonders eindrucksstarkes Wek von Aidin Halimi.
Ich habe den Autor auf der Leipziger Buchmesse gesehen und war so angetan,, das ich den Roman lesen musste.
Eigentlich hatte ich Angst vor den Grausamkeiten des Iranischen Regimes, aber er hat das mit seinem Schreiben gekonnt umschifft.
Man erfährt das Meiste von dem Sohn des Opfers, der bei seinem Tod neun Jahre alt war.
Kāveh und seine Familie sind intensiv und beeindruckend dargestellt.
Sein Vater war schon unter dem Schah im Gefängnis und im Mularegime wurde er sogar hingerichtet. Seine Frau bekam die Urkunde, er wäre eines normalen Todes gestorben.
Dieses Buch ist ein interessantes Zeitdokument, das ich nur empfehlen kann.
Vergangenheit und Gegenwart
Unter dem Strand von Turid Müller
Von dem Roman, Unter dem Strand, von Turid Müller, bin ich etwas zwiegespalten.
Einesteils geht es um das Versenken der Cap Arcona, mit vielen KZ Überlebender an Bord. Dabei starben am 3. Mai 1945.
Da kamen 3500 Häftlinge ums Leben und das kurz vor
Schluss des Krieges. Viele Waren im KZ Neuengamme ansässig.
Die Autorin hat den Juden Leon seit 1941 hineingeschrieben. Gut im Anfang war er mir nicht so sympathisch, aber langsam wurde es besser.
Die NS Zeit ist für mich immer schwer zu lesen.
Abwechselnd gab es dann die Geschichte mit der Journalistin Cay, die war auch nicht so ein Sympathieträger.
Sie hatte für ihr Alter etwas seltsame Allüren. Sie findet eine tote Frau und gibt die Story gleich an die Zeitung. Sie versuch dann aber doch nach den Hintergründen zu fragen.
Die Autorin hat die beiden Teile gut abgegrenzt. In der Überschnitt wurde immer die Zeit und der Name Leon oder Cay eingeblendet. Das machte alles gut übersichtlich.
Ich war am Ende doch ganz zufrieden mit dieser Lektüre.
Was verbirgt Hana
Madame Lazare von Tadhg Mac Dhonnagáin
Der irische Schriftsteller Tadhg Mac Dhonnagáin schreibt den Roman, Madame Lazare, eine bewegende Geschichte.
Raffiniert lässt er verschiedene Personen erzählen und wechselt schnell zwischen den Jahren.
Besonders intensiv schildert er das Leben auf einer Insel an der irischen Atlantikküste.
Da erleben wir einen Vater und seine Tochter die die Geschichte in Gedichten, aus dem Gedächtnis immer weiter geben.
Dann geht es nach Paris ins 21. Jahrhundert. Die Großeltern ziehen ihre Enkeltochter Levana auf. Die Mutter starb jung und sie wollte, das Levana im jüdischen Glauben aufwächst. Die Großmutter hütet ein Geheimnis.
Als Hana immer mehr vergisst, fängt sie plötzlich in einer fremden Sprache an zu reden.
Levana gibt nicht auf und forscht , wo Hana herkommt.
Das hat der Autor gut umgesetzt und richtig spannend werden lassen.
So hatte der Roman einen Sog und ich ich gebe eine gute Leseempfehlung.
Indische Geschichte
Die Einsamkeit von Sonia und Sunny von Kiran Desai
Die indische Schriftstellerin Kiran Desai hat fast 20 Jahre an dem Roman,Die Einsamkeit von Sonia und Sunny, geschrieben. Mit seinen
752 Seiten ist es ein ganz schön dicker Brocken. In einem Interview sagt sie, das sie schon einiges gestrichen hat. In der Mitte gibt es ein paar Längen, das ist aber relativ zu sehen.
Es ist eine literarische Liebesgeschichte, die teils in den USA und Indien spielt.
Die Protagonisten Sonia und Sunnynsind gut gestaltet. Sie haben beide so einige Macken. Als Sonia bei einem Maler in New York lebt und sich so unterbuttern lässt, konnte ich sie nicht verstehen.
Sunny stammt aus einer kriminellen Familie, die Mutter meint sie wären etwas Besseres. Sie ist allerdings besonders, manchmal muss man über sie lächeln.
Im Gro0en und Ganzen ist es eine lesenswerte Lektüre.











