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Rezensionen von yellowdog:

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3 Bräute

Das Porzellanzimmer von Sunjeev Sahota

Das Porzellanzimmer, China Room m Original, war auf der Longlist zum MAN Booker Award. Es ist ein origineller, kunstvoll gemachter Roman mit fein gezeichneten Details, der dritte des britisch-indischen Schriftstellers Sunjeev Sahota.

Es beginnt 1929 im ländlichen Indien mit 3 Bräuten, Mehar, Harbans und Gurleen, die alle in eine Familie hinein verheiratet wurden.

Regiert wird die Familie von der Schwiegermutter Mai, die wie eine Matriarchin auftritt und nachts jeweils einen ihrer Söhne im Dunkeln zu seiner Braut schickt. Und diese wissen nicht, mit welchen der Söhne sie verheiratet sind. Das einzige, was zählt, ist das sie möglichst schnell für männliche Nachfahren sorgen. Eine ungewöhnliche Situation, die für Spannungen sorgt und schließlich eskalieren wird.

Dann folgt ein Sprung ins Jahr 2019, mit einem aus England stammenden Icherzähler, der ein junger Mann auf Drogenentzug ist.
Diese beiden Handlungsstränge wechseln sich ab, aber der Vergangenheitspart bleibt dominierend und als Leser ist man meistens dicht an Mehar dran.

Man kann tief abtauchen in diese packende Handlung, die beim Lesen wie ein Film im Kopf des Lesers abläuft.

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3 Bräute
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Die Veränderung

Fremde Federn von Alina Lindermuth

Tom, ein junger Mann zieht nach einer beruflichen Veränderung und Trennung zu seiner Großmutter Rosmarie. Als die dann stürzt, hat sie körperliche Einschränkungen und auch geistige Defizite. Sie wird ein Pflegefall.

Alina Lindermuth Beschreibungen des Zustands im Haus sind absolut glaubwürdig.

Die oft verwirrte Rosmarie und Tom und die Pflegerinnen müssen sich arrangieren, das ist nicht immer einfach.

Die Autorin strukturiert ihren Roman geschickt nach den Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst, Winter und stellt den Kapiteln kurze Passagen mit den Notizen der Pflegerin voran.

Mich beeindruckt die Genauigkeit des Textes. Ein wirklich gelungener Roman!

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Die Veränderung
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Eure Ladyschaft und Lord Bacchus

Mein wildes, mutiges Herz von Francine Rivers

Francine Rivers ist neben Janette Oke die zweite Grande Dame des Genres und hat hier einen unterhaltsamen Roman mit einer spannenden Protagonistin vorgelegt. Kathryn kommt aus Boston und muss sich 1875 alleine als junge Frau in einer rauen kalifornischen Kleinstadt voller Bergarbeiter und Saloons durchsetzen.

In dieser Umgebung sorgt sie natürlich für Aufsehen.
Einfach großartig, wie die Autorin diese Umgebung bildhaft im Kopf des Lesers entstehen lässt. Ein starkes historisches Setting!
Der Saloonbesitzer Matthias Beck interessiert sich für Kathryn. Sie fühlen sich voneinander angezogen, haben aber gegensätzliche Meinungen, die zu Streitgesprächen ausufern. Für die Leser bedeutet das amüsante Dialoge.

Doch sie haben auch Gemeinsamkeiten. Beide haben Ziele, um die Stadt zu verbessern. Kathryn eröffnet die Zeitung The Voice und Beck will Bürgermeister werden.

Kathryn wird ihren Platz im Leben finden!

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Eure Ladyschaft und Lord Bacchus
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Eine Beziehung

Liebewesen von Caroline Schmitt

Das Buch Liebewesen schockt schon durch das provokante Cover.

Die Protagonistin ist für mich zunächst nicht einfach zu greifen, da sie doch ziemlich verschlossen ist. Aber interessant ist sie schon und ihre Freundschaft zu ihrem Freund Max und zu ihrer besten Freundin Mariam sind gut beschrieben.

Die Dialoge sind originell, glaubhaft und oft lakonisch gehalten. Das prägt das ganze Buch.

Es gibt Rückblicke. Mit der Zeit lernt man Lio besser kennen,und kann sie auch verstehen. Für ihre Beziehungsprobleme gibt es Gründe. Schon in Kindheit und Jugend hat Lio Gewalterfahrungen machen müssen. Das sind bedrückende Stellen, aber der Roman gibt auch Hoffnung. Ihre Beziehung mit Max gewinnt an Tiefe und Lio entwickelt sich weiter.
Aber es gibt auch Rückschläge und als Lio schwanger wird, steht die Beziehung auf dem Prüfstand.

Ein gelungener Debütroman.

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Eine Beziehung
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Ruhiger Roman, sprachlich brillant

In einer dunkelblauen Stunde von Peter Stamm

Peter Stamm ist ein bedeutender Autor und hat seit seinem Erstlingserfolg Agnes schon viele Bücher geschrieben. Viele davon habe ich sehr gerne gelesen.

Sein neuer Roman „In einer dunkelblauen Stunde“ ist auch interessant, empfinde ich aber sogar für seine Verhältnisse als sehr ruhig erzählt.

Zweifellos gibt es hervorragende Formulierungen und das Buch, das von einem Schriftsteller und einer Dokumentarfilmerin handelt, ist sehr reflektiert.

Die Dokumentarfilmerin Andrea will einen Film mit und über den Schriftsteller Richard Wechsler machen, doch das Projekt scheitert und Wechsler stirbt wenige Monate später. Doch Andrea lässt das ganze nicht los. Ähnlich geht es Judith, die mit Wechsler eine Beziehung hatte.
Als Leser ist man meistens bei den Gedanken von Andrea.
Sprachlich ist das nachdenklich stimmende Buch gelungen. Peter Stamm ist ein großer Stilist. Dramatik ist aber nicht seins. Vom Spannungsbogen ist der Roman verhalten.
Doch das Buch hat mich interessiert und gedanklich beschäftigt. Vielleicht werde ich es sogar noch einmal lesen.
Zuletzt möchte ich noch unbedingt das Cover loben, das einen gemalten Peter Stamm zeugt. Eine gute Arbeit vom Verlag.

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Ruhiger Roman, sprachlich brillant
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Ein Covid-Roman

Delphi von Clare Pollard

Claire Pollard ist bekannt als Dichterin. Dafür gesehen ist sie in ihrem ersten Prosawerk wenig Lyrisch. Sprachlich war ich leicht enttäuscht, dafür gibt es einige bemerkenswerte Überlegungen.
Abgeleitet von Delphi und den Orakeln lässt sie ihre Protagonistin in Zeiten des Lockdowns in jeweils kurzen Kapiteln über verschiedene Themen nachdenken.

Sie lebt in London, ist Professor für Altphilologie und Übersetzerin, verheiratet, hat einen Sohn und einiges zu klagen. 2020 war die Situation wegen Corona aber auch wirklich für viele belastend. Der Lockdown sorgte für Frustration und Langeweile.
Da man das aus eigenen Erfahrungen teilweise kennt, kann man die Gemütslage der Protagonistin nachvollziehen. Auch die Beziehungsprobleme innerhalb der Familie sind interessant zu folgen.

Ein Roman, der durch einige gute Formulierungen überzeugt.

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Beziehungsgeschichte

Die Liebe an miesen Tagen von Ewald Arenz

Die Liebe an miesen Tagen erzählt die Beziehungsgeschichte zwischen Clara und Elias. Das macht Ewald Arenz sehr differenziert und umfassend, streckenweise aber auch zu routiniert. Dadurch hat der Text sprachlich weder Höhen noch Tiefen, keine Schwächen, aber auch keine besonderen Stärken.
Zwischen Clara und Elias gibt es ein auf und ab bis hin zur Trennung.

Ein lebensveränderndes Ereignis ändert dann auch ihre Beziehung.
Für das Buch sprechen die realistischen Darstellungen und die leisen Zwischentöne.

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Die AfD und der neue deutsche Nationalismus

Die Wiederkehr von Patrick Bahners

Die Wiederkehr ist ein kluges Politsachbuch durchaus anspruchsvoller Art.
Einige Passagen wirken etwas trocken, manchmal ist es langatmig aber die meiste Zeit ist es interessant. Da gibt es zum Beispiel aufschlußreiche Abschnitte über Alexander Gauland, dessen Handschrift die Partei prägte.
Zentrale Stellen des Buches behandeln die Wahl Thomas Kemmerichs (FDP) zum Ministerpräsident in Thüringen mithilfe der Stimmen der AfD.

Patrick Bahners betrachtet dieses Vorfall umfassend und geht sehr ins Detail.
Schließlich schreibt er auch noch über Äußerungen weitere Personen, wie Thilo Sarrazin, Boris Palmer, Martin Walser, Joachim Gauck, Habermas, Maaßen.

Patrick Bahners überzeugt in Die Wiederkehr durch geschicktes Formulieren und dem umfassenden Ansatz. Das Buch fand ich sehr interessant. Es zeigt, das man die AfD mit ihrem Geschick Unheil zu verursachen nicht unterschätzen darf und dass die anderen Parteien sich im Umgang mit der AfD klug verhalten müssen.

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Die Zeit davor, die Zeit danach

Leicht wie Blei von Lena Elfrath

Das bei Edition W erschienene Buch lässt einen alles Leser nicht kalt, denn die 18jährige Protagonistin hatte einen langen Leidensweg. Jahrelang vom Vater missbraucht, erschießt sie ihn schließlich. Sie wollte nicht mehr Opfer sein. Sie kommt dafür ins Gefängnis. Für sie ist es aber eine Erleichterung.

Ohne Männer in der Umgebung fühlt sie sich ruhiger und kann sogar ein paar freundschaftliche Beziehungen zu ihren Mitgefangenen schließen. Sie fühlt sich leicht wie Blei. Eine Metapher, die man sich in der Situation der Figur gut vorstellen kann.
Eine große Stärke der Autorin Lena Elfrath ist die Figurenentwicklung, auch die Nebenfiguren halte ich für glaubhaft.
Die Handlung ist basierend auf einen länger zurückliegenden realen Fall, wurde aber in die heutige Zeit transportiert.
Sprachlich ist der Roman ansprechend. Es lässt den Leser die Emotionen nachempfinden, bleibt aber ohne Pathos und der Realität entsprechend. Ich kann das Buch auch trotz des harten Themas empfehlen.

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Die Zeit davor, die Zeit danach
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Ein beliebiges Jahr

1923 Endstation. Alles einsteigen! von Peter Süß

1923 Endstation Alles einsteigen. Warum eigentlich ein Buch über 1023? Nur weil es 100 Jahre her ist?
Davon abgesehen hat Peter Süss ein unterhaltsames Buch vorgelegt, dass er mit seinen eigene Interpretationen geprägt hat. Er schreibt wiederholt über prominente dieser Zeit. Namen möchte ich nennen, denn schließlich hat der Autor viel in das Buch reingelegt.

Nicht selten habe ich mich über diverse Abschnitte aufgeregt, aber das macht das Buch irgendwie auch aus. Jeder liest die Abschnitte schließlich auch aus dem, was er bisher über das Jahr wusste.
Am Ende bin ich doch nur so halb zufrieden mit dem Buch, denn unbedingt lesen muss man das Buch nicht.

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Ein beliebiges Jahr