Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Annis Leben
Das gute Leben von Nadine Schneider
Interessantes hatte ich erhofft; nämlich eine Zeitgeschichte, beginnend in den 60ern in einer Gegend in Deutschlands Süden.
Bekommen habe ich eine Lebensgeschichte. Oma Anni, eingewandert aus Rumänien, vererbt Enkelin Chrissy ihr Haus bei Nürnberg. Das geplante Aufräumen wird zu einer
Reminiszenz.
Beim Durchstöbern lernt Chrissy ihre Oma wirklich kennen. Ihre Mutter, selbst ungewolltes Kind, hat sie dort abgeliefert und ist nach Amerika ausgewandert. Omas Leben ist überwiegend von der Arbeit bei der Firma Quelle bestimmt. Ihr Anfang im erträumten Land war nicht leicht. Recht eigennützig quartiert sie sich beim Bruder ein, staunt, dass er über ihr Auftauchen und darüber, dass sie ihn ausnutzt, nicht begeistert ist. Genauso ärgert sie sich über den aufnahmeunwilligen Onkel. Wovon sollen denn sie und ihr Kind leben, ohne Geld, ohne Einkommen?
Nadine Schneider beschreibt Annis Leben ausführlich, detailliert beobachtet, analysiert Gefühle, berichtet ungeschönt. Positive Seiten klingen nur an, werden nicht gewertschätzt. Man sieht eine Anni, die ständig voller Zorn ist, den sie auch weitergibt. Sympathie erweckt keiner der Charaktere des Buches.
Ein gutes Leben? Kann man so oder so sehen.
Zeitgeschichten
Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell
Kunstgutachterin Eve Shaw ist Kunstsachverständige. Ihr eigenartiges Tattoo, ein Oktopus, wandert auf ihrer Haut herum. Um einen merkwürdigen Fall zu recherchieren, reist sie in ein eigentlich verlassenes Hotel, in dem die Zeit verrückt spielt. Nicht nur das, man kann auch Verstorbene anrufen - ein einziges Mal.
Allerdings wurde es vor langer Zeit geschlossen, ist nur noch eine Ruine. Dennoch hofft Eve, einen Wunsch erfüllt zu bekommen.
Alexandra Bell legt einen schwungvollen Anfang hin, die Handlung flacht aber bald ab, offenbart einige Widersprüchlichkeiten. Alles dreht sich um Oktopusse, das wird schnell ermüdend. Auch die Horrorszenen konnten mich nicht überzeugen. Die Handlung verwirrt sich, verläuft in Spiralen. Manche Gedankengänge sind nett, andere eher unheimlich. Schuld spielt eine stets präsente Rolle. Die Protagonistin verliert sich.
Konnte mich trotz spannender Ansätze nicht wirklich überzeugen.
Ein Geist als Mörder
The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love von Josie Silver
Ein Geist als Mörder
Melody Bittersweet kann Geister sehen und hören. Sie beschließt, daraus ein Geschäft zu machen. Sie möchte also Geister vertreiben; klar, wer will schon mit Geistern zusammen wohnen. Und die selbst wollen erlöst werden oder Botschaften überbringen lassen. Könnte so schön sein, wenn nicht ihr Ex einen trickreichen Konkurrenzkampf anzetteln würde.
Und: Geister sind nicht immer ehrlich!
Glücklicherweise hat sie eine hilfreiche und flippige Freundin und findet einen schüchternen, aber treuen Partner. Dazu kommen eine liebevoll dominante Mutter mit nervigen Kuppelversuchen und eine champagnerverliebte Großmutter, die Melody mal unterstützt, mal nervt. Und dann noch dieser heiße Reporter… .
Josie Silber hat eine amüsante Romcom mit Krimielementen geschrieben.
Locker, witzig, leicht = gute Unterhaltung!
Der Letter Shop
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon
In Südkorea hat das Briefeschreiben einen ganz anderen Stellenwert als hierzulande. Es ist eine Kunst, die von wenigen, jedoch mit viel Achtsamkeit ausgeübt wird. Briefpapier, Schreibgerät, Stil, Schrift, Einteilung, Anrede, Dank und mehr Feinheiten werden sorgfältig ausgesucht und angewendet.
Deshalb gibt es auch so etwas wie den Letter Shop, einen kleinen Schreibwarenladen, der alle benötigten Utensilien bevorratet, Hilfe und Schreibplätze anbietet.
Auch Brieffreundschaften kann man beginnen und fortsetzen. Hier fängt Hyoyeong nach einer familiären Katastrophe an, zu arbeiten. Ihre Arbeitsprotokolle sind eloquent und dennoch unterhaltsam.
Zusammen mit ihr lernt der Leser die verschiedensten Menschen kennen. Sie alle haben ihre Sorgen, Probleme, aber auch Freuden. Sorgfältig formuliert, gut überlegt und ehrlich werden diese besonderen Briefe geschrieben. Manche werden nie beantwortet. Der Leser kann ein wenig am Leben der Schreiber teilhaben …
Ein ruhiger, nachdenklicher Roman über ein selten gewordenes Hobby.
Lesenlernen mit Witz
Die drei ??? Kids, Bücherhelden 1. Klasse, Witze zum Lesenlernen von N. N.
Das schmale Büchlein mit stabilen Buchdeckeln kommt mit den drei Kids in Aktion auf dem Cover lautstark ins Kinderzimmer. Witze, die siebenjährige Kinder ansprechen, sind ein Thema, welches auch Lesefaule interessiert.
Spannend beginnt es, die drei ???, ihr geheimes Versteck und ihre Bekannten werden vorgestellt.
Dann geht es auch schon los: es hagelt Witze! Die werden mit gelungenen und anschaulichen Illustrationen ergänzt. Manche Doppeldeutigkeiten zünden nicht gleich, haben also die typische Eigenschaft von Witzen, man muss überlegen, d.h. die Logik wird gefördert. Und wer die Antwort nicht weiß: es gibt einige Lösungen am Buchende.
Wenig Text in großer, übersichtlicher Schrift und pro Seite ein Witz macht das Lesen leichter und motivieren. Optisch unterscheidbar gemachte Silben erleichtern Leseanfängern den Zutritt zur Bücherwelt. Portionsweise genossen eine nette Aufforderung für ein kleines Lächeln zwischendurch.
Gefährliche Gefühle
Imperia - you let the fire in von Cleo B. Moon
In Imperia leben nur Frauen. Ein Virus hat alle Männer getötet. Egal, es waren sowieso nur Schwächlinge. Jara wurde dort zu einer knallharten, möglichst gefühllosen Kämpferin erzogen. Als ihre einzige Freundin in die Randbezirke verbannt wird, folgt sie ihr und entdeckt nicht nur eine wunderbare Welt, - bis hier stimmig, interessant, gut geschrieben - sondern auch den Supermann und wandelt sich zum liebeshungrigen gehorsamen und wimmernden … Weibchen.
Im Hintergrund geht es um eine eifersüchtige Ex-Freundin, nette Bewohner mit wirklich interessanten Fähigkeiten (das dürfte gern ausgebaut werden) und die Vorbereitung auf den Kampf, in dem Imperia besiegt werden soll.
Im Buch ist für mich ein Bruch. Zunächst spannend, gut erzählt, dann überwiegend auf ein Thema fokussiert. Interessante Nebencharaktere geben etwas Salz, der zweite Teil ist aber eher einseitig. Nur ein kurzes, aber heftiges Aufflackern von Spannung. Das wars.
Die Fuchsbande
Kleine Lesehelden: Wir sind erste Klasse! von Daniela Kulot
Das Buch passt super gut zu uns! Schulanfängerin in einer 1. Klasse, die den Fuchs im Namen führt. Mitschüler, die Namen der Freunde haben. Dazu eine nette Lehrerin - das gefällt, das ist eigenes Erleben, das spricht an.
Die Seiten sind anschaulich gestaltet, bunte, klare Illustrationen ergänzen den Text.
Die Schrift ist schön groß, sauber gedruckt, für lesen Lernende gut zu erkennen. Die Seiten sind nicht überfrachtet. Eingeschobene Rätsel machen Spaß, erhöhen die Aufmerksamkeit. Themen wie Jahreszeiten werden geübt, Blattformen verglichen - gut für das Allgemeinwissen. Auch gleichzeitig eine Beschäftigungs- und Bastelidee. Bei der spannenden Mäusejagd werden viele Kinder einbezogen, Jede/r kann etwas Tolles.
Im Anhang finden sich die Lösungen, die sind aber für aufmerksame Kinder gar nicht nötig.
Ein empfehlenswertes Buch für 1. Klasse- Schüler.
1. Klasse
Leserabe Sonderausgaben - Deine große Leseraben Box von Daniela Kulot
Wieder ist die große Leseraben-Box eine schöne Sammlung verschiedener Lern- und Beschäftigungsmaterialien. Schon von außen interessant anzusehen, robust und mit vielfältigem Inhalt.
Die Auswahl ist ansprechend. Was nur soll man zuerst genauer in Augenschein nehmen? Die Sticker zum Verkleben werden von uns einzeln als Motivation oder Ansporn vergeben.
Das Memory ist ein guter Methodenwechsel beim Lernen.
Die Bücher sind schön gestaltet, unterstützen auf verschiedene Weise das Lernen und Üben. Gut eingeteilt und abwechslungsreich überfordern sie die Leselerner nicht.
Das Leselineal ist eine schöne Idee und praktische Hilfe dazu.
Außerdem enthalten sind noch weitere tolle Sachen, ein Türschild, ein Leserabenpuzzle und zwei Ausmal-Postkarten.
Eine sinnvolle Ergänzung sind die Elterntipps.
Tolles Geschenk für den Nachwuchs, heißer Tipp für Eltern/ Großeltern.
Für Leseanfänger
Leserabe 1. Lesestufe - Schulgeschichten mit Hund Floh von Judith Allert
Für meine Schulanfängerin perfekt! Sie kennt jetzt schon viele Buchstaben und freut sich, wenn sie in dem Buch Bekanntes entdeckt. Sie liest gern mit.
Das Thema Schule ist spannend; wenn ein Hund dabei ist, erst recht. Hätte sie auch gern!
Hund Floh spielt eine wichtige Rolle, ist liebenswert, sorgt für Abwechslung und Abenteuer und hilft über manches hinweg.
Die Situation mit der neuen Schülerin haben wir ähnlich erlebt, nur ohne echten Hund.
Die bilderbuchartigen Seiten sind nicht überfrachtet, die Bilder gut zu erkennen, die Schrift ist angenehm groß und sauber gedruckt.
Eine gute Idee: Leseraben-Belohnungssticker zum Einkleben nach jedem der Kapitel und der Rätsel.
Judith Allert hat das Schulthema ansprechend aufbereitet, die Illustrationen von Sandy Thißen sind eine gute Ergänzung.
Empfehlenswertes Buch für Leseanfänger.
Eine Fortsetzung
The Woman in Suite 11 von Ruth Ware
Lo Blacklock, Reisejournalistin, wird in ein renommiertes Hotel am Genfer See eingeladen. Ein Neustart im Job nach Babypause und Lockdown? Aber im Luxusressort kommt es zu einer gefährlichen Begegnung mit ungeahnte Folgen.
In Ruth Wares zweitem Buch über die Journalistin Lo findet sich eben diese erneut in einer brisanten Situation, in die sich sich naiverweise hineinmanövriert hat.
Es folgt eine Reise mit bösen Überraschungen.
Die Autorin hat das Geschehen streckenweise spannend gestaltet, das Setting ist anschaulich und hat Potenzial, die Lokalitäten sind ansprechend und traumhaft ausgewählt, aber die Handlung kommt daher wie ein zweiter Aufguss des Vorgängerbuches. Erwartbare Konflikte, naive bzw. unlogische Übersprungshandlungen der Protagonistin nerven, die Figuren sind überwiegend flach gestaltet. Meine doch hohen Erwartungen wurden leider nicht erfüllt.











