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Rezensionen von yellowdog:

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düsteres Generationsbild aus Frankreich

Aus der Deckung von David Lopez

Der Stil von David Lopez ist ausdrucksstark, aber auch rüde. Nicht immer ist das ganz einfach zu genießen. Aber das eigenwillige ist Programm.
Der Roman ist am Boxgenre angelehnt und es gibt ein paar ausführliche Beschreibungen von Boxkämpfen.
Es sind aber vor allen Dingen die Schilderungen einer Gruppe junger Männer, die abhängen.

Dabei ist die Gedankenwelt des Protagonisten bestimmend. Es ist ein düsteres Generationsbild, sprachlich beeindruckend.

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Die Schriftstellerin und der Vogelpräparator

Aus der Deckung von David Lopez

Sommergäste von Agnes Krup erzählt von der langjährigen Beziehung einer Schriftstellerin und einer Künstlerin. 1925 reist Charlotte Overbeck, Journalistin und Autorin zusammen mit der Bildhauerin Ellen Sinclair nach Rockcliff Isle. Hier treffen sie den Ornithologen und Präparator Crawford Maker.

Gemeinsam werden sie sogar auf der Suche nach einem selten Vogel nach Kongo.

Die Schriftstellerin und der Präparator basieren auf reale Persönlichkeiten. Dabei ist es ein Verdienst der Autorin der berühmten Willa Cather damit ein Denkmal zu setzen. Die Schriftstellerin war sicher keine einfache Persönlichkeit. Agnes Krup schafft den Spagat sie entsprechend schwierig wie auch bedeutend darzustellen.

Neben der fortlaufenden Handlung ab 1925 gibt es auch Rückblicke in die Jahre 1912, als die Freundinnen sich kennen lernten.

Die Handlung des Romans umfasst 36l Jahre und ist damit ein epischer Wurf.

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Der neue Graf von Monte Christo

Aus der Deckung von David Lopez

In dem Roman treffen einige junge Erwachsene aufeinander. Dazu gehören Patrick und Alina, Hannah und Maximilian sowie Robin und der geheimnisvolle Alexander und Leonora.
Alexander treibt ein rätselhaftes Spiel, Leonora hilft ihm dabei. Der Grund liegt in der Vergangenheit.

Es dauert lange, bis der Leser erfährt, was es mit der Episode um Nico von vor 7 Jahren auf sich hat.

Das geheimnisvolle trägt den Roman, die Langsamkeit bei der Plotentwicklung macht es den ungeduldigen Leser schwer. Doch es lohnt sich.
Ein wenig dachte ich an Der Graf von Monte Christo, an den sich die Autorin Laila El Omari originellerweise angelehnt hat.

Ein wenig konstruiert ist die Handlung, dennoch habe ich den Roman mit Interesse gelesen.

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Psychologisch fein gemachtes Bild einer Kleinstadt.

Kostbare Tage von Kent Haruf

Mit Kostbare Tage lässt der US-Amerikanische Schriftsteller Kent Haruf den Leser ein weiteres mal Einblick in die Kleinstadt Holt und deren Bewohner nehmen.
Im Mittelpunkt steht der an Krebs erkrankte 77jährige Dad Lewis.
Seine Tochter Lorraine kommt zurück in die Stadt um ihn zu pflegen und ihre Mutter zu unterstützen.

Der Kontakt zum Sohn Frank hingegen ist seit Jahrzehnten abgebrochen.
Auch weitere Figuren in der Umgebung spielen eine Rolle.

Dad Lewis ist ein gutes Beispiel für den typischen langjährigen Bewohner in Holt, Colorado. Ein kleiner Geschäftsmann, eher konservativ und überwiegend in sich ruhend. Aber so sind nicht alle und wer abweicht, hat es hier nicht leicht.
Das gilt zum Beispiel für den neuen Reverend Lyle, dessen Predigen der Toleranz nicht jedem gefallen und der zudem auch noch familiäre Probleme hat.
Kent Haruf hat eine ganze reihe ausgezeichnet Figuren geschaffen.

Diese Zusammenspiel aus dem Einsatz mehrere Figuren und Wechsel der Gegenwart und Passagen der Vergangenheit, an die Dad Lewis sich erinnert, ist psychologisch stimmig und funktioniert ganz ausgezeichnet.
Es sind bewegende Schilderungen der letzten Tage eines sterbenden Mannes.

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Der Blick des Doktoradten

Kostbare Tage von Kent Haruf

Der Roman ist mir gleich bekannt vorgekommen. Das es sich aber wirklich um einen prominenten Roman handelt, merkte ich erst beim Lesen. Die Oxford-Morde wurde hervorragend besetzt sogar verfilmt. Ich habe mir beim Lesen zwischendurch manchmal den Soundtrack angehört, der die Atmosphärre des Stoffes unterstreicht.

Die Figurenkonstellation gefällt mir sehr gut. Ein junger Doktorand aus Argentinien kommt nach Oxford und trifft dort den bedeutenden Professor Arthur Seldom.

Als seine alte Vermieterin ermordet wurde ermitteln sie gemeinsam.


Auch weitere Figuren werden gut entworfen, z.B. die Mathematikerin Emily Bronson oder die 28jährige Beth, die bei der Ermordeten wohnte.


Da der Erzähler aus einem anderen Land kommt, ist der Krimi nicht so britisch, und ist es teilweise doch, da Oxford aus Schauplatz eine große Rolle einnimmt.

Der Protagonist ist locker und unbefangen, dennoch intelligent. Das überträgt sich auf den Leser und bewirkt ein entsprechendes Lesen.

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mehr als nur ein Thriller

DUNKEL von Ragnar Jónasson

Ich mag Romane, die in Island angesiedelt sind und in Dunkel spielt die Umgebung auch eine Rolle.

Hulda ist eine interessante Protagonistin und der Autor erlaubt dem Leser sehr dicht an diese Figur heranzukommen. Deswegen ist das Buch für mich mehr als nur ein Thriller.
Hulda ist 64 und steht deswegen kurz vor der Pensionierung bei der Polizei.

Aber einen letzten Fall will sie noch bearbeiten. Der Tod einer jungen Russin vor einem Jahr, der unaufgeklärt blieb.

Ragnar Jonasson arbeitet mit der bewährten Methode, zwischen der Haupthandlung Abschnitte aus der Vergangenheit einzuschieben, die man erst später richtig zuordnen kann. Man ahnt aber immer etwas, so wird die Handlung umso interessanter.

Das Finale ist ziemlich packend. Mich hat der Roman nahezu umgehauen!

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Nora Watts 2

DUNKEL von Ragnar Jónasson

Im Schatten der Lüge hat mir zwar bei weitem nicht so gut gefallen wie der Vorgänger Untiefen, aber einen gewissen Drive hat auch dieser Roman.
Nora Watts ist diesmal auf den Spuren ihres lange verstorbenen Vaters.
Dazu verlässt sie Vancouver und reist nach Detroit.
Eigentlich schade, da mich insbesondere das atmosphärische an Vancouver so stark gereizt hatte.

Ihr ehemaliger Partner Brazuca bleibt in Vancouver, aber ihn finde ich als durchschnittliche Nebenfigur und seine Vancouver-Szene sind deswegen kein Ersatz. Schade!

Noras Vater war beim Militär und offenbar auch im Libanon tätig. Da ist es nicht einfach, die Hintergründe zu erfahren.

Im Schatten der Lüge ist recht trocken erzählt. Nora ist ruhiger, immer noch zynisch, aber sie handelt gut überlegt. Mir fehlte die Leidenschaft, die sie früher im starken Maße hatte. Davon abgesehen ist sie immer noch eine toughe Privatermittlerin, die ihresgleichen sucht. Einige Hardboiled-Elemente runden das ab.

Insgesamt ein guter Thriller, der aber auch nicht unbedingt aus der Masse herausragt.

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Gesellschaftsroman in einer unruhigen Zeit

Die Schule am Meer von Sandra Lüpkes

Dieser Roman erzählt von einem Internat auf Juist. Es beginnt 1925. Der Lehrer Paul und seine Familie kommen nach Juist. Seien Frau Anni ist ebenfalls Lehrerin, zieht dabei noch ihre 3 Kinder auf.
Der im Krieg verletzte Eduard Zuckmayer folgt als Musiklehrer und bringt seinen Dackel Waldi mit.
Die resolute Kea macht dort die Hauswirtschaft, ihre kluge Nichte Marje geht dafür kostenfrei zur Schule.

Mit Moskito gibt es einen weiteren Schüler, der sehr im Mittelpunkt steht. Er hat eine verletzte Graugans aufgepflegt, die ihm jetzt treu folgt.

So einige der Sylter Insulaner misstrauen aber dieser neuen Gemeinschaft.
Negative Stimmungen der Zeit werden spürbar und verstärken sich im Laufe der Zeit. Es ist anfangs so eine helle Stimmung, die sich aber mit der Zeit verdüstert. Bis 1934 folgt der Roman dem Verlauf der Schule und den beteiligten Figuren.
Das man weiß, dass es für die freidenkenden und die jüdischer Abstammung schwer wird, bestimmt das Leseerlebnis mit.

Der Roman beeindruckt durch einen ansprechenden, gut lesbaren Stil und gleichzeitig einer gewissen Eleganz. Außerdem fällt es wirklich leicht, die überwiegend sympathischen Figuren zu mögen.

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Die Menschen um das Münster

Der Turm aus Licht von Astrid Fritz

Astrid Fritz ist eine Autorin historischer Romane, die schon lange schreibt.
Vielleicht ist das der Grund, warum man praktisch sofort in der Handlung dieses großen, komplexen Romans um die Schaffung des Freiburger Münsters drin ist. Eine der schönsten Kirchen der Welt.

Aber Astrid Fritz erzählt auch die Geschichte der Menschen, die beteiligt waren.

Der Baumeister Gerhard kommt mit seiner Frau Odilia aus Straßburg um den Bau des Westturms zu übernehmen. Graf Konrad fördert das Projekt, doch nach seinem Tod gibt es viel Ärger mit den egoistischen Nachkommen.
Astrid Fritz lässt außerdem noch eine ganze Reihe weitere Figuren mit relevanten Rollen auftreten. Später wird besonders der junge Bildhauer Josef eine große Rolle spielen.

Man kann tief abtauchen in die Zeit des 13.Jahrhunderts.
60 Jahre werden abgebildet und die Figuren sind so stark gemacht, das man ihnen gerne über einen langen Zeitraum folgt. Und neue Figuren kommen immer wieder dazu. Dabei kann auch der Wandel gezeigt werden.

Der Turm aus Licht ist ein großer historischer Roman, den ich so schnell nicht vergessen werde.

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Katie & Cassidy

When Katie met Cassidy von Camille Perri

Die Rechtsanwältin Katie ist nach einer schlimmen Trennung von ihrem langjährigen Freund Paul ziemlich fertig, als sie Cassidy trifft. Erst beruflich, dann auch privat.
Die selbstbewusste Cassidy trägt Herrenanzüge, ist ebenfalls Anwältin und lebt offen lesbisch.
Zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft.

Und es könnte mehr daraus werden. Dazu sind aber Änderungen erforderlich. Katie muss ihre Unsicherheit ablegen und die unbeständige Cassidy muss Gefühle zulassen.

Die Figuren haben zwar etwas von Stereotypen, aber zum Glück doch auch glaubhafte Eigenschaften.

Camille Perri weiß durch gute Beschreibungen und schlüssige Dialoge zu überzeugen.
Das Setting in New York und der lesbischen Szene in Manhattan prägt das Buch mit und erzeugt zusätzliche Atmosphäre.

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Katie & Cassidy