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Rezensionen von yellowdog:

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Eine Tierärztin im Südatlantik

Willkommen auf Tuga von Francesca Segal



Woanders ist der Roman mal als gemütlich bezeichnet worden. Das ist wohl zutreffend.
Eine englische Tierärztin zieht auf Tuga de Oro, eine Insel im Südatlantik. Das wirkt so echt und exotisch wie eine Traumschiff-Folge.
Stilistisch wirkt der Roman altmodisch, aber nicht übel. Am Anfang wird Charlotte Walkers Jugend erzählt, ihre Charaktereigenschaften werden erläutert und doch wird sie für mich nicht wirklich eine glaubwürdige Protagonistin.

Auf Tuga kann Charlotte sich relativ schnell in die Inselgemeinschaft einfügen, da sei als Tierärztin akzeptiert wird.
Ein wenig Romantik gibt es auch.
Aber ich hätte mir doch bessere Beschreibung der Natur der Insel und der Bewohnerschaft gewünscht.
Das ganze soll eine Trilogie werden. Also kann sich das Ganze vielleicht noch steigern.
Für mich war es nicht das richtige Buch, aber es gibt sicher eine Leserschaft, die den Roman wohlwollend aufnehmen wird.Schließlich liest sich der Roman so vorhersehbar wie flüssig, also für ein entspanntes Lesen geeignet.

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Eine Tierärztin im Südatlantik
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Bleib dir treu

Stay True von Hua Hsu

Bleib dir treu

Stay true erzählt nicht nur über eine Freundschaft sondern auch vom Lebensgefühl der zweiten Einwanderergeneration in die USA. Die Eltern des Erzählers sind in den sechziger Jahren eingewandert, er wurde 1977 geboren und der amerikanische Lifestyle Kaliforniens wurde ihm selbstverständlich.

Ihm ist Musik wichtig, vor allen Nirwana, auch David Bowie und Queen.
Im Studium lernt er Ken kennen, der ebenfalls asiatischer Herkunft ist.
Kens plötzlicher Tod veranlasst Hua die Zeit und Geschehnisse tiefgründig zu reflektieren.
Einige Fotos reichern das Buch an.
Es ist ein interessantes Buch!

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Geschichten des Alltags

Fremder Champagner von Martina Berscheid

Ein Band mit Kurzgeschichten. Die erste ist eine originelle Geschichte um die Phantasie einer Frau.
Auch die zweite Geschichte hat was. Es geht um zwei Familien im Urlaub. Wieder ist die Perspektive ganz bei einer Frau und ihrer Gefühlswelt.
Diese Art der Perspektive behält die Autorin bei, auch wenn die Geschichte „Passwort“ von einem Mann erzählt wird.

Er und seine Freundin geraten in eine Krise, er beginnt ihren Laptop auszuspionieren und erfährt unerwartetes.
Unbedingt erwähnenswert auch “Die Besuche meiner Mutter“. Ein Höhepunkt ist dann noch die Geschichte Der Schmerz.
Es folgen viele ähnliche Stories. Das wird mit der Zeit gleichförmig, doch damit hält die Autorin auch ein gewisses Niveau, dass sie nie über- oder unterschreitet.
Martina Berscheid überzeugt mit Geschichten des Alltags, die ihre Erschütterungen haben.

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Tough

Wer findet das Opfer von Ross Macdonald

Mit Wer findet das Opfer (find a Victim) kann man Ross MacDonald wiederentdecken oder vielleicht auch zum ersten Mal lesen.
Es ist der fünfte Teil der Reihe um den Privatdetektiv Lew Archer.
Archer ist ein Prototyp des toughen Ermittlers, der sich nie einschüchtern lässt und stets selbstbewusst auftritt.

Außerdem fällt es ihm nicht schwer, immer einen ironisch-zynischen Spruch zu finden. Viele Dialoge sind davon geprägt.
Der Plot beginnt mit Tempo, das auch weiterhin einigermaßen gehalten wird. Es gibt vielleicht ein paar Kampfszenen zu viel.
Es ist ein relativ harter Krimi, für seine Zeit. Das Buch wurde 1954 geschrieben.
Man muss es entsprechend einordnen, gerade auch vom Frauenbild.
Der Krimifall selbst reicht nur knapp über Durchschnitt raus. Aber man muss es sicher nicht bereuen, diesen Roman zu lesen.

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Die Suche nach Grace

In den Farben des Dunkels von Chris Whitaker

In den Farben des Dunkels ist ein emotional berührender Roman.
Das liegt zum großen Teil in der Figurengestaltung und -entwicklung.
Die Hauptfiguren Patch und Saint werden beim Lesen für den Leser lebendig.
Die Handlung beginnt in den Siebzigern. Patch und Saint sind Kinder, und Außenseiter. Dann wird Patch verletzt und entführt, weil er ein Mädchen von den Entführer rettete.

In seiner Gefangenschaft befindet sich auch ein Mädchen, Grace, das ihm Trost gibt.
Patch lässt das Erlebnis auch nach seiner Befreiung nicht los. Von Saint hat er sich entfernt. Als er älter wird, sucht er nach Grace, mit allen Mitteln.
Saint leidet darunter. Chris Whitaker wird beiden Figuren gerecht. Und er kann auch Nebenfiguren gut gestalten, zum Beispiel Misty, das Mädchen das Patch damals gerettet hatte. Sie kommt auch nicht los davon.

Die Jahre vergehen. Patch gerät auf schiefe Wege und Saint wird Polizistin.

Als Leser weiß man auch nicht so recht. Gab es Grace wirklich, oder hat Patch sie sich in seiner Not eingebildet?
Ich denke, dass der Autor recht weit geht mit dem psychologischen Aspekt, der seine Figuren so sehr beeinflusst. Aber es ist glaubhaft. Ein so gewaltiges Ereignis, prägt die betroffenen.
Es passiert noch viel in dem Buch, das trotz seines Umfangs vielleicht etwas überfrachtet ist.
Das Buch hat eine Intensität, die man erst einmal aushalten muss, aber es ist ein Leseerlebnis!

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gehen oder bleiben?

Lass uns doch noch etwas bleiben von Lionel Shriver

Lionel Shriver hat ein originelles Buch geschrieben über das Thema selbstbestimmtes Sterben. Das geht sie in diversen Variationen durch.

Mir gefällt der Originaltitel „Should We Stay Or Should We Go“ besser als der deutsche.

Das englische Ehepaar Kay und Cyril Wilkinson beschließen, sich nach ihrem 80 Lebensjahr zu töten, um Krankheit oder Demenz zu entgehen.

Ein Pakt, der in mittleren Jahren geschlossen, noch unverbindlich klingt, wird schließlich konkret.
Aber bei Kay schleichen sich Zweifel ein.
Lionel Shriver weicht dann von einem konventionellen Erzählen ab. Es wird ein Buch mit vielen Verästelungen. In den folgenden Kapiteln spielt sie mögliche Situationen durch. Kay zieht es nicht durch, während Cyril stirbt, dann auch andersrum und die Autorin spinnt aus, wie es mit ihnen weitergeht. Schließlich wird es mit diesen Alternativwelten immer abgedrehter, weicht vom realistischen ab, aber überwiegend ist es stimmig und überzeugend. Es bleibt gut lesbar.
Und vielleicht der stärkste Aspekt: bei all dem zeigt Lionel Shriver auch die Nähe des Paars. Und die Zeit spielt eine Rolle. Es ist die Zeit des Brexit und die der Pandemie. Dadurch entsteht nebenbei auch eine gesellschaftliche Analyse.

Lionel Shriver hat wieder bewiesen, was für eine geschickte Autorin sie ist.

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Geschichten von den Mietern im Erdgeschoss

Dünne Wände von Sidik Fofana

Dünne Wände ist episodenhaft aufgebaut und vermittelt durch die verschiedenen Anschnitte einen Gesamtblick auf das Leben in Harlem der heutigen Zeit.
Besonders den Abschnitt um Ms. Dallas, der in einer Schule handelt, finde ich stark. Der Autor ist selber Lehrer und weiß Bescheid, wie es im Unterricht ablaufen kann.

Die Episoden sind locker durch die Figuren miteinander verbunden.
An der deutschen Übersetzung habe ich leise Zweifel, wobei das auch schwere Aufgabe war. Die Umgangssprache wird schon getroffen, doch etwas geht in der Übersetzung verloren.
Was aber dennoch gut transportiert wird, sind die Gedanken, Hoffnungen, Zweifel und Sehnsüchte der jungen Protagonisten.
Die letzten Worte hat dann aber ein alter Mann, der Tag für Tag mit seinem Schachspiel an der Straße sitzt und das ist sehr originell.

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Die Frau im Tinyhouse

Die Zeit der Zikaden von Moritz Heger


Moritz Hegers letzter Roman war sehr gelungen und in seinem neuen Buch Die Zeit der Zikaden sind ähnliche Qualitäten zu finden, z.B. die Ruhe und innere Kraft des Textes, die auch durch die Protagonistin Alex transportiert werden.
Alex war Lehrerin und gerade in den Ruhestand gegangen.
Zweite wichtige Figur im Roman ist Johann.

Er ist in einer Phase in seinem Leben, indem er Bilanz zieht. In der zweiten Hälfte des Romans treffen Alex und Johann sich und es gibt ausführliche und intensive Dialoge.

Moritz Hegers Stil besitzt Eleganz
Das spürt man besonders bei den beschreibenden Passagen.

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Maddalena Decassian

Maddalena geht von Margit Weiß

Ein Roman um eine Frau in Tirol um 1900; die selbstbewusst den Weg zu einem selbstständigen Leben sucht.
Maddalena ging mit 19 Jahren von zu Hause weg, nachdem ihr liebevoller Großvater starb, und der fiese Vater über sie bestimmen wollte. Sie wurde Hebamme. Damit nimmt sie als berufstätige eine Ausnahmerolle unter den Frauen ein.

Der Roman setzt aber viel später ein, als sie abermals weggeht um ihren Weg zu suchen. Dabei spielen die Erinnerungen ihre erste Flucht eine große Rolle.
Die Autorin Margit Weiß nutzt eine genaue, poetische Sprache, die sofort überzeugt und den Leser an den Text bindet.
Es ist ein realistischer Roman, historisch ohne Kitsch, dafür mit einer inneren Kraft.

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Maddalena Decassian
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Die Geschichte der Zeichnungen

Schlafenszeit - Albträume erwachen, wenn diese Tür sich schließt von Jason Rekulak

Schlafenszeit ist ein fast klassischer Mysterythriller und nicht gerade der schlechteste.
Die junge Mallory hatte ein Drogenproblem, aber jetzt ist sie schon 18 Monate clean und wird bei den Maxwells Kindermädchen für den 5jährigen Teddy.
Der verblüfft durch seine bedrohlich wirkenden Zeichnungen, die schließlich immer detaillierter werden.

Da sie im Buch abgebildet sind, zeigen sie allmählich eine eigene Geschichte. Das habe ich so auch noch nicht gesehen.
Schließlich wird eine Nachbarin tot aufgefunden.
Der Plot bleibt geheimnisvoll und lässt mehrere Schlussfolgerungen zu.
Jason Rekulak hält die Spannung kontinuierlich hoch.

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Die Geschichte der Zeichnungen