Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Eine New Yorker Ikone

"Ich würde so etwas nie ohne Lippenstift lesen." von Michaela Karl

Ich würde so etwas nie ohne Lippenstift lesen ist ein witziger Titel, der an eine andere Persönlichkeit erinnert, die scharfzüngige Dorothy Parker.
Die Journalistin und Schriftstellerin Maeve Brennan (1917–1993) war praktisch ihre Nachfolgerin. Sie war Redakteurin beim New Yorker und u.a. mit Trumans Capote bekannt.

Sie war „todschick, selbstbewusst, berufstätig und eine feste Größe in einer männerdominierten Öffentlichkeit“.
Auch für ein Mode- und Gesellschaftsmagazin schrieb sie, daher spielt auch die Welt der Mode eine Rolle in diesem Buch. Die emanzipierte Brennan war offensichtlich auch äußerlich eine Stilikone und „vielleicht“ das äußerliche Vorbild für die Hauptfigur von Frühstück bei Tiffany.

Ein Buch über Maeve Brennan ist aber vor allen auch eins über New York, insbesondere Manhattan, und auch über ihre irischen Wurzeln. Sie war 17 als sie in die USA kam. Ihre Karriere beim New Yorker und mit ihren literarischen Texten war bemerkenswert, bis sie später aufgrund Krankheit in Vergessenheit geriet.
Die Abschnitte über Brennans Arbeit als Literaturkritikerin und Kolumnistin fand ich amüsant. Die kritisierten Autoren waren das wahrscheinlich nicht, denn Brennan hatte eine scharfe Zunge und einen geschliffenen, glasklaren Verstand.
Aber auch die Passagen, in denen es um Maeve Brennans eigene Literatur geht, sind lesenswert.
Michaela Karl gelang eine interessante Biografie, bei der sie die Besonderheiten der Persönlichkeit Maeve Brennans herausarbeitete und besondere Momente festhielt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog
Eine New Yorker Ikone

Rezensionen von BarbaraM:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Einmal in die mongolische Wildnis und zurück – ein unvergleichliches Abenteuer!

"Ich würde so etwas nie ohne Lippenstift lesen." von Michaela Karl

„Ins Nirgendwo, bitte! Zu Fuß durch die mongolische Wildnis“ von Franziska Bär ist 2019 im Verlag CONBOOK erschienen. Es umfasst 288 Seiten und ist mit Fotos ergänzt.

Franziska und ihr Freund Felix haben etwas ganz besonderes vor: eine Reise in die mongolische Wildnis – ein Ort, an dem bisher nur wenige Reisende waren, ein Ort, an dem man die Einsamkeit spüren, das Unentdeckte entdecken kann, die Herausforderung und das Abenteuer erleben kann und der Leser darf mittendrin sein.

Franziska berichtet anfangs von den Reisevorbereitungen, die alles andere als einfach sind und die viele Gedanken kreisen lassen und dann geht die Reise los in dieses von uns in Deutschland weit entfernte Land. Für Franziska und Felix gilt es, die Menschen und das Land auf ihrer Reise kennen zu lernen, Herausforderungen mit den Einheimischen und der Natur zu meistern und auch ihre eigene Beziehung zu ergründen. So erfährt man von einer unheimlichen Begegnung in stockfinsterer Nacht mit einem Einheimischen, von der spannenden Durchquerung eines Gebirgsflusses, von der Konfrontation mit der Einsamkeit, von der Gastfreundschaft der Bevölkerung, der Kommunikation mit Hand, Fuß und Bild, der unglaublichen Natur und vielem mehr.

Franziska Bär gelingt es in ihrem Buch von Anfang an den Leser durch ihren Schreibstil zu begeistern. Sie schreibt flüssig, ehrlich, emotional, spannungsvoll und nimmt auch vor negativen Gedanken und Erlebnissen während der Reise und den Reisevorbereitungen keinen Abstand.

Ich habe mich als Leserin selbst als Mitreisende wahrgenommen, habe mitgefiebert, mitgedacht, mitgeschmunzelt, mich mitgefreut und einfach so gerne gelesen. Die Abenteuerlust und Lebendigkeit von Franziska hat mich gepackt.
Auf in das nächste Abenteuer! Ich freue mich auf weitere Bücher!

Eine glasklare Weiterempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von BarbaraM
Eine New Yorker Ikone

Rezensionen von yellowdog:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Symphonien und ihre Wirkung

Rausch und Stille von Karl-Heinz Ott


Karl-Heinz Ott schreibt ausführlich über alle Sinfonien von Ludwig van Beethoven.
Davor bringt er aber zur Einleitung ein rasantes Stück Literatur rund um Beethoven und seine Zeit sowie seine Wirkung aus Sicht von verschiedenen Interessengruppen, z.B. Musikkritiker, Literatur und Philosophie. Es wird einem fast schwindelig von den vielen überzeugen den Verweisen, die Ott eloquent bringt.

Dieser Beginn haut den Leser nahezu um, doch dann wird es ruhiger.
Für Nichtmusiker wird es in den Musikdetails außerdem manchmal auch etwas schwierig zu folgen.
Daher wird man in der Regel die Musik begleitend zum Buch klingen lassen.
Das lockert die Textabschnitte auch sofort auf.

Vergleiche zu anderen Komponisten, z.B. Hayden gibt es hauptsächlich anfangs,bei späteren Sinfonien ist Beethovens Eigenständigkeit dominierend.
Ich mag außerdem Otts Abschnitte über Besonderheiten, zum Beispiel die musikalischen Scherze, die Scherzi. Es werden auch andere Komponisten in diesem Zusammenhang genannt, z.B. Mozart und Schumann.
Interessanterweise folgen auch den Abschnitten über die Sinfonien zwischendurch immer wieder Ausflüge in die Literatur und Gesellschaft seiner Zeit, also Goethe, Eckermann, E.T.S.Hoffmann, Napoleon etc. sowie auch neuere Literatur wie Saramago, Andre Gide oder Alejo Carpentier. Philosophen wie Heidegger, Derrida und Roland Barthes ebenso, was ich sehr interessant, fast erleuchtend fand.

Ott widmet sich den Sinfonien ausführlich. Ich persönlich liebe ja die idyllische 6-Sinfonie, die praktisch zeitgleich zur aufwühlenden fünften entstand und so wunderschön dahinfließt. Heiter ist auch die 8.Sinfonie! Was dann in der neunten Sinfonie inklusive der Ode an die Freude ist imposant wie nichts anderes.

Das Buch braucht seine Zeit. Vieles was ich erst einmal nur so überflogen habe, lohnt sich offensichtlich weiter ausgeführt zu werden und so ist das mächtige Buch, dass von seiner Leichtigkeit profitiert, etwas für die Dauer.
Die entstehende Wirkung aus Tönen und Schrift ist enorm!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog
Symphonien und ihre Wirkung

Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Ein Glücksort für alle

Das kleine Cottage am Meer von Debbie Macomber

Wenn man Lust auf einen schönen Wohlfühlroman hat, kann man praktisch immer zu Debbie Macombers Bücher greifen ohne enttäuscht zu werden. So gebe ich gerne auch eine Leseempfehlung für den Roman "Das kleine Cottage am Meer", in dessen Geschichte Annie Marlow das kleine Städtchen Oceanside gehörig aufmischt.

In Oceanside hat Annie in ihrer Kindheit die Sommerferien mit ihrer Familie verbracht und fühlte sich dort sehr glücklich. Eineinhalb Jahre nachdem Annie ihre Eltern und ihren Bruder durch einen Erdrutsch verloren hat, und sich seither zwischen Trauer und Behördengängen durchgeschlagen hat, fährt sie zurück nach Oceanside. Das erste Mal seit langem schläft sie wieder durch und beschliesst für ein Jahr hierhin zu ziehen.

Annie findet eine Stelle als Arztassistentin und auch das kleine Cottage von früher. Dort möchte sie wohnen, doch die Vermieterin stellt sich quer. Die Vermieterin ist Melly, deren Grosseltern Annie immer gern mochte. Annie erinnert sich an Melly, doch aus dem netten Mädchen wurde eine junge Frau mit einer Phobie. Melly will keinen Kontakt zur Aussenwelt und verlässt nie das Haus. Keaton versorgt sie mit Lebensmitteln und allem anderen, das sie zum Leben braucht.

Keaton war schon immer ein Aussenseiter. Seine Grösse und seine Wortkargheit sorgten in seiner Jugend für viel Spott. Der talentierte Maler hat ein Herz für Tiere und hilft in einem Tierheim mit. Vor 13 Jahre sah er Annie zum ersten Mal am Strand - und ist seither verliebt in sie. Deshalb traut er seinen Augen nicht, als er sie eines Tages am Strand sieht - aber sie ist es tatsächlich. Da er der einzige ist, der mit Melly umgehen kann, sorgt Keaton schliesslich dafür, dass Annie den Mietvertrag für ein Jahr bekommt.

Zwischen Annie und Keaton beginnt eine stille Freundschaft, aber Annie bringt auch Melly dazu, sich ein wenig zu öffnen. Wie Annie mit Melly umgegangen ist und Melly darauf reagierte, war richtig amüsant zu lesen. Obwohl Annie die Protagonistin ist, war ich von der rotzigen Melly so fasziniert, dass sie mein Monats-Lieblingscharakter wird.

Die Figuren, die allesamt Schweres erlebt haben, mochte ich total gerne. Die eckigen Charaktere treiben dem Leser ein Grinsen ins Gesicht und lassen die Augen glänzen vor Freude: Annie hat das Herz am rechten Fleck; Keaton zeigt seine Zuneigung durch seine Hilfsbereitschaft; Melly kommandiert herum, doch man merkt, dass sie dadurch trotzdem auf andere eingeht; Teresa lässt sich nicht unterkriegen. Auch Preston, Britt und Candi sind sehr nette Figuren.

Ich bewundere immer wieder, wie Debbie Macomber es schafft derart leichte, warmherzige und lebensbejahende Geschichten zu schreiben, obwohl ihren Figuren oft Schlimmes widerfahren ist. Wenn sie trotz allem nicht selbst noch ans Gute glauben, haben sie tief in ihren Herzen doch noch einen Funken Hoffnung vergraben, den andere, die an ihre Seite gestellt werden, heraus kitzeln.

Ein Pageturner durch und durch, ich war gefesselt von der Storyline und den kauzigen Charakteren und hab deshalb den Roman an einem einzigen Nachmittag ausgelesen.

Fazit: "Das kleine Cottage am Meer" ist nicht nur ein Glücksort für Annie, sondern auch für den Leser. Einfach bezaubernd.
5 Punkte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bücher in meiner Hand
Ein Glücksort für alle

Rezensionen von buchina:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Randnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Potential verschenkt

Das kleine Cottage am Meer von Debbie Macomber

Das schön gestaltete Cover und der Handlungsort des Romans haben mich neugierig gemacht. Auch wenn der Autor schon ein paar Bücher veröffentlicht hat, ist dies mein erstes von Matthias Boll. Der Einstieg in den Roman hat mir gut gefallen. Ein Toter in einer Badewanne in Johannesburg, Südafrika. Szenenwechsel: Frank Sattler, Naturwissenschaftler muss vor Gericht ein Wassergutachten verteidigen.

Ein typischer Krimieinstieg also, der mit einem Mord beginnt und sich in mehreren Handlungssträngen öffnet, wobei man als Leser die ganze Zeit Vermutungen anstellt, wie diese wohl zusammenhängen.
Frank Sattler stellt sich schließlich als Protagonist raus, der auf Wunsch seines Freundes, nach Johannesburg reist, um die Tochter seines Freundes vor einer unbekannten Gefahr zu schützen. Sattlers Entscheidung konnte ich nicht ganz nachvollziehen, aber gut jeder Mensch tickt anders. Leider konnte ich Sattlers Verhalten im ganzen Roman nicht verstehen. Er wurde vom Autor als bekannter gefestigter Wissenschaftler aufgebaut, verhält sich aber wie ein pubertierender Naivling. Die Idee von Hausbesetzung, Korruption in Johannesburg fand ich wirklich gut gemacht, leider verliert sich die Geschichte aber immer mehr in weiteren, für mich, etwas abstrusen Handlungssträngen unter anderem über eine verlorene gegangene Superwaffe.
Am Ende des Buches war ich verwirrt und enttäuscht. Ich habe das Gefühl, dass der Autor viele interessante Ideen hatte, leider hatte er versucht sie in einem Buch unterzubringen. Mich hat es an die Aufgaben in der Schule erinnert, wo man bestimmte Begriffe in einer Geschichte unterbringen musste, obwohl sie nicht zusammenpassen. Leider leidet darunter auch der Spannungsbogen, obwohl natürlich der Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungssträngen schon eine Grundspannung aufbaut. Gut gelungen fand ich die Beschreibungen Südafrikas, da habe ich wirklich gemerkt, dass der Autor dort oft war. Die Stimmung und die Landschaften konnte er gut einfangen. Die Südafrikaner selber sind leider nur Randfiguren, Protagonisten bleiben die Deutschen.
Insgesamt ist der Krimi leider nicht rund. Die Charaktere und die Handlung wirkte auf mich manchmal sehr abstrus. Der Roman startete sehr gut, leider verliert sich der Autor in zu vielen Handlungssträngen. Die guten Anfangsideen werden nicht wirklich zu Ende geführt. Die Charaktere bleiben eindimensional und ihre Handlungen für mich nachvollziehbar. Es ist wirklich schade, denn die Romanidee mit dem besetzten Hotel und den Morden darum hat für mich wirklich Potential.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von buchina
Ein Glücksort für alle

Rezensionen von Peter Burk:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

So lange Du noch oben bist gehörst Du dem Boss

Das kleine Cottage am Meer von Debbie Macomber

Auf Anhieb sympathisch - den Eindruck hinterlässt die Hauptfigur dieser Biographie über einen, vielleicht eher Insidern besser bekannten Spitzenkletterer und Bergführer aus Südtirol. Die Liste der schwierigen Erstbegehungen von Christoph Hainz, Jahrgang 1962, ist lang und im Anhang dieses schön aufgemachten Buches zu finden.

Es sind nicht die ganz hohen Ziele, die den gebürtigen Mühlwalder in den gut 3 Jahrzehnten seiner bergsteigerischen Karriere gereizt haben. Wenn man einmal von einer waghalsigen Erstbegehung des Nordpfeilers des „indischen Matterhorns“, den Shivling, absieht. Nein, es sind die Touren in heimischen Gefilden, die ihn reizen – ganz besonders „seine“ Zinnen und deren vielfältige Möglichkeiten, Touren bis zum 8. Schwierigkeitsgrad zu eröffnen.

Bei allen seinen Erzählungen, die er zusammen mit Jochen Hemmleb, einem der renommiertesten alpinen Autoren unserer heutigen Zeit, verfasst hat, schwingt eine gewisse Leichtigkeit mit. Gepaart mit einem Sinn für die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt und dem Gespür dafür, umzudrehen, wenn es an der Zeit ist. Seine Touren scheinen immer ganz zufällig geplant (sind es natürlich nicht): er lässt sich während der Fahrt auf das Jungfraujoch beim Ausstieg Eigergletscher „aussetzen“ und macht eben einmal die Nordwand in 4,5 Stunden. Damals ein Rekord, bis Ueli Steck und Co. kamen. Solobegehung des Fitz Roy in 9 Stunden – weil die vereinbarte Seilschaft vermeintlich bereits ohne ihn losgezogen war.

Kein geringerer als Franz-Walter Steinmeier zählt auf Christophs‘ Expertise, wenn es um anspruchsvolle, begleitete Kletterfahrten in Dolomiten geht. Hans Kammerlander, Seilpartner am Shivling, schätzt seine Unbekümmertheit und ermuntert ihn, vielleicht doch noch einmal einen Achttausender anzugehen.

270 Seiten, die Spaß machen, niemals langweilig sind, schön bebildert und doch geerdet – so wie das Leben des Protagonisten, mit dem der Autor dieser Zeilen nur eine Begehung des Normalweges auf die Große Zinne in seinem Lebenslauf gemeinsam hat. Was Christoph Hainz sicherlich auch auszeichnet ist, dass er scheinbar nie seine außerordentliche Begabung vermarkten wollte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Peter Burk
Ein Glücksort für alle

Rezensionen von begine:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Wer ist der Vater

Die 48 Briefkästen meines Vaters von Lorraine Fouchet


Die 48 Briefkästen meines Vaters ist ein orgineller interessanter Roman vom der französischen Schriftstellerin Lorraine Fouchet.
Chiara ist 25 Jahre alt, als ihre Patentante behauptet, das ihr richtiger Vater ein bretonischer Matrose ist. Ihre Mutter sagt das der Vater vor Chiaras Geburt verunglückt ist.

Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter war schon immer etwas kühl.
Chiara will ihren echten Vater finden und sucht ihn auf der Insel Groix. Dafür übernimmt sie den Job als Briefträgerin.
Auf der Insel sind einige Einwohner etwas skurril. Sogar die Briefkästen bekommen von der Autorin ein Eigenleben.
Der Roman behandelt Themen, wie Eifersucht, Trauer, Sehnsucht, Liebe und Freundschaft.
Es hat Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von begine
Wer ist der Vater

Rezensionen von yellowdog:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Ein Buch der Wahrheit

Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist oder Sieben Schritte in die Diktatur von Ece Temelkuran


Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist. Dieser Titel spricht Bände und verrät unter anderem, dass die Autorin von den Repressionen des Mobs zum Exil gezwungen war. So ging es auch vielen anderen Menschen in der Türkei, viele landeten im Gefängnis. Von einer Demokratie in der Türkei kann man nicht mehr sprechen.

Die Journalistin und Schriftstellerin Ece Temelkuran, die natürlich auch emotional schreibt, besitzt die Fähigkeit, die Situation genau zu beschreiben.
Auch der Untertitel „Sieben Schritte in die Diktatur“ ist sprechend.
Ece Temelkuran spricht aber nicht nur von der Türkei unter Erdogan, auch Trump, Putin, Orban, AfD, die Brexiteers uva. werden erwähnt.

Wie die Autorin die Methode genau analysiert und durchschaut hat, ist beeindruckend und sollte dem Leser helfen, diese Maschen der Populisten früher zu durchschauen. Das Schema ist oft das gleiche.
Die Autorin verschweigt auch nicht, wie schwierig es ist, sich gegen diese Taktiken zu wehren und wie die Folgen weitreichend sind. Es ist nicht unbedingt ein optimistisches Buch. Die Populisten haben ihre Machtstellung weitgehend so gefestigt, dass eine kurzfristige Umkehr unwahrscheinlich ist.
Es wird auch klarer, was diese Ideologien aus den Menschen machen. Die Gesellschaft wird grundsätzlich verändert. Der Zusammenbruch der Demokratie ist möglich, zum Teil erfolgt.
Es ist schwer, in so einer verzerrten Welt zu leben, in der Wahrheiten und frühere Werte bei der Masse nicht mehr viel zählen. Aber resignieren und den Populisten kampflos das Feld zu überlassen, wäre fatal. Ece Temelkurans Buch ist daher wichtig!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog
Ein Buch der Wahrheit

Rezensionen von Caroline :

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Albtraum Amoklauf in einer Schule, aus der Sicht eines 6jährigen

Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist oder Sieben Schritte in die Diktatur von Ece Temelkuran

Für Melissa und Jim wird der Albtraum aller Eltern wahr. In der Schule ihrer zwei Söhne dringt ein Amokläufer ein und schießt wild um sich und ihr ältester Sohn Andy stirbt im Kugelhagel. Sein jüngerer Bruder Zach überlebt, versteckt in einem Wandschrank ohne körperliche Verletzungen.

Sein Leben und das seiner Eltern verändert sich schlagartig.

Nichts ist mehr wie zuvor, der Alltag kommt völlig zum Stillstand. Zach geht auf seine ganz eigene Weise mit diesem Drama um.

Wie hat es mir gefallen?

Der Verlag hat die Werbung auf Facebook richtig positioniert, denn ich habe das sehr schöne einfache Cover gesehen, den Klappentext gelesen und bin fast sofort in die Buchhandlung gestürmt, um es das Buch zu besorgen.

Die Geschichte wird aus Zachs Sichtweise erzählt. Es kann gar nicht so einfach sein, einen 6jährigen ständig sprechen zu lassen, seine Gedanken in Worte zu fassen. Dennoch hat es die Autorin geschafft, in keine allzu kindliche Sprache zu verfallen. Klar und deutlich schreibt sie und verleiht Zach somit eine klare Stimme.

Seine Reaktion auf dieses Drama erscheint mir recht realistisch und nicht zu übertrieben. Auch seine Eltern leiden natürlich unter dem Verlust ihres Sohnes. Zach versucht seinen Eltern auf gewisse Weise eine Stütze zu sein. Oft versteht er die Handlungen seiner Mutter und seines Vaters nicht und sucht sich seine eigenen Begründungen, die so kindlich naiv wie auch oft richtig sind.

Das Feingefühl, das die Autorin hier beweist, hat mich überrascht. Sie überlässt Zach die Führung, wir lieben, leiden und fühlen mit ihm, ohne ins Kitschige abzurutschen. Der Amoklauf an sich erhält nicht sehr viel Raum, somit stehen alle Opfer im Vordergrund und erhalten die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.

Diese Geschichte habe ich bedächtig gelesen. Die kurzen Kapitel haben das unterstützt, denn hin und wieder musste ich durchatmen, denn Zachs Ehrlichkeit ist nicht immer ganz einfach wegzustecken. Das macht seine Figur aber auch so liebenswert. Dabei glaubt er an die Liebe und an die Hoffnung, dass ihr Leben als Familie wieder möglich sein wird.

www.mariessalondulivre.at

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Caroline
Ein Buch der Wahrheit

Rezensionen von Bellis-Perennis:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Die Republik Fiume - Ein Experiment

Die Kommune der Faschisten von Ece Temelkuran

Anlässlich der 100-jährigen Wiederkehr des Staatsstreiches im März 1919 und der Ausrufung des Freistaates Fiume im September 1919 bringt der WBG-Theiss-Verlag ein vom Journalisten Kersten Knipp geschriebenes, interessantes Buch heraus.

Worum geht’s?

Ursprünglich 1719 (da ist wieder ein runder Geburtstag) ein Freihafen, verliert die Stadt mehrfach ihre Freiheit und wird zum Spielball verschiedener Mächte.

Bis 1918 gehört Fiume (heute Rijeka) zur Donaumonarchie. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zerfall von Österreich-Ungarn entzündet sich an der Hafenstadt ein internationaler Konflikt. Italien besteht darauf die Hafenstadt zu erhalten, genauso wie das neu gegründete Königreich Jugoslawien.

Meine Meinung:

Wie es zur Errichtung der Marionettenrepublik Fiume gekommen ist, kann man auf gerade einmal 90 Seiten, nämlich in den Kapiteln 1, 7 und 8 dieses Buches nachlesen. Die anderen Kapitel (6 von 9) handeln hauptsächlich von einer exzentrischen Figur dieser Zeit: Gabriele D’Annunzio.

Als Sohn des reichen Landwirtes Francesco Rapagnetta-D’Annunzio 1863 geboren, entwickelt sich Gabriele zu einem Dandy und nationalistischen Dichter. Seine patriotischen Aufrufe in Theaterstücken und Gedichten haben maßgeblichen Anteil am Kriegseintritt Italiens 1915 gegen Österreich-Ungarn und Deutschland. Die Entente (also England und Frankreich) hat dem verarmten und rückständigen Königreich Italien mit allerlei Versprechungen (unter anderem Gebietszuwächse wie Südtirol, Istrien etc.) gelockt.
D‘Annunzio selbst ist für den regulären Kriegsdienst schon zu alt, lässt es sich aber nicht nehmen, in schmucker Flieger-Uniform quasi als „Tourist“ am Krieg teilzunehmen. Als besonders waghalsig gilt sein Flug nach Wien, wo er, unbehelligt von der österreichischen Luftabwehr, über der Innenstadt Flugzettel abwerfen konnte.
D’Annunzio stilisiert sich selbst zum Kriegshelden empor, macht ohne strategisches Gespür mit Benito Mussolini gemeinsame Sache, bis sich die beiden zerstreiten.

Die große Schwäche dieses Buches ist es, dass es sich hauptsächlich mit Gabriele D’Annunzio und einigen seiner Zeitgenossen befasst. Natürlich ist der Exzentriker eine schillernde Figur, die es lohnt, näher zu betrachtet zu werden. Trotzdem hätte ich gerne mehr über die Republik Fiume als Auszüge aus D’Annunzios Werken gelesen.

Vielleicht hätte man nur einen anderen Titel wählen müssen, so haben sich meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Im Allgemeinen zeichnet sich der Verlag durch griffige Titel aus.

Mit dem Begriff „Kommune“ verbindet man einerseits die lokale Gebietskörperschaft und andererseits eine Lebensform von Künstlern wie z.B. die Otto-Mühl-Kommune. Man rechnet diese Art des Zusammenlebens eher dem linken als dem rechten politischen Spektrum zu. In diesem Buch ist der Begriff „Kommune“ mehrdeutig. Zwar gibt es eine Regierung, mit D’Annunzio als Staatsoberhaupt. Die Verfassung, die „Carta del Carnaro“ stammt zum großen Teil von D’Annunzio. Andererseits leben die Angehörigen rund 15 Monate im gesellschaftlichen Chaos.

Sex und Drogen beherrschen die Menschen, bis der Grenzvertrag von Rapallo 1920 dem Spuk ein Ende macht. D’Annunzio erkennt diesen Vertrag nicht an und erklärt Italien den Krieg. Das das nicht gut ausgehen kann ist klar. Wenig später werden Mussolini und seine Faschisten die Herrschaft in Italien übernehmen. Der Freistaat Fiume wird noch bis 1924 Bestand haben. Heute heißt die Stadt Rijeka und gehört zu Kroatien.

Kersten Knipp hat ausgiebig recherchiert. Mit diesem Buch ist es ihm gelungen, ein skurriles Detail der Weltgeschichte wieder in das Gedächtnis der Menschen zu rufen.

Fazit:

Wer sich für das Ende des Königreiches Italien und die Anfänge von Mussolinis Faschismus sowie die Mechanismen der Propaganda interessiert, findet hier eine anspruchsvolle Lektüre. Gerne gebe ich 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis
Die Republik Fiume - Ein Experiment