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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:

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Schonungslos und ergreifend

Die Passantin von Nina George



Eine geniale Idee, den (tatsächlichen) Absturz eines Flugzeuges damit zu verknüpfen, dass eine Passagierin aus einem Impuls nicht einsteigt, um ihrem Leben als berühmte Schauspielerin einen neuen Sinn zu geben, damit die Chance erhält, als tot zu gelten und somit die bisherige Existenz zu verlassen und eine neue Identität aufbauen zu können.

Diese Grundlage ist der Einstieg in eine spannende und präzise Erzählung über bestürzt machende Frauenschicksale, einen Ort der Zuflucht, der von Frauen für derart gedemütigte und verletzte Frauen geschaffen wurde, bis hin zur Schaffung neuer Existenzen für etliche dieser Frauen.

In mancher Hinsicht liest sich der Roman, wie eine Sammlung von Schilderungen über Misshandlungen und massive Repressalien an Frauen, die in Frauenhäusern Schutz gesucht und gefunden haben. Durch die Einbindung in einen Roman wirken diese Schilderungen aber viel stärker und regen hoffentlich viele Leserinnen und Leser zum Nachdenken an. Für Spannung ist jedenfalls gesorgt.

Und das Ende ist sehr überraschend und – obwohl ein bisschen Blut fließt – auch irgendwie befriedigend, in Anbetracht von aufgestauten Rachegefühlen..

Jedenfalls sehr empfehlenswert, nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer, obwohl die im Roman genannten nur schlecht wegkommen. Deshalb nur 4 Sterne, denn es sind nicht alle Männer so, wie die im Roman gezeichneten.

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Schonungslos und ergreifend

Rezensionen von EvieSk :

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Moral, Magie, Licht und Chaos

Magisterium - Das 4. Jahr von Cassandra Clare; Holly Black

Call hat mit seiner Schuld zu kämpfen. Er kann sich nicht vorstellen, dass seine Freunde oder sein Vater ihn wiedersehen möchten. Doch als er eine Möglichkeit bekommt, aus dem Gefängnis zu flüchten, ist Tamara da. Beide vermissen Aaron sehr und hätten ihn gern an ihrer Seite. Und vielleicht kann Call ihn zurückholen, doch zu welchem Preis?

In diesem Band bekommt man einen tieferen Einblick in Calls Gedanken und Gefühlswelt, was ich interessant gefunden habe.

Er tut das, was er für richtig hält und möchte seine Freunde nicht schaden. Die Freundschaft wird in diesem Band auf eine harte Probe gestellt, denn es ist nicht immer leicht jemandem zu vertrauen.
Die Grundstimmung ist recht düster, da es viel um den Tod geht und die Frage, wer Call eigentlich wirklich ist. Die Frage nach Gut und Böse wird auch aufgegriffen und es wird klar, dass das nicht immer so leicht zu unterscheiden ist. Die Handlung ist insgesamt gut, der Mittelteil ist kurz etwas zäh gewesen, aber das ist nicht weiter negativ aufgefallen. Es gibt ein Paar interessante Plottwists, mit denen man nicht rechnet und das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger.
Der Schreibstil ist angenehm. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und man kommt leicht voran. Durch die Atmosphäre und die Emotionen die beim Leser ankommen, wird man mitgerissen.
Ich kann das Buch empfehlen, wenn man wissen möchte, wie es mit Call und seinen Freunden weitergeht, aber auch wenn man Geschichten mag, in denen moralische Aspekte behandelt werden und in denen Themen wie Freundschaft und Vertrauen aufgegriffen werden.

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Moral, Magie, Licht und Chaos

Rezensionen von Cellissima:

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Durchwachsen

The Blackgate Invitation von Sarah Henning

Die Schwestern Ruby und Wren werden von einer älteren Dame angesprochen - sie bietet ihnen viel Geld dafür, dass sie sich während eines Dinners auf Hegemony Manor als ihre Enkelinnen auszugeben. Die Schwestern brauchen das Geld und denken, dass die paar Stunden schnell überstanden sind; also sagen sie zu.

Doch der Abend im Herrenhaus entwickelt sich ganz anders als gedacht und wird schnell zu einem Alptraum - es wird gemordet, es gibt Tote, und wenn sie überleben wollen, dann müssen sie innerhalb von drei Tagen verschiedene Rätsel lösen. Und: sie befinden sich inmitten einer Hexenfamilie ...
******
"The Blackgate Invitation" klang so gut, dass sogar ich, die ich in Sachen Fantasy eher schwierig bin und das Genre nur selten lese und nur selten begeistert bin, das Buch unbedingt lesen wollte. Es konnte nach dem Klappentext und der Leseprobe doch nur gut werden ... oder?
Der Leser sieht sich schnell mit einer Vielzahl an Figuren konfrontiert. Eine Übersicht zu Beginn wäre sehr hilfreich gewesen, denn ohne diese war es gerade am Anfang einfach nur verwirrend.
Der Schreibstil hat mir einerseits sehr gut gefallen, andererseits empfand ich ihn aber leider auch als anstrengend zu lesen. Ich musste öfter Sätze erneut lesen. Das nervte mich irgendwann. Auch hätte die Übersetzung stellenweise echt besser sein können.
Klares Highlight sind die Kulisse, die düstere und unheilvolle Atmosphäre und die Figuren.
Der Rest konnte mich leider nicht ganz überzeugen. So gab es in "The Blackgate Invitation" für meinen Geschmack immer wieder Längen. Manche Stellen waren mir zu brutal. Die Geschichte zwischen Ruby und Auden konnte mich einfach nicht überzeugen und packen, ebenso wenig das Ende. Es ist einfach nicht glaubwürdig.
Die Idee ist toll, aber die Umsetzung überzeugt leider nicht ganz.
Eingefleischte Fantasy-Fans dürften "The Blackgate Invitation" trotzdem toll finden. Für mich war es leider nur ein Buch, das man lesen kann, aber nicht lesen muss. Immerhin wurde die Geschichte durch Kulisse und Atmosphäre etwas gerettet.

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Durchwachsen

Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

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Gute und schlechte Dates

1000 letzte Dates von Anna Dushime

Bereits beim Vorwort musste ich bei diesem Satz laut lachen: "Das ist für mich der endgültige Beweis, dass man sich seine Sexualität wahrlich nicht aussuchen kann, denn sonst stünde ich ganz sicher nicht auf Männer". Rasant und schonungslos geht es weiter.

"Daten macht Spass, wenn man es nicht zu ernst nimmt".

Das ist das Fazit von Autorin Anna Dushime, die ihre gefühlt "1000 letzte Dates" Revue passieren lässt. Sie ist Mitte Dreissig, hat einen Sohn und lebt getrennt vom Vater des Kindes in Berlin.

Erst plaudert sie allgemein ein wenig über einige bemerkenswerte Dates, dann erstellt sie subjektive Toplisten. In welchen deutschen Städten datet es sich am besten? Welche Locations (wie Kneipen, Bars, etc.) eignen sich am besten für ein Date? Welches ist der beste Tag für ein Date? Die Autorin erzählt weiter von Singlebörsen wie Hochzeiten oder Arbeitsplätze, über Freundschaft plus, Dating Apps, wer ihrer Meinung nach Getränke und Essen beim Date bezahlen sollte, Schönheits-OPs und sehr vieles mehr.

Anna Dushime macht das auf eine äussert humorvolle, aber auch brutal ehrliche und persönliche Art und Weise. Langweilig wird es nie, denn das Buch ist äusserst witzig geschrieben.

Es hat meiner Meinung nach nur ein Manko, als Gen X-Vertretung bin ich wohl einfach zu alt dafür und hab leider oft nur Bahnhof verstanden bei den unendlich vielen englischen Wörtern aka "Berliner-Hypster-Speech". Wer diesen Slang versteht hat und/oder unter Vierzig ist, hat wahrscheinlich keine Mühe damit.

Fazit: Gute und schlechte Dates - an diesen und ihrer Erkenntnis daraus, lässt die Autorin die Leser:innen in "1000 letzte Dates" humorvoll teilhaben.
3.5 Sterne.

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Gute und schlechte Dates

Rezensionen von Furbaby_Mom:

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Sehr speziell

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde von Stella Tack

Die Meinungen zu dieser Reihe gehen weit auseinander.

Wer es gern ein wenig düster hat, flotte, frech-sarkastische Dialoge mag und sich für eine auf ihre eigene Weise fesselnde Kombination aus Fantasy und Action interessiert - inklusive recht brutaler Szenen, die schonungslos bis ins kleinste Detail beschrieben werden -, wird mit diesem immerhin fast 700 (!) Seiten umfassenden Schmöker, der den 3.

Band von Stella Tacks "Ever & After"-Reihe bildet, mega happy sein.

Mir persönlich war es einen Hauch too much, dennoch gab es an der mitunter wirr-chaotischen, dafür niemals langweiligen Story auch einige Pluspunkte. Was mir beispielsweise gut gefallen hat:

❏ die kreative Grundidee - auch wenn ich an sich kein Fan der klassischen Märchen (und Fabeln) bin, weil sie mir schlichtweg zu düster sind: aufgemischt mit Stellas Humor ist dies für mich definitiv die angenehmere Option (sofern ich Horror-/Gewalt-Passagen überblättere),

❏ die Einbindung von Original-Märchenzitaten der Gebrüder Grimm zu jedem Kapitelbeginn passte prima zum Gesamtkonzept,

❏ das bildreiche Worldbuilding voller Magie und Gefahr.

Natürlich verdient auch die hübsche Aufmachung des Werkes eine Erwähnung, speziell der wunderschöne Farbschnitt.

Fazit:
Ideal für nicht-zartbesaitete Romantasy-Leser:innen - man beachte die Altersempfehlung. Für alle anderen gilt: Geschmacksache.

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Sehr speziell

Rezensionen von MariasBooks:

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Poetisch, zeitnehmend und düster

A Theory of Dreaming (A Study in Drowning, Band 2) von Ava Reid

Das Buch in einem Satz
Poetisch, Zeitnehmend und Düster

Zum Buch
A Theory of Dreaming ist der 2. Teil der Dilogie aus der Feder von Ava Reid.
Das Buch ist im Loewe Verlag erschienen.

Erwartung
Ich habe bereits den vorherigen Teil der Reihe gelesen und mir hat dieser damals sehr gut gefallen, weshalb ich erwartungsvoll auf den Abschluss der Reihe gewartet hatte.

Gestaltung
Das Buch hat wieder ein gezeichnetes Cover das mir zwar nicht ganz so gut gefällt, wie Band 1, aber dessen Farben den Vibe der Geschichte gut einfangen.
In die Innengestaltung wurde Liebe fürs Detail gesteckt. So sind die Kapitelüberschriften mit Ornamenten verziert, welche, im Vergleich zu anderen Verlagen, auch im eBook vorkommen.
Das Buch enthält neben dem normalen Handlungstext sehr viele Zitate aus fiktiven Büchern der Welt, in der das Buch spielt. Diese werden durch kursive Schriftarten und andere Formatierungen leicht erkennbar vom Fließtext hervorgehoben.

Charactere
Auch in diesem Teil sind die Protas Effi und Preston, die mittlerweile ein Paar sind und nun mit dem Backslash ihrer Taten aus dem 1. Teil konfrontiert werden. Effi darf nun endlich Literatur studieren, doch ihr Umfeld lässt sich auch jetzt noch wissen, dass sie hier als erste und einzige Frau in diesem Studiumsfach nicht hingehört. Und auch Preston wird weiterhin ständig wegen seinen Wurzeln kritisiert und die beiden kämpfen immer noch gegen diese Ungleichberechtigung, währen so viele weitere Dinge um sie passieren und sie an so vielen Fronten gleichzeitig kämpfen müssen.
Mir hat gefallen, dass ihre Liebesgeschichte in diesem Band nun etwas zurückgefahren wurde, sie aber alle Steine in ihrem Weg gemeinsam bestritten und das auf eine ruhige oder erste Art. Sie sind nicht immer offen einander gegenüber, stärken einander aber stehts den Rücken.
Ich habe die Gefühle der beiden viel zu sehr gefühlt und sie waren oft mehr ein Unterton, als ausgesprochene Worte, aber sie haben einen fühlen lassen.

Was mir besonders gut gefallen hat, waren wieder die schönen Worte und Zitate, die vor allem in den Auszügen der fiktiven Bücher vorgekommen sind. Sie haben das Buch eine Tiefe gegeben und sehr viele Themen zum Nachdenken gegeben.
Zudem liest sich Ava Reids Schreibstil so flüssig und reißt einen mit in diese Welt, aber nicht wie ein reißender Fluss sondern wie ein kontinuirlicher Bach, der einen dennoch stetig weitertreibt. Dabei ist es nicht die Spannung, die einen an die Seiten fesselt, sondern das genaue Gegenteil. Es fühlt sich wie das Auge eines Orkans an, in dessen Mitte alles Ruhig ist, während drum herum der starke Wind wütet. Nicht nur einmal hätte ich fast meinen Zughaltestop verpasst, weil der Text mich so in Beschlag genommen hat.

Was mir hingegen weniger gut gefallen hat, war der Mangel an Handlung, vor allem im Vergleich zum erste Teil. Auch wenn das Buch nicht auf diese Art geschrieben wurde, aber etwas mehr Spannung hätte der Geschichte gut getan. Zudem hätte ich mir beim Ende etwas mehr Ausschmückung der Folgen gewünscht, die durch die Geschehnisse am Ende des Buches eingetroffen sind. Zwar bin ich ein Fan von Happy Ends, doch nicht von leicht oder ohne große Mühen gelöste Probleme.

Fazit: Ein ruhiges Buch mit Tiefe, das vor allem für Fans von poetischen Schreibstilen und Literatur sind oder allen Personen, die sich je als Außenseiter gefühlt haben. Ein starkes Buch mit leichten Abzügen, für das ich trotzdem eine Empfehlung ausspreche.

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Poetisch, zeitnehmend und düster

Rezensionen von Shilo:

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Heimkehr und Enthüllungen: Zwei Frauen, eine bewegende Geschichte

Töchter der verlorenen Heimat von Eva Grübl-Widmann

In diesem Roman wachsen die Figuren und ihre Umgebung schnell ans Herz. Die Geschichte entfaltet sich ruhig und warm, und es ist spannend, den Schicksalen von Paula und ihrer Mutter Johanna zu folgen.
Paula und Johanna machen sich auf den Weg in ihre Südtiroler Heimat, die beide viele Jahre nicht gesehen haben.

Der Tod des Großvaters ist der Anlass, doch es bleibt nicht bei einem Pflichtbesuch. Für Paula wird es zu einer Gelegenheit, die eigenen Wurzeln zu verstehen und den Blick auf sich selbst neu zu ordnen. Johanna hingegen muss sich Erinnerungen und Erlebnissen stellen, die sie lange verdrängt hat. So entsteht Schritt für Schritt eine eindringliche Begegnung mit der Vergangenheit, die das Verhältnis von Mutter und Tochter spürbar verändert.
Paulas Zurückweisung im Beruf trifft sie tief und wird glaubwürdig erzählt. Sanft wird sichtbar, was diese Erfahrung in ihr bewegt. Die Autorin verknüpft die Gegenwart in München und in Südtirol mit den Zwanzigerjahren in Südtirol und bringt die verschiedenen Zeit- und Erzählstränge so zusammen, dass der historische Hintergrund lebendig wird. Die politischen und sozialen Spannungen jener Zeit, der Verlust der Heimat und die vielschichtige Unterdrückung werden anschaulich und nachvollziehbar dargestellt.
Südtirol wirkt so greifbar, dass man die Berge, die engen Gassen der Dörfer und die einsamen Höfe vor sich sieht. Die Landschaft bleibt nicht nur Kulisse, sondern trägt die Atmosphäre der Geschichte.
Der Roman verbindet Themen wie Identität, Familiengeheimnisse und das schwierige Verhältnis zwischen Mutter und Tochter einfühlsam und ohne Übertreibung. Trotz manch schwerer Momente bleibt ein leiser Hoffnungston bestehen. Am Ende stellt sich ein ruhiges Gefühl der Zufriedenheit ein.
Eine klare Empfehlung für alle, die berührende historische Familiengeschichten lieben. 5 Sterne.

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Heimkehr und Enthüllungen: Zwei Frauen, eine bewegende Geschichte

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Außergewöhnliche Geschichte über vier Generationen, voll von Symbolik und magischem Realismus

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten von Anna Maschik

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten, denn die verraten dich nicht, sie sterben still. Das scheint zum einen eine real-pragmatische Tatsache zu sein, die es der in diesem Buch vorgestellten Familie erleichtert, auch in Kriegszeiten, wenn sogar Schlachtungen der eigenen Tiere rationiert sind, gut zu überleben.

Henrike, die Urgroßmutter der Ich-Erzählerin Alma, gelingt es so immer wieder mal, heimlich ein Tier zu schlachten und alle Teile davon zu verwerten, um dem Gatten und Sohn auf Fronturlaub besondere, nahrhafte Köstlichkeiten anbieten zu können. Dieses Buch wäre aber nicht, was es ist, wenn es sich nicht lohnen würde, auch noch auf anderen Ebenen über diesen Satz nachzudenken: über das Leben und Sterben, über das Schlachten, über die, die im Verborgenen getötet werden.

Geboren-Werden und Sterben sind zwei wichtige Säulen, die dieses Buch tragen und beide von Frauen symbolisiert werden: da gibt es die tüchtige Hebamme Anna, die so vielen Kindern ins Leben hilft, während der Kriegszeit verweigert, eine illegale Abtreibung durchzuführen (und doch die ungewollt Schwangere auf den früh blühenden Weizen verweist, dessen Mutterkorn Fehlgeburten auslösen kann) und später doch solche durchführt, die manchmal gelingen und manchmal nicht.

Wirkt das Buch zuerst wie eine recht normale österreichisch-deutsche Bauerngeschichte, so zeigt auch diese Figur, dass mehr dahinter ist: Anna ist ein Archetyp, keine reale Figur, denn sie scheint jenseits von Zeit und Raum an ganz unterschiedlichen, weit voneinander entfernten Orten und zu verschiedenen Zeiten aufzutauchen. Genauso wie ihre Kollegin Nora, die die Menschen gemeinsam mit den schon vorangegangenen Ahnen über die Schwelle aus dem Leben und ins Jenseits begleitet. Gekleidet ist sie an der Oberfläche in schwarz, für die trauernden Hinterbliebenen, doch darunter trägt sie alle bunten Farben, die immer wieder mal an der einen oder anderen Stelle schillernd hervorblitzen.

Oft treten die beiden gemeinsam auf, denn nicht so selten liegen Geboren-Werden und Todesgefahr ganz nah beieinander: wenn eine misslungene Abtreibung dazu führt, dass das Baby, das schließlich Miriam, das ungeliebte dritte Kind und später die Mutter der Ich-Erzählerin Alma, sein wird, doch geboren wird. Oder auch, noch viel mysteriöser, wenn Henrike als erstes Kind einen Sohn gebärt, der viele Jahre nur schlafen wird und bei dem selbst der Pfarrer rät, dafür zu beten, er möge von seinem Leiden erlöst werden - und der dann auf einmal, fast schon erwachsen, plötzlich die Augen öffnet und ein fast normaler junger Mann wird, als hätte er im Schlaf alle nötigen Fähigkeiten dazu erworben, aber zeitlebens blind bleibt für so vieles.

Geschichten über das bäuerliche Österreich habe ich schon viele gelesen, aber noch keine, die mit diesem subtil und geschickt eingewobenen magischen Realismus und der punktgenauen, poetischen Sprache dermaßen zum Nachdenken anregt. Szenen des bodenständig-pragmatischen Alltags im ländlichen Umfeld wechseln sich mit magischen Einschüben ab und die Leserinnen und Leser sind angehalten, mit ihrer Aufmerksamkeit voll bei diesem Buch zu bleiben, um überhaupt zu bemerken, wann es wieder zu einem Wechsel zwischen den Welten kommt. Oder sind die beiden Welten, die bodenständig-pragmatische und die surreal-mystische, immer zutiefst miteinander verbunden und wir merken es nur nicht?

Hier zur Illustration noch ein paar ausgewählte Zitate aus diesem besonderen Buch:

"Sie weiß, dass sie auf dem Wochenmarkt zwölf Eier für eine Mark und ein Kilogramm Rindfleisch für drei Mark verkaufen und damit einen Tagelöhner bezahlen kann, um den Stallmist zu streuen. Sie weiß, wie man ein Fieber senkt, eine Wunde verbindet und eine Tinktur gegen Husten braut. Was sie nicht weiß, ist, wie man den Geschwistern die Mutter ersetzt." (S. 14)

"Schlafende sind mir nicht geheuer. Sie sind freiwillige Tote, die mich allein hier zurückgelassen haben. Wohin sie sind, kann ich nicht folgen und das verzeihe ich ihnen nicht." (S. 57)

"Nora zieht die Tür des Schlafzimmers hinter sich zu, darin ist es angenehm warm mit einem Geruch nach feuchter, dunkler Erde. Sie legt ihr schwarzes Kleid ab, darunter trägt sie heimlich bunte Farben. Das Schwarz ist wichtig für die Lebenden, doch sie ist sich sicher, dass die Toten ihr die Farben nicht verübeln. Nora mag ihre Arbeit, es ist das Einzige, wofür sie eine Begabung hat. Wenn sie über die Schwelle eines Hauses tritt, weiß sie sofort, ob hier ein Sterbender oder ein Toter liegt. Es ist ihr lieber, wenn sie nicht zu früh gerufen wird, wenn sie den Pfarrer und die Familie fortschicken und in Ruhe beginnen kann." (S. 199)

Leseempfehlung für alle, die sich auf eine besondere Erzählweise österreichisch-deutscher, bäuerlich geprägter Familiengeschichte unter der Linse des magischen Realismus einlassen können, der in diesem Buch gegen Ende zunehmend mehr Raum einnimmt, wodurch es sich immer weiter von der uns als bekannt angenommenen Realität entfernt, dadurch allerdings auf sehr interessante Art und Weise bisher Bekanntes aufbricht und mit seinen Metaphern neue gedankliche Wege anregt.

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Außergewöhnliche Geschichte über vier Generationen, voll von Symbolik und magischem Realismus

Rezensionen von Annaja:

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Ein wichtiger Ratgeber

Frauenkörper ticken anders von Miriam Funk

Die Autorin Miriam Funk hat sich hier einem sehr wichtigen Thema gewidmet. Lange Zeit war in der Medizin ja der männliche Körper Standard und dadurch konnten Frauen keine adäquate Behandlung erfahren, doch von geschlechterspezifischer Medizin profitieren endlich alle Menschen. In diesem Buch werden 8 verschiedene Themen erörtert, da geht es beispielsweise um die Geschichte der Frauen in der Medizin, oder um typische Frauenerkrankungen, Frauen und Medikamentenforschung und warum ein Umdenken so nötig ist.

Es ist ja allseits bekannt, dass derzeit noch beide Geschlechter medizinisch gleich behandelt werden, bzw. wurden, obwohl Medikamente bei Frauen ganz anders wirken, diese wurden auch nur an Männern getestet.

Für dieses Buch hat die Verfasserin alles gründlich erforscht und gibt uns nun einen Einblick über ihre Recherche. Es bleibt den Frauen die Hoffnung, dass Ärzte in Zukunft tatsächlich eine, auf ihren Bedarf abgestimmte medizinische Therapie bekommen.

Ein ehrliches Buch und ein wichtiger Ratgeber, denn individuelle Medizin geht uns alle etwas an.

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Ein wichtiger Ratgeber

Rezensionen von Alo:

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Zwischen Verlust und Neubeginn

Lass uns noch bleiben von Saskia Luka


Das Buch „Lass uns noch bleiben“ von Saskia Luka erzählt die Geschichte von Anna, die versucht, nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Freundin Vinka wieder Halt zu finden. Anna hat einen kleinen Pflanzenladen und malt nebenbei. Ihr Leben ist gerade ziemlich durcheinander, weil Vinka einfach verschwunden ist, ohne eine Erklärung, ohne ein Lebenszeichen.

Anna ist ziemlich verloren, findet aber unerwartete Unterstützung bei Henning, dem freundlichen Buchhändler nebenan. Außerdem lässt sie sich langsam auf ihren neuen Mitbewohner Alex ein, der ihr Leben ganz schön auf den Kopf stellt und sie aus ihrem Schneckenhaus lockt.

Die Geschichte ist einfühlsam und ruhig erzählt. Es geht um das Verlassenwerden, um Schmerz und ums langsame Heilen. Trotzdem fehlte mir manchmal etwas Tiefe. Die vielen Erinnerungen an Vinka haben mich auf Dauer etwas gelangweilt, während die Handlung in der Gegenwart etwas zu kurz kam.

Sprachlich ist das Buch sehr gelungen. Saskia Luka hat ein großes Talent für Sprache. Manche Sätze sind wirklich schön und fast poetisch. Dadurch bekommt das Buch einen besonderen Klang.

Insgesamt ist es eine nette, gefühlvolle Geschichte, die man gut lesen kann, besonders wenn man Bücher über Verlust und Neubeginn mag. Mir hat aber das gewisse Etwas gefehlt, das einen wirklich mitreißt. 3,5/5 Sterne

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Zwischen Verlust und Neubeginn