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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

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Leben in Israel

Die 19jährige Linda hat ein romantisches, idealisiertes Bild von Israel und beschließt nach dem Abi dahin auszuwandern.
Geschickt zeigt die Autorin Elke Ottensmann zwei Perspektiven. Die eine zeigt die leicht naive Linda mit ihren Erlebnissen in Israel, die andere zeigt ihre besorgte Mutter Martina in Deutschland.

Wie versprochen bekommt der Leser gute Eindrücke und Details vom Leben in Israel.
Lindas Blick auf Israel bekommt erste Risse, als sie in der Nähe eines Attentats war. Dann lernt sie in Ramallah einen jungen Muslim kennen und verliebt sich. Das ändert alle ihre Pläne.

Fazit: Man kann von einem unterhaltsamen und interessanten Roman sprechen!

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Bericht einer Überlebenden

Gebranntes Kind sucht das Feuer von Cordelia Edvardson

Es ist der Bericht einer Überlebenden, erstmals 1986 erschienen.

In einem klaren, kühlen Ton erzählt Cordelia Edvardson vom Aufwachsen als dreivierteljüdin in Deutschland, schließlich die Deportation als 14jährige, Auschwitz und die Zeit danach.
Im Vergleich zu Texten von Primo Levi oder Imre Kertesz gibt es anteilsmäßig relativ wenige Lagerbeschreibungen, obwohl die enthaltenen wirkungsvoll genug sind.

Es geht anfangs viel um das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Die Mutter war Elizabeth Langgässer, eine bekannte Schriftstellerin, Katholikin und Halbjüdin. Sie war schwach und konnte die Tochter nicht retten. Sie sahen sich nach Cordelias Befreiung nur noch ein einziges Mal wieder.

Der Text ist überraschend literarisch, so gibt es gerade am Anfang wiederholt Wechsel der Zeiten. Der Text bleibt kompromisslos.

Das Buch schließt mit einem Nachwort von Daniel Kehlmann, das sehr lesenswert und interessant ist.

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Bericht einer Überlebenden
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Trotz als Chance

TROTZ von Ronja von Rönne

TROTZ ist ein Langessay von Ronja von Rönne, den sie auf ihre bekannt ironische Art verfasst hat.
Eigene Erfahrungen flossen ein, z.B. mit einer ersten Kolumne und ihren Auftritt beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb und insbesondere ihre Rolle im Literaturbetrieb, die keine einfache ist. Ein Klinikaufenthalt folgte.

Die Autorin zeigt, wann Trotz Nachteile mit sich bringt und wann es ggf. erforderlich ist und Form von Widerstand wird. Trotz als Chance!
Meiner Meinung nach ein gelungener Text.

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Trotz als Chance
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Derr italienische Proust

Die Autobiographie des Giuliano di Sansevero von Andrea Giovene

Die Autobiografie des Giuliano di Sanseveror umfasst 5 Bände. Dieses Buch mit dem Untertitel Fremde Mächte ist der vierte Teil, theoretisch auch eigenständig lesbar.

Der Erzähler beruft sich zwar auf Tagebücher, aber es ist erzählende Prosa, ein Erinnerungsbuch, offensichtlich durch eigene Erfahrungen des Autors geprägt.

Latent denkt man an einen italienischen Proust. Giovene ist ähnlich stark bei den Beschreibungen.

Es sind Kriegszeiten. Er ist in Griechenland als Offizier eingesetzt. Es folgt deutsche Kriegsgefangenschaft und Flucht. Alles erträgt Giuliano gelassen und folgt dem Geschehen mit scharfen Beobachtungen. Überwiegend bleibt er passiv.

Auffällig, wie der Text in einem gleichmäßigen Fluss bleibt.

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Derr italienische Proust
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Über eine große Dichterin

Jenny Erpenbeck über Christine Lavant von Jenny Erpenbeck

Die Bücher meines Lebens, eine Reihe herausgegeben von Volker Weidermann, sind deswegen so stark, weil sie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Verfasser und dem betrachteten Schriftsteller herstellen.
Als Jenny Erpenbeck einige Jahre in Graz lebte und die österreichische Dichterin Christine Lavant mit 30 Jahren für sich entdeckt, war sie fasziniert und es gelingt ihr, in diesem Buch den Lesern diese Faszination zu vermitteln.

Christine Lavant war mir zwar ein Begriff, aber ich bin kein Kenner ihres Werks. Daher ist die Geschichte, die Erpenbeck über Leben und Werk Lavants erzählt, im höchsten Maße spannend für mich gewesen.
Christine Lavants Leben war unspektakulär. Sie lebte von 1915 bis 1973. Sie verließ ihre Heimat praktisch nie und ihr Leben war auch von Krankheit und Armut geprägt. Dennoch hatte sie ein umfangreiches Werk mit tausenden von Gedichten und Prosa geschaffen.
Erschütternd die Passagen, als Erpenbeck von Lavants psychischen Problemen erzählt, die sie 1935 in die psychiatrische Anstalt in Klagenfurt brachte und über die Lavant 10 Jahre später ihr Prosawerk Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus schrieb. Hier wurden in den Jahren 1941 bis 1945 viele psychisch Kranke und alte Menschen ermordet.
Nach diesem Essay bin ich fest entschlossen, dringend etwas von Christine Lavant zu lesen!

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Über eine große Dichterin
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Vier Porträts

Die Details von Ia Genberg

Ia Genberg ist eine schwedische Schriftstellerin, die ihrem preisgekrönten Roman Die Details von einer Frau erzählt, die sich während einer Krankheitsphase an vier Personen erinnert, die ihr im Leben wichtig waren:
Johanna, eine Freundin, mit der sie die Liebe zur Literatur teilte.
Niki, die Freundin, die verschwand.

Alejandro, der Musiker. Und schließlich Birgitte, die an einer Psychose leidet.

Jede dieser Personen nimmt eins der 4 Kapitel im Buch ein. Man lernt sie als leicht gediegene Persönlichkeiten kennen, die zum Teil innerlich beschädigt sind.
Ich musste leicht an Hemingway denken. Ia Genberg schreibt auch nüchtern, aber intensiv. Sprachlich war ich nicht so sehr vom Stil beeindruckt, aber der Roman ist geschickt komponiert und wirkt entsprechend.

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Vier Porträts
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Die letzte Reise der Jasmin

Die eigentümliche Vorliebe für das Meer von Gregor Hens

Gregor Hens ist ein bekannter Übersetzer, der auch schon einige Romane geschrieben hat. Dies ist das erste, das ich von ihm lese.
Die eigentümliche Vorliebe für das Meer ist ein eigentümliches Buch, jedenfalls sprachlich.
Besonders die Sätze an den Kapitelanfängen sind nicht frei von Pathos. Das ist man in der zeitgenössischen Literatur so eigentlich nicht gewohnt.

Doch man gewöhnt sich schnell daran und schiefe Sätze sind es eindeutig nicht.
Es gibt immer wieder gut gestaltete Passagen.

Im Mittelpunkt steht Benedita, die als 18jährige die Familie verließ, da ihre Mutter weg war und der Vater im Gefängnis. Sie wurde schnell selbstständig. Jetzt kehrt sie nach Jahren zur Familie zurück, die ein Hotel und ein Restaurantschiff besitzen.
In jedem zweiten Kapitel ist Gabriel zentrale Figur. Er ist Beneditas Onkel und väterlicher Freund.
Ganz einfach fassbar sind die Figuren nicht, dafür sind sie ziemlich interessant. Sie sind geprägt durch das Schicksal der Familie.
So ist das Buch eine eigenwillige Familiengeschichte vor exotischen Hintergrund, die teilweise zu packen vermag und der ich 7 von 10 Punkten gebe.

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Die letzte Reise der Jasmin
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Night and Day

Der Frühling ist in den Bäumen von Jana Revedin

Der Frühling ist in den Bäumen. Schon der Titel ist irgendwie merkwürdig platt, aber schlimmer ist, dass die Handlung zu konstruiert wirkt. Die Autorin Jana Revedin schmeißt zu viele Zutaten in den verwässerten Brei. Die Protagonistin ist angeblich Assistentin von dem Philosophen Martin Heidegger, aber philosophische Momente hat der Roman kaum.

Sie hat Fred geheiratet, der der Neffe von Marlene Dietrich sein soll. Warum` Was hat die damit zu tun. Da kommt der Verdacht des wahllosen Namedropping auf.
Dann gründet die Protagonistin eine Frauenzeitschrift. Das ist ja nicht gerade eine Kleinigkeit. Gezeigt über diesen Prozess wird aber kaum etwas.
Daher entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Zentrales Thema des Buches ist Gewalt in einer Beziehung. Renina ist der Gewalt ihres Mannes Fred ausgesetzt. Diese Thematik ist psychologisch hier eher oberflächlich behandelt.

Das Cover gibt ein gewisses Gefühl für die Zeit der fünfziger Jahre in Deutschland, die Handlung bietet das zu wenig.
Mich hatte der Zusammenhang zu Heidegger zum Buch gelockt und war wirklich enttäuscht, dass da nicht viel geboten wird.

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Night and Day
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Roman aus Slowenien mit eigenständigem Ton

18 Kilometer bis Ljubljana von Goran Vojnović

18 Kilometer nach Ljubljana ist ein Roman von Goran Vojnovic. Er erzählt von der Perspektivlosigkeit eines jungen Mannes in seiner Heimat Slowenien.
Erzählt wird vom Icherzähler Marko in einer selbstironischen, derben Jugendsprache, die an den Rand des Erträglichen geht. Gemildert wird das durch Wortwitz.

Der Autor will aber damit auch Grenzen sprengen. Eine Qualität der Sprache ist das hohe Tempo.
Trotz des Zynismus des Protagonisten macht er auch einige gute Beobachtungen.

Marko ist in Slowenien aufgewachsen, aber Sohn bosnischer Eltern. Die letzten Jahre war er in Bosnien bei den Großeltern und hatte dort eine Beziehung mit Alma, die Muslimin ist. Durchaus problematisch, da die Erinnerungen an den Krieg noch frisch sind. Zurück in Slowenien zieht Marko mit seinen Freunden rum.

18 Kilometer nach Ljubljana ist übrigens die Fortsetzung von Vojnovics Kultroman „Tschefuren raus“.

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Roman aus Slowenien mit eigenständigem Ton
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autoskopische Erzählungen

Sprechen lernen von Hilary Mantel



Hilary Mantel gehörte sicherlich zu den bedeutenden Autorinnen der letzten 20 Jahre. Dieses Buch zeigt ihre Ertzählungen über ihre Kindheit und Jugend in England der fünfziger und sechziger Jahre. Die Geschichten zeigen ein Mädchen in verschiedenen Altersabschnitten, mal Kind, mal schon fast erwachsen.

Öfters geht es auch um die Mutter, nur im Hintergrund um Väter und Stiefväter.
Am Besten haben mir die ersten beiden Geschichten gefallen, aber auch Hoch in den dritten Stock, n der das 18jährige Mädchen zusammen mit ihrer Mutter in einem Kaufhaus arbeitet. Auch die Titelgeschichte hat etwas!

Mich habe die unaufdringlichen Geschichten sehr angesprochen.
Sehr lesenswert!

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autoskopische Erzählungen