Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Berni10:
Glückliche Weltrettung
Die Menschheit – eine beachtliche Erfolgsgeschichte auf einem kleinen blauen Planeten, der angesichts klimatischer
Veränderungen durchaus bald ziemlich ungemütlich zu werden droht. Diesen tristen Aussichten ist eigentlich nur auf eine Art
zu begegnen: Mit Optimismus und Bereitschaft zur Umkehr.
Dass das auch noch glücklich machen kann, möchte der Ötztaler
Bernhard Stecher mit einem schriftlichen Glaubensbekenntnis der etwas anderen Art darlegen.
Die eisigen Weiten der Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt und jeder Planet in kosmischer Griffweite ist kalt und leblos. „Die
Zeichen der Zeit stehen auf Sturm“, stellt Bernhard Stecher eingangs seines Buches fest, das zweifellos eine deprimierende Lektüre, ein Abgesang des Anthropozäns sein könnte – und doch eine gänzlich andere
Richtung einschlägt. Denn der 1961 geborene Ötztaler mit jahrzehntelanger Journalismuserfahrung will vor allem eines: Mut machen, ohne die Gefahr der sich abzeichnenden Klimakatastrophe zu verharmlosen.
DER SCHATTEN BRINGT LICHT
Wer auf den gut 130 Seiten lediglich hoffnungsvolle Illusionen im beruhigenden Rosenkranz-Rhythmus und fromme Durchhalteparolen vermutet, irrt glücklicherweise. Immerhin wandelt das Stecher-Werk nicht auf Wasser, sondern auf dem Boden der Tatsachen, beschränkt Mahnen und Predigen auf ein sympathisches,
gewitztes Mindestmaß und lässt lieber die Wunder des menschlichen Erfndungsreichtums aus dem Felsen sprudeln. Doch sind Fortschritte in Speichertechnologie,
Wiederverwertung von Ressourcen und saubere Solarenergie nur eine Seite jener Medaille, die sich unsere Nachkommen hoffentlich an die Brust heften dürfen. Entscheidend ist letztlich auch der Mensch – in seiner Gesamtheit, die das weltumspannende Ziehen an einem Strang
nicht länger als Hirngespinst abtun möchte, aber auch als Individuum, das seinen Politikern die Rute ins Fenster stellt und so manchen verschwenderischen Luxus überdenkt. Der Lohn dafür ist nicht nur der
mögliche Fortbestand der Spezies, sondern auch ein kleines, nicht unbedeutendes Etwas, das wir schlauen Primaten bei unserem Siegeszug aus den Augen verloren haben:
Den Sinn in unserem Dasein, die kleinen Freuden im Leben – wie etwa das Lesen eines guten Buches mit Charakter.
Manuel Matt, Rundschau
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Eine Amerikanerin in Paris
Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine von Rebecca Raisin
Mit ihrem atmosphärischen Roman entführt Autorin Rebecca Raisin die Leser direkt in die Kulturmetropole Paris, die nicht umsonst von vielen Menschen als die romantischste Stadt der Welt bezeichnet wird.
Die sympathische Buchhändlerin Sarah führt ein unspektakuläres, aber beschaulich-angenehmes Leben in Ashford, einer idyllisch-verschlafenen Kleinstadt in Connecticut.
Ihren Traummann hat sie bereits gefunden – Ridge ist umwerfend charmant und trägt sie auf Händen. Sein einziges Manko: er ist aufgrund seines Jobs als Journalist permanent unterwegs. Dabei könnte Sarah gerade jetzt seine Unterstützung gut gebrauchen, denn sollten die Umsätze in ihrer Buchhandlung nicht bald besser werden, droht die Schließung ihres Ladens. Sophie, Sarahs Internetbekanntschaft aus Paris, hat indes andere Sorgen: in ihrer Buchhandlung mit dem magischen Namen "Once Upon a Time" rollt zwar der Rubel bzw. der Euro, aber in Liebesdingen sieht es weniger rosig aus. Als frisch Verlassene ist eine Stadt voller verliebter Touristen nicht gerade der ideale Ort, um über Liebeskummer hinwegzukommen. Dabei liegt die Lösung auf der Hand, findet Sophie: ein Tapetenwechsel muss her! Und so schlägt sie ihrer Freundin einen Buchhandlungs-Tausch vor…
Mit der Hauptfigur Sarah habe ich ein wenig gehadert – sie ist beinahe zu lieb. Privat stellt das kein Problem dar, aber im Berufsleben macht sie sich damit unwissentlich zur Zielscheibe für die Launen ihrer neuen Mitarbeiter. Sarahs Ankunft in Sophies Buchshop verläuft alles andere als angenehm; ihr Gepäck wird gestohlen und Sophies Angestellte lassen sie deutlich spüren, dass sie nicht willkommen ist. Überhaupt geht es im Buchladen an der Seine nicht so zauberhaft zu, wie Sarah es sich erhofft hatte – vielmehr gleicht es einer Fabrik. Stress pur statt persönlicher, interessanter Kundengespräche…schnippische Kollegen, die kommen und gehen wie es ihnen beliebt und sich nicht an den Arbeitsplan halten…Geld, das aus der Kasse verschwindet…und wenig Unterstützung von Sophie, die nun gemütlich in Sarahs kleinem Laden entspannt, während in Paris die Hölle los ist. Bald schon fragt Sarah sich, ob sie nicht einen großen Fehler gemacht hat. Zum Glück begegnet sie auch freundlichen Menschen, wie der eleganten Océane oder dem charismatischen Schriftsteller Luiz. Ridge hingegen vertröstet sie immer wieder – und war da am Telefon nicht eine weibliche Stimme bei ihm im Hintergrund zu hören…?
Das Schönste an diesem Roman waren für mich die Schilderungen der Stadtspaziergänge – der Autorin ist es wirklich gelungen, das Pariser Flair stimmungsvoll einzufangen. Auch das Rätsel um ein paar anonyme Liebesbriefe hat gut in die Story gepasst. Der Fokus liegt nicht auf Sarahs Beziehung zu Ridge; vielmehr steht ihre Zeit in Paris im Vordergrund – die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen hat, die Probleme in der Buchhandlung, der Kulturschock (denn in Frankreich weht ganz klar ein anderer Wind als in Ashford) sowie ihre Liebe zu Büchern. Herrlich aufregen konnte ich mich hingegen über Sophie, die zwar jede Menge Forderungen an Sarah stellt, ihr jedoch kaum Hilfe anbietet. Auch die Gemeinheiten der Mitarbeiterin Beatrice fand ich ein wenig überzeichnet; hier hätte Sarah sich ruhig mal wehren dürfen, anstatt sich permanent runterputzen zu lassen. Der Tausch an sich kam mir eher unrealistisch und recht an den Haaren herbeigezogen vor – ganz so einfach ist ein Wohnortswechsel inkl. Geschäftsübernahme im Ausland im wahren Leben nicht. Es war auch ein kleiner Widerspruch in sich, dass die scheinbar so Workaholic-veranlagte Sophie ihr Geschäft unter solch chaotischen Zuständen geführt haben soll, sich weder an einem unorganisierten Schichtplan stört noch daran, dass Mitarbeiter bei ihr im Laden übernachten.
Erzählt wird aus Sarahs Perspektive, in der Ich-Form. Sophie ist lediglich eine Randfigur, die sporadisch vorkommt – meist in Form von Ermahnungen per E-Mail. Da allein Sarahs Alltag in Paris genügend Stoff für Erzählungen bietet, vermisst man eine zweite Perspektive nicht wirklich; vielleicht folgt ja irgendwann ein Roman über Sophies Zeit in den USA…? Der Schreibstil ist flüssig, aber aus irgendeinem Grund blieb Sarahs Schicksal für mich eher oberflächlich bzw. es hat mich nicht wirklich berührt; zudem wurden gewisse Handlungsstränge gegen Ende ziemlich simpel aufgelöst, was schade um die bis dahin aufgebaute Spannung war.
Fazit: Als angenehmer Schmöker für Zwischendurch ist das Werk durchaus geeignet, nach dem Motto: Paris ist immer eine Reise wert.
Rezensionen von yellowdog:
Kristallkind
Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine von Rebecca Raisin
Der glücklichste Sommer unseres Lebens von Ondine Khayat ist ein angenehm zu lesendes und berührendes Buch. Die Buchgestaltung mit Cover und Titel deutet auf betont unbeschwerte und leichte Kost hin. Aber die Handlung ist tiefsinnig und daher hochwertigere Kost als man denken sollte.
Mit feinfühliger Psychologie zeigt die Autorin Ondine Khayat dem Leser die Gefühlswelt eines neunjährigen Mädchens in Paris.
Colline ist sehr sensibel und hat ein hohes Einfühlungsvermögen. Das macht sie aber auch anfällig und wenn sie spürt, wie ihre Eltern sich streiten, leidet sie besonders. Als ihr Eltern sich scheiden lassen wollen, ist sie traurig und fühlt sich sogar verantwortlich. Die fast 70jährige Clelie beschließt, die verstörte Colline für die Dauer der Sommerferien bei sich aufzunehmen, damit sie sich seelisch wieder erholen kann. Zusammen mit ihren liebenswerten Nachbarn kümmern sie sich um das Leben. Da gibt es einige amüsante Passagen und die Begegnung mit diesen liebevollen Menschen hilft Colline, wieder fröhlicher zu werden.
Colline freundet sich außerdem mit einem gleichaltrigen Jungen an, der ebenfalls Probleme hat.
Das wirkt wie eine Therapie und fast glaube ich, dass der Leser gleich mittherapiert wird.
Der Hinweis am Schluß des Buches, das man mit so sensiblen Menschen besonders sorgsam umgehen muss, halte ich für treffend.
Rezensionen von Bibliomarie:
DCI Daley kommt an seine Grenzen
Die Morde von Kinloch von Denzil Meyrick
Das malerische Kinloch an Schottlands Küste wirkt nur von außen so harmonisch. Es ist ein Ort voller Abgründe, das weiß besonders DCI Daley, seit er von Glasgow hier her versetzt wurde.
Ein Mann hat sich auf dem Steg vor seinem Boot mit Benzin übergossen und verbrannt. Aufregung löst das nicht nur wegen der grausigen Todesart aus, sondern auch weil Cudihey Politiker war.
Kurz danach bekommt seine Assistentin Besuch von einem Polizisten, den niemand kennt und wenig später stirbt sie bei einem Verkehrsunfall. Es wird nicht der einzige Fall bleiben, den Daley mit Cudihey in Verbindung bringen wird, aber schnell hat sich der Geheimdienst eingeschaltet.
Nebenbei brodelt es auf der Dienststelle in Kinloch. Daley vermutet schon lange, dass sein Vorgesetzter korrupt ist, aber es fehlen Nachweise. Zudem wird er von sehr einflussreicher Seite geschützt. Dieser Frust und private Probleme bringen Daley bis an seine Belastungsgrenze.
Meyrinks Kriminalromane bieten keine romantischen Schottland Klischees. Sie sind hart, blutig und desillusionierend. Drogen und Alkohol gehören zum Alltag. Brian Scott, Daleys Kollege hat den Kampf gegen seine Alkoholsucht schon lange aufgegeben. Noch hält er sich unter der schützenden Hand seines Chefs, aber sein Verfall ist sichtbar. Der Krimi wirkte fast dystopisch auf mich. Eine korrupte Politikerkaste und korrupte hohe Beamte im Polizeidienst bilden eine unheilvolle Allianz. Was kann da ein Ermittler noch ausrichten, zumal er fürchten muss, selbst auf die Abschussliste zu kommen.
Ein spannender, aber auch vielschichtiger und komplizierter Plot forderte meine ganze Konzentration, die Verflechtungen zwischen den einzelnen Mordfällen bleiben lange unsichtbar. Auch Daley als Ermittler und wichtigster Protagonist ist eine zwiespältige Figur, auch wenn ich ihn immer auf der Seite der „Guten“ verorte. Seine privaten Probleme sind nicht einfacher geworden und nehmen auch hier wieder viel Raum ein. Ab und zu blitzt noch ein Restchen von schwarzem Humor auf, wenn auch deutlich weniger als in den Vorgängerbänden.
Als Fazit: ein harter, temporeicher Krimi. Es fließt viel Blut und viel Whisky.
Rezensionen von Gaby 2707:
Der erste Fall in der neuen Heimat für Fenna und Tammo
Die Morde von Kinloch von Denzil Meyrick
Nix ist es mit der kriminellen Ruhe in St.-Peter-Ording. Fenna Stern und Tammo Anders sind gerade erst in ihrer neuen Dienststelle angekommen, da bekommen sie auch schon Arbeit.
Magdalene, Insa, Hanne und Rosie – vier Frauen, die in dem idyllischen Ort an der Nordsee bei den meisten nur als das „Kleeblatt“ bekannt sind.
Nun sind sie nur noch zu dritt. Magdalene wurde von einem Jogger tot auf der Aussichtsdüne Maleens Knoll gefunden. Wem war die Frau, die gerade erst einen riesen Lottogewinn eingestrichen hat, im Weg?
Da ich Fenna und Tammo, die nun nicht nur Kollegen sondern auch ein Paar sind, schon seit ihrem ersten Fall begleite und über die Schulter schaue, ist es jedes mal wie Freunde besuchen, wenn sie einen neuen Fall zu lösen haben und ich lesend dabei bin. Sie leben jetzt zusammen mit Tammos Onkel Frido, Fennas Mutter Magda und Fennas beiden Töchtern Fee und Fiona, die gerade in den letzten Zügen ihrer Schwangerschaft liegt, und Hund Buddy in einen Mehrgenerationenhaus. Eine Übersicht des „Stammpersonals“ um Fenna und Tammo zu Beginn der Lektüre macht es neuen Lesern leichter, sich bei den vielen Namen zurecht zu finden.
Der schnörkellose und leicht zu lesende Schreibstil macht es mir leicht, mich sofort in der Handlung gefangen und mittendrin zu fühlen. Dazu kommt, dass die Spannung ab der ersten Seite stetig steigt und sich bis zum Schluss auch hält.
Diesmal ist der Fall etwas verzwickter, da nicht nur die drei Freundinnen der Toten unter Verdacht stehen. Es gibt auch diverse andere Mitmenschen, die ein Tatmotiv haben. Diese vielen Tatverdächtigen habe ich durch ihre charakteristischen Beschreibungen sehr schnell und klar im Kopf. Ich hatte schon eine Ahnung, in welcher Richtung sich der Täter herausfiltern würde. Dann war ich aber doch überrascht, weil ich wieder mal auf falsche Fährten hereingefallen bin und der Mörder nicht meiner war.
Und wieder mal bewundere ich die Autorin, wie sie jede Menge todbringende Möglichkeiten ersinnt und den Kommissaren in den Mund legt. Und mich damit zum Grübeln bringt. Überhaupt geben die Dialoge, besonders zwischen den Ermittlern, dem Kriminalfall den letzten Schliff.
Wunderschön und gut vorstellbar finde ich auch die Beschreibungen der Umgebung in der die Beiden ermitteln. Das regt geradezu dazu an, selbst einmal nach St.-Peter-Ording zu fahren und sich auf der Aussichtsdüne den Wind um die Nase wehen zu lassen. In Gedanken sehe ich mich schon dort sitzen. Und bei der Beschreibung der Speisen, die hier angesiedelt sind, läuft mir das Wasser im Mund zusammen.
Wieder mal hat Ulrike Busch einen interessanten Fall kreiert, der mir spannende und sehr unterhaltsame Lesestunden beschert hat. Und heute schon freue ich mich auf ein Wiederlesen mit Fenna, Tammo und dem ganzen Nordsee-Team.
Rezensionen von begine:
Ein schönes Debüt
Die Morde von Kinloch von Denzil Meyrick
Das Tal der Orangen ist der Debütroman von Beatrice Courtot. Er ist ihr gut gelungen.
Die Geschichte führt uns 1936 in die Zeit des Bürgerkrieges nach Mallorca.
Magdalena Ensaimadas ist bekannt für ihr traditionelles Gebäck. Ihr Vater besitzt eine Orangenplantage. Durch den Bürgerkrieg verliert sie viel.
Ihre Urenkelin Anais wohnt in Paris und dachte ihre Urgroßmutter wäre auch aus Frankreich.
Dann wird bei einem Bauvorhaben in Marseille eine Dose mit Magdalenas Rezepten gefunden. Als Anais davon erfährt will sie nachforschen, was Magdalena erlebt hat. Sie lernt ihre Großmutter erst jetzt so richtig kennen.
Die beiden Episoden wechseln sich ab und werden am Ende zu einer perfekten Geschichte zusammengebracht.
Der Roman ist voller Emotionen, man erfährt von den Gräueln des Krieges. Magdalenas Leben geht auf und ab.
Interessanter Weise streut die Autorin immer wieder alte spanische Rezepte in die Geschichte ein.
Mir hat der Roman gut gefallen.
Rezensionen von Gaby 2707:
So ganz andere Protagonisten und eine Story, die mich gefesselt hat
Die Alpen sehen und sterben von Isabella Archan
Maria Konstanze Schlager, 29, die in der Schule nur „MörderMitzi“ genannt wurde, fühlt sich selbst auch heute noch schuldig an dem was in ihrer Kindheit geschehen ist. Nun macht sie Urlaub im wunderschönen Tiroler Ort Kufstein. Als Nachtmensch begegnet sie eines nachts auf einer Brücke einem Mann mit Cowboyhut und sieht, wie er einen anderen ins Wasser befördert.
Dann verschwindet der Unbekannte. Aber Mitzi weiß, er hat sie gesehen. Und das löst in ihr eine ganz eigene Faszination aus.
Inspektorin Agnes Kirschnagel versucht ihr Möglichstes um durch Mitzi an Informationen über den Täter zu kommen. Aber Mitzi ist etwas anders, eine Einzelgängerin, etwas naiv, viel zu verträumt und strickt sich ihr eigenes Bild von dem Geschehen und von dem Mörder, den sie nicht vergessen kann...
Schon im Kapitel 1 Zeile 8 springt mein Kopfkino an und hört ab da nicht mehr auf Bilder auszuspeiben.
Mitzi ist eine solch skurrile Persönlichkeit, dass ich lange keinen Zugang zu ihr gefunden habe. Bei ihr weiß man nie, ist es Wirklichkeit oder Phantasie. Sie hat aber auch eine so liebenswerte und anrührende Seite, dass ich sie mit der Zeit „lieben gelernt“ habe. Auch was ihr ihren Spitznamen eingebracht hat erfahre ich hier und kann sie und ihr Tun und ihre Gedanken dann wenigstens manchmal ein ganz klein wenig besser verstehen.
Hauptkommissar wegen einer psychischen Krankheit a.D. Heinz Baldur mit seinem zweiten Ich Luis versucht von Wien aus den Fall mit anderen Fällen aus Deutschland zusammen zu bringen. Inspektorin Agnes Kirschnagel und er tun sich zusammen, was seinen ganz besonderen Reiz für die Ermittlungen hat. Und mittendrin immer wieder die Mitzi.
Dieser Krimi ist nicht nur durch seine Protagonisten so ganz anders, als die Krimis, die ich bisher gelesen habe. Zwar kenne ich den Täter von Beginn an, was mich aber in keinster Weise stört. Zwar kann ich hier nicht wie sonst mit ermitteln, mir meine eigenen Gedanken zum Täter machen, aber das Zusammenspiel von Mitzi und dem Täter ist so spannend, interessant und auch eigenartig, dass ich von Anfang an gefesselt bin. Diesmal nur auf eine andere Art und Weise, die mir aber auch sehr gut gefallen hat.
Dies ist der erste Krimi, den ich von Isabella Archan gelesen habe. Sie hat nicht nur ein Händchen für Figuren, an die man sich erst gewöhnen muss. Sie hat auch einen so feinen, manchmal bösen Humor, der mir sehr gut gefällt.
Der Fall selbst, eingebettet zwischen bösem Buben und dem naivem Mädchen, hat seinen ganz eigenen Reiz und wird zum Schluss nochmal richtig spannend.
Genau wie Mitzi bin ich der Meinung, dass das Dreiergespann Mitzi und Agnes, die in meinen Augen noch viel Potential hat, zusammen mit Heinz noch manch einen Fall lösen könnte.
Die eingearbeiteten österreichischen Worte und Sätze, zu denen es am Schluss ein Glossar gibt, die eingeflochtenen Sehenswürdigkeiten und die Speisen, bei denen mir das Wasser im Mund zusammen läuft, stehen für den Lokalkolorit und machen die Geschichte richtig rund.
Skurrile Protagonisten, ein spannender Fall und mein Besuch im wunderschönen Tiroler Land haben mir sehr unterhaltsame Lesestunden beschert. Ich würde mich freuen, wenn es mit Mitzi und Agnes bald ein Wiederlesen geben würde.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Marco, 10 Jahre aus Kirchbichl,
Die Mitternachts-Bande von David Walliams
In diesem Buch geht es um Tom, der aus seinem Internat mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert wird. Mit den anderen Kindern auf der Station schließt er schnell Freundschaft. Da ist Amber mit ihren Gipsarmen und -beinen; Robin mit seiner Augenbinde; George, der sich von einer Mandeloperation erholt und die kleine Sally, die so schwer krank ist, dass sie die meiste Zeit im Bett liegen muss.
Leider gibt es da aber auch noch die böse Oberschwester, die ist so gemein, dass sie Tom einen Mädchen-Pyjama (!) zum Schlafen gibt.
Tom merkt schnell, dass die anderen Kinder etwas planen und sich immer aus der Station in den Keller schleichen;
Tom schließt sich ihnen an, und alle fünf haben ab sofort ein großes Geheimnis zusammen: Sie haben sich nämlich zur sogenannten Mitternachtsbande zusammengeschlossen. Doch kein Erwachsener darf davon je etwas wissen oder mitbekommen. Als Mitternachtsbande lassen sie nun Nacht für Nacht die Träume der anderen Kinder wahr werden....
Mir hat das Buch sehr gut gefallen; es ist spannend erzählt, und ich finde es sehr lustig;
Rezensionen von AndFe1:
Abenteuer in der Baumhausschule
Die wilde Baumhausschule: Raubtierzähmen für Anfänger von Allert Judith
Klappentext:
So hat Greta sich ihren ersten Tag in der neuen Schule nicht vorgestellt. Kaum ist sie auf ihrem Elefanten dort angekommen, kracht eine Wand ein. Die Klasse ist entsetzt. Wo sollen sie jetzt bloß hin? Greta kommt eine geniale Idee: Sie könnten den Unterricht doch einfach in den Zoo ihrer Eltern verlegen! Blöd nur, dass da gerade zwei Krokodile ausgebüxt sind…
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen.
Die Schriftgröße und die Aufteilung in 20 Kapitel ist ideal für die jungen Leser.
Die Geschichte mit den vielen verschiedenen Tieren ist lustig und spannend. Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt und Vorurteile. Die verschiedenen Charaktere sind sehr gut beschrieben. Wir hatten viel Spaß und die Jungs konnten gar nicht erwarten, wie es weiter geht.
Die schwarz-weißen Illustrationen lockern den Text auf und gefallen uns sehr gut. Besonders schön fanden wir die farbige Umschlaginnenseite auf der alle Kinder mit Namen vorgestellt werden.
Ein gelungenes Kinderbuch für Jungs und Mädchen.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Vergisst man schnell wieder
Oliven zum Frühstück von Pia Casell
Kreta, Archäologie, Olivenbäume - das alles in einem Roman vereint, hörte sich sehr gut an. Die Geschichte um Archäologin Lisa beginnt auch gleich spannend, wird dann aber sehr schnell gebremst.
Um zu beweisen, dass in Roussolakos ein antiker Königspalast liegt, müsste Lisa nicht nur das bisher freigelegte Feld, sondern auch einen Teil des Olivenhains zumindest magnetisch sondieren zu können.
Doch Charis weigert sich, Lisa Zugang zu verschaffen, obwohl die Olivenernte kaum mehr was einbringt. Blöd, dass Charis der Enkelsohn und Bruder ihrer Gastgeberinnen in der Villa Esperides ist und im selben Haus wohnt. Nachdem nichts mehr geht, entzieht der Auftraggeber der Forschungsgruppe den Auftrag und die nötigen Finanzen. Lisa bleibt noch vor Ort, einerseits hat sie kein Geld um nach Hause zu fliegen, andererseits will sie nicht aufgeben. Erst spät merkt Charis, wieviel Lisa an den Ausgrabungen liegt.
Lisa fällt vor allem auf durch ihre Mückenphobie. Charis wird zuerst als Mittelmeermacho dargestellt, er ist aber ganz nett. Seine Familie ebenso.
Die Zeit im Roman geht extrem schnell vorbei. Die ersten zwei Wochen verpasst man als Leser, da viel wichtiges Material noch am Zoll hängt. Die darauf folgenden Tage verpuffen, indem nicht viel läuft ausser dass Lisa immer noch hofft, Zugang zu Charis Olivenhain zu bekommen. Als Lisa später alleine vor Ort ist, vergehen einige Wochen ohne das wirklich etwas passiert, bis dann die Geschichte erst gegen Schluss Fahrt aufnimmt.
Und genau das ist das Problem des Romans: er ist langweilig und oberflächlich. Es passiert einfach viel zu lange gar nichts, das Zeitgefühl geht dem Leser abhanden. Auch hätte man aus den Themen des Romans - Ausgrabungen und Handwerk der Familie (Seifenherstellung) - mehr rausholen können.
Am meisten störte mich, dass der Auftraggeber der Ausgrabung urplötzlich abspringt. Dies ist nicht glaubwürdig. Die Autorin schreibt dies zwar auch in ihrem Nachwort, aber sie hätte dies für den Verlauf ihres Romans halt so gedreht. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn Autoren etwas ändern, z.B. ein historisches Datum einige Jahre früher oder später zu datieren, damit es in den Ablauf passt. Aber dass Sponsoren abspringen und nicht mehr dafür sorgen, dass das Team heimreisen kann, ist einfach nur unglaubwürdig. Spätestens hier hätte sich die Uni einschalten müssen. Viel zu viel stünde auf dem Spiel - nur schon der gute Name der Sponsoren.
Da der ganze Roman auf dieses "Ereignis" aufgebaut wird, wirkt die ganze Story an den Haaren herbei gezogen. Zu vieles, auch der Titel "Oliven zum Frühstück" wirkt oberflächlich, die wenigen interessanten Szenen im letzten Viertel können den langweiligen Teil nicht aufwiegen.
Fazit: Das Buch würde ich lesen, wenn es in der Hotelbibliothek steht - leider eine Geschichte, die man schnell wieder vergisst.
3 Punkte.







