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Rezensionen von Gaby 2707:

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Ein absolutes Wohlfühlbuch

Die kleine Inselbuchhandlung von Janne Mommsen

Lufthansa-Flugbegleiterin Greta Wohlert sieht sich vor ihrem Flug nach Shanghai mit einer Panikattake konfrontiert. Fiegen kann sie nicht, also nimmt sie ein paar Tage Auszeit und fährt mit dem Zug zu ihrer Tante Hille auf die kleine Nordseeinsel, die sie schon seit ihrer Kindheit kennt. Aus 3 Tagen werden zwei Wochen in denen sie krankgeschrieben ist und sich über ihre Zukunft Gedanken macht.

Da sind zum einen die vielen Bücher, die ihre Tante abstoßen will und die sich als Grundstock für eine kleine Bücherei gut eignen würden. Da ist der blonde Surferboy Claas, den sie sehr sympathisch findet. Aber auch ihr Kollege Florian spukt ihr immer noch im Kopf rum. Soll sie es wirklich wagen und auf der kleinen Insel einen Neuanfang starten?

Ich war sofort mittendrin in diesem kleinen abgeschlossenen Kosmos in der Nordsee mit tollen Menschen, Sonne, Sand und Meer. Entspannung ab der ersten Seite.

Greta mit ihrer Liebe und einem tollen Verständnis zu Büchern; ihre Tante Hille, die die irrwitzigsten T-Shirts trägt; dem Krabbenfischer, der recht maulfaul ist und trotzdem seine große Liebe findet – einfach schön zu lesen, wie einfach das Leben eigentlich sein könnte, wenn alles etwas entschleunigt vonstatten geht.

Ich habe es genossen, miterleben zu dürfen, wie die kleine Inselbuchhandlung Stück für Stück entsteht; wie die Menschen, die schnell zu Freunden geworden sind, mit anpacken und helfen. Wie einfach alles geht, wenn man es nur will.

Mit dem Radl durch die Marsch, durch die Felder und Weiden, über den kleinen Waldweg zum See, die Beschreibung der Dünen, wenn der Wind durchs Gesicht streicht, wenn die Wellen die Füße umspülen, die Kuhle in der Düne, oder einfach nur im Sand sitzen und den Kitesurfern zusehen – alles so wunderbar, eindringlich und gut vorstellbar beschrieben, dass ich gleich wieder Fernweh bekomme und unbedingt mal wieder in den hohen Norden möchte.

Janne Mommsen hat mir einen absoluten Wohlfühlroman zu lesen gegeben, der mir einige wunderschöne erholsame Lesestunden geschenkt hat.

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Ein absolutes Wohlfühlbuch

Rezensionen von jiskett:

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Ein guter erster Band

Die kleine Inselbuchhandlung von Janne Mommsen

"Über das tiefe Meer" ist der erste Band einer Trilogie, in der es um die dreizehnjährige Maus geht. Sie hat ihr ganzes Leben auf dem Meer verbracht und soll eines Tages die Nachfolge ihrer Oma als Captain des Segelschiffes 'Jägerin' antreten - doch im Laufe der Handlung wird das alles auf den Kopf gestellt und sie muss nicht nur um ihr Leben, sondern auch um ihre Familie kämpfen und ein großes Abenteuer bestehen.

Ich fand das Buch von Anfang an interessant, obwohl es ein wenig gedauert hat, bis ich mich richtig zurechtgefunden habe, da der Leser quasi direkt in die Handlung geworfen wird und die Welt und die Charaktere eher nebenbei vorgestellt werden. Zwar beginnt das eigentliche Abenteuer erst nach einer Weile, aber schon zu Beginn des Buches passiert so einiges und Maus ist bei den meisten aufregenden Ereignissen direkt involviert. Dabei erzählt die Autorin eine abwechslungsreiche Geschichte, die zwar in mancher Hinsicht etwas vorhersehbar, aber doch spannend geschrieben war, sodass ich mir nie ganz sicher war, wie es weiter gehen würde.

Besonders gefallen hat mir das World Building; die Welt, die Driver geschaffen hat, ist faszinierend und gut ausgearbeitet und ich hoffe, dass man im zweiten Band noch ein bisschen mehr über die verschiedenen Aspekte erfahren wird. Gut fand ich zudem, dass die Geschichte und die Charaktere recht komplex waren, obwohl alles kindgerecht erzählt wurde. Maus war mir als Heldin sehr sympathisch und sie ist sehr charakterstark, aber ich mochte, dass sie altersgemäß handelte und Fehler machte. Sie muss, genauso wie die anderen Figuren, einiges durchstehen, wodurch es leicht war, mit ihnen mitzufühlen, ganz zu schweigen davon, dass dadurch immer eine gewisse Spannung aufrecht erhalten wurde. Weil am Ende dieses Bandes noch sehr viel offen bleibt, ist man nach dem Lesen auch neugierig darauf, was als nächstes passieren wird und ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzung.

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Ein absolutes Wohlfühlbuch

Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

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Ein geistreicher Traum vom Genügsamwerden des Menschen . . .

Befreiung vom Überfluss von Niko Paech

Der Autor plädiert für eine Reduktion des Wohlstandsballastes sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene - nur so könne die ökologische Plünderung der vorhandenen Ressourcen eingedämmt und noch größere Schäden verhindert werden. Ein einfacheres Leben würde nicht nur unabhängiger gegenüber möglichen Verlusten machen, sondern auch glücklicher, weil man sich dann für die wirklich wichtigen Dinge mehr Zeit nehmen kann.

So sympathisch die grundlegenden Überlegungen auch klingen, so schwierig scheint mir die konkrete Umsetzung - vor allem auf gesellschaftlicher Ebene. Einzelne mögen seinen Ratschlägen jetzt schon folgen, aber wahrscheinlicher scheint mir, dass sich erst aufgrund von Sachzwängen - wie zunehmende Umweltschäden oder Ressourcenknappheit - der Lebensstil ändern wird bzw. geändert werden muss. Denn ohne gesetzliche Regelungen würden sich wohl die wenigsten Menschen kaum freiwillig in ihrem Konsumverhalten einschränken.

Eine weitere Schwierigkeit sehe ich in der Ungleichzeitigkeit globaler Entwicklungen. Während wir in den hochindustrialisierten Ländern längst über unsere Verhältnisse leben, kann dies von vielen Entwicklungsländern nicht behauptet werden. Wenn aber die dort gerade entstehenden Mittelschichten unseren konsumorientierten Lebensstil übernehmen wollen, dann wird es zu noch intensiveren Auseinandersetzungen in Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen kommen. Mit anderen Worten: Während wir hier unseren Lebensstil werden ändern müssen, kann dies anderswo nicht im selben Maße eingefordert werden, zumindest derzeit (noch) nicht.

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Ein geistreicher Traum vom Genügsamwerden des Menschen . . .

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Überzeugendes Plädoyer für mehr soziale Gerechtigkeit

Befreiung vom Überfluss von Niko Paech

Dem Autor gelingt es vorzüglich, sowohl verständlich als auch sachorientiert die Ursachen der Finanzkrise aufzudecken. Er zieht daraus überzeugende Lehren für Gegenwart und Zukunft, darunter vor allem die Forderung, den gesellschaftlichen Wohlstand gerechter zu verteilen. Seine konkreten Vorschläge stützen sich dabei auf umfangreiches Datenmaterial, das wohl die meisten ideologisch unvoreingenommenen LeserInnen überzeugen dürfte.

Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit!

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Ein geistreicher Traum vom Genügsamwerden des Menschen . . .

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Gerechte Lebenschancen für alle

Lebenschancen von Steffen Mau

Dem Autor gelingt es, auf sehr anschauliche und überzeugende Weise die Befindlichkeiten der sogenannten Mittelschicht zu umschreiben. Neben zahlreichen empirischen Hinweisen auf die sich ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden auch die persönlichen Folgen für Angehörige der Mittelschicht geschildert: von Statuspanik über Abgrenzungsversuche nach unten bis hin zu den Mühen der Selbstbehauptung reichen einige der gängigsten Strategien, mit denen versucht wird, auf neue Herausforderungen für die gesellschaftlichen Mitte zu reagieren.

Der Vorschlag, faire und verbesserte Lebenschancen für alle zu verwirklichen, orientiert sich unter anderem an Überlegungen von Amartya Sen. Er ist grundsätzlich aus meiner Sicht sehr zu begrüßen, weil er die Entwicklung der Fähigkeiten und Talente des Einzelnen ins Zentrum stellt, und somit vermutlich ideologieübergreifend akzeptiert werden kann.
Die konkrete Umsetzung in Form eines "Lebenschancenkredits" hat mich jedoch nicht wirklich überzeugt. Leichter umsetzbar und mit weniger Risiko für Fehlinvestitionen behaftet erscheint mir, statt auf Transferzahlungen auf den Ausbau öffentlicher Leistungen zu setzen, die dann kostenlos in Anspruch genommen werden könnten.

Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und überaus interessant zu lesen.

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Gerechte Lebenschancen für alle

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Geistreiche Lektüre über erfolgreiches Lehren und Lernen

Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen von John Hattie

Aufbauend auf seine bahnbrechende Studie 'Visible Learning' wendet der Autor seine dort gewonnenen Erkenntnisse nun auf die konkrete Unterrichtssituation an. Das Buch unterscheidet sich insofern wohltuend von vielen bekannten pädagogischen Ratgebern als darin nicht versucht wird, eine bestimmte Methode, eine bestimmte Lernform oder auch diese oder jene Schulstruktur als den entscheidenden Faktor beim Lernerfolg der SchülerInnen zu bestimmen.

Denn einer der wichtigsten Faktoren für den Lernerfolg bestehe darin, dass sich Lehrpersonen regelmäßig darüber Gedanken machen sollten, welchen Einfluss ihre Lehrtätigkeit eigentlich auf die SchülerInnen hat. Die Bereitschaft, Schülerleistungen nicht nur als deren persönliche Leistungen, sondern auch als eine bestimmte Form des feedbacks für die Lehrperson anzusehen, stelle eine wesentliche Voraussetzung für die kritische Selbstevaluation des eigenen Unterrichtens dar.

Es wäre allerdings eine grobe Vereinfachung – um nicht zu sagen ein grobes Missverständnis –, nun zu glauben, es käme einfach nur auf die Lehrperson an. Dieses weit verbreitete Cliché wird durch die empirischen Daten nicht gestützt; vielmehr werde dadurch nur die Tatsache verdeckt, dass gerade Lehrpersonen sehr unterschiedlich sind und ihr Einfluss auf erfolgreiches Lernen die größte Varianz aufweise.

Der Autor vertritt vielmehr die These, dass es vor allem auf bestimmte Grundhaltungen im Lernprozess zwischen Lehrpersonen und SchülerInnen ankomme. Lehrpersonen sollten eine grundsätzliche Bereitschaft entwickeln, die Auswirkungen ihres Unterrichtens regelmäßig anhand von Schülerleistungen zu evaluieren. Letztlich gehe es beim Feedback der SchülerInnen für die Lehrperson nicht um diese oder jene Unterrichtsmethode bzw. -stil, sondern darum, dass die Lehrperson erkennt, wie erfolgreich die zu erreichenden Lernziele vermittelt wurden.
(Die Rezension bezieht sich übrigens auf die englischsprachige 1. Aufl. von 2012.)

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Inspirierend, aber teilweise auch weltfremd

Haben oder Sein von Erich Fromm

Die Relekture dieses Klassikers hat in mir viele Erinnerungen wachgerufen, vor allem das für das Jugendalter der 1970er Jahre typische schwärmerische und oft auch radikale Denken. "Haben oder Sein" stellt zwei Daseinsweisen einander gegenüber, die sich gegenseitig ausschließen. Die Realität ist jedoch viel komplexer, als dass sie in zwei Seinsweisen auseinanderfällt.

Es hätten vermutlich manche Missverständnisse vermieden werden können, wenn Erich Fromm diese Seinsweisen als Typologien dargestellt hätte und nicht als konkrete Verhaltensweisen. Denn es gibt ja in Wirklichkeit kaum Menschen, die als ausschließliche Vertreter der einen oder anderen Daseinsweise betrachtet werden können. In jedem von uns schlummern beide Neigungen in unterschiedlichen Ausprägungen, weshalb man sich eher darum bemühen sollte, im Leben insgesamt mehr zu "sein" als bloß im Modus des "Habens" gelebt zu haben.

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Inspirierend, aber teilweise auch weltfremd

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Inspirierend, aber teilweise auch weltfremd

Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft von Erich Fromm

Die Relekture dieses Klassikers hat in mir viele Erinnerungen wachgerufen, vor allem das für das Jugendalter der 1970er Jahre typische schwärmerische und oft auch radikale Denken. "Haben oder Sein" stellt zwei Daseinsweisen einander gegenüber, die sich gegenseitig ausschließen. Die Realität ist jedoch viel komplexer, als dass sie in zwei Seinsweisen auseinanderfällt.

Es hätten vermutlich manche Missverständnisse vermieden werden können, wenn Erich Fromm diese Seinsweisen als Typologien dargestellt hätte und nicht als konkrete Verhaltensweisen. Denn es gibt ja in Wirklichkeit kaum Menschen, die als ausschließliche Vertreter der einen oder anderen Daseinsweise betrachtet werden können. In jedem von uns schlummern beide Neigungen in unterschiedlichen Ausprägungen, weshalb man sich eher darum bemühen sollte, im Leben insgesamt mehr zu "sein" als bloß im Modus des "Habens" gelebt zu haben.

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Rezensionen von yellowdog:

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Beklemmende Atmosphäre

Nachtwild von Phillips Gin

Joan ist mit ihrem 4jährigen Sohn Lincoln im Zoo als plötzlich zwei junge Männer auftauchen, die bewaffnet sind und um sich schießen. Ein Amoklauf!
Joan reagiert sofort, flüchtet mit Lincoln in eine leeres Tiergehege um sich dort zu verstecken.
Der Roman ist nahezu in Echtzeit erzählt. Die Bedrohung, die Joan fürchtet, kann man beim Lesen mit Beklemmung mitempfinden.

Die amerikanische Autorin Gin Phillips schildert das Szenario in einem Zeitraum von nur ca. 3 Stunden. Die Zeiten werden kapitelweise angegeben, so dass man den Überblick behält, denn in diesen Stunden geht Joan viel durch den Kopf und schließlich müssen sie wieder flüchten vor den Männern, die vom Columbine-Massaker beeinflusst wurden und im großen Zoo jetzt die Menschen jagen, sie schießen sogar auf die Tiere, töten Affen und einen Elefanten. Von Polizei oder anderer Hilfe keine Spur!

Joan und Lincoln treffen weitere Menschen auf der flucht, die junge Kailynn und eine pensionierte Lehrerin.
Eine bemerkenswerte Szene gibt es als Lehrerin auf einen der Killer trifft, der sie als seine Lehrerin wiedererkennt und verschont.
Es dauert zwei Drittel des Romans bis es endlich zur offenen Konfrontation kommt, die man als Leser erwartet wie befürchtet hat. Die angekündigte Dramatik überwältigt! Das Buch ist eine Mischung aus Thriller und Drama und erinnert an Filme wie Panic Room oder Elephant.

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Rezensionen von robert.wentz@gmx.at:

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Polemische Abrechnung mit dem Autofahren, die realistische „Anstöße zum Umdenken“ vermissen lässt

Nachtwild von Phillips Gin

Auch wenn am Klappentext zu lesen ist, dass es sich bei diesem Buch um keine Streitschrift gegen das Auto handle, so ist es dies nach meiner Einschätzung sehr wohl. Bis zur Seite 102 wird der Leserschaft in einem überwiegend polemisch gehaltenen Stil erklärt, warum das Autofahren wie ein Virus wirke, der sich in den Köpfen der Menschen einniste, "geistige Mobilität" verhindere und für zahlreiche gesellschaftliche Übel verantwortlich sei.

Der Mensch verlerne durch das Auto seinen aufrechten Gang und sei durch die Evolution nicht auf dieses Fortbewegungsmittel vorbereitet, weil er die Folgen seines Handelns beim Autofahren nicht mehr verantworten könne ... Diesen "Gefahren" will der Autor durch Gegenmaßnahmen begegnen, die er auf den restlichen Seiten seines Buches (102-109) vorschlägt, darunter v.a. das Parken von Autos am Rande der Städte.

Positiv bleibt anzumerken, dass der Autor zahlreiche Probleme aufzeigt, die durch das Auto mitverursacht wurden bzw. erst entstanden sind, wie Zersiedelung (so sind z.B. viele Einkaufsmöglichkeiten von den Zentren an die Stadtränder verlagert worden bzw. dort neu hinzugekommen), Lärm, Luftverschmutzung und - was zu oft verdrängt wird - das Gefahrenpotential für das eigene Leben und das anderer VerkehrsteilnehmerInnen. Als Nichtautofahrer sehe ich viele im Buch aufgezeigten Probleme ähnlich. Insgesamt gewinnt man aber bei der Lektüre den Eindruck, der Autor idealisiere das vormoderne Zeitalter, in der es noch wenige technische Hilfsmittel gab und Kinder nicht in "bezahlte 'Ablagestellen', Kinderkrippen" (22) gegeben wurden ... Das Buch ist geprägt durch eine romantisierend anmutende Vorstellung, in der wieder das Handwerk im Dorf aufblüht und es keine großen Konzerne mehr gibt ...

So wichtig grundsätzlich der verstärkte Verzicht auf das Autofahren und die Suche nach Alternativen ist, so wenig hilfreich scheint mir die pauschalisierende Verunglimpfung von AutofahrerInnen als Menschen, die ihre "geistige Mobilität" verloren hätten, zu sein. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, hier schreibt sich jemand seinen ganzen Frust über das vergebliche Bemühen von der Seele, die Welt in eine autofreie Zone zu verwandeln.

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