Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sheilo:
Ein fantastischer Abschluss der Reihe
A Girl Named Josie von Kristina Moninger
Wir waren dabei als Odina, Avery, Lee und Isa ihre Liebe gefunden haben, aber was ist nun eigentlich mit Josie passiert? In allen Bänden der Reihe war sie ein Thema und nun erfahren wir endlich ihre Seite der Geschichte.
"A Girl Named Josie" ist der fünfte Band der "Breaking Waves"- Reihe von Kristina Moninger und ich finde, es ist die Geschichte, die diese Reihe gebraucht hat, um einen wundervollen Abschluss zu erhalten.
Ich habe mich gefreut, gemeinsam mit Josie nach Harbour Bridge zurückzukehren und endlich alle Geheimnisse zu lüften. Beim Lesen hatte ich nun so manchen "Aha"-Moment und ich liebe die Spannung im Buch sehr, die bis zum Ende aufrecht erhalten wird. Der Epilog hat mich dann noch etwas zum Schmunzeln gebracht und ein kleines Highlight ist es für mich, wie toll das Buch mit seinem Cover und Farbschnitt die anderen vier Bücher ergänzt.
Josie war für mich vor allem im ersten Band ein Charakter, dem ich nicht viel Sympathie schenken konnte. Warum sie manche Verhaltensweisen gewählt hat, kann ich durch ihre Geschichte nun sehr gut nachvollziehen und ihre ganzen Erlebnisse bringen eine große Tiefgründigkeit mit sich. In meinen Augen hat Josie sehr viel durchgemacht und man spürt, wie sie sich teilweise selbst verloren hat auf der Suche nach Liebe, die sie vor allem von ihrer Mutter nie erhalten hat. Umso schöner ist es zu sehen, wie sehr sie sich im Verlauf des Buches entwickelt. Andrea war ihr dabei oft eine große Stütze, nur versuchte Josie, auch ihn vor sich selbst zu schützen. Andrea ist ein sehr liebevoller und hilfsbereiter Protagonist, den wir in den Vorbänden vor allem als Bruder von Odina kennengelernt habe. Nun spürt man die Achterbahn der Gefühle zwischen ihm und Josie deutlich, doch haben sie eine Chance, nachdem Josie ihm erneut das Herz gebrochen hat?
Ich liebe es, dass dieser Abschlussband meine vielen Fragen, die ich beim Lesen der anderen Bände im Kopf hatte, nun beantwortet hat und in meinen Augen ist es wirklich ein Buch, welches die Reihe sehr gelungen abschließt. Für mich ist die Sichtweise von Josie ein Must-Read für alle, die bereits die anderen vier Mädels und ihre Geschichten genauso geliebt haben wie ich.
Rezensionen von evaki:
Spannender Kinderwunsch wird wahr
Sie flogen einen Sommer lang von Penelope Farmer
Sie flogen einen Sommer lang" ist ein englischer Kinderbuchklassiker von Penelope Farmer, neu übersetzt von Claudia Feldmann, liebevoll illustriert von Barbara Yelin und jetzt erschienen bei Insel. Ein Blick auf's Cover zieht uns gleich hinein, in eine geheimnisvolle Sommergeschichte an der englischen Küste mit den Schwestern Charlotte und Emma.
Nicht nur der große Kindheitstraum vom Fliegen steht hier im Mittelpunkt, sondern auch das schwierige Zwischenmenschliche der Kinder einer Schulklasse, deren Familien und wie man damit umgeht. Mit viel Fantasie werden Kinderwünsche zu unglaublichen Erlebnissen und ganz nebenbei finden sich die unterschiedlichsten Charaktere zusammen, wenn es darum geht eine gemeinsame Sache durchzuboxen.
Ein Buch, das uns viel zum Nachdenken bietet, und zwar für Kinder und Erwachsene!
Rezensionen von Katja K.:
Außergewöhnlich, bezaubernd und erschreckend aktuell
The Rainshadow Orphans von Naomi Ishiguro
Vorab: Hier ist ein wenig Geduld gefragt. Das Buch liest sich nicht schnell weg, sondern die Geschichte entwickelt sich langsam. Man wird ganz allmählich und behutsam in das Worldbuilding eingeführt und lernt die Charaktere nach und nach besser kennen. Es ist außerdem eine Erzählung aus der Beobachterposition und nicht, wie aktuell in, aus der Ich-Perspektive.
Dennoch gibt es unterschiedliche POV.
Ich jedenfalls musste mich erst an die langsame Geschwindigkeit und die teilweise ausführlichen Schilderungen gewöhnen. Auch erfordert es einige Konzentration, bei den vielen verschiedenen Namen und Perspektiven durchzublicken, da diese nicht übersichtlich mit den Hauptkapiteln wechseln.
Irgendwann zwischendurch hatte ich sogar einen Punkt, an dem mir ein bisschen die Puste ausging. Aber ich kann sagen: Meine Geduld wurde mit einer wirklich außergewöhnlichen und besonderen Geschichte belohnt.
Die Autorin verwebt hier gekonnt ganz viele verschiedene Elemente zu einer einzigartigen bunten und zugleich auch düsteren Welt. Wir begegnen traditioneller japanischer Mythologie, Hightech Bots, Pokémon-Vibes, Wahlgeschwistern, Geflüchteten, blutrünstigen Gangs, kaiserlicher Politik und ganz viel Bubble Tea. Ach, und natürlich Drachen!
Die verschiedenen Charaktere sind ganz liebevoll gezeichnet und in ihren Persönlichkeiten über das Buch hinweg immer deutlicher spürbar. Es sind junge Charaktere, die mir mit der Zeit sehr ans Herz gewachsen sind und mich berührt haben. Sie haben mit den Unsicherheiten normaler Jugendlicher und junger Erwachsener zu kämpfen und treffen authentische Entscheidungen. Besonders elegant finde ich, dass wir mit den Charakteren zusammen das Magie-System allmählich entdecken und verstehen dürfen.
Über allem schweben philosophische Fragen nach Identität und Heimat, dem Sinn des Lebens und den Vorteilen versus Gefahren technologischen Fortschritts.
Fazit: Auch wenn ich ein paar Längen aushalten musste, so hat mich dieses außergewöhnliche Buch doch tief berührt und ich kann es kaum erwarten, wieder in diese bezaubernde Welt voller asiatischer Mythologie und Science-Fiction einzutauchen. Von mir gibt es eine ganz klare Lese-Empfehlung. Das Glück ist mit den Geduldigen! ;)
Rezensionen von Daggy:
Witzige Ideen für Fahrräder
Boah, was für ein Fahrrad!? von Caspar David Engstfeld
Welches Kind wünscht sich nicht ein tolles Fahrrad, alle meine Enkel fahren gerne Rad. Aber hier macht sich Loki auf den Weg sich ein eigenes Fahrrad zusammenzustellen. Sie besucht Leute, die ungewöhnliche Dinge mit ihren Rädern gemacht haben. Das erste Rad macht Musik und es sind viele Boxen darauf installiert.
Eine Dame führt einen ganzen Flohmarkt auf ihrem Rad mit sich. Es finden auch viele Pflanzen und sogar Sportgeräte auf einem Rad Platz. Drei Mäuse haben ihr Fahrrad künstlerisch gestaltet und einen Sticker dazu erstellt, der dem Buch beiliegt. Witzig ist auch das Camper-Fahrrad mit Zelt.
Am Ende baut Loki ihr Rad und sie nutzt dazu all die Dinge, die sie von den anderen bekommen hat, dabei.
Das Ungewöhnliche an dem Buch ist der Aufbau der Seiten, in der Mitte sehen wir das Rad mit dem Fahrer oder der Fahrerin. Oben gibt es eine beschreibende Überschrift und der Text seht rund um das Blatt und ist entgegen dem Uhrzeigersinn zu lesen. Er steht in Kästchen und wird von kleinen Illustrationen unterbrochen.
Ein sehr farbiges Buch, in dem sicher nicht alles sofort gesehen wird und das Lust auf ein ungewöhnliches Fahrrad macht, so wie Loki es sich gebaut hat. Ich habe zwar kein Rad, aber ich hatte einen Riesenspaß beim Lesen und Anschauen dieses ungewöhnlichen Buches.
Rezensionen von Daggy:
Freunschaft lässt Gefühlssteine leichter werden
Der Alleinstein von Hilde Biedermann
Auf dem Cover sehen wir die gelbe dicke Raupe und sie hat einen dunklen Stein auf dem Rücken, der bunte Stellen einschließt.
Um den Stein geht es in dem Buch, es ist der Alleinstein, der über eine lange Zeit gewachsen ist. Er zeigt die unterschiedlichsten Gefühle, die Waldi erlebt. Aber Waldi möchte mehr erfahren und er weiß, dass er durch Reisen viel erfährt.
So kommt er zunächst zur Eule Pi, die einen Weinstein unter dem Flügel trägt, der ihn sehr traurig macht. Bald erkennen die beiden, dass dieser rote Stein auch in Waldis Stein vorkommt. Der Maulwurf Hugo hingegen trägt seinen Kleinstein auf der Nase. Er fühlt sich dem entsprechend klein.
Der Text ist in handgeschriebenen Druckbuchstaben gedruckt und sehr dynamisch. Es gibt Vermerke und Fragen an die Lesenden, dadurch ist das Lesen nicht ganz einfach, aber sehr spannend und vielfältig. Mir hat es auf jeden Fall viel Freude gemacht zu erleben wie die unterschiedlichen Gefühle hier in Form von Steinen, zu denen die Autorin ein besonderes Verhältnis hat, plastisch dargestellt werden. Auch die kunstvollen Illustrationen sind ungewöhnlich, manchmal kleinformatig und dunkel, manchmal groß und bunt. Es gibt viel zu entdecken und ich habe mir dabei Gedanken über die Gefühle gemacht. Zwischen zwei Seiten gibt es transparente Seiten, die ebenfalls bemalt wurden. Das ist noch einmal etwas Besonderes. Ein wundervolles Bilderbuch über Gefühle, die man hier erkennen und benennen kann, denn es ist wichtig über Traurigkeit in ihren unterschiedlichen Fassetten zu sprechen. So hilft auch in der Geschichte Freundschaft die Schwere der Steine zu verringern.
Rezensionen von clematis:
Antonia und die Hugenotten
Schwesternland von Katharina Fuchs
Seit dem Tod des Vaters ist in der Familie nichts mehr, wie es war. Erst dreizehn Monate später, zu Großmutter Henriettes 100. Geburtstag, treffen sich alle wieder im Havelland. Ein Geburtstagsgeschenk dreht sich um ein Ahnengutachten, welches Antonias Interesse auf sich zieht, ist sie doch selbst Geschichtsstudentin.
Insbesondere das Schicksal von Jeanne Beauvais erweckt ihre Aufmerksamkeit, einer Hugenottin, welche im 17. Jahrhundert aufgrund eines Ediktes von Ludwig XIV. aus Frankreich hat fliehen müssen. Was, wenn diese Frau tatsächlich eine Vorfahrin von Antonia war?
Auf zwei beeindruckenden Zeitebenen erzählt Katharina Fuchs diese bewegende Geschichte, lässt Jeannes Flucht stellvertretend für viele Vertriebene lebendig werden und begleitet Antonia auf der Suche nach ihrem Stammbaum und sich selbst. Bewegende Szenen im Jahre 2025 fesseln den Leser ebenso wie die erschütternden Momente 1685/86. Die akribische Recherche spürt man in jeder Zeile, sei es der abenteuerliche Marsch über die Berge, seien es die Details rund um das Weben und Färben von hochwertigen Stoffen. Die Figuren und Örtlichkeiten sind von Anfang an überaus plastisch beschrieben, sodass man schnell das Gefühl hat, selbst mitten im Geschehen zu sein, auch die Übergänge zwischen den zeitlichen Ebenen sind besonders geschickt gewählt und lassen das Ganze zu einem großen Gemeinsamen verschmelzen. Nicht nur zwei einzelne Schicksale – jene von Antonia und Jeanne – bildet dieser Roman ab, sondern wirft auch Fragen auf, wie Religion einen Lebensweg beeinflussen kann und wie über Generationen hinweg Zusammenhänge ersichtlich werden, welche Parallelen auch mehrere hundert Jahre später noch zutage treten. Ausgesprochen interessante Themen werden bestens verwoben mit sehr persönlichen Erlebnissen, sodass die knapp 500 Seiten durchgehend spannend und kurzweilig zu lesen sind. Am Ende gibt es zudem noch eine gelungene Überleitung zu einer weiteren Geschichte, in welcher Antonias ältere Schwester Chiara in den Mittelpunkt gerückt wird. Darauf freue ich mich schon jetzt.
Schwesternland – ein Roman, der durch seine angenehme Schreibweise ebenso punktet wie durch die zahlreichen wahren Begebenheiten, auf welchen diese berührende Geschichte fußt. Von mir gibt es eine Empfehlung!
Rezensionen von Kalligrafin :
Entgegen aller Vorurteile
Tom Tauber – Ratte der Lüfte von Hannah Schenk
Das Kinderbuch "Tom Tauber" handelt von zwei Tierarten, die sich nicht gerade großer Beliebtheit erfreuen. Das Buch stellt die Rattenfamilie im Keller so liebevoll dar, die das aus dem Nest gefallen Taubenküken Tom bei sich aufnehmen. Als Ratte der Lüfte oder Luftratte, wie es später heißt, wächst Tom im Keller auf und erfährt draußen an der Sonne, wie sich eine Freundschaft unter Gleichgesinnten anfühlt.
Das Buch entstigmatisiert und stellt die beiden Tierarten auf angenehme Weise vor. Familie, Freundschaft und Anderssein stehen im Mittelpunkt des Kinderbuches, das größer als gedacht bei uns zu Hause ankam. Die Zeichnungen untermalen das Gelesene, sind jedoch sehr dunkel gehalten. Die Texte sind humorvoll geschrieben, aber aufgrund der langen und verschachtelten Sätze m. E. für Kinder im Alter vom 4 Jahren noch nicht unbedingt zu empfehlen.
Am Ende gibt es noch tolle Informationen über Stadttauben und den Taubenschutz.
Fazit: Schöne Themen, gute Haptik, etwas anspruchsvoller und eher für den Nachmittag als für den Abend zum Vorlesen.
Rezensionen von Kalligrafin :
Forbidden Lovestory
Don't let me fall von Kelsie Rae
Wie gut kann ein College-Roman schon sein? Oftmals handelt es sich um immer dieselbe Story, die ich erwartet und gerne gelesen hätte. Aber mit "Don't let me fall" hat mich die amerikanische Autorin Kelsie Rae völlig überrascht. Alleine schon der Titel ist so eine schöne zweideutig Metapher, wenn man an die Gefühle und das Spielen auf dem Eis bedenkt.
Die Forbidden Lovestory ist mal so ganz anders geschrieben, was mir persönlich gut gefallen hat. Abwechselnd schreibt die Autorin aus der Sicht von Ash (Ashlyn), die mit Büchern unter jeder Kapiteleinführung präsentiert wird, und Colt, der Eishockeyschuhe als Markenzeichen hat.
Anfangs empfand ich Ash ein wenig zu naiv, aber mit der Zeit ändert sich das. Auch Colt sowie die Nebencharaktere Kate und Theo habe ich als hervorragend ausgearbeitet empfunden.
Fazit: Der lockere Schreibstil und die realistischen Charaktere haben mir von Beginn bis zur letzten Seite so gut gefallen, dass ich das Buch kaum noch aus den Händen legen konnte. Überraschend anders und für Fans der Off-Campus-Serie empfehlenswert!
Rezensionen von Lilli33:
Eine echt krasse Familie
Verlorene Schäfchen von Madeline Cash
Eine echt krasse Familie
Alle fünf Mitglieder der Familie Flynn befinden sich in einer Krise. Catherine ist mit ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau gar nicht glücklich. Sie beschließt, dass ihre Ehe fortan offen sein soll - gegen den Willen ihres Ehemanns Bud. Während Catherine sich mit dem Nachbarn vergnügt, zieht Bud in die Garage und liebäugelt damit, seinem Leben ein Ende zu setzen.
Die drei Töchter Abigail, 17, Louise, 15, und Harper, 12, sind sich selbst überlassen. Abigail verliebt sich in den mysteriösen „Kriegsverbrecher-Wes“, Louise chattet online mit einem Fundamentalisten und die hochintelligente Harper wittert überall eine Verschwörung.
Mit einem lockeren Schreibstil, mit viel Wortwitz und Situationskomik erzählt Madeline Cash in ihrem Debütroman eine herrlich turbulente Geschichte mit Tiefgang. Es ist ein Mix aus Satire, Coming of Age, Tragikomödie und Krimi. Und dieser Mix ist wirklich gut gelungen. Dabei beginnt die Story eher humorvoll und wird dann nach und nach immer ernster und tiefgründiger, ohne den Humor aber jemals ganz zu verlieren.
Da aus wechselnden Perspektiven erzählt wird und man dabei immer ganz nah an der jeweiligen Protagonistin bzw. dem Protagonisten dran ist, kann man alle Handlungsweisen und Beweggründe sehr gut nachvollziehen, auch wenn sie noch so skurril sind. Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und konnten immer wieder meine Sympathie für sich gewinnen, selbst wenn ich ihr Verhalten nicht billigen konnte. Aber es ist alles so herrlich überzogen geschrieben, dass man gut hin und wieder ein Auge zudrücken kann.
Fazit:
Madeline Cash hat mich mit dieser turbulenten Familiengeschichte aufs Wundervollste gefesselt und unterhalten.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Konsequent weiter gedacht
Yesteryear von Caro Claire Burke
Mit Yesteryear gelingt Caro Claire Burke ein Roman, der weit mehr sein möchte als bloße Unterhaltung – und genau darin liegt eine seiner größten Stärken. Das Buch verbindet eine spannende, fast schon soghafte Handlung mit gesellschaftlichen Fragestellungen, die aktuell und kontrovers diskutiert werden.
Besonders die Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Tradwife“-Ideal verleiht der Geschichte eine bemerkenswerte Relevanz und hebt sie deutlich von vielen vergleichbaren Romanen ab.
Was von Beginn an überzeugt, ist der Aufbau der Handlung. Burke entwickelt die Geschichte mit einem präzisen Gespür für Spannung und Timing. Die Erzählung entfaltet sich nicht linear, sondern arbeitet mit Wechseln in der Erzählzeit, die geschickt eingesetzt werden, um Stück für Stück neue Perspektiven auf die Ereignisse und insbesondere auf die Hauptfigur Natalie freizulegen. Diese Struktur sorgt nicht nur für einen konstanten Spannungsbogen, sondern macht die Handlung zugleich komplexer und vielschichtiger. Rückblicke und zeitliche Verschiebungen wirken dabei nie wie reine Stilmittel, sondern erfüllen einen klaren erzählerischen Zweck: Sie helfen dabei, Natalies innere Entwicklung nachvollziehbar und emotional greifbar zu machen.
Gerade Natalie ist das eigentliche Zentrum des Romans – und zweifellos dessen größte Stärke. Sie ist keine einfache oder eindeutig sympathische Figur, sondern eine komplexe Protagonistin mit Widersprüchen, Unsicherheiten und Entwicklungspotenzial. Genau das macht sie so interessant. Burke gelingt es hervorragend, Natalie als vielschichtigen Charakter darzustellen, dessen Entscheidungen zumindest anfänglich nachvollziehbar bleiben, auch wenn man sie nicht immer gutheißen würde. Dabei ist ist N. eine teils unsympathische Person, über die man dennoch gern mehr erfahren möchte.
Besonders spannend ist außerdem, wie der Roman aktuelle gesellschaftliche Debatten rund um traditionelle Rollenbilder und das Ideal der „Tradwife“ aufgreift. Statt diese Themen nur oberflächlich anzuschneiden, denkt Yesteryear sie konsequent weiter und stellt die Frage, welche Sehnsüchte, Zwänge und Machtstrukturen hinter solchen Lebensentwürfen stehen könnten. Allerdings zeigt sich hier auch eine kleine Schwäche des Romans. Durch die starke Konzentration auf Natalies persönliche Entwicklung bleibt die größere gesellschaftliche Dimension der Thematik stellenweise etwas unterbeleuchtet. Manche Fragen, die das Buch aufwirft, hätten noch ausführlicher reflektiert werden können – insbesondere im Hinblick auf die strukturellen und politischen Implikationen der dargestellten Rollenbilder. Der Fokus liegt klar auf der individuellen Erfahrung der Protagonistin, wodurch die umfassendere gesellschaftliche Analyse manchmal nur angerissen wird. Wirklich störend ist das jedoch nicht, weil die Geschichte insgesamt konsequent aus Natalies Perspektive erzählt bleibt und diese Begrenzung daher auch erzählerisch nachvollziehbar wirkt.
Insgesamt ist Yesteryear ein beeindruckender Roman, der Spannung, Charakterentwicklung und gesellschaftliche Relevanz gekonnt miteinander verbindet. Besonders die raffinierte Erzählstruktur und die starke Hauptfigur machen das Buch zu einer fesselnden Lektüre. Wer Interesse an psychologisch komplexen Figuren, intelligent aufgebauter Spannung und aktuellen gesellschaftlichen Themen hat, findet hier einen Roman, der lange im Kopf bleibt. Sprache und Schreibstil, in Übersetzung durch Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn, tragen ausschließlich zu einem guten Leseerlebnis bei.











