Kunden em pfehlungen
Rezensionen von DoraLupin:
Toller Auftakt einer Reihe rund Meran
Die Welt in Meran - Walzerblut von Angela Marina Reinhardt
Ich lese immer wieder gerne historische Romane, die mich in eine andere Zeit führen und mit interessanten Charalteren unterhalten. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses Buch, das zum einen ein historischer Roman rund um die schöne Stadt Meran ist, aber gleichzeitig liest sich die Geschichte in teilen so spannend wie ein Kriminalfall.
Ich wurde jedenfalls wahnsinnig gut von dem Roman unterhalten und würde mich auch über weitere Bände freuen!
Inhaltlich führt der Roman den Leser nach Meran im Fasching 1872: Zwischen Maskenbällen und Kurbetrieb kreuzen sich die Schicksalswege von Menschen, die mehr verbindet, als sie ahnen: Den Korsen Benedetti führt ein dunkles Geheimnis in die Passerstadt. Wird er den Mut haben, das Richtige zu tun? Die junge Helen wiederum soll in Meran eine gute Partie machen. Bald wecken gleich zwei Männer ihr Interesse, doch nur einem kann sie vertrauen. Der jüdische Arzt Hirsch erforscht das neue Gebiet der Seelenheilkunde. Aber beherzigt er selbst den Rat, den er anderen gibt? Zwei Tiroler Schwestern stemmen sich mit ihren Träumen gegen die Familientradition. Und dann ist da noch Rosa Martini: Die ladinische Waise schuftet in der Spinnerei, erlebt Ausbeutung und Elend. Als sich ihr eine einmalige Chance bietet, greift sie entschlossen zu.
In die Geschichte habe ich recht gut hineingefunden. Der Schreibstil ist genau mein Fall, es liest sich alles locker-leicht und auch schön bildlich und es hat sich dadurch ein sehr schöner Lesefluss ergeben, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Somit hatte ich das Buch in nur wenigen Tagen regelrecht verschlungen. Besonders die Stadt Meran wird sehr anschaulich und lebendig beschrieben und man bekommt als Leser richtig Lust selbst einmal dorthin zu reisen. Aber auch das Leben der Menschen wird eindrücklich beschrieben und ungeschönt und manchmal musste ich schon ganz schön schlucken welches Leben manche Personen leben mussten. Anfangs hatte ich ein wenig Probleme, die ganzen Charaktere zuzuordnen, die eingeführt wurden. Hinterher habe ich dann gesehen, dass es am Ende des Buches ein Personenverzeichnis gibt welches sehr hilfreich ist. Und nachdem ich ganz in der Geschichte drinnen war, waren auch die verschiedenen Personen kein Problem mehr für mich.
Richtig ans Herz gewachsen ist mir Helene die es zu dieser Zeit als Frau nicht ganz so einfach hat und sich auf dem Heiratsmarkt umsehen muss. Sie ist eine starke Persönlichkeit und geht sehr empatisch mit ihren Mitmenschen um, das hat mir gefallen. Mit ihr konnte ich mich richtig gut identifizieren. Ebenfalls ein sympathischer Charakter ist Jean, der anfangs noch etwas geheimnisvoll wirkt, sich dann aber zum Ende hin immer mehr in mein Herz geschlichen hat!
Die Story ist die ganze Zeit über sehr unterhaltsam und ein Mix aus historischem Roman, der aber zum Ende hin auch immer mehr in Richtung Spannungsroman und Krimi geht. Ich habe am Ende richtig mitgefiebert und mitgebangt. Ich wurde von dem Auftakt auf jeden Fall sehr gut unterhalten und vergebe dafür gute 4,5 von 5 Sternen, ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil der Reihe.
Rezensionen von Carolin:
Tolle Fantasylektüre
Heir of Illusion von Madeline Taylor
Das Buch konnte mich von der ersten Seite an vollkommen abholen! Es hat mich überrascht, in den Bann gezogen, mitgerissen und begeistert. Ivy ist schlau und stark, gerissen und doch nachvollziehbar als Charakter, weil sie durchaus Schwächen besitzt, welche sich in ihren Entscheidungen im Verlauf des Buches zeigen.
Aber genau dies macht sie als Charakter greifbar und nachvollziehbar, sodass man sich auf sie und die Geschichte einlassen kann.
Die Welt ist interessant aufgebaut, das world building nachvollziehbar und gut in die Geschichte eingebunden. Zu Beginn braucht man etwas, bis man in der Geschichte drin ist, weil es durchaus viele Namen und Fraktionen kennenzulernen gibt, aber nach einiger Zeit war dies kein Problem mehr. Das Buch überzeugt mit hoher Spannung, Wendungen, die man nicht kommen sieht und einem flüssigen Schreibstil. Ich kann es sehr weiterempfehlen!
Rezensionen von Shilo:
Zwischen Fluch und Liebe
Das Schicksal der Seherin von Gabriele Breuer
Die Handlung führt nach Schottland, in eine Epoche voller Aberglaube, Stolz und alter Flüche. Schon früh entsteht eine dichte, geheimnisvolle Stimmung, in der sich Tragik und Hoffnung berühren. Der Roman verbindet historische Elemente mit einem Hauch von Mystik und erzählt von Liebe, Schuld und der Sehnsucht, das eigene Schicksal zu überwinden.
Im Mittelpunkt steht Sean, dessen Leben von einem alten Fluch überschattet wird. Als er sich in Iseabail verliebt, scheint ein neues Glück greifbar, doch das Schicksal stellt beide auf eine harte Probe. Die Autorin verknüpft diese dramatische Geschichte mit lebendigen Bildern des mittelalterlichen Schottlands und einer greifbaren Emotionalität, die die Figuren lebendig wirken lässt.
Besonders eindrucksvoll gelingt die Darstellung der inneren Zerrissenheit Seans, der zwischen Liebe und Verhängnis gefangen ist. Iseabail wirkt stark und klar in ihrem Glauben an ihn, ohne an Natürlichkeit zu verlieren. Ihre Beziehung macht die Handlung lebendig und verleiht ihr zugleich Wärme und Spannung.
Die Geschichte wird dabei durch die Erzählweise von Gabriele Breuer zusätzlich getragen. Sie schildert alles mit viel Gespür für die Stimmung der Zeit. Die Sprache ist bildhaft, leicht zugänglich, und die Übergänge zwischen den Zeiten wirken meist fließend. Nur vereinzelt geraten die Zeitsprünge etwas abrupt, was den Lesefluss kurz unterbricht. Dennoch bleibt der Roman stimmig und durchgängig spannend.
Die Mischung aus Historie, Gefühl und einer Prise Übernatürlichem ist überzeugend gelungen. Besonders das Ende hallt nach, weil es den Gedanken an Bestimmung und Liebe über die Zeit hinaus spürbar macht. Insgesamt ist dies ein berührender historischer Roman mit einer geheimnisvollen Note, der Vergangenheit und Gegenwart eindrucksvoll verbindet und die Macht von Liebe und Schicksal spürbar werden lässt. Eine Geschichte, die sich wunderbar zum Eintauchen in vergangene Zeiten eignet. Ideal für Leser, die gefühlvolle, atmosphärische Romane mit historischem Hintergrund mögen. 4 Sterne.
Rezensionen von Bibibabby:
Unterhaltsam für groß und klein
Gregs Tagebuch 20 - Bock auf Party? von Jeff Kinney
Ich glaube, das letzte Mal, dass ich ein Gregs Tagebuch gelesen habe, war ich selbst noch ein Kind. Ich muss sagen, jetzt dass ich eigene Kinder habe, habe ich einen ganz neuen Blickwinkel.
Ich finde es richtig beeindruckend, wie viele Themen aufgefriffen werden, und vor allem, solche, die sowohl Kinder als auch Erwachsene ansprechen.
Mein Kind ist sieben und hat viel gelacht.
Für ein Comic-Roman enthält das Buch überraschend viele Lehren für den Lebensalltag, auch wenn sich Greg darüber beschwert. Zum Beispiel: Dass es schön ist, Dankeskarten zu schicken, dass Trampolineparks ziemlich gefährlich sein können, oder das Hypes schnell vorbeigehen.
Es gibt so viele Situationen, die Kindern vertraut vorkommen, und es ist macht Spaß zu sehen, was sich Greg alles überlegt. Besonders lustig finde ich, wie er seine komischen Gedanken bis zu ihren logischen Schlussfolgerungen verfolgt. Zum Beispiel, wenn man Superkräfte hätte, würde man ständig nach Gefallen gebeten werden, und genau deshalb tragen Superhelden Masken.
Fazit: ein unterhaltsames Buch mit überraschender Tiefe
Rezensionen von Claudia H.:
Coming home for christmas, wenn da nicht nur die ganzen Pannen wären
Gestrandet im Weihnachtsglück von Clare Lydon
Worum es geht:
Morgan Scott lebt seit einiger Zeit in Schottland und möchte nun die Weihnachtstage bei ihrer Familie in Devon in England verbringen. Doch der Flug muss abgesagt werden. Zufällig trifft sie Ali, die kleine Schwester ihrer besten Freundin aus der Schulzeit auf dem Flughafen. Nun stehen beide vor demselben Problem.
Kurzerhand tun sich Morgan und Ali zusammen und versuchen irgendwie zu ihren Familien zu kommen. Keine der Beiden hätte gedacht, dass ihnen so viele Steine in den Weg gelegt werden. Und dann hat Ali noch ein Problem. Morgan ist ihr Crush aus ihrer Jugendzeit und Ali muss feststellen, dass noch gar nicht alle Gefühle für Morgan verschwunden sind.
Mein Fazit:
Mit diesem Buch habe ich meine persönliche Weihnachtslesezeit eingeläutet und es hat mich gut in Stimmung gebracht. Das Buch habe ich in einem Rutsch gelesen, wobei es auch eine gute Übersetzung ist. Morgan und Ali sind beide sehr sympathisch. Dabei ist die Story nicht nur spannend, sondern stellenweise auch echt witzig. Die Pannen, die die Beiden erleben, sind nicht zu überspitzt, wie es ja sonst bei Roadtripromanen der Fall ist. Es ist eine sehr schöne weihnachtliche Lovestory ohne kitschig zu sein, jedoch mit genügend Romantik und ein paar netten spicy Szenen.
Ich spreche sehr gerne eine Leseempfehlung aus und gebe volle 5 Sterne für die rundum gelungene Weihnachtsstory.
Rezensionen von brauneye29:
Nicht schlecht
Belladonnas von Liann Zhang
Zum Inhalt:
Julie und Chloe sind Zwillinge, wachsen aber nach dem Tod der Eltern getrennt voneinander auf, Chloe im Luxus, Julie eher in bescheidenen Verhältnissen. Als Julie einen sonderbarer Anruf von Chloe bekommt und danach nicht mehr erreichbar ist, fährt sie zu ihr und findet sie tot auf. Julie erkennt, dass sie das Leben von Chloe übernehmen könnte.
Meine Meinung:
Irgendwie hatte ich eine andere Erwartungshaltung an das Buch, hatte eher mit einer Art Thriller gerechnet, was dieses Buch aber so gar nicht ist. Dennoch war es interessant, denn es zeigt relativ schonungslos wie es in der Welt der Influencer zugeht mit allen Höhen und Tiefen. Der "Club der Belladonnas" hatte was Gruseliges. Gerade was den Urlaub angeht, lief es mir mehr als einmal kalt den Rücken runter. Sympathisch waren die Protagonisten durch die Bank alle nicht, besonders schrecklich fand ich ja die Tante von Julie. Das Ende fand ich etwas seltsam, aber insgesamt fand ich das Buch nicht schlecht.
Fazit:
Nicht schlecht
Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:
Klappentext spoilert die Handlung
Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt? von Rüdiger Bertram
„Robin the Hood“ punktet mit einer originellen Grundidee und einem lockeren, mit comicartigen Elementen aufgelockertem Erzählstil, der das Lesen angenehm leicht macht.
Auch die warmherzige Beziehung zwischen Robin und seiner Oma gehört zu den stärksten Momenten des Buches. Leider nutzt das Abenteuer sein Potenzial nur teilweise aus.
Der Klappentext verrät bereits einen Großteil der Handlung, sodass echte Überraschungen ausbleiben. Die Mission selbst wirkt trotz aller absurden Elemente erstaunlich spannungsarm, und der Humor zündet nicht immer – zumindest nicht für Leser*innen, die etwas mehr Raffinesse oder weniger Slapstick erwarten.
Die finale „Flucht“ bleibt auf dem gleichen Niveau wie der Weg dorthin: unterhaltsam, aber weder besonders spektakulär noch emotional packend. Insgesamt ein sympathisches, aber eher blasses Kinder-Actionabenteuer, das vor allem jüngere Leser*innen anspricht, während ältere schnell spüren könnten, dass mehr drin gewesen wäre.
Der zweite Pluspunkt: das Hardcoverbuch kostet nur 13 Euro, was derzeit ein sehr guter Preis für ein hochwertig verarbeitetes Produkt ist.
Fazit: Das Lesen des Klappentextes hätte gereicht.
Rezensionen von brauneye29:
Hat mir gefallen
Was vor uns liegt von Alba de Céspedes
Zum Inhalt:
Acht junge Frauen leben und studieren im Jahr 1934 am Grimaldi-Konvikt in Rom, sehnen sich nach Selbstbestimmung und Freiheit, was aber unter den strengen Augen der Nonnen nicht einfach ist. Auch wenn sie einander nah sind, haben sie auch alle ein Geheimnis, dass sie nicht teilen.
Meine Meinung:
Man kann sich schon vorstellen, warum das Werk zum ursprünglichen Veröffentlichungstermin unter den damaligen Bedingungen verboten wurde, denn es dürfte für die Zeit schon ein Werk gewesen sein, dass nicht den Vorstellungen entsprach.
Ich habe erst später gesehen, dass es schon so früh sein Debüt hatte und hätte das während der Lektüre nicht erwartet, denn der Schreibstil wirkt frisch und eher neuzeitlich. Inhaltlich hat mir das Buch gefallen, die Protagonistinnen haben alle eine eigene Geschichte, mit der sie klar kommen müssen und wir erleben sie beim Erwachsenwerden, wobei sie mit den Umständen zu kämpfen haben, was aber im Grunde jede Generation hat.
Fazit:
Hat mir gefallen
Rezensionen von Eternal-Hope:
Vom Weg in die Selbstermächtigung
The Witch's Heart - Das Verhängnis von Genevieve Gornichec
Von Genevieve Gornichec habe ich vor diesem Buch schon “Sisters in Blood” gelesen, von dem ich absolut begeistert war und zu dem ich auch eine Rezension verfasst habe. Nun also dieses Buch, an das ich mit entsprechend hohen Erwartungen herangegangen bin, was man natürlich nicht sollte, da jedes Buch für sich stehen sollte.
Außerdem ist „The witch’s heart“ das Debüt der Autorin und „Sisters in Blood“ ihr zweites Buch. Das versuche ich, bei meiner Bewertung zu berücksichtigen.
Auch in diesem Buch geht es um alte nordische Mythologie: diesmal um die Riesin und Hexe Angrboda, die gemeinsam mit dem Trickster-Gott Loki drei Kinder in die Welt setzt, aus denen die Totengöttin Hel, der Fenriswolf und die Midgardschlange werden. Das ist eine uralte mythologische Geschichte, die sozusagen den Rahmen für dieses Buch setzt, das hier auf feministische Weise neu interpretiert wird.
Ich habe das Buch als Beschreibung eines langen Weges in die weibliche Selbstermächtigung gelesen. Angrboda war schon früher eine sehr mächtige Hexe, doch wir lernen sie zu einem Zeitpunkt kennen, zu dem sie psychisch und auch körperlich sehr geschwächt ist. Nachdem sie sich geweigert hatte, mit Hilfe der mystischen Technik des „Seid“ in die tiefsten Dunkelheiten zu reisen, um dort für den Göttervater Odin Wissen über die Zukunft zu erlangen, wurde sie fürchterlich bestraft: drei Mal wurde ihr das Herz herausgerissen und sie wurde verbrannt. Tot ist sie nicht so ganz, aber sie hat kaum mehr Erinnerungen an ihre Vergangenheit und Identität und lebt zurückgezogen ganz alleine in einer Höhle im Wald. Da besucht sie der Außenseitergott und Trickster Loki und bringt ihr ihr Herz zurück und die beiden starten erst eine Affäre, dann eine Art On-Off-Beziehung und schließlich eine halbherzige Ehe, während ihre drei gemeinsamen Kinder entstehen: ein halbtotes Mädchen und zwei Söhne: ein Wolf und eine Schlange. Soweit zum Inhalt, ohne spoilern zu wollen.
Die mythologische Geschichte ist durchaus interessant. Schwierig fand ich beim Lesen das sehr wechselnde Tempo: im ersten Drittel des Buches passiert gefühlt kaum etwas Interessantes und in die Handlung plätschert nur so dahin. Dann spitzt es sich in der Mitte zu und es kommt zu dramatischen Ereignissen, die sehr schnell geschildert werden und wonach die Handlung zum langsamen Tempo zurückkehrt bis zum prophezeiten Ende zur Zeit der Götterdämmerung, samt überraschender Wendung. Gewünscht hätte ich mir also einerseits eine Straffung einiger Teile und andererseits, dass andere Teile ausführlicher erzählt worden wären.
Mythologisch gibt die Geschichte einiges an interessanten Themen her: es geht um Vorurteile, Magie, Hexenverfolgung, Ausgrenzung, Mutterliebe, Verrat, Frauenfreundschaft und Queerness (ein Thema, das der Autorin ein besonderes Anliegen zu sein scheint) und die Veränderlichkeit oder Unabwendbarkeit des Schicksals. Das stärkste Thema für mich in diesem Buch war, wie schon erwähnt, das der weiblichen Selbstermächtigung: zu sehen, wie die gedemütigte, geschwächte und verletzte Angrboda schrittweise wieder mehr in ihre Kraft kommt, sich für ihre Kinder einsetzt und eine mutige und selbstlose Entscheidung trifft.
Dazu ein Zitat aus dem Buch:
“Ich bin Angrboda Eisenhexe”, dachte sie. Die Alte. Mutter Hexe, die jene Wölfe gebar, die Sonne und Mond jagen. Ehemalige Gattin von Loki und Mutter sowohl der Gebieterin der Toten als auch der beiden Kreaturen des Chaos, die vom Schicksal dazu bestimmt sind, Verderben über eben die Wesen zu bringen, die unser Leben ruiniert haben. Ich kann das aus eigener Kraft schaffen.“ (S. 303)
Insgesamt ist es ein durchaus interessantes Buch, das mir eine mir bisher unbekannte nordische Mythologie nähergebracht hat und weitgehend unterhaltsam zum Lesen war. Gerade weil ich es als deutlich schwächer empfinde als das darauffolgende Buch der Autorin („Sisters in Blood“) zeigt es mir aber auch ihre Entwicklung und insgesamt ihr Talent, alte Mythologie auf unkoventionelle Art und Weise neu zu interpretieren.
Wer die Autorin noch nicht kennt, dem empfehle ich aber dennoch für den Einstieg eher „Sisters in Blood“, das über alle Stärken dieses Buches verfügt, in dem die erwähnten Schwächen aber nicht mehr vorkommen. Auf weitere Bücher dieser Autorin bin ich gespannt.
Rezensionen von C. P.:
Sketch Mystery - ein Krimi mit in Bildern versteckten Hinweisen
HEN NA E - Seltsame Bilder von Uketsu
Dieser Roman ist in Episoden aufgeteilt, die auf eine zunächst nicht erkennbare Weise miteinander in Verbindung stehen. Zugleich bedient sich der Autor einem Genre, welches sich Sketch Mystery nennt. Die Idee hierhinter ist, dass Bilder und Skizzen verwendet werden, auf denen mit kriminalistischem Gespür nach und nach Hinweise gefunden werden, welche zur Lösung eines Falles beitragen.
Das Konzept ist mir bereits aus dem Manga-Bereich bekannt, hier kenne ich The Strange House von Uketsu (worauf der zweite Roman, Das seltsame Haus, basiert). In diesem Roman bekommt man unterschiedliche Fälle geboten, in denen Todesfälle aufgeklärt werden. Verschiedene Zeichnungen, Skizzen und Tabellen sind in den Text eingefügt, so dass man bildhaft vor Augen hat, worauf die Lösung jeweils aufbaut. Der Kniff hierbei ist, aufs Detail zu achten, wobei man verständlich erklärt bekommt, woran sich was erkennen lässt. Man wird also nicht mit irgendwelchen Zeichnungen allein gelassen. Der Stil ist dabei immer ein wenig distanziert statt stark ausgeschmückt, wie ich es bereits von anderen Romanen aus Fernost kenne. Das mag für einige vielleicht zunächst etwas ungewohnt wirken, hat dafür den Vorteil, dass wichtige Details nicht in einer Flut unwichtiger Ausschmückungen untergehen.
Die Fälle selbst sind ziemlich verzwickt, vor allem beim dritten Fall musste ich gedanklich die skrupellose Cleverness loben, die dahinter steckte. Zum Schluss schließt sich der Kreis, die Fälle ergeben ein großes Ganzes und das Kinderbild aus dem Prolog ergibt endlich einen Sinn.
Raffiniert konstruiert, bietet der Roman die Möglichkeit, mitzurätseln und über perfide Idee zu staunen. Es lohnt sich, sich darauf einzulassen.











