Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Sybille in Action
Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen von Sybille Bullatschek
Das Übliche: die Pflägekraft gibt alles, aber irgendein Miesepeter bewertet Heim und Personal schlecht. Das kann ja wohl nicht wahr sein! Und auf die Bewerbung für das Fernsehquiz kam auch noch keine Antwort… Als dann doch, verbietet der Chef die Teilnahme. Dass Sybille irrtümlich Jemanden niedergeschlagen hat, ist fast gar nicht schlimm.
Sybille Bullatschek treibt es mit wahnwitzig wuchernder Phantasie wieder auf die Spitze. Selbstironisch und chaotisch beschreibt sie ihren und den Alltag im Seniorenheim. Es ist immer etwas los. Egal, ob gläserne Hasen eine Rolle spielen, ob singende Herren nerven oder renitente Damen randalieren, Aggro-Seifert Blütenteppiche zerstört, Lamas spucken oder Bulli in der Eiche landet. Natürlich bekommt Otterle sein Fett weg, nervt Azubine Steffi und Schildkrötle hat Pech.
Aber irgendwie fügt sich alles!
Komisch, unterhaltsam und skurril, heitert auf an trüben Tagen.
Psycho
Aschesommer von Benjamin Cors
Spannend von der ersten Seite an. Wer ist so abartig veranlagt, dass er ein Paar in einer Kältekammer sterben lässt? Eine mysteriöse Botschaft an der Wand hinterlässt? Die Ermittler Jakob Krogh und Mila Weiss haben einen Verdacht. Nur: der potentielle Täter sitzt derzeit in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt! Interessant, dass der dortige Leiter ein machtgieriger inkompetenter Macho ist.
Benjamin Cors zeichnet seine Protas authentisch. Jede/r hat seine Eigenheiten, hat zu kämpfen. Originell sind sie alle, auf den Mund gefallen auch nicht. Wenngleich manche Eigenschaften nervig sind ( ständiges Kaugummikauen oder extrem laute Musik), machen sie genau die Lebendigkeit aus, die die Personen vorstellbar, nahbar, macht. Zwei von ihnen kämpfen mit eigenen Dämonen. Zunächst haben sie keine erfolgversprechenden Spuren. Jemand will Entwicklungsgeschichte nachspielen, aber warum, wozu, wie? Welch ein größenwahnsinniger Gedanke!
Origineller, gut zu lesender Thriller mit interessantem Hintergrund.
Kinderwunsch
Hello Baby von Kim Eui-kyung
Sachlich und dadurch umso mitnehmender wird berichtet, was Frauen auf sich nehmen, um ein Kind zu bekommen. Der Roman ist in Korea angesiedelt, jedoch gibt es unerfüllte Kinderwünsche in vielen Ländern. Die Rede ist von ausgesprochen schmerzhaften medizinischen Behandlungen, von Fehlversuchen, geplatzten Träumen, aberwitzigen Ideen und immer weiteren Anstrengungen, doch noch das ersehnte Babyglück zu erlangen.
Oft ist es der eigene Wunsch oder, bei uns weniger oft, der Wunsch der autoritären Schwiegereltern. Unglaublich, was die Frauen auf sich nehmen, unter welchem Druck sie zudem stehen. Egal, ob selbst auferlegt oder von anderen gedrängt.
Kim Eui-kyung lässt die Frauen selbst zu Wort kommen. Sie beschreiben sehr gut vorstellbar ihre Sorgen, Gefühle und Gedanken. Es wird gelästert - klar, ein Ventil in Stresssituationen ist immer hilfreich. Aber auch Meinungen von Kollegen oder Bekannten fließen ein. Das allerdings ist nicht immer sinnvoll oder mutmachend.
Die Autorin lässt eine Ahnung sowohl vom körperlichen als auch emotionalen Druck aufkommen. Solche Situationen zu erleben, wünscht man Keinem. Ein Plädoyer um Verständnis für betroffene Frauen.
Möchte ich das?
Vorsehung von Liane Moriarty
Ein unscheinbare ältere Dame verkündet den Passagieren eines Linienfluges ihre Lebenserwartung und ihre Todesursache. Sie arbeitet sich durch das gesamte Flugzeug, muss eine Aufgabe erfüllen. Die Passagiere reagieren unterschiedlich. Die meisten sind geschockt, manche halten es für unsinnige Wahrsagerei.
Zu vielen gibt es Hintergrundgeschichten.
Das ist spannend, faszinierend, sogar gruselig. Über die hübsche Stewardess Allegra erfährt man sehr viel, man leidet mit.
Die Neugier ist also geweckt. Wie geht es weiter? Treffen die Prophezeiungen so ein?
Die allwissende Erzählerin Cherry berichtet über sich, ist eigentlich nicht wirklich besonders. Interessant ist ihr Leben aber doch. Aber tatsächlich spannend sind die weiteren Lebenswege der Flugzeuginsassen. Man lernt sie näher kennen, sie sind gut vorstellbar beschrieben. Der Leser lauert regelrecht darauf, ob die prophezeite Situation eintrifft.
Man fängt an, über Wahrsager, Schicksale oder lebensverändende Umstände nachzudenken. Ein Gedankenkarussel wird in Gang gesetzt. Kann man Sein Schicksal beeinflussen?
Super geschrieben, hat mich gecatcht.
Düster
Blood of Hercules von Jasmine Mas
Was ist das für eine schreckliche Welt in der Zukunft. Titanen töten Menschen aus Spaß an Gewalt, die meisten Menschen sind arm und vegetieren vor sich hin, nur einer herrschenden Elite geht es gut. Alexis wächst bei gewalttätigen Pflegeeltern auf bis sie 10 ist, hat eine unsichtbare Schlange zum Freund und muss einen Pflegebruder durchbringen.
Als ihre Betreuer sie halb tot schlagen, ist sie auf sich allein gestellt. Mit 19 wird ein Geheimnis gelüftet. Grausame Rituale bestimmen fortan ihren Weg. Prüfungen bestehen daraus „Schmerzen, Leid, Dreck, Angst und Hunger zu ertragen.“ Alle versuchen, Alexis zu manipulieren, sie zu brechen. Aber ein weiteres Geheimnis ist in ihr.
Jasmine Mas schreibt packend, ironisch, witzig und sarkastisch. Nach leichten Startschwierigkeiten habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Alexis ist unheimlich stark, bleibt sich stets treu und geht ihren Weg. Allerdings: der letzte Teil ist so gar nicht meins. Ich hoffe auf erlösende Fortsetzung.
Zur Einschulung
Leserabe Sonderausgaben - Juhu, jetzt bin ich Schulkind! von Doris Arend; Tanja Bürgermeister; Anja Kiel; Henriette Wich
Der Leserabe begleitet durch das 1. Schuljahr. Dass tut er gewohnt unterhaltsam und gibt verschiedene Aufgaben und Anregungen. Selbst gestalten: „Das war in meiner Schultüte; So haben wir gefeiert; Mein Schulranzen; ….“. Kind kann malen oder Fotos einkleben. So entsteht ein individuelles und sehr persönliches Erinnerungsbuch.
Ausmalen, einkreisen, kleine Rätsel lösen sind weitere, altersgerecht zu lösende Anforderungen. Die Aufgaben sind abwechslungsreich und machen Spaß, manch härtere zu knackende Nuss ist auch dabei.
Sehr gut gefallen uns die farbigen und lustigen Illustrationen. Sie sind gut erkennbar und passen genau zum Text.
Besonders gern werden Texte mit Zeichnungen „gelesen“, d.h. ein Lesekundiger liest und Kind spricht die Bildwörter dazu. Allein schon diese Übungen machen viel Freude. Praktisches Gimmick: Namensschilder für Bücher oder Hefte.
Fazit: dieses Buch gehört in jede Schultüte ( oder daneben). Und ist seine 12.99 auf alle Fälle wert.
Eine Berufung
Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen von Ito Ogawa
Hatoko kehrt in ihren Heimatort Kamakura zurück, um den Schreibwarenladen der verstorbenen Großmutter zu übernehmen. Zusätzlich enthält das Erbe das Amt der öffentlichen Schreiberin. Dabei müssen das Papier, die benutzte Tinte, der Sprachstil, die Tusche, sogar die Briefmarke nach bestem Gefühl ausgewählt werden.
In Japan ein anerkannter und wichtiger Beruf.
Hatokos Ausbildung als Kalligrafin begann, als sie sechs Jahre alt war. Eine Stunde täglich musste sie üben. Das steigerte sich, die strenge Großmutter beeinflusste ihre Kindheit stark. Ständige Antreiberei ließen keine Freundschaften oder kindliche Freizeitvergnügen zu.
Die Hauptfigur erzählt detailliert, kleinteilig, beschreibt überaus gründlich ihre Art des Briefeschreibens. Ihr Ziel ist es, andere Menschen mit ihren Arbeiten glücklich zu machen. Ihre Geduld, ihr Streben nach Perfektion bei den immer sehr persönlichen Briefen sind bewundernswert. Jedes Schreiben ist ein gut überlegtes Kunstwerk, gewissenhaft verfasst und nur darum geht es in diesem Buch. In Maßen durchaus nicht uninteressant, mir für ein ganzes Buch zu ausführlich. Gut, dass durch die Briefe Lebenseinblicke gegeben werden. Mehr Interessantes Persönliches von Poppo-chan hätte mir gefallen, aber: „Sie schrieb über banale Dinge, …“ , urteilt sie über ihre Vorgängerin. Trifft auch auf sie zu. Der Japan- Zauber, die fernöstliche Poesie - kam bei mir nicht an.
Ito Ogawa hat eine Melange aus Sachbuch und Alltag einer seltenen Berufsgruppe verfasst. Für an einige japanischen Bräuchen und an der Tätigkeit öffentlicher Schreiberinnen interessierten Lesern ein unaufgeregter Leckerbissen.
Aus der Zeit gefallen
Das Ministerium der Zeit von Kaliane Bradley
Menschen, die in ihrer Zeit aus verschiedenen Gründen versterben, werden zu Forschungszwecken in die Gegenwart geholt. Verschiedene Epochen, verschiedene Geschlechter, verschiedene Berufe und natürlich sehr unterschiedliche Charaktere. Jede/r bekommt eine/n Betreuer/in, der/die ihnen hilft, sich zurechtzufinden.
Graham Gore, Commander der Royal Navy, ca. 1809-1847, ist einer von ihnen. Sehr interessant, ihn bei der Eingewöhnung zu beobachten, seinen Gedanken zu folgen.
Humorperlen durchziehen das Buch. Sehr amüsant ist die Beschreibung, wie Graham Fahrrad fahren erkundet.
Dennoch setzt sich bei der „Brücke“ ( Betreuerin) und auch bei dem Leser der Gedanke durch: ist es zu vertreten, Menschen ohne ihre Zustimmung in eine andere Welt zu holen und als Versuchskaninchen zu benutzen? Ihnen Nummern statt Namen zu geben?
Ethik geht anders. Und auch im Buch kommt alles ganz anders. Das Ende ist zunächst verworren, dann erwartbar.
Fazit: streckenweise spannend, interessant, verwirrend, faszinierend - alles dabei!
Fremde Welten
The Last One (Schicksalsberührt, Band 1) von Rachel Howzell Hall
Kai wacht ohne jegliche Erinnerung auf, wird bestohlen und gerät sofort in eine missliche Lage. Feindliche gesinnte Bewohner in einem armseligen Dorf verurteilen sie zur Zwangsarbeit und noch immer weiß sie nicht, wer sie ist und woher sie kommt. Bei einem Überfall auf das Dörfchen verteidigt sie die Einwohner heldenhaft, erringt Anerkennung - aber nicht von allen.
Dann tauchen Wesen mit Zauberkräften auf, wollen ihrer habhaft werden.
Packend und faszinierend! Kai entdeckt ihre besonderen Fähigkeiten und macht sich auf die Suche …
Rachel Howzell Hall hat einen flüssigen, angenehmen Schreibstil. Sie baut immer wieder Spannung auf, ersinnt fantastische Begegnungen und Abenteuer und ist ausgesprochen kreativ, Namen für Personen zu finden. Nicht zu vergessen: auch die Liebe kommt vor.
Gut zu lesen, packend über weite Teile, zum Schluss aber unnötig verworren.
Flucht nach Alaska
Kodiak Echoes – Hide me von Julia Pauss
Brynn wurde in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen, lebt unter anderen Namen in Alaska, in einem 620 Seelen-Ort. Ohne Freunde, Komfort, Internet und gegenüber einem bärbeißigen Ranger. Sein Bruder wird als Mörder gesucht.
Das alles beschert Brynn oder Blair, wie sie jetzt heißt, Albträume und Panikattacken.
Dass sie sich verfolgt fühlt, macht es nicht besser.
Warum verhalten sich die meisten Einwohner ihr gegenüber feindselig?
Und was genau verbirgt sich hinter dem grantigen Auftreten des Nachbarn?
Julia Paussˋ Geschichte zieht den Leser schnell in ihren Bann. Wunderschöne Natur, vielfältige Tierarten, aber auch skrupellose Wilderer und überforderte Beamte spielen eine große Rolle. Es wird gefährlich, Brynn entdeckt Unglaubliches.
Extrem spannend, geschickt aufgebaut und überaus packend - unbedingte Leseempfehlung von mir.
Nur etwas hat gestört: Warum sind alle Kapitelüberschriften auf Englisch?











