Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Randnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Ein neuer Versuch Menschenrechte zu begründen

Die Sakralität der Person von Hans Joas

Hans Joas versucht in seinem Buch einen neuen Weg aufzuzeigen, wie man Menschenrechte begründen könne - jenseits einer bloß rationalistisch-vernunftgeleiteten Methode und jenseits einer Berufung auf bestimmte religiös-kulturelle Traditionen. Obwohl er diese beiden herkömmlichen Zugangsweisen zur Begründung von Menschenrechten nicht ablehnt, sind sie ihm in ihrer Begründungsfähigkeit auf unterschiedliche Weise unzureichend: Denn die rationalistische Zugangsweise (z.

B. Kant) proklamiert bestimmte auf Vernunft basierende Eigenschaften des Menschen als Grundlage dafür, Menschenwürde zu besitzen, während religiös-kulturelle Traditionen vor der Schwierigkeit einer Universalisierbarkeit ihrer Überlieferungen stehen.

Um diese jeweiligen Engführungen zu vermeiden, schlägt Joas methodisch einen anderen Weg vor, nämlich Ausschau nach bestimmten geschichtlichen Entwicklungssträngen zu halten, die gleichsam als Vorläufer der modernen Menschenrechte ausgemacht werden können. Ergänzt wird diese historische Herangehensweise noch durch die Berücksichtigung, wie in der menschlichen Erfahrung Werte entstehen. Damit hofft der Autor, ein Konzept vorlegen zu können, das einerseits offen ist für unterschiedlichste religiös-kulturelle Traditionen und andererseits mit der empirischen Verankerung von Werten eine affektive Bindung an Menschenrechten zu erreichen, die über deren bloß kognitive Begründung hinausgeht.

So wichtig die Berücksichtigung unterschiedlichster religiös-kultureller Traditionen erscheint, so ist der Rückgriff auf die jüdisch-christliche (?) Vorstellung einer "unsterblichen Seele" doch wenig überzeugend, einmal abgesehen davon, warum man bei einer unsterblichen Seele noch den Glauben an die Auferstehung brauchen sollte. Hier wäre die Bezugnahme auf ein bekanntes Wort Jesu "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr MIR getan" (Matthäus 25,40) zielführender gewesen.

Eine weitere Schwäche des Buches ist m. E. das methodische Kapitel (immerhin gut 50 Seiten!) zur "affirmativen Genealogie", das sprachlich kaum verständlich ist und wie ein Fremdkörper wirkt. Bei der Lektüre vermisst man teilweise den roten Faden, der am Beginn gelegt und erst am Ende wieder aufgenommen wird.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von robert.wentz@gmx.at
Ein neuer Versuch Menschenrechte zu begründen

Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Kritische und noch immer aktuelle Zeitdiagnose

Das Leben als letzte Gelegenheit von Marianne Gronemeyer

Das Büchlein ist nach über 20 Jahren (in der unveränderten 5. Auflage) vielleicht aktueller denn je, was den Grundgedanken der Zeitdiagnose betrifft: Seit mit dem Beginn der Neuzeit der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod immer stärker in den Hintergrund trat, ist das Bewusstsein dafür gewachsen, dass das Leben jedes Einzelnen zur 'letzten Gelegenheit' wird, um noch alles auszukosten, wozu man Lust hat.

Allerdings vermehren sich die Möglichkeiten in der Moderne so rasch, dass man immer weniger davon umsetzen kann - die Kluft zwischen den nicht genutzten Erfahrungen und den tatsächlich verwirklichten Wünschen wird immer größer. Viele wenden dabei unterschiedliche Strategien an, um wenigstens die begrenzte Lebenszeit möglichst effektiv 'auszupressen' und keine Leerläufe entstehen zu lassen - 'You only live once' würde man heute wohl sagen …

Einziger Kritikpunkt ist aus meiner Sicht darin anzubringen, dass die moderne Entwicklung zu pauschal negativ bewertet wird. Vieles, was die moderne Entwicklung mit sich gebracht hat, lässt sich wohl nicht nur aus dem Bedürfnis erklären, die Wirklichkeit des Todes zu verdrängen bzw. alles unter dem Aspekt eines in jeder Hinsicht möglichst auszukostenden und auszunutzenden Lebens zu sehen.

Manches, was später Hartmut Rosa in seinem Buch "Beschleunigung" geschrieben hat, wurde hier bereits vorgedacht bzw. vorweggenommen.
Das Buch ist noch immer eine zeitgemäße Gesellschaftskritik, die durch sprachlichen Ausdruck besticht und teilweise auch auf humorvoll-zynische Weise das Verhalten des modernen Menschen beschreibt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von robert.wentz@gmx.at
Kritische und noch immer aktuelle Zeitdiagnose

Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Geistreiche und sarkastische Abrechnung mit dem derzeitigen Wirtschaftssystem

Der überflüssige Mensch von Ilija Trojanow

Trojanow bringt es in seinem Essay sehr treffend auf den Punkt, worauf das kapitalistische Wirtschaftssystem - aber auch der weit verbreitete konsumistische Lebensstil - basiert: Auf Gewinner und Verlierer, auf Konkurrenz und Macht. Menschen, die nicht (mehr) am Markt - sei es als Arbeitende oder als Konsumierende - teilnehmen, gibt man das Gefühl, 'überflüssig' zu sein bzw.

zeigt ihnen gegenüber mit verschiedenen Maßnahmen, dass sie 'überflüssig' sind.

Der Essay ist spannend zu lesen, hervorragend geschrieben und besticht nicht zuletzt durch die humorvoll-sarkastische Kritik der bestehenden wirtschaftlichen Verhältnisse.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von robert.wentz@gmx.at
Geistreiche und sarkastische Abrechnung mit dem derzeitigen Wirtschaftssystem

Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Erschütternd und ernüchternd

Sind die Menschenrechte westlich? von Joas Hans

Joas wirft in seinem Essay wichtige Fragen auf, die niemanden unberührt lassen, der bisher von einer moralischen Überlegenheit des 'Westens' ausging:
Anhand zahlreicher Beispiele aus der Geschichte der Sklaverei und der Folter kann Joas überzeugend darlegen, wie schwach religiöse Traditionen, aber auch ethisch-philosophische Überzeugungen der Aufklärung waren, um wirksam gegen diese Praxis vorzugehen.

Im Gegenteil: Es gab keine einhellige Ablehnung von Sklaverei und Folter, weder von christlicher, noch von humanistisch-aufklärerischer Seite. Vielmehr fanden sich immer wieder für beide Praktiken Begründungen, die den 'westlichen' Interessen dienten.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von robert.wentz@gmx.at
Erschütternd und ernüchternd

Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Diesem Glauben sollten alle Menschen zustimmen können …

Credo von David Steindl-Rast

Auf hervorragende Weise gelingt es David Steindl-Rast, dem altehrwürdigen Text des Credo neues Leben einzuhauchen und für die heutige Zeit zu aktualisieren. Das Besondere in seiner Auslegung liegt jedoch in dem Versuch begründet, bei der allgemein menschlichen Erfahrung anzusetzen und es so für alle Menschen zugänglich zu machen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von robert.wentz@gmx.at
Diesem Glauben sollten alle Menschen zustimmen können …

Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Spiritualität für unsere Zeit

Das glauben wir von David Steindl-Rast

Das Buch gibt ein Gespräch zwischen dem ORF-Journalisten Johannes Kaup und den beiden Benediktinermönchen Anselm Grün und David Steindl-Rast wider. Dabei kommen eine Fülle von Fragen zur Sprache, die für ein gelungenes Leben und einen reflektierten Glauben wichtig sind. Neben den ansprechenden und interessanten Fragestellungen überzeugen auch die differenzierten Antworten, welche aus einer reichen spirituellen Erfahrung schöpfen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von robert.wentz@gmx.at
Spiritualität für unsere Zeit

Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Ausgezeichneter Überblick über die Wachstumsdebatte

Gut leben von Barbara Muraca

In der knappen, aber sehr lesenswerten Studie gibt die Autorin einen Überblick über unterschiedliche Utopien und Visionen, die sich mit Alternativen zum derzeit herrschenden wirtschaftlichen Wachstumszwang befassen.
Ein gutes Leben für alle ist möglich, aber die Wege dorthin sind weit und nicht ohne Irrwege, wie die Autorin betont.

Die differenzierte Herangehensweise auf das Thema kennzeichnet diese Schrift und unterscheidet es damit wohltuend von so manch anderen Publikationen. Empfehlenswert!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von robert.wentz@gmx.at
Ausgezeichneter Überblick über die Wachstumsdebatte

Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Freiheit setzt Gleichheit in wichtigen Bereichen menschlichen Lebens voraus

Gut leben von Barbara Muraca

Die Autoren legen eine bahnbrechende Studie vor, die zahlreiche Fragen aufwirft und vielfältige Anregungen für weitere Forschungsarbeiten liefert. Die zentrale Erkenntnis der Arbeit, dass nämlich ein starkes Wohlstandsgefälle innerhalb einer Gesellschaft zu zahlreichen negativen und von niemanden beabsichtigten gesellschaftlichen Folgen führt, müsste eigentlich jedem jenseits partei-ideologischer Grabenkämpfe zu denken geben.

Die theoretischen Erklärungsansätze, die für diesen Befund geliefert werden, machen den besonderen Reiz der Studie aus und dürften wohl am ehesten zur kritischen Auseinandersetzung anregen. Gibt es neben den geschilderten Statuskämpfen, bei denen es um Selbstbehauptung und um Mithaltenkönnen auf der sozialen Stufenleiter geht, noch weitere mögliche Erklärungen für den aufgezeigten empirischen Befund?

Zukünftige Studien werden zeigen, wie weit der theoretische Ansatz dieser Studie trägt bzw. in welchen Punkten er zu modifizieren ist. Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und durch zahlreiche Grafiken anschaulich gestaltet.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von robert.wentz@gmx.at
Ausgezeichneter Überblick über die Wachstumsdebatte

Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Erschütternder Weckruf

Selbstverbrennung von Hans Joachim Schellnhuber

Dieses Buch liest sich gleichsam als Vermächtnis eines Klimaforschers, der in seiner 'Verzweiflung' (vgl. S. 642) den wissenschaftlichen 'Elfenbeinturm' verlässt, unangenehme Wahrheiten deutlicher und drastischer beim Namen nennt als dies im herkömmlichen Wissenschaftsbetrieb üblich ist und damit das Risiko auf sich nimmt, als unwissenschaftlich und subjektiv-emotional diffamiert zu werden.

Dieser Gefahr dürfte sich Schellnhuber sehr wohl bewusst gewesen sein, aber er möchte ja gerade mit diesem Buch nicht wieder nur Fachkolleg_innen, sondern möglichst viele Menschen erreichen. Tatsächlich gelingt es dabei dem Autor komplexe Sachverhalte auf verständliche Weise darzulegen, wobei er seine Ausführungen mit geschichtlichen, kulturellen, ethisch-moralischen und biographischen Einsprengseln auf brilliante Weise anreichert.

Das Buch ist über weite Strecken kein 'langweilig trockenes' Sachbuch, sondern ein spannendes, mit viel Humor und Engagement verfasstes Werk.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von robert.wentz@gmx.at
Erschütternder Weckruf

Rezensionen von LadyIceTea:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Randnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Eine gute Idee, die mich leider nicht überzeugen konnte

Selbstverbrennung von Hans Joachim Schellnhuber

Als Victoria Camber das Büro ihrer kranken Mutter in Bristol ausräumt, bringt der Fund eines Briefes sie auf die Spur eines Familiengeheimnisses und der dramatischen Lebensgeschichte einer ihr unbekannten Frau. Nordengland 1874: Endlich ist Agnes Resolute volljährig und darf das Findelhaus, in dem sie aufgewachsen ist, verlassen.

Vor ihrer Abreise erfährt sie, dass ihr als Baby ein Andenken mitgegeben wurde – ein Knopf mit einem Einhorn. Agnes glaubt zu wissen, wem der Knopf gehörte: Genevieve Breakby, der Tochter einer noblen Familie. Doch diese hat England mittlerweile Richtung Australien verlassen. Und so begibt sich Agnes auf Suche nach ihrer Mutter und eine ungewisse Reise

Da ich sehr gerne Romane lese, die im 19. Jahrhundert spielen und am besten noch im Ausland oder mehreren Ländern, schien dieses Buch richtig für mich. Die Idee mit Gegenwart und Vergangenheit hat mich auch sehr gereizt.
Leider wurde dies alles nicht besonders gut umgesetzt.
Fangen wir mit der Gestaltung an. Das Cover finde ich sehr schön und es passt super zu dem Genre und der Geschichte. In dem Buch gibt es einen langen Brief, leider hat der Verlag hier eine Schreibschrift ausgewählt, die unglaublich anstrengend zu lesen ist. Dafür ist der Brief einfach zu lang. In unserer Leserunde wurde dies auch von der Mehrheit bemängelt. Sonst ist der Aufbau gut gelungen und auch der Schreibstil lässt sich angenehm lesen.
Leider hat mir auch der Brief an sich nicht gut gefallen. Es war zwar interessant, dadurch noch einen dritten Erzählstrang zu erhalten aber dieser Brief war weder wie ein Brief, noch wie ein Tagebuch oder ähnliches geschrieben. Es wirkte eher wie ein Buch, welches recht konstruiert geschrieben wurde. Das fand ich sehr schade, denn es gab einige Stellen die dadurch etwas ihre Glaubwürdigkeit verloren haben.
Den Erzählstrang der Gegenwart gab es auch nur, um den Brief zu rechtfertigen. Den Victoria liest diesen Brief in der Gegenwart. Es geht zwar auch um ihre an Alzheimer erkrankte Mutter und ein wenig um ihr Leben aber alles nur sehr knapp und nebenbei. Ich hätte es schöner gefunden, wenn der Erzählstrang um Agnes die Gegenwart gewesen wäre und die Ereignisse des Briefs die Vergangenheit erzählt hätten.
Die Teile mit Agnes haben das Buch für mich ein wenig rausgeboxt. Sie konnten es zwar nicht vollends retten aber so war es für mich zumindest nicht dauerhaft nicht gut. Es hat mir Spaß gemacht, Agnes auf ihrer Suche zu begleiten und zu erleben, wie sie mit den Unwegsamkeiten umgeht und was für Menschen sie trifft. Die Geschichte um Agnes herum, was ihre Zeit im Findelhaus angeht, die Zeit in London und die Reisen danach, sind recht spannend erzählt und da ging das Lesen dann auch ganz schnell. Leider muss ich aber auch hier sagen, dass einiges ein wenig konstruiert wirkte und Agnes öfter mal ein wenig zu stark und draufgängerisch wirkte. Sie war schließlich ein armes Findelkind und keine mutige Schwertkämpferin.
Bei diesem Buch trifft für mich eindeutig zu: Kann man lesen, muss man aber nicht.
Es ist kein Buch um das man einen Bogen machen muss, denn unterhalten hat es mich aber es ist definitiv kein Knaller, den man unbedingt gelesen haben muss.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von LadyIceTea
Erschütternder Weckruf