Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint
Im Englischen Garten wird ein toter Mann aufgefunden. Hauptkommissarin Toni Stieglitz wird zum Fundort gerufen und mit den Ermittlungen betraut. In der Brust des Mannes ist das Wort "Drecksau" eingeritzt. Es stellt sich heraus, dass der Tote Lehrer war. Als bei ihm Fotos von jungen Mädchen gefunden werden, verdichten sich die Hinweise, dass es sich um einen Racheakt handelt.
Doch dann nimmt ein geheimnisvoller Informant Kontakt zu Toni auf. Er behauptet, dass hinter dem Mord ein ganz anderes Motiv steckt...
Nach "Verletzung" und "Tiefe Schuld" ist "Gegen deinen Willen" bereits der dritte Fall für Hauptkommissarin Toni Stieglitz. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man sie aber unabhängig voneinander lesen. Wenn man allerdings an den Weiterentwicklungen im Privatleben der Hauptprotagonistin interessiert ist, dann sollte man die Reihenfolge einhalten. Wobei Manuela Obermeier wichtige Hintergrundinformationen dazu in die Handlung einfließen lässt, sodass man auch ohne Vorkenntnisse keine Schwierigkeiten haben dürfte, alles richtig zuzuordnen.
Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt mühelos, denn das Interesse, den Mordfall aufzuklären, wird sofort geweckt. Außerdem gibt es im Privatleben der Hauptprotagonistin eine unerwartete Wendung. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen. Die Charaktere wirken ebenfalls sehr lebendig, sodass man mühelos in die Handlung eintauchen kann.
Der Fall selbst ist zunächst rätselhaft. Gemeinsam mit den Ermittlern tappt man lange Zeit im Dunkeln und kann nicht einschätzen, welches Motiv zum Tod des Lehrers geführt hat und wer der Täter ist. Dadurch wird die Spannung früh aufgebaut und kann durchgehend gehalten werden. Immer wenn man meint, einen Verdacht zu haben, führen neue Hinweise dazu, dass man die eigenen Überlegungen komplett überdenken und neu ansetzen muss. Das Geschehen wird dabei aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, die zunächst nicht richtig miteinander in Verbindung gebracht werden können. Da aber alle Handlungsstränge interessant geschildert werden, verfolgt man gespannt das Geschehen und versucht dabei Täter und Motiv zu enttarnen. Zum Ende hin laufen alle Fäden zusammen. Außerdem kommt es zu einer überraschenden Wendung, die dafür sorgt, dass man den Krimi zufrieden beenden kann.
Die privaten Nebenhandlungen um die sympathische Hauptprotagonistin nehmen ebenfalls einigen Raum in diesem Krimi ein. Sie drängen sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern tragen mit dazu bei, dass Toni Stieglitz noch lebendiger wirkt.
Ich habe mich beim Lesen dieses Krimis ausgesprochen gut unterhalten, denn ich konnte mich ganz auf die Handlung einlassen und habe die Ermittlungen gespannt verfolgt. Der aktuelle Fall und die privaten Nebenhandlungen haben dafür gesorgt, dass ich ganz in den Sog der Ereignisse geriet und das Buch erst aus der Hand legen konnte, als ich am Ende angekommen war.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Der schöne Schmöker macht Lust auf Glacé
Ein Sommer voller Himbeereis von Persephone Haasis
In "Ein Sommer voller Himbeereis" wird es Zeit für die Saisoneröffnung von Paulines Eiscafés. Pauline hat sich ihren Traum erfüllt und ihr eigenes Café eröffnet, ihre Freundin Florence arbeitet Teilzeit bei ihr und sorgt für Waffel-Nachschub. Pauline liebt ihre Arbeit im Café, hat ein Auge für Dekoration und tüftelt immer wieder neue Glacé-Rezepte aus.
Alles könnte so gut sein, wären da nicht ihre finanziellen Probleme, Altlasten von früher. Noch weiss sie nicht, dass weitere Probleme auf sie zu kommen. Ein Bauunternehmer möchte ein Shoppingcenter bauen, dabei müsste aber die Häuserzeile weichen, an der sich Paulines Eiscafé und Annas Antiqutiätengeschäft befinden. Anna war die Freundin von Paulines Grossmutter. Seit deren Tod ist Pauline öfters drüben zu Besuch bei Anna.
Was beide nicht wissen: Annas Enkel Christian arbeitet seit seiner Rückkehr aus London bei Annas Sohn Oskar, dem Bauunternehmer, der den Bau des Shoppingcenter umsetzen soll. Christian bekommt den Auftrag Anna alles zu sagen, doch er bringt es nicht übers Herz und hofft auf eine Läuterung von Oskar. Derweil freundet sich Christian mit Pauline an, die von der Kündigung auch betroffen wäre. Die zwei könnten sich glatt ineinander verlieben, wäre da nicht das schlechte Gewissen von Christian und Paulines Argwohn gegenüber Beziehungen seit der Trennung von ihrem Ex-Freund.
Zuerst befürchtete ich, diese ganze Neubau/Abbruch-Geschichte wird ähnlich wie in anderen Café-Romanen. Doch da Christian - zwar immer ein wenig blass als Charakter - sich einiges überlegt, und auch Pauline sich selbst zu helfen weiss, wird es nicht ganz so vorhersehbar wie gedacht. Viel Charme versprüht die romantisch angehauchte Zettelschreiberei im Antiquitätenladen - Pauline versteckt kurze Nachrichten im Laden. Jetzt ratet mal wer sie findet und ihr genauso anonym antwortet... Dadurch lernt man die Charaktere nochmals von einer anderen Seite kennen.
Durch den flüssigen und lockeren Schreibstil der Autorin liest sich der leichte Roman mit dem fruchtig-frischen Cover schnell weg. Neben der zarten Liebesgeschichte und dem Café/Laden-Thema geht es um einen lange währenden Mutter-Sohn-Konflikt.
Am meisten gefallen hat mir Paulines Ideenreichtum und die Schilderung der vielfältigen Eiskreationen, die sie ihren Gästen serviert. Wer da keine Lust auf Glacé bekommt, dem ist nicht zu helfen. Ich jedenfalls wäre Stammgast bei Pauline! Die Zettel-verstecken-Aktion ist sehr charmant und sorgt für eine nette Abwechslung zwischen all den Problemen der Protagonisten.
Fazit: Ein schöner, unterhaltender Schmöker für warme Sommertage, der Lust auf Glacé macht.
4 Punkte.
Rezensionen von thora01:
Ein neues Abenteuer für die Wilde Horde
Wilde Horde 2: Pferdeflüstern von Katrin Tempel
Inhalt/Klappentext:
*** Frei und wild und schnell wie der Wind – fünf Freunde, fünf Pferde und ein großes, wildes Abenteuer! ***
BAND 2: Die Wilde Horde stößt auf ein Familiengeheimnis, einer unserer Freunde verschwindet spurlos und einem der Pferde bricht beinahe das Herz …
WILDE HORDE: Zaz verbringt ihren Sommer in der Pension ihrer Oma am Waldrand – Ferien hat sie sich anders vorgestellt! Doch dann begegnen ihr im Wald zwei Jungs und zwei Mädchen.
Die vier nennen sich die “Wilde Horde” – und streifen zusammen mit ihren Pferden durch die Wildnis. Sie wollen Zaz nicht in ihrem Wald haben, aber sie ist ohnehin lieber allein. Doch plötzlich ist alles anders. Denn Zaz lernt das fünfte Pferd kennen: Monsun. Als er nicht mehr von Zaz‘ Seite weichen will, gibt es kein Zurück. Ein unglaubliches Abenteuer beginnt … ***
Ein warmherziges Mädchenbuch ab 10 Jahren über Freundschaft, Freiheit und natürlich … Pferde! *** Von Bestseller-Autorin Katrin Tempel ***
(Quelle: CarlsenVerlag)
Meine Meinung:
Sehr schönes Kinderbuch für Pferdeliebhaber. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er lässt sich leicht lesen und ist an das Lesealter angepasst. Sehr gut finde ich wie die Autorin das Umfeld in dem die Geschichte spielt beschrieben hat. Ganz besonders gefällt mir die Beziehung zwischen den Reitern und den Pferden. Die Protagonisten haben schon im ersten Band ihre ganz eigene Art mit den Tieren umzugehen. Die Kinder sind sehr sympathisch und zeigen auch in diesem Band ihre Stärken. Ich fand es toll wie sie zusammenhalten und sich gegenseitig helfen. In diesem Band hat es ganz besonders Arpard und Feuertanz nicht leicht. Sehr spannend waren für mich die Geschehnisse und das Geheimnis welches gelüftet werden konnte. Der Abschluss war für mich genau richtig. Er war spannend und hat gezeigt was eigentlich am wichtigsten aus in schwierigen Situationen ist.
Mein Fazit:
Tolles Kinderbuch für Pferdeliebhaber. Ich und meine Tochter haben sich mit der Geschichte sehr amüsiert und ganz besonders die Pferde haben es uns angetan. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band der Reihe.
Rezensionen von StefanieFreigericht:
„Ich habe Dinge gesehen, die du nicht gesehen hast“
Dark Call - Du wirst mich nicht finden von Mark Griffin
"Dienstag, 7. November 2017, 9:45 Uhr. Autopsie an Dr. Jonathan Wright ..." S. 37
Holly Wakefield hatte sich in die Bereitschaftsliste der Polizei eingetragen und ist so an den Mordfall eines Ehepaars geraten, bei deren Autopsie sie nun steht. Holly ist forensische Psychologin und Analytikerin für kriminelles Verhalten, vulgo: Profilerin.
Sie hält Vorlesungen und ist eigentlich damit und mit der Betreuung ihres „Lieblingspatienten“ Lee in einer Anstalt für gestörte Straftäter ausreichend ausgelastet, dennoch arbeitet sie sich wie besessen in den Fall ein. Die Polizei um DI Bishop geht davon aus, bereits ein weiteres Opfer des Täters zu kennen, aber es fehlen Hinweise, Verdächtige, Zusammenhänge, Ansatzpunkte.
Bald sieht Holly erste Zusammenhänge, ein möglicher Täter kommt ins Bild. Holly zweifelt. Doch sie spielt nicht mit offenen Karten und ein Blick in ihre Vergangenheit droht alles zu zerstören.
Okay, „beschädigter Ermittler“ kannte ich, aber das hier ist diesbezüglich der Hammer und eigentlich das Gegenteil davon – starke Frau passt, aber wie. Und wie man einen Prolog später wieder mit einbezieht, dazu hat Autor Mark Griffin ein Paradestück geliefert. Der wirkliche Clou ist jedoch, was er so an Plottwists hervorzaubert – das passt alles und ist so etwas von durchtrieben – ich hatte sogar einen (korrekten!) Täterverdacht, der dennoch so etwas von falsch war, weil ich keine Idee zum Motiv hatte und nicht den Hauch einer Ahnung zum gesamten Zusammenhang. Somit wusste ich nichts, und das sogar noch ganz zum Schluss. Ich hatte irgendwann nur noch ein diebisches Vergnügen an alldem.
Die üblichen Warnhinweise: hart. Es geht um sadistische Serienmorde mit sexueller Komponente, allerdings wohnt man dem Leiden der Opfer nicht live und in Farbe bei. Ich fand’s grandios. Eine gehörige Portion Action kommt noch dazu. Dazu meckere ausgerechnet ich einmal nicht über Selbstjustiz, denn mit Notwehr kann ich sehr gut umgehen (selbst lesen und urteilen!). Auf die zunehmende Anzahl von Schmetterlingen in Hollys Bauch in Gegenwart von Bishop hätte ich verzichten können – sei’s drum, der arme Kerl hat als Vorname nur DI. So wie Mrs de Winter keinen Vornamen hat (die zweite, in „Rebecca“) oder Inspektor Columbo. Darf er. Und die Arme hat ja auch als Hobby Murderabilia, was sofort Tierpräparatorin von der Spitze der Liste ablöst. Dafür empfiehlt sie als Hinterbliebenentherapie die Lektüre von Büchern, bevorzugt von Sachbüchern, das muss man einfach mögen.
Nur der Titel … das Original von 2018 heißt „When Darkness Calls“. BITTE liebe Verlage, nicht immer diese Würgerei, englische Titel mit anderen englischen Titeln ins Deutsche nicht zu übersetzen, das ist Schrott. Der Rest ist Top, 5 Sterne.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Urlaubsfeeling pur mit vielen feinen Zwischentönen
Die Bücherinsel von Janne Mommsen
Bereits das traumhaft schöne Cover lässt erahnen, dass es sich bei diesem Werk um einen Wohlfühlroman der ersten Klasse handelt - Janne Mommsen entführt uns auf eine idyllische kleine Insel und ich kann das Leseerlebnis nur als "Kurzurlaub zwischen zwei Buchdeckeln" beschreiben!
Die Hauptfigur Sandra ist eine sympathische junge Frau, die ihr beschauliches Leben genießt und sich scheinbar gut arrangiert hat mit der Tatsache, dass sie nie richtig lesen und schreiben gelernt hat.
Zum Glück gibt es ja Hörbücher! Aber nach dem Motto 'unverhofft kommt oft' stolpert sie eines Tages in einen Lesekreis der gemütlichen kleinen Inselbuchhandlung und trifft dort auf den charismatischen Björn, der ihr fortan nicht mehr aus dem Kopf geht. Zu gerne würde sie ihn wiedersehen, doch gleichzeitig hat sie riesige Angst davor, dass er hinter ihr wohlgehütetes Geheimnis kommen könnte…denn im Laufe der Zeit hat Sandra gelernt, ihren Analphabetismus gekonnt zu überspielen…
Sandras Gedanken sowie die Dialoge mit den Nebenfiguren wirkten auf mich stets äußerst authentisch und daher total glaubwürdig. Überhaupt finde ich es bewundernswert, dass der Autor ein solch wichtiges Thema wie Analphabetismus, das leider immer noch ein viel zu großes Tabu in der heutigen Gesellschaft darstellt, zu einem zentralen Element der Handlung gemacht hat. Sandras Selbstzweifel und Ängste, aber auch ihre Hoffnungen und Wünsche werden einfühlsam behandelt und so lebensnah widergegeben, dass man das Gefühl hat, Sandra schon lange zu kennen.
Ich kann gar nicht genug hervorheben, wie wundervoll es war, mal ein Werk zu lesen, das gänzlich ohne Hinterhältigkeit oder Trauerfälle auskommt, ohne dabei an Spannung oder Intensität zu verlieren! Richtig klasse!!
Der Roman ist eine in sich geschlossene Geschichte; obwohl ich den Vorgängerband, "Die kleine Inselbuchhandlung", noch nicht kannte (was ich zügig nachholen werde!) , habe ich mich gleich in der Handlung zurechtfinden können – alle Personen werden ausführlich vorgestellt und nie entsteht das Gefühl, etwas verpasst zu haben oder aufgrund fehlender Hintergrundkenntnisse eine Entwicklung nicht nachvollziehen zu können. Der Schreibstil des Autors ist durchwegs optimistisch und angenehm, immer verständlich und nie künstlich überladen; man möchte gar nicht aufhören zu lesen! Janne Mommsen findet genau den richtigen Ton, um ernste Themen einfließen zu lassen, ohne dass sie erdrückend wirken, um eine zarte Anbahnung von Gefühlen entstehen zu lassen, die – im Gegensatz zu der in vielen anderen Liebesgeschichten – völlig ungezwungen wirkt.
Dieser bezaubernde, luftig-leichte Roman lebt nicht nur von seiner feinfühligen Erzählweise und vielen kleinen romantischen Momenten, sondern vor allem von seinen bildgewaltigen Landschaftsbeschreibungen, die zum Träumen einladen und die Sehnsucht nach einem Urlaub am Meer wecken.
Fazit: Die perfekte Lektüre zum Zurücklehnen und Entspannen!
Rezensionen von csac:
Susi Schimmel, ein Bilderbuch über oft recht unbeliebte und nicht gern gesehene Mitbewohner
Susi Schimmel von Leonora Leitl
Ich mag bereits die erste Seite des Buches: „Glaubt nicht, ich gieße Blumen. (Auch wenn ich durchaus in Blumentöpfen anzutreffen bin.) Ich habe eine Mission. Und ich bin nicht allein. Wir schlagen zu, wo immer wir können“.
Bereits nach diesen ersten Zeilen bekommt man auch als großer Leser Lust auf mehr.
Auf den nächsten Seiten erfahren wir auf informative und sehr humorvolle Weise mehr von Susi Schimmel und ihren Kumpanen: Wo sie sich gerne aufhalten, welche Arbeit sie erledigen, dass sie manchmal auch Sonderaufträge im Kühlschrank oder an warmen, feuchten Orten erledigen, wie sie aussehen, dass sie wunderbare Teamplayer sind und oft tausende Jahre ausharren können, etwa in alten Grabkammern. Sie helfen nicht nur beim Vergammeln und Verschimmeln, sie helfen in Medikamenten auch bei gefährlichen Krankheiten oder kitzeln Menschen in Form von Hautpilz auf der Haut.
Begleitet wird dieses Bilderbuch von anregenden Bildern, die zum Verweilen, zum Austausch und Fragestellen anregen. Die Illustrationen ergeben dabei zusammen mit dem Text ein sehr stimmiges, harmonisches Ensemble und wecken die Neugier.
Während der Haupttextblock jeder Seite gut bereits von Kindergartenkindern verstanden werden kann, bieten kleinere Infoblocks, die in die Illustrationen eingewoben wurden, zusätzliches detailliertes Wissen zum Themenbereich für Kinder, die „nicht genug bekommen können“ vom Verfaulen, Schimmeln und Vergammeln.
Fazit: Ein wunderbares Sachbilderbuch, über eine der ältesten Lebewesen der Welt. Absolut empfehlenswert und gut einsetzbar in Kindergärten und Volksschulen bzw. auch im Wartebereich von Arztpraxen.
Rezensionen von csac:
Mama und das schwarze Loch- Ein Buch zum Thema Burnout/Depression für etwas größere Kinder
Mama & das schwarze Loch von Leonora Leitl
Ich hatte mich sehr auf dieses Bilderbuch gefreut, insbesondere war ich gespannt darauf, wie mit dem Thema Depression kindgerecht umgegangen wird. Ob meine Erwartungen erfüllt wurden, möchte ich weiter unten klären.
Zum Inhalt: Es handelt von einer alleinerziehenden Mutter, die sehr viel arbeitet, Haus, Kind und Kegel versorgt und dabei kaum noch Zeit für eigene Bedürfnisse erübrigen kann.
Es kommt, wie es kommen muss: Während des Kochens beginnt sie eines Tages zu rauchen, bis sie schließlich „völlig abbrennt, wie ein Streichholz“ und in einem schwarzen Loch verschwindet. Sowohl Tochter als auch Oma versuchen, sie aus diesem zu retten, doch erst mit Hilfe des Feuerschluckers Fernando gelingt es ihnen, wieder ein Licht in Mutter Adele zu entzünden und sie allmählich wieder zurück ins Leben zu begleiten.
In „Mama und das schwarze Loch“ schwingen viele Themen mit, die für so manche LeserIn Realität sein dürften: Die Schwierigkeiten des/der AlleinerzieherIn, nämlich Müdigkeit, die Überforderung, die Existenzängste (weil ja der Vater „die ganze Kohle mitgenommen hat“), die Doppelt-, oder gar Dreifachbelastung bis hin zum langsamen Abgleiten in die Resignation und das Ausgebranntsein. Auch die Lösungsvorschläge spiegeln auf wunderbare Weise wider, dass es nicht so einfach ist, dieses Ausgebranntsein zu löschen bzw. die Mutter dazu zu bewegen, wieder aus dem Loch zu krabbeln. Erst nachdem Fernando zur Mutter ins Loch geklettert ist und ihr auf Augenhöhe begegnet, beginnt Lottis Mama wieder zu lächeln.
Die methaphernreiche Sprache bietet dabei unzählige Anknüpfungspunkte für ein Gespräch, für Informationen und Fragen zum Thema.
Gleichzeitig könnten sich aber auch Unsicherheiten bei der Lektüre ergeben, die von den Erwachsenen gut begleitet werden müssen: Hätte es etwas geändert, wenn die Mutter schneller gelöscht worden wäre? Wenn das Kind den Brand rechtzeitig bemerkt hätte? Wäre sie dann nicht ins Loch gefallen? Hier sehe ich auch die Gefahr, dass sich die Kinder zu sehr die Verantwortung für das Geschehen zuschreiben und mir geht dabei aus dem Text zu wenig deutlich hervor, dass eine Erschöpfungsdepression nur auf Erwachsenebene gelöst werden kann und Kinder nie und nimmer die Verantwortung an einer solchen Entwicklung tragen.
Das Buch wird für Kinder zwischen fünf und sechs Jahren empfohlen. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass die Vorstellung einer „abbrennenden Mutter“ für viele jüngere Kinder eher angstauslösend sein dürfte. Auch die Lösungsvorschläge, die qualmende Mutter zu löschen bzw. „nochmals anzuzünden“, dürfte für Kindergartenkinder eher irritierend sein. Last but not least könnte sich so mancher junge Leser fragen: Und wenn ich keinen Feuerlöscher kennenlerne, der ihr hilft, bleibt Mama dann im Loch? Daher würde ich dieses Buch eher für größere Kinder ab dem Volksschulalter (8-10 Jahre) empfehlen, die schon besser in der Lage sind, das „dunkle Loch, in welches die Mutter fällt“, mit dem abstrakten Krankheitsbegriff der „Depression“ zu verknüpfen.
Fazit: Ein faszinierendes Buch, das allerdings nur mit Vorbehalt weiterempfohlen werden kann: Bei jüngeren Kindern ist es wichtig, sie gut zu begleiten, Ängste aufzufangen, Unsicherheiten zu beantworten und Verantwortungsfragen zu klären. In jedem Fall regt „Mama und das schwarze Loch“ aber zur Auseinandersetzung mit schwierigen Themen an, wie sie im Alltag leider sehr oft zu finden - und häufig tabuisiert - sind.
Rezensionen von csac:
Ein Zuhause auf dem Rücken – eine parabelhafte Erzählung über das Zuhause oder das Fehlen eines solchen
Ein Zuhause auf dem Rücken von Susannah Haas
Zum Inhalt:
Jani verliert sein altes Zuhause und zieht mit seiner Familie aus der Stadt auf das Land, genauer gesagt in das Haus seiner Oma. Diese ist beim Wandern verschollen. Dennoch steckt ihr Haus noch voller Erinnerungen an sie. Dort findet Jani auch einen Brief seiner Oma, an ihn adressiert und mit der Bitte, eine alte Sumpfschildkröte aus einem wahrscheinlich bald verbauten Weiher in ein Naturschutzgebiet hinter der Grenze zu übersiedeln.
Nach anfänglichem Zögern macht sich Janis auf den Weg und trifft am Weiher tatsächlich auf die Schildkröte mit dem kaputten Panzer. Auf wundersame Weise kann sich der Junge mit ihr unterhalten: Über sein neues Leben im Dorf, über seine Sehnsucht nach der alten Heimat und darüber, was ein Zuhause für ihn ausmacht.
Allmählich wird das ungleiche Paar zu engen Freunden, sie treffen sich täglich am Weiher und lernen dabei ihre geheimen Sehnsüchte und Wünsche kennen. Schließlich aber äußert Chelo den Wunsch, Jani möchte sie zurück in ihre alte Heimat bringen, zum Sumpf hinter der Grenze.
Für diese Mission findet er recht schnell eine Weggefährtin: Henriette, die so mutig und flink ist und mit Pfeil und Bogen umgehen kann. Und die ihr Zuhause nicht als Zuhause empfindet, weil sich ihre Eltern dauernd streiten. An der Bushaltestelle trifft auch noch ein Obdachloser auf sie, der das Gebiet hinter der Grenze gut kennt und zu ihrem Reiseführer wird. Schließlich treffen sie im Bus noch auf Josefine, eine alte, verrückte Dame, die dem Altersheim entflohen ist und sich ihnen anschließt. Und so macht sich dieses unterschiedliche Quintett auf die Reise in die Heimat der Sumpfschildkröte und lernt dabei vieles über sich selbst, über das, was ein Zuhause vielleicht ausmacht, über Freundschaften und das Leben selbst.
Interessant: Das Buch entwickelte sich aus einem Theaterprojekt heraus, in welchem sich neun Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung mit dem Begriff der „Heimat“ auseinandersetzten. Aus den gewonnen Erkenntnissen aus Theater, Performance, Bild, Text, mündlicher Erzählung und Musik webte die pädagogische Leiterin Susannah Haas schließlich diesen parabelhaften Text. Für den Sommer 2019 ist darüber hinaus in Innsbruck eine weitere Performance des Vereines S.I.D.U.N.O zu diesem Thema geplant, die sich ebenfalls mit der Frage auseinandersetzt, was denn ein Zuhause ausmacht.
Fazit: Ein zauberhaft anmutendes Buch mit einer anregenden und philosophischen Botschaft: Alle brauchen wir ein Zuhause, auch wenn es uns manchmal zu eng wird, uns drückt und wir uns hinaus ins Abenteuer stürzen möchten. Für jeden von uns bedeutet Zuhause etwas anderes. Und manchmal ist auch das „Nachhausekommen das größte Abenteuer“.
Absolut empfehlenswert, sicherlich auch gut im Deutschunterricht ab zehn Jahren einsetzbar, um Jugendliche zu Fragen rund um ihre Identität, Zugehörigkeitsgefühl und äußere oder innere Heimat anzuregen.
Rezensionen von Anja:
konnte mich nicht komplett überzeugen
Up All Night von April Dawson
Taylor verliert an nur einem Tag ihren Job, ihren Freund und ihre Wohnung. Sie weiß nicht, wo sie hin soll, als ihr ein Kindheitsfreund über den Weg läuft, der ihr ein WG-Zimmer anbietet. Taylor ist skeptisch, von Männern hat sie nämlich erst mal die Nase voll. Gut, dass Daniel schwul ist… sagt er…
Ich habe von April Dawson bereits →Still Broken gelesen.
Dieses gefiel mir vom Stil sehr gut, allerdings konnte mich der zweite Teil des Buches nicht mehr überzeugen. Dennoch war ich neugierig auf ihr neues Buch.
Ein Tag verändert Taylors Leben komplett, sie verliert quasi alles – innerhalb von wenigen Stunden. Das wirkt zwar ziemlich übertrieben, schafft aber eine spannende Ausgangssituation.
Nach diesem Schicksalsschlag ist Taylor verständlicherweise verunsichert und weiß nicht so recht, wie ihr Leben weitergehen soll. Bewerbungen bringen keinen Erfolg, sie lebt eher nur vor sich hin. Halt geben ihr ihre neuen Mitbewohner, allen voran ihr Kindheitsfreund Dan.
Daniel ist schon ewig in Taylor verliebt. Dass sie sich zufällig in New York über den Weg laufen, bringt die alten Gefühle schlagartig zurück. Um Taylor zu helfen, lügt er. Er verstrickt sich immer weiter in seine Geschichte. Dennoch war er mir durchweg sympathisch, da er sich rührend im Taylor kümmert und letztlich durchweg gute Absichten verfolgt. Allerdings fällt es ihm auch immer schwerer, seine Geschichte aufrecht zu erhalten und irgendwie verpasst er den richtigen Zeitpunkt, alles aufzuklären.
Der Schreibstil ist, wie auch schon in Still Broken, sehr angenehm. Daniel und Taylor schildern abwechselnd ihre Erlebnisse in der Ich-Perspektive und geben dabei Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle, die sie voreinander verbergen.
So richtig viel passiert in dem Buch nicht. Nach dem für Taylor sehr ereignisreichen Beginn plätschert die Handlung vor sich hin. Es wird viel Alltag geschildert, Gespräche zwischen den Freunden und Taylors Überlegungen zu ihrer Zukunft.
Dabei fand ich es zwar interessant, die Entwicklung der tiefen Freundschaft zwischen Taylor und Dan zu verfolgen – wie viel sie einander geben, wie selbstverständlich sie einander unterstützen –, aber da recht schnell klar ist, dass Gefühle im Spiel sind, dauert es mir etwas zu lange, bis die Handlung dann in Fahrt kommt.
Letztlich muss ich sagen, dass ich erneut Probleme mit der zweiten Hälfte des Buches hatte. Taylor reagiert in meinem Augen unnötig zickig. Sie will förmlich gekränkt sein und steigert sich in ihre Wut hinein. Dadurch wird die Situation völlig überdramatisiert und der Konflikt unnötig in die Länge gezogen.
Das Ende bietet dann aber doch noch einen berührenden Augenblick und einen versöhnlichen Schluss sowie einen Ausblick auf das Pärchen für den zweiten Teil.
Fazit
Obwohl mir die langsame Annährung der Figuren und die tiefe Freundschaft der WG-Bewohner sehr gefallen hat, konnte mich die Handlung nicht komplett packen. Die Geschichte plätschert lange vor sich hin, bevor dann ein Problem unnötig aufgebauscht wird.
Rezensionen von Anja:
emotional, aber wenig überraschend
Up All Night von April Dawson
„Aber das hier ist nicht diese Art von Geschichte“, leztlich war es dieser Satz des Kappentextes, der mich wirklich neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Nach dem Lesen muss ich allerdings sagen, dass es irgendwie doch eine dieser Geschichten ist. Es gibt keine allzu großen Überraschungen, wenig Highlights.
Insgesamt ist der Fortgang Stück für Stück immer im Voraus absehbar. Was nicht heißt, dass die Geschichte mir nicht gefallen hat. Sie hat mich nur nicht so umgehauen oder überraschen können, wie ich es aufgrund dieser Aussage gehofft hatte.
Daisy und Quinn sind als Nachbarkinder aufgewachsen. Sie waren unzertrennlich. Irgendwann wurde mehr aus dieser Freundschaft und sie wurden noch unzertrennlicher. Bis ein Umzug sie zerrissen hat. Mit der Hoffnung, dass auch Quinn sich an ein altes Versprechen halten wird, dass sie sich einst gegeben haben, trifft Daisy beim College ein. Was sie dort erwartet, ahnt sie nicht – die LeserInnen wissen es dank Klappentext aber bereits…
In die Schilderungen der Gegenwart sind immer wieder Rückblicke zu verschiedenen Schlüsselereignissen ihrer gemeinsamen Kindheit eingebunden, die insgesamt alle sehr süß und berührend waren.
Nach und nach arbeiten die beiden das, was in ihrer Vergangenheit schief gelaufen ist, auf. Missverständnisse und Lügen kommen ans Licht, die allerdings nichts an den verletzten Gefühlen ändern. Sie schwelgen in Erinnerungen und machen neue Erfahrungen.
Abwechselnd schildern dabei Quinn und Daisy ihre Erlebnisse in der Ich-Perspektive und geben Einblicke in ihre aufgewühlten Gedanken und Gefühle.
Dabei kommt es zu einigen emotionalen Augenblicken. Obwohl ich die Geschichte von Quinn und Daisy durchaus mochte und vor allem ihr inneres Ringen um Antworten interessant zu verfolgen war, waren mir manche Ereignisse zu künstlicher aufgebauscht bzw. überdramatisiert. Über weite Strecken plätschert die Geschichte ansonsten munter vor sich hin und wirft die Figuren in ein Gefühlchaos nach dem anderen.
Etwas spannender fand ich tatsächlich die Geschichte um Daisys Zimmernachbarin Pippa und Quinns Mitbewohner Toby, die allerdings die Hauptfiguren des nächsten Bands sind, sodass zu den beiden am Ende noch viele Fragen offen bleiben.
Fazit
Dank eines angenehmen, flüssigen Schreibstils und sympathischen Figuren lässt sich das Buch zügig lesen. Die Handlung bietet zwar immer wieder emotionale Momente, große Überraschungen bleiben allerdings aus.









