Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
Wem kannst du trauen? Wer sagt die Wahrheit, wer lügt?
Kurz zum Inhalt:
Eines Abends kommt Tom Krupp von der Arbeit nach Hause, doch seine Frau Karen ist nicht da. Die Tür ist unverschlossen, überall brennt Licht, in der Küche liegen die Vorbereitungen für das Abendessen...
Tom erfährt, dass seine Frau einen Autounfall in einer schlimmen Gegend hatte, da sie zu schnell gefahren ist.
Doch das kann Tom nicht glauben, da Karen sich immer an die Gesetze hält.
Und dann wird in der Nähe des Unfallorts in einem verlassenen Restaurant eine männliche Leiche gefunden. Hat Karen etwas damit zu tun? Tom kann es nicht glauben, doch Karen kann sich an die Nacht nicht erinnern. Was ist passiert?
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist flüssig und sehr schnell zu lesen, auch aufgrund der kurzen, einfachen Sätze und der kurzen Kapitel. Die Erzählweise ist im Präsens geschrieben.
Für mich ist die Geschichte eher Psychothriller als Thriller.
Man ist immer am Rätseln, was in jener Nacht wirklich passiert ist und wer der Täter ist. Leider plätschert die Geschichte eher nur so dahin, ohne so richtig Spannung aufzubauen. Auch sind einige Dinge nicht genug ausgearbeitet und ich konnte diverse Handlungen und Verhaltensmuster nicht nachvollziehen. Auch die überraschende Wendung am Schluss konnte mich nicht so ganz überzeugen.
Für mich sind die handelnden Figuren irgendwie nicht richtig greifbar; man kann zu niemandem eine Verbindung aufbauen und keiner ist wirklich sympathisch. Auch der Ermittler kam mir anfangs etwas unfähig vor.
Das Cover passt gut zu Genre und Titel. In schwarz und dunkelblauen Tönen ist eine Frau vor einem Fenster abgebildet.
Fazit:
Für meinen Geschmack ein leider eher farbloser (Psycho-)Thriller, der mich nicht so ganz überzeugen konnte. 3 Sterne von mir.
Rezensionen von Nepomurks:
Ein wirklich wunderbares Buch!
Ein Vogeljahr in Schweden von Tomas Bannerhed; Brutus Östling
Das Buch „Ein Vogeljahr in Schweden“ von Tomas Bannerhed und Brutus Östling hat zwar eher zufällig den Weg zu mir gefunden - aber umso glücklicher bin ich, auf dieses wunderbare Werk gestoßen zu sein.
Tomas Bannerhed erzählt in seinem Buch vielfältige, durchweg interessante und immer wieder mal überraschende und erstaunliche, wenn auch oftmals stille Geschichten zu seinen Beobachtungen der Vogelwelt Schwedens.
Die Kapitel richten sich wie der Titel bereits vermuten lässt nach dem Verlauf des Jahres. Den Leser erwarten dabei von Monat zu Monat unterschiedlichste Blickwinkel und selbst der nicht allzu beliebte oder auch sagenumwobene Kuckuck erscheint in einem ganz neuen Licht. Bannerhed verleiht den Vögeln in all seinen Schilderungen einen jeweiligen, ganz eigenen Charakter und stößt mit seinen Impressionen wie ich finde auch oftmals Denkprozesse an. Manche Geschichte wirkt heiter, manch andere berührend oder ergreifend. Allesamt aber sind sie im Einzelnen äußerst lesenswert und beeindruckend.
Brutus Östling komplettiert die Texte mit seinen großartigen Fotografien in unterschiedlichsten Bildperspektiven. Ob nun aus der Ferne, oder ganz nah vor die Linse geholt: Östling schafft mit seinen Porträts eine ganz besondere und auf die Texte abgestimmte, warme Atmosphäre.
Mich hat das Buch absolut begeistert und ich kann jedem Interessierten nur empfehlen, in die Erzählungen und Bilder einzutauchen und sich mit auf die Reise nehmen zu lassen. Großartig, deshalb 5 Sterne.
Rezensionen von Lealein1906:
Nette Geschichte, aber manchmal zu viel des Guten
Ein Vogeljahr in Schweden von Tomas Bannerhed; Brutus Östling
Das Buch „Verrücktes Herz“ hat mir ganz gut gefallen, aber es mich nicht umgehauen. Auch war es für mich doch oft zu viel des Guten, wobei mir das Geschehen manchmal zu unrealistisch wurde. Deswegen vergebe ich drei Sterne.
Es geht um Ava. Ihre Kinder sind so langsam aus dem Haus, aber sie kann sich trotzdem nicht aus ihrer Rolle als Mutter lösen.
Ungeachtet, dass ihre Kinder jetzt erwachsen sind, spielt sie weiterhin Hotel Mama, was die Kinder und auch ihr Mann Marcus gerne ausnutzen. Als Marcus ihr gesteht, dass er eine neue Frau hat, bekommt Ava eine Panikattacke und landet in der Psychiatrie. Zuerst entsetzt, lernt sie in ihrer Therapiegruppe verrückte, tolle Charaktere kennen, die sie langsam aber sicher und mit viel Spaß zurück in die richtige Spur bringen.
Ava als Hauptperson fand ich ganz okay, auch wenn ich ihr Verhalten oft nicht nachvollziehen konnte. Allerdings konnte sie auch nur so die gewünschte Entwicklung durchmachen. Vor allem die Mitglieder aus der Therapiegruppe haben mir gut gefallen. Sie bringen wirklich Leben und Stimmung in die Geschichte und hätten auf keinen Fall fehlen dürfen.
Auch wenn ich immer mal wieder schmunzeln musste, waren mir doch viele Szenen zu übertrieben positiv. Das grenzte oft ans Unrealistische und war für mich manchmal einfach nicht mehr authentisch. Auf das ein oder andere Drama hätte die Autorin gerne verzichten können. Das war doch ziemlich absehbar, Überraschungen gab es mir da zu selten. Das hat aber nicht die Grundgeschichte verdorben, zu Ende lesen wollte ich dann doch. Der Schreibstil hat völlig zu der Geschichte gepasst und ließ sich gut lesen.
Verrückt ist dieses Buch auf jeden Fall und die Idee dahinter hat mir auch gefallen. Mit ein bisschen weniger Drama hätte ich das Buch noch mehr genießen können.
Rezensionen von Gaby 2707:
Spannung und Verwirrungen garantiert
Der Schatten von Melanie Raabe
Das Leben war nicht fair.
Die Journalistin Nora Richter, 31, ist nach ihrer zerbrochenen Beziehung gerade erst von Berlin nach Wien gezogen, als sie in der Fußgängerzone von einer Bettlerin angesprochen wird, die ihr prophezeit, dass sie am 11. Februar aus freien Stücken und mit gutem Grund einen Mord begehen wird, an Arthur Grimm.
Sie kennt diesen Mann gar nicht. Das Datum allerdings ist ihr nur zu gut bekannt. Dieser Tag vor 18 Jahren ist der bisher schrecklichste, den sie bisher erlebt hat. Und plötzlich ist die Vergangenheit wieder zum Greifen nah.
Von Beginn an wird Norah in Wien heimgesucht – von Schritten hinter einer Mauer, sie fühlt sich verfolgt, sie meint Töne zu hören, sie findet eine Tarotkarte "Der Tod". Aus ihrer Wohnung verschwinden Gegenstände, es tauchen aber auch welche auf, die sie nicht zuordnen kann. Sie ist eine junge Frau, die ein Geheimnis mit sich herum zu schleppen scheint. Sie scheint innerlich zerrissen, meidet andere Menschen und wirkt oft sehr einsam. Das hat mich ca. bis zur Hälfte der Geschichte etwas davon abgehalten sie so richtig zu mögen. Aber dann hat sie mich mit ihrem Mut und ihrem Willen, die Wahrheit herauszufinden doch gepackt und ich stehe die restlichen Seiten voll hinter ihr.
Durch die kurzen Kapitel bin ich immer an Norahs Seite und bekomme hautnah mit, was gerade geschieht. Die Geschichte baut sich ganz langsam auf, anfangs passiert noch nicht sehr viel. Ich spüre aber schon hier, dass etwas Gewaltiges geschehen wird. Eine ganz leise Spannung macht sich breit und es ist schwer, sich der Lektüre zu entziehen. Diese Spannung schafft es, sich bis zum Ende der Geschichte ganz nach oben zu schrauben und so hoch zu bleiben. Dann eine Wendung, die doch wieder alles ganz anders aussehen lässt. Eine etwas verworrene Geschichte, die sich aber am Schluss vollkommen nachvollziehbar auflöst. Der Anstifter blieb für mich bis zum Ende im Dunkeln.
Melanie Rabe hat einen sehr interessanten Schreib- und Erzählstil. Sie schafft mit manchen Sätzen solch wortgewaltige Bilderspiele und Vergleiche, dass die Szenen sich wie verselbständigen und mich mitten in sich hineinziehen. Die ganze Geschichte ist wie ein Film in meinem Kopf an mir vorbei gezogen und hat mich nicht mehr losgelassen. Kurz und knapp, aber genau auf den Punkt und Cliffhangern nach fast jedem Kapitel – so macht Lesen richtig Spaß.
Ich mag unblutige Thriller mit einer aussergewöhnlichen Geschichte, Verwirrungen, Wendungen und Spannung, die ich meine greifen zu können. Hier habe ich einen solchen gefunden. Melanie Raabe hat es verstanden mich zu fesseln und sehr gut zu unterhalten.
Dieses bleibt nicht das letzte Buch der Autorin, das ich gelesen habe.
Rezensionen von LEXI:
Weil ich dich liebe
Nichts als Liebe von Christina Lauren
„Du sagst, du wärst glücklich. Aber bist du dir sicher, dass du dein Leben lebst? Oder vegetierst du nur vor dich hin?“
Dr. Macy Lea Sorensens ganzes Leben wird von ihrer Arbeit als Assistenzärztin auf der Kinderintensivstation der Uniklinik San Francisco bestimmt. Neben ihrem aufreibenden und fordernden Job hat Macy kaum Zeit für ihren Verlobten Sean Chen.
Dieser ist geschieden, vierzehn Jahre älter als Macy, und als angesagter Künstler finanziell abgesichert. Durch seine sanfte, nette Art und seine lockere Gelassenheit ist er ein umgänglicher Partner, der Macy viel Freiraum lässt. Seans kleine Tochter Phoebe ist die Liebe seines Lebens und bedeutet dem erfolgsverwöhnten Mann alles.
Im Café mit ihrer besten Freundin Sabrina wird Macy mit der Vergangenheit konfrontiert. Völlig unvermutet taucht jener Mann auf, der Macy zeitlebens am meisten bedeutet hat: ihr bester Freund und Vertrauter seit Kindheitstagen und zugleich die Liebe ihres Lebens - Elliot Lewis Petropoulos. Macy und Elliot haben einander seit elf Jahren infolge eines tragischen Ereignisses nicht mehr gesehen, und zwar genau seit jenem schicksalsträchtigen Tag, an dem Macys Leben in Scherben brach. Und plötzlich werden die Wunden der Vergangenheit wieder aufgerissen.
Christina Lauren erzählt die Geschichte zweier Seelenverwandter, deren innige Freundschaft im Laufe der Jahre zur ganz großen Liebe wurde. Die Ereignisse im Heute werden im Präsens erzählt, wobei die Autorin zwischendurch kapitelweise auch die Geschichte von Macys und Elliots Jugendjahre von ihrem ersten Zusammentreffen beginnend aufrollt. Hierfür verwendet sie die Vergangenheitsform. Mir hat ehrlich gesagt die Erzählform Präsens überhaupt nicht zugesagt, und der permanente Wechsel zwischen Gegenwarts- und Vergangenheitsform das gesamte Buch hindurch hemmte laufend meinen Lesefluss. Der E-Mail-Verkehr zwischen den beiden Jugendlichen Macy und Elliot wird in einer vom restlichen Text abweichenden Schriftform dargestellt, die SMS-Nachrichten der beiden Protagonisten in der Gegenwart in Form von Sprechblasen, wie es in Comic-Heften üblich ist. Die Briefe von Macys verstorbener Mutter an ihren Ehemann wurden wiederum in Schreibschrift gedruckt.
Der erste Teil dieses Romans, in dem die Jugendjahre der beiden Protagonisten geschildert werden, hat mir inhaltlich sehr gut gefallen. Leider halten jedoch im späteren Verlauf detaillierte Beschreibungen von sexuellen Handlungen und ordinäre Ausdrücke Einzug ins Buch, was ich persönlich als absolut störend und unnötig empfand. Obgleich ich mich vorab stets gut über ein Buch informiere, gab es weder im Klappentext, noch in der Leseprobe auch nur den kleinsten Hinweis darauf, dass es sich hierbei um einen Liebesroman mit eindeutigen erotischen Szenen handelt.
Die Figuren dieses Buches waren überzeugend dargestellt, ich konnte mich mit Macys und Elliots Leseleidenschaft und ihrer Vorliebe für den Rückzug in ihr geliebtes Bücherzimmer sehr gut identifizieren. Der behutsame Umgang miteinander, die gegenseitige Rücksichtnahme und das sensible Eingehen auf den anderen wurden wunderschön herausgearbeitet. Auch die Charakterisierung des Duncan Sorensen und seiner verstorbenen Ehefrau Laís haben mir gut gefallen. Meine favorisierten Nebenfiguren waren definitiv die liebenswerten Mitglieder der Patropoulos-Familie, die mich mit ihrem herzlichen Umgang miteinander und ihrer lärmenden und fröhlichen Art sehr rasch in ihren Bann zogen. Das Verhalten und die Handlungsweise von Sean Chen konnte ich jedoch nicht so ganz nachvollziehen, er blieb bis zum Ende dieses Buches eine unnahbare Figur für mich, der ich weder Sympathie, noch Antipathie entgegenbrachte.
Fazit: Ich kann dieses Buch jedem Fan erotischer Liebesromane ans Herz legen. Mir haben sowohl das Grundthema, als auch die wunderschön veranschaulichten Emotionen der Protagonisten sehr gut gefallen. Mich persönlich störte jedoch der erotische Inhalt, die ordinären Ausdrücke sowie die Beschreibung der sexuellen Handlungen. In diesem Fall kam „Nichts als Liebe“ zum falschen Leser – oder besser gesagt zur falschen Zielgruppe. Schade.
Rezensionen von KimVi:
Tragische Liebesgeschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht
Nichts als Liebe von Christina Lauren
Charlottes Beziehung zu ihrer Mutter Anna war nie besonders innig oder unbeschwert. Dennoch fährt sie in ihren Heimatort Münster, als ihre Mutter im Sterben liegt. In ihrem Nachlass findet Charlotte alte Briefe, Tagebücher und Tonbandaufnahmen. Als sie die Aufzeichnungen durchgeht, erfährt sie, wie ihre Mutter in der Nachkriegszeit den britischen Offizier Jeremy kennengelernt hat und wie sich die Liebe zwischen ihnen entwickelt hat.
Die beiden hatten es nicht einfach, denn so eine Verbindung wurde weder auf deutscher, noch auf britischer Seite, gerne gesehen. Doch Jeremy, der bereits in England verheiratet war, wollte sich scheiden lassen und mit Anna ein neues Leben beginnen. Doch eines Tages, noch bevor Anna ihm erzählen konnte, dass sie mit Charlotte schwanger war, verschwand Jeremy spurlos. In den alten Aufzeichnungen erfährt Charlotte alles über die große, schicksalhafte Liebe ihrer Mutter....
Federica de Cescos Roman beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich in der Familie der Autorin ähnlich zugetragen hat. Da man das bereits vor dem Lesen erfährt, wirkt die Geschichte besonders eindringlich und intensiv. Man betrachtet das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven. Am Anfang lernt man Anna als alte Frau, die bald sterben wird, kennen. Aus ihrer Perspektive blickt man zurück in die Vergangenheit und erfährt, was sich in den Nachkriegsjahren ereignet hat. In der Gegenwart steht Charlotte im Mittelpunkt. Durch die alten Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Tonbandaufnahmen erfährt sie endlich mehr über ihre Mutter, den englischen Vater und die große Liebe zwischen den beiden. Und so erfährt Charlotte letztendlich auch mehr über sich selbst.
Es gelingt der Autorin hervorragend, die Ereignisse in Annas Leben so zu beschreiben, dass man sie beim Lesen spontan vor Augen hat. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und ganz in die damalige Zeit eintauchen. Die Hauptprotagonistin Anna wirkt besonders authentisch. Charlotte dagegen wirkt nicht sofort sympathisch. Doch nach und nach erfährt man, wie es dazu kam, dass Charlotte zu dieser Person herangewachsen ist. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch.
Ich habe mich beim Lesen dieses schicksalhaften Romans ausgesprochen gut unterhalten, denn ich konnte mühelos in Annas Erzählungen und die damalige Zeit eintauchen. Manchmal hatte ich zwar das Gefühl, das Ganze etwas zu distanziert zu betrachten, doch insgesamt gesehen, hat mich Annas und Jeremys Schicksal berührt und zum Nachdenken angeregt. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb auch vier von fünf möglichen Sternchen und eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von Tara:
Emotional, fesselnd, bedrückend
Die Schulter des Riesen von Raffael Rauhenberg
„Die Schulter des Riesen“ ist ein sozialkritischer, absolut lesenswerter Roman von Raffael Rauhenberg, den man nicht so schnell wieder vergisst und das einem das wahre Leben direkt vor Augen führt.
Protagonist des Buches ist Gregor, ein Mann, der die schönen Dinge des Lebens mag, leicht überheblich denen gegenüber ist, die es im Leben nicht ganz so weit gebracht haben und mit einem Hang zur Unbeherrschtheit, der ihm zum Verhängnis wird.
Als er eine junge verwahrloste Frau in seiner Wohnung bei seinen beiden Kindern antrifft, reagiert er aggressiv und löst damit eine Kettenreaktion aus, die er nicht mehr stoppen kann….
Ich hatte keine Vorstellung, was mit dem Roman von Raffael Rauhenberg auf mich zukommt und wurde von diesem intensiven Leseerlebnis schlichtweg überwältigt.
Die Handlung beginnt dramatisch, an einer Schlucht, die sich Gregor hinabstürzen will. Lediglich die Atmosphäre, das Flair der Natur bringt ihn dazu innezuhalten und so erfährt man über Rückblicke Details aus den letzten Monaten.
Gregor hat auch Seiten, die ihn weniger sympathisch machen und trotzdem wünscht man ihm nichts mehr, als dass es ihm gelingen wird aus der Abwärtsspirale herauszukommen. Es ist einfach erschreckend zu lesen, wie schnell die Gesellschaft sich abwendet.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm, leicht zu lesen und gleichzeitig poetisch. Seine Sprache ist voller Bilder und Metapher. Viele seiner Sätze beinhalten weit mehr als die geschriebenen Worte und ich musste sie einfach ein wenig auf mich wirken lassen.
Eindringlich wird die soziale Kälte der Gesellschaft geschildert und die detaillierten Beschreibungen der Natur bieten einen starken Kontrast.
Mich hat das Buch wirklich gefesselt. Nicht nur inhaltlich bietet es Stoff zum Nachdenken und zeigt Seiten der Gesellschaft, die wohl jeder kennt, aber keiner wahrhaben möchte, sondern ist sprachlich ebenfalls ein wahres Meisterwerk. Schonungslos, direkt und offen wird unserer Gesellschaft der Spiegel vorgehalten. Dieser gesellschaftskritische Roman wird mich noch einige Zeit gedanklich beschäftigen.
Rezensionen von rewareni:
Mord oder Unfall
Tote Bosse singen nicht von Vera Nentwich
Sabine Hagen, genannt Biene, wird immer noch nicht von allen ernst genommen, wenn es um ihre Arbeit in der Detektei geht. Umso begeisterter nimmt sie den Auftrag des Geschäftsmannes Herrn Gerhard an. Als bei einem Geschäftstreffen ein gewisser Herr Lehmann seltsame Andeutungen macht, dass der Tod ihrer Eltern doch kein Unfall war, ist bei Biene ihr detektivischer Spürsinn erwacht.
Noch dazu, als der plötzliche Selbstmord von Herrn Lehmann viele Fragen aufkommen lässt. Aber auch privat gibt es einiges zu klären. Ihre Oma weigert sich standhaft mit ihrer
,, Bettgeschichte´´ Karl eine Kreuzfahrt zu machen, mit ihrem Freund Jochen gibt es auch immer wieder Streit, weil er mit ihrer Arbeit nicht klar kommt und sich ständig vor seinen Kollegen rechtfertigen muss und Jagos Schwester Isabella möchte ihn nach Argentinien mitnehmen, da ihr Vater im Sterben liegt. Aber wer Biene kennt weiß, dass sie immer mit dem Kopf durch die Wand möchte und selbst Einbrüche, Unfälle und sogar ein weiterer Mord schrecken sie nicht ab weiter zu ermitteln. Dass sie und Jochen dabei selbst Zielscheibe eines Mordversuches werden, zeigt ihr, dass sie auf der richtigen Spur ist.
Die Autorin Vera Nentwich hat mit dem 4. Band ,, Tote Bosse singen nicht´´ eine spannende und humorvolle Geschichte rund um Sabine ,, Biene´´ Hagen und ihrer Oma und liebgewordenen Freunden geschrieben. Auch wenn man die Vorgänger Bände nicht kennt, kann man problemlos den Roman lesen, obwohl es natürlich interessant ist, wenn man die Entwicklung und Beziehungen der Personen untereinander kennt.
Man darf Biene wieder in ihrer unverkennbaren Art begleiten. Sie lässt sich von niemanden aufhalten, wenn sie einen interessanten Fall wittert. Dass sie dabei sehr oft von einer komischen oder gefährlichen Situation in die andere gerät, ist man als Leser schon gewohnt. Die Autorin beschreibt dabei die Szenen so bildhaft und lebendig, dass man beim Lesen einfach schmunzeln muss, weil man Biene und ihre Kamikaze Aktionen wie einen Kinofilm vor sich sieht. Ebenso werden für mich etwas zu viel, in jedem Kapitel Essenssituationen beschrieben und dass sich die Protagonisten immer wieder gegenseitig die Zunge zeigen, ermüdet auch ein wenig.
Ein flotter und spritziger Schreibstil lässt einem die spannende Geschichte angenehm lesen. Schön ist auch, dass nicht immer alles sofort klappt und es durchaus auch ernste Gespräche gibt, wo die Protagonisten mit ihren Alltagsproblemen oder mit schwierigen Beziehungen zu kämpfen haben.
Ein humorvoller Roman wo man sicher weiß, dass man von Biene und ihren detektivischen Geschichten sicher noch einiges zu lesen bekommt.
Rezensionen von yellowdog:
Marie und Melih
Für immer sein Mond von Marie Enters
Für immer sein Mond von Marie Enters erzählt eine eindringliche Liebesgeschichte zwischen Melih und Marie. Er ein Flüchtling aus Syrien und sie 53jährigen Frau, die ehrenamtlich mit Deutschkursen Flüchtlingen helfen will.
Es ist eine heimliche Liebe, die sie leben, denn Marie ist gebunden an Jan und hat mit ihm ein Kind.
Es ist ein Roman in zwei Teilen, der erste zeugt den Beginn der Affäre und wie sie sich entwickelt, der zweite Teil erzählt davon, wie sie sich langsam von sich lösen. Man sieht als Leser so einen gesamten Prozess einer Liebesbeziehung.
Auffälligstes Merkmal ist der Erzählstil von Marie, der sehr persönlich ist und ihre Emotionen wie Leidenschaft, aber auch Zweifel deutlich zeigen.
Es ist außerdem ein Bild von Deutschland in einer schwierigen Zeit, die von gewissenlosen Parteien wie AFD und ihren jämmerlichen Wählern sowie den Medien aufgeladen ist. Marie erzählt aber auch Melihs Sicht auf die Situation, die realistisch und trotz allen positiv ist.
Mir gefallen beide Figuren sehr, auch wenn Marie sich nicht aus ihren Zweifeln lösen kann und ihre große Liebe nicht öffentlich leben kann. Doch mich beeindruckt ihr Engagement.
Sprachlich dominiert ein poetische Ton, der von Melancholie durchzogen ist. Ein lesenswertes Buch.
Rezensionen von liesmal:
Furchtbare Prophezeiung
Der Schatten von Melanie Raabe
Die Journalistin Norah ist von Berlin nach Wien gezogen. Sie freut sich auf ihren neuen Arbeitsplatz, auf die neue Umgebung, ihre Wohnung und darauf, ihr altes Leben hinter sich lassen zu können. Doch noch bevor sie sich einleben kann, wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Eine Bettlerin auf der Straße prophezeit ihr, dass sie am 11.
Februar aus freien Stücken einen Mord begehen wird an Arthur Grimm - einem Mann, den sie gar nicht kennt.
Der 11. Februar – der bisher schrecklichste Tag in Norahs Leben – den sie doch hinter sich lassen wollte. Jetzt ist die Vergangenheit wieder ganz nah!
Das Buch ist unterteilt in kurze Kapitel und ist in jedem einzelnen Kapitel dort, wo auch Norah ist. Ganz schnell steckt der Leser mitten in der Geschichte und fühlt mit Norah. Dabei „plätschern“ etwa die ersten 100 Seiten so dahin, es geschieht immer mal ein bisschen, aber es ist noch nichts Dramatisches. Trotzdem liest sich die Geschichte gut und man wartet förmlich darauf, was wohl als nächstes passiert.
Ein Zitat fast am Ende des Buches fasst genau meine Empfindungen zusammen: „…Es begann ja ganz harmlos, erst dann wurde es immer krasser, und…“
Als wäre Norah gefangen wie eine Fliege in einem Spinnennetz – rettungslos verloren. Und immer wieder nehmen Albträume Norah mit in die Vergangenheit.
Die Spannung baut sich ganz langsam auf und steigert sich ins Unfassbare. Es ist kaum zu begreifen, dass es eine Erklärung geben kann, dennoch ist die Geschichte bis in jedes Detail gut durchdacht.
An einigen Stellen sind Abschnitte eingearbeitet, die – jeweils mit einer Überschrift versehen – in einer anderen Schriftart und in Ich-Form geschrieben sind.
Wer ist Schreiber oder Schreiberin dieser Kommentare? Diese Frage hat mich fast bis zum Schluss beschäftigt.







