Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Eine erfrischende Biografie - wunderschön gemacht
Bertha von Suttner auf Reisen von Georg Hamann
Bertha von Suttner wurde 1843 im Palais Kinsky in Prag geboren. Sie verbrachte eine glückliche Kindheit mit ihrer Mutter, ihrer Tante und ihrer Cousine, die ihre beste Freundin wurde. Mutter und Tante verprassten das Erbe beim Glücksspiel in unterschiedlichen Spielsalons in Europa.
Als sie in ihren Zwanzigern war, war vom Geld kaum mehr etwas übrig, so das sich Bertha eine Stelle suchen musste, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Sie wurde als Gouvernante bei der adeligen Familie von Suttner eingestellt. Einer der Söhne sollte später, gegen den Willen der Familie, ihr Ehemann werden.
Als die Eltern von der Zuneigung der beiden erfuhren, wurde Bertha eine andere Stelle nahegelegt: ein reicher Mann in Paris suchte eine Assistentin mit ihren Fähigkeiten. Sie erhielt die Stelle bei Alfred Nobel. Diese Verbindung sollte ihr Leben lang halten und Nobel wird auch später Berthas Friedensbewegung maßgeblich finanziell unterstützen.
Anfänglich, um sich über Wasser zu halten, schrieb sie Artikel für Zeitungen, später ihre ersten Bücher, welche damals der sogenannten Salonliteratur zugerechnet wurden, unter einem Pseudonym – die bessere europäische Gesellschaft war Thema der Salonliteratur.
Erst mit der Auseinandersetzung über Krieg und Frieden wurde sie berühmt. Kriege waren in ihrer Zeit selbstverständlich, das Sterben von Soldaten für Kaiser und Vaterland wurde nie Frage gestellt. Bertha von Suttner sah den Frieden als Alternative und schrieb darüber unter anderem in „Die Waffen nieder“. Sie engagierte sich in der Friedensbewegung, gründete die Friedensgesellschaft sowie den Verein zur Abwehr des Antisemitismus und erhielt prominente persönliche und finanzielle Unterstützung zB von Alfred Nobel, Peter Rosegger, Marie von Ebner-Eschenbach und vom Walzerkönig Johann Strauß.
Bertha von Suttner war maßgeblich beteiligt, dass Alfred Nobel einen Friedensnobelpreis stiftet und hatte damit gerechnet, diesen Preis als Erste überhaupt verliehen zubekommen – fünf Jahre musste sie aber darauf warten.
Eine Woche vor Ausbruch des 1. Weltkriegs starb Bertha von Suttner.
Ihre Biografie wird anhand von Reisen, Post- und Werbekarten erzählt. Das Buch wird mit vielen Bildern von Bertha, ihren Wegbegleiter*innen, Briefen und Karten aufgefrischt. Großartig zu lesen ist auch ihre Entwicklung vom jugendlichen, oberflächlichen und unpolitischen Mädchen, das vom Märchenprinzen träumte, durch Lesen und Lernen zu einer neuen Weltanschauung kam und sich für den Frieden einsetzte.
Was für eine erfrischende Biografie über die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner, geborene Kinsky.
Rezensionen von Anno:
Leider recht distanziert
Lebensbande von Mechtild Borrmann
Mechthild Borrmann schrieb ‚Feldpost‘, ein Buch, das mir sehr gefiel. Und nun setzt ‚Lebensbande‘ auf das selbe Prinzip. Der Roman mischt Berichte von Zeitzeugen mit schriftstellerischer Freiheit und holt damaligen Ereignisse durch die Protagonistin, deren Name zuerst ungenannt blieb, ins Jetzt.
Oder besser: in die Zeit um 1991.
Ein Reichsausschusskind und Frauen, die um dessen Wohl kämpfen und alles wagen- das klang mir nach einer hochemotionalen Handlung. Letztendlich war aber der Stil des Buches so distanziert, dass ich mich mehr als stillen Beobachter empfand und mich kaum emotional mit den Charaktere verband. Ich fand das wahnsinnig schade, denn die Handlung selbst hätte durchaus Potential, wäre sie nur emotionaler geschrieben worden. Einzig Leo fand Zugang zu meinem Herzen, Joop mochte ich auch, doch die Frauen blieben mir allesamt in der Darstellung ihren Emotionen zu schwach.
Nach ‚Feldpost‘ hatte ich mir viel von diesem Buch versprochen- vielleicht zu viel.
Rezensionen von Anndlich:
Smugaid
Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde von Stella Tack
Die letzte Stunde von Stella Tack ist der Abschlussband der Märchen-Fantasy-Trilogie Ever & After.
Rain Wunsch, Alles auf Anfang zu setzen, geht in Erfüllung und nun muss sie sich mit den Konsequenzen rumschlagen. Der letzte Teil der Trilogie knüpft damit unmittelbar am zweiten Band an, durch das geschickte Ende des zweiten bzw.
Anfang des dritten Bands, fiel mir der Einstieg deutlich leichter als damals mit dem zweiten Teil. Die ersten 100 Seiten habe ich dementsprechend schnell weggelesen, doch dann kam für mich langsam etwas zähes in die Geschichte. Die Szenen waren mir phasenweise zu langwierig und gaben kaum etwas Neues. Gefühlt hat sich an manchen Stellen viel wiederholt oder es gab ähnliche Abläufe. Ich wurde zudem nicht besonders warm mit den fantastischen Elementen, die für mich wenig mit Märchen zutun haben und in den Vorgängerbänden nicht so präsent waren. Das ist aber natürlich Geschmacksache.
Die Grundidee der Trilogie finde ich nach wie vor überragend, jedoch hätte ich mir für den dritten Band noch etwas mehr ‚Neues‘ gewünscht, vor allem der erste Band hatte durch die verschiedenen Geschichten der Charaktere und ihren Verbindungen etwas tolles, das ging mir hier etwas verloren. Am spannendsten fand ich dahingehend den Charakter der Madame Champagne, die vielschichtig war und von der ich gerne noch mehr erfahren hätte.
Die Weiterführung der Geschichte konnte mich auch nur semi abholen. Ich mochte die Idee der Veränderung der Geschichte, jedoch konnte ich nicht nachvollziehen, warum hier ständig eine gewisse Sicherheit seitens Rain herrschte, auf die ich aus Spoilergründen gar nicht näher eingehen möchte. Auch das Ende hat mich total enttäuscht zurückgelassen.
Sodass Die letzte Stunde mich leider nicht vollends überzeugen konnte, auch wenn ich die Welt und Charaktere, die Stella Tack erschaffen hat, wirklich geliebt habe.
Rezensionen von Julchentim:
Magie, Wut und zweite Chancen
Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die von Julia Dippel
„Velvet Falls – But the Gods Forgot to Die“ von Julia Dippel ist der Auftakt einer fesselnden Romantasy-Dilogie. Die Geschichte spielt in einer zukünftigen Version unserer Welt, in der Götter, Magie und Dämonen zurückgekehrt sind.
Im Mittelpunkt steht Velvet, eine entschlossene Dämonenreiterin mit einer schwierigen Vergangenheit.
Als Visionen vom Untergang der Götter sie heimsuchen, muss sie sich mit ihrem Ex-Freund und Göttersohn Kash zusammenschließen. Die beiden verbindet eine tiefe, aber schmerzhafte Geschichte. Ihre Dynamik ist intensiv, voller Konflikte und Emotionen.
Velvet ist keine typische Heldin, sondern eine starke, verletzte Frau, die genau weiß, was sie will, und was nicht. Ihre Wut, ihr Schmerz und ihr Mut machen sie unglaublich greifbar.
Die Dynamik zwischen ihr und Kash hat mich besonders mitgenommen. Zwei Menschen mit einer gemeinsamen Vergangenheit, die sich eigentlich hassen sollten, aber noch immer etwas verbindet. Ihre Gespräche sind bissig, ehrlich und voller Spannung. Man spürt, dass da mehr ist als nur alte Wunden.
Das Setting hat mir richtig gut gefallen. Eine Welt, in der Götter zurückgekehrt sind, Magie wieder existiert und Dämonen in den Straßen lauern. Julia Dippel beschreibt das alles so bildhaft, dass man sofort mittendrin ist. Ich konnte mir New Orleans mit seinen dunklen Ecken und magischen Schauplätzen genau vorstellen.
Ein paar Szenen hätte ich mir etwas spannender gewünscht, aber insgesamt hat mich die Geschichte überzeugt. Sie ist düster, emotional und hat genau die richtige Prise Humor.
Für mich ist „Velvet Falls“ eines dieser Bücher, bei denen man am Ende denkt: Ich will sofort wissen, wie es weitergeht.
Rezensionen von brauneye29:
Tolles Buch
Joshua Jackelby von Benedict Mirow
Zum Inhalt:
Joshua hat große Träume. Er hätte gerne ein eigenes Pferd und wäre gerne ein königlicher Bote, aber aktuell ist er einfach ein recht cleverer Zeitungsjunge. Was nach der Rettung eines Hundewelpens aus der Themse passiert, ahnte er allerdings nicht. Gemeinsam mit Freunden jagt er Dieben nach, die einem genialen Erfinder Pläne für eine Flugmaschine gestohlen haben und decken dabei auch noch eine Verschwörung auf.
Meine Meinung:
Schon das Cover fand ich richtig klasse und dann der Klappentext dazu ließ ein richtig gutes und spannendes Buch erwarten und genau das war es auch. Ich mochte die Geschichte sehr und denke auch dass die Zielgruppe das Buch lieben wird. Der sympathische Joshua und seine Freunde erleben ein wirklich spannendes Abenteuer in London des 19. Jahrhundert, wo sie es mit düsteren Typen zu tun bekommen. Gut gefallen hat mir auch der enthaltene Stadtplan, der allerdings in der Ebook-Version etwas schwer zu erkennen war. Der Schreibstil ist gut und ich hatte nicht wirklich das Gefühl ein Kinderbuch zu lesen und das hat mir auch gut gefallen. Auch sehr positiv fand ich das Nachwort, in der es noch ein paar weiterführende Informationen gab.
Fazit:
Tolles Buch
Rezensionen von _Le4_:
Alles für das Wir
Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos
“Ich ist nichts, Wir ist alles.” Jeder Mensch wird mit einem Instinkt geboren und egal welcher Instinkt es ist, er ist wichtig für die Gesellschaft. Claire ist eine Vertraute, die bald ihren Abschluss machen wird, als sich das mysteriöse Verschwinden mehrerer Schüler häuft. Auch Goliath fällt das auf.
Er muss noch ein Leben retten, um ein Tugendhafter zu werden, so kommen ihm einige Vermisste gerade recht. Die beiden tun sich zusammen, um die Verschwundenen zu finden, und decken dabei nach und nach immer dunklere Machenschaften auf.
Als ich damals “Die Spiegelreisende” von der gleichen Autorin gelesen habe, war ich vollkommen begeistert, weshalb ich mich unheimlich auf diesen neuen Release gefreut habe.
Das Buch hat mich nicht enttäuscht. Christelle Dabos hat einen ganz einzigartigen Schreibstil, der vielleicht nicht jedermanns Sache ist, aber ich finde ihn ganz fantastisch. Ihre Welt ist wirklich kreativ, spannend und ausführlich durchdacht.
In der Welt des Buches haben alle Menschen einen Instinkt, der eine spezielle Reichweite hat und den sie ausüben müssen, um gesund zu bleiben. Diesen Instinkt sollen sie für das “Wir” einsetzen. In dieser Gesellschaft wird gesagt, dass alle Instinkte gleich viel wert sind. Trotzdem gibt es Menschen mit Instinkten, die hervorgehoben werden und besondere Privilegien erhalten.
Alle Personen waren komplett unterschiedlich charakterisiert und sehr unverwechselbar und ich fand sie alle charmant. Auch Charaktere, die nur kurz vorkommen, sind so klar definiert, dass ich am Ende des Buches in alle Charaktere ein bisschen verliebt war.
Das Buch hat mir ganz hervorragend gefallen. Wer “Die Spiegelreisende” mochte, wird auch hier wieder ein ausgezeichnetes Buch finden. Der Schreibstil ist etwas speziell, sodass jeder selbst entscheiden muss, ob man das als lesende Person mag, aber ich habe das Buch so sehr genossen, dass ich es ganz ausdrücklich empfehlen kann.
Rezensionen von Sonne89:
Selbst erschlossenes Hintergrundwissen trifft Gemüseküche
Hot Stuff von Anastasia Zampounidis
Ein sehr schön aufgemachtes Buch, durch viele farbige Bilder und großzügige Anordnung der Texte.
Im Buch tauchen immer wieder Zitate von älteren prominenten Frauen auf, mit teils starken Aussagen. Die einzelnen Phasen der Wechseljahre werden erklärt und auch eine Übersicht der Symptome findet sich darin.
Zwischendurch findet man auch immer wieder Bilder von Anastasia, die stets sympathisch und fröhlich wirkt. Einzelne Obst- und Gemüsesorten werden erklärt im Zusammenhang mit der Frauengesundheit.
Außerdem gibt es ein Interview von einer Phytotherapeutin – ein medizinischer Hintergrund fehlt dem Buch allerdings.
Die Bausteine Ernährung, inkl. Fasten und Nährstoffe, sowie Schlaf, Trinken und Bewegung werden beleuchtet. Teilweise war mir das Buch hier aber zu oberflächlich. Bei dem Omega-3/6-Verhältnis hätte ich es auch sinnvoll gefunden, auf Fisch- oder Algenöle hinzuweisen, statt nur auf die Handvoll Nüsse, wo doch die Autorin selbst auch Algenkapseln einnimmt.
Die Rezepte sind aufgeteilt in Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Desserts und Getränke.
Leider sind keine Nährwertangaben enthalten. Es wird viel mit Tofu und pflanzlicher Milch gearbeitet. Die Rezepte klingen großteils machbar (ab und an sind auch mal Zutaten dabei, die man nur aus dem Reformhaus bekommt, aber eher selten).
Die Rezepte lesen sich gesund, aber es ist auch viel Soulfood dabei (Pumpkin Latte, Nussecken, Schokomousse etc.) und manche Rezepte klingen sehr exotisch, wie die Gemüsepizza mit Schokostückchen. Das muss ich noch unbedingt nachkochen. Die Rezepte sind sehr gemüselastig, Fleisch und Fisch finden nicht statt. Anastasia erklärt, dass sie statt Fisch (persönliche Abneigung?) lieber auf Algenkapseln zurückgreift und Fleisch sollte man eher meiden. Mir gefällt, dass sehr viel mit Gewürzen gearbeitet wird und die Rezepte geben wieder neuen Input.
Rezensionen von Lerchie:
Was ist damals passiert?
Die Psychoanalytikerin von Melanie Metzenthin
Hamburg 1920: Vera hat als Psychoanalytikerin die Praxis ihres Mannes übernommen. Er selbst ist im ersten Weltkrieg gefallen. Sie muss die unterschiedlichsten seelischen Nabern behandeln, meistens welche aus der Kriegsvergangenheit. Da kommt es zu mysteriösen Todesfällen und Kommissar Bender bittet Vera um Hilfe.
Sie soll in der Vergangenheit der Betroffenen bohren, denn es scheint einen Zusammenhang zu geben. Da meldet eine Frau ihren Mann als vermisst, sie ist eine Patientin Veras. Ihr wird klar, dass sich offensichtlich jemand an dem ehemaligen Regiment des Vermissten rächt…
Meine Meinung
Der Roman ließ sich sehr gut lesen, keine Unklarheiten im Text störten mich. Ich war auch schnell in der Geschichte drinnen und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Zunächst in Vera. Die Psychoanalytikerin, die überzeugt war, dass ihre Patientin Johanna Schuster ihr etwas verschwieg. In die Polizisten, hier hauptsächlich Kommissar Bender und sein Kollege Abel die verzweifelt nach dem Mörder suchten. Und dann gibt es auch noch eine junge (Möchtegern) Reporterin die unbedingt Einzelheiten über den Fall wissen will und sich selbst in Gefahr begibt. Vera selbst hat eine Idee, die, zur damaligen Zeit, eigentlich abstrus war, aber mich hat sie eigentlich fast sofort überzeugt. Der Leser wird wissen, was ich meine, wenn er das Buch liest. Das Ende des Buches ist nicht so ganz befriedigend, auch das wird der Leser beim Lesen des Buches verstehen. Aber es ist spannend geschrieben und wurde später auch noch spannender wegen Veras Idee. Es hat mir gefallen, mich gefesselt und auch gut unterhalten. Daher von mir eine Leseempfehlung sowie vier Sterne.
Es besteht die Möglichkeit, dass die Autorin beabsichtigt (ich kommen wegen des Endes darauf) eine Fortsetzung zu schreiben, auch wenn dies nirgends geschrieben steht.
Rezensionen von Sternzauber:
Geheimnisse und schwerwiegende Entscheidungen im Angesicht der Zeit
Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso
Das Cover von „Das Buch der verlorenen Stunden“ von Hayley Gelfuso gefällt mir sehr. Denn der dunkle Einband mit den goldenen Akzenten wirkt sehr wertig und wunderschön geheimnisvoll. Außerdem zeigen uns die langen Bücherregale bereits einen Einblick in die Geschichte und das mag ich immer sehr.
Die Autorin entführt uns in eine Welt, in der Zeithüter mit Hilfe von besonderen Uhren in den Raum der Zeit eintreten und in diesem die Erinnerungen der Menschheit bewahren oder vernichten können. Nur wenige Menschen wissen von dieser Möglichkeit und eines Abends ändert sich das Leben der jungen Lisavet für immer, als ihr Vater sie in den Zeitraum bringt und dort zu ihrem Schutz zurück lässt. Er kommt nicht, wie versprochen, zurück und so lebt das Mädchen fortan außerhalb der Zeit. Sie beginnt irgendwann die Erinnerungen, die die Zeithüter vernichten wollen, vor dem Verschwinden zu bewahren und stört damit die Abläufe. Viele Jahre später trifft sie dabei auf den Zeithüter Ernest und was dann geschieht, ändert nicht nur das Leben der Beiden, sondern auch den Lauf der Weltgeschichte nachhaltig…
Dieses Buch hat mir eine sehr spannende und interessante Lesezeit geschenkt, die mich in ihrer Komplexität, Vielschichtigkeit und Stimmigkeit sehr überrascht hat. Denn die Geschichte dreier zentraler Charaktere ist so gut in den Verlauf einer Rahmenhandlung und ganz existenzieller Überlegungen eingebettet, dass sich eine äußert runde Erzählung ergibt. Dabei sind die Handlung und die Zusammenhänge so komplex, dass ich als Leserin immer ganz bei der Geschichte bleiben und diese konzentriert verfolgen musste, um keine wesentliche Angabe zu verpassen. Dies habe ich jedoch keinesfalls als negativ empfunden, sondern war dadurch vielmehr sehr intensiv in der Geschichte gefangen und wollte das Buch eigentlich auch gar nicht gerne aus der Hand legen. Es war für mich eine Freude zu erlesen, wie im Laufe der Geschichte immer mehr Zusammenhänge einen Sinn ergaben und das Bild immer vollständiger wurde.
Hayley Gelfuso schreibt in einer sehr angenehmen Art, die mich leicht in die Geschichte eintauchen lies und auch wenn die Kapitel oft sehr lang waren, hat sich ein sehr positiver Lesefluß ergeben. Die ProtagonistInnen wirkten auf mich authentisch in ihrer Charakterisierung und die Hauptpersonen waren mir sehr sympathisch. Es gab viele Szenen, in denen ich mich sehr gut in die Figuren einfühlen konnte und die mich sehr berührt haben.
Außerdem hat „Das Buch der verlorenen Stunden“ eine ganz eigene Atmosphäre, die mich sehr fasziniert hat. Es ist vom Grundton her eher düster und geheimnisvoll, es gibt immer wieder Bedrohungen und schwere Schicksalsschläge, aber auch sehr zarte Momente und innige Gefühle. Ich würde das Buch ein wenig mit Kai Meyers Geschichten aus dem grafischen Viertel („Die Bücher, der Junge und die Nacht“ etc.) in Verbindung bringen, da sie eine ähnliche Stimmung aufweisen.
Mir hat dieses Buch, das eine äußerst gelungene Mischung aus Spannung, Liebesgeschichte, Sachzusammenhängen, Mutterliebe, dem Wert von Erinnerungen und kriminalistischen Elementen ist, sehr gut gefallen. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, aber auch einfach sehr gut unterhalten und ich habe intensiv mit den Figuren mitfühlen dürfen. Daher gibt es von mir eine herzliche Empfehlung zum Selberlesen – viel Freude dabei!
Rezensionen von brauneye29:
Schwere Kost
Der brennende Garten von V. V. Ganeshananthan
Zum Inhalt:
Die sechzehnjährige Sashi will Ärztin werden so wie ihr Großvater und K, der Nachbarjunge. Doch dann passiert alles anders, denn in Sti Lamka bricht ein Bürgerkrieg aus, der auch ihre Familie in Mitleidenschaft zieht. Zwei ihrer Brüder und auch K schließen sich den Tamil Tigers an.
Sushi kämpft auf ihre Art, muss aber am Ende flüchten, doch auch in New York kann die die Vergangenheit nicht abstreiten.
Meine Meinung:
Das Erschreckende an manchen Büchern ist, dass es Geschichten, in diesem Fall Kriege, gibt, die einem überhaupt nicht so bewusst sind bzw. waren. Umso schrecklicher zu lesen, was in diesem Bürgerkrieg so alles geschah und wie es das Leben der Menschen auf den Kopf stellt. Natürlich ist es ein Roman, aber man schon das Gefühl, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat und viel genauso geschehen sein könnte. Die Protagonistin spricht den Leser oft direkt, so dass man noch mehr in die Geschichte gezogen wurde. Auch wenn man sicherlich nicht wirklich verstehen will, warum jemand Terrorist wird, aber man kann auch nicht komplett ignorieren, dass es Umstände geben kann, die so schwerwiegend sind, dass es dazu kommt.
Fazit:
Schwere Kost











