Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rosetheline :
Fehlende Tiefe und große Absurdität
Es ist hell und draußen dreht sich die Welt von Dita Zipfel
In Dita Zipfels Roman "Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" geht es um die beiden Paare Linn und Matze sowie Eva und Felix, die einige Tage zusammen Urlaub in Südfrankreich machen.
Während Linn und Matze seit Jahren versuchen Eltern zu werden, haben Eva und Felix bereits zwei Kinder.
Und auch sonst scheint das Leben der beiden perfekt. Und so ist es natürlich für den Selfmademan Felix auch nichts Großes Linn und Matze in den Urlaub einzuladen.
Was anfangs perfekt scheint, fängt jedoch nach und nach an zu bröckeln. In Evas und Felix' Leben ist nicht alles perfekt und auch Linn fängt an ihre Lebensplanung zu überdenken.
Die Prämisse des Buches hat mir richtig gut gefallen. Anfangs hatte die Geschichte noch Stärken und Denkanstöße, doch mit jedem folgenden Kapitel kam mehr Absurdität dazu und viele Handlungsweisen erschienen mir unglaubwürdig. Einige der Charaktere waren sehr unsympathisch, was nicht unbedingt ein Problem für mich war, doch auch die "tiefe Verbindung" zwischen Eva und Linn habe ich nicht gespürt. Ich hätte mir viel mehr Tiefe und auch mehr Einblick in die Gedanken der einzelnen Charaktere gewünscht. Schade, denn die Geschichte hätte wirklich Potenzial gehabt.
Daher kann ich nur 1,5 Sterne vergeben.
Rezensionen von Blackcat:
Absolutes Highlight!
Dire Bound von Sable Sorensen
✨5/5✨
Ich hatte von Anfang an hohe Erwartungen an „Dire Bound“ - und die wurden sogar übertroffen! Auch wenn 800 Seiten relativ viel sind, am liebsten hätte ich noch weitere 800 gelesen. Vom ersten Kapitel an habe ich mit Meryn, der starken Protagonistin, mitgefühlt und mitgefiebert.
Ihr Beschützerinstinkt gegenüber ihrer Familie, ihre humorvolle, sarkastische Art und ihr tapferer Wille, sich niemals geschlagen zu geben obwohl alle gegen sie sind, machen sie zu einer meiner neuen Lieblingsprotagonistinnen! Alle Kapitel waren aus ihrer Perspektive geschrieben, was es umso spannender macht, alle neuen Wendungen, Charaktere und Orte kennenzulernen. Die Welt fand ich sehr interessant gestaltet und sehr gut gelungen, mit den Gebundenen und Schattenwölfen hab ich auch mal etwas kennengelernt, was ich davor noch nicht von einem Fantasy-Buch kannte. An Charakteren hat es auch nicht gemangelt, die Protagonistin allein fand ich schon sehr spannend, doch mit den anderen wurde die Geschichte nochmal ergreifender, die Schattenwölfe waren noch der letzte Feinschliff. Auch die verschieden Beziehungen zwischen den Charakteren, vor allem bei Meryn, haben mich bis zum Ende mitfiebern lassen. Ständig haben mich unvorhersehbare Wendungen nach Luft schnappen lassen. Auch wenn ich sogar die ein oder andere hervorgesehen habe, sie nochmal zu lesen war unglaublich. Außerdem wurde die Geschichte nie langweilig, durch neue Prüfungen, Kämpfe oder plötzlichen Handlungen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Das Ende hat mich geschockt zurückgelassen und ich weiß nicht, wie ich es noch bis zum Erscheinen des zweiten Bandes aushalten kann - der wird auf jeden Fall so schnell wie möglich gelesen!
Dieses Buch sieht nicht nur vom Cover und Farbschnitt aus richtig gut aus, auch der Inhalt lohnt sich! Jeder, der Lust auf ein spannendes Fantasybuch mit einer unglaublichen Protagonistin, unfassbaren Wendungen und sogar Schattenwölfen hat, der sollte sich sofort dieses absolute Highlight schnappen!
Rezensionen von Harakiri:
ein irres Tempo
Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann
Als die Zwillinge Jana und Nike im Moor verschwinden hat Polizistin Malia Gold gerade ihren Dienst in der neuen Dienststelle angetreten. Noch nicht einmal ihr Büro ist fertiggestellt. Doch als die Ereignisse sich zuspitzen, wird auch kein Büro mehr benötigt, denn auf einmal geht alles Schlag auf Schlag.
Wow, was für ein irres Tempo dieses Buch hat. Ich konnte es nicht zur Seite legen und habe es an einem Nachmittag durchgesuchtet. Allein die Atmosphäre mit der Kälte und dem Moor und die Tatsache, dass die jungen Mädchen irgendwie auch nicht so eine reinweiße Weste haben, wie alle denken. Aber auch Malia gefiel mir als Charakter sehr gut. Nach und nach kommt ihre Motivation, sich gerade in dieser Dienststelle zu bewerben ans Licht. Überhaupt bleiben keine Fragen lange offen. Außer die nach dem Täter.
Sehr gut gefielen mir auch die anderen Charaktere. Sei es der Lehrer, der in Schwierigkeiten steckt oder die Mutter von Malia, um die sich auch Geheimnisse ranken – auf jeden Fall viel Potential für noch weitere Bücher der Reihe.
Winkelmann schreibt wieder einen Krimi, der süchtig macht und durch die kurzen Kapitel dazu verleitet, immer noch eins lesen zu wollen, bis man schließlich am Ende angekommen ist und erst einmal wieder den Puls beruhigen muss.
Fazit: ein Autor, von dem man immer mehr lesen will und auch eine Ermittlerin, die ich gerne wieder treffen würde.
Rezensionen von Harakiri:
sehr schön zu lesen
Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell
Eve Shaw ist Kunsthändlerin und hat ein Trauma aus der Kindheit zu verarbeiten. Eines Tages besucht sie ein alter Mann in ihrem Büro und drückt ihr einen weißen Oktopus in die Hand. Eve rätselt, was es damit auf sich hat und reist schließlich in die Schweiz ins White Octopus Hotel. Was sie dort erlebt, hätte sie sich niemals ausdenken können.
Manchmal beeinflusst die Vergangenheit die Gegenwart massiv. Eve hat Schuldgefühle und als sie die Möglichkeit findet, ihren Fehler wiedergutzumachen ergreift sie die Chance. Eine sehr schöne Geschichte hat sich Alexandra Bell hier ausgedacht und zu Papier gebracht. Ich fühlte mich gleich heimisch in den Zeilen und habe das Buch sehr gerne gelesen.
Ein wenig aufpassen muss man allerdings, dass man sich in den Zeiten und Orten nicht verzettelt, weil alles so ineinander geschachtelt ist, aber alles ist logisch aufgebaut und man kommt gut mit. Das Ende hat mich allerdings ein wenig verwirrt.
Bells Schreibstil ist ausdrucksstark, mitreißend und romantisch und sehr anschaulich. Auch die Charaktere mochte ich sehr gerne, vor allem die ganzen Oktopusse fand ich eine sehr gute Idee.
Fazit: Fantastik, Romantik und ein kleines bisschen Krimi – alles verwoben und vereint zu einer Story, die Freude macht zu lesen.
Rezensionen von Harakiri:
Eine Insel in der Nordsee, 5 Besucher und ein großes Geheimnis.
Fünf Fremde von Romy Fölck
Eine Insel in der Nordsee, 5 Besucher und ein großes Geheimnis.
Warum schweigt jeder über das Verschwinden des damals 13-jährigen Jungen? Und wer schreibt die ganzen Drohbriefe? Ein rätselhafter Fall, in den Annika gerät, als sie auf ihre Heimatinsel zurückkehrt um ihre Mutter zu pflegen.
Was harmlos begann, endet tödlich…
Ein Stand-alone von Romy Fölck, der teilweise etwas zäh war, aber sonst voll den hohen Erwartungen entsprochen hat.
Ein rätselhafter Fall, viele Geheimnisse und eine überraschende Auflösung. Wobei mir die Geheimnisse teilweise schon zu viel waren. Keiner spricht über die Vergangenheit und das führt zu Verwicklungen und Rachegefühlen. Und auf einmal wird das Geheimnis dann doch angegangen? Etwas unrealistisch, aber gut, es ist ein Roman. Und der Fall ist ja nun auch sehr verzwickt und wartet mit überraschenden Wendungen auf, wie man sie von Fölck kennt.
Die Schreibweise ist kurzweilig und die Beschreibung des Wetters sorgt für zusätzliche Spannung.
Die Charaktere fand ich recht gut gelungen, aber sie bleiben eher oberflächlich. Für einen Krimi aber durchaus ausreichend.
Fazit: ein unterhaltsamer Krimi, der Spaß macht zu lesen, allerdings mit ein paar Längen aufwartet.
Rezensionen von verhei:
ein internationaler Regionalkrimi der auch die Ermittler persönlich fordert
Solothurn ruft nach Vergeltung von Christof Gasser
Es sind Filmtage in Solothurn und der auszuzeichnende Regisseur taucht nicht auf. Von Pia, Tochter des Chefermittlers Dominik Dornach wird er getötet in seinem Zimmer aufgefunden. Doch was ist das Motiv? Hat es mit seinem Film über Femizide und Frauenhass zu tun. Hat es mit seiner eigenen Herkunft zu tun.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da die Spuren gering sind. Hat alles mit einem spektakulären Fall in der Vergangenheit zu tun.
Eines vorneweg - auch wenn dies bereits der siebente Band einer Reihe um den Ort Solothurn und den Ermittler Dominik Dornach ist, viel mir der Einstieg leicht. Man lernt die Charaktere und ihre Geschichte peu à peu kennen und erkennt, dass viele der Personen eine lange und turbulente Geschichte verbindet.
Auch wenn dies ein Regionalkrimi ist, mit einer tiefen Verflechtung im Ort, hat er überraschend viele internationale Züge. So gesellen sich zu regionaltypischen Ausdrücken und eine schon fast pittoreske Beschreibung der Gegend, Ausflüge ins Ausland, aktionreiche Szenen und Hintergrundinformationen in verschiedenste internationale Ermittlungseinheiten, die man so vielleicht nicht erwartet.
Auch die Themen, die aufgegriffen werden, sind sehr aktuell – Femizide sind in vielen Ländern ein großes Problem. Weiters Mobbing, Belästigung und häusliche Gewalt. Alles von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Als Leser ist man versucht, gleich einen bestimmten Personenkreis zu verdächtigen, doch man darf sich als Leser auf die ein oder anderen überraschende Wendung einstellen. Doch in diesem Netz aus Ehrenmord, Hass, Schuld, Lüge und Misstrauen ist nichts so einfach wie es zunächst scheint.
All dies lässt das Buch dann doch auch temporeich und düster erscheinen, präsentiert allerdings mit einem flüssigen und leichten Schreibstil. Man befindet sich als Leser im Strudel der Ermittlungen und Wendungen und bekommt schließlich aber eine schlüssige Aufklärung präsentiert.
Ich werde in nächster Zeit sicher auch noch die Vorgängerbände lesen.
Rezensionen von Bücherwurm78:
Spannend bis zum Schluss
Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel
Luisa Menkhoff erkennt auf einer Vermisstenanzeige die Frau wieder, welche die Lebensgefährtin desjenigen Mannes war der sie vor vielen Jahren als 5-jährige entführt hat. Sie wendet sich sofort an die Polizei und trifft dort auf Ramin Brunner, der zusammen mit ihr auf die Suche geht.
Ein neuer Thriller von Arno Strobel ist eigentlich eine Garantie für Spannung und ich habe mich sehr darauf gefreut.
Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Ungelöst ist der Auftakt zu einer neuen Serie. Also kann man sich schon jetzt auf weitere spannende Bücher freuen. Mir hat dieser erste Fall sehr gut gefallen. Ab Anfang an war es spannend, es gab keine langwierigen Passagen im Buch und bis zum Schluss hin bin ich immer neugierig geblieben wie es wohl ausgehen wird. Arno Strobel hat es wieder geschafft mich ans Buch zu fesseln, so dass ich es auch innerhalb eines Tages gelesen hatte. Sehr flüssig geschrieben, präzise Orts- und Personenbeschreibungen. Da ich selbst im Münchner Umland wohne mag ich Bücher in welchem ich die Orte kenne. Die beiden Hauptpersonen Luisa und Ramin kamen bei mir als Leser sehr sympathisch an.
Auch die Covergestaltung gefällt mir und animiert dazu das Buch in die Hand zu nehmen.
Fazit: Klare Leseempfehlung für Thriller- und Strobel-Fans.
Rezensionen von Lesemama:
Das Ende hat mich total überrascht
Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell
Zum Buch:
Eve Shaw ist Gutachterin bei einem Auktionshaus. An ihrem Geburtstag kommt ein sehr alter Mann, stellt sich als Max vor und kommt ihr unglaublich bekannt vor. Er übergibt ihr eine kleine Octopus, was sie noch mehr verwundert und vor allem nicht mehr loslässt. Eve macht sich auf die Suche nach einem gewissen Hotel, das in einer Novembernacht 1935 für immer seine Pforten schließt.
Meine Meinung:
Ich habe das Buch als ungekürztes Hörbuch gehört, eine sehr angenehme Sprecherin und bei einigen wenigen Kapiteln kommt auch Max zu Wort.
Die Geschichte beginnt recht traurig, Eves Geburtstag ist heute, den sie aus Gründen, fie wir im Laufe der Geschichte erfahren, nicht mehr feiert. Dann kommt Max, übergibt ihr den Octopus und eine seltsame Karte mit einer noch seltsameren Nachricht und stirbt. Eve muss sich mit ihrer Vergangenheit, aber auch mit ihrer Zukunft auseinandersetzen. Sie trifft auf einmal immer wieder auf Octopusse, die seltsame Dinge auslösen.
Es ist spannend, fantastisch und magisch. Zwischendurch auch ein wenig verwirrend, als Max auf einmal von noch einem anderen Jahr erzählt. Aber das Ende, das Ende hat mich total überrascht, positiv. Es war gut zu hören die Stimmen hatten einen angenehmen Klang, ich fand das Hotel im Jahr 1935 sehr imposant. Unterhaltsame Magie, absolut empfehlenswert. Ich konnte gut mir Eve mitfühlen, zumindest meistens.
Rezensionen von FogandBooks:
Ein Abenteuer voller Herz und Licht
Lightfall 1: Das verlorene Licht von Tim Probert
Mit Lightfall ist Tim Probert eine Graphic Novel gelungen, die mich wirklich von der ersten Seite an gepackt hat. Die Geschichte verbindet auf sehr stimmige Weise Abenteuer, Humor und emotionale Tiefe und schafft es dabei, nie überladen zu wirken. Im Zentrum stehen Bea und Cad, zwei Figuren, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade dadurch so wunderbar harmonieren.
Bea denkt viel nach, hinterfragt Situationen und sorgt sich oft, während Cad mit einer bemerkenswerten Offenheit durchs Leben geht. Er begegnet Herausforderungen mit einer Leichtigkeit, die nie naiv wirkt, sondern von echter Empathie getragen ist. Genau das macht ihn für mich zu meinem absoluten Lieblingscharakter. Seine Hilfsbereitschaft fühlt sich ehrlich und selbstverständlich an, was der Geschichte eine besondere Wärme verleiht.
Die Handlung entwickelt sich kontinuierlich weiter und gewinnt im Verlauf spürbar an Intensität. Spannende Momente wechseln sich mit ruhigeren, gefühlvollen Szenen ab, sodass ein sehr ausgewogenes Erzähltempo entsteht. Neue Figuren bringen zusätzliche Facetten in die Geschichte und sorgen dafür, dass die Welt größer und vielschichtiger wirkt. Gleichzeitig werden immer wieder kleine Hinweise und Andeutungen eingestreut, die neugierig machen und Lust auf mehr wecken. Man spürt, dass hinter allem ein größeres Geheimnis liegt, das sich erst nach und nach entfalten wird.
Ein absolutes Highlight sind für mich die Illustrationen. Sie sind atmosphärisch, detailreich und gleichzeitig unglaublich ausdrucksstark. Besonders die Mimik der Figuren transportiert so viele Emotionen, dass man sich ihnen sofort verbunden fühlt. Humorvolle Details lockern ernste Situationen auf und verleihen der Geschichte eine angenehme Leichtigkeit. Die Bildsprache trägt maßgeblich dazu bei, dass die Welt lebendig wird und lange im Gedächtnis bleibt.
Das Ende ist bewusst offen gehalten. Auch wenn ich persönlich bei Kinder- und Jugendgeschichten einen etwas stärkeren Abschluss schätze, passt dieses offene Weitererzählen zur Konzeption der Reihe. Es hinterlässt viele Fragen, aber auch eine große Vorfreude auf das, was noch kommt. Für mich ist Lightfall ein rundum gelungenes Fantasyabenteuer mit Herz, Spannung und einer ganz eigenen Magie. Ich freue mich schon jetzt sehr auf die Fortsetzung und darauf, Bea und Cad weiter begleiten zu dürfen.
Rezensionen von MarcoL:
Ein wunderbarer, starker Roman über Heimat und Wurzeln. Archaisch, wild, feinfühlig.
Die Riesinnen von Hannah Häffner
Das ist eines der besten Bücher, das ich je! gelesen habe. Es ist atmosphärisch, wild, stürmisch und ruhig zugleich. Und von einer so wunderbaren Sprache durchdrungen, dass man ewig darin verweilen möchte. Alleine die Naturbeschreibungen, vor allem die Szenen im Wald, bewegen einen sehr und man wünscht sich beim Lesen nichts sehnlicher als mit dabei zu sein in dieser kleinen Welt der Abgeschiedenheit unter den Bäumen.
„Dieser Wald, den man nicht aus sich herausbekommt, auch wenn man ihn verlässt. Der wurzelt, unter dem Herzen, hinter den Lungen, und man hört ihn deiner Sprache an und sieht ihn in deinen Augen.“
Es fühlt sich an wie ein Zuhause – und der Begriff Heimat ist auch eines der Kernthemen dieses Romans.
„Zuhause ist schließlich etwas anderes als daheim. Zu Hause kann sich ändern, daheim bleibt“
Die Menschen in der Heimat können grausam sein, böse, abweisend. Besonders dann, wenn man nicht in deren Weltanschauung hineinpasst. Und das passiert auf dem Land oder im Dorf, wo es keine Anonymität gibt, sehr leicht. Schneller als einem lieb ist wird man zur Außenseiter*in gestempelt. Und sei es erst mal nur wegen des äußerlichen Erscheinungsbildes.
Wittenmoos – ein Dorf im Schwarzwald. Liese ist groß, schlank und hat orange-rotes Haar. Ihre Tochter Cora wird ihr ähnlich werden. Lieses Mann Bernhard wendet sich ab, er wollte einen Sohn, wird gewalttätig. Nach Bernhards Unfalltod steht Liese mit dem neuen Haus und ihrer Tochter alleine da, ohne Einkünfte, ohne helfende Hände; - auch nicht die ihre Schwiegereltern. Doch sie beißt und kämpft sich durch, fordert das Erbe von Bernhard ein: die Dorfmetzgerei. Ohne jegliche Erfahrung übernimmt sie den Laden, kämpft sich mit viel Fleiß trotz Gegenwind durch und hat Erfolg. Cora wird bald zu einer unentbehrlichen Stütze, das Geschäft floriert. Aber auch Cora hat ihren eigenen Willen und macht sich auf die Suche nach sich selbst … und letztendlich schließt Eva, Coras Tochter und Lieses Enkelin, den Kreis und veranschaulicht, was es bedeutet, eine Heimat zu haben.
Der Roman ist so wunderbar erzählt (erwähnte ich schon). Hannah Häffner geht feinfühlig mit ihren Protagonist*innen um, lässt ihren Ecken und Kanten, Sehnsüchten und Pflichten freien Spielraum, nur damit wir merken, dass es so sein muss.
„Dinge, die so sind, wie sie sein sollen, haben ihren eigenen Schmerz“
Über drei Generationen nimmt uns die Autorin mit in diese Abgeschiedenheit des Schwarzwälder Dorfes und hinterlässt am Ende den Wunsch, die Geschichte möge unendlich weitergehen.
Ganz große Erzählkunst, und ganz große Leseempfehlung. Lieblingsbuch für immer.










