Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Normanfips:
Informativ mit tollen Bildern
Tiere beobachten mit dem Wildtierguide von Patrick Hundorf (@patrickdogvillage)
Der Kosmos Verlag hat mit dem Wildtier-Guide mal wieder ein sehr schönes und informatives Buch herausgebracht. Patrick Hundorf nimmt uns mit auf Beobachtungstour, um unter anderem Wildkatzen, Feldhasen oder Kreuzottern sicher und erfolgreich in ihrem natürlich Habitat erleben zu können. Der Guide beginnt mit einem allgemein gehaltenen Teil, der sich mit Recht und Gesetz auseinandersetzt, aber auch mit der richtigen Ausrüstung und dem adäquaten Verhalten während der Wildtierbeobachtungen.
Anschließend werden die einzelnen Tierarten näher vorgestellt, wobei die Kapitel in Säugetiere, Vögel, Amphibien und Reptilien und Insekten unterteilt sind. Zwischen den einzelnen Steckbriefen gibt es kleine Exkurse, wie z.B. ‚Das Blubbern der blauen Moorfrösche‘. Das Buch schließt mit einem Serviceteil ab, dort findet man auch die App mit den App-Codes, um die Tierstimmen hören zu können. Das Buch ist sehr übersichtlich gestaltet, die Informationen sind von der Länge her genau richtig und inhaltlich wertvoll. Das große Plus obendrauf sind die tollen Bilder. Wer sich für die heimische Tierwelt interessiert und sich auch mal gerne selbst auf Entdeckungsreise begeben möchte, dem kann ich dieses schöne Buch auf jeden Fall empfehlen.
Rezensionen von Normanfips:
Eine exotische und magische Welt
Heart of Night and Fire von Nisha J. Tuli
Zarya lebt wie eine Gefangene isoliert mit ihrem Wächter Row und seinem Helfer Aarav. Niemand erklärt ihr, warum sie so abgeschieden leben muss und weshalb niemand von ihr und ihrer Magie erfahren darf. Als sie unerwarteter Weise fliehen kann, will sie sich zur nächsten Stadt durchschlagen und trifft auf dem gefährlichen Weg dorthin auf Vikram und Yasen.
Durch die beiden kommt sie unbeschadet in der Stadt Dharati an und fühlt sich zum ersten Mal in ihrem Leben nicht mehr so alleine. Die Idylle verfliegt rasch, nachdem die Stadt immer wieder von Dämonen angegriffen wird und Zarya sich mitten im Geschehen befindet.
Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen, denn der Schreibstil von Nisha J. Tuli ist gefällig und flüssig. Sie entführt den Leser in eine magische und orientalisch anmutende Welt voll Exotik und vielen Geheimnissen. Das Setting gefällt mir sehr gut und ich muss an dieser Stelle auch das tolle Cover und den schönen Buchschnitt erwähnen. Es war immer wieder eine Freude, das Buch in die Hand zu nehmen, da die Gestaltung wirklich ansprechend und auch sehr stimmig zur Geschichte ist. Der Plot ist spannend und macht neugierig, da sich stets neue Fragen auftun und man gerne hinter all die Geheimnisse kommen möchte. Allerdings ist die Ausarbeitung für mich an einigen Stellen unglaubwürdig und unausgegoren. Wichtige Handlungsstränge wurden plötzlich viel zu schnell und unpassend abgehandelt. Nichtsdestotrotz fand ich das Buch unterhaltsam.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Ganz unspektakulär einfach toll
Neben Fremden von Eva Schmidt
Mist, mein Wunschzettel wächst einfach ins Unendliche, aber nachdem ich „Neben Fremden“ von Eva Schmidt gelesen habe, möchte ich unbedingt noch mehr von der österreichischen Schriftstellerin lesen.
Und zwar nicht, weil „Neben Fremden“ so unvorstellbar aufregend oder spannend war, sondern weil Schmidt in ihrem Roman so grandios und so treffsicher von einem ganz banalen Leben erzählt.
Von so einem Leben, wie du und ich es vielleicht auch haben.
Die Ich-Erzählerin Rosa ist eine ältere, mittlerweile verrentet Frau, die zusammen mit ihrem Hund in einer kleinen Wohnung wohnt. Gerade erst ist ihr Freund Fred gestorben, mit dem sie eine längere Beziehung hatte, obwohl er noch mit einer anderen Frau verheiratet war.
Von Fred hat sie auch erst vor kurzem cheinen Campingbus geschenkt bekommen, eigentlich für gemeinsame Touren und Ausflüge.
Rosa hat außer einer Freundin und ihrer Mutter ansonsten nicht viele Sozialkontakte, sie hält Distanz zu Nachbarn und sucht auch nicht aktiv nach Anschluss. Nur dass sie zu ihrem Sohn schon lange keinen Kontakt mehr hat, schmerzt sie manchmal.
Freds Tod hat sie nachdenklich gemacht, und sie beschließt, mit dem Camping Bus ein paar Tag wegzufahren.
Was bei anderen Autor*innen vielleicht der Anfang zu einem aufregenden Selbst-Findungs-Roadtrip inklusive Neustart und YOLO-Vibes wäre, ist es bei Schmidt all das nicht.
Die Gewohnheiten, der Alltag und die inneren und äußeren Zwänge und Verstrickungen sind eng für die Erzählerin und binden sie an ihr Leben.
„Ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte.
Andere hatten einen Plan. Ich hatte keinen, hatte nie einen gehabt. Sehnsüchte ja, Wünsche, aber keine Ziele.
Eigentlich habe ich immer nur reagiert, dachte ich.“
Und dann wird ihre Mutter krank, zu der Rosa ebenfalls ein merkwürdig distanziertes Verhältnis hat. Schmidt beschreibt eine Mutter-Tochter Beziehung, die vielleicht typisch ist für die Generation meiner Eltern, zu der auch die Autorin gehört.
„Ich hatte sie gekränkt, hatte sie nicht ernst genommen, hatte versucht, sie aufzumuntern, anstatt zu trösten. Ich hatte kein Verständnis für sie, obwohl sie meine Mutter war und alles für mich getan hatte.“
Es ist diese Sprach- und Wortlosigkeit, die in so vielen Familien herrscht, die auch Rosas Aufwachsen geprägt hat und die in Schmidts Roman so deutlich hervorsticht.
„Neben Fremden“ ist auch ein Roman über Abschiede, über ungelebtes Leben, über „hätte, hätte, Fahrradkette“, über verpasste und verstrichene Möglichkeiten. Über die Enge des Lebens und die Unfähigkeit und Unmöglichkeit diese zu überwinden.
„Meinem Vater fehlte es an Ehrgeiz, mehr aus sich zu machen. Er wollte leben, wusste nur nicht, wie. Genau wie ich.“
Und immer wieder das große Überthema, das auch schon im Titel steckt: “Neben Fremden” ist ein Roman über den Wunsch nach einer Verbindung zu anderen Menschen und über die Sehnsucht, anderen wirklich nahe zu sein.
Großartig finde ich dabei, wie leise und realistisch Schmidt diese großen und universellen Themen heraus arbeitet. Ich finde leise Erzähltöne oft, naja, langweilig, aber hier finde ich es berührend. Gerade auch, dass Schmidt mir keine Wertung vorgibt, gefällt mir und rührt mich.
„Neben Fremden“ ist damit so ein bisschen der Gegenentwurf von Romanen wie „Eat, Pray, Love“ (die natürlich ebenfalls toll seien können und ihre Berechtigung haben).
Ich find „Neben Fremden“ ganz unspektakulär einfach toll.
Kritik habe ich allerdings für die Kurzbeschreibung auf der Umschlagsseite, die meiner Meinung nicht gut gelungen ist, zuviel und das Falsche vorweg nimmt und dem Roman nicht gerecht wird.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Inhaltlich und sprachlich sehr gelungen und lesenswert
Muttermale von Dagmar Leupold
„„Muttermale“ ist der Roman einer Annäherung“ steht in der Kurzbeschreibung. Aha, wieder eine Spurensuche nach der Mutter, denke ich. Und denke an „Mutternichts“ von Christine Vescoli, an „Perlen“ von Siân Hughes und an die vielen anderen Roman, die ich von Autor*innen gelesen habe, die sich autofiktional oder nicht, auf die Spuren einer oder ihrer Mutter gemacht haben.
Aber Dagmar Leupolds neuester Roman, der jetzt für den Bayrischen Buchpreis nominiert ist, ist mehr als die persönliche Frage nach der Identität der Mutter. Es ist auch die Annäherung an eine Generation, die den Krieg erlebt hat, die Täter und Opfer zugleich war. Eine Generation, die in Trauer und Grauen wie erstarrt ist und gelernt hat mit falscher Fröhlichkeit und/oder mit protestantischer Disziplin die Schmerzen zu übertünchen.
„Der Generationsgraben voller unbestatteter Toter und unbesprochener Verstrickungen, der Weg zu einer erlösenden Trauer damit verwehrt.“
Die Mutter von Leupolds Erzählerin wurde 1924 geboren und stammte aus Ostpreußen und erlebt als Jugendliche und junge Frau den zweiten Weltkrieg.
Der jüngere Bruder stirbt 1944 im Krieg
„Er hieß Klaus. Und starb mit achtzehn, Granatsplitter im rechten Knie und im Becken.“
Genauso wie bereits der ältere Bruder 1941, Granatsplitter im Rücken.
Die Erzählerin stellt sich mehrfach die Frage, wie die Mutter den Krieg, die Verluste und die spätere Vertreibung erlebt hat.
„Unvorstellbar, dass ihr über die Welt am Abgrund gesprochen habt. Unvorstellbar, dass ihr nicht über die Welt am Abgrund gesprochen habt.“
Später, lange nach dem Krieg, bewundert und rezitiert die Mutter immer noch die Dichterin Agnes Miegel, die Hitler und dem NS-Regime affirmativ gegenüberstand und insbesondere unter Heimatvertriebenen noch lange geschätzt wurde.
Überraschenderweise konzentriert sich Leupold besonders auf die jungen und späteren Jahre der Mutter. Die Jahre der Kindheit der Erzählerin, also die gemeinsam verbrachten Jahre, nehmen relative wenig Raum des Romans ein, so als wäre dies Zeit zu schmerzhaft für ein genaueres Hinsehen. So als bräuchte es die Distanz, um die Mutter deutlicher zu erkennen oder über sie schreiben zu können.
Hinweise auf die Beziehung zwischen Mutter und Tochter gibt es.
„Das Einzige, was gewollt werden durfte, war Prügel - protestantischer, verinnerlichter Sadismus, den du für Disziplin hieltest.“
Der Roman ist in chronologisch geordnete Episoden gegliedert, die nicht in eine durchgehende Erzählung münden. Vielmehr nutzt Leupold einzelne Erinnerungsschlaglichter und Fotografiebeschreibungen, um das Leben der Mutter zu beleuchten.
Leupold ist die Generation meiner Mutter und viele ihrer Beschreibungen wecken auch bei mir Erinnerungen an meine Mutter und Großmutter. Bilder wie die bestickten Stofftaschentücher oder „wie bei Hempels unterm Sofa“ erzeugen bei mir eine beklemmende Mischung aus Nähe und Distanz.
Leupold schreibt messerscharf, viele Sätze sind schneidend. Ihr reichen wenig Worte, kurze Kapitel, um ganze Lebenswelten zu skizzieren, wie beispielsweise den gutbürgerlichen Mittelschichtswohlstand der älteren Mutter als Beamtenwitwe.
„Deine Emanzipation ruhte und beruhte auf einem soliden finanziellen Fundament. Du warst eine wohlhabende Witwe.“
Eine Witwe, die sich und ihrer Tochter gerne Restaurantbesuche in der Pizzeria San Marco gönnt und die ganze Produktpalette von Chanel No. 5 verwendet.
Ein Duft, den die Erzählerin immer mit der alternden Mutter verbinden wird.
Ich fand „Muttermale“ in vielerlei Hinsicht besonders und lesenswert. V.a. literarisch und sprachlich ist der Roman in meinen Augen sehr gelungen und großartig. Und auch als Versuch, der Gefühlskälte einer ganzen Generation an Eltern näher zu kommen und zu begreifen, aber nicht zu entschuldigen.
Rezensionen von Normanfips:
Ein wunderschönes Set
Die Phönixkarten für dein Inneres Kind - 44 Archetypenkarten und 192-seitiges farbiges Booklet, m. 1 Beilage, m. 1 Buch von Anne Vonjahr
Wieder ein schönes Set von Anne Vonjahr. Die Karten sind wirklich wunderschön illustriert. Sie haben eine angenehme Größe und fühlen sich hochwertig an. Alle Darstellungen sind eher dunkel gehalten, aber besitzen doch immer einen Lichtfleck. Das stellt sehr gut die Schatten- und die Lichtseite der Archetypen dar.
Man findet hier Archetypen wie das magische Kind, die junge Rebellin oder den jungen Helden. Anne Vonjahr stellt uns aber auch weniger geläufige Archetypen wie die junge Dryade, die Aussenseiterin oder das Phönix-Herz vor. Nicht nur die Karten sind hochwertig, sondern auch das Booklet. Die Bilder sind ebenfalls äußerst ansprechend. Im ersten Teil werden die Archetypen im Allgemeinen, alle Informationen rund um den Begriff des Inneren Kindes, der Inneren Jugendlichen und Legemuster erklärt. Die Informationen sind verständlich und präzise. Im Anschluss an diese Erklärungen folgen die 44 Archetypen-Karten einzeln und zwar mit dem Bild und einer dazugehörigen Deutung und Erläuterung. Ich habe alle Legemuster ausprobiert und ich muss sagen, dass dieses Kartendeck sich aktuell zu meinem liebsten Set neben dem Vorgänger ‚Die Phönixkarten’ entwickelt hat. Wer sich mit seinem Unbewussten, seinen Schattenseiten und vor allem mit den Facetten des Inneren Kindes und des Inneren Jugendlichen auseinandersetzen möchte, der wird hier sicher fündig. Eine klare Empfehlung von meiner Seite.
Rezensionen von Krani:
Inspirierend
Sonnenaufgang Nr. 5 von Carsten Sebastian Henn
Eine alte Filmdiva möchte eine Autobiografie schreiben und engagiert den Ghostwriter Jonas. Er schreibt mit, doch er erfährt Dinge aus ihrer Vergangenheit, die ganz andere Geschichten erzählen. Das wirft Fragen auf danach, was eigentlich wahr ist. Und Fragen danach, wie wir mit Erinnerungen umgehen wollen, insbesondere mit solchen, die uns belasten.
Ein spannendes Thema! Der Autor ist bereits mit dem „Buchspazierer“ bekannt geworden.
Die Geschichte ist flüssig erzählt, das Lesen macht Freude. Stella, die Filmdiva, ist in ihrer Arroganz und Verletzlichkeit sehr überzeugend. Das wird noch dadurch getoppt, dass wir immer wieder auf ihre Fans treffen. Für Jonas ist dies der erste Auftrag. Er wird nicht zum Fan, sondern kommt ihr persönlich nahe, gerade weil er auch andere Seiten ihrer Lebensgeschichte erfährt. Doch Stella hat ihn und ihre Erinnerungen jederzeit fest im Griff, solange bis sie die Zusammenarbeit beendet und Jonas entlässt. Ob es zum Schluss zu einem Buch kommt, sei hier nicht verraten.
Ein Anstoß, auch über eigene Erinnerungen einmal neu nachzudenken.
Rezensionen von Normanfips:
Übersichtlich, motivierend und informativ
Verjüngung - Der Ernährungsplan von Nina Ruge
Wer möchte nicht ein langes und gesundes Leben? Nina Ruge beschäftigt sich schon länger mit diesem Thema und hat nun ein neues Buch dazu geschrieben. Neben dem theoretischen Teil hat Stephan Hentschel einige gesunde Rezepte beigetragen. Der Ratgeber ist sehr übersichtlich aufgebaut und gleich im Klappentext werden sowohl vorne als auch am Ende die wichtigsten Infos kurz und knackig zusammengefasst.
Nina Ruge wirft nicht nur einen genauen Blick auf unsere Ernährung, sondern auch auf die Themen Selbstmotivation, Bewegung, Stresskiller und Schlafverhalten. Ihre Erklärungen sind kurz gehalten, aber voll mit wertvollen Informationen. Ich empfinde ihren Schreibstil als motivierend und inspirierend. Besonders gefällt mir die übersichtliche und ansprechende Gestaltung. Die Rezepte sind in Ordnung, wenn vielleicht auch nicht allzu kreativ. Dennoch freue ich mich schon, einige von ihnen auszuprobieren
Rezensionen von brauneye29:
Spannende Fortsetzung
Spellcraft, Band 2 - Die Macht der weißen Sonne von R.L. Ferguson
Zum Inhalt:
Als Lucy erstmals die Stimme hört, bricht um sie herum das Chaos aus, mehr noch, überall in London verschwinden plötzlich Spellcrafter unter mysteriösen Umständen, was ist da bloß los.. Einzig die körperliche Stimme in Lucy scheint Antworten zu geben, aber kann Lucy dieser Stimme wirklich trauen?
Meine Meinung:
Die Geschichte geht rasant weiter und das von Beginn an.
Mir hat Lucy wieder sehr gefallen, sie hat sich weiter entwickelt und ist eine wichtige Figur. Es gibt wieder viel Magie. Die körperlose Stimme wirft mehr als einmal die Frage auf, warum sie auftaucht und ob man ihr trauen kann. Das Buch wird sehr rasant erzählt, so dass einem kaum Luft zum Atmen bleibt. Immer wieder passiert etwas neues und der Cliffhanger am Ende des Buches ist unglaublich, weil man eigentlich wissen will wie es weitergeht, aber da müssen wir wohl noch etwas warten.
Fazit:
Spannende Fortsetzung
Rezensionen von Eternal-Hope:
Witzig-intelligente Unterhaltung mit Niveau und Tiefgang
Hustle von Julia Bähr
"Hustle" von Julia Bähr vereint für mich das Beste aus mehreren Welten: es ist ein unglaublich spritzig, witzig, humorvoll geschriebenes Buch, das sich leicht, schnell und angenehm liest und tolle Unterhaltung für entspannte Leseabende bietet. Gleichzeitig hat es aber auch Tiefgang, die Charaktere sind interessant und mehrdimensional gezeichnet und weisen eine Entwicklung auf.
Im Zentrum steht Leonie, eine junge Frau Anfang 30, studierte Biologin mit Schwerpunkt auf Pflanzen, die sich von ihrem Chef, der ihre Forschungsergebnisse als seine ausgeben wollte, ungerecht behandelt fühlt und die überhaupt Spaß daran hat, durch gezielte Racheaktionen für ausgleichende Gerechtigkeit zu sorgen. Als sie nach ihrer Kündigung das Büro verwüstet, sorgt ihr Chef dafür, dass sie in ihrer Region in ihrer Branche keinen Job mehr findet, also bleibt nur der Umzug in eine andere Region Deutschlands: ausgerechnet ins teure München, wo ihr ein mittelmäßig bezahlter und sterbenslangweiliger Job in einem Museum angeboten wird, in dem sie Insekten kategorisieren und katalogisieren soll.
Lange dauert es nicht, bis Leonie realisiert, dass sie sich von ihrem Gehalt nie eine vernünftige Wohnung in München leisten wird können. Da lernt sie andere junge Frauen kennen, die ebenfalls mit unkonventionellen bis illegalen Methoden versuchen, ihren Lebensstandard aufzubessern, und jede nützt dabei ihre Gelegenheiten und Talente: Leonie ihre Neigung zur Planung von Racheaktionen und ihre Erfahrung auf diesem Gebiet, die sie nun auch anderen Menschen als Dienstleistung anbietet. Zahlungswillige Kunden und Kundinnen dafür findet sie in einem Forum für von Liebeskummer Betroffene mehr als genug.
Gut gefallen hat mir der spritzige Humor, der das Buch trägt, aber ebenso die Freundschaften, die für mich eines der zentralen Themen des Buches darstellen: sowohl die vier jungen Frauen sind einander loyale und treue Freundinnen, als auch sonst gibt es etwa einen besten Freund aus der alten Heimat in Leonies Leben, den sie schon lange kennt und der sie beständig, aber auch mit ehrlicher Kritik auf ihrem Weg begleitet.
Gleichzeitig kommt viel beißend-ironische Gesellschaftskritik an dem Wohnungsmangel und den überhöhten Wohnungspreisen in München, aber auch am oberflächlichen Lifestyle der Menschen aus der Oberschicht durch und es wird spürbar und nachvollziehbar, wie sehr alle, die nicht so privilegiert aufgewachsen sind, damit zu kämpfen haben, hier ein einigermaßen angenehmes Leben führen oder gar eine Familie gründen zu können.
Damit ist es insgesamt eben nicht nur ein bestens unterhaltendes Werk, sondern regt auch auf vielen Ebenen zum Nachdenken an und ist insgesamt ein Buch, das ich einer breiten Leserinnenschaft empfehlen kann, sowohl Fans von witziger Unterhaltungslektüre als auch von solchen, die, wie ich, Tiefgang und Anregungen zum Nachdenken zu schätzen wissen.
Rezensionen von Lesestern:
WAS FÜR EIN FEST...
WeihnachtsFestGeschichten von Stefan Loß
Was für ein Fest...
Mit diesem Ausruf beginnen alle hier gesammelten " WeihnachtsFestgeschichten" verschiedener bekannter Autoren des von Stefan Loß herausgegebenen gleichnamigen Büchleins, das aktuell bei Brunnen erschienen ist.
Dank Brunnen konnte ich es bereits als Vorab- PDF lesen und rezensieren.
Das in der typischen Weihnachtsfarbe rot dominierende Cover ist bereits ein ansprechender Eye- Catcher, vermittelt weihnachtliche Stimmung und macht neugierig auf die im Innenteil folgenden Geschichten.
Jede einzelne Erzählung ist umrahmt mit zum Cover passenden Illustrationen und einem besonderen Erlebnis, das auf die einzigartige Botschaft von Weihnachten hinweist.
Die insgesamt 10 Kurzgeschichten zeichnen sich durch einen erfrischend gut lesbaren Schreibstil aus.
Sie sind anschaulich, teilweise humorvoll und bringen unsere Gedanken in Bewegung...
Die darin geschilderten Erlebnisse werfen neue Sichtweisen auf das Weihnachtsgeschehen und zeigen, dass Weihnachten damals wie heute nichts von seinem Zauber und seiner Strahlkraft verloren hat.
Mein Fazit:
Ein kleines Weihnachts- Lesebuch mit großer Wirkung, das sich ideal zur Einstimmung auf das Fest anbietet und ein tolles Vorlese - und Geschenk-Buch ist, das inspiriert und Freude schenkt.











