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Rezensionen von yellowdog:

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Der Philosoph zu Fuß

Der Fußgänger von Wigald Boning

Wigald Boning holt in seiner philosophischen Abhandlung weit aus, sogar bis in die Kindheit und Jugend.
Bonings Liebe und Plädoyer für das Wandern ist überwiegend amüsant.
Schon als Jugendlicher begeistert er sich für das Bergwandern. Als Belohnung kann es dann auch mal eine Stadtwanderung geben.

Im Verlaufe des Buches kommt Wigald Boning weit voran.

Wigald Boning geht zum Teil sehr ins Detail. Manche Aspekte der Wanderausrüstung haben dann so sehr doch nicht interessiert. Das gilt insbesondere auch für Blasen am Fuß und Hornhaut.
Die besten Momente hat das Buch, wenn seine Gefühlswelt thematisiert wird und er einige Anekdoten über Erlebnisse aus seiner Vergangenheit zum Besten gibt.
Es gibt so einige Episoden, die er mit seiner unvergleichlichen Art schildert.
Er kann komisch sein, ohne groß zu übertreiben, wie es viele der momentan angesagten Kabarettisten und Comedians zu oft tun.

Der Fußgänger schafft beeindruckend viele Kilometer und er ist viele Stunden unterwegs.

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Der Philosoph zu Fuß
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Der Untersuchungsrichter

Die Schatten von Paris von Ulrich Wickert

Die Schatten von Paris ist der siebte Teil um den Richter von Paris, Jacques Ricou, doch für mich ist es der Einstieg in die Reihe.

Es beginnt etwas hektisch, doch mit dem ersten Auftreten des Richters beim gelassen Frühstück in einem Pariser Bistro fühlt man sich schon fast angekommen.
Mich interessiert die Figur des Untersuchungsrichter.

Diese Position gibt es bei uns nicht, in Frankreich hat er Bedeutung.

Manchmal muss man sich über Ricou aber auch wundern. Da ist seine Beziehung zu seiner Freundin, der Journalistin Margaux, fast schon putzig.
Beim Tod seines langjährigen Freundes Michel Delabrue bleibt er aber seltsam unberührt. Da hätte Wickert ruhig ein paar Emotionen mehr zugestehen dürfen.

Überwiegend ist der Roman gefällig zu lesen.
Ulrich Wickert ist frankophil, jahrelang hat er in Paris gelebt und gearbeitet. Er schwelgt in entsprechenden Zutaten und da macht man als Leser gerne mit.

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Der Untersuchungsrichter
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Von Sprache, Körpern, Verlusten und so viel mehr

Innigst/ Dearly von Margaret Atwood

Ein neuer Gedichtband der großen Kanadischen Autorin.
Übersetzt wurde es von Büchner-Preisträger Jan Wagner, der mir zuletzt mehrfach als mutiger Übersetzer aufgefallen ist.
Es ist sehr zu loben, dass es sich um eine zweisprachige Ausgabe handelt.
Manche Gedichte habe ich im Original gelesen, andere auf Deutsch und manchmal beide Versionen.

Nicht unwichtig auch der Untertitel Gedichte eines Lebens / Poems of a Lifetime.
Das Buch besteht aus 5 Abschnitten.
Es beginnt mit „Late Poems“, es folgt Ghost Cat Für mich ist der erste Teil ein starker Beginn des Buches, da man in den gewählten Motiven viel privates spürt.

Ein Liederzyklus, fällt auf: Lieder für ermordete Schwestern.
Es gibt mehrfach feministische Einschläge, z.B. in Werwölfe, letzter Stand, in dem man nicht mehr nur männlichen Werwölfen begegnet.

Dann auch das neunteilige Die Außerirdischen landen - neun Spätfilme.

Erst das vorletzte Gedicht im Band ist das Titelgedicht, dass alten Wörtern, wie innigst, nachspürt. Sie werden nicht mehr so häufig verwendet, haben aber noch Bedeutung.
So viele Gedichte müsste man noch erwähnen.
Sehr oft geht es um Sprache, oft auch um Körperlichkeit. Nicht selten gibt es Anspielungen auf mythisches, das macht das Buch interessant.

Ich mag an Atwoods Gedichten, das sie zwar manchmal rätselhaft sein können, aber nicht unzugänglich. Dieses Buch wird mich noch lange begleiten.

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Von Sprache, Körpern, Verlusten und so viel mehr
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Roman in Überlänge

Die Mauersegler von Fernando Aramburu

Roman in Überlänge

Die Mauersegler umfasst 832 Seiten. Es ist im Prinzip ein langer Bericht des Protagonisten Toni, der beschlossen hat, sich innerhalb einen Jahres das Leben zu nehmen.
In seinem Bericht gehen die Erinnerungen zurück in die Kindheit und in seine gescheitere Ehe mit Amalia, von der er jetzt geschieden ist und einer nicht sehr engen Beziehung zum jugendliche Sohn Nikita.

Dann gibt es noch seinen guten Freund, den er innerlich immer Humpel nennt und der sein einziger Vertrauter ist.

Toni ist Lehrer, aber auch darin findet er keine Freude.
Obwohl der 55 Jahre alte Erzähler ein frustrierter Mann ist, gibt es teilweise auch komische Stellen im Buch.

Im Hintergrund tönt außerdem durch Tonis Kommentare das Leben in Spanien mit den gesellschaftlichen und politischen Problemen mit.

Mit der Hauptfigur kann man seine Probleme haben, dann verstehe ich ihn teilweise auch wieder.

Durch die Form des Romans kommt man beim Lesen nicht wirklich schnell voran und ich benötigte auch mehrere Ansätze. Doch man spürt die Relevanz des Textes und Fernando Aramburu designed sein Buch geschickt.
Schließlich war ich ganz drin im Buch und habe das Lesen genossen.

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Die Tochter des Teufels

Als die Welt zerbrach von John Boyne

Was für ein pathetischer Romantitel, aber die Fortsetzung des Jungen im gestreiften Pyjama wollte ich mir doch nicht entgehen lassen.
Hier geht es um die Schwester von Bruno, der im ersten Roman im Mittelpunkt stand.
Dieser neue Roman ist weniger als Fabel erzählt.
Der irische Schriftsteller John Boyne schreibt über gewisse Themen auf spezielle Art.

Damit muss man umgehen.
Der Roman wird stark durch den Erzählton geprägt. Es wird deutlich, dass die Erzählerin Gretel von den Ereignissen der Vergangenheit beschädigt ist.
Ihr Leben wird geschildert. Als Tochter des Lagerkommandanten ist sie ganz in der deutschen Schuld gefangen, und auch in persönlicher Schuld. Sie verdrängt es lange, aber als alte Frau kommt es zu einer entscheidenden Begegnung, bei der Gretel sich entscheiden muss.

Das Buch ist teilweise schwer zu verdauen. Das steht im Kontrast zu dem leichten Erzählstil, bei dem mir Teile der Dialoge fast verplaudert vorkommen.
Das Finale hingegen ist dramatisch und nach meinem Empfinden nicht wirklich angemessen.

Ob es zum Hauptthema Schuld mit diesem Buch neue Erkenntnisse gibt, wage ich zu bezweifeln, aber zum Nachdenken regt es sicherlich an.

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Das Labyrinth dreier Geschichten

Der Klang von Licht von Clara Maria Bagus

Mehrere Figuren spielen eine Rolle in diesem Roman, aber zentral war für mich der junge Arzt Jean-Pierre, der nach einem unerwarteten Vorfall bei einer Behandlung in eine Krise gerät. Der bisher selbstherrliche, arrogante Chirurg stellt sich und sein Leben in Frage und beschließt es zu ändern. Zunächst ist er orientierungslos, da beschließt er, das Krankenhaus zu verlassen und in einer Kinderklinik neu anzufangen.

Weiterhin geht es auch viel um Herkunft und Verwandtschaft. Nicht wenige in diesem Buch sind da betroffen und manchmal ist es unklar.
Jean-Pierre zum Beispiel erfährt, dass sein väterlicher Freund Hermes, der ebenfalls Arzt im Krankenhaus ist, in Wirklichkeit sein leiblicher Vater ist und Hermes ihm das immer verschwiegen hat und auch was mit seiner leiblichen Mutter war. Ein weiterer Aspekt, der Jean-Pierre in Konfusion zurücklässt.

Ich gebe zu, dass ich ein wenig Probleme mit unsympathischen Figuren habe und manche Figuren dieses Romans waren mir teilweise unangenehm, selbst wenn es auch um Charakteränderung geht.
Eine Ausnahme davon war die sensible, verschlossene Elodie, die die Kinderklinik leitet und die Selbstmord machen wollte.
Juliette, die ebenfalls einen Suizidversuch unternahm, tut mir auch leid. Immerhin kümmert sich ihre resolute Großmutter Margaux um sie.
Es ist dann interessant zu sehen, wie Jean-Pierre sich entwickelt.

Die Auflösung der Zusammenhänge am Ende ist so erstaunlich wie pathetisch.

Der Klang von Licht ist ein spannendes Buch, dass den Leser mit seinen philosophischen Ansatz länger beschäftigt.

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Varkurs Schicksal

Die Legenden von Andor: Varkurs Erwachen von Jens Baumeister

Graphic Novels lese ich nicht oft, daher ist Die Legenden von Andor – Varkus Erwachen für mich etwas besonders.
Mich beeindrucken die gut gezeichneten Bilder und dabei besonders die Gesichter der Figuren, die Emotionen ausdrücken.
Auch die Umgebung ist teilweise imposant gezeichnet.

Der Grundplot an sich ist nicht ganz neu.

Eine Frau findet einen verletzten Mann, der sein Gedächtnis verloren hat. Das gab es schon bei Joseph Conrad.
Aber das macht nicht. Die Bestandteile des Plots funktionieren einfach und der Geschichte zwischen Varkur und Ranja folgt man gerne.
Es bleibt zunächst Geheimnisvoll, doch Varkurs schlummernde Kräfte werden langsam spürbar, zunächst nur andeutend im Dorf und schließlich mächtig, als Ranja von einem Skral angegriffen wird.

Es gibt Ansätze, wo es etwas düster wird, aber sie bleiben im Ansatz. Das hätte ich mir auch noch stärker Dark ausgeprägt vorstellen können.
Dafür wird in Varkurs Erwachen eine geradlinige Story erzählt und dafür habe ich viel übrig.

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Deutsch-türkisches Zusammentreffen

Ein Alman feiert selten allein von Aylin Atmaca

Aylin Atmaca schreibt in ihrem Roman „Ein Alman feiert selten allein“ auf leicht humorvolle Art über kulturelle Unterschiede zwischen Türken und Deutschen, vor allem im Zusammenhang mit Weihnachten, aber auch andere Aspekte kommen zum tragen.
Zwar fand ich den Humor jetzt nicht brüllend komisch und den Schreibstil auch nicht besonders subtil, aber thematisch konnte es mich interessieren und die Autorin geht behutsam vor.

Das Konzept Weihnachten wird auf den Prüfstand gestellt.
Es wird deutlich, wie wunderlich den türkischen Einwanderer die westlichen Sitten vorkommen. Selbst aus der nächsten Generation der schon in Deutschland geborenen.
Aber auch deutsche Klischeevorstellungen über türkisches werden blossgelegt, zum Beispiel die Unsitte andere in Schubladen zu stecken.

Davon abgesehen erscheint mir der Roman dann doch als Positivbeispiel des Zusammenlebens. Das zeigt sich in vielen kleinen Episoden, die das gemischte Familienleben ausmachen.
Überwiegend ist es ein entspannter, amüsanter Roman.

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Vielfältige Texte

Die weißen Jahre von Wolf Wondratschek

Die weißen Jahre ist eine Sammlung von Texten von Wolf Wondratschek, die unter Reportagen und Stories laufen. Ich lese sie aber eher als Anekdoten. Sie sind amüsant, aber betont subjektiv. Den Objektivitätsanspruch einer Reportage findet man hier nicht, zum Glück muss man sagen.

Manchmal sind die Texte auch Porträts, aber weniger von den betreffenen Stars selbst als die Wirkung, die sie auf die Menschen haben.

Das gilt von Elvis bis Martina Navratilova bis hin zu Rainer Werner Fassbinder. Auch für Charles Bukowski und erst Recht für Glenn Gould.

Natürlich erreichen mich nicht alle Texte, aber manche sind schon sehr gut. Besonders die, die über die Gefühlslage des Verfassers viel aussagen, und die möglicherweise auch die des Lesers ist. Das muss nicht zwangsläufig so sein, aber Wondratschek ermöglicht es, über die Themen in einen Dialog zu treten. Diese Form schätze ich sehr.

Manche Texte sind überraschend detailliert, z.B. Malcolm Lowry in Mexiko. Dazu passend dann der bewundernde Bericht über den Drehort und die Verfilmung von Unter dem Vulkan.
Orte sind Wondratschek ähnlich wichtig wie die Menschen.

Ansonsten bietet Wondratschek das, was von ihm zu erwarten ist. Launig, großspurig und fast immer originell. Das muss man natürlich mögen. Dann wird es überwiegend zum Lesevergnügen.

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Cassie und Jacksons zweite Chance

New Hope - Das Funkeln der Sehnsucht von Rose Bloom

Das Funkeln der Sehnsucht von Rose Bloom ist der vierte Teil der New Hope-Reihe und ist eigenständig zu lesen.

Dieser Roman dürfte wohl in die Kategorie New Adult fallen, obwohl sich viele Szenen auch wie ein Young Adult-Buch lesen. Typische Versatzstücke wie junge erste Liebe und Mobbing an der Schule sind enthalten.

Es gibt aber auch den Gegenwartshandlungsstrang, in der die Protagonisten Cassie und Jackson erwachsen sind und sich nach Jahren wiedersehen. Sie waren gute Freunde und ein Paar als Jugendliche, doch da war auch etwas passiert, was der Leser zunächst noch nicht erfährt und warum Jackson damals die Stadt verlassen hat.
Diese vermutlich fiktive US-amerikanische Kleinstadt heißt übrigens New Hope und ist somit titelgebend.

Cassie ist ziemlich sympathisch gestaltet. Sie freundet sich mit dem schüchternen Jackson an, obwohl er in der Schule stottert und ein Außenseiter ist.

Streckenweise ist der Plot etwas konstruiert und das Geheimnis der Vergangenheit zu sehr aufgeblasen.
Davon abgesehen ist es auch wegen der angenehmen Sprache ein wirklich ordentlicher Roman.

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Cassie und Jacksons zweite Chance