Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Nicht-Maigret-Roman
Striptease von Georges Simenon
George Simenon taucht in diesem relativ kurzen Nicht-Maigret-Roman tief in das Sujet der Stripteasebars in Cannes um 1954 ein. Eine Welt, die er anscheinend gut kannte und genossen hatte.
Der Roman hat eine bemerkenswerte Dichte, wenn auch wenig Story.
Dennoch erfährt man einiges davon, wie die Stripteasetänzerinnen leben, von ihren Eifersüchteleien und Leidenschaften.
Zwar hat mich dieses Sujet nicht ganz so zwingend ergriffen wie Simenons Roman Das Haus am Kanal, aber lesenswert ist Striptease doch.
Für mich ist Simenon ein bemerkenswerter Autor, wenn er etwas anderes als Krimis schreibt.
Auch das Nachwort mit dem Titel “Eine Studie weiblichen Verlangens” von Ulrich Wickert ist gelungen. Er berichtet z.B. von seiner Begegnung mit Günter Grass, der tatsächlich viel von Simeons Non-Maigrets gehalten hatte. Wickert kann auch einiges von Simenons privaten Leben berichten, dass wohl genauso turbulent war wie seine Romane.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Spannender historischer Krimi
Der dunkle Bote von Beer Alex
Der dritte Fall für August Emmerich und seinen Assistenten Ferdinand Winter. Diesmal werden sie mit mehreren grotesk inszenierten Leichen konfrontiert. Es gilt einen Serientäter zu stellen. Außerdem müssen sie ihre Position innerhalb der Abteilung „Leib und Leben“ festigen und Emmerichs private Probleme warten auch noch auf eine Lösung, denn Luise und die Kinder sind nach wie vor in der Gewalt von Xaver Koch.
Die Suche nach ihnen ist beschwerlich, aber Emmerich gibt natürlich nicht auf.
Alex Beer hat wieder einen großartig spannenden Krimi geschaffen. Sogar mehr als das! Sie zeichnet ein authentisches Bild des Lebens im Jahre 1920, wo Armut, Hunger herrschten, Bandenkriminalität und Schwarzmärkte den Alltag prägten. Politische Strömungen der Zeit werden ebenso thematisiert wie der steigende Hass gegen Juden.
In diesem düsteren und hoffnungslosen Wien lässt die Autorin die beiden Kommissare bekannt einfallsreich, unkonventionell und respektlos ermitteln. Überraschende Wendungen halten den Spannungsbogen hoch. Immer wenn ich dachte, den Täter identifiziert zu haben, musste ich erkennen, dass ich mich nur wieder auf eine falsche Spur habe locken lassen. Der Schluss ist überraschend, logisch und passend gelöst!
Besonders gut gefallen hat mir natürlich wieder die Sprache. Genau das richtige Maß an Dialektausdrücken lässt die Atmosphäre noch lebendiger werden, zeigt auch immer wieder den Wiener Schmäh, der in diesen schrecklichen Zeiten überlebensnotwendig war.
Fazit: ein starker Krimi – für mich sicher einer der besten der letzten Jahre! Glücklicherweise lässt das Ende auf eine Fortsetzung hoffen! Wirklich empfehlenswert!
Rezensionen von begine:
Neuauflage mit neuem Titel
Das Haus des Dämmerlichts von Barbara Dribbusch
Das Haus des Dämmerlichts von Barbara Dribbusch hat es 2016 schon unter dem Titel Schattwald gegeben. Solche Aktionen gefallen mir gar nicht.
Der Roman hat es aber verdient gelesen zu werden.
2014 wird Anne von ihrem Mann verlassen, dann bekommt sie einen Anruf, das ihre Großmutter gestorben ist.
Ihre Mutter war früh gestorben und ihr Vater hatte mit seiner Schwiegermutter kein gutes Verhältnis.
Großmutter Charlotte wohnte in Innsbruck. In ihrem Haus findet Anne Tagebücher von 1943.
Charlottes Zwillingsbruder war in Ro0land gefallen. Sie wird in das Nervensanatorium Schattwald geschickt. So erfahren wir von Entscheidungen der Politik und das es Menschen gab, die um ihre psychisch kranken Patienten kämpften.
Anne erlebt dann noch einige seltsame Dinge.
Die Geschichte wird aus Anne Perspektive erzählt.
Die Autorin hat diesen Roman spannend und fesselnd geschrieben. Das Thema ist sehr interessant. Und gut umgesetzt.
Rezensionen von Lesestern:
4 Freunde auf der Suche nach der Wahrheit und ein Schatz und seine Vergangenheit
Die 4 vom See - Die verborgene Gruft und das Ende aller Tränen von Alexander Lombardi; Sandra Binder
Die 4 vom See: Die verborgene Gruft und das Ende aller Tränen von Alexander Lombardi und Sandra Binder ist der Auftakt zu einer neuen Abenteuer - Reihe rund um den Starnberger See und ist im SCM -Verlag erschienen.
Die 4 vom See, das sind Antonia, Emma, Franky und Jaron, deren Freundschaft aufgrund eines Ikonen-Raubes und eines persönlichen Verdachts in Gefahr gerät.
Die beiden Autoren haben einen spannenden und gut lesbaren Abenteuer-Roman für wissbegierige Kinder geschrieben, die sich leicht mit den hier beschrieben Charakteren der jungen Detektive identifizieren können.
Es ist sozusagen eine Geschichte in der Geschichte.
Die Rahmengeschichte spielt in der Gegenwart und es gibt immer wieder Einblicke in die Geschehnisse der Vergangenheit.
Als zwei wertvolle Ikone aus der Dorfkirche verschwinden, richten sich alle Verdachtsmomente gegen Antonia´s Vater.
Antonia gerät damit in einen Vertrauenskonflikt zwischen dem was an Indizien sichtbar ist und ihrer persönlichen Beziehung zu ihrem geliebten Vater.
Mit allen Mitteln versucht sie gemeinsam mit ihren Freunden den Fall zu lösen und die Unschuld von ihm zu beweisen.
Dabei stoßen die Freunde auf eine verborgene Gruft und Teilstücke eines Schatzes, der aus einer anderen Zeit stammt.
Fazit:
Zwei gleichweise fesselnde Erzähl-Stränge werden hier präsentiert und durch das Verbindungsteil eines rätselhaften Schatzes miteinander verknüpft, sodass ein Spannungsbogen entsteht, der junge Leser begeistern wird.
Die Charaktere der hier beschriebenen Teens sind vielfältig und sympathisch und ihre Gefühlswelt wird realitätsnah dargestellt.
Kein pädagogischer Zeigefinger und keine moralisierenden Sprüche, eine Geschichte, die einfach Spaß macht zu lesen.
Eine tolles Buch, das sowohl Leseratten anspricht und zugleich das Potential hat Nicht-Leser zu begeisterten Neu-Lesern zu machen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Held und Leser_in locked in
Der Riss von Alexander Lombardi; Sandra Binder
Der nach einem Autounfall querschnittsgelähmte Ich-Erzähler ist zunächst auf passive Sinneseindrücke reduziert. Nach und nach kehrt die Beweglichkeit seiner linken Hand und v. a. die Erinnerung zurück: an vereinzelte Episoden mit seiner Frau, mit den Schwiegereltern, aus seinem beruflichen Werdegang, mit Freunden.
All das wird ausschließlich aus der Perspektive des Gelähmten erzählt – der innerfiktionale Wahrheitsgehalt von Wahrnehmung und Erinnerung lässt sich nicht mit einem anderen Standpunkt abgleichen oder gar überprüfen. Handelt das Erzählen letztlich vom Delirium eines Sterbenden? Hält dieser auch in der Extremsituation an der Sprach- und Beziehungslosigkeit seines früheren Lebens fest? Wodurch ist die schleichend zunehmende Bösartigkeit der – vorgeblich – pflegenden Schwiegermutter motiviert? Welche Rolle spielt deren halb-japanische Abkunft vor dem Hintergrund der historisch belasteten Beziehung zwischen Japan und Korea? Will die Schwiegermutter den Ehebruch aus der Vergangenheit und den Unfalltod ihrer Tochter rächen, oder handelt sie aus Sadismus angesichts der Hilflosigkeit des ihr ausgelieferten Schwiegersohns? Diese, aber auch kulturspezifische Fragen wie die nach der Bedeutung der Urne wirft der Text auf, ohne Anhaltspunkte für Antworten zu geben. So bleibt die präzise und eindrucksvolle Schilderung ebenso bedrückend wie rätselhaft, und wir geraten lesend in eine ähnliche Lage wie der Ich-Erzähler: Ist ihm nahezu jede Möglichkeit des Handelns genommen, so wird uns keine Möglichkeit gegeben, das Böse in den Beziehungen der Figuren zu verstehen und zu erklären – wir sind und bleiben bis zum Ende des Romans hilflos im Text gefangen.
Rezensionen von yellowdog:
Beschreibungen voller Atmosphäre
Das Haus am Kanal von Georges Simenon
Ein interessantes Buch des Maigret-Autors, ganz ohne Maigret und ohne direkte Krimielemente. Die psychologische Figurenführung ist im Vordergrund.
Nach dem Tod des Vaters muss die 16jährige Edmée von Brüssel zur ihrer Tante und ihrer Familie ziehen. Es ist ein ländlicher Raum, die Menschen dort bäurisch geprägt.
Das Stadtmädchen wirkt wie ein Fremdkörper in dieser Umgebung.
Zu ihren Verwandten hat sie kaum Bezug und sie will sich ihre Eigenschaften bewahren. Anstatt zu nähen und Hausarbeit interessiert sie sich für medizinische Bücher und hat den Wunsch Medizin zu studieren, was sich wohl kaum realisieren lässt.
Mit ihrer Tante kann sie sich nicht verständigen. Die spricht nur Flämisch und sie nur Französisch. Bezugspunkt werden daher ihre Cousins. Eine unterschwellige Anspannung und latente Bedrohung stehen im Raum.
Es gibt von Georges Simenon unglaublich starke Beschreibungen der Umgebung. Eine starke Atmosphäre entsteht.
Der Roman ist von 1933, hat aber nichts Altmodisches an sich. Der Text hat in seiner Gesamtheit Gültigkeit.
Ich persönlich bin bisher kein Simenon-Fan gewesen und war daher erstaunt, was für eine mächtige Wirkung das Buch auf mich hatte.
Rezensionen von rewareni:
Ein Cowboy im Dorf
Das Haus am Kanal von Georges Simenon
Im Grunde liebt Laura den Cowboy Jase, den sie in Nevada kennen und lieben gelernt hat, doch sie lebt in Bayern mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder Tim, wo sie einen Hof bewirtschaften. Also beschließt sie per Skype Schluss zu machen. Doch sie hätte nie mit der Reaktion von Jase gedacht, der nicht bereit ist, ihre Liebe so einfach aufzugeben.
Denn er tut alles um ihr Herz zurück zu erobern und so ist nicht nur sie überrascht, als er bei ihr im Dorf auftaucht, sondern auch die Dörfler, die mit seiner Erscheinung ein wenig überfordert sind und es nicht fassen können, dass Jase anscheinend für länger bleiben möchte.
,,Ein Cowboy im Dörfle´´ ist eine booksnaks Kurzgeschichte der Autorin Maria Appenzeller. Sehr schön beschreibt sie dabei das Aufeinandertreffen zwischen zwei verschiedenen Kulturen und die Vorurteile, die die Menschen im Dorf gegenüber dem Amerikaner Jase haben. Auf der einen Seite ist Laura, die ihn zwar liebt, aber keine Zukunft für sie beide sieht, da sie mit dem Hof und der damit verbundenen Arbeit, voll ausgelastet ist. Auf der anderen Seite ist Jase, der bereit ist, sein bisheriges Leben der Liebe wegen aufzugeben und auch bereit ist, gegen die Vorurteile und die Abneigungen gegen ihn anzukämpfen. Es ist eine amüsante und längere Geschichte, die zum Nachdenken anregt, wo man aber auch noch mehr an humorvolle Szenen einbauen hätte können, z.B wenn die ,,Einheimischen´´ auf Jase treffen oder wie Lauras Familie mit ihm zurecht kommt. Ansonsten ist es eine nette Liebesgeschichte, die angenehm zu lesen ist.
Rezensionen von EdVanSchleck:
Ganz nett mit Luft nach oben
Samantha Spinner (1). Mit Schirm, Charme und Karacho von Ginns Russell
Als Samantha Spinners Onkel Paul spurlos verschwindet, hinterlässt er Samantha und ihren beiden Geschwistern 3 sehr ungewöhnliche Dinge. 2,4 Milliarden Dollar, die New York Yenkees (inklusive Stadion) und einen rostigen Regenschirm mit einer merkwürdigen Nachricht ("Hüte dich vor dem Regen").
Samantha ist sich sicher, dass das Verschwinden ihres Onkels und die merkwürdige Nachricht eindeutige Indizien dafür sind, dass ihrem Onkel etwas zugestoßen sein muss. Samantha und ihr Bruder beginnen also den Spuren nachzugehen und geraten schon bald in ein wildes Abenteuer.
Die Geschichte hat uns (meinem Neffen [9] und mir) ganz gut gefallen. Anfangs wurde sehr viel auf sehr ungewöhnliche Art und Weise herumgereist, aber so richtig kam die Handlung unserer Meinung nach nicht in Schuss. Später (ca. ab der Hälfte des Buches) ändert sich das dann aber und ab dann wird die Handlung auch spannender.
Der Schreibstil ist bildhaft, kindgerecht und amüsant. Gelegentlich wird der Text von Bildern aufgelockert.
Gut gefallen hat mir, dass zu vielen Sehenswürdigkeiten echte Fakten genannt werden. Meinem Neffen haben die Handlungsbezogenen (erdachten) Ergänzungen am Ende der Fakten gefallen.
Von den Rätseln sind wir etwas hin und her gerissen. Auf der einen Seite macht es Spaß die Codes zu knacken, auf der anderen Seite ärgert das ewige hin- und herblätterei. Ich hätte mir gewunschen, dass die Rätsel direkt in die Handlung integriert würden und nicht gesondert am Ende stehen. Dadurch muss immer wieder zwischen den Textpassagen (diese müssen auch erst einmal wiedergefunden werden) und den "Schlüsseln" am Ende des Buches hin und her gesprungen werden.
Die Geschichte ist ganz nett und das (Vor)Lesen hat uns auch gut gefallen, aber voll und ganz sind wir von der Serie noch nicht überzeugt.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Urlaub! Oder doch nicht?
Tod in Porto von Mario Lima
Ich freute mich riesig auf den zweiten Band der Fonseca-Serie! Da der Autor den ersten Band "Barco Negro" noch selbst veröffentlicht hat, war ich gespannt, wie die Zusammenarbeit mit dem Heyne Verlag gefruchtet hat.
Fonseca und sein Team freuen sich auf den bevorstehenden Urlaub oder zumindest auf einige ruhige Sommertage.
Doch daraus wird nichts, denn mitten in der Nacht wird ein Mann erschossen. Keine Zeugen, kein Motiv. Rui Pinto hat den Toten aber schon öfters gesehen in seinem Quartier, zusammen mit zwei weiteren Männern und einer verschüchterten hübschen Halbjapanerin. Bald stellt sich heraus, dass diese Männer allesamt Brasilianer sind - doch wieso weilen sie in Porto?
Die Polizei merkt schnell, dass die Arbeitskollegen und Bekannten des Toten es allesamt mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Das Team ermittelt in verschiedene Richtungen und kommt dem Grund des Verbrechens immer näher.
Ein verzwickter Fall, bei dem jeder Ermittlungserfolg schnell wieder getrübt wird oder sich andere Möglichkeiten eröffnen. Die Zusammenarbeit zwischen Fonseca, Pinto, Ana und Dinis wird immer besser. Ana ist mittlerweile vollständig integriert und muss sich keine Sticheleien mehr anhören. Ein tolles Team, von dem ich gerne mehr lesen würde.
Doch so richtig packen konnte mich der Krimi nicht. Das Hauptthema "Brasilianische Unterwelt" hat mich dafür viel zu wenig interessiert. Der Krimi könnte damit fast überall auf der Welt spielen, jedenfalls in den Teilen, in denen Portugiesisch gesprochen wird. Ich fand es sehr schade, dass kein näherer lokaler Bezug zu Porto hergestellt wurde wie im ersten Band "Barco Negro" - der mit Fado und Abstechern in die portugiesischer Geschichte herausragend war.
Keine Frage, "Tod in Porto" ist spannend und ausgeklügelt, aber gefällt mit den Übeltätern aus mafiösen Strukturen wohl eher Krimilesern und weniger den Leserinnen.
Fazit: Ein komplexer Fall für ein tolles Ermittlungsteam, bei dem mir im Gegenteil zum ersten Band das Lokalkolorit fehlt.
3.5 Punkte.
Rezensionen von maus1@onlinehome.de:
Solo
Zwei in Solo von Elja Janus
"Zwei in Solo" ist ein wunderbar emotionales Buch über die Liebe. Einer starken Liebe zwischen Milo und Sophie, die in ihrem Reich namens "Solo" leben. Sie haben ganz unterschiedliche Backgrounds, so hatte Milo eine sehr üble Kindheit, eine Kindheit die von Gewalt geprägt war. Eine Vergangenheit, die er noch nicht hinter sich lassen konnte.
Die Kapitel wechseln ab, mal wird aus der Sicht von Sophie, mal aus der Sicht von Milo erzählt, so dass man die Chance hat, beide gut kennenzulernen. Ich mag dieses Stilmittel, damit wird eine konstante Grundspannung erzeugt und die Handlung bleibt abwechslungsreich. Außerdem lernt man die Protagonisten viel besser kennen, als aus der Sicht eines Erzählers. Mit Milo habe ich mich etwas schwer getan. Ok, er hatte eine schwere Kindheit, aber ist immer noch viel zu empfindlich. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, ich empfehle es gern weiter.










