Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Wieder in Karlsbad
Turbulente Zeiten von Ada Caine
1896: Burgl ist der Neuanfang in Karlsbad geglückt. Die Oblatenbäckerei floriert und Burgl erwartet ihr erstes Kind. Allerdings hat sie auch einige Neider, die ihr den Erfolg nicht gönnen. Hört das denn nie auf?
Und noch mehr geschieht: Junge Frauen verschwinden. Hier spielt jemand ein ganz mieses Spiel.
Ada Caine hat ihre Karlsbader Geschichten liebevoll weitergeführt und ausgebaut. Wieder taucht man in den Jahren um 1900 in die Bäderszene ein, erlebt eine Saison mit reichen Kurgästen und der arbeitenden Bevölkerung. Das ist interessant, auch Aufregung gibt es genug. Sogar oberste Stellen müssen eingreifen!
Schöne, gemütliche und unterhaltsame Alltagsgeschichten einer vergangenen Zeit.
Der Zauberbus
OTTO fährt los - Weihnachten in Finnland von Madlen Ottenschläger
Ein wunderschönes Cover mit funkelnden Glitzersternchen macht Lust auf das Buch. Auch die Vorsatzseiten mit Schneeflocken passen gut. Die sofortige Landung auf der Fähre ist etwas hart, kaum eine Vorstellung von Otto ( „… ich bin ein Zauberbus…“, aha) oder den Reiseplänen. Dann ist man in Finnland und dort ist es schön.
Es gibt viel zu entdecken, viel zu erfahren. Wie heißt der Weihnachtsmarkt, wie nennt man finnische Pfefferkuchen, und wie den Weihnachtsmann ( Joulupukki ). Es gibt das Lucia- Fest, Saunawichtel, den Feuerfuchs, Polarlichter ( wenn man Glück hat!) und vieles mehr. Die Einwohner heißen Samen, nett sind sie auch.
Sehr kindgerecht wird erzählt, abenteuerlich geht es zu, aber das Beste sind die wunderschönen Zeichnungen, farbenfroh, fantasievoll, schön anzuschauen.
Die Packliste für einen „Winterkoffer“ ist zwar nicht ganz vollständig, aber das erwartet man ja auch nicht.
Mit kleinen Abstrichen ( uns fehlt eine sanfte Einleitung) eine gute Einstimmung auf die Weihnachtszeit und gelungenes Vermitteln von Wissen zum Thema hoher Norden und dortige Sitten. Schön für Kinder ab vier Jahren.
Magische Musik
Magic Music, Band 1 - Der rätselhafte Rückwärtszauber von Michael Petrowitz
Lady Frost hat in der kleinen irischen Bücherei eine gaaaanz wichtige Aufgabe: sie muss die magische Harfe hüten! Davon weiß Tristan, urlaubend in dem kleinen Örtchen, natürlich nichts. Aber er wundert sich: über Roller fahrende Schwäne, einen Konditor, der vor seinen Augen die ersehnten Törtchen selber vernascht, bis auf … klingende Törtchen.
Darüber hätten wir gern mehr erfahren.
Dann geschieht Tristan ein Missgeschick.
Michael Petrowitz schreibt leicht verständlich, kindgerecht und in kurzen Sätzen. Die Handlung ist ist gut nachvollziehbar, die beiden Kinder sind sympathisch und besonders Mel ist clever und mutig. Ein wenig Abenteuer, eine Portion Magie und ein gelungenes Beispiel für Zusammenhalt und Freundschaft prägen das Buch. Gelungene, gut erkennbare und hübsch gestaltete Illustrationen lockern den Text auf.
Das Buch liest sich flüssig und angenehm, ist unterhaltsam und lässt auf weitere Geschichten aus Glennyfey hoffen.
Clever
Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code von Richard Osman
Eine Hochzeit zu Beginn, wie schön! Joana heiratet, aber der Trauzeuge ist extrem nervös. Klarer Fall, er braucht Hilfe. Elizabeth Brett, ehemalige Agentin), übernimmt. Nicht allein, sondern mit bewährten Mitstreitern. Es kommen auch einige neue Gesichter dazu, ebenfalls ganz spezielle Menschen.
Richard Osman schreibt gewohnt witzig bis sarkastisch, gibt seinen Charakteren jeweils einen eigenen Stil und lässt sie anschaulich und gut vorstellbar agieren.
Elizabeth, die Kluge, Joyce, die Aufmerksame und Verständnisvolle, Ibrahim, der Zuverlässige und Ron, das herzliche Raubein - ich mag sie alle. Natürlich auch die eingebauten Anekdötchen (angeben mit dem Schwiegersohn, Whirlpoolphobie … ).
Klar, dass es auch wieder massenhaft Probleme gibt. Einige Längen auch. Kommt der Donnerstagmordclub damit zurecht?
Spannend, unterhaltsam, gut ausgedacht - macht Spaß, zu lesen.
Die Touristen sind weg!
Alle weg von Stefan Maiwald
Die Touristen sind weg! Die Touristen sind weg, es ist Nachsaison an der Adria. Die Monate in Pinos Bar sind dennoch nicht langweilig. Begebenheiten des Sommers, Unglücke, Anekdoten, unglaubliche Geschichten - so war es. Auch viele andere Themen kommen Stefan Maiwald vor die Feder: Krokodile, Vereinssport, Gulasch, Zentralheizungen, die Bora, ägyptische Bauarbeiter und mehr.
Aus Sicht eines Zugezogenen, aber als guter Beobachter mittendrin gibt er Lifeeindrücke vom Leben in Grado, Italien. Die Nebensaison ist alles andere als trüb.
Seine Sätze sind Statements. Präzise formuliert, authentisch und eindrucksvoll. Kurze Texte fangen die Stimmung ein. Der Hochsaisontrubel ist vorbei, man erholt sich und erwartet Kommendes. Liest sich fast so, als wäre man mittendrin. Besonders schön: kapitelweise konsumieren und ein wenig Nachdenkzeit investieren. Vielschichtig und interessant!
Das Wasser des Avalon
Grand Hotel Avalon von Maggie Stiefvater
Januar 1942. June Porter Hudson führt das abgelegene Luxushotel Avalon, bekannt für sein lebendiges und magisches Heilwasser. Eigentlich ein Platz für die Reichen. Dann beschlagnahmt die Regierung das Hotel für besondere Personen, nicht für irgendwelche: „300 hochrangige Diplomaten der Achsenmächte“.
Italiener, Japaner, Deutsche, … . Man achte auf die Zeit! Das Personal muss für sie sorgen, obwohl viele von ihnen selbst persönliche Verluste durch den Krieg erlitten haben.
Die Angestellten erweisen sich als loyal und höflich dank Hossˋ (June). Unter den Nationalitäten gibt es jedoch einige Probleme.
Maggie Stiefvater beschreibt das genial, anfänglich sogar witzig, auf den Punkt. Aber sie fordert den Leser auch: viel Ungesagtes hat eine große Bedeutung.
Ein sehr gelungener Roman über Geschehnisse in den USA 1942. Teilweise fiktiv, teilweise auf ähnlichen Vorkommnissen beruhend.
Kein Buch zum schnell mal drüberlesen, es braucht Aufmerksamkeit und Nachdenken. Lesenswert.
Streuner unterwegs
3 Streuner und der sprechende Berg von Anja Fröhlich
Aus Hundesicht erzählt und dadurch besonders interessant: Frauchen Joy darf einen Hund mit in die Schule nehmen. King Kerls Tauglichkeit wird auf Joys Geburtstagsparty getestet. Er besteht und darf/ muss mit in die Schule.
Naturgemäß gibt es für den Fellfreund dort viel Neues und Rätselhaftes. Und eine Überraschung!
Dank Anja Fröhlich sieht der Leser Gewohntes aus anderem Blickwinkel.
Schön, dass hier keine Belehrungen oder besserwisserische Ratschläge erteilt werden, sondern staunend der Schulalltag und sein Drumherum beschrieben werden. Es werden Gefühle wie Stolz, Neugier und Toleranz angesprochen, aber es geht auch um Neid, Angeberei und Missgunst.
Liest sich ganz toll, meine Kleine hat richtig mitgefiebert und gespannt auf die Vorlesezeit am Abend gelauert. Vieles wird thematisiert: Spaß, Abenteuer, Ekel, Mut und Freundschaft - alles andere als langweilig!
Süßes mit Sinn
Der Laden in der Mondlichtgasse von Hiyoko Kurisu
Eine ganz besondere Konditorei ist ausschließlich zwischen Vollmond und Neumond geöffnet. Sie ist ein Ort zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Nur wenn man große Probleme hat, kann man sie betreten. Wie zum Beispiel Kana, eine Schülerin oder Koguma, ein Immobilienmakler. Die Probleme sind vielfältig, betreffen verschiedenste Aspekte des alltäglichen Zusammenlebens.
Fuchsgeist-Verkäufer Kogetsu gibt seinen sechs Besuchern eine traditionelle japanische Süßigkeit, die ihre Probleme lösen können soll. Wirklich? Die Kümmernisse sind leider oft anzutreffen und glaubhaft, die anschließenden Verhaltensweisen mir aber zum Teil zu moralisierend.
Der Halbfuchs-Verkäufer beobachtet, wie sich das Leben seiner Gäste nach dem Verzehr gestaltet, möchte Wissen, was Menschen fühlen, was sie ausmacht.
Die Geschichte ist gut ersonnen, erinnert an traditionelle japanische Fabeln.
Den Erzählstil finde ich etwas hölzern, dennoch sanft und bedächtig.
Eine märchenhafte Idee, aber nicht wirklich meins.
Cozy Romcom
Spookily Yours von Jennifer Chipman
Menschen feiern Weihnachten, Hexen Halloween. Hexe Willows Lieblingsmonat ist demzufolge Oktober. Derzeit hat sie kein Vertrauenstier. Ein kleiner schwarzer Kater aus dem Tierheim soll das ändern. Nur: er ist nicht wirklich ein Kater, aber auf dem besten Weg dorthin. Ob Willow, die Menschenfrau aus Pleasant Grove, ihn zurückverwandeln kann? Würde ich nicht, wenn er mich immer mit „klein“ abwertet.
Aber: sie tut es, denn sie ist zucker-, zucker-, zuckersüß. Und er entpuppt sich als ein ganz heißer Typ. Natürlich ist er auch ein genialer und oft beschriebener Liebhaber. Viel mehr als das und dass Willow gut küssen kann, erfährt man nicht über sie. Dafür eine Menge über Sachen, die man aus und mit Kürbis machen kann.
Jennifer Chipman hat mit der Konstellation Hexe/ Dämon ein Pärchen kreiert, das eigentlich gegensätzlich sein sollte, aber perfekt zusammenpasst. Die Autorin gibt eine Portion Magie und Romantik dazu, einige Dämonen-Gewissenskonflikte obendrauf und fertig ist eine leichte Urlaubsgeschichte wie ein Keks: schnell konsumiert, schnell verdaut.
Im Zauberwald
Ein Einhorn namens Oktober von Maria Höck
Im Zauberwald kommt ein kleines Einhorn zur Welt. Oktober, so heißt es nach seinem Geburtsmonat, ist fröhlich, temperamentvoll und ziemlich verkuschelt. Auf den ersten Geburtstag freut er sich ganz besonders, da bekommen nämlich Einhörner Zauberkräfte. Jedes Einhornkind erhält eine andere. Einige werden aufgezählt, sogar in farbiger Schrift.
Alle sind supertoll. Aber Oktober wartet vergeblich. Er macht sich auf die Suche. Was er erlebt, wird liebevoll geschildert.
Schöne Gesprächsanlässe ergeben sich : Was würdest du gern können? Das fördert Phantasie, motiviert zum Erzählen. Wichtige Eigenschaften werden thematisiert, eine lesenswerte Story mit gelungenen Illustrationen.
Eine bezaubernde und kindgerechte Mutmach- und Wohlfühl- Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt, für Kinder ab 4 Jahren.











