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Rezensionen von yellowdog:

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Martina und Kasia

Alle wissen hier alles von Mareike Krügel

Ein packender Roman über zwei Frauen, die sich gegenseitig helfen
Martina Voss ist eine junge Mutter, gerade von ihrem Mann getrennt. Sie trifft im Kindergarten Kasia, ebenfalls eine Mutter, die offensichtlich von ihrem Mann misshandelt wurde.
Martina will helfen und nimmt Mutter und Kind mit zu sich.

Zu viert leben sie zusammen.
Aber auch Martina ist von frühen Erlebnissen her beschädigt und schleppt einiges unverarbeitetes mit sich rum.

Außerdem ist die dörfliche Umgebung immer noch eine männerdominierte und es wird nicht einfach für sie.

Mareike Krügel ist eine Autorin, die zu schreiben weiß. Der Text bleibt kontinuierlich im Fließen. Immer mehr lässt sie die Situation zuspitzen. Das Buch ist so intensiv, dass man als Leser gefesselt ist.

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Martina und Kasia
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Ein sprachlich flotter, geschickt gemachter Roman

Malibu Orange von Ulrike Haidacher

Anja war Krankenpflegerin im Krankenhaus, gab den Beruf nach einem Hörsturz aber auf. Sie zieht wieder zu ihren Eltern und trifft ihre beste Freundin Magda wieder. Doch die scheint verändert. Sie hat einen neuen Freund, der anscheinend nicht ganz einfach ist und viel Einfluß auf sie ausübt. Möglicherweise eine toxische Beziehung.

Da ausschließlich aus Anjas Perspektive erzählt wird, weiß man als Leser nicht genau, wie weit man den trauen kann. Schließlich ist Anja selbst momentan wegen ihrer Situation nicht ganz stabil. Diesen Moment des Zweifels hat die Autorin Ulrike Haidacher geschickt hergestellt.
Doch Anja ist die Einzige, die sich wirklich um Magda sorgt und die Warnzeichen deuten tatsächlich auf einen Missstand hin. Magda scheint weniger fröhlich, trifft sich nicht mehr mit ihren alten Freundin, hat ihren Job gekündigt und setzt auch ihr Studium nicht fort.

Man ist dicht dran an der Protagonistin Anja und folgt dem Text gespannt.

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Ein sprachlich flotter, geschickt gemachter Roman
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Die Leiden des Ben Oppenheim

Sobald wir angekommen sind von Micha Lewinsky

Sobald wir angekommen sind ist ein Roman eines Filmemachers und der nutzt auch filmische Elemente. Die Dialoge sind ausgezeichnet. Das Buch wirkt locker wie eine deutsche Filmkomödie, wenn auch mit tragischkomischen Momenten.
Ben Oppenheim ist ein Schweizer Jude, der als Schriftsteller und Drehbuchautor mehr von früheren Ruhm zehrt.

Von seiner Frau Marina ist er geschieden, aber da die Situation mit 2 Kindern nicht einfach ist, leben sie noch zusammen. Ben hat aber mit Julia eine neue Freundin.
Beunruhigt vom Krieg in Osteuropa fliehen Ben und Marina mit den Kindern panikartig nach Brasilien, wie es einst Stefan Zweig tat, über den Ben recherchiert und schreibt.
Immer wieder gibt es Annäherungen von Ben zu Martina, dann wieder driften sie gefühlsmäßig auseinander. Ben ist eigentlich ständig in Selbstzweifeln. Mal ist sein Selbstbewusstsein angekratzt, dann wieder wirkt er überheblich.
Es gibt viele komische, sogar witzige Episoden. Das Buch ist sehr unterhaltend und geradezu ein Meisterwerk der Ironie.

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Die Leiden des Ben Oppenheim
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Eve in Hollywood

Eve von Amor Towles

Amor Towles führt uns Leser in die frühe Welt Hollywoods der dreißiger Jahre. Obwohl es nicht detailliert um Filmdreharbeiten geht, bekommt man von der Atmosphäre drumherum einiges mit.
Die Protagonistin Eve ist eine Freundin von der Schauspielerin Olivia de Havilland.
So ganz glaubwürdig erscheint mir Eve nicht.

Sie ist spröde, rätselhaft und distanziert. Sie ist schwer fassbar. Das hat mich aber weniger interessiert als erwartet und außerdem agiert Eve im langen Mittelteil relativ wenig.
Schwer zu sagen, wie stimmig diese Hollywood-Porträt mit den hier geschilderten Aspekten ist. Manches kommt mir glaubwürdig vor, einiges aber auch als ein aus heutiger Zeit vorgestelltes Bild. Natürlich ist das aber zulässig, sich über diese Zeit und so ganz besonderen Ort Gedanken zu machen.

Auf mich wirkt der Text mehr wie eine Erzählung als ein Roman und ich vermisse Komplexität und eine größere Relevanz. Das Ganze ist aber gut verfasst und lässt sich gut lesen, dennoch mehr ein Zwischenspiel als ein Hauptwerk.

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Ettore

Der Morgen gehört uns von Davide Coppo

Die Geschichte eines Jungen, der in Italien in rechte Kreise abrutscht, erzählt von ihm selbst.
Es sind die Jahre 2000 bis 2005. Ettore geht motiviert auf das Gymnasium, fühlt sich dort aber schnell isoliert und orientierungslos.

Davide Coppo hat einen guten Stil und er kann Ettores Gedanken vermitteln.

Er versteht es auch Situationen darzustellen und viele Passagen sind eindringlich.
Zwar habe ich keine Sympathien für rechte, aber Ettore ist auch nicht direkt unsympathisch und seine Suche nach etwas Bedeutenden kann man verstehen, doch leider geht er den falschen Weg und das ist ein gesellschaftliches Problem. Man sieht auch, wie Ettore sich verändert und Gewaltbereitschaft zunimmt. Politisch fehlgeleitet radikalisiert er sich.

Ich begrüße derartig kluge, gesellschaftsrelevante Romane.

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Ettore
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Die Schwestern und der Bär

Cascadia von Julia Phillips

Cascadia ist ein Roman, der einige wichtige und relevante Themen behandelt, die mich sehr interessieren.
Zum Beispiel Armut in den USA.
Die Schwestern Elena und Sam kommen nur schwer über die Runden, denn ihre Mutter ist schwer krank. Krankenhauskosten und teure Medikamente treiben sie in Schulden.

Ich denke, dass das kein Ausnahmefall in den USA ist.
Im Hintergrund schwebt dann noch das Thema häusliche Gewalt. Ein ehemaliger Freund der Mutter hatte die Familie tyrannisiert und vermutlich gab es auch Gewalt.
Das hat die Schwestern eng zusammengeschweißt. Und so ist auch das Thema Schwesternschaft hier in einer Tiefe beschrieben und zeigt Verbundenheit, aber auch Grenzen.

Der Roman überzeugt durch seinen Schauplatz, der atmosphärisch stark eingesetzt wird. Eine US-amerikanische Insel, nicht weit von Kanada. Hier gibt es viel Fährbetrieb, denn die Insel ist für Touristen interessant. Sam arbeitet auch einer Fähre.
Doch als dann überraschend ein Bär auftaucht, beeinflusst dass das Leben der Schwestern. Während Sam vor dem Bär Angst hat, ist ihre ältere Schwester von ihm fasziniert und nähert sich ihm ohne Angst.
Wie es mit der Familie weitergeht und was alles passiert, darf hier noch nicht verraten werden.
Es ist ein packender Roman!

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Die Schwestern und der Bär
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Der Moment des Misstrauens

Kleine Monster von Jessica Lind

Jessica Linds erstes Buch hatte schon einen mysteriösen, psychologischen Ansatz. In ihrem neuen Buch ist das psychologische auch stark enthalten.
Die Protagonistin ist eine junge Mutter. Als es in der Schule zu einem Vorfall um ihren Sohn und einer Mitschülerin kommt, beginnt sie, ihrem Sohn zu misstrauen und steigert sich immer mehr hinein.

Dazu gehört auch, dass ihr eigenes Kindheitsdrama um ihre Schwestern und ihrer tragischen Trennung wieder in ihr Bewusstsein kommt.
Damals starb ihre jüngste Schwester und die andere Schwester, die adoptiert war, entfernt sich von der Familie. Diese Adoptivschwester Linda ist übrigens eine großartig gemachte, lebensechte Figur, wie man sie nicht in jedem Roman findet.
Jetzt stellt sich die Frage, ob die ganzen Erinnerungen helfen, die aktuelle Situation zu bewältigen und sich auch den alten Geschehnissen zu stellen.
Das fand ich schon sehr überzeugend, daher denke ich, dass die Autorin Jessica Lind ein großes Potential für auch kommende Bücher von Bedeutung haben wird.

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Der Forscher und das Zugkind

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland von Sarah Brooks

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland. Bei einem Buch mit so einem Titel verwundert es nicht, dass ständig bemerkenswerte Bilderfluten auf den Leser warten. Es gibt zwar den weiten Blick auf die Umgebung, die der Zug 1899 durchquert, aber durch die räumliche Begrenzung des Zuges hat es auch etwas kammerspielartiges.

Es gibt verschiedenen wichtige Protagonisten, die aber teilweise auch zusammengeführt werden.
Da ist die geheimnisvolle Maria Petrowna, das Zugkind Zhang Weiwei, die im Zug geboren ist und dort dauerhaft lebt und es gibt den Forscher John Grey.
Weiwei ist der Zugführung eigentlich loyal, aber diese ist distanziert und daher ist sie bereit einer jungen Frau, Elena, zu helfen, die als blinder Passagier an Bord ist. Doch Elena ist anders als man denkt.
Es gibt den phantastischen Ansatz im Buch, der es mitbestimmt, zum Beispiel durch die Wesen des Ödlands und einige Phänomene.
Die verschiedenen Figuren geben dem Text unterschiedliche Stimmungen.
Dann eint sie aber auch gemeinsames.
Das halte ich von der Autorin Sarah Brooks für außerordentlich wirkungsvoll gemacht. Sie hat den gesamten Roman geschickt gestaltet.
Es ist auch ein Buch, in das ich wahrscheinlich mehrfach wieder hineinlesen werde.

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Der Forscher und das Zugkind
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Juno und Jupiter

Hey guten Morgen, wie geht es dir? von Martina Hefter

Martina Hefter habe ich schon vor Jahren mal live bei einer Bewegungs-Gedicht-Performance gesehen. Auch die Protagonistin dieses Buches, Juno, ist Perfomance-Künstlerin, mittleren Alters. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann Jupiter, der krank ist und im Rollstuhl sitzt. Vermutlich ist es multiple Sklerose.

Ihren Alltag im Schatten dieser Krankheit wird nachvollziehbar gezeigt.
Juno leidet an Schlaflosigkeit. Um sich die Zeit zu vertreiben, chattet sie im Internet mit sogenannten Love-Scammern. Das sind Leute, die Kontakte zu Frauen suchen, um sie um Geld zu betrügen.
Juno macht sich einen Spaß daraus, diese Typen auszutricksen. Doch dann gerät sie mit dem Love-Scammer Beno, der in Nigeria lebt, in eine Art Beziehung. Ihre Gespräche werden immer vertraulicher, aber wie Benos Absichten sind, bleibt dem Leser immer fraglich.

Martina Hefter hat ihren Roman geschickt gemacht, er wirkt realistisch und echt. Junos Gedanken und Empfindungen kann man dicht folgen. Ich halte „Hey Guten Morgen, wie geht es Dir?“ für einen sehr guten Roman!

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Juno und Jupiter
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Kitty Finch

Heim schwimmen von Deborah Levy

Von Deborah Levy habe ich eine Reihe exzellenter Romane gelesen. Heim schwimmen ist überraschenderweise nicht mein Favorit, denn so ganz viel konnte ich mit dem Buch nicht anfangen.
Hauptproblem ist die Fokussierung auf die exzentrische Hauptfigur Kitty Finch, die für mich von Anfang bis Ende rätselhaft geblieben ist.

Gleichzeitig rückt das die anderen Figuren in eher passive, beobachtende Rollen.
Dabei hatten Joe, Isabel, Nina oder Mitchell durchaus Potenzial.
Dennoch gibt es natürlich eine ganze Reihe bemerkenswerter Passagen, die wirklich gut geschrieben sind.

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Kitty Finch