Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Tony & Carol
Der Knochengarten von Val McDermid
Der Knochengarten ist der neuestes Teil aus Val McDermids langjähriger Reihe um Tony Hill und Carol Jordan. Und es ist der erste Roman, den ich daraus lese. Ich war überrascht, das ich praktisch sofort problemlos reingekommen bin und die Figuren interessant finde.
Der Profiler Tony Hill sitzt selbst im Gefängnis, damit habe ich nicht gerechnet.
Und Carol Jordan musste ihren Job als Polizistin kündigen und sich wegen einer posttraumatischen Belastungsstörungen behandeln lassen.
Eine ungewöhnliche Ausgangssituation, aber Val McDermid schafft es, den Leser so dicht an die Protagonisten heranzuführen, das man glaubt, deren Schicksal zu begleiten.
Zwischendurch gibt es immer wieder Zitate aus einem Buch (Verbrechen lesen) von Tony Hill, die meiner Meinung nach zum Text wirklich passen.
Es gibt noch weitere wichtige Figuren, z.B. die Detectives Paula und Stacey Chen. Und Vanessa, Tonys kalte Mutter.
Der Fall selbst ist schockierend. 40 Skelette von möglicherweise ermordeten Kindern wurden in einem ehemaligen Kloster gefunden.
Mir hat gut gefallen, dass psychologische Momente einen großen Anteil in der Handlung haben.
Die schottische Autorin Val McDermid ist zu Recht als bedeutend angesehen.
Die Koffer von David, Gillian und Michael
Der Knochengarten von Val McDermid
Der Roman fängt vielversprechend an. Drei sehr unterschiedliche Menschen, die am Flughafen ihre Koffer verwechseln. Daraus hätte man viel machen können. Das Buch begnügt sich aber damit, dass die 3, als sie ihre Koffer abholen wollen, von einem Gepäckträger entsprechend belehrt werden, wie sie zu leben haben.
Der Gepäckträger ist eine Art allwissender Engel. Für mich ist diese Figur nicht stimmig.
Was aber funktioniert sind die Figuren, die in ihren Stärken und Schwächen interessant sind.
Da ist der Geschäftsmann David, ordentlich unter Stress, zudem in Eheproblemen.
Dann Gillian Short, die ihre Schwester Becky besucht.
Und der junge Michael, der ein Stipendium als Sportler bekommen könnte, doch seine Interessen liegen im künstlerischen. Es gelingt dem Autor, die Gefühle der Figuren begreiflich zu machen.
David Rawlings Buch ist christlich geprägt.
Der Weg des Wanderers
Als der Wolf den Wald verließ von Rosanne Parry
Als der Wolf den Wald verließ von Rosanne Parry ist bei Coppenrath erschienen und hat den Originaltitel A Wolf called Wander. Übersetzt hat Petra Knese.
Was mich am Buch neben der einfühlsam erzählten Geschichte am meisten beeindruckt sind die reichhaltigen Illustrationen, die auf fast jeder Seite enthalten sind.
Sie sind weder zu schlicht noch zu übertrieben. Die Illustrationen stammen von Monica Armino.
Dann ist die Tierdarstellung zu begrüßen. Den Wölfen werden ihre tierische Identität gelassen und werden nicht vermenschlicht.
Dennoch gelingt es der Autorin den Leser dicht an die emotionale Seite des Wolfes herankommen zu lassen. Das liegt auch daran, das man ihn schon als Welpe durch das Buch begleiten kann.
Den Namen Wanderer wird der Wolf erst am Ende des Buches für sich wählen. Als Welpe wird er flink genannt.
Ein üppiger Anhang gibt zusätzliche Informationen über die wahre Geschichte und dem Lebensraum von Wölfen.
düsteres Generationsbild aus Frankreich
Aus der Deckung von David Lopez
Der Stil von David Lopez ist ausdrucksstark, aber auch rüde. Nicht immer ist das ganz einfach zu genießen. Aber das eigenwillige ist Programm.
Der Roman ist am Boxgenre angelehnt und es gibt ein paar ausführliche Beschreibungen von Boxkämpfen.
Es sind aber vor allen Dingen die Schilderungen einer Gruppe junger Männer, die abhängen.
Dabei ist die Gedankenwelt des Protagonisten bestimmend. Es ist ein düsteres Generationsbild, sprachlich beeindruckend.
Die Schriftstellerin und der Vogelpräparator
Aus der Deckung von David Lopez
Sommergäste von Agnes Krup erzählt von der langjährigen Beziehung einer Schriftstellerin und einer Künstlerin. 1925 reist Charlotte Overbeck, Journalistin und Autorin zusammen mit der Bildhauerin Ellen Sinclair nach Rockcliff Isle. Hier treffen sie den Ornithologen und Präparator Crawford Maker.
Gemeinsam werden sie sogar auf der Suche nach einem selten Vogel nach Kongo.
Die Schriftstellerin und der Präparator basieren auf reale Persönlichkeiten. Dabei ist es ein Verdienst der Autorin der berühmten Willa Cather damit ein Denkmal zu setzen. Die Schriftstellerin war sicher keine einfache Persönlichkeit. Agnes Krup schafft den Spagat sie entsprechend schwierig wie auch bedeutend darzustellen.
Neben der fortlaufenden Handlung ab 1925 gibt es auch Rückblicke in die Jahre 1912, als die Freundinnen sich kennen lernten.
Die Handlung des Romans umfasst 36l Jahre und ist damit ein epischer Wurf.
Der neue Graf von Monte Christo
Aus der Deckung von David Lopez
In dem Roman treffen einige junge Erwachsene aufeinander. Dazu gehören Patrick und Alina, Hannah und Maximilian sowie Robin und der geheimnisvolle Alexander und Leonora.
Alexander treibt ein rätselhaftes Spiel, Leonora hilft ihm dabei. Der Grund liegt in der Vergangenheit.
Es dauert lange, bis der Leser erfährt, was es mit der Episode um Nico von vor 7 Jahren auf sich hat.
Das geheimnisvolle trägt den Roman, die Langsamkeit bei der Plotentwicklung macht es den ungeduldigen Leser schwer. Doch es lohnt sich.
Ein wenig dachte ich an Der Graf von Monte Christo, an den sich die Autorin Laila El Omari originellerweise angelehnt hat.
Ein wenig konstruiert ist die Handlung, dennoch habe ich den Roman mit Interesse gelesen.
Psychologisch fein gemachtes Bild einer Kleinstadt.
Kostbare Tage von Kent Haruf
Mit Kostbare Tage lässt der US-Amerikanische Schriftsteller Kent Haruf den Leser ein weiteres mal Einblick in die Kleinstadt Holt und deren Bewohner nehmen.
Im Mittelpunkt steht der an Krebs erkrankte 77jährige Dad Lewis.
Seine Tochter Lorraine kommt zurück in die Stadt um ihn zu pflegen und ihre Mutter zu unterstützen.
Der Kontakt zum Sohn Frank hingegen ist seit Jahrzehnten abgebrochen.
Auch weitere Figuren in der Umgebung spielen eine Rolle.
Dad Lewis ist ein gutes Beispiel für den typischen langjährigen Bewohner in Holt, Colorado. Ein kleiner Geschäftsmann, eher konservativ und überwiegend in sich ruhend. Aber so sind nicht alle und wer abweicht, hat es hier nicht leicht.
Das gilt zum Beispiel für den neuen Reverend Lyle, dessen Predigen der Toleranz nicht jedem gefallen und der zudem auch noch familiäre Probleme hat.
Kent Haruf hat eine ganze reihe ausgezeichnet Figuren geschaffen.
Diese Zusammenspiel aus dem Einsatz mehrere Figuren und Wechsel der Gegenwart und Passagen der Vergangenheit, an die Dad Lewis sich erinnert, ist psychologisch stimmig und funktioniert ganz ausgezeichnet.
Es sind bewegende Schilderungen der letzten Tage eines sterbenden Mannes.
Der Blick des Doktoradten
Kostbare Tage von Kent Haruf
Der Roman ist mir gleich bekannt vorgekommen. Das es sich aber wirklich um einen prominenten Roman handelt, merkte ich erst beim Lesen. Die Oxford-Morde wurde hervorragend besetzt sogar verfilmt. Ich habe mir beim Lesen zwischendurch manchmal den Soundtrack angehört, der die Atmosphärre des Stoffes unterstreicht.
Die Figurenkonstellation gefällt mir sehr gut. Ein junger Doktorand aus Argentinien kommt nach Oxford und trifft dort den bedeutenden Professor Arthur Seldom.
Als seine alte Vermieterin ermordet wurde ermitteln sie gemeinsam.
Auch weitere Figuren werden gut entworfen, z.B. die Mathematikerin Emily Bronson oder die 28jährige Beth, die bei der Ermordeten wohnte.
Da der Erzähler aus einem anderen Land kommt, ist der Krimi nicht so britisch, und ist es teilweise doch, da Oxford aus Schauplatz eine große Rolle einnimmt.
Der Protagonist ist locker und unbefangen, dennoch intelligent. Das überträgt sich auf den Leser und bewirkt ein entsprechendes Lesen.
mehr als nur ein Thriller
DUNKEL von Ragnar Jonasson
Ich mag Romane, die in Island angesiedelt sind und in Dunkel spielt die Umgebung auch eine Rolle.
Hulda ist eine interessante Protagonistin und der Autor erlaubt dem Leser sehr dicht an diese Figur heranzukommen. Deswegen ist das Buch für mich mehr als nur ein Thriller.
Hulda ist 64 und steht deswegen kurz vor der Pensionierung bei der Polizei.
Aber einen letzten Fall will sie noch bearbeiten. Der Tod einer jungen Russin vor einem Jahr, der unaufgeklärt blieb.
Ragnar Jonasson arbeitet mit der bewährten Methode, zwischen der Haupthandlung Abschnitte aus der Vergangenheit einzuschieben, die man erst später richtig zuordnen kann. Man ahnt aber immer etwas, so wird die Handlung umso interessanter.
Das Finale ist ziemlich packend. Mich hat der Roman nahezu umgehauen!
Nora Watts 2
DUNKEL von Ragnar Jonasson
Im Schatten der Lüge hat mir zwar bei weitem nicht so gut gefallen wie der Vorgänger Untiefen, aber einen gewissen Drive hat auch dieser Roman.
Nora Watts ist diesmal auf den Spuren ihres lange verstorbenen Vaters.
Dazu verlässt sie Vancouver und reist nach Detroit.
Eigentlich schade, da mich insbesondere das atmosphärische an Vancouver so stark gereizt hatte.
Ihr ehemaliger Partner Brazuca bleibt in Vancouver, aber ihn finde ich als durchschnittliche Nebenfigur und seine Vancouver-Szene sind deswegen kein Ersatz. Schade!
Noras Vater war beim Militär und offenbar auch im Libanon tätig. Da ist es nicht einfach, die Hintergründe zu erfahren.
Im Schatten der Lüge ist recht trocken erzählt. Nora ist ruhiger, immer noch zynisch, aber sie handelt gut überlegt. Mir fehlte die Leidenschaft, die sie früher im starken Maße hatte. Davon abgesehen ist sie immer noch eine toughe Privatermittlerin, die ihresgleichen sucht. Einige Hardboiled-Elemente runden das ab.
Insgesamt ein guter Thriller, der aber auch nicht unbedingt aus der Masse herausragt.






